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E_1936_Zeitung_Nr.009

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10 AUTOMOBIL-REVUE

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BERN, Freitag, 31. Januar 1936 Automobil-Revue, II. Blatt - Nr. 9 Das Schicksal der Erfinder Im Kampfe mit den Mächten des Beharrens Schon die griechische Sage weiss zu berichten, dass Prometheus, der angeblich den Menschen das Feuer brachte, zur Strafe von Zeus an einen Felsen gekettet worden sei, wo ihm täglich ein Adler die bei Nacht wieder nachgewachsene Leber aushackte. Aehnlich sei es dem Talus ergangen, der die gezähnte Kinnlade einer Schlange als Säge verwenden wollte. Er soll — um die Neuerung hintanzuhalten — von seinem Lehrmeister aus Eifersucht erschlagen worden sein. Wie Plinius berichtet, soll einst zum römischen Kaiser Tiberius ein Mann gekommen sein, um ihm ein Gefäss aus biegsamem Glas anzubieten. Der Kaiser habe darauf befohlen, den Mann sofort zu töten, mit der Begründung, wenn diese Kunst bekannt würde, wäre eine «Umwertung aller Werte» und damit eine schwere Schädigung der Besitzenden unausbleiblich. Mag man auch diese Geschichte anzweifeln, einmal: weil biegsames Glas bis heute noch nicht erfunden ist, sodann: weil sie dem unbeliebten Tiberius zugeschrieben wurde, auf dessen Kosten alle Welt log, so kennzeichnet sie doch die fortschrittfeindliche Einstellung des Altertums. Das Pferd ist trotz allem em nützliches Tier ... Bei dieser Einstellung war es nicht verwunderlich, dass der technische Fortschritt im Altertum gering war, abgesehen von militärischen Erfindungen. Der freie Mann verachtete die Arbeit, die technisch-wirtschaftliche Betätigung. Maschinen hatten beim Publikum kein Glück, die Entscheidung der Cäsaren über die Zulassung des Neuen lag im Dunkel. Ausserdem sorgte die Sklaverei in den -herrschenden Staaten für billige Arbeitskräfte, so dass arbeitsparende Neuerungen (Windmühlen, Wasserräder) nur selten benützt wurden. Auch im Mittelalter und in der absolutistischen Zeit war es teils die unzureichende Naturerkenntnis, teils die Fortschrittsfeindlichkeit des Zunftsystems, die grössere Erfindungen nicht aufkommen liess. Laut einer Botschaft des Kaisers Sigtsmund durfte «niemand dem andern in sein Handwerk greifen, damit *.. jeder^ mann sich ernähren mag». «Niemand soll etwas Neues erdenken, erfinden oder, gebrauchen», heisst es in einer Thorner Zunfturkunde aus dem Jahre 1532, stellte doch jeder neue Artikel, z. B. die Papiertapeten, das Herstellungsmonopol eines (Schostal) ganzen Standes, der Wolle-, Seide- ur Ledertapetenmacher, in Frage. 1570 verbot die Nürnberger. Rebschmiedezu/ift einem Meister, sich des Hauzeugs we/ter zu bedienen, das er «zu etlichen Gattu/gen von Sägeblättern verwandt, einem g^emeinen Handwerk zu besonderem Sc und Nachteil». 1572 verwarf die dortige" Fingerhuterzunft das Drehrad als «gesuchte Neuerung»; es müsse bei der Drehlade bleiben. Je arbeitsparender und somit wirtschaftlich rationeller das Neue war, desto unerbittlicher wurde es bekämpft. Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Erfinder des «kleinen» Bandstuhls auf Betreiben der Danziger Weberzunft zwar nicht ersäuft, aber von Haus und Hof «gejagt». In Hamburg liess der Magistrat die Bandstühle durch den Henker verbrennen; überall Als gegen Ende des 17. Jahrhunderts die Einfuhr ostindischer Baumwolle nach Europa rasch anschwoll, gab es Aufruhr — einerseits bei den Schafzüchtern und Flachsanpflanzern, anderseits bei denjenigen Zünften, die nur auf die Verarbeitung von Wolle und Flachs eingestellt waren. Die Baumwolle wurde ob ihrer «verfluchten Billigkeit» ausge- tat man den Bandstuhl zunächst in densperrt. Für Frankreich verfügte eine königliche Ordonnanz von 1689, dass alle zum Bann, gab ihn aber schliesslich für die Weber frei, in Anbetracht des niedrigen Bedrucken von Kattunen bestimmten Geräte zu zerstören, im Wege des Schmuggels Anschaffungspreises und des Umstands, dass er, «mit Tritten und Schäften zum hereingelangte Baumwollzeuge den Flammen zu überantworten seien. Das britische richtigen Weben versehen, noch deutlich die Handarbeit markierte ». Seine verbesserte Auflage, der «kompendiöse» Band- Industrie eine « Erdrosselungssteuer » auf Parlament legte 1712 und 1714 der jungen stuhl, ein weit leistungsfähigeres, aber und untersagte 1721 das Tragen von Kattunen gänzlich. Diese Gewaltmassn ahmen auch viel kostspieligeres Instrument, mittels dessen ein ungelernter Arbeiter bis liessen sich allerdings nicht lange aufrechterhalten. I zu 16 Bändern gleichzeitig herstellen In der Textilindustrie geschah der erste Schritt zur Mechanisierung 1735 durch ^feqnnte, wurde durch kaiserliches Edikt von 1688 für das ganze deutsche Reich verboten, ebenso in England, der Schweiz und den Niederlanden. Trotzdem drang die Bandwirkerei bald darauf in Sachsen, durch Friedrich Wilhelm I. als «freies Gewerbe» auch in Preussen ein, indes der Kölner Magistrat bis 1750 an dem Verbot festhielt. Das zu Beginn des 16. Jahrhunderts aufgekommene Handstricken hatte vielen Frauen und Kindern Beschäftigung gegeben. Als nun der Engländer Mac Lee 1589 um ein Patent für seinen Strumpfwirkstuhl einkam, versagte Königin Elisabeth den Passierschein mit der Begründung, sie habe «die armen Leute, welche jetzt ihr Brot mit Stricken erwerben, viel zu lieb, um eine Erfindung zuzulassen, die sie an den Bettelstab brächte ». Als Mac Lee darauf, von der Heimat « verachtet », nach Frankreich auswanderte, wurde, ihm zwar von Heinrich IV. die Erlaubnis zur Verwertung seiner Erfindung erteilt, bald darauf aber wieder entzogen. Erst 1624/25 erhielt der Strumpfwirkstuhl die staatliche Konzession in England; in Deutschland fand die « kuriose » Erfindung wohl erst ein Jahrhundert später Eingang. Dabei ersparte der Strumpfwirkstuhl in seiner damaligen Gestalt 'keineswegs viel Arbeit. Nach J.J.Becher machte er «alle Tage einen Strumpf fertig ». Bisweilen vermochte das «gestörte Gewerbe » durch Intrigen und « kleine Künsteleien » die Neuerung zu sabotieren. Als Ludwig XIV. z. B. über die Zulassung des Strumpfwirkstuhles zu entscheiden hatte, bestachen die Stfumpfhändler den Kammerdiener, damit er in den mechanisch hergestellten, dem König als Probe vorzulegenden Strümpfen einige Maschen zerschneide. «So erhielten sie keinen Beifall.» Als in England die Methode der Koksverhüttung die Holzkohle verdrängte und Lord Dudley 1620 ein Patent auf Verhüttung von Eisen im Koksofen erbat, erhob sich — ob des drohenden Sturzes der Waldrente — ein mächtiger Lärm von Seiten der Bodenmagnaten der Forstwirtschaft, da sie den Absatz ihres Holzes bedroht sahen. Das Verbrennen der Steinkohle — so sagten sie — erzeuge giftige Dämpfe und schade der Volksgesundheit und dem Teint der Hofdamen. Der Rauch töte die Vögel und schwärze die Wolle der Schafe. Man verstand, die Hintertreppen zu laufen und zu «schmieren» mit dem Erfolg, dass die Lizenz nur « bedingt» erteilt wurde. Modernisierung des Weberschiffchens. 1765 erfand Hargreaves, ein armer englischer Weber, die acht-, später 20händige Spinnmaschine. Zwei Jahre später folgte ihm der Barbier Arkwright mit seiner «waterframe», deren Kombination 1779 zur lOOhändigen, später sogar zur 2000händigen Spinnmaschine des Webers Crompton führte. 1785 trat Pfarrer Cartwright mit seinem Maschinenwebstuhl, später mit einer Wollkrempelmaschine hervor. Gegen alle diese epochemachenden Erfindungen brach der Sturm des Volkes los. James Watt, der die Dampfmaschine 1769 erfand, jenen «Arm, der nie zu feiern braucht,- weil er nie ermüdet», war in Glasgow der dauernden Aufsicht der Zünfte unterstellt, die ihn nach bestem Vermögen schikanierten. Bereits 1769 sah sich die englische Regierung veranlasst, ein Gesetz zu schaffen, das die Zerstörung von Maschinen mit dem Tode bestrafte. 1812—1817, in der Zeit der grossen englischen Arbeitslosigkeit nach den Napoleonischen Kriegen, war die Maschinenstürmerei auf voller Höhe. Sie wirkte sich auf dem europäischen Festland noch bis in die 40er Jahre hinein aus. Als z. B. der Franzose Thimonnier im Jahre 1830 mit einer mangelhaften Nähmaschine hervortrat, die in Paris zur Anfertigung von Militärkleidung Verwendung finden sollte, beniächtigte steh der damaligen Schneiderzunft eine, helle'Empörung. Die Erfindung wurde als « Ruin des Gewerbes » gebrandmarkt. Die Schneider gesellen aber, die glaubten, dass *ie nun alle überzählig seien, schlugen öje hölzerne Maschine in Trümmer und empfingen den Erfinder, als er die Manufaktur betreten wollte, mit einem Steinhagel, so dass er eiligst fliehen musste, 1831 brach in der Lyoner Seidenindustrie ein mehrmonatiger Streik aus, der in. wilden Aufruhr und feierlich-öffentliche Vernichtung sämtlicher Maschinen ausartet e. In Parts sträubte man sich noch 1840 gegen die Einführung von Buchdruckereimaschinen, es sei denn für Zeitung?"- zwecke. In Mainz erreichten die Revolutionierenden 1848 die Stillegung der vorhandenen Dampfmaschinen und verboten sogar die übermässige Benutzung von Pferden. In Krefeld. beschlagnahmten die Seidenindustriearbeiter die .Fabrikwebstühle und verteilten sie unter die Führer, von denen jeder vier Stück zur Eröffnung von Kleinbetrieben erhielt, woraus erhellt,