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E_1936_Zeitung_Nr.009

E_1936_Zeitung_Nr.009

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leuchtend, dass zwischen Eignung und Unfall ganz enge Beziehungen sein müssen. Psychotechnlk und Unfallverhütung im allgemeinen. Ganz allgemein hat sich nun gezeigt, dass sich die Unfälle in einem Betrieb, der seine Berufsanwärter durch Eignungsuntersuchungen auswählt, reduzieren, ohne dass an den sogenannten Umwelteinflüssen (Arbeitsplatz, Maschine usw.) etwas geändert wurde. Eine diesbezügliche interessante Statistik bringt Dipl.-Ing. Silberer («ArbeitsschulunK»), wonach in einer Lehrlingswerkstätte, trotz einer nachgewiesenen Leistungssteigerung, durch psychotechnische Auswahl und Schulung der Lehrlinge eine Verminderung der Unfallhäufigkeit um 47% festgestellt wird. Auch bei den städtischen Strassenbahnen in Zürich, die seit ca. acht Jahren ihre Anwärter psychotechnisch untersuchen lassen, ist meines Wissens die Zahl der Unfälle nicht gestiegen, trotz einer erheblichen Zunahme des Strassenverkehrs und auch einer Erhöhung der Geschwindigkeit der Strassenbahnwagen selbst. (Ausser In Zürich werden die Anwärter der Strassenbahnen noch in Basel psychotechnisch geprüft.) Die Einführung der Eignungsprüfungen hat ganz aligemein, und in der Regel ohne besondere Auftragserteilung, im Sinne einer Verminderung der Unfälle in den verschiedenartigsten industriellen und gewerblichen Betrieben gewirkt. Dass die Schaffung einer psychotechnischen Priifstelle auf dem Militärflugplatz Dübendorf vor ca. fünf Jahren hauptsächlich als Ziel die Herabsetzung des Unfallrisikos hat, leuchtet ohne weiteres ein. Jedenfalls sind die dort erzielten Resultate durchaus in günstigem Sinn zu bewerten. Und wenn tatsächlich die Flugunfälle in der Militäraviatik bis jetzt nicht in so hohem Masse reduziert werden konnten wie es das Bestreben des Chefarztes in Dübendörf und seines psychologischen Mitarbeiters ist, so liegt der Grund viel weniger in der Unvollkommenheit der Eignungsprüfungen — wie man leicht annehmen könnte — als vielmehr in einer ungenügenden Anzahl wirklich gut geeigneter Flugaspiranten. Seit 1933 wurden die Segelflieger der Gruppe Bern und seit 1934 auch die der Gruppe Ostermundigen psychotechnisch untersucht. Beide Gruppenleiter äussern sich positiv über diese Neuerung und möchten sie nicht mehr missen, Uebrigens haben die günstigen Resultate in diesen beiden Gruppen dazu geführt, dass dem psychotechnischen Institut Bern die Prüfung aller Segelflugkandidaten in der ganzen Schweiz anvertraut und dass sie, laut einem Beschluss der Vertreter der schweizerischen Segelfluggruppen, obligatorisch erklärt wurden. Nun muss noch ganz allgemein hinzugefügt werden, dass mit der Einführung der Eignungsuntersuchung die Dienste der Psychotechnik im Sinne der Unfallbekämpfung nicht erschöpft sind. Vielerorts wird sich an eine rationelle Auslese der Kandidaten eine vom psychologischen Standpunkt bessere Anlernmethode, ein auf psychotechnischer Grundlage aufgebauter Lehrplan ausarbeiten lassen. Eine solche Anlernmethode hat seinerzeit das psychotechnische Institut Zürich für die Strassenbahnwagenführer aufgestellt. Für die Automobilisten Hesse sich, in Verbindung mit erfahrenen Fachleuten, ebenfalls ein systematischer Lehrplan auf psychologischer Grundlage aufbauen. Es wäre unter anderm auch die Frage zu prüfen, ob nicht ein besonderes Gewicht auf eine zweckmässige Schulung im Gefahrsverhalten zu legen wäre. Meines Wissens wird bis heute von den meisten Automobilfahrlehrern diese Seite Unsere Rundfrage: Seltsam, wir sind doch alle so gewohnt, uns fertige Wagen präsentieren zu lassen, dass unser eigener Wille dabei seine Selbständigkeit eingebässt zu haben scheint. Die Automobil-Revue fragt dich, mich, uns alle: Wie wünscht ihr euch" den künftigen Wagen? Dabei denkt sie, ich fühle den unterlegten Sinn recht wohl: Das ganze Jahr habt ihr an den bestehenden Wagen herumzumäkeln, nun heraus mit der Sprache, gebt eure Wunschliste bekannt! Wie wünscht ihr euch den künftigen Wagen? Die Antwort ist nicht leicht. Was mir einfiel, besteht schon, vielleicht nicht in Gemeinschaft, aber vereinzelt, hier und da verstreut. Das aufzuzählen widerstrebt mir, mein Stolz lässt es nicht zu. Oder soll ich etwa, gleich einem Archivar, alle bestehenden Finessen aufzählen, sie säuberlich aneinanderreihen und dann als Clou meiner angestrengten Ueberlegungen stirnerunzelnd ausrufen: diesen 24-Zylinder wünsche ich mir zum Preise von zweitausend Franken! Nein, gegen diesen Widersinn revoltiert mein Verstand, und ich beschloss, ihm durch ein Mittagschläfchen Erholung und Verjüngung zu gönnen. Wie ein Vorhang zog sich die Nacht über mich zusammen. Mein Bewusstsein schwand, aber ganz langsam wurde es wieder hell, es war ein sonniger Tag, wir wären, glaube ich, zu einer Fahrt in die Tulpenfelder aufgefordert worden, deren Duft bis zu uns herüber wehte. Bekannte erwarteten uns. Ein unscheinbarer kleiner Wagen stand bereit, uns aufzunehmen. Mein Freund öffnete die Tür, zugleich schob sich ein Teil des Bodens zur Seite. Man trat, ohne sich zu bücken, auch ohne Stute in den Wagen und Hess sich, im Innern angelangt, einfach aufs Polster fallen. Die Tür schlug zu. Lieber die Bequemlichkeit der Sitze brauche ich nichts zu erzählen, hingegen begann die Kurventechnik meine Aufmerksamkeit gefangenzunehmen, denn, seltsam, obschon sich unser Weg wie eine Schlangenlinie durch das Gelände zwängte, wurde uns Insassen keine Kurve bewusst. Es war nicht die geringste Neigung, herausgetragen zu werden, zu verspüren. Das Gleichgewicht der Geradeausfahrt schien auch in der Kurve gewahrt. Rückstrahler auf alle Fahrzeuge. Die Grossratskommission für das neue thurgauische Strassengesetz hat beschlossen, dem Rat zu beantragen, es sei die Anbringung von Rückstrahlern (sog. Katzenaugen) für alle Fahrzeuge, also auch Fuhrwerke, Handkarren, zu beschliessen. Da bereits die obligatorische Ausrüstung der Fahrräder mit diesen Rückstrahlern die Unfallziffern zu vermindern vermochte, ist von der vorgesehenen Regelung eine weitere Besserung der Verkehrssicherheit zu erwarten. Die Revue des Autos. Während der Berliner Automobilausstellung wird an einer Reihe von Abenden eine Revue aufgeführt, in welcher die Entwicklung des Fahrzeuges vom prähistorischen Karren mit Scheibenrädern bis zum allermodernsten Automobilrennwagen gezeigt wird. eilte nach achtern und verschwand über eine Treppe in der Nähe des Rades. Gleich darauf tauchte er wieder auf, gefolgt von einem kräftigen, finsterblickenden Burschen von achtzehn bis neunzehn Jahren. « Da ist er », sagte der Koch. Aber Wolf Larsen ignorierte den Ehrenmann und wandte sich sofort an den Kajütsjungen. « Wie heisst du, Junge? » «George Leach, Käptn », lautete die verdrossene Antwort, und die Haltung des Jungen verriet deutlich, dass er wusste, warum er herbefohlen war. «Das ist kein irischer Name », schnappte der Kapitän scharf. «O'Toole oder McCarthy würden besser zu deiner Fratze passen. Sonst war jedenfalls ein Ire bei deiner Mutter im Holzstall versteckt.» Ich sah, wie sich die Hände des Burschen bei dieser Gelegenheit ballten und das Blut ihm zu Kopfe stieg. « Aber lassen wir das! » fuhr Wolf Larsen fort. «Du wirst wohl deine Gründe haben, deinen Namen zu vergessen, und deshalb können wir doch Freunde bleiben, solange du deine Pflicht tust. Du stammst natürlich aus Telegraph Hill. Das verrät deine Fratze auf zehn Meilen. Richtige Raufbolde! Ich kenne die Sorte. Na, das wollen wir dir schon austreiben. Verstanden? Wer hat dich geheuert?» « McCready & Swanson. » « Käptn! » donnerte Wolf Larsen. « McCready & Swanson, Käptn », verbesserte sich der Junge, und seine Augen schössen Bütze. « Wer hat den Vorschuss gekriegt? » « Die Leute, Käptn. » «Hab' ich mir gedacht. Und du hast dich verflucht gefreut darüber. Konntest gär nicht schnell genug machen, denn es waren wohl verschiedene Herren hinter dir her.» Jetzt verlor der Junge die Besinnung. Sein Körper krümmte sich wie zum Sprunge, und sein Gesicht glich dem eines knurrenden wilden Tieres. « Das ist...» « Was? » fragte Wolf Larsen mit merkwürdig sanfter Stimme, als wäre er ungeheuer neugierig auf das nicht ausgesprochene Wort Der Junge schwieg und beherrschte sich. «Nichts, Käptn, ich nehme es zurück.» « Ich wusste ja, dass ich recht hatte! » Dies mit belustigtem Lächeln. « Wie alt bist du? » « Sechzehn, Käptn.» AUTOMOBJL-REVUr! FREITAG. 31. JANUAR 1936 — JVT' 9 Wie winselte ich mir meinen Wagen? Auto s t i s c h e r Das Fahren kam mir wie ein Wunder vor. Und }e mehr ich mich in dieses Problem vertiefe, um so unerklärlicher wird mir seine Lösung. Ja, ich täusche mich nicht, der Wagen legt sich in die Kurve, gerade wie es jeder Radfahrer tut. Nahmen wir die Kurven schnell, so war die Wagenneigung gross, fuhren wir langsam, so wich sie nur wenig von der Ruhelage ab. Kurzum, sie schien sich selbsttätig den seitlichen Kräften anzupassen und eine völlige Entlastung der Wageninsassen mit sich zu bringen. Ich war noch mitten in meinen Ueberlegungen befangen, als mich ein lautes Aufkreischen der Bremsen aufhorchen Hess. Was war geschehen? War das nicht das Wehgeschrei eines Kindes? Unser Wagen stand. Wir überstürzten uns in gegenseitigen Fragen. Ist jemand überfahren, was ist passiert? Nein, zum Glück war alles gut abgelaufen. Einen Dank an unsere Bremsen! In der Tat eine bewundernswerte Leistung, denn hätten die zum Reissen angespannten Reifen nicht ihre Last verschrien, hätte niemand die plötzliche Verzögerung verspürt. Wie war das nur möglich, ein blitzschnelles Abbremsen und keine Neigung zum Vornüber fallen? Ein Phänomen! Nach einigen Sekunden verständnislosen Umschauens erbarmte sich mein Freund, der meinen fragenden Blick begriff, und sprach: In alten Tagen nahmen die Automobilkonstrukteure das bockende Pferd zum Vorbild. Wurden die Bremsen angezogen, so bekamen die Insassen einen Schlag ins Genick und flogen vornüber, getreu dem Beispiel des bäumenden Gauls, der seine Last abwerfen will. Heute wissen wir, dass der Komfort des Menschen nicht nur von der Grosse, sondern in erster Linie von der Richtung der auf ihn wirkenden Kräfte abhängt. Darauf nehmen wir Rücksicht und verlegen die unvermeidlichen Kräfte in die Richtung seines höchsten Widerstandsvermögens. Darum legen sich moderne Wagen in die Kurve und darum neigen sie sich nach hinten, wenn aufkommende Verzögerungen den Menschen nach vorn zu werfen drohen. Ein verfrühtes Aufwachen setzte diesem Traum ein Ende. Ich rieb mir ^ die Augen, trat an meine Schreibmaschine und schrieb ihn nieder. E. Friedländer. 4740 km neue Autostrassen In Schweden. Die schwedische Presse hat eine interessante Uebersichi der Arbeiten veröffentlicht, die unter der Leitung des Schwedischen Arbeitslosenkomitees ausgeführt worden sind. ., Obwohl auch eine gewisse Summe zur direkten Unterstützung verwendet worden ist, gilt als Grundprinzip, dass die Arbeitslosen so weit als möglich zur nützlichen Arbeit angehalten werden sollen. Hauptsächlich sind die Arbeitslosen in Schweden zum Bau von Strossen und anderen Verkehrsmitteln und zur Anlage von Flughäfen verwandt worden. Alle diese Arbeiten kommen der Allgemeinheit zugute und haben noch den Vorzug, dass die Ausführungskosten zum grossen Teil aus Arbeitslöhnen bestehen. Während der verschiedenen Krisenperioden der Nachkriegszeit sind in Schweden durch die Arbeitslosenhilfe 4740 km Autostrassen gebaut worden. Ausserdem aber haben die Arbeitslosen, dank der Zusammenarbeit der Hilfskommission und der Gemeinden, auch Strossen zweiter Ordnung gebaut. tia. «Du lügst. Du bist wenigstens achtzehn und noch dazu gross für dein Alter. Muskeln wie ein Pferd. Pack' dein Zeug zusammen und geh nach vorn in die Back. Du bist zum Jungmann befördert. Verstanden? » Ohne eine Antwort des Jungen abzuwarten, wandte sich der Kapitän zu dem Matrosen, der gerade die schauerliche Aufgabe, die Leiche einzunähen, beendet hatte. « Johansen, verstehst du was vom Navigieren? » « Nein, Käptn.» « Na, schadet nichts, du bist zum Steuermann befördert. Bring' deine Siebensachen nach achtern in die Steuermannskabine. » «Jawohl, Käptn», lautete die frohe Antwort, und Johansen ging. Der Junge hatte _sich unterdessen nicht vom Fleck gerührt «Worauf wartest du noch? » fragte Wolf Larsen. «Ich hab' mich nicht als Jungmann eintragen lassen, Käptn », lautete die Antwort « Ich bin als Kajütsjunge geheuert und wünsche keine andere Beschäftigung.» « Paek' deine Sachen zusammen und mach', dass du nach vorn kommst.» Diesmal, war Wolf Larsens Befehl herrisch und durchdringend. Der Junge blickte finster vor sich hin, gehorchte aber nicht #ie JL.*3L im Wdeii det £ese* Herr A. Z. in St. G. schreibt an den technischen Sprechsaaldienst: < für die klare und ausführliche Beantwortung meiner Anfragen spreche ich Ihnen meinen besten Dank aus.» der Ausbildung, wenn rieht ganz übersehen, so doch stark vernachlässigt. Nun wollen wir im speziellen noch zeigen, wo wir in der Schweiz schon psychotechnische Prüfungen im Automobilwesen durchgeführt haben. Die Arbeiten von Herrn Dr. Heinis in Genf sind mir nicht genau bekannt. Jedenfalls gebührt ihm die Ehre, als Erster in der Schweiz Eignungsprüfungen für Autolenker gemacht zu haben. Unsere bisherigen Bestrebungen können sich unter zwei Gesichtspunkten anführen. Einmal sind freiwillige Eignungsprüfungen durchgeführt, dann sind solche zum Teil schon mehr oder weniger obligatorisch erklärt werden. Die freiwilligen Eignungsprühingen. Die freiwilligen Untersuchungen sind in unsern psychotechnischen Instituten, soviel mir bekannt ist, relativ selten. Dies lässt sich erklären durch die schon erwähnte Tatsache, dass wir die Oeffentlichkeit, im besondern die am Automobilfahren interessierten Kreise, über unsere Dienste, die wir leisten können, viel zu wenig orientiert haben. Die geprüften Fälle zeigen aber deutlich, wie interessant sie auch für die Ratsuchenden sein können: Ein Vater schickt seinen 18jährigen Sohn zur psychotechnischen Prüfung, weil er wissen möchte, ob dieser schon zum Fahren geeignet ist. Es ist auch schon vorgekommen, dass ein Vater froh war, als seinem Sohn die Fahrbewilligung auf Grund unserer Untersuchung wieder entzogen wurde, weil er ihn immer nur mit schlechtem Gewissen fahren Hess und trotz bestandener Fahrprür fung an seiner Eignung — ähnlich der Ansicht der Psychotechniker — zweifelte. Berechtigte und unberechtigte Zweifel können aber auch z. B. der Ehegattin gegenüber bestehen. Nach mehreren «mühsamen> Fahrstunden glaubt der im Fahren vielleicht routinierte Ehemann, seine Frau lerne nie recht fahren. Dabei wird es dem «starken Geschlecht» nur ganz selten einfallen, dass eventuell die Nichteignung auf selten des sozusagen improvisierten Fahrlehrers und vielleicht weniger bei der Gattin zu suchen ist! Ebenso interessant sind die bis jetzt noch selteneren Untersuchungen von älteren Damen und Herren, die, ehe sie Fahrstunden nehmen, wissen wollen, «ob es überhaupt noch geht». Schon aus diesen Andeutungen ist ersichtlich, dass sich solche freiwilligen Untersuchungen lohnen und den Untersuchten Ott' recht grosse finanzielle Auslagen ersparen können. Ich kenne Fälle, wo tatsächlich das Pferd am Schwanz aufgezäumt wurde. Nämlich zuerst Kauf eines sog. Occasionswagens (2500 Franken), dann Fahrstunden (Fr. 300), Misslingen der ersten Fahrprüfung, weitere Fahrstunden (Fr. 100), zweites Versagen der Fahrprüfung, dann endlich psychotechnische Prüfung, aus der deutlich eine Nichteignung ersichtlich ist. Ende vom Lied: Verkauf des Wagens (Fr. 1000!). Gesamtverlust an Geld (ohne die Zeit einzubeziehen) Fr. 1900 ! . Dass die Eignungsprüfung auch empfehlenswert ist in Geschäften, die eigene Personen- und Lastwagenchauffeure haben, ist aus dem Gesagten ohne weiteres ersichtlich. (Fortsetzung folgt.) Da erfolgte wieder ein Ausbruch von Wolf Larsens entsetzlicher Kraft. Ganz unerwartet und von nicht zwei Sekunden Dauer. Er sprang volle sechs Fuss weit über das Deck und jagte seine Faust dem andern in den Magen. Mir wurde übel, als wäre ich selbst in den Leib getroffen. Ich erwähne dies, um zu zeigen, in welchem Zustand sich meine Nerven-damals befanden und wie ungewohnt ich derartiger roher Auftritte war. Der Kajütsjunge — er wog mindestens hundertfünfzig Pfund — klappte zusammen. Sein Körper wurde hochgehoben, beschrieb eine kurze Kurve und fiel kopfüber neben der Leiche auf das Deck, wo er liegen blieb und sich in Schmerzen wand. « Nun? » fragte Wolf Larsen mich, c Haben Sie sich's überlegt?» Ich warf einen Blick nach dem sich nähernden Schoner, der jetzt, nur wenige hundert Mann hoben den Lukendeckel mit seiner grässlichen Last und trugen ihn nach Lee hinüber, wo sie die Leiche, die Beine aussenbords, auf eines der Boote legten. Der Köh- Iensack, den der Koch geholt hatte, wurde ans Fussende gebunden. (Fortsetzung folgt)

N° 9 — mEITAG, 31. JANUAR 1936 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Ende der Intern.Sternfahrt nach Monte Carlo 72 Konkurrenten am Ziel, darunter der Schweizer Dr Bariffi, auf Lancia. Miserable Witterungsverhältnisse in Schottland und Südfrankreich haben zahlreiche Ausscheidungen und Belegung der Fahrer mit Strafpunkten zur Folge. Vorgängig allen bedeutenden Ereignissen, gleichgültig, auf welchem Gebiet sie liegen, ist stets dasselbe zu konstatieren : umfangreiche, wochenlang dauernde Vorbereitungen, Organisationsarbeiten aller Art usw., denen gegenüber sich der eigentliche Anlass in verhältnismässig kurzer Zeit abwickelt. Dies ist auch von der am Mittwoch zu Ende gegangenen 15. internationalen Sternfahrt nach Monte Carlo zu sagen. Schon vor Monatsfrist und früher haben wir Gelegenheit gehabt, hin und wieder von den Vorwehen dieses geradezu klassischen Winter-Tourenwettberwebes für Automobile zu berichten. In wenigen Tagen, vom 25. bis 29. Januar, ist diese Riesenveranstaltung par excellence vorüber gewesen. Sie vermochte in dieser Zeit das Interesse weitester automobilseitig orientierter Kreise auf sich zu ziehen. Wir haben schon früher darauf hingewiesen, dass den Konkurrenten entsprechend der von ihnen gewählten Strecke eine im Reglement niedergelegte Anzahl von Gutpunkten winkt. Bei der 14. Sternfahrt wurden für die Startorte Palermo, Umea, Bukarest, Tallinn, Athen ,und Stavanger die gleiche Punktsumme gutgeschrieben, obwohl die von den Fahrern bis Monte Carlo zurückzulegenden Strecken nicht gleich lang waren. Die Erfahrung hat indessen gelehrt, dass ausserhalb der Streckenlänge auch die zu überwindenden Schwierigkeiten für das Endresultat von äusserst entscheidendem Einfluss sind. Man hat deshalb beim diesjährigen Wettbewerb mit Recht bei der Punktbewertung der einzelnen Streckenführungen Unterschiede gemacht und demzufolge für Athen 506, für Tallinn und Bukarest 503 und für Palermo, Umea und Stavanger je 501 Punkte offeriert Im Vergleich zum letzten Rallve können wir feststellen,, dass die Schwierigkeiten, die sich den Konkurrenten auf der Langstreckenfahrt durch Europa entgegenstellten, diesmal nicht so gross waren. Während in früheren Jahren hauptsächlich die Balkanstrecke infolge ihrer ausgesprochen schlechten Strassenverhältnisse bei den Teilnehmern an dieser schweren Prüfung keinen guten Namen hatte, sind heuer die in Schottland startenden Fahrer auf die härteste Probe geste'lt worden, wie aus dem anschliessenden Bericht hervorgeht. Die Hoffnung war allgemein, dass die Piloten, die sich fünf Tage lang mit ihren Gefährten tapfer herumgeschlagen haben, unten in Monte Carlo in ein Meer von Sonnenwärme tauchen könnten, wie dies, nebenbei bemerkt, letztes Jahr der Fall war. Doch sind alle diejenigen gründlich getauscht worden, die sich in dieser Hinsicht als zu grosse Optimisten ausgaben. Als das Gros der Sternfahrer am Mittwoch früh der Riviera entlang pendelte, war der Horizont durch tiefhangende graue Wolken verdeckt und auf den letzten Etappenstücken goss es dermassen vom Himmel, dass unse r e Helden der Strasse den Kampf aufs neue aufnehmen mussten. Bittere Sache! Ausgerechnet auf dem letzten Teilstück, für welches erhöhte Durchschnittsgeschwindigkeiten verlangt wurden! Dabei hatte dieser niederprasselnde Regen in etlichen Regionen beinahe verheerende Wirkungen angerichtet. was denn auch verschiedene .Zwischenfälle im Gefolge hatte, ßpsonders arg waren die Zustände zwischen Brienoles und Cannes, wo es schon bei schönem Wetter kein Vergnügen bereitet am Steuer zu sitzen, geschweige denn bei diesen durch die andauernden Regenfälle hervorgerufenen Verhältnissen. Wagen Nr. 88. «lenkt von Vasselle, kollidierte auf der glitschigen Strasse mit einem Motorfahrzeug, wobei sich der Hotchkiss des früheren Rallye-Siegers überschlug, ohne dass indessen die Equipe Verletzungen davongetragen hätte. Stoffel auf Peugeot der von Athen kam und noch strafpunktfrei war, fuhr in ein vor ihm die Bahn dahinziehendes Vehikel hinein, was bedeutende Beschädigungen absetzte, die für die Schlussprüfung ein grosses Handicap darstellen dürften. Ferner sauste der Delahaye von J. Paul und Foch gegen einen Camion und schied aus. Sodann wurden in der Nähe von Die zukünftige Ausijstung für Sternfahrer, wie sie «Jonny> in der «Allg. Automobilzeitung» vorschlägt Lyon Mme de Bourbon und ihr Begleiter Chaussonniere infolge eines Zündungsdefektes knock out geschlagen, während sich Conopissopoulos, Heyn und Moucreiff aus sonstigen, noch unbekannten Gründen als geschlagen bekennen mussten. Bei Montelrmar geriet ferner die Equipe Cayla-Frontignac ins Schleudern und wurde ausser Gefecht gesetzt. Einem schweren Unfall entgingen knapp das Fahrerpaar M. und Mme Gordon- Holmes, das einem Camion in die Flanke fuhr und derart verletzt wurde, dass es sofort in das Spital von Cannes überführt werden musste. Von den nahezu 100 gestarteten Konkurrenten sind Mittwoch 12 in Monte Carlo eingetroffen, deren Namen wir an an- I derer Stelle wiedergeben. 32 derselben sind ' Dem Acchitekten ÄUTROPÄ A.-G. Jenatschstr. 3/5 ZÜRICH HENRY HURTER BASEL gefällt der formvoPendet* Aufbau des A U O I - Wagens LIMOUSINE . . . . Fr. 9.900 CABRIOLET 2 Fenster Fr 12.300 CABRIOLET, 4 Fenster Fr. 12.900 6 Zylinder, 11 St.-PS, VollschwingaJiser Ein Produkt der Auto-Union im Laufe des Wettbewerbes mit Strafpunkten « ausgezeichnet» worden und zwar meistens infolge zu späten Eintreffens an irgend einer Etappenstation. Pro Minute Verspätung wurde bekanntlich ein halber Strafpunkt berechnet. Auf der Strafpunktliste finden wir eine ganze Skala vor : das Minimum steht auf 0,5 Punkte, das Maximum auf 165 (Abott auf Riley). Das endgültige Klassement liegt zur Zeit noch nicht vor — es wird in der Dienstagnummer folgen. Nehmen wir einstweilen die Vorgänge während der Fahrt etwas unter' die Lupe. Die drei Konkurrenten, die. am Samstagmorgen um 8 Uhr von Palermo aus starteten, haben am gleichen Tage Messina und Reggio ,und am Sonntagmorgen die Kontrollstelle in Neapel passiert, wo sich ihnen unser Landsmann Dr., Bariffi auf Lancia anschloss. Bei der Durchfahrt an der Via Vittorio Veneto in Rom wiesen Mme. de Bourbon-P. Chaussonniere eine Verspätung von 50 Minuten auf, was gemäss Reglementsbestimmungen eine Belastung mit 25 Straf punkten zur Folge hatte. Am Montag früh erreichten die Vier in der vorgeschriebenen Zeit Padua und um die Mittagszeit Ljubljana in Jugoslawien. Abends um 8 Uhr trafen alle strafpunktfrei in München ein. Von den 22 in Tallinn (Reval) gestarteten Fahrern haben bis Kowno alle ordnungsgemäss passiert, während zwischen Kowno und Königsberg die Wagen Nr. 11, A. P. Good auf Lagonda, und Nr. 69, Soergel und Tenhoff auf Hansa, an einer vereisten Strassenstelle ins Schleudern geraten und umgekippt waren, wobei die Fahrer unverletzt blieben, jedoch aufgeben mussten. Sämtliche Teilnehmer erklärten, dass sie von Tallinn weg stark unter Eis und Nebel gelitten hätten, was denn auch einigen Wagen mehr oder weniger verhängnisvoll geworden sei. Zwischen Kowno und Königsberg wurde auch Nr. 32, Guyard auf Hotchkiss, infolge eines Unfalls (Zusammenstoss mit einer Lokomotive bei einem Niveauübergang) aus dem Kampf geworfen. Glücklicherweise erlitt einzig sein Mechaniker leichte Verletzungen. Die meisten Glieder dieser Gruppe waren vorzeitig in Berlin eingetroffen, so dass sie bis zur Oeffnung der Kontrolle Gelegenheit hatten, einen kurzen Schlaf zu tun. Als Ueberraschung des Tages muss die Aufgabe des Deutschen Macher auf einer Vierradantrieb - Spezialkonstruktion wegen Zündungsdefekt gewertet werden; Deutschland hatte auf diesen Fahrer grosse Hoffnungen gesetzt. Alle weiteren Konkurrenten trafen ohne Verzögerung am Dienstag früh 8 Uhr in Brüssel ein. Bei ausnehmend günstigen Witterungsverhältnissen konnten die in Athen versammelten Wagen die beschwerliche Reise antreten. Die 18 Fahrer passierten Saloniki, Sofia, Belgrad und Budapest ohne Zwischenfall. In der Hauptstadt traf einzig Nr. 19, Conopissopoulos, auf Buick mit einiger Verspätung ein. Wien und München wurden alsdann von allen Konkurrenten vorsAriftgemäss passiert. Die vier Piloten, welche Bukarest zum Startpunkt gewählt hatten, sind bis Brüssel an allen Eteppenstationen innert der vorgeschriebenen Zeit angekommen. ., "Von den neun in Umea am Sametagmittag abgefahrenen Teilnehmern haben deren zwei Helsing- GRAND GARAGE BURGERNZIEL BERN FRITZ WEBER SOLOTHURN 1 Kommende Ereignisse Der int. Sportkalender 1936. Februar. 23. Schweden: Grosser Winterpreis von Schweden. borg am Sonntag mit einer Verspätung auf die Zeittabelle erreicht. Im übrigen ist die Reise dieser Gruppe bis Brüssel reibungslos vor sich gegangen. Siavariger hatte 6 Konkurrenten auf die Kontinentalfahrt geschickt. Einer derselben, Nr. 17 Wilmott auf Rover, wuTde in Oslo zufolge vierminütiger Verspätung mit Strafpunkten «bedacht». Wer nicht an dem seinerzeit den Organisatoren bekanntgegebenen Orte sich dem Starter stellte, hatte ebenfalls mit dem Abzug von 10 Punkten zu rechnen. So erging es beispielsweise Nr. 49 Mrs. Cotton auf Aston-Martin und Nr. 96 F. E. Nord auf Daimler-Benz, die in Aberdeen bzw. Glasgow statt in John O'Groats starteten, weil sie diesen Ausgangspunkt wegen des in Massen gefallenen Neuschnees gar nicht anfahren konnten. Mit. Ausnahme eines einzigen Fahrers wurden sämtliche infolge zu späten Eintreffens in Glasgow zum Teil recht erheblich bestraft. Anderseits steht fest, dass Nr. 39 de Moleyns auf Daimler, Nr. 55 Lord Patrick Stuart auf M. G. und Nr. 56 Driskoll auf Avon-Standard auegeschieden sind. 12 Wagen paseierten am Montag die Kontrolle in Loffdon. Bis Bordeaux ging die Weiterfahrt ohne nennenswerte Zwischenfälle vor sich. In Valenca sind fünf Konkurrenten, darunter der Dauerfahrer Lecot auf Citroen am Sonntägmittag losgefahren. Am gleichen Abend waren sie auf der Durchfahrt in Lissabon begriffen. Im Laufe des Dienstags wurde Nr. 34 Gordon Holmes auf Standard beim Kontrollposten in Madrid mit 32 Strafpunkten «ausgezeichnet», während Nr. 61 Baron van Amerongen zur Aufgabe gezwungen wurde. Ale letzte Gruppe begaben sich am Dienstag früh 2 Uhr acht Holländer von Amsterdam aus auf den Weg nach Monte Carlo. Am Dienstag hatten die Sternfahrer noch folgende Kontrollpunkte zu passieren :• < Startort Palermo und Athen: München 758 bis 13.41 Uhr; Strassburg 16.28 bis 22.11 Uhr; Dijon 10 bis 3.55 Uhr. , Startorte Bukarest, Tallinn. Umea und Stavanfler: Brüssel 6.31 bis 13.57 Uhr; Paris 14.31 biß 21.57 Uhr; Dijon 19 bis 3.55 Uhr. Startort John O'Groats: Le Mans 0.31 bis 5.47 Uhr- Nantes 4.58 bis 10.15 Uhr; Bordeaux 13.13 bis 18.30 Uhr; Pau 16 bis 22.52 Uhr; Toulouse 19.15 bis 2.24 Uhr. Startort Vslenca: Madrid 2.38 bis 7.42 Uhr; Pau 16 bis 22.52 Uhr: Toulouse 19Ü5 bis 2.24 Uhr. Nachstehend geben wir die Liste der in Monte Carlo am Mittwoch rechtzeitig eingetroffenen Konkurrenten -bekannt: - • • • Startort Palermo: Chevroton-Mercier auf' Renault; Klinke auf B. M. W.. 'Startort Tallinn: Moore auf .Lagonda? Murray auf Frazer Nash; Bakker auf Ford; Koopman auf B. M. W.; Mlle. Lamberjack - Mme. Petermann -auf Hotchkiss; Guyot auf Renault; Mme. J. Marinovitch- Mlle. Helle-Nice auf Matford; de Massa-Mahe auf Talbot; Dobell auf Lagonda; Sprenger van Eijck auf Ford; Gawel auf Fiat; Balester-Trintignant auf Hudson; Light auf A.C.; Kozma-Marainek auf Fiat; Harris auf Singer; Healey auf Triumph; Chinetti- Gastaud auf Ford. Startort Athen: Lahaye-Quatresous auf Renault; Trevoux auf Hotchkiss; Mme. Marceuse - Mlle. Hustinx auf Hotchkiss; Symons auf Wolseley; Zamfirescou-Cristea auf Ford; Ambaud auf Delahaye; Mme. Siko-Mlle. de Forest auf Delahaye; Wisdom- Black auf Standard; Billon auf Renault; Carriere auf Matford; Mme. Schell-Schell auf Delahaye; Pohl auf Populär, Stoffel auf Peugeot. Starfort Bukarest: Neamtu - Frumusanu auf Ford; Thellusson-Narischkine auf Opel; Mocia auf Auburn; Berlescu auf Ford. Startort Umea: Scott auf Bentley; Beyer-Clausen auf Ford; Mme. Junkers auf Plymouth; Mlle. Melin auf Ford; Mrs. Molander auf- Plymouth; Miss Richmond-Brooks auf Triumph; Heede-Sorensen auf Ford; Stenfeldt-Hansen auf Ford. Startort Stavanger: Wilmott auf Rover,, Mme. Orsini auf Salmson; Bijlaard - van Beeck auf Ford; Treider-Helgerud auf Renault. Startort John O'Groats: Morris auf Ford; Abbott auf Riley; Mann auf Lagonda; Maidens auf Rover; Tnnes-Lewin auf Riley; Mme. Cotton auf Aston- Martin: Mlle. Asthury auf Singer; Brian Lewis auf SS.; Stokes auf Ford. Startort Neapel: Dr. Bariffi auf Lancia. Startort Valenpa: Lecot auf Citroen; Testers- "i^en auf Ford; dos Santos auf Adler. Startort Glasgow: Sanderson auf Bentley. Stnrtort Amsterdam: Mme. Cornplius-Cornellus Hif D. K. W.; Levie-Zeldpnrust auf Ford: Brinkel •mf Ford, de Jnng auf S S.; de Boer auf Chevrolet; Insten auf M. G. Wir freuen uns, dieser Zusammenstellung entnehmen zu können, dnss der Schweizer Dr. Bariffi auf Lancia: die Strapazen ebenfalls überstanden hat. Wie wir aus den neuesten vorliegenden Meldungen ersehen, ist der einzige, unsere Farben vertretende Fahrer am Mittwochmorgen gegen .11 Uhr in Monte Carlo über das Zielband gerollt. Er hat sich auf der ganzen Strecke (Startort Neapel) ausgezeichnet gehalten und einzig kurz vor Torschluss in Avignon noch . l x /2 Strafonnkte diktiert bekommen. Arn gestrigen Donnerstag um 8 Uhr. haften die Sternfahrer zur Start-, Brems- und Fahrharkeitskonkurren-' anzutreten, wn^'t für sie die eigentliche Kampfesphase zu-Ende ging. Fy. (Sport,siehe auch Seite 5.)