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E_1936_Zeitung_Nr.013

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 14. FEBRUAR 1936 — N° 13 Zukaufen, gesucht neueres, ganz modernes AUTOMOBIL nicht unter Jahrgang 1933 (Stromlinienform), vorzugsweise GRAHAM, LA SALLE oder CHRYSLER. Ausführliche Angaben, Marke, Kilometerzahl, Preis etc. unter Chiffre 70815 an die Automobil-Revue, Bern. Zu kaufen, gesucht 6- bis 7-Plätzer Ausführl. Offerten mit Photo an Chr. Tscharner, Rodels (Graubünden). 70801 Zukaufen, gesucht Lastwagen 5-Plätzer, bis 20 PS, nicht unter 1934. In Tausch muss ein DE SOTO, 1929, genommen werden. 11903 Eilofferten an City-Garage, Seilerstr. 1, Bern. 2 od. 4 PL, Fr. 1000.— bis Fr. 2000.—. Offerten unter Chiffre Y 1420 G an die Publicitas, St. Gallen. 70761 1 Rohöl-Motor 75—100 PS: 70624 1 Mercedes- CABRIOLET Chassis f. Auto hergest., f. Camping, ca. 1,40 m lg., 1,20 m br. u. 1 m h. Offert, m. Preis unt. P 1348 N an Publicitas, Neuchätel. 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BERN, Freitag, 14. Februar 1936 Automobil-Revue, II. Blatt - Nr. 13 Vom Gedankenaustausch Gespräch: Zwei Menschen versuchen, sich durch das geheimnisvolle Mittel der Sprache miteinander zu verständigen. Welch ein wichtiger, einmaliger, unwiderholbarer Vorgang! Bei einer festlichen Gelegenheit im vorigen Frühling sass ich zwei Menschen gegenüber bei Tisch. Er war Diplomat, sie eine junge Schriftstellerin. Nennen wir sie kurzweg Maria, weil sie wirklich so heisst. Als die beiden bei ihrem Eintritt in die Gesellschaft einander vorgestellt worden waren, harten sie viel Vitalität verraten. Jetzt — eine Stunde später — lag auf den Zügen der beiden eine unendliche Abspannung, beinahe resignierte Trauer. Was war inzwischen geschehen? Unwillkürlich musste ich auf ihr Gespräch hinhorchen. Er sagte: «Wenn man bedenkt, dass wir erst im April sind, so herrscht doch eine wahrhaft tropische Hitze. Interessieren Sie sich für Tropenkoller?» «O ja,» sagte Maria. — «Das begreife ich. Aber noch weit interessanter ist die Erkrankung, die man als Schiffskoller bezeichnet 1 . Hat schon irgendein Dichter darüber geschriebtn? Nur Knut Hamsun könnte ihre tiefsten Ursachen ergründen. Sie lieben doch Hamsun?»— «O ja,» sagte Maria. — «Die wunderbare Hellsichtigkeit dieses Dichters ist auf die Wirkung der Mitternachtssonne zurückzuführen. Als ich eine Zeitlang in Kiruna zu Hause war, erlebte ich ungeheure Sensationen, wie sie einem nur die Natur zu bereiten vermag. Kleine Scheiden Dr. Eugenie Schwarzwald. Wissen Sie übrigens, dass heuer im nördlichen Teil von England die totale Sonnenfinsternis zu sehen sein wird?» — «O ja,» sagte Maria.— «Waren Sie schon in England? Dort hat man ausser den würgenden deutschen Sorgen auch noch italienische. Niemand kann die kommenden Ereignisse voraussehen. Bitte sagen Sie, ist das, was man jetzt serviert, spanische oder italienische Trauben?» — «Italienische,» sagte Maria. Die beiden stritten nicht. Sie wurden nur dllmählich traurig über die Nutzlosigkeit ihres Zusammenseins. Der Mann, der diese Konversation führte, litt nicht etwa an Gedankenflucht; er war eher klug, jedenfalls belesen, weitgereist, vielerfahren. Die Partnerin aber war einer der weni- teten sie, es könnte sonst jeder des andern ungut Gedanken lesen; oder aus dem Zusammenschw«- gen könnten Mordsgedanken entstehen. Die M/nschen sprechen aus Angst, wie Kinder im Dun/eln singen. Infolge dieser Gemütsstimmung kö/nen sie natürlich nicht warten, bis ihnen etwas e/fällt, und schon gar nicht, bis dieser aus dem Vj\ krochene Gedanke Form annimmt und Flügel kriegt. Aber sie lassen aus dem gleichen Grunde auch den andern nicht aussprechen und innehalten. Als stünde jemand mit einer Peitsche hinter ihnen: um Gottes Willen keine Pause! Der Assoziator, den ich an jenem Abend belauscht habe, ist nicht der schlimmste Mörder des Gesprächs. Wer kennt nicht den Monologisten, der seinen Partner am Rockknopf packt und ihm einen Vortrag über seine eigene Bedeutung hält, einen Nekrolog auf seine verstorbene Tante oder eine erschöpfende Darstellung seines Gesundheitszustandes, wobei sich herausstellt, dass er alle Krankheiten mit Ausnahme des Wochenbettfiebers hatte. Der Monologredner hat aber doch den Vorzug, dass er einmal, wenn auch spät, Schluss macht, so dass auch die anderen eventuell drankommen können. Anders der Dauerredner. Eines Tages sagten mir Freunde, «wir bringen heute abend einen taubstummen Maler mit. Sei mit dem Armen recht lieb.» Wir übten den ganzen Tag die Gebärdensprache, um uns mit dem erwarteten Gast zu verständigen. Um sieben Uhr abends trat er mit einem .unartikulierten Redeschwall ins Zimmer, der erst, als er um zwei Uhr morgens zum Tor hinaus war, auf der. Strasse endete. Der taubstumme hatte keinen Menschen zu Wort kommen lassen. Es gibt viele Leute, im Besitz aller Sinne, die sich genau so verhalten. Nichts kann sie unterbrechen — nicht einmal ein Erdbeben. Nur einer: der Laurer. Dieser.hört nämlich gar nicht zu. Seine Aufgabe in der Konversation ist, auf den Augenblick zu passen, in dem er seine Weisheit anbringen kann. Meistens ist es ein Lesefruchthändler. In ein ruhiges Gespräch über (Photo Brown) gen, wirklich originellen Menschen unserer Stadt. Und da sass er und quälte sich, überflüssige Worte zu machen, indem er einfach an Worte, die er ausgesprochen hatte, äusserlich assoziierte. Warum?. Weil er gewohnt war, Konversation zu machen. Weil er sich nicht die Mühe gegeben hatte, die Frau, die für diese. Stunde sein Lebenskamerad, war, auch nur anzusehen. Weil er also.nicht wusste, mit wem er sprach. Weit er gar nichts zu sagen hatte. Weil er gar nichts hören wollte. Weil er reden musste. Weil er glaubte, reden zu müssen. Man muss nämlich reden. Das ist das, was den gesellschaftlichen Verkehr so unerträglich macht. Die Leute können nicht einen Augenblick zusanfmensein, ohne die Luft zu erschüttern. Als fürcheine Bergtour wirft er mit einem «apropos» seine eben angelesene Kenntnis von der Atomzerstörung oder den Ausgrabungen von Kut-el-Amara. Entnervend wirkt auch der Gesprächspartner, der uns bei Rehbraten letzte Wahrheiten über Welt, Natur und Geist mitteilt und zuletzt enttäuscht ist, weil es ihm nicht gelungen ist, uns seine Weltanschauung aufzudrängen. Der Unerträglichste aber ist der Polemiker, der von vornherein fest entschlossen ist, sich im Widerspruch auszuleben. Kein Mensch hat doch die Absicht, einen andern wirklich zu überzeugen, denn das gibt es nicht. Aber von vorneherein zu wissen, dass man durch ein laues Lob von Mohnnudeln ein aggressives auf Zwetschgenknödel erzeugt, dass ein gutes Wort über ein Erlebnis im Flugschiff eine fulminante Rede gegen das Flugwesen auslösen wird, eine freundliche Erwähnung der gegenwärtigen Jugend eine lange und sichtende Rede über die Verderb-, nis der Zeit, macht einen doch kribblig. Unerklärlich bleibt es, weshalb die Menschen immer bemüht sind, Fachleute über ihr eigenes Fach aufzuklären. Es gibt zahlreiche Leute, die die Gewohnheit haben, im Gespräch den Architekten über Dachkonstruktionen, den Elektrotechniker über drahtlose Telegraphie und die Mutter von sechs erwachsenen Kindern über die beste Art der Kinderaufzucht zu belehren. Viel Unheil entsteht auch dadurch, dass die meisten Menschen glauben, sie seien ganz .allein auf der Welt und sich nicht vorstellen können, dass, andere vor ihnen schon ähnliches gesagt haben. Ich selbst bin ein Opfer dieser Phantasielosigkeit. Zwei Jahrzehnte lang war ich nämlich von meinen Zeitgenossen auf vier Gesprächsstoffe rationiert. Ich hatte unvorsichtigerweise das Doktorexamen gemacht, also musste man mit mir über Wert und Unwert des Frauenstudiums sprechen. Ich trank keinen Alkohol, die ganze Tischgesellschaft musste sich also bemühen, mich zu ihm zu bekehren, während ich nicht den leisesten Versuch machte Abstinenz zu predigen. Die Tatsache meines Nichtrauchens hat mir Tausende von Reklamationen eingetragen. Was ich im Jahre 1904 gelitten habe, weil ich damals den gleichen Kittel trug, der erst heute modern ist, und wie oft meine kurzgeschnittenen Haare im Jahre 1914 Gesprächsstoff ergeben haben, geht auf keine Kuhhaut. . . Ganz unmöglich ist es, ein so leeres, herzloses und gedankenloses Gespräch, wie mit den sogenannten Gebildeten mit einem Kinde, einem Holzknecht oder einer Wäscherin zu führen. Diese Wesen sprechen nur Dinge, die einen Sinn haben und für die sie sich interessieren. Sie fragen nicht nach dem «Göttergatten», der «besseren Hälfte» und dem «Stammhalter». Sie sagen nicht vor den Ferien, «das ist recht, dass Sie ein bissei ausspannen» und fragen nicht nach den Ferien, «haben Sie sich auch gründlich ausgelüftet?» Fragt man sie, wie es ihnen geht, so nehmen sie das ernst und versuchen, eine wirkliche Antwort zu geben. Aber nie sagen sie: «so lala», oder «so lila», nie «man lebt» und nie «mir kann noch geholfen werden». Wenn sie erklären: «Ich bin zu jeder Schandtat bereit», so kann man sie ruhig beim Worte nehmen. Das grösste Glück aber ist, dass sie keine Wagner-Opern kennen, so bleibt einem erspart, «Erhebe dich, Genossin meiner Schmach» zu hören und «Dich, leure Halle, grüss ich wieder». — Der wohlerzogene Mensch hat feststehende Redensarten für Taufe, Hochzeit und Tod. Zu Schlanken sagt er: «Ah, sieh da , die moderne Linie!» und zu : Dicken «Sie sehen aber beruhigend aus.» So sprechen die Menschen. Und doch könnte das Gespräch eine Quelle reinsten Vergnügens, tiefster Verständigung werden. Man denke sich: Zwei sind wirklich neugierig aufeinander (es gibt keinen Menschen, auf den man nicht neugierig sein kann) und fangen ein Gespräch miteinander an. Jeder weiss etwas, was der andere nicht weiss.