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E_1936_Zeitung_Nr.010

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Die Siegerequipe der 15.

Die Siegerequipe der 15. internationalen Sternfahrt nach Monte Carlo: Zamfirescou (Mitte) und Cristea (rechts) auf Ford. Lecot setzt seine Dauerfahrt fort. Francois Lecot, der am Rallye von Monte Carlo teilnahm, ohne seine 400,000-Kilometer-Dauerfahrt auf Citroen zu •unterbrechen, hatte beim Eintreffen in Monte Carlo total 194, 104 Kilometer zurückgelegt. Im Laufe" des 31. Januar machte er sich wieder auf den Weg nach Lyon-Paris. Lecot ist bekanntlich von Valeni;a aus zur Sternfahrt nach Monte Carlo gestartet. Während er auf der ganzen Fahrt von Strafpunkten verschont blieb, winkteij -ihm noch, deren fünf nach der Ankunft am Ziel: Als eein Wagen bereits parkiert war, füllte der Mechaniker trotz dem im Reglement stehenden Verbot die Oelbehälter, was 5 Strafpunkte zur Folge hatte. Im Gesamtklassement stellte sich Lecot an die 50. Stelle. fport in Sdiwei II. Schweizerische Winterprüfungsfahrt für Automobile. In wenigen Tagen wird das Reglement- zur 2. Auflage dieses Wettbewerbes erscheinen, der letztes Jahr den denkbar günstigsten Erfolg zu verzeichnen hatte. Er wird, verbunden mit einer Wintersportkonkurrenz, die allerdings fakultativ ist, von der Sektion Luzern des A. C. S. unter Mitwirkung des Kurvereins Engelberg am 22. und 2. Februar in Engelberg abgehalten. Die Winterprüfungsfahrt setzt sich aus folgenden Konkurrenzen zusammen: a) Zuverlässigkeitsfahrt Luzern-Engelberg; b) Startprüfung in Engelberg; ' c) Slalomfahrt und Schneegymkhana auf einem Eisfeld in Engelberg. Zweck der Veranstaltung ist, an Hand .von praktischen Versuchen die Wirkung der von der einschlägigen Industrie auf den Markt gebrachten Hilfsmittel für den Winterbetrieb der Automobile unter offizieller Kontrolle zu prüfen. Es sind Touren- und Sportwagen.. zugelassen, die den behördlichen Vorschriften entsprechen; eine Unterteilung in verschiedene Kategorien findet nicht statt. Am 22. Februar wird" die Zuverlässigkeitsfahrt von Stapel gelassen. Die genaue Streckenführung von Luzern bis Engelberg wird den Teilnehmern erst kurz vor der Abfahrt bekanntgegeben.und richtet sich ganz nach den Witterungs- und Schneeverhältnissen. Zwischen den unterwegs, eingeschalteten Kontrollposten haben die Konkürrenten eine bestimmte Durchschnittsgeschwindigkeit innezuhalten, die ihnen von Etappe, zu 'Etappe mitgeteilt wird. Pro 5 Sekunden, die der Pilot mehr oder weniger als die Sollzeit benötigt, wird ihm ein Strafpunkt berechnet. "Wer diese Prüfuijgsfahrt nicht zu Ende fährt, scheidet aus der Gesamtkonkurrenz aus. •> Die Startprüfung kommt am 23. Februar um 8.30 Uhr zur Durchführung. Gemessen wird die Startzeit vom Augenblick, da dem Fahrer der Start freigegeben wird, bis zum Laufe des Motors und Zurücklegen einer 50 Meter langen Strecke. Für je 5'Sekunden Zeit wird ein Strafpunkt berechnet. Der Nachmittag ist dem Slalomfahren gewidmet. -Jede Bereifungsart der Wagen ist gestattet mit Ausnahme von Eisspitzen und Eisstacheln. Die jBewertung erfolgt nach Zeit plus Strafpunkte für Schleudern. Für das Gesamtklassement ist das Total'aller Punkte aus den drei Prüfungen massgebend. Wer die niedrigste Punktzahl aufweist, ist Sieger. Ausser AUTOMOBIL-REVUE •OIENSTAtf, 3. FEBRUAR 1936 — N° 10 den üblichen Preisen •winken den Teilnehmern eine | ganze Reihe schöner Spezialerinnerungen. | Anmeldungen sind bis zum 15. Februar 1936, 18 Uhr, an das Sekretariat des A. G. S. Luzern, Löwenstrasse 3, oder an das offizielle Verkehrsbureau Engelberg zu richten. Bleibt zu hoffen, dass der Veranstaltung seitens der automobilsportlichen Kreise der Schweiz die Beachtung entgegengebracht wird, die sie verdient, um so mehrmals es sich um einen Wettbewerb handelt, der in unserem Lande der einzige seiner Art ist. Die beiden Sternfahrten zum Genfer Salon. A) Die nationale Sternfahrt unterscheidet sich von der letztjährigen einzig darin, dass diesmal eine maximale Geschwindigkeit vorgeschrieben ist. Die Kontrollposten werden rechtzeitig bekanntgegeben und befinden sich ausserhalb den grossen Transitlinien, z. B. in Romont. Estavayer, Orbe, Frick etc. Als offizielle Zeit wird diejenige der Sprechuhr von Bern (Tel. Nr. 16) angenommen, um so jede mögliche Unstimmigkeit, hervorgerufen durch die Zeitdifferenzen bei den verschiedenen Zeitmessern, zum vorneherein auszuschalten. Wenn auch das diesem Zweck dienende Metallband bei der Sprechuhr den atmosphärischen Verhältnissen unterworfen ist, so dürften die hieraus resultierenden Differenzen nur Bruchteile von Sekunden ausmachen, was nicht von Wichtigkeit ist, um so mehr, als die Zeiten bei der Sternfahrt nur in ganzen Minuten registriert werden. B) Das internationale Rallye wird über eine in vier Etappen eingeteilte Strecke von ungefähr 1500 Kilometer Länge führen. Am Freitat, dem Eröffnungstag des Salons, werden die Konkurrenten Genf reriassen, um folgenden Weg einzuschlagen: Start in Genf am Freitag um 17 Uhr. Genf-Bern (Kontrollstelle Bern-Zürich (Kontrollstelle) (Die beiden Etappen sind mit minimal 40 km/St, zurückzulegen.) Zürich-St. Moritz via Julierpass. Ankunft in St. Moritz Samstag früh ca. 5.40 Uhr bei 35 km/St. Bis Samstag mittag Ruhezeit in St. Moritz. Samstag/Sonntag-Etappe: St. Moritz-Chur bei 35 km/St. Die nachfolgenden restlichen Etappen sind mit 40 km/St zurückzulegen: Chur-Ermatingen Ermatingen-St. Gallen St. Gallen-Rapperswil Rapperswil-Schaffhausen Schaffhausen-Luzern Luzern-Basel Uebernachten in Basel. Sonntag-Etappe: Basel-La Chaux-de-Fonds 153 km 135 km 204 km 78 km 132 tm 60 km 61 km 70 km 109 km 96 km 99 km La Chaux-de-Fonds-Fribourg 69 km Freiburg-Les Ponts 85 km Les Ponts-Lausanne ' 36 km Lausanne-Genf 62 km Total 1429 km Ankunft in Genf beim Palais des Expeditions um 15.45 Uhr. Am Dienstag findet eine technische Kontrolle der Fahrzeuge statt. Die ersten Konkurrenten am Ziel in Monte Carlo: rechts der Talbot von M. Ph. de Massa; links: der Lagonda von DobelL * Diamantbuchsen Floquet für einen leichteren, ruhigeren Lauf der Kolben und eine geringere Abnützung. Was Pickel und Steigeisen dem Berg* steigeram exponierten Hangwind mitderzicKzacKariorcInung dem Automobilisten auf seiner Fahrt durch Eis ."Schnee. UNION AG.BIEL KETTEN FABRIK GENERALVERTRETER .* HENRI BACHMANN Biel.spitalsrrasse 12-rj,Tei.4842 Genf, rue de Fribourg3 f Tel. 26.343 Zürich, LöwGnstr.31,Tel.58.824 Dieäcmen UNIOIM-SchneeKetten sind inal= len Garagen und Fachgeschäften erhältlich. • Verlangen Sie döerauscfrück!ictiOr/gh nai-Union-Stfineeketren Diatherm-Kolben mit der nach wissenschaftlichen Untersuchungen geringsten Ausdehnung und der günstigsten Form und Massenverteilung. Ventilsitze aus hochhitzebeständigen Speziallegierungen für einen einwandfreien Abschluss und beste Ausnützung der Kompression. Verlangen Sie genauere Auskünfte; wir dienen Ihnen

N°10 — DIENSTAG, 4. FEBRUAR 1936 AUTOMOBIL-REVUE Der Seewolf. Von Jack London. Copyright 1926 by Universitas Verlage-Aktiengesellschaft, Berlin. 4. Fortsetzung. Ich warf einen Blick nach dem sich nähernden Schoner, der jetzt, nur wenige hundert Meter entfernt, dicht vor uns war. Es war ein schmuckes kleines Fahrzeug. Auf einem der Segel konnte ich eine grosse schwarze Zahl erkennen, wie ich sie auf Bildern von Lotsenschiffen gesehen hatte. « Was ist das für ein Schiff? » fragte ich. «Lotsenschoner ,Lady Mine'», erwiderte Wolf Larsen mit grausamem Lächeln. « Hat den Lotsen abgesetzt und geht jetzt nach San Francisco. Wird bei diesem Wind in fünf bis sechs Stunden dort sein.» « Wollen Sie ihn bitte anrufen, dass er mich an Land bringt? » «Tut mir leid, aber mein Signalbuch ist über Bord gefallen », meinte er, und die Jäger grinsten. Ich blickte ihn scharf an, und die Gedanken wirbelten mir durch den Kopf. Ich hatte die schreckliche Behandlung des Kajütsjungen mit angesehen und wusste, dass mir höchstwahrscheinlich das gleiche, wenn nicht Schrecklicheres blühte. Wie gesagt: die Gedanken wirbelten mir durch den Kopf, und dann tat ich, was ich heute noch für die tapferste Tat meines Lebens halte. Ich lief an die Reling, schwenkte die Arme und schrie: «,Lady Mine', ahoi! Bringt mich an Land! Tausend Dollar, wenn ihr mich an Land bringt! » Ich wartete und beobachtete am Rad zwei Männer, von denen der eine steuerte. Der andere hob ein Sprachrohr an die Lippen. Ich wandte niclit den Kopf, obgleich ich jeden Augenblick den tödlichen Schlag von der menschlichen Bestie hinter mir erwartete. Schliesslich konnte ich die Spannung nicht länger ertragen. Ich sah mich um. Er hatte sich nicht vom Fleck gerührt. Er stand noch in derselben Stellung da, schwankte leicht im Rollen des Schiffes und zündete sich eine neue Zigarre an. «Was gibt es? Ist etwas geschehen? » So rief der Mann auf der « Lady Mine ». « Ja », schrie ich mit der vollen Kraft meiner Lungen. «Leben oder Tod! Tausend Dollar, wenn ihr mich an Land bringt! » « Die Gegend bekommt meiner Mannschaft nicht gut», rief Wolf Larsen jetzt hinüber. « Der > —- er wies mit dem Daumen auf mich — «glaubt, überall Seeschlangen und Affen zu sehen.» Der Mann auf der «Lady Mine» lachte durchs Megaphon. Das Lotsenschiff setzte seinen Kurs fort. «Lass ihn zum Teufel gehen!» ertönte der letzte Ruf, und die beiden Männer winkten zum Abschied. Verzweifelt lehnte ich mich über die Reling und starrte dem kleinen Schoner nach; die wogende Wüste wuchs rasch zwischen ihm und uns. Er war in sechs Stunden vermutlich in San Francisco! Mir war, als sollte mir der Kopf springen. Der Hals schnürte sich mir zusammen. Eine Sturzsee schlug über die Reling und besprühte mir die Lippen mit Salzwasser. Der Wind war sehr aufgefrischt, und die « Ghost» krengte so stark, dass die Reling auf Lee ganz unter dem Wasser begraben war. Ich konnte hören, wie es über das Deck spülte. Als ich mich kurz darauf umwandte, sah ich, wie der Junge schwankend wieder auf die Beine kam. Sein Gesicht war geisterhaft weiss und von unterdrücktem Schmerz verzerrt. Er sah sehr elend aus. «Na Leach, gehst du nun nach vorn?» fragte Wolf Larsen. « Jawohl, Käptn », antwortete .die geduckte Seele, i « Und Sie? » fragte er mich. « Ich gebe Ihnen tausend...» Aber er unterbrach mich: « Lassen wir das! Wollen Sie den Posten des Kajütsjungen übernehmen? Oder soll ich Sie erst unter die Finger nehmen? » Was sollte ich machen? Wenn ich mich brutal prügeln, vielleicht totschlagen Hess, nützte es mir auch nichts. Ich starrte in die grausamen Augen. Sie hätten aus Granit sein können, so wenig Licht und Wärme einer menschlichen Seele leuchtete aus ihnen. In den Augen mancher Menschen kann man die Regungen ihrer Seele lesen, aber die seinen waren leer, kalt und grau wie das Meer selbst. « Nun? » « Ja », sagte ich. «Sagen Sie: Jawohl, Käptn'! » « Jawohl, Käptn.» '