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E_1936_Zeitung_Nr.009

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Automobil-Revue NO 9

Automobil-Revue NO 9 »Nun, Gnädigste, Sie stehen also jeden Tag um f!0 Uhr vormittags auf und trinken ganz genau ausgemessen einen Viertelliter ganz klares, durch nichts getrübtes, kaltes Wasser. Eine halbe Stunde darauf nehmen Sie 35 Bohnen gebrannten brasilianischen Kaffee, machen daraus 5 Esslöffel schwärzen Kaffee und trinken ihn in ganz kleinen Schlucken. Und nach einer weiteren halben Stunde trinken Sie wieder einen Viertelliter ganz klares, reines, kaltes Wasser. Wenn Sie das täglich machen, garantiere 'ich, dass Ihr Leiden in kürzester Zeit verschwunden ist. Also noch einmal: Zweimal ein Viertelliter Wasser und in der Mitte Kaffee.» Mit äusserster Peinlichkeit wurde die Verordnung eingehalten und siehe da, nach 14 Tagen waren wie durch ein Wunder alle Leiden verschwunden. Aber eines Tages stürzte die Zofe der Schauspielerin zum Arzt, die Krankheit ist wieder da. Die Dame hatte gleich Kaffee getrunken und hatte vergessen, vorher das Wasser einzunehmen. Schnell entschlossen eilte der Arzt zu der Schauspielerin, bewaffnet mit einer Handtasche, aus der er eine Klistierspritze zog und ein Viertelliter Wasser mit ihrer Hilfe der Schauspielerin applizierte. «So», sagte er, «nun ist der Kaffee wieder in der Mitte». Die Schauspielerin soll sofort wieder gesund geworden sein. Ausverkauf! Wenige widerstehen nie wiederkehrenden Gelegenheiten, und .wenige nur verschliessen sich der geniesserischen Freude am Kaufen im Ausverkauf. Nur einmal im Jahre blüht der Mai und nur einmal ist die Zeit der Ausverkäufe, die Gelegenheit der wesentlich herabgesetzten Preise und der besonders vorteilhaften Angebote. Wem würde das nicht die Kauflust erwecken und das Geld in der Tasche lockern? Von weither strömen sie herbei an die Stätten der Ausverkäufe wie zu löblichen Festen, zu fröhnen dem Genuss des Kaufens und Erwerbens, viele, um mit Hochgenuss zu wühlen in dem Stapel der ausgelegten Waren, sich Nötiges und oft auch Unerahntes zu erstehen zu niedrigem Preise. Viele unter ihnen sind Genies im Kaufen, die mit heroischer Geduld auf die Tage der Ausverkäufe warteten, um ganz bestimmte Dinge mit erklecklichen Prozenten anzuschaffen, andere geben sich wie Kinder hin dem Taumel der entbrannten und bis zur Siedehitze angefachten Kauflust, und kaufen mit Gewinn und Preisermässigung, was sie sich vielleicht lange schon gewünscht, doch stets versagt hatten. Mancher heimliche Weihnachtswunsch geht so im Ausverkauf noch in Erfüllung, und mancher Kauf entsteht auch erst unter der Lockung des Augenblicks, im Feuer des Gefechtes, im Trommelwirbel der Werbung. Ausverkauf bei Jelmoli, Zürich Vorweihnachtszeit und Ausverkauf, das sind die grossen Zeiten des Geschäftes, wo seine Räume zu Wallfahrtsstätten werden für unzählige Pilger und Pilgerinnen, wo sie alle ihre Wünsche gengenständlich ausgebreitet sehen. Und aus allem schillert dem Eintretenden die Mahnung entgegen: Gib Dich hin Deiner Kaufesfreude, öffne Dein Herz der Schönheit der Welt und ihrer Werke, öffne Deine Hand für die Erzeugnisse der Kunst und des Fleisses Deiner Mitmenschen! Niemand kann diesen Verlockungen ganz widerstehen, und Unzählige widerstehen ihnen selbstverständlich überhaupt nicht, sondern warten ganz im Gegenteil schon vom Beginn des neuen Jahres an auf diese Gelegenheiten, oft aus dem. Grunde einer kleinen Leere im Portemonnaie, die sich gelegentlich als Folgefroher Feste einstellt. Somit erfüllt der Ausverkauf eine ökonomische Mission von grosser Wichtigkeit, die beim Publikum gewaltig Anklang findet und die es auch jedes Jahr nach Kräften zu benutzen weiss. JB. Robert Neumann: «Struensee», Doktor, Diktator, Favorit und armer Sünder. Roman (Querido- Verlag, Amsterdam). In einer altertümlichen Sprache, im archaisierenden Chronikstil erzählt R. Neumann hier das Leben dieses Predigersohnes aus Halle a. S., der in einer erstaunlichen Lebenskurve vom Stadtarzt in Altona zum Reformator und Diktator von Dänemark und zum Geliebten der dänischen Königin Mathilde avancierte. Diese romanhafte Geschichte ist historisch verbürgt, jedes Geschichtsbuch steht dazu und Heinrich Laube hat diese Affäre dramatisch behandelt. Robert Neumann, nicht zu verwechseln mit Alfred Neumann, geht ähnlich wie Bruno Frank oder Thomas Mann dem Thema kühl distanziert zuleibe, aber nicht ohne verkappte Anteilnahme. Das Buch ist reich an Vorgängen und Gestalten. Der Autor folgt frei den historischen Begebenheiten. Diese Staatsaktion war eine typische Frucht der Aufklärungszeit, des 18. Jahrhunderts. Struensee, ein Schüler Rousseaus, eilte seiner Zeit voraus. Seine Reformen riefen den Adel, die Kirche' und die Beamten auf den Plan. Am 28. März 1772 sühnte Struensee seine Vermessenheit mit dem Tode. Seine rechte Hand wurde abgehackt, der Kopf vom Rumpfe geteilt, die Glieder gevierteilt und aufs Rad geflochten. Diese Liebesepisode mit politischem Einschlag hatte weltgeschichtliche Aspekte. R. Neumann ist ein guter Schilderer und Deuter dieser Romantik mit blutigem Hintergrund. E. W. Colin Ross: Amerikas Schicksalstunde. Die Vereinigten Staaten zwischen Demokratie und Diktatur. Verlag Brockhaus, Leipzig 1935. 312 Seiten, mit 74 Abbildungen und einer Karte. Geheftet RM 4.83, Leinen RM. 6.—. Wer sich einmal anhand der zahlreichen Bücher dieses berühmten Forschers mit fernen Ländern und fremden Völkern vertraut machen liess, der wird -auch sein neuestes Werk über Amerika mit Freude entgegennehmen und es nach vollendeter Lektüre um vieles bereichert weglegen. Colin Ross, der Weltreisende mit den immer offenen Augen ist ein Meister der Sprache, ein Künstler im- Beobachten und im Schildern des Geschauten. Das geht vor allem auch wieder aus dem vorliegenden Buch hervor. Ross ist ein Kenner der Neuen Welt durch und durch. Er erlebte sie zweimal vor und dreimal nach dem Weltkrieg und sagt selbst, dass seine Gefühle für Amerika eine ganze Empfindungsskala durchlaufen haben, von leidenschaftlicher Ablehnung bis zu ebenso warmer Bejahung, von Abscheu bis zur Bewunderung, von Hass und Liebe. Zuletzt war er während anderthalb Jahren mit Frau und Kind in den Staaten ansässig und durchkreuzte sie von Nord nach Süd und von Ost nach West Dieser Aufenthalt fiel gerade in die Zeit der Anfänge der Präsidentenschaft Roosevelts und damit in die Jahre des finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Niedergangs. Die Berichte des Verfassers vermitteln uns eine Fülle interessanten Wissens um das heutige Amerika, das wir Europäer bis vor kurzem als einen eigentlichen Wunschtraum anzunehmen geneigt waren. Wie es um diesen Wunschtraum, der sich politisch, wirtschaftlich und kulturell-gesellschaftlich in der Defensive befindet, bestellt ist, enthüllt Colin Ross in drastischer Weise. Von dem Weltschlagwort des Amerikanismus, von der wohl für immer in die Versenkung geratenen Prosperity bis zum schwarzen Donnerstag an der Wallstreet ist wohl nichts, was in diesem Buche nicht seinen vielfältigen Widerhall gefunden hätte. Boss führt uns in den überindustrialisierten Osten — in das New York, das nicht Amerika ist •—er macht uns bekannt mit den überzähligen Farmen des Nordens und Mittelwestens und mit den riesigen Baumwollplantagen und Oelfeldern im Süden. Wir erleben einmal mehr die Gegensätzlichkeit des heutigen Wirtschaftssystems: auf der einen Seite phantastische, unsinnige Ueberproduktion, von der ein Grossteil infolge mangelnden Absatzes vernichtet werden muss — anderseits die Existenz unzähliger Menschen, die trotz diesem Ueberfluss hungern und frieren. Einlässliche Schilderung findet der Kampf der Regierung gegen dieses Chaos und der sich vollziehende langsame, aber sichere Uebergang von der seinerzeit über alles gepriesenen Demokratie zur Diktatur. Ob Roosevelt mit seinen gigantischen Plänen Erfolg hat und damit die Krise bannen und die Staaten vor allerschlimmsten Rückwirkungen-bewahren kann, davon wird die Zukunft Amerikas in hohem Masse abhängig sein. Dieses Reisebuch, das mit vielen vorzüglichen Bildaufnahmen des Verfassers ausgestattet ist und vom Brockhaus-Verlag in gewohnt gediegener Aufmachung präsentiert wird, verdient das uneingeschränkte Interesse aller, die am Laufe dieser bewegten Zeit einen regen Anteil nehmen. Fy. Die kleine Scheidegg Im Schnee Das Bücherbrett; Photo Froebel ( SVZ.) Europa Touring Revue. Diese reichhaltige und mit prachtvollem Bildermaterial ausgestattete Monatsschrift für den internationalen Autotourismus beschäftigt sich in ihrer jüngsten Nummer mit einem Gebiet der östlichen Alpen, mit dem Zirlerberg, einer zu Unrecht wegen ihrer Steilheit bei vielen Automobilisten gefürchteten Strasse. Interessant in touristischer wie in militärischer Hinsicht ist der Artikel « Eine abenteuerliche Fahrt im Dolomitengebiet», eine Landschaft, in der die Spuren des Weltkrieges nicht ausgetilgt wurden. Andere Zugaben führen den Leser nach Kopenhagen, ins oberste Donautal und nach Luxemburg. — Während der Wintermonate kommt die Zeitschrift in grösseren Abständen heraus, um im Lauf des Sommers, der eigentlichen Automobil-Reisezeit, dafür umso öfter zu erscheinen, so dass der Jahrgang doch 12 Nummern umfasst. Verlag Hallwag, Bern. ,.., .. «Der Spate». Ein Urwalddö rfchen mit Hütten, Palmen, einer Feuerstelle, einem See und einem kleinen Auslegerboot selbst zu bauen ist keine Kunst. Die Beschreibung und Illustration zu dieser lustigen Bastelei finden wir in der lehrreichen und unterhaltenden Jugend-Zeitschrift «Der Spatz». Tagelang werden sich rege Kinder mit dem Bau dieses Urwalddörfchens beschäftigen können, aber erst wenn sie die rassige, ewig junge Räubergeschichte von Ali Baba gelesen haben. Ausserdem gibt es da eine Bärenjagd, gerissene Anekdoten und humoristische Bilder-Geschichten. « Der Spatz », diese hübsche Jugend-Zeitschrift kann beim Art. Institut OreU Füssli, Dietzingerstr. 3, Zürich zu Fr. 4.80 jährlich abonniert werden. Proberiummern sind gratis erhältlich. Ebenso ist diese Zeitschrift an Kiosken und in Buchhandlungen käuflich. I Kommende Ereignisse ev. 15., 16. Nesslau Nesslauer Skitag 1. Kleine Scheidegg Skirenrten (van Hobokken Cüp 1. St. Moritz Skisprungkonkurrenz (Olympiaschanze) 1 ;2. Davos Davoser Eisfest. Weltmeistersch. im Schnelläufen, internat. Kunstund Paarlaufen I./2. 1./2. Klosters Gstaad Skirennen und Sprunglauf Gr. Curlingturnier: Gstaad Shield und Addor-Becher 2. Grindelwald Mannschaflswettkämpfe, Abfahrt- Slalom der Skiclubs des Jungfraugebietes 2,ev. 9. Exannwald Ski: Rotbergrennen und Slalom- Kombination Erika auf kleine Raten — erster Schritt zu grossen Taten Fr. 30.- Anzahlung genügen zum Kauf der neuen Erika: Den Rest bezahlen Sie in bequemen Monatsraten. Es gibt keine bessere tragbare Schreibmaschine. Erika, die kleine Maschine für grosse Leistung, besitzt dieselben Vorzüge wie eine grosse Bureaumaschine. Normale Tastatur, normale Walzenbreite, automatische Farbbandumschaltung, automatischer Setztabulator, automatische Sperrschrift-Einrichtung etc. Neue Modelle zu Fr. 190.—, 260.—, 350.—, 425.—. Verlangen Sie sofort den ausführlichen Gratispröspekt u. die Adresse d. nächsten Erika- Vertretung durch den Generalvertreter: W.HÄUSLER-ZEPF - ÖLTEN 2. Zürich UL HachstnrkliSH-Dnbr «nd Interclub-Rennen des N. S. K. Z. (Sattel-Aegeri) 2. Montana-Vermala Skisprungkonkurrenz 2. Zürich Konzert des Sängervereins Harmonie (Tonhalle) 2. St. Moritz 25. internat. Pferderennen auf dem St. Moritzersee: Grand Prix (3, Renntag) 2. Pontresina III. Muraigl-Schuss, Abfahrtarennen (Ski) 2. Lausanne Eiswalzerwettbewerb der ff Association romande de patinage artistique » 3. Murren Curling-Wettspiel (Mercer Cup) 3. Basel Konzert Cortot-Panzera 3./4. Celerina Curlingtumier (Cresta Palace Gold Cup) 3.—10. März Basel Ausstellung der kunstgewerbl. Sammlung d. Gewerbernuseums 4., IS., 23. u. Zürich Konzertzyklus « Brahma für Alle > 3. März 4. Lenzerbeide Skisprungkonkurrenz an der Gr. Sporzschanze (Blattmann-Ziegler Cup) 4. Genf Konzert des Wunderkindes Marcelle Barzelti, Klavier 4. Davos Schüttelreimen (Preis von Davos) 5. Engelberg Eisschaulaufen 5., 12., 19. St. Moritz Mittwochrennen für Gaste des Skiclubs Alpina 6. Genf Vortrag Alex. Cingria: «Die Kunst der Glasmalerei» (Musea d'Art et d'Histoire) 6. Arosa Pferderennen auf dem Obersee 7. Engelberg Jochpass-Abfahtsrennen (Ski) 7. Savos Schüttelreimen (Flüela-Wanderbecher) 7. Adelboden Sld-Stafettenlauf für Gäste (Figaro Cup) 8. Caux s. Montreux Heuschlittenrennen, offen (Aguayo-Guevas-Becher) 8. St. Moritz Schaulaufen auf dem Eisstadion 8. Munster (Wallis) 2. Firrenhorn-Skiderby 8. Leufcerbad Skirennen auf Fliialp 8./9. Flums St. Galler Oberländer Verband*- Skirennen 8./9. Gstaad Oberländisches Verbands-Skirennen (Ausscheidung für S. S. V.- Rennen) 8./9. JLrosa Bündner Verbands-Skirennen und Grand Prix von Arosa: H5rnli- Abfahrtsrennen B. Wenf*n Hockey: Turnier um den Wertge» Cup Ser. A . 9. ÄppenzeU Schäfler-Abfahrtsrennen (Ski) 9. Leysin Eiswalzerwettbewerb 9. Wengen Ski: Abfahtsrennen und Slalom (Byron-Trophy). Offen für allo Fahrer 9., ev. 16. Lenzerheide Pferderennen (Lenzerheidesee) 9. St. Cergrue Eiswalzerwettbewerb 9. Films-Waldhaus Abfahtsrennen (Ski) 9. Andermatt Andermatter Skitag 9. Zuoz Kesch-Abfahrtsrennen (Ski) 9. St. Moritz Internat. Eishockeymatch (Eisstadion) 9. Montaha-Vermala Kunsteislaufen »Schlitteda 1 ein Volksbrauch in Graubünden. Die Engadiner Schlitteda, der Glanzpunkt Im Winterbrauchtum des bündnerischen Hochtales, vereinigt die unternehmungsfreudige Jungmännerund Mädchenwelt zur fröhlichen Schlittenfahrt, wenn ein tiefblauer Himmel sich über eine mächtige, blendweisse, von Lichtfülle und Sonnenflut überstrahlte Schneedecke wölbt. Ursprünglich und farbenprächtig entfaltet sich die Schlitteda besonders in Schuls, Zuoz und Zernez, in Samaden und Silvaplana. Da werden im Oberengadin die galanten Rokokokostüme aus Grossrautters Zeiten den Truhen und Schubladen enthoben. Im Unterengadin üben sich die Kavaliere schon einige Tage vor der festlichen Fahrt im schneidigen Führen der besonders langen und dicken Peitsche, die bei diesem Anlass mit Wucht und Ausdauer geschwungen wird. Auf alten schlanken und kunstvollen Schlitten, vor denen feurige Pferde in reich verziertem Geschirr dahinjagen, sitzen frohe jugendliche Pärchen, die die alten Kostüme mit viel Anmut und Würde zu tragen verstehen. So bewegt sich die Schlitteda, bei der eine rassige Bauernmusik nicht fehlen darf, oft unter Führung eines Vorreiters in sausendem Galopp und unter Peitschenknall von Dorf zu Dorf. Erst beim hellen Mondenschein kehrt man heim. Auf dem Dorfplatz versammelt sich die gesamte Bewohnerschaft zur Begrüssung der zurückkehrenden Schlitteda. Unter Jauchzen und Jubeln, zu dem die Peitschen ein ohrbetäubendes Knallkonzert veranstalten, umfährt man in raschem Tempo einige Male das Dorf und macht dann Halt vor der Gaststätte, wo sich die Festfreudigen beim Tanze bis in den frühen Morgen hinein vergnügen. Vollziehen sich die Schlittedas der Verheirateten, der «paurs> (Bauern) in einfacheren Formen, so wird dem Veltliner um so grössere Ehre erwiesen. ScfiLoechäciqe! svz. Der neue SONOTON- Knochenleitungs-Hörapparat ist eine Höchstleistung von Wissenschaft und Technik im Dienste am Schwerhörigen. Der Sonoton-Knochenhörer bedeutet einen Markstein in der Hörmitteltechnik. Anschaffung und Gebrauch dieses Apparates bedeuten für den Schwerhörigen, der gute Knochenleitung besitzt, einen Markstein in seinem Leben. Keine Nebengeräusche, keine Ermüdung des Kopfes oder der Nerven, kein «Telephonhören», sondern ein ermüdungsfreies Hören durch die ' Knochenleitung in natürlicher Klangfarbe und Tonreinheit, das geeignet ist. Freude, Zufriedenheit undLebenslust zu bringen. — Auskunft und gewissenhafte Beratung durch den schwerhörigen Fachmann: W.TORGLER ZÜRICH 7 Hammerstr. 98 Telephon 45.195

Last not least ist der kriminelle Kuss zu beachten: In Amerika hat sich der Richter wiederholt mit Küssen zu befassen. Da war in Manilla ein Mann, der ein Mädchen geküssf hat. Das Mädchen sagte, der Kuss sei. ohne ihre Einwilligung geschehen, und straks war der Mann zu 100 Dollars Geldbusse verurteilt. Der Mann fand 100 Dollars etwas zu hoch und legte Berufung ein. Aber die Berufsin. Blatt Automobil-Revue Nr. 9 BERN, 31. Januar 1936 Jluad um den JCass Nicht in allen Ländern haben die Kulturvölker den Kuss als Liebesbezeugung eingeführt. Die Japaner wissen zum Beispiel nichts vom Kuss, oder nennen ihn zumindest «barbarisch». Das Aufeinanderdrücken zweier Lippenpaare ist für sie kein Sympathiebeweis, sondern sie empfinden dabei eher ein unästhetisches Gefühl, eine Empfindung, die überdies in vielen primitiven Völkern lebt. Nicht zufällig haben deshalb eifrige Kussforscher erklügelt, dass der Kuss nichts Natürliches im Menschengeschlecht sein könne, sondern erst ein Symptom einer höheren Kultur, eine Verfeinerung der Sitte sei, oder umgekehrt: eine Degradierung der Ursitte. Man hat allmählich die Ansicht gewonnen und gefestigt, dass Adam und Eva zum Beispiel sich nicht geküsst hätten, sondern sich mit «Nasenreiben» begnügten. Es handelt sich hier also um jene Zeremonie des Nasenreibens, die man heute noch in China ausübt, und die im alten Aegypten nicht minder aktuell war, wie heute bei den Maoris in Neuseeland, und bei den Eskimos. In diesem Nasenreiben liegt noch ein mythischer Keim, denn in uralter Zeit blies anlässlich eines religiösen Kultes ein Gott dem König den «Atem des Lebens» in seine Nüstern. Und in diesem Sinn sprach dann auch Nietzsche wahrscheinlich vom «Genie, das er in seinen Nüstern trüge». Die Sitte blieb .natürlich nicht nur unter Göttern und Königen, sondern drang auch ins Volk, wo man an diesem symbolischen Einblasen Gefallen fand und es gegenüber Freunden und Verwandten benützte. Zur Kusszeremonie war dann von hier aus nur noch ein kleiner Schritt. Man begann zunächst damit, den Atem anstatt in die Nase, einander in den Mund zu blasen. Es brauchte dann nicht viel Psychologie, um zu spüren, dass diese Art weit angenehmer und reizvoller ist: die Berührung von Lippe zu Lippe hat sich seit jener Zeit, unausrottbar in Kulturvölkern eingebürgert. Anfänglich hat es sich gar nicht nur um einen Liebesbeweis gehandelt. Der Kuss diente weit anderen Zwecken. Plutarch berichtet, in seiner «Moralia», dass die Grosses Abendkleid aus Crepe-tame' mit Schleppe und Cupe-Aermeln Modell: Grands Magasins delmoli S. A. strengste Bestrafung für den Räuber der Ehre ihrer Tochter forderte, antwortete Pisistratus überlegen! «Wenn du .schon für einen, der uns aus Liebe küsst, die Folter verlangst, was gedenkst du dann mit den Feinden zu tun, die uns hassen? Thrasybulos wird unsere Tochter heiraten,' und damit ist der Fall erledigt.» Für den Christen war der Bruderkuss die'gewöhnliche Form der Begrüssung, und noch heute küssen alle Katholiken den Fischering an der Hand des Papstes. Vor kurzer Zeit küsste der Katholik noch den Fuss des Papstes bei einem Besuch im Vatikan. Nach altgermanischen Gesetzen bedeutete der Kuss unter den Männern die Besiegelung einer feierlichen Freundschaft. Heute noch gilt diese Sitte unter romanischen Völkern. Im Mittelalter wurde der Kuss zur Bekräftigung von Verträgen und Gelübden angewendet, wie auch der Vasall den Lehensherrn bei Uebernahme des Lehens zu küssen pflegte. Von da entwickelte er sich zur allgemeinen Hofsitte, der Untertan küsste seinem Herrscher die Hand, und im Zeremoniell war hierbei einzunehmende Form vorgeschrieben. Am längsten hat sich die Sitte des Handkusses bewahrt: im spanischen Hofzeremoniell war er eine unumgängliche Sitte. In Wien ist der Handkuss zumindest noch in der sprachlichen Formulierung erhalten: «Küss die Hand, gnäd'ge Frau!» wobei man aber seltener die Praxis übt. Einen welthistorischen Kuss gibt es aus der Zeit der Wikingerzüge. Als nach dem Tod des Hattos dessen Witwe die Führung der kühnen Nordländer übernahm, und es zu einem Kampf mit einem gewissen Grafen von Putbus kam, geriet sie in dessen Verlauf in die Gefangenschaft des Grafen. Zwar sollte Marguerita gegen einige Adelige, die die Wikinger ihrerseits wieder gefangen hatten, ausgetauscht werden; ehe sich dieses Geschehnis vollzog, trat der Graf ah Marguerita heran- und küsste sie dreimal auf den Mund, eine Tat, der auch seine Untergebenen folgten. Dies empfanden alten Griechen bei der Heimkehr ihre Frauen die Wikinger derart entehrend, dass sie die küssten, um auf diese Weise zu erfahren, ob sie gegen das Verbot, Wein zu trinken, sich vergangen hätten. Im alten Rom kam dem Kuss eine juridische Burg des Grafen zerstörten und das ganze Pommernland verwüsteten. Die Macht des Küssens wurde auch zu politi- Bedeutung zu. Der Mann, der seine Frau schen Zwecken mitunter ausgebeutet: so löste vor der Hochzeit küsste, schenkte ihr mit dieser Haltung die Hälfte des Erbgutes. Einzig und allein Pisistratus, der einst so gefürchtete Tyrann von Athen, scheint eine wahrhaft homerische Auffassung vom Kusse gehabt zu haben. Als nämlich dessen Tochter eines Tages auf offener Strasse einst die schöne Dagmar von Dänemark das der junge schwerverliebte Thrasybulos plötzlich abküsste, und die Gattin des Tyrannen, masslos empört über eine derartige Frechheit, die aller- Schloss ihres Kerkers durch einen glühenden Kuss, den sie ihrem Wächter schenkte, und die kluge Herzogin von Devonshire beschäftigte sich derart mit den Lippen ihres Parteigenossen Charles James Foy, dass ihr dieser anlässlich des Wahlkampfes im Jahre 1784 eine hedeutende Anzahl von Stimmen überliess. Ein Kuss verursachte einst Wilhelm IV von England, als er noch Herzog von Clarence war, grosse Unannehmlichkeiten. Auf einem Besuch in Kanada hatte der Herzog die Grenze überschritten, und war nach dem Unionstaat Vermont gekommen, wo er in einen Barbierladen trat, um sich rasieren zu lassen. Als er wieder das Lokal verlassen wollte, traf gerade die junge Frau des Barbiers ein. In einer plötzlichen Aufwallung ging der Herzog auf sie zu, drückte ihr einen herzhaften Kuss auf den Mund und rief: «So jetzt könnt ihr euren Landsleuten sagen, dass der Sohn des Königs von England der Frau eines Yankee- Barbiers einen Kuss gab.» Der Gatte ergriff den Herzog am Kragen und warf ihn mit den Worten aus dem Laden: «So jetzt könnt Ihr Euren Landsleuten erzählen, dass ein Yankee-Barbier den Sohn des Königs von England hinausgeworfen hat.» Hört man von all diesen Wirkungen, die im Laufe der Zeit ein Kuss verursacht hat, so ist es nicht seltsam, dass der Kuss auch schon in früheren Zeiten öfters als Dissertation gewählt wurde. Und in der Tat weiss uns auch der Frankfurter Gelehrte Kempius im Jahre 1660 bereits 25 Abhandlungen über die verschiedenen Arten des Küssens aufzuzählen, wobei die medizinische Seite des Kussphänomens nicht berücksichtigt wurde. Heute ist es der englische Schriftsteller H, C. Wells, der sich mit dem Kuss eingehendst beschäftigt und zur Anschauung gelangt ist, dass in unserer Zeit der Kuss nicht mehr den Reiz wie ehemals haben könne, aus dem einfachen Grund, weil im Zeitalter des rasenden Autos und Flugzeug der Windzug eine derart starke Gesichtsmassage ausübe, dass die Haut erhärte und die feineren Reize des Kusses nicht mehr goutierbar seien. (Photo L. Pricam, Genfeve) Abendkleid aus hellblauem Satin «Reve d'Amour». Cr£ation Andrej Wiegandt, Geneve Instanz beurteilte den Fall als einen Akt der Vergewaltigung und diktierte ihm ausser der Geldbusse noch 3 Monate Gefängnis. Irgendwo anders küsste ein Mann im Tunnel in der Eisenbahn ein Mädchen. Hinterher bereute er es tief, zumal das Mädchen, als er es im Tageslicht sah, bildhässlich war. Der Mann wurde auf Anklage des Mädchens zunächst zu 5 Dollars Strafe verurteilt, aber das Mädchen war empört, weil sie ihre Küsse teurer bezahlt haben wollte. In Philadelphia klagte eine Frau den Mann an, dass er zu wenig Küsse ihr geben würde. Der Mann aber erzählte, dass er den Kusshunger seiner Frau unmöglich sättigen könne. Was "Wunder, wenn der hohe Gerichtshof in Verlegenheit geriet. Er machte infolgedessen eine Rundfrage, wieviel Küsse unter Eheleuten «ortsüblich» seien. Und man kam zu dem Urteil, dass in den ersten Wochen der Ehe etwa 20 Küsse pro Tag nicht zu viel seien. In späteren Zeiten aber könne der Mann kaum mehr als 6 Küsse pro Tag spenden. In einzelnen Ländern gibt es sonderbare Kussgesetze. Ein Verbot, sich auf der Strasse und in öffentlichen Lokalen zu küssen, gibt es schon seit Jahren in New-York. In den einzelnen Provinzen Brasiliens dürfen Zivilisten auf der Strasse kein weibliches Wesen küssen, dagegen besitzen Leute in Uniform wie Soldaten, Matrosen, Polizisten, Offiziere dieses herrliche Vorrecht. b. Ein Vorkämpfer der bunten Herrenmode Zu den energischsten Vorkämpfern für eine lustigbunte Herrenmode gehört der englische Geleh'rte Professor Henry E. Armstrong, der jetzt bereits 87 Jahre alt und seit beinahe 60 Jahren Mitglied der Royal Society ist. Obwohl er mit seiner riesigen Gestalt und seinem schneeweissen Kopf eine imposante, würdige Erscheinung darstellt, bekundet er in aller Oeffentlichkeit seine Vorliebe für grellfarbige Westen. Auf einem Bankett erschien er vor wenigen Tagen in einer breit geschniftenn Weste, die zur Hälfte tiefblau, zur Hälfte anilinrot gefärbt war. Den staunenden Kollegen teilte er mit, dass er dieses seltsame Farbenspiel zum Gedächtnis an einen grossen Chemiker entworfen habe, dessen Schüler er einst gewesen sei. «Als die Erzeugung.von Anilinfarben noch in ihren Anfängen war,» erklärte er, «erfand mein Lehrer diese herrlichen Farben, und indem ich sie trage, ehre ich sein Andenken.» Bald nach diesem Intermezzo hielt Professor Armstrong einen öffentlichen Vortrag über die Stellungnahme der Wissenschaft zur Herrenmode. Die erste Ueberraschung bereitete der Vortragende den zahlreich erschienenen Zuhörern, als er das Podium in einem tadellosen grauen Cutaway-Ensemble-betrat. Nicht der kleinste Farbfleck störte die Harmonie der grauen und schwarzen Töne. Kaum hatte er zu sprechen begonnen, als sich ein Zwischenrufer zum Wort meldete und den Redner fragte, warum er eigentlich als Vorkämpfer der bunten Herrenkleidung so nüchtern einfarbig gekleidet, sei. «Das ist doch logisch,» antwortete der Gelehrte, «ich fühle mich heute ziemlich deprimiert, und diese,Gemütsstimmung erlaube ich mir, durch die Farbe meines Anzuges zum Ausdruck zu bringen. Binich aber guter Laune, so habe ich ein ausgesprochenes Bedürfnis nach Farben. Ich" besitze aus diesem Grunde Westen in allen Farben des Regenbogens, alle sind nach meinen Ideen entworfen. Wenn ich das Gefühl habe, dass eine Berührung mit Farben mir wohltun würde, ziehe ich eine von ihnen an, und zwar am liebsten diejenige, deren Farbenkomposition mir augenblicklich am meisten zusagt. Ich bin überzeugt, dass viel Kummer und Trübsal einem gesunden Optimismus weichen würde, wenn sich.die Menschen entschlössen, in ihr — wörtlich zu versteh hen — graues Dasein mehr Farben hineinzutragen. Das würde keine Kosten verursachen, aber viel Freude und gute Stimmung verbreiten helfen. Leider haben die Damenschneider in den letzten Jahren ganz daran vergessen, dass auch sie die Aufgabe hätten, die Toiletten bunt zu gestalten, und so ist aus der Damenmode, die einst wirklich buntes Leben iri die Eintönigkeit eines Großstadtbildes brachte, ein Mixtum aus verschiedenen Abstufungen zwischen Hellgrau und Schwarz geworden. Die Angst vor der Farbe kennzeichnet auch bereits die Damenkleidung. Ich kenne Ladies, die es tatsächlich für shocking halten, farbfreudige Kostüme zu tragen. Wie verbildet muss ihr Sinn sein, der vielleicht gerade noch die Schönheit der weniger vornehmen, aber um so farbenfreudigeren Natur erkennt, aber vor der eigenen Bekleidung haltmacht und zur Verwendung gräulicher Farbtöne abgestumpft ist.