Aufrufe
vor 7 Monaten

E_1936_Zeitung_Nr.008

E_1936_Zeitung_Nr.008

BERN, Dienstag, 28. Januar 1936 Nummer 20 Rp. 32. Jahrgang - N° 8 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jährlieh Fr. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversieh.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 10.- Erscheint jeden Dienstan und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Dreltenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck 111 414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 INS ERTIONS- PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 43 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtaril Inseratenschluss 4 Tane vor Erscheinen der Nummern Viskos und Nachdem schon die Ergebnisse des Jahres 1933 zeigten, dass die Erträgnisse von Bund und Kantonen aus dem Motorfahrzeugverkehr rückläufig waren und diese ausserordentlich ergiebige Finanzquelle, trotz Zunahme des Motorfahrzeugbestandes, keine Höherleistungen mehr vollbringen konnte, war man wohl besonders gespannt auf das Ergebnis des Jahres 1934. Denn man war sich bewusst, dass die schweren Wirtschaftszeiten sich auch im Motorfahrzeugverkehr sehr nachteilig auswirken werden und die stets höher geschraubten finanziellen Lasten von den Fahrzeugbesitzern, d. h. von einem namhaften Teil derselben, einfach nicht mehr getragen werden können. Es war auch klar, dass die Stillegung eines grossen Teiles des Fahrzeugparkes Bund und Kantonen erhebliche Mindereinnahmen verursachen werden, ganz abgesehen davon, dass durch diese Stillegung Millionenbeträge dem Lande verlorengegangen und gleichzeitig dadurch dem Motorfahrzeuggewerbe .ein grosser Verlust an Arbeitsgelegenheit entstanden ist, der sich schliesslich in vermehrten Auslagen des Staates für die arbeitslos gewordenen Mechaniker und Chauffeure äusserte. Man hat zwar diese Konsequenzen von unserer- Seite jahrelang den Behörden vor Augen gehalten, leider vergebens, und es ist wohl anzunehmen, dass auch die 1934er Ergebnisse noch zu wenig Beachtung finden werden. Es wird so in ein bis zwei Jahren ein böses Erwachen für die zuständigen Behörden werden, wobei es aber angezeigt sein (dürfte, die Verantwortung für die unterlassene Umstellung im Sinne einer Reduzierung der Verkehrssteuern und des Benzinzolles heute schon festzunageln. Denn schliesslich werden sich die verantwortlichen eidgenössischen und kantonalen Behörden derselben nicht ohne weiteres entziehen können, wenn man das Regierungsprinzip: «Regieren heisst vorbeugen» nicht ganz in den Wind schlagen will. Es ist ja bei uns leider so, dass die Wirtschaftslage noch bedeutend schlechter werden muss, bis man endlich mit'Tatkraft ans Werk geht Die Kantone. Die Einnahmen der Kantone aus dem Motorfahrzeugverkehr erstrecken sich nach wie vor auf den 25prozentigen Benzinzollanteil, Die Ergebnisse von 1934. die Erträgnisse aus Verkehrssteuern und -gebühren, die Bundessubvention für Alpenstrassen und die Einnahmen aus Polizeibussen aus dem Motorfahrzeugverkehr. Der Hauptposten, die Einnahmen aus Verkehrssteuern und Gebühren, wartet nun 1934 dem vorausgesagten Resultat auf: Die bezüglichen Erträgnisse verzeigen erstmals einen, und zwar sehr erheblichen Rückgang seit dem Aufkommen des Motorfahrzeuges. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, um die Reduktion der Verkehrssteueransätze zu rechtfertigen, so ist er nun erbracht. Man betrachte die nachstehenden Vergleichszahlen, die 'Bände sprechen. Es betrugen die Einnahmen der Kantone aus dem Motorfahrzeugverkehr an Verkehrssteuern und -Gebühren: Jahr Betrag Zunahme resp. Abnahme gegenüber dem Vorjahr Fr. Fr. 1919 890 430 1927 17115 610 1929 23 484 907 +3 455 938 1930 25 784 663 +2 299 756 1931 29 017 886 +3' 233 223 1932 30 661 859 +1 643 973 1933 31057 548 + 395 689 1934 30 675 614 — 381934 War nach dieser vergleichenden Zusammenstellung schon 1933 die Zunahme aus diesen Einnahmen bereits auf Fr. 395,689 zurückgegangen gegenüber einer Rekordzunahme im Jahre 1929 von rund 3% Millionen Fr., so überrascht das Jahr 1934 mit einer Mindereinnahme von Fr. 381,934, wodurch nun diese Erträgnisse wieder auf den Stand des Jahres 1932 zurückgegangen sind und dies trotz einer leichten Zunahme des Motorfahrzeugbestandes. Der Grund: Die verstärkte periodische Stillegung der Fahrzeuge während des Jahres. , Die nachstehende, nach den Angaben der eidg. Steuerverwaltung zusammengestellte Tabelle ergirft, dass von den 25 Kantonen bereits deren elf einen Rückgang verzeichnen, darunter auch motorfahrzeugreiche Kantone wie Bern, Genf, Waadt und Tessin, während andere ihre Einnahmen, trotz einer noch eingetretenen Fahrzeugzunahme, wie Zürich, St. Gallen, Luzern usw., nur knapp auf der vorletzt] ährigen Höhe zu halten vermochten. — Der Gesamtertrag von Fr. 30,675,614 Einnahmen aus Motorfahrzeugen. Motorfahrzeug- Andere Gebühren aus dem Tntol \Qf\A. Tn+al 1Q^ ^u" res P- Kantone steuern 1934 Motorfahrzeugverkehr 1934 lotal ly&t iotal lyj Abnahme Fr. Fr. Fr. Fr. Fr. Aargau 1704 556.— 151 153.— 1855 709.— 1849 461.— + 6 248.— Appenzell A.-Rh. 161337.— 11905.— 173 242.— 173 263.— — 21.— Appenzell I.-Rh. 17 633.— 1283.— 18 916.— 19 944.— — 1028.— Baselland 568 645.— 61.277.— 629 922.— 608 064.— + 21858.— Baselstadt 1093 775.— 183 347.— 1277122.— 1260 653.— + 16 469.— Bern 3 871193.— 851045.— 4 722 238.— 5167 025.— — 444 787.— Frihourg 468 044.— 6 022.— 474 066.— 530494.— — 56 428.— Genf 1471093.— 249 226.— 1720 319.— 2 052 799.— — 332 480.— Glarus 168140.— 9 351.— 177 491.— 158 534.— + 18 957.— Graubünden 335 848.— 10 452.— 346 300.— 305 778.— + 40 522.— Luzern 1172 049.— 190 611.— 1362 660.— 1302 262.— + 60 398.— Neuenburg 770 706.— 97 584.— 868 290.— 832 961.— + 35 329.— Nidwaiden 52 958.— 2 085.— 55 043.— 56 921.— — 1878.— Obwalden 50 510.— 8 336.— 58 846.— 50 966.— + 7 880.— St Gallen 1546179.— 44 512.— 1590 691.— 1530 275.— + 60 416.— Schaffhausen 241835.— 39 654.— 281489.— 280 750.— + 739.— Schwyz 260 487.— 30 621.— 291108.— 294174.— — 3 066.— Solothurn 883 334.— 196 213.— 1079 547.— 990 256.— + 89 291.— Tessin 1236 334.— 120081.— 1356 415.— 1373 703.— — 17 288.— Thurgau 968 038.— 82135.— 1050173.— 1007 610.— + 42 563.— üri 35 463.— 4674.— 40137.— 45110.— — 4 973.— Waadt 3 468 475.— 282 433.— 3 750 908.— 3 799 248.— — 48 340.— Wallis 400 625.— 13 934.— 414 559.— 420359.— — 5 800.— Zug 167 888.— 15 900.— 183 788.— 182 684.—. + 1104.— Zürich 6 252102.— 644 533.— 6 896 635.— 6 764 254.— + 132 381.— Total 1934 27 367 247.— 3 308 367.— 30 675 614.— 31 PF7 548.— — 381934.— 1933 28 009 389.— 3 048159.— 31057 548.— + 395 689.— 1932 28 041617.— 2 620 242.— 30 661859.— +1643 973.— 1931 26170645rt 2 847 241.— 29017 886.— +3 233 223.- verteilte sich mit Fr. 27,367,247 auf Verkehrssteuern und Fr. 3,308,367 auf Gebühren aus dem Motorfahrzeugverkehr. Der Rückgang ist auf beiden Erträgnisgruppen eingetreten, allerdings in stärkerem Masse bei den Gebühren, was wohl auf eine verminderte Anmeldung zu den Fahrprüfungen und Wagenabnahmen zurückzuführen ist. Das Verhältnis von Steuer- und Gebührenertrag zeigt erneut, dass letztere viel zu hoch angesetzt sind und sich daher ebenfalls hemmend auf die weitere Motorisierung des Verkehrs auswirken. Von den 25 Kantonen weist auch 1934 Zürich mit Fr. 6,896,635 das grösste Erträgnis auf. Es folgen alsdann Bern mit Fr. 4,722,238, Waadt, Aargau und Genf. Vergleicht man damit die entsprechenden Motorfahrzeugbestände der Kantone, so ergeben sich folgende durchschnittliche Steuererträgnisse für diese Kantone: Zürich Fr. 306.—, Waadt Fr. 296.—, Aargau Fr. 270—, Bern Fr. 235.—, Genf Fr. 134.—. Diese wenigen Zahlen zeigen, wie verschieden die Steueransätze in den einzelr nen Kantonen gestaltet sind, resp. dass etliche Kantone, wie Zürich, Waadt, Aargau usw. sehr hohe Steuern erheben. Die Einnahmen der Kantone aus dem Benzinzollanteil stellen sich pro 1934 auf Fr. 11,980,882, wozu noch der Ausgleichfonds Fr. 250,000 für einige sonst nur schwach d,otierte Kantone beisteuert, somit total Fr.- 12,230,882, gegenüber Fr. 10,921,302. Hier resultiert eine ganz stattliche Zunahme von Fr. 1,309,580 oder 12%. Dabei mag ergänzend festgehalten sein, dass die Verteilung des Benzinzollanteils an die Kantone letztes Jahr für die Jahre 1934 bis und mit 1938, gestützt auf die Ausgaben für Strassenbau und -Unterhalt, neu geregelt worden sind. — Ferner können die Gebirgskantone noch als Aktivposten die Subvention des Bundes für Unterhalt der Alpenstrassen buchen, nämlich Graubünden und Tessin je Fr. 400,000, Uri Fr. 160,000 und Wallis Fr. 100,000, total Fr. 1,060,000. Die vierte Einnahme der Kantone, die Erträgnisse aus den Polizeibussen betr. den Aber auch beim Lauf des Motors, wo im Gegensatz zum Anlassen ein unbedingt regelmässiges Zünden gefordert wird, ist die Elektrodentemperatur von Wichtigkeit. Leider kann man sie mit Rücksicht auf Glühzündungen und Abbrand nicht beliebig hoch halten, im Gegenteil erfordern neuere stark erhitzende Kraftstoffe Kerzen hohen Wärmewerts, deren Elektroden dann bei Teillast und Leerlauf besonders kalt bleiben. Die Tatsache, dass man in den letzten Jahren gerade am Vergasermotor immer sparsamer arbeitet, also mit ärmeren Gemischen fährt, hat nicht unwesentlich dazu beigetragen, die Zündspannungen auch dort zu erhöhen. Der Einfluss der verschiedenen Kraftstoffe an sich auf die Zündspannung ist noch nicht völlig geklärt, tritt aber gegenüber den anderen Faktoren, z. B. der durch die Aenderung des Kraftstoffes bedingten Aenderung des Verdichtungsgrades zurück. Die besprochenen Gesichtspunkte haben eine von niemand vorausgeahnte, vielen heute noch nicht bekannte, gewaltige Steigerung der Zündspannung in den letzten Jahren gebracht. Als Beispiel für die tatsächlichen Verhältnisse zeigt die graphische Darstellung 1, die Spannung in Abhängigkeit von der Drehzahl, gemessen an einem heute weit verbreiteten Personenwagenmotor mit Benzinbetrieb bei Vollgas, unter Verwendung einer für den Motor gebräuchlichen Zündkerze mit 0,65 mm Elektrodenabstand, oben die höchsten, unten die niedersten Spannungswerte; die Kurven beziehen sich auf ein and denselben Zylinder. Dazwischen liegt ein Streu- Wir berichten heute Wie wünsche ich nur den zukünftigen Wagen? Internationale Sternfahrt nach Monte Carlo. Schweiz. Segelflugbetrieb 1935. Automatisierung der Schaltung durch Zentrifugalwirkung. Das Auto von Heute. Motorfahrzeuge in der Schweiz 1934/35. Motorfahrzeugverkehr lassen sich statistisch nicht erfassen, da nur vereinzelte Kantone die bezüglichen Ergebnisse veröffentlichen. Gestützt auf die Berechnungen früherer Jahre, dürfen pro 1934 hiefür Fr. 500,000 in Rechnung gestellt werden, so dass sich die Gesamterträgnisse der Kantone aus dem Motorfahrzeugverkehr pro 1934 wie folgt stellen: 1934 Fr. Motorfahrzeugsteuern und Gebühren 30 675 614 Anteil der Kantone am Benzinzoll 12 230 882 Bundessubyention f. Alpenstrassen 1 060 000 Bussen a. d. Motorfahrfahrzeugverkehr 500 000 Totaleinnahme der Kantone xxmmQ Ober: 1933 Zündung- und Zündet Von Dipl. Ing. Erich Klaiber. n. Gebräuchlicher Benzinmotor Verdichtung WS, Jntialt 1,8 irr. Fr. (Elektrüdenabstand 0,65 mm) Zu- resp. Abnahme Fr. Fortsetzung Seite 2. 1000 2000 3000 Motordrehzahl/Minute j Wndspannung, abhängig yon der Drehzahl . . Abb. 1. 31 057 548 381 934 10 921 302 +1 309 580 1060000 500000 44 466 496 43 538 850 + 927 646 hereich, der von der Ansprechwilligkeit der Kerze, aber auch von unterschiedlichen Vorgängen im Verbrennungsraum, hauptsächlich von der Gemischbil-