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E_1936_Zeitung_Nr.012

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22 AUTOMOBIL-REVUE

22 AUTOMOBIL-REVUE DTETTSTAG, M. FEBBT/ATl 1998 — N" 12 sigt. Aus diesem Grunde wird man oft mit dem weniger reich ausgestatteten Wagen, bei gleichem Preise auf die Dauer besser fahren als mit einem von Zutaten überladenen. Die Garantie. Es kommt nicht nur darauf an, was für einen Wagen man kauft, sondern auch bei wem man ihn kauft! Aus verschiedenen Gründen ist es vorteilhaft, sich an alteingeführte Firmen zu wenden oder an direkte Fabrikniederlagen. Nur dort hat man Garantie für zuverlässigen Kundendienst, speziell mit Bezug auf Ersatzteillieferung und Ausführung sachgemässer Reparaturen, die das Konto nicht allzusehr belasten. Automobilkauf kommt bei Einkommenssteuer in Abzug. Die Gewerbetreibenden, Land- und Forstwirte, sowie die freien Berufe, welche nach den Vorschriften des Handelsgesetzes Bücher führen, dürfen in Deutschland den Anschaffungspreis für ein neues Motorfahrzeug vom steuerpflichtigen Einkommen in Abzug bringen. Berechnungen haben nämlich ergeben, dass von dem Preis für das Motorfahrzeug — vom Rohstoff bis zum Fertigfabrikat — 70 Prozent auf Löhne und Gehälter entfallen, von denen der Staat seinen redlichen Anteil durch Steuern aller Art erhält Zudem bringt der Betrieb des Automobils dem Fiskus in Form von Betriebsstoffabgaben etc. noch allerhand ein. Auf jeden Fall ist man in Deutschland der Ueberzeugung, dass dem Staat besser gedient sei, wenn er den Ankauf von Motorfahrzeugen durch Steuererleichterungen jeder Art fördere, da er auf indirektem Wege mindestens ebensoviel, wenn nicht mehr einnehme, als dies bei Erhebung einer hundertprozentigen Einkommenssteuer der Fall wäre. Zudem wird damit der Produktion zu einem Auftrieb verholfen, welcher der Gesamtwirtschaft und damit wiederum dem Staate zugute kommt Aus diesem Grunde wird nun bereits die Frage studiert, ob nicht auch den unselbständig Erwerbenden ein gleicher Vorteil beim Motorfahrzeugneuankauf gewährleistet werden sollte, indem generell eine Lohnsteuerermässigung von 10 Prozent bei Anschaffung eines Fahrzeuges eingeführt würde. Das nennt sich weitsichtige Fiskalpolitik, von der wir bei uns doch einiges zu lernen vermöchten I Die « A.-R. > als Interessenvertreterin. Hr. T. A., Schreinermeister, schreibt uns : * Ich lese die « Automobil-Revue» als mein Leibblatt mit Freude und Interesse. Speziell auch, weil darin keine Politik getrieben wird und besonders weil gegen ungerechte Forderungen der hungrigen Staatskasse offen und tapfer Front gemacht wird.» Die Praxis spricht Seit 10 JxihctH ... Ich bin gerne bereit, die Gründe zu skizzieren, die mich seit 10 Jahren bewogen haben, bei einem' grossen Teil meiner Geschäftsreisen dem Automobil gegenüber der Bahn den Vorzug zu geben. Die grossen Vorteile des Automobils sind zu bekannt als dass darüber viel Worte zu verlieren wären: das Auto ist stets startbereit und an keinen Fahrplan gebunden; der Fahrer geniesst unterwegs volle Bewegungsfreiheit; er kann seine Muster im Wagen mit sich führen und seine Kundschaft von Haus zu Haus damit besuchen: er gewinnt vor allem sehr viel Zeit, wefl Km das Auto ermöglicht, durch die Bearbeitung einer grössern Anzahl Plätze und Kunden den Tag voll auszunützen. Den Unannehmlichkeiten des Automobils, wie Unfallrisiko, Fahrten bei Nacht und Nebel, in Schnee und Eis, zu hohe Belastung duich Steuern und Versicherungsprämien, schlechte Strasse und ungenügend ausgebaute Pässe, stehen bei der Bahn folgende schwerwiegende Nachteile gegenüber: die horrenden Preise der Abonnements und der gewöhnlichen Billets; die ungerechten Schnellzugszuschläge, lange und grösstenteils vollbesetzte Züge, die zu wenig oft und zu wenig rasch fahren, die ungenügenden Verbindungen auf allen Nebenlinien. Der Fahrpreis stellt sich in einem mittleren Automobil, wenn man nur die Barauslagen für Benzin, Oel, Garagen, Reisenabnützung und kleinere Reparaturen in Betracht zieht, ungefähr gleich hoch wie ein Billett 2. Klasse auf der Bahn. Werden aber auch Amortisation und Versicherungsprämien eingerechnet, stellt sich die Bahn billiger, doch wird dieser Nachteil beim Auto reichlich durch den bereits erwähnten grossen Zeitgewinn ausgeglichen. Trotz allen diesen Argumenten ist natürlich eine Vedrängung der Bahn durch das Automobil nie zu befürchten. Speziell im Winter und vielleicht auch im Sommer für lange Strecken wird sich mancher Geschäftsreisender der Bahn bedienen. Unfehlbar wird sich aber die Zahl der Reisenden, die dem Automobil den Vorzug geben, rasch vermehren. Besonders auch, wenn einmal der Wagen mit einer vollkommenen, blendungsfreien Beleuchtungsanlage und mit einem sicher wirkenden Gleitschutz ausgestattet sein wird und wenn die zu hohen und ungerecht verteilten Steuern und Gebühren abgeschafft und durch einen Zuschlag auf dem Benzin ersetzt sein werden. Die S B. B. ihrerseits werden, wenn sie ein Abwandern von der Bahn zum Auto möglichst unterbinden wollen, bestrebt sein müssen, Ihren allzu grossen und kostspieligen Tenraltungsapparat abzubauen und vor allem — wie übrigens dieses Jahr ein Versuch unternommen werden soll — den Fahrplan mit den wenigen, langen und schweren Schnellzügen durch rasche, öfter verkehrende Leichtzüge mit 2—4 Wagen zu ergänzen, mit denen man in kürzerer Zeit und zu billigeren Preisen als bisher von einem Ort zum andern gelangen könnte. ' E. EL Je nachdem ... Die c Wirtschaftlichkeit des Automobils > ist ein weiter Begriff und es lohnt sich wohl, festzustellen, was darunter zu verstehen ist Ist damit gemeint, dass der Wagen rentieren soll, so, dass durch seine Benützung ein Mehrumsatz erreicht wird, der die Mehrunkbsten des Autos deckt, werden' sich in einem grösseren Betrieb nicht alle Autos als wirtschaftlich herausstellen. Dies ist aber auch nicht nötig und nicht möglich, zumal gewisse Wagen laufen werden, die überhaupt nicht im dargelegten Sinne rentieren können, weil der Fahrer nicht verkauft Aber die Organisation und die Notwendigkeit der Anpassung an die heutige Zeit verlangen oft das Inbetriebsetzen von Autos, die nicht dem unmittelbaren Verkauf dienen und die wie die übrigen allgemeinen Unkosten zu tragen sind. Hier allerdings, wo eine Berechnung oft änsserst schwer oder gar unmöglich ist wird die Wirtschaftlichkeit des Autos vielleicht manchmal allzu leicht bejaht Bequemlichkeit und Gewohnheit lassen einen dazu neigen, das Fahren eines Autos zu rechtfertigen mit Gründen, die einer kaufmännischen Berechnung nicht standhalten. Es ist ja erstaunlich, und nur zu gut bekannt, welche Aenderung der Besitz eines Automobils oder der Verlust dieses Besitzes im Leben eines Menschen hervorrufen können. Nicht nur die Arbeitsweise ändert sich, man gewöhnt sich auch daran, mit anderen Zeiten und Distanzen zu rechnen, und vor allem wird einem die Unabhängigkeit teuer. Diese Unabhängigkeit hat ihre Folgen. Wer zum Reisen den Zug benützt, muss sich zwingen, mit seinen Geschäften zu einer bestimmten Zeit fertig zu werden und sich einen Reiseplan zurechtlegen, der viel starrer und viel schwieriger abzuändern ist als ein solcher, den ich mir für meine Autotour mache. Fahre ich mit dem Auto, spielt es — glaubt man, keine Rolle, wenn ich irgendwo länger sitzen bleibe, und ein versessener oder sonst unterlassener Besuch scheint leichter nachzuholen. Wer glaubt, dass diese Unabhängigkeit —' einmal zur Gewohnheit geworden — ohne Einfluss auf die übrige Lebenshaltung und die Art der Erledigung der Geschäfte bleibe? Kein vorurteilsloser Beobachter. Daraus folgt, dass alle, die mit Autos reisen, gut tun, sich Rechenschaft IU geben über diese Gewohnheiten, und sich in vermehrtem Masse zur Pünktlichkeit, Sparsamkeit mit der Zeit und vorheriger Arbeitseinteilung zwingen. Ob im einzelnen Falle das Auto wirtschaftlich Ist, kann nur eine Untersuchung der besonderen Verhältnisse zeigen. Sind in einem Betrieb Autos vorhanden, können aber sicher bei manchen Gelegenheiten Einsparungen gemacht werden. Das einzige Erfordernis dafür ist die Zusammenarbeit der Angestellten. Ich denke da vor allem daran, dass oft die Reisenden Muster mitnehmen oder zurückholen können, auch wenn sie nicht ihre Geschäfte betreffen; oder dass sie sagen, wohin sie fahren, so dass z. B. Arbeiter, die auf Montage gehen, mitfahren können usw. Wichtig, oft ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit des Autos ist also, dass es in jeder Beziehung voll ausgenützt wird. Dies erfordert wieder, dass das Auto so instand gehalten wird, dass ea die grosse Beanspruchung (ca. 30 000 km im Jahr) erträgt. Allein mit einer regelmässigen und gründlichen Pflege kann dies erreicht werden. Am besten hat sich dazu die Festsetzung eines Reinigungstages bewährt, an dem das Auto unter allen Umständen im Stall bleiben muss. Das Auto darf an diesem halben oder ganzen Tag für den Reisenden nicht existieren. Besonders für Reisen über Land ist zu empfehlen, nur gute Wagen, die sich bewährt haben, anzuschaffen. Das Auto darf auch nicht m klein sein; am besten eignen sich die mittleren Grossen. Die Ausgabe des Mehrpreises wird sich immer lohnen durch die Ersparnis an Reparaturen und die längere Lphensdaiier. Anderseit» ermüden die kleinen und lärmigeir Wagen de« Fahrer viel • rascher. Dr. M. Spörri, Zürich. CHRYSLER PLYMOUTH 6 fcb Der erste billige Amerikaner mit automatischem Schnellgang! 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N°12 — DIENSTAG. 11. FEBRUAR 1936 AUTOMOBIL-REVUE SComptizieett VedUndunaen. Ich bin Vertreter bei einer grösseren Tuchnnd Konfektionsfirma und bereise den Kanton Obwalden sowie einen Teil vom Berner Oberland. Dieses Gebiet ist wohl jedermann genügend dafür bekannt, dass es mit den Zugsverbindungen sowie Fahrzeiten der Eisenbahn sehr schlecht i bestellt ist hauptsächlich im Winter. Fährt man z.B. mit dem Zug 6.20 morgens in Brienz ab, kommt man in Samen ca. 9 Uhr an; nicht ganz 3 Stunden Fahrzeit für ca. 35 km. So könnte man verschiedene ähnliche Beispiele anführen. Muss ich nun gleichen Tages einen Kundenbe- ,such in Samen und m Grindelwald besorgen, so mag es gerade zutreffen, dass der eine der beiden Kunden nicht zu Hause ist Dann ist es mir aber mit dem besten Willen nicht mehr möglich, die beiden Geschäfte in einem Tag zu erledigen. Verliere ich aber mehr Zeit, so bleibt als Verdienst nicht mehr viel oder gar nichts mehr von solchen Geschäften übrig. Mit dem Auto aber erledige ich diese beiden Angelegenheiten in 4—6 Stunden! Ein weiterer Vorteil des Autos ist die Möglichkeit, viele Fertigfabrikate im Wagen mitnehmen zu können. Heute, wo die Konfektion so Überhand genommen, ist es ratsam, eine Konfektions-Auswahl mitzuführen; denn wenn der Kunde die Artikel fertig vor Augen hat. ist eher ein Geschäft zu tätigen, als wenn man nur Bilder und kleine Stoffmuster vorweisen kann. Leider muss man dem Fiskus schliesslich wieder vieles von dem, was man herausgewirtschaftet hat, in Form von Steuern und Benzinzoll aushändigen. Wenn diese Mißstände noch länge weiterbestehen, so wird die Verwendung des Automobils bei manchem Gewerbetreibenden doch noch in Frage gestellt Mannigfach sind xUe Qcunde ... Mit der technischen Entwicklung und Vervollkommnung des Komforts des Personenautomobiles hat sich eine Wandlung vollzogen, indem sich der geschäftstätige Kaufmann und Geschäftsreisende in immer grösserer Zahl von der Bahn abwandte. Die Gründe, weshalb vom reisenden Kaufmann dem Automobil der Vorzug gegeben wird, sind allerdings sehr mannigfach. Die Gründe, die zur Verwendung des Automobils zu Reisezwecken geführt haben, lassen sich alle auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Unabhängigkeit die sich wie folgt auswirkt: Zeitersparnis im allgemeinen, rationellere Ausnützung des Tages, da die tote Werkzeit auf einen nächsten Zug wegfällt Der Besuch beim Kunden kann richtig ausgenutzt werden, da in diesem Falle nicht ein sogenanntes «kurzes und beschleunigtes Verfahren» angewendet werden muss, nur um die bald fällige gute Bahnverbindung unter allen Umständen zu erreichen. Es werden weiterhin Kunden aufgesucht, die man früher, als man die Bahn benutzte, «links lio ;en Hess», und zwar ganz abgesehen von der .schiechten Bahnverbindung weil das Risiko, den betretenden Kunden nicht anzutreffen, zu schwer ins Gewicht fällt und man dadurch mit Warten auf den nächsten fälligen Zug zu viel Zeit verschwenden muss. In solchen Fällen kann mit dem Automobil ohne grosse Aenderung im Programm der Reisetour der Kunde noch einmal aufgesucht werden. Ein Geschäftsreisender, der ein gewisses Gebiet systematisch zu bearbeiten hat in dem Sinne, dass er in jedem Ort einen Kunden aufsuchen muss, kann dies heute ohne Verwendung eines Automobiles kaum mehr durchführen, zumal dann gär nicht, wenn sich die Konkurrenz der Vorteile des Autos zu Reisezwecken bewusst ist und diese gründlich ausnutzt Einen weiteren Grund, der viel dazu beigetragen hat, das Automobil dem reisenden Geschäftsmanne unentbehrlich zu machen, liefert das Kapitel: Muster. Gerade in solchen Fällen, wo eine reichhaltige Musterkollektion unbedingt auf der Reise mitgeführt werden muss, hat sich das Automobil als unentbehrliches Verkehrsmittel erwiesen. Wenn man weiss, was für Zeitversäumnis, Aerger und Verdruss die Spedition der Musterkoffer mit der Bahn verursachen, so bedeutet die praktische, mühelose Mitnahme der Muster mit dem Automobil eine derart grosse Bequemlichkeit, dass der Geschäftsreisende, der beide Arten des Transportes der Muster genau kennt, sich begeistert nur für die Verwendung des Automobiles ausspricht, ganz abgesehen von den Kosten, welche die Spedition von Mustern mit der Bahn noch heute verursachen. Alle diese aufgeführten Punkte sind Argumente, die dazu beigetragen haben, die Verwendung des Automobiles zu Reisezwecken derart zu fördern, dass die Abwanderung von Bahn zu Auto in den letzten Jahren Formen angenommen hat, welche die leitenden Organe der S. U. B. veranlassten. dem Automobil als spürbarem Kon- . kurrenten den Kampf aufs Messer anzusagen. Die angewandten Mittel und Wege, der Automobilkonkurrenz zu begegnen, sind aber derart, dass damit bei dem objektiv urteilenden reisenden Geschäftsmanne gerade das Gegenteil erreicht wird. Obwohl ich seit 10 Jahren das Automobil ununterbrochen und regelmässig zu Geschäftsreisen benutze, trotzdem besass ich daneben noch ein S. B. -Abonnement zum Bezüge halber Billette. Dieses Abonnement gestattete mir, in besonders geeigneten Fällen doch die Bahn zu benutzen, zum Beispiel zur Erledigung eines einzelnen Geschäftes in einer Ortschaft, die mehr als 100 km vom Domizil entfernt war, mit dem Schnellzuge bedient wird und in akzeptabler Zeit erreicht werden konnte. In solchen Fällen hatte mir die Bahn die gleichen Dienste erwiesen, wie das Automobil. Ich hatte mich immer gefreut, das meinige dazu beigetragen zu haben, der Bahn doch einen Verdienst geben zu können. Diese Reisen, die ich bis anhin mit der Bahn ausführte, werde ich aber nun so lange mit dem Automobil bewältigen, bis die Bahnen begreifen und verstehen gelernt haben, dass man nicht künstlich das Automobil in der Entwicklung aufhalten noch hemmen kann. 0. F. £in joecteautec Sceund ... Das Automobil ist dem Geschäftsreisenden zum unentbehrlichen Verkehrsmittel geworden. Wie fern scheint uns die Zeit, da der Geschäfts- - herr oder sein Vertreter seine umfangreichen > -und schweren Koffer im Reisewagen " verstaute und sich und seine Habe von Ort zu Ort, von Kunde zu Kunde ziehen liess von wirklichen Pferden, nicht von PS. Unsere hastende Zeit hat auch hier Wandel geschaffen und diese Art * Poesie der Landstrasse» zum Verschwinden gebracht. Ist diese Veränderung zu bedauern? Ein lieber alter Freund und Geschäftsherr warnte mich vor Jahren, als ich ihm erklärte, ein Auto für; die Reise anschaffen zu wollen, mit den Wör-, ten: « Sie werden der Sklave Ihres Autos sein.» Das Gegenteil ist eingetroffen. Der Wagen ist mir längst zum vertrauten Freund geworden und hat mir Freiheit gebracht. Früher war ich gezwungen, an einem zentral gelegenen Orte mög-» liehst nahe beim Bahn zu wohnen. Der Wagen hat es mir ermöglicht, den Wohnsitz frei zu wählen. So wohne ich denn auf dem Lande, seit Jahren schon, fernab vom grossen Verkehr, und bin doch jederzeit in der Lage, mich schnell an einen beliebigen Ort zu "begeben. Jahrelang habe ich früher in regelmässigem Turnus grössere Orte der ganzen Schweiz bereist, zuerst per Bahn, später mit dem Auto. Die vorausberechneten Vorteile des Autos erzeigten sich sofort dadurch, dass man sich ruhiger dem einzelnen Kunden widmen konnte, ohne ängstlich die Zeit bis zur Abfahrt des nächsten Zuges einteilen zu müssen. Dabei konnte man täglich einige Kunden mehr besuchen als mit.der Bahn und somit wesentlich Zeit einsparen. Die s» gewonnene Zeit wurde zur Mithilfe im Bureau verwandt und ich konnte noch eine grössere Zahl Kunden, bei denen ein weiterer Besuch nützlich erschien, durch Einschalten einer neuen Tour vermehrt berücksichtigen. Mit dem Wagen lässt sich eine grössere Musterkollektion mitnehmen. Schliesslich ist es möglich, ohne Zeitverlust auf der Hin- oder Rückfahrt einen Kunden zu besuchen, der aus irgend einem Grunde beim er> sten Besuche nicht zu sprechen war. Besonders augenfällig sind die Vorteile des Autos bei der Bereisung eines Rayons, wo auch von der Bahn abgelegene Orte zu besuchen sind. Ohne den Wagen ist eine zuverlässige Bearbeitung solcher Gebiete gar nicht möglich. Ich benütze einen ziemlich robusten Wagen einer bekannten verbreiteten Marke, der die regelmässige Wartung, die ich ihm angedeihen lasse, dadurch belohnt, dass er mich nie im Stich lässt. Trotzdem ich selber fahre und das seit etlichen Jahren, bin ich nie übermüdet. Mit der Polizei habe ich, ausser einer, wenn auch kleinen so doch ungerechtfertigten Strafe, nie zu tun gehabt. Im übrigen begrüsse ich die Polizeikontrollen, wie sie z. B. im Kanton Zürich durchgeführt werden. Sie sind ein wirksames Mittel zur Herbeiführung und Sicherung eines geordneten Verkehrs. Das Auto ist eine Grundlage meiner Existenz geworden. Auch ausserberu flieh leistet es mirwertvolle Dienste. Ohne Animosität gegen die Bahn sei immerhin festgestellt, dass z.B. die treuesten Kunden der S. B. B., die Inhaber von Generälabonnementen, noch nie mit einer Zusatzkarte bedacht wurden, die sie nur einmal im Jahre zur Mitnahme von Familienangehörigen berechtigt hätte. Ich fahre nicht viel ausserberuflich, aber ab und zu bereitet das Auto immerhin meiner Familie die Freude einer kleinen Sonntagsfahrt J. M. Nicht nur Sport- und Rennmarke mit Welterfolg, von Klasse für den Sportler mit Familie, den anspruchsvollen Fahrer und Kenner einer feinen Mechanik. flehunteh tnäWjJ Reüe4pe4en ...dmutt: neu 6Zyl., 10PS. Limousine Gabriolet