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E_1936_Zeitung_Nr.010

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 4. FEBRUAR 1936 — N° 10 WÄ affhdie« Notizen Frankreichs Automobilproduktion. Seit Anfang dieses Jahrhunderts verzeichnet die französische Automobilindustrie folgende Entwicklung : Jahr Wagenzahl Jahr Wagenzahl 1900 2.000 1923 110.000 1905 14.000 1924 145.000 1907 20.000 1925 177.000 1909 36.000 1926 192.000 1910 38.000 1927 191.300 1911 40000 1928 223.600 1912 41.000 1929 253.800 1913 45.000 1930 230.700 1919 18.000 1931 201.000 1920 40.000 1932 164.000 1921 55.000 1933 191.500 1922 75.600 1934 189.000 Diese statistischen Erhebungen beweisen, dass die Entwicklung der Automobilproduktion sehr stark von der Fiskalpolitik des betreffenden Landes abhängig ist. Eines geht aber zweifellos aus den französischen Produktionsangaben hervor: dass die vom Steuerumlegeverfahren auf den Benzinpreis erhoffte Belebung nicht im erwarteten Umfange eintrat. Das Auto als Mittel der Berufsausübung. Das war einmal, dass man das Automobil unter die Kategorie der Luxusgegenstände einreihte und mit Fug und Recht einreihen durfte. Eine Umwertung aller Werte hat sich in den letzten Jahrzehnten vollzogen. Aber immer und immer wieder empfindet man es als Mangel, dass konkrete Angaben über die Verwendung des Automobils als Mittel der beruflichen Tätigkeit so spärlich fliessen. Wenn sich deshalb ein deutscher Automobilkonzern damit befasst hat, zu untersuchen, auf welche Berufsgruppen sich die Autohaltung verteilt, so vermittelt uns eine solche Erhebung wenigstens gewisse Anhaltspunkte zur Abklärung der Frage. Selbstredend wäre es unzulässig, die dabei gewonnenen Resultate verallgemeinern zu wollen. Sobald es sich aber herausstellt, dass das Motorfahrzeug in überwiegendem Umfang dem Erwerbs- und Wirtschaftsleben dienstbar gemacht wird, erwächst dem Automobilisten auch das wohlfundierte Recht, vom Fiskus eine Behandlung zu fordern, welche dieser Erkenntnis Rücksicht trägt r wiU?er sich-nicht ins eigene Fleisch schneiden. Und das will er bestimmt nicht. Doch lassen wir die Ergebnisse der in Deutschland durchgeführten Untersuchungen sprechen. Der Anteil der einzelnen Berufsgruppen an den Personenwagenverkäufen, welche der bereits erwähnte Autokonzern während einer bestimmten Zeit tätigte, belief sich auf: Total % % Fabrikanten und Firmen' 34 Vertreter, Geschäftsinhaber. reisende Kaufleute 20,7 54;? Aerzte 4,1 Rechtsanwälte 2 Ingenieure 4,1 10.2 Lehrer 1,3 Beamte, Pensionierte 3,5 4.8 Metzger 1,1 Bäcker, Konditoren 0.7 Sonstige Gewerbetreibende 4,9 6,7 Freie Berufe, Architekten, Baumeister 2,2 Sonstige 21,4 23.6 100% 100%. Resümieren wir kurz: mindestens 80 % aller Käufer von Personenwagen benützen die Fahrzeuge in der Hauptsache zu geschäftlichen Zwecken. Möglicherweise stellt sich der Anteil noch höher, weil unter der Rubrik « Sonstige», die 21,4 % der Käufer auf sich vereinigt, noch eine ganze Anzähl von Berufsleuten enthalten sein dürfte, die sich ebenfalls des Autos bedienen. Mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit kann man annehmen, dass die Angestellten und Beamten mit mehr als nur 4,8 %an den Automobilverkäufen partizipieren. Immerhin — und dafür liefert die Erhebung den sichern Beweis — waren und sind es doch vornehmlich die Kreise der selbständig Erwerbenden, welche sich die Vorteile des Autos bei der Ausübung ihrer geschäftlichen Tätigkeit zunutze machen. Nicht dass wir damit vor der Entdeckung von Neuland ständen, aber man war bei der Diskussion über diese Dinge mehr auf gefühlsmässige Schätzungen denn auf der Wirklichkeit entstammende Zahlen angewiesen. &ie A.=Jl. im Urteil de* £ese* Die Einführung des « Auto-Magazin » hat ans eine Reihe anerkennender Zuschriften eingebracht, die wir bestens verdanken. Sie bedeuten für uns eine wertvolle Unterstützung und einen willkommenen Fingerzeig. Eine für das schweizerische Verkehrswesen massgebliche Instanz schrieb uns u. a.: « Wir möchten zur Umgestaltung des Autler-Feierabend in das < Auto-Magazin » bestens gratulieren und hoffen, dass ihm der Erfolg nicht versagt sei. > Kompressionsraum und Verdichtungsverhältnis. Die grossen Fortschritte im Motorenbau der letzten Jahre, sind darauf zurückzuführen, dass man mit wissenschaftlicher Genauigkeit die Vorgänge im Motor untersucht hat. Dies hat zur Abkehr von vielem geführt, was man früher für richtig gehalten hat. Während man beispielsweise es früher für zweckmässig hielt, die Zündkerzen so anzuordnen, dass die Explosionen des eben in dem Kolben zusammengepressten Gemisches möglichst gleichzeitig und auf einen Schlag erfolgten, bis man sah, dass gerade das Gegenteil wünschenswert ist, nämlich eine gleichmässig fortschreitende, also etwas Verzögerte Verbrennung des Gemisches. Innig verknüpft mit der Gestaltung des Explosionsraumes ist das sogenannte Verdichtungsverhältnis. Ueber dem Kolben in seiner obersten Stellung verbleibt noch ein kleiner Raum des Zylinders: der sogenannte Explosionsraum. Das Verhältnis dieses Raumes zu dem Hubraum bedingt das sogenannte Verdichtungsverhältnis. Schema eimes Motors mit'Hängeventilen. 1 Explosions-(Verbrennungs)-raum, 2 Kolben, 3 PleüeW Stange, 4 Kurbelwelle, 5 Zahnrad auf der Kurbelwelle, 6 Zwischenzahnrad, 7 Zahnrad auf der Nockenwelle, 8 Nockenwelle, 9 Stössel, 10 Stossetange, 11 Schinghebel, 12 Ventilfeder, 13 Ventil, 14 Ein- bzw. Auslasskanal. V . -. VIII. "Wenn beispielsweise dieser Raum gleich gross ist •wie der Hubraum, dann ergibt sich eine Verdichtung 1:2. Man arbeitet jedoch heute im allgemeinen mit Verdichtungsverhältnissen von 1:6 bis 1:7. Es entstehen daher durch die Entzündung des schon sehr etark vorverdichteten Gasgemisches sehr hohe Explosionsdrücke. Wenn nun dieser Explosionsdruck ganz plötzlich auftritt, dann ergibt sich auf den Kolben sozusagen die Wirkung eines schweren Hammerschlages. Der Motor klopft und arbeitet unruhig. Viel wirkungsvoller ist es natürlich, wenn die verbrennenden Gemische zwar mit grösser Kraft, aber mit gleichmäesigem Druck, und zwar mit fortschreitend ansteigendem Druck und nicht mit plötzlich einsetzendem Höchstdruck den Kolben nach abwärts pressen. Hier handelt es sich um die sogenannte Klopffestigkeit des Motors. Dieselbe hängt allerdinge zu einem grossen Teil von dem verwendeten Kraftstoff ab, denn manche Kraftstoffe, besonders die Gemische aus Benzin und Benzol, verbrennen langsam und üben daher einen gleichmässigen Druck auf den Kolben aus, während andere Kraftstoffe, besonders das reine Benzin, eehr plötzlich verbrennen •und daher Neigung zum Klopfen haben. Aber durch die Gestaltung des Explosioftsraumes kann man die Neigung zum Klopfen fördern oder zurückdämmen. Dadurch ergibt es sich, dass man manche Maschinen nur mit Benzin-Benzol-Gemisch fah* ren kann, während andere auch bei reinem Benzin niemals zum Klopfen neigen. Bei Motoren mit seitlich stehenden Ventilen erzielt man eine weitgehende Klopfeicherheit dadurch, dass der Verbrennungsraum keilförmig gestaltet wird und nicht über die ganze. Fläche des Kolbenbodens reicht. Ausserdem wird die Zündkerze nicht über die Mitte des Verbrennungsraumes sondern über das Einlassventil gesetzt. Bei der Gestaltung des Explosionsraumes kommt es auf die erössten konstruktiven Feinheiten an und es ist den Konstrukteuren gelungen, durch scheinbar ganz geringfügige Veränderungen des Explosionsraumes wesentliche Fortschritte im Motorenbau zu erzielen. Ein günstig gestalteter Explosionsraum ermöglicht es, mit dem Verdichtungsverhältnis etwas höher zu, gehen, -wodurch die Leistung und die Wirtschaftlichkeit des Motors gesteigert wird. Ausserdem ist es möglich, den Zündzeitpunkt etwas nach vor zu verlegen, was zu einer besseren Ausnützung des Kraftstoffes führen kann. Der Zündzeitpunkt. Theoretisch müsste die Entzündung des angesaugten Gasgemisches in dem Augenblick erfolgen, in dem der Kolben sich gerade im obersten Totpunkt befindet. Bei langsamem Lauf der Maschine ist dieser Zündzeitpunkt auch tatsächlich richtig, bei schnellerem Lauf hingegen ändern sich die Verhältnisse sehr wesentlich. Wir müssen uns einmal die Zeiten berechnen, die für den einzelnen Arbeitstakt zur Verfügung stehen. Nehmen wir an, dass die Kurbelwelle des Motors sich mit 3600 Umdrehungen in der Mi- nute dreht; dies ist für einen Tourenmotor eine durchaus normale Drehzahl. Es ergeben sich daher für jede Sekunde 60 Umdrehungen. Da der Arbeitstakt nur eine halbe Umdrehung umfasst, steht für ihn die Zeit von 1 /uo Sekunde zur Verfügung. In der Sekunde müssten weiter 30 Zündungen in jedem Zylinder, also bei einem Sechszylinder-Motor insgesamt 180 Zündungen in der Siekunde erfolgen. Jede Zündung muss ganz geriau im richtigen Augenblick Zustandekommen, denn eine Verschiebung von beispielsweise «nur» Vsto Sekunde bedeutet schon, dass die Zündung statt am Anfang des Arbeitstaktes in der Mitte desselben erfolgt Nun kommt es aber darauf an, dass die Zündung nicht ungefähr im richtigen Augenblick zustandekommt, sondern ganz genau bei einer bestimmten Kurbelwellenstellung, die mit grösster Präzision in Bogengraden in der Kurbelwelle aasgedrückt wird. Wenn nun für einen Arbeitstakt nur */«o Sekunde insgesamt zur Verfügung steht und wenn man weiter erwägt, dass es doch eine gewisse, wenn auch nur sehr kurze Zeit erfordert, bis vom Augenblick des Ueberspringens des Zündfunkens an der Zündkerze das gesamte im Explosionsraum befindliche Gasgemisch verbrennt, so kommt man zu dem Schluss, dass die Expansion der verbrennenden Gase nicht schon mit Beginn des nur 1 /«o Sekunde währenden Arbeitstaktes zur vollen Wirkung kommt, sondern erst in einem späteren Verlauf. Es ist daher notwendig, bei hoher Drehzahl des Motors den Zündfunken schon wesentlich früher an der Zündkerze überspringen zu lassen, als der oberen Totpunktstellung des Kolbens entspricht Dadurch erreicht man, dass trotz der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit doch die Expansion der verbrennenden Gase schon am Beginn des Arbeitstaktes einsetzt und voll zur Wirkung kommt. Das Ausmass der «Vorzündung» hängt natürlich von der Schnelligkeit des Motorlaufes ab. Bei höchster Drehzahl lässt man den Zündfunken etwa 40 Grad vor der oberen Totpunktstellung an der Zündkerze überspringen. Würde dies auch bei langsamem Lauf erfolgen, so könnte der Kolben nicht den oberen Totpunkt überwinden, sondern er würde zurückgeschleudert werden, bevor er noch den oberen Totpunkt erreicht hat. Dies tritt beispielsweise ein, wenn der Motor mit zu viel Vorzündung angekurbelt wird. Zwischen der vollen Nachzündung, die stets der genauen Totpunktstellung entspricht, und der äussersten Vorzündung liegt der Bereich der «Zündverstellung». Diese Zündverstellung wird heute fast ausnahmslos vollautomatisch durchgeführt. In erster Linie verwendet man hierzu einen Fliehkraftregler, der den Zündzeitpunkt genau der Drehzahl des Motors anpasst Dann aber hat man in letzter Zeit mit Erfolg auch eine zusätzliche Vakuumregelung in Verwendung genommen, die bewirkt, dass bei plötzlichem Gas-Geben, besonders in den unteren Drehzahlbereichen, die Zündung etwas später erfolgt als bei weniger Gas. Dies ist durchaus sinngemäss und verhindert das Klopfen und Klingeln des Motors. (Fortsetzung folgt.) Um das Zürcher Verkehrsgesetz. Es ist in den letzten Monaten geradezu unheimlich ruhig um das neue, zürcherische Verkehrsgesetz geworden. Noch immer weiss man nicht, wie man sich in Regierungskreisen zu der durch die Verwerfung der letzten Gesetzesvorlage geschaffenen Lage stellen wird. Soll ein Versuch mit einem neuen Gesetzesentwurf gemacht werden, der von gewissen Schicksalsparägrapben befreit ist oder wird man den Weg, den andere Kantone beschritten haben, begehen, indem die wichtigern grundsätzlichen Bestimmungen in einem Gesetz verankert und die wenigem und vor allem die eher revisionsbedürftigen Bestimmungen in einer leichter zu ändernden Vollziehungsverordnting behandelt werden. Diese zweite Variante besitzt zweifellos ihre Vorzüge, besonders auch was die. finanziellen Bestimmungen anbetrifft, deren Aenderung eonst immer den weiten Weg via Kantonsrat und Volksabstimmung nötig machen würde. Eines steht wohl fest: Die neue Situation ist für die Strassenverkehrsinteressentenverbände nicht schlechter geworden, denn die Zeit arbeitet für sie. Im Zeitpunkt der letzten Gesetzesabstimmung waren die Verhältnisse im zürcherischen Motorfahrzeugwesen noch viel gesündere, günstigere, heute aber, wo die Stillegung der Automobile ßich innert Jahresfrist um 45% erhöht hat, liegen die Verhältnisse wesentlich anders. Die Regierungsbehörden werden unweigerlich zu finanziellen Erleichterungen gezwungen sein, wenn sich die Stillegung nicht weiter verschärfen und der Kanton pro 1936 und später nicht noch weitere Rückgänge im Steuererträgnis mit in den Kauf nehmen wilL V KLEINE CHRONIK Bei uns und anderswo... c Der allgemeine Geschäftsgang in der schweizerischen Automobilinduetrie hat im abgelaufenen Jahre noch keinerlei Besserung erfahren. » So wird in Bank- und Industrieberichten die Situation auf dem schweizerischen Markte zusämmengefasst In Deutschland hat die Automobilindustrie durch die mannigfaltigen Unterstützungen durch den Staat und hauptsächlich dank der Steuerbefreiung der Fahrzeuge einen ungeahnten Auschwung genommen. Ein deutlicher Beweis hiefür sind auch die Börsenkurse der Autoindustrie-Papiere, von welchen wir einige Notierungen zur allgemeinen^ Erbauung und Belehrung nachstehend folgen lassen: 2.9.1932 17.12.1935 Adler 15.— 85 BMW 58.— 116 Daimler-Benz 20.— 86 Auto-Union 17.—• 95 Wir halten lieber die Steuern hoch, zahlen dafür Arbeitslosenunterstützung und sehen den sich türmenden Millionendefiziten der Bahnen zul Brillen für Farbenblinde. Der «Verein der Farbenblinden der Vereinigten Staaten», der seinen Sitz in Indianapolis hat, hat an den Senat in Washington: ein Gesuch eingereicht mit der Bitte, die jetzigen Verkehrssignale Rot und Grün abzuschaffen und an ihrer Stelle die Zahlen 1 und 2 zu verwenden. Dadurch könnten viele Verkehrsunfälle vermieden werden, denen Farbenblinde zum Opfer fallen. Eine Umstellung der Signalisierung in diesem Sinne erscheint aber nicht sehr zweckmässig, weil dadurch die Signale schon auf kürzere Entfernung nicht mehr erkennbar sein würden. Die Farben Rot und Grün rufen bekanntlich inV normalen Auge den grössten Gegensatz hervor; daher werden sie universell zu optischen Signalen verwendet. Ein grosser Teil der Menschheit versagt aber, wenn es darauf ankommt, Rot speziell als Erkennungsfarbe zu unterscheiden. Diese Erscheinung, als «Daltonismus» gekennzeichnet, ist viel mehr verbreitet als man annehmen könnte. Sonst ganz gesunde Menschen, die durch diese Abnormalität (die im täglichen Leben kaum nennenswerte Hinderungen verursacht) befallen sind, werden davon schwer benachteiligt, sobald es sich darum handelt, den richtigen Wert einer Farbe zu erkennen. Am krassesten tritt dies auf bei der Prüfung zur Erlangung einer Fahrbewilligung für Motorfahrzeuge. Bilden doch solche Menschen, die nicht imstande sind Signale zu unterscheiden, nicht nur für sich selbst, sondern auch für die übrigen Mitmenschen eine Gefahr! Eine bessere Lösung dieses Problems ist nun von einem amerikanischen Augenarzt vorgeschlagen worden. Sie beruht auf der Tatsache, dass zwischen den Farben Rot und Grün auch ein wesentlicher physikalischer Unterschied besteht, welcher durch vom Auge selbst ganz unabhängigen Mitteln festgestellt werden kann. Danach brauchen die Farbenblinden nur noch eine Brille, um von ihrem Uebel befreit zu werden. Die Gläser dieser Brille aus ganz gewöhnlichem Glas tragen in ihrem oberen Teil (ein Drittel) einen «Anti-Rot»-Filter, d. h. ein grünes Glas, das alles rote Licht aufhält Der Gebrauch dieser Brille ist denkbar einfach: Sieht der Farbenblinde durch das farblose Glas ein Lichtsignal, so braucht er nur einen Blick durch den grünen Teil der Brille zu werfen. Ist das erblickte Signal grün oder gelb, bleibt es immer noch sichtbar; falls aber das Licht rot sein sollte, verschwindet es. Die gleiche Wirkung tritt natürlich auch bei dem durch eine rote Warnungstafel reflektierte Licht auf: das Rot wird Schwarz. Der grüne Oberteil dieser Brille dient gleichzeitig als Augenschoner, wenn durch das farblose Glas jeschaut wird. Bisher hat noch kein Fabrikant diese Idee zur Auswertung aufgegriffen. Ein auf der Windecheibe des Wagsns montierter grüner Filter verrichtet denselben Dienst, wenn auch nicht in so bequemer Weise. Nach Aussagen des betreffenden Arztes sollen A% bei den Männern und 2% von den Frauen nicht imstande sein, die Farben mit Sicherheit zu unterscheiden, also von partieller oder totaler Farbenblindheit befallen eein. T. E. L.

N° 10 — DIENSTAG, 4. FEBRUAR 1936 AUTOMOBIL-REVUE 11 AKTUELLES Einweihung der Autopostlinie Lugano-St. Moritz. Durch die Eröffnung der neuen Gandriaetrasse ist nun auch die langersehnte Verbindung von Lugano ins Engadin zustande gekommen. Letzte Woche fand die Einweihung der neuen Autopostlinie statt, •woran eine Reihe prominenter Gäste teilnahmen. IT. a. waren vertreten Herr Generalpostdirektor Hunziker, Herr Vicesindaco Bianchi, der bündnerische Regierungspräsident Herr Gapaul, Herr Direktor Branger von der Rhätischen Bahn und weitere Verkehrsinteresfienten. Die Fahrt führte von Menaggio, wo sich der italienische Grenzpolizei-Kommissar Cav. Russo ansehloss, dem Ufer des Comersees entlang nach Chiavenna. In Castasegna empfingen Kinder mit Stränssen von weissen und roten Nelken die ersten gelben Wagen aus dem Tessin und dann ging die Fahrt in das tief verschneite Hochgebirge hinauf und über die Maloja nach St. Moritz. Dank der guten Schnperäumung auf der Malojastrasse konnte die ganze Strecke ohne Ketten bewältigt werden. In St. Moritz wurde die Gesellschaft durch die Behörden empfangen und dann feierten im Suvrettahaus die Vertreter der Kantone Tessin und Grsu- Mnden die Eröffnung der neuen Verbindung der heiden berühmten Fremdengebiete des Tessins und des Engadins. Herr Staatsrat Forni erklärte namens der Tessiner Regierung, da«« die Gandriastrasse nur der Anfang eines weiter gefassten Programmes sei, in welchem die Gambarognostrasse und die San Giacomostrasse die Verbindung mit unserem Nachbar vervollständigen werden. Herr Capanl betonte, ebenso wie Herr Oberst Bon, die Verdienste der Pnst um den Fremdenverkehr. Dir. Branger toaetierte auf die Zusammenarbeit von Bahn und Aiitopost im Dienste des Fremdenverkehr. Die Rückreise fand bei heftigem Schneetreiben statt. Aber auch so gelangte man, in 4-Hstündiger Fahrt vom Ensradin nach Lugano. Ab 1. Februar wird der regelmässige Postverkehr aufgenommen. Ausland Gelbe Scheinwerferlampen für ausländische Automobilisten in Frankreich. Der Automobil-Club der Schweiz ist in der Lage, gewisse Mitteilungen in Abrede zu stellen, woraus hervorzugehen schien, dass die Pflicht zur Verwendung gelber Scheinwerfer, wie sie in Frankreich besteht, auch für ausländische Automobilisten gilt, welche in diesem Land zirkulieren. Das französische Dekret, das nur die im Lande selbst immatrikulierten Fahrzeuge betrifft, tritt übrigens erst im kommenden Juli in Kraft. Im weiteren bleibt die Wirkung des neuen französischen Gesetzes, das die «Stemnelung» der Scheinwerfpr vorsieht, ausschliesslich auf jene Fahrzeuge beschränkt, die in Frankreich immatrikuliert sind. A. C. S. SEKTION AARGAU. Die ordentliche Generalversammlung findet Samstag, den 29. Februar 1936 im Hotel «Aarauerhof» in Aarau 3tatt Nach Erledigung der geschäftlichen Traktanden wird ein gemeinsames Nachtessen zum gemütlichen Teil, der als Herrenabend gedacht ist, überleiten. Sodann wird unsere Sektion erstmals am 7./8. März 1936 in Engelberg einen Wintersportanlass durchführen. Dies gilt als Voranzeige. Die ausführlichen Programme und Einladungen werden den Mitgliedern rechtzeitig zugestellt werden. ni. SEKTION BERN. Sportkommission. Die Sportkommission hat in ihrem Jahresrückblick 1935 eine stärkere Heranziehung der sportfreudigen Mitglieder zu den Wettbewerben der Sportkommission als wünschenswert erachtet. Wohl hat der Besuch der internen Sportveranstaltungen im Jahre 1935 im Vergleiche zum Vorjahre eine erfreuliche Steigerung erfahren, trotzdem ist die Sportkommission der Ansieht, dass die Frequenz noch mehr gehoben werden könne. Die Auffassung der Sportkomission ist um so berechtigter, als die Konkurrenzen im vergangenen Jahre, besonders die Ballonfuchsjagd und die Autofuchsjagd, restlöse Anerkennung fanden und . als Vorbild für den diesjährigen Kalender bezeichnet wurden. Die Sportkommission prüft gegenwärtig Mittel und Wege, um das Interesse der Sektionsmitglieder an ihren internen Veranstaltungen zu heben. Eine Möglichkeit, welche die meisten Aussichten hat, verwirklicht zu werden, besteht in der Schaffung einer Sektionsmeisterschaft auf Grund des Leistungsprinzipes. Darnach würden die Teilnehmer der verschiedenen Konkurrenzen entsprechend ihren Erfolgen "mit Wertungspunkt bedacht, die jährlich zusammengezogen den Sektionsbesten aller sportlichen Anlässe ergäben. Es sei festgehalten, dass die Sektion Bern in bezug auf sportliche Tätigkeit im A. C. S. eine führende Stellung einnimmt Diese schmeichelhafte Tatsache ist nicht wenig auf die sportliche Ader ihrer Mitglieder zurückzuführen. h. SEKTION ZÜRICH. Die Monatsversammlung Tom 13. Februar im Hotel «St. Gotthard» in Zürich dürfte zu einer wichtigen Veranstaltung für stadtzüreherische Strassen und Verkehrsfragen werden. Das Programm ist nun so festgelegt, dass nach dem gemeinsamen Nachtessen um 19.15 Uhr Herr Stadtrat Stirnimann, Vorsteher des Bauamtes der Stadt Zürich, einen Vortrag über 'Die städtischen Strasenprojekte pro 1936» halten wird. Die Anwesenden werden somit über die im laufenden Jahr zur Durchführung gelangenden Strassenbauten aufs zuverlässigste orientiert. Anschliessend wird Herr Dr. Fiertz, Zollikon, über die neuesten Verkehrszählungen in Zürich berichten. Diese wurden vom Technischen Dienst, einer Vereinigung arbeitsloser Techniker, 1935 durchgeführt und — was das besonders Interessante ist — nach ganz neuen Gesichtspunkten aufgestellt. Während sonst bei diesen Verkehrszählungen nur die Zahl der durchgefahrenen Vehikel eruiert wurde, hat man für jedes Auto auch Herkunfts- und Bestimmungsort der Fahrt festgehalten, ferner den Beruf des WagenlenkerR etc., um so wertvolle Angaben zu erhalten über Fahrtroute. Art und Zweck der Fahrt etc. — Eine allgemeine Diskussion über zürchprische Strassen- und Verkehrsfragen wird den Abend beschHessen, zu dem auch verschiedene Vertreter der zuständigen Behörden der Stadt Zürich eingeladen Eind. ßtör eich mit dem wohlverdienten «Z'abig» zu entspannen, während der Schreiber dieses sich zur Arbeit begab, Um von der auf später angesetzten Abendunterhaltung — hoffentlich — auch noch eine Touristik-Bulletin des A.C.S. Kleinigkeit zu geniessen, über die er aber hier nicht Oesterreich: Arlberg gesperrt zwischen Stuben mehr berichten kann. Aber die Bemerkung sei ihm und St. Christof a. A. denn auch den Teilnehmerinnen ausserordentlich noch gegönnt, dass das Werk gesund ist, wo solche viel Interessantes bot. Es war eine Freude, die Frankreich: Col de la Groix Haute m. K. befahrbar. Faucille o. K. offen. Eintracht herrscht, und in diesem Sinne Glückauf umfangreiche Schau eindrucksvollster Malereien des für ein neue« und besseres Jahr! b-r. hervorragenden französischen Künstlers unter solch Transport von Automobilen durch die Alpentunnels. Arlberg: Langen-St Anton. Albu.la: sachkundiger Führung durchgehen zu können. Am nachfolgenden Tee im «Savoy Hotel Baur Rottschaff der Aero- JS. Amateure der Schweiz Filisur-Bevers. Gotthard: Göschenen-Airolo. en ville» entbot Frl. Dr. Weidenmann, Winterthur, S i m p 1 0 n : Brig-Domodossola. LötecTiberg: den Willkommensgruss der Damenkommission, indem sie gleichzeitig Frau Dr. Gäumann den ver- Olympia-Zollvormerkscheine für ausländische Kandersteg-Brig. ' dienter Dank aussprach. V General- Servette 85 Kraftfahrer. Sämtliche deutschen Grenzzollstellen Las d« »n Vetbänden Unsere Arbeit während dem laufenden Jahr. Die erste Damenveranstaltung dieses Jahres vom 29. Januar erfreute sich der starken Beteiligung von rund 50 Damenmitgliedern. Unter der vortrefflichen Führung von Frau Dr. Gäumann-Wild. Zürich, wurde im Zürcher Kunsthaus der prächtigen Courbet-Ausstelhmg ein Besuch abgestattet, der CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH Generalversammlung. Wenn Automobilisten zu Infanteristen werden, so kommen sie entweder zu früh oder zu spät Meistens das letztere. So auch hier. Dagegen stellt der Berichterstatter anerkennend fest, dass die stramme Führung von Ehrenpräsident Nägeli bei aller Freiheit der Meinungsäusserung einen derart raschen und sachlichen Verlauf der Versammlung bewirkte, dass man die anfängliche Verspätung prompt einholte. Und noch eins: Manches der ca. 20 Traktanden gab zu Fürund Widerrede ernsten Anlass, nie aber hat man ein krummes Wort vernommen; eicher sind unter den ca. 50 Teilnehmern manche verschiedener politischer Richtung, als aber zum Schluss der Versuch einer politischen Partei zum im Trüben fischen erwähnt werden musste, erhob sich keine einzige Stimme zum Für oder Wider, der Brief wurde «verfassungsgemäss» stillschweigend ad aeta gelegt Achtung vor solchen Leuten, die über dem gemeinsamen Ziel kleinliche Gegensätze zurückzustellen wissen; Vorbild seien eie gewissen Schildbürger- Parlamenten und Vorbild auch sogenannten «Herrenfahrern», die nicht wissen, dass die Eigenschaft als Automobilist Verpflichtungen in sich schliesst» die nur noch die Aelteren unter uns auszuüben pflegen, mit seltenen Ausnahmen. Die «Noblesse der Landstrasse» trifft man hier und das Abzeichen des Ch. V Z. verdient, als ein Ehrenzeichen gegrüsst zu werden. So können wir zur sachlichen Schilderung der Versammlung übergehen und bemerken, dass Punkt 1—6 der Traktanden zu keiner besonderen Bemerkung Anlass geben. Mutationen ebenfalls negativ, da drei Neuanmeldungen wegen Nichterscheinens der Kandidaten bis zu deren Kennenlernung zurückgestellt werden. Gestrichen werden wegen Nichterfüllung der Verpflichtungen Chr. Grob, Jos. Küng. Rüd. Streckeisen und Leo Meyer. Die Witwe eines verstorbenen Passiv-Mitgliedes wird an seiner Statt aufgenommen. Stundungsgesuche arbeitsloser Mitglieder werden genehmigt bzw. die ^Rückstände erlassen. Arbeitslose Mitglieder, deren! es erfreulicherweise-nicht mehr als 7 hat, können das Club- Organ «Automobil-Revue» auf Vorweisung einer Bescheinigung des Präsidenten gratis bei dessen Zürcher Filiale,, Löwenstr. 51, abholen* Die Gebühren und Beiträge pro 1936 bleiben unverändert und an dem vorjährigen Beschluss, wonach Passiv-Mitglieder an der Sterbekasee nicht teilnehmen, wird nach langer Diskussion festgehalten mit der Massgabe, dass es den früheren Aktiv jetzt Passiv Mitgliedern freisteht, wieder zu den Aktiven, überzutreten. Punkt 9 des Programms gibt zu einem freudigen und einstimmigen Bekenntnis zur «Automobil-Revue» Anlass, das auch den Berichterstatter aufrichtig freut und ihn zu der Bemerkung zwingt, dass solch aufrichtiger Anhang dem Blatt den Mut zu weiterer Führerrolle stärkt. Wie bisher, ist jeden 1. Mittwoch im Monat,' 20 Uhr, Versammlung im Du Pont und Stammtischhock jeden Donnerstag abends im Zeughauskeller Kontroll-Eintragung nicht vergessen und leserlich schreiben! Aus dem Jahresbericht des Ehrenpräsidenten geht hervor, dass das Jahr 1935 ruhig verlief, dass die Krise, wie nicht anders vermeidiieh auch Verein und Mitglieder betroffen hat, und dass aber trotzdem ersterer gefestigt dasteht und an der Spitze aller Organisationen marschiert. 99 Mitglieder zählt der Verein heute insgesamt mit Passiv- und Freimitgliedern, im Vorjahre eind 11 Mitglieder neu eingetreten, 15 durch Austritt und Tod abgegangen und 13 mussten gestrichen werden. Die Versammlung erhebt sich zur Ehrung der Verstorbenen. Besuch der Versammlungen und Stammtische ergeben respekteinflößende Ziffern, nur die 11 Sünder, die sich nie zeigten, werden gebührend ohne Namensnennung angeprangert. Im Jahresprogramm mussten verschiedene Anlässe infolge der Krisis ausfallen, man hört auch, dass der Finanzminister Affenhaut an der Verlängerung seines Rückens hat (ich habe nicht nachgesehen), denn geht's zum Programm 1936, das gedruckt werden soll und u. a. gemeinschaftliche Ausfahrten nach Grimsel-Furka und Trümmelbachfallen vorsieht. Punkt 14 bis 17 betreffen die Jahresrechnung, die erfreulicherweise mit einem Vorschlag von Fr. 236.30 abschliesst. Hier kann sich der Kassier einen kleinen Seitenhieb auf die bösen Revisoren nicht verkneifen, die vom angeschafften Mobiliar gleich 50% abschreiben, sonst wäre dae Ergebnis noch präsentabler. Trotzdem wird ihm Decharge erteilt und das gehört sich auch, führt er doch seine Kasse peinlich sauber, mit welcher Bemerkung Hauptrevisor Urech glühende Kohlen auf das Haupt des Bankiers sammelt Die Vorstandswahl wird zu einer begeisterten Ehrung für den bisherigen Vorstand und seine angestrengte Arbeit, sowohl geheime Wahl für den engeren als offene Wahl für den erweiterten Vorstand ergehen Einstimmigkeit für die Herren Nägeli A. als Präsident Griesser E. als Vizepräsident, Gärtner Hans Protokollführer, Müller Hans und Honegger Walter 1. bzw. 2. Kassier; Beisitzer die beiden Hanse Kauffmann und Frank. Hauptrevisnr wird wieder Urech Goddy, dessen klare und bedächtige Voten zum Taschen Verständnis zweifelhafter Fragen hauntwesent'ich wirkten. Revisoren Weher Ferd. und Snxer Jfk., dessen freundliche Mithilfe bei der Arbeit auch der Unterzeichnete angelegentlich verdankt. Nachdem die Traktanden 19 und 20, da keine Anträge, sich stillschweigend von selber erledigten, blieb als Rest nur noch die allgemeine Umfrage, bei der sich so recht das Zartgefühl unserer Landstrassenritter zeigte, indem den bedauernswerten arbeitslosen Mitgliedern mit Gutscheine für «fleiscM'Vhe» (und wursti"p) Oen'isse unter die \rme ergriffen wurde, nhnp. d^s«? d!f> Vorsf^mlnng r 'i" fl'o F"$ehpn' I '* n ri 711 kennen begehrte. Ebenso erhielten Vorstand und j Revisoren tangible Beweise der Anerkennung ihrer | aufopfernden Aibtit und dann begann«! die Om* Wir stehen am Anfang dee Jahres und zu gleicher Zeit im achten Monat seit der Gründung einer Bewegung ohnegleichen, die sich nennt: Rottschaft der Aero-Amateure der Schweiz und deren aktive Propaganda zugunsten der N6uen Aviatik — diesem leichten Flugwesen, das leicht hätte verkümmern können infolge der Dj-achen-Gesetzen und Schikane-Reglementen — gleich anfangs eine starke Sympathie-Welle in Schwung brachte, auf die wir nicht mit Unrecht sehr stolz sind. Gleich zu Beginn unserer Bewegung sagtet! wir, als wir voller Optimismus keineswegs am Erfolg unseres Unternehmens zweifelten: «Wir wollen eine neue Aviatik, gesund und stark, und Unsere aus diesem Ideal erstandene Bewegung muss leben und täglich bestehen und sich entwickeln. Dieses Glaubensbekenntnis war aber nicht nur ein Appel an alle jene (und sie sind Legionen) die im Grunde ihre* Herzens die lange zurückgehaltene Leidenschaft, die sie unwiderstehlich zum Flugwesen trieb, tragen, sondern es war auch unsere Verbindlichkeit, die angeworbene Unterstützung und Mitarbeit zu verdienen. Unsere Hoffnungen eind nicht enttäuscht worden, unsere Anstrengungen haben Erfolge gezeitigt. Das macht uns mehr als froh, denn wir waren durch nichts zu Pionierarbeit vorbereitet; nichts als gründliche Kenntnis dee Flugwesens und ein feuriger Glaube in seine Möglichkeiten, sportliche sowie nützliche; die Erfahrung, dass alle bisherigen individuellen Anstrengungen jämmerlich scheiterten am behördlichen tnon poesumus». Wir denken hier speziell an die Perrin, Guignard und andere, unermüdliche Forscher, die aber mit der Zeit entmutigt wurden durch das unbiegsame Unverständnis, das Nicht-verstehen-wollen. Wir freuen uns der zahlreichen Vertrauens- und freiwilligen Sympathie-Kundgebungen. Wir eind beglückt über die Forschheit, womit Sie unsern Appel beantworten. Wie sagen Ihnen ganz einfach, wir empfinden darüber ein glückhaftes Gefühl. Was uns auch sehr berührt ist, dass Sie alle unsere Freunde sind. Unter uns gibt es kein genieren; wir erkennen in Ihren Briefen dieses Erwachen gegenüber dieser grossen neuen Sache und wir fühlen wie diese lange gehemmte Leidenschaft Sie mit uns vibrieren macht. ? Wir kennen Ihre Begeisterung in dieser Sache und wir kennen auch die Verpflichtungen, die eie uns auferlegt.' Wir werden diesen Verpflichtungen nicht ausweichen, wir werden auch nie fürchten, unsere Verantwortung zu übernehmen. Unser Programm, unser Weg sind vorgeschrieben, genau bezeichnet und unter keinen Umständen wollen wir uns davon entfernen. Stete werden wir verweigern, abzudanken, selbst vor dem Zwang und Manövern der grossen Geschäftswelt : Wir verteidigen die Freiheiten der Neuen Aviatik und wir proklamieren feierlich unser Recht auf diese Freiheit Unsere Bewegung ißt nunmehr eine greifbare Tatsache und wir können furchtlos in die Zukunft blicken, vorwärts schreiten. Das Suchen und Vorbringen von Ausflüchten ist Luderpack-Politik und absolut unvereinbar mit unserm Prinzip der Aufrichtigkeit. Die Zahl Ihrer Beitritteerklärungen veranlassen, verpflichten uns, den Kampf ruhelos weiter zu führen in der Richtung, wo er sich als tatkräftig und erfolgreich zeigt Der Widerstand ist zwar nicht zu vernachlässigen, aber wir wiesen wo unser Feind steckt und wir kennen ihn. Ein wissender und besonnener Mann zählt für zwei! Und dazu kommt dies: zahlreich