Aufrufe
vor 6 Monaten

E_1936_Zeitung_Nr.013

E_1936_Zeitung_Nr.013

Technische üorschau der

Technische üorschau der Berliner Automobil - Ausstellung Keine Sensationen, aber zahlreiche Neuerungen Samstag den 15. Februar wird die Internationale Automobil- und Motorrad-Ausstellung in Berlin eröffnet Sie steht dieses Jahr im Zeichen der Feier « 50 Jahre Automobil », die durch eine eigene Schau in der Ehrenhalle der Ausstellung unterstrichen wird. Die ausgestellten alten Fahrzeuge lassen den Entwicklungsgang des Autos von seinem Entstehen bis zum heutigen Tage erkennen. Daneben werden die beiden siegreichen deutschen Rennwagen stehen sowie Motorräder mit dem Glorienschein des Weltrekords. Nichts wird die ungeheure Entwicklung dieser 50 Jahre besser veranschaulichen als gerade diese Gegenüberstellung, auf welche die deutschen Konstrukteure aber auch besonders stolz sein dürfen; waren es deutsche Erfinder, die das Problem des Motorfahrzeuges erstmals in praktisch verwertbarer Weise verwirklicht haben, so stehen deren Erzeugnisse nach schweren Zeiten, in denen die deutschen Wagen qualitativ mit jenen der andern Nationen nicht Schritt zu halten vermochten, heute wieder mit an der Spitze der Weltproduktion. Die Personenwagen. Das grösste Interesse konzentriert sich natürlich auf die Personenwagen, die bei der Ausstellung zu sehen sein werden. Auf diesem Gebiet haben die deutschen Konstrukteure vor zwei oder drei Jahren durch die praktische. Verwirklichung der Einzelfederung aller vier Räder eine in der Weltproduktion eingetretene konstruktive Stagnation und Krise in entscheidender Weise überwunden und damit die Entwicklung des modernen Automobils ganz allgemein um ein bedeutungsvolles Stück vorwärts gebracht. Zugleich haben sich die deutschen Fabriken mit diesem entscheidenden Schritt hinsichtlich der Kurvenlage und Bodenhaftung der Fahrzeuge sowie bezüglich der Leichtbauweise — damit also auch in der Frage der Wirtschaftlichkeit und der Erzielung hoher Reisedurchschnitte — mit einem Schlag auf einen der vordersten Ränge gesetzt. Dieser Vorrang hat sich erst allmählich in dem Mäss ausgeglichen, als man auch in den andern Ländern zur Verwendung der Einzelradführung und der Schwingachsen übergegangen ist. Es ist daher klar, dass die neuen Personenwagen, die in Berlin zu sehen sein werden, nicht nur am Prinzip der Einzelradfederung festhalten, sondern es auch weiterentwickeln. So verwendet beispielsweise Wanderer nunmehr auch für die Vorderräder die gesonderte Führung und Abfederung jedes Rades, wodurch die Kurvenlage noch weiter verbessert und die Lenkung ruhiger gestaltet werden konnte. Die neu entstandenen Typen der verschiedenen deutschen Werke besitzen fast alle Einzelradfederung aller vier Räder («Vollschwingachser »). Wird die Alpenstrassen- Initiative zurückgezogen? Der endgültige Entscheid heute zu erwarten. Dem Initiativkomitee für den Ausbau der Alpenstrassen ist unlängst vom Chef des eidg. Departement des Innern, Bundesrat Etter, eine schriftliche Mitteilung zugegangen, wonach sämtliche Voraussetzungen für einen Rückzug der Initiative als erfüllt erachtet werden dürften. Auf diesen Brief antwortete das Initiativkomitee mit dem Gesuch um Gewährung einer Unterredung mit einer Delegation des Bundesrates. Indessen hat diese Konferenz nicht stattgefunden, und zwar mit Rücksicht auf eine Mitteilung Herrn Bundesrat Etters, er habe sich mit seinen Kollegen ins Einvernehmen gesetzt und sei ermächtigt, in deren Namen auf die vom Initiativkomitee gestellten Fragen zu antworten. In diese Fragen wurden u. a. folgende Garantien verlangt: 1 Wird der Bundesrat auf die Erhebung eines Zuschlages von 3 Rp. pro Liter Benzin verzichten, tun sich die für den Ausbau der Alpenstrassen erforderliche Summe von 7 Millionen jährlich zu sichern? 2. Verzichtet er endgültig auf die Zollquittungsgebühr für Benzin und Benzol? 3. Wird die Frage des Spritzbeimlschungszwangee zum Benzin eine Losung finden, die in jedem Fall eine Verteuerung des Benzins ausschliesst? Sofern der Schein nicht trügt, wartet die Antwort Herrn Bundesrat Etters mit zusichernden Erklärungen zu den oben wiedergegebenen sowie zu einer Reihe weiterer Fragen auf. Sie werden die Basis bilden, auf welcher das heute Freitag in Bern zusammentretende Initiativkomitee seinen endgültigen Entscheid zu treffen bat. glo. Die äussere Form der Fahrzeuge. Gegenüber den vorstehend angedeuteten Vorzügen, welche die vergangenen Jahre kennzeichnen, war es auffallend, dass der deutsche Wagen trotz schöner Karosserien einzelner Werke im grossen Durchschnitt doch nachteilig gegenüber jenem anderer Länder abstach. Es sei in dieser Hinsicht beispielsweise nur auf den französischen Wagen verwiesen ! Das besonders ausgeprägte Feingefühl des Romanen für schöne und flüssige Formen hat der französischen Automobilfabrikation ihre besondere Note gegeben Es ist überhaupt recht interessant, die Verschiedenartigkeit der Grundeinstellung der einzelnen Nationen auch in den technischen Fragen zu betrachten. Schon in der Abfassung der Prospekte kommt diese Verschiedenartigkeit zum Ausdruck. Der französische Automobilprospekt enthält fast keine technischen Daten; die Karosseriebilder überwiegen. Wje wenig sich der Franzose für technische Einzelheiten der Wagen interessiert, geht daraus hervor, dass die Automobilverkäufer meist über den Zylinderinhalt und über sonstige Details selbst nicht Bescheid wissen. Hingegen spielt die Eleganz der Form und Ausstattung eine besondere Rolle. Die Fahreigenschaften des Wagens prüft der^ französische Käufer durch praktische Erprobungen; auf welchem Weg der Konstrukteur diese Qualitäten erreicht, ist dem Käufer mehr oder minder gleichgültig. Ganz anders der deutsche Käufer. Er interessiert sich für technische Einzelheiten, ob die Federn so oder so angebracht sind, wie die Räder geführt, die Vorderräder gelenkt werden. Und besonders die Jugend weiss über alles Bescheid. Die Vorherrschaft des Motorrades trägt auch ihren Teil bei zu. der Erweckung der technischen Wissbegierde. Sie wird denn auch durch die Prospekte in reichlichem Masse gestillt; fast alle deutschen Werbeschriften enthalten eingehende Konstruktionsdaten, vielfach unterstützt durch Zeichnungen. Es ist naheliegend, dass bei diesem Sachverhalt die äussere Form etwas in den Hintergrund tritt. Noch im Vorjahr konnte man in der Berliner Ausstellung Wagen sehen, deren Fahrgestell ausserordentlich fortschrittlich konstruiert war und überragende Fahreigenschaften sicherstellte, während der Wagenaufbau (die Karosserie) vielfach eckig und in den Proportionen nicht sehr glücklich war. Das hervorstechendste Merkmal der diesjährigen Ausstellung wird es sein, dass nun — nachdem auf dem Gebiete des Fahrgestells augenblicklich keine wesentlichen Neuanforderungen zu erfüllen waren — das besondere Augenmerk den Karosserien zugewendet wurde. Bei den meisten Marken sind die Fahrgestelle unverändert geblieben oder sie wurden nur in kleinen Einzelheiten verbessert, während die Aufbauten vielfach von Grund auf neu gestaltet wurden. Die neuen Wagen werden sich durchwegs auch äusserlich hervorragend präsentieren. Mehr Bequemlichkeit. Die Schwingachsen haben es ermöglicht, die Wägen wesentlich leichter zu bauen. Dadurch entstanden Fahrzeuge, die sehr wirtschaftlich waren — in Anschaffung und besonders im Betrieb — und die trotzdem die Reisedurchschnitte der grossen Wagen spielend erreichten. Dabei wurden sie aber etwas knapp in ihren Abmessungen. Zwar half man sich durch raumsparende Bauweisen, beispielsweise durch Rohrsessel, aber eine gewisse Vergrösserung erschien besonders mit Rücksicht auf den Export sehr wichtig. Der amerikanische Wagen hat die Voriiebe für Geräumigkeit geweckt. Diesem AUTOMOBIL-REVUf FREITAG, 14.-FEBRUAR 1936 — N° 13 Adler Trumpf 1,7 Liter. Reichs-Autobahn-Wagen. Wunsche der Käufer musste Rechnung getragen werden. So haben verschiedene Fabriken die Abmessungen der Karosserien vergrössert, demgemäss auch die Spurweite und den Radstand. Von den in der Schweiz viel gefahrenen deutschen Wagen trifft dies besonders beim Adler-Trumpf und dem Trumpf- Junior zu. Selbstverständlich bedeutet eine Vergrösserung des Wagens auch eine Erhöhung des Gewichtes desselben. Da die Motoren zugleich aber auch wieder etwas leistungsfähiger und trotzdem sparsamer geworden sind, brachte die Vergrösserung des Wageninnenraumes keinen Leistungsabfall und keinen Mehrverbrauch mit sich. Was so ein moderner Wagen zu leisten vermag, hat die unter Kontrolle durchgeführte Gebrauchsprüfung von Adler bewiesen. Ein Adler-Trumpf-Junior durchfuhr während mehrerer Tage und Nächte in Schichten ununterbrochen nach einem bestimmten Fahrplan Berlin. Trotz der sich im Großstadtverkehr ergebenden Hemmungen wurden nur etwa 8 Liter pro 100 km verbraucht Vor einigen Jahren hätte niemand eine solche Senkung der Verbrauchsziffern im Stadtverkehr • für möglich gehalten! Neue Wagentypen. Die meisten Fabriken haben an ihren bisherigen Modellen festgehalten. Dies gilt von Adler, Audi, D. K. W., Horch, Wanderer und Hanomag. Die andern Firmen haben neue Typen geschaffen, die zum Grossteil eine Fortentwicklung bisheriger Modelle darstellen. B. M. W. brachte unter der Bezeichnung «Typ 326» einen neuen Sechszylinderwagen mit einem Hubraum von 1957 ccm heraus, der neben dem bisherigen Seehszylindertyp zu 1911 ccm geliefert wird. Der neue Wagen besitzt ein Vierganggetriebe mit eingebautem Freilauf im 1. und 2. Gang (also nur der Schalterleichteruhg beim Abwärtsschalten dienend), sowie Drehstabfederung für die Hinterräder. Daimler-Benz wartet mit verschiedenen sehr bemerkenswerten Neuerungen auf und setzt sich damit in den Mittelpunkt des technischen Interesses; die Typerireihe wird durch einen neuen starken Heckmotorwagen zu 1700 ccm, durch einen gleich starken Vierzylinderwagen mit Motor vorne und schliesslich durch einen serienmässigen Dieselmotor-Personenwagen zu 2527 ccro erweitert. Hansa hat im Vorjahr seinen Absatz von 800 auf über 4000 Wagen erhöhen können und weist damit verhältnismässig die grösste Verkaufssteigerung auf; allerdings ergibt sich dieses Verhältnis deswegen, weil die Bremer Marke im Jahre 1934 aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend zu liefern vermochte. Hat im Vorjahr Hansa die Erzeugung des Kleinwagens neben den Typen 1100 ccm und 1700 ccm aufgegeben, so wurde heuer die Typenreibe nach oben ergänzt, und zwar durch einen starken Sechszylinder von 3500 ccm Hubraum. Selbstverständlich ist dieser neue Typ ebenfalls ein Vollschwingachser. Maybach hat nun dem Hochleistungswagen der Type SW 35 (3435 ccm) einen grösseren Bruder an die Seite gestellt, dessen Motor 3817 ccm Zylinderinhalt besitzt Opel hat vor kurzem den neuen Typ « P 4 » auf den Markt gebracht, der unverzollt nur 1660 Rm. kostet und damit die billigste, vollkommen ausgewachsene deutsche Limousine zu vier Sitzen ist Neben diesem aus dem früheren Wagen zu 1,2 Liter entwickelten neuen Modell wird nur noch der Typ Olympia und der Sechszylinder zu 2 Liter Hubraum geliefert, letzterer allerdings mit drei verschiedenen Längen und nunmehr auch als Geländesportwagen. Steyr stellt in Berlin erstmals den neuen Typ 50 zur Schau. Er präsentiert sich als vollkommene Neukonstruktion, handelt es sich doch um einen liegenden Vierzylindermotor, bei dem je zwei Zylinder gegeneinander stehen (Boxermotor). Unmittelbar darüber steht der Kühler. Es ist daher möglich, die Sitze sehr weit nach vorne zu verschieben, wodurch sich jene Vorteile ergeben, die sonst nur bei einem Heckmotorwagen verwirklicht werden können. Die Karosserie ist selbsttragend ausgebildet. Die stromlinienförmige Limousine besitzt ein grosses Schiebedach und Gepäckraum. Stoewer zeigt den neuen «Greif-Junior», der nach einer Tatralizenz und unter Fortentwicklung dieser bewährten tschechoslowakischen Wagen gebaut wird. Es handelt sich um einen luftgekühlten Vierzylindermotor mit liegenden Zylindern. Daneben baut Stoewer nur noch den bewährten Achtzylinder mit Vorderradantrieb unter der Bezeichnung « Greif ». Damit sind in grossen ZQeen die neuen Modelle nmrissen, die von den deutschen Fabriken in Berlin erstmals gezeigt werden. Eine eingehende Besprechung werden wir in einer späteren Folg« nach Eröffnn-nsr der Ausstellung wiedergeben. Mit Rücksicht auf die Qualität und die Billigkeit de/r deutschen Wafen werden derzeit nur sehr wenige ausländische Wagen im Deutschen Reich gekauft, obwohl Kompensationsverträge mit verschiedenen Staaten die Einfuhr einer grösseren Anzahl von Wagen zulassen würden. Die Berliner ''chau träert dnher auch hauptsächlich einen nationalen Charakter. Fortsetzung auf Seit* 8. istischer Schalthebeikopf mit Monogramm. Eine amerikanische Firma bietet ein recht hübsches »persönliches» Geschenk an. Es handelt sich um einen Schalthebel-Kopf, der in schwarzem Ebonit gearbeitet ist und eine eingelassene Monogramm-Plakette aus Silber aufweist, auf die das Monogramm nach dem Kaufe eingraviert wird. Eine zweite Ausführung bietet einen emaillierten Kopf in Blau, Rot, Grün oder Elfenbeinfarbe, der ein Bild von St. Christoph, dem Autoheiligen, zeigt. Um den Gaskonsum zu fördern... Leuchtgas als Betriebsstoff von Motorfahrzeugen ist nichts Neues. Ein Novum aber wird es für die Wiener bedeuten, wenn dieser Tage die zwei ersten Lastwagen für die Kehrichtabfuhr auftauchen, bei denen Leuchtgas als Kraftstoff Verwendung findet. Nicht dass es bei diesem Paar sein Bewenden hat, ist doch, gestützt auf vorangegangene Versuche, eine Serie von 25 Stück solcher Fahrzeuge in Auftrag gegeben worden. Die weisen Stadtväter Hessen sich dabei von der Erwägung leiten, dass es nichts als angezeigt sei, dem Gaswerk ein neues Absatzgebiet zu erschliessen und auf diese durchaus noch nicht landläufige Art und Weise den städtischen Betrieben zu einer Erhöhung ihrer Rentabilität zu verhelfen. Sarkasmus. Eine Hamburger Zeitung widmet den Vor- Schriften über das Verhalten an Strassenkreuzungen folgende sarkastische Glosse: « Wird an einer Strassenkreuzung der Verkehr polizeilich geregelt, so darf der Führer, der einbiegen will, den Schutzmann erst dann überfahren, wenn das Zeichen für freie Fahrt gegeben ist.» 3 Millionen PS. Eine Zusammenstellung, welche die verschiedenen in der Tschechoslowakei tätigen Kraftquellen miteinander vergleicht, stellt fest, dass die im Lande zugelassenen Kraftfahrzeuge ein Energiequantum von 3,275 MM. PS. liefern und damit die ergiebigste Kraftquelle der Tschechoslowakei darstellen. Dagegen leisten die Motoren der Zivilflugzeuge zusammen 42 760 PS und die der Flußschiffahrt rund 50 000 PS. Fortschreitende Motorisierung Japans. Japan hat seinen Automobilbestand im Verlauf eines Jahres um mehr als zehn Prozent zu steigern vermocht. So lautet die Bilanz der am 31. Oktober 1935 durchgeführten Zählung, wonach das Land der aufgehenden Sonne zu jenem Zeitpunkt 134,859 Automobile besass, das sind 13,667 mehr als im Vorjahr. Die ersten Resultate des Preisausschreibens der S.I.A. Wie wir vor einiger Zeit berichteten, wurde von der französischen Socie'te des Ingenieurs de VAutomobile eine Konkurrenz für die Konstruktion eines Volkswagens ausgeschrieben. Nunmehr liegen die ersten Resultate vor. Von 101 eingereichten Entwürfen wurden bisher 48 geprüft, während die zweite Hälfte in kurzer Zeit ebenfalls von der Jury beurteilt werden soll. Bisher wurden 23 verschiedene Preise von 500 bis 5000 franz. Fr. verteilt. Unter den Preisträgern der bisher begutachteten Projekte befinden sich auch die Herren Bleton, Brouillet und Gregoire, deren Projekte wir in Nr. 99 der Auto-Revue zeigten. Unsere Rundfrage Wie wünsche ich mU den zuküulüqen Wagen? Als Privat-Chauffeur habe ich das «Vergnügen», die neuesten und teuersten Wagen zu fahren. Deshalb lernte ich als «Profi* Schein und Sein im Autofach sozusagen am eigenen Leibe kennen. Heute wetss ich gut zwischen tatsächlichem und angeblichem Komfort zu unterscheiden. Wenn ich nun gelegentlich einmal in einem Kleinwagen fahre, so staune ich jedesmal, was diese Fahrzeuge für ihren Preis alles bieten. Sogar soviel Modernes bieten, dass mir die teuren herrschaftlichen Wagen entweder viel zu teuer oder, umgekehrt, die Kleinwagen verhältnismässig billig scheinen. Als zukünftigen Wagen wünsche ich mir nichts Unmögliches. Ein Kleinwagen aus irgendeinem Schaufenster, grad so wie er ist, das ist mein Ideal! Als Fachmann weiss ich nur zu gut, dass sich mein Ideal gegenwärtig nicht verwirklichen lässt. Ich weiss, was alles kostet und weiss ebensogut, wie viel Prozent (nicht etwa wie wenig) davon auf direkte und indirekte Steuern (Zoll!) entfallen. Den unbelasteten Preis von Wagen, Zubehör mit Brennstoff etc. könnte ich mir leisten, die Belastung ist mir zu prohibitiv!

NO 13 —-FREITAG, 14. FEBRUAR 1936 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Rund um die internationale Rennformel. Wie wir vernehmen, sind die internationale Sportkommission und das ständige internationale Bureau der Automobilkonetruktoure am vergangenen Mittwoch in Paris zu einer Sitzung zusammengetreten, um über eine neue, ab 1937 geltende Bennformel zu diskutieren. Ueber die Ergebnisse dieser Sitzung verlautet bis zur Stunde nichts Näheres. Grosser Winterpreis von Schweden. Für den Grossen Winterpreis von Schweden, der am Sonntag, den 23. Februar auf dem Eis des Raamen-Sees gefahren wird, sind 14 Rennwagen und 30 serienmässig hergestellte Tourenwagen gemeldet. Unter den ersteren befinden sich eine Reihe bekannter Marken, u. a. Mercedes-Benz, Alfa Romeo, Maserati, Bugatti und Amilcar. In diesem Zusammenhang erwähnen wir, dass der deutsche Fahrer von Guillaume, der am Grossen Winterpreis von Schweden teilnimmt, ein merkwürdiges Erlebnis hatte. Als er sich auf dem Wege von Stockholm nach Rämshyttan befand, sprang plötzlich ein prächtiger Elch auf die Strasse. Kaum hatte der Fahrer das Tier erblickt, da erfolgte auch schon der Zusammenstoss. Ohne einen Laut von sich zu geben, sank der Elch zusammen und blieb vor dem Wagen liegen. Es zeigte sich, dass das Tier zwei Läufe gebrochen hatte. Der Fahrer musste von der Schusswaffe Gebrauch machen und das Tier erlegen. Der Wagen wurde infolge des Zusammenstosses teilweise beschädigt Winter-Sternfahrt nach Chamonix. An der vom 7.—9. Februar zur Durchführung gelangten Winter-Sternfahrt nach Chamonix haben 52 Automobile teilgenommen, von denen 51 das Ziel erreichten. Die ersten drei Konkurrenten, welche am 8. Februar, nachmittags 14.57 Uhr von Paris kommend, die Kontrolle in Chamonix passierten, waren: Robert Mazaud auf Renault, Andre Sternberg auf Triumph, sowie Loria und Rene Houard. Im Laufe des Sonntags kamen auf dem Eisstadion von Chamonix die Sehlusskonkurrenzen zum Austrag, deren Ergebnisse für die Klassierung der Fahrer massgebend waren. Die zehn ersten Plätze der Veranstaltung wurden von folgenden Automofcilisten belegt: 1. Gandhi, Lyon, auf Rosengart, in 1 Min. 12 3 /s Sek ; 2. Poudroux; 3. Mnzalon, Lvon, auf Rosengart; 4. Pagniez, Paris, auf Ford: 5. Sylvestre, Lyon, auf Talbot; 6. Real, Marseille, auf Renault; 7 Corajod. Lyon; 8. Foorden. Lyon; 9. Jalon, Lyon, auf M. G.; 10. Barbier, Lyon, auf Peugeot. 24-Stundenrennen von Le Mans. Aus unseier unlängst an dieser Stelle veröffentlichten Teilnehmerliste für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans ging hervor, dass sich unter den eingeschriebenen Wagen auch 3 Adler 1700 cem befanden. Wie nun bekannt wird, dürften diese von der Fabrik an den Start entsandten Modelle von den Fahrern Leere, von Guillaume, Sauerwein, Delmar und Prinz Schaumburg gesteuert werden. Auch die französische Rennfahrerin Madame Itier dürfte mit einem 1500-ccm^A.dler-Wagen am Start erscheinen. XV. Internationale Zuverlässigkeitsfahrt Paris-Nizza. Ueber diese Tourenprüfungsfahrt, die vom 4.— 9. April stattfindet und von der wir bereits in der A.-R. vom 21. Januar einige allgemeine Mitteilungen brachten, liegen nun nähere Einzelheiten vor Ḋarnach geht der Start für Autocars und Wagen der 500—1500 ccm-Klassen am 4. April, 6.30 Uhr, und derjenige für alle grösseren Gefährte um 7 Uhr vor sich. Die erste Etappe geht via Fontainebleau- Nemours-Montargis-Gien-Bourges-Saint-Amandnach Montlucon, wo die Konkurrenten zum Mittagessen eintreffen. Um 2 Uhr wird auf der Strasse von La Chätre ein Geschwindigkeitsrennen über 500 m mit fliegendem Start gefahren. Am 5. April, morgens 8 Uhr, Startprüfung. Die Tagesetappe führt die Teilnehmer via Clermont- Ferrand-Issoire-Brioude nach Le Puy (Mittagessen). Nachmittags weiter nach La Sauvetat-Aubenas- Donzere-Orange-Le Pontet-Aix-en-Provence. Uebernachten Montag früh verlassen die Konkurrenten Aix um 8.15 Uhr resp. 8.45 Uhr, um gegen Mittag in Nizza durchs Ziel zu rollen. Nachmittags finden die verschiedenen Schlussprüfungen statt. * Das Total der zurückzulegenden Distanz Paris- Nizza beträgt 971 km, die sich auf die einzelnen Etappen wie folgt verteilen: Start Paris - MontluQon 295 km MontlnQon-Le Puy 222 km Le Puy - Aix-en-Provence 274 km Aix-en-Provence - Nizza 180 km Die offizielle Maserati-Mannschaft Unsere seinerzeit gebrachte Nachricht, wonach Carlo Feiice Trossi mit von der offiziellen Maeerati-Mannschaft sei, wird bestätigt. Der Fabrikmannschaft gehören ferner Gino Rovero als Präsident und Omobono Tenni an. G. E. T. Eyston wird geehrt. Der berühmte britische Rennfahrer G.E.T. Eyston, o*er u. a. Inhaber des Weltrekordes über 24 Stunden ist, wurde mit der Segrave Trophy ausgezeichnet, einem Ehrenpreis, der zum Andenken an Sir Henry Segrave jedes Jahr jenem Engländer zugesprochen wird, welcher zu Lande, zu Wasser oder in der Luft viel zur Entwicklung der Verkehrsmögliehkeiten beigetragen hat. Eyston ist dieser Tage mit seinem Privatflugzeug in Paris eingetroffen und wird dem Vernehmen nach in nächster Zeit zu neuen Rekordversuchen mit Dieselrennwagen auf der Montlhery- Rennbahn antreten. Die Rundfahrt um Frankreich für Automobile und Motorräder wird vom 8.—24. Mai vom M.C.F organisiert werden. Auf der oa. 5500 km langen Route wird auch Belgien berührt, und zwar die Städte Ostende. Antwerpen. Lüttich. Namur und Brüssel. An diesor Dauer- und Zuverlässiskeitsfahrt grössten Ausmasses können auch Militärfahrer teilnehmen. So wird beispielsweise das franzöpisrhp Krieesministerium 5fi Militärs bezeichnen. welche die Veranstaltung unter den gleichen Bedingungen wie Zivil-Konkurrenten bestreiten werden. Nach dem Rallye von Monte Carlo der Grosse Preis von Monaco. Kaum ist die internationale Sternfahrt nach Monte Carlo abgeschlossen, rückt für den International Sporting Club von Monte Carlo die Organisation des Grossen Preises von Monaco in nächste Nähe. Dieser wird gemäss dem internationalen Sportkalender am Ostermontag, den- 13. April zum Austrag kommen. Ihm vorgängig wird am 11. April das Kleinwagenrennen um den Preis des Prinzen Rainier gefahren. Schon 6tehen verschiedene Nennungen in Aussicht. Einmal hat sich Auto-Union provisorisch mit Stuck, Varzi und Rosemeyer gemeldet, Alfa Romeo Hess eich mit fünf Wagen ebenfalls eintragen und Mercedes-Benz dürfte aller Voraussicht nach mit 4 Rennern am Start erscheinen. Endlich wird Philippe Etancelin als unabhängiger Maserati-Fahrer an der Veranstaltung teilnehmen, während die Konstrukteure Maserati und Bugatti ihre Entscheidungen noch nicht getroffen haben. Laut Reglement können am Grossen Preis nur 20 Teilnehmer starten; am Rennen um den Pokal des Prinzen Rainier (1500-ccm- Klasse) hingegen ist die Höchstzahl der Startenden auf 15 festgesetzt Unter ihnen werden sich wahrscheinlich neben Lord Howe auch Lehoux und Mays auf E.R.A. befinden. Auch die Kleinwagen Maseratis sind gemeldet. Halten wir an dieser Stelle noch fest, dass die Grand-Prix-Wagen 318 km, die Kleinwagen 159 km (100 bzw. 50 Runden) zurückzulegen haben. Training der Auto-Union in Monza. Am vergangenen Montag und Dienstag hat neben Stuck auch Varzi auf der Rennbahn von Monza trainiert. Der Versuchsbetrieb wird nun für einige Tage eingestellt, da Stuck nach Garmisch abgereist ist und Varzi weiterhin der Schonung bedarf. Etancelin am Grossen Preis von Pau. Philipp Etancelin wird am Grossen Preis von Pau, der am 1. März zum Austrag kommt, auf einem neuen Achtzylinder-Maserati mit unabhängig gefederten Rädern starten, und zwar als Einzelfahrer. Der Grosse Preis von Rio de Janeiro findet am 7. Juni 1936 zum 4. Mal statt und wird vom A.C. von Brasilien auf der Rundstrecke von Gavea organisiert, wobei 25 Runden gedreht werden müssen, was einer Gesamtstrecke von 279 km entspricht. An diesem Rennen können starten. maximal 40 Wagen Eine Sternfahrt nach Luzern? Die Sektion Waldstätte des T. C. S. planf für den 16./17. Mal die Durchführung einer Sternfahrt nach Luzern. Einzelhei'en über die Veranst-Itung sind jedoch noch nicht bekannt. Es ist immerhin anzunehmen, dass die genannte T. C. S.-Sektion die Ermächtigung seitens des A. C. S. besitzt, der bekanntlich in unserm Lande oberste sportliche Instanz ist Uebersichtskarte zur nationalen Sternfahrt zum Genfer Salon. Die Zahlen zwischen den einzelnen Kontrollpunkten bedeuten die Luftlinien-Entfernung in Kilometer, während die Ziffern in Klammern bei den Ortschaftsnamen die Punktanzahl bezeichnen, die den Konkurrenten bei der D u rch fahrt der Ortschaften gutgeschrieben werden (nicht aber beim Start von diesen Ortschaften). Die nationale Sternfahrt zum Genfer Salon. Wer kann am Rallye teilnehmen? Im Unterschied zur Sternfahrt von 1935 steht die diesjährige Veranstaltung, die wiederum von der Sektion Genf des A C.S. organisiert wird, nicht nur den Mitgliedern des A.C.S., sondern allen Fahrern offen, welche die Lizenz eines der A.I.A.C.R. angeschlossenen Verbandes besitzen. Damit ißt der Interessentenkreis für den Wettbewerb ganz bedeutend erweitert worden, was zu einer erstklassigen Besetzung auch seitens ausländischer Tourenfahrer führen dürfte. Routenfünrungen. Eine Neuerung im Vergleich zur letzten Sternfahrt besteht ebenfalls darin, dass die Konkurrenten den Organisatoren wohl den Startort, nicht aber die gewählte Strecke bekanntzugeben haben Es bleibt ihnen deshalb frei, ihren ursprünglichen Plan je nach den Witterungsverhältnissen unterwegs abzuändern, während ee früher so war, dass sich bei der Wahl im voraus eine Strecke bei ge- Sternfahrt nach Monte Carlo SKODA 5 HP strafpunklfrei * « www**m Reglementsbestimmungen. LA W EI 1 1 Ei K der kleineren Wagen Diese Veranstaltung stellte auch diesmal wieder ganz ungewöhnliche Anforderungen! Es war ja von vornherein klar, dass selbst routinierte Fahrer nur Aussicht auf Erfolg hatten, wenn ihnen Wagen zur Verfügung standen, die in Material und technischer Eignung wirklich ersiklass g sind Die Witterung erschwerte die Aufgabe der Fahler, so dass von den 106 gemeldeten Konkurrenten nur 72 Monte Carlo erreichten. Für den Skoda mit nur 5 Steuer-HP war es ein willkommener Anlass, seine Ueberlegenheit zu beweisen. Er hat selbst bei Glatteis, nassem Asphalt, auf engen Bergstrassen und im Nebel den vorgeschriebenen Durchschnitt von 45 und 55 km einhalten können, und die 4000 km von Athen auf schlechtesten Balkanstiassen hat er straipunklfiei zurückgelegt. ( Kein Wagen vermag, bei kleinsten Betriebsspesen (ca. 7 Liter), auf unsem Schweizer Strassen höchste Anforderungen besser zu erfüllen! SKODA 5 Steuer-HP. Vierzylinder. Schwingachsen. Cabriolet 4 pl. Limous'ne 4 pl. Roadster 2 pl. p Lieferwagen Fr. 4200.— 1 I • Für jeden in die Schweiz importierten Wagen beziehen die Skodawerke das Mehrfache des Gegenwertes in Schweizerwaren. 1.24.860 BASE Vertreter in allen Kantonen. ZÜRICH seit 1899 4000 263 Einige Gebiete können noch vergeben werden. wissen atmosphärischen Verhältnissen als zu leicht oder bedeutend zu schwer herausstellte. Die Anzahl der Kontrollstellen ist, wie man der beigegebenen Karte entnehmen kann, gegenüber dem Vorjahre wesentlich erhöbt worden. Einige der fiüheren Kontrollposten funktionieren dieses Jahr nicht mehr, so Yverdon und Thun, wogegen eine Reihe anderer Punkte neu aufgetaucht sind, beispielsweise Orbe, Romont, Estavayer, Ins, Interlaken und Frick (Argau). Auch sind eine Serie von Verbindungsstrecken neu in den Routenplan aufgenommen worden, nämlich diejenigen von Luzern über den Brünig nach Interlaken, von Ölten nach Frick und von Frick nach Basel und Zürich. Um auch Fahrer zufriedenzustellen, die ganz im Osten der Schweiz starten, hat man folgende Punkte als neue Startorte bestimmt: Schaffhausen, Frauenfeld. St. Gallen und Glarus. Durchschnittsgeschwindigkeit. Der bereits letztes Jahr festgesetzten minimalen Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/St, wird diesmal ein maximales Stundenmittel von 45 km'St. gegenübergestellt, so dass, wer straffrei ans Ziel gelangen will, das Rallye zwischen diesen beiden Geschwin^'o-keits-Extremen zu fahren hat. Die Ursache zu dieser neuen Bestimmung dürfte der Umstand gewesen sein, dass das 1935er Rallye gelegentlich in ein regelrechtes Rennen ausartete. Der Start wird nicht mehr wie früher mit einminütigem Abstand zwischen den einzelnen Konkurrenten vor sich «rehen. sondern geschlossen, wobei die Führer in der Reihenfolge antreten, in der sie sich der KontrolMel'e des Startorte"! gemeldet haben. Am 21. M5rj 1036, morgens 8 Uhr erfolgt der Start. Die