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E_1936_Zeitung_Nr.011

E_1936_Zeitung_Nr.011

BERN, Freitag, 7. Februar 1936 Nummer 20 Rp. 32. Jahrgang - N° 11 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEIT Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrst ABONNEMENTS-PREISE: Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlieb abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) Vierteljährlich Fr. 7.50 Aussähe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Erseheint jeden Dienstag and freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal .Gelbe REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrafnstr. 97, Bern Telephon 28.222 Postcheck 111414 • Telegramm-Adresse; Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 lONS-PREISt 2 nnfhohe Grundzeile oder deren Ipserate näcb Spezialtarit nne Mn/wsTheinen Probleme der Autotouristik 2)e* internationale AuUmoMtvexkefvi de* Schweiz Das Hauptfazit des internationalen Automobilreiseverkehrs der Schweiz im Jahre 1936 ist bereits an dieser Stelle verkündet worden: Anstatt des üblichen Zuwachses in der Zahl der zu vorübergehendem Aufenthalt eingereisten ausländischen Automobile wartete das Jahr 1935 erstmals mit einem Rückgang von 24,040 Automobilen auf. Anstatt 265,502 im Jahre 1934 waren es nur noch 241,462. ,Mit dieser unliebsamen Tatsache gilt es sich heute abzufinden. Die Monatsergebnisse zeigen auch, dass es sich nicht um eine Ausnahmeerscheinung:, bedingt durch ungünstige Witterungsverhältnisse handelte, denn ausser Januar und Juni weisen alle Monate negative Frequenzziffern auf, wobei gerade die Wintermonate Oktober/Dezember mit ihren starken Ausfällen deutlich bekunden, dass ausser dem Saisonverkehr auch der eigentliche Geschäftsverkehr im Rückgang begriffen ist und dass keine Berechtigung besteht,, für 1936 eine merklich günstigere Prognose zu stellen;—"'' * Und nun die Ursachen ? Die Angaben über die verwendeten Zollpapiere zeigen einmal, dass vom Rückgang vor allem auch der kurzfristige Aufenthalt betroffen worden ist. Während sich die Zahl der Einreisen mit Triptyks und Grenzpassierscheinheften relativ auf gleicher Höhe gehalten hat wie 1934, verzeichnen diejenigen mit provisorischer Einreisekarte eine Abnahme von 2 %, wie folgende Zusammenstellung zeigt: 1935 1934 'Art der Zolldokumente Total % Total % Triptyks und Grenzpaesierscheinhefte 73.390 30 79.025 30 Freipässe 16.944 7 13.092 5 Prov. Eintrittskarte 151.128 63 173.385 65 Die kurzfristigen Aufenthalte dürften zweifellos 1935 etwas zurückgegangen sein, woran wohl der Weekendverkehr, für den das verbilligte Benzin für Ausländer nicht in Betracht kam, am meisten beteiligt gewesen sein dürfte. Eine zweite wichtigere Konstatierung ist die teilweise Abriegelung der Einreise italienischer Autotouristen, welche von 47,112 Wagen im Jahre 1934 auf nicht weniger als 28,514 zurückgegangen ist. Effektiver Rückgang 18,598 Wagen oder rund 55,000 Gäste. Dieser Ausfall wird sich 1936 noch um weitere 10,000 bis 20,000 Wagen verstärken. Die Schweiz wird umfahren. Vollständig falsch wäre es aber, den 1935er Ausfall an französischen, holländischen und belgischen Autotouristen auf die billige Ausrede des «allgemeinen Verkehrsrückganges » zurückzuführen zu wollen. Jeder, der sich nur einigermassen im internationalen Automobilreiseverkehr auskennt, weiss zur Genüge, dass es sich hier nicht trni allgemeinen Verkehrsrückgang, sondern Hm eine Verkehrsabwanderung handelt, wie nachfolgend an einigen Beispielen gezeigt wird. Denn der Automobilbestand hat sich 1935 in allen europäischen Ländern, vielleicht die Schweiz ausgenommen, erhöht, besonders stark in Deutschland und England. Teuerer Lebensstandard, teures Benzin und mangelnde Attraktionen in Form gutausgebauter Alpenstrassen waren die Hauptfakto- Feuilleton « Der Seewolf» Seite 4 ren, die den Niedergang des internationalen Autotourismus der Schweiz verursacht haben. Diese Verkehrsabwanderung wird auch 1936 andauern, die Propaganda der ausländischen Konkurrenzgebiete sorgt genügend dafür. Völlig verfehlt war die Massnahme des verbilligten Benzins für Ausländer. Wie der Bundesrat selbst zugab, ist der ausgesetzte Kredit nur zum geringen Teil in Anspruch genommen, weil einmal der Autotourist solche mit zu vielen Formalitäten verbundene Erleichterungen nicht liebt und der Ausschluss der ein- bis zweitägigen Aufenthalte und der Autocars sowie das unzureichende Bezugsmaximum von 300 Litern die Inanspruchnahme der Preisreduktion zum vorneherein in vielen Fällen unmöglich machte. Es ist aus Kreisen der Bundesbehörden und von verschiedenen Verkehrspressemännern der anhaltende Rückgang des internationalen Autotourismus der Schweiz auf einfachste Weise mit dem allgemeinen Verkehrsrückgang begründet worden, eine ArgumentierurigT die eigentlich zu denken ge« ben sollte, wenn in den wichtigeren Ländern Europas überall Zunahmen des Motorfahrzeugbestandes gemeldet wurden, wobei beispielsweise in Deutschland, England, Belgien und Oesterreich sehr erhebliche. Andere Länder laufen uns den Rang ab. Das Touristikbureau des Kgl. A. C. von England, der rund 250,000 Mitglieder zählt, gab bekannt, dass nach den ausgestellten Ausweisen 1935 50 % mehr englische Automobilisten ihre Ferien auf dem Kontinent zugebracht haben als 1934. Demgegenüber sind 1935 nur 84 englische Wagen oder knappe W2 Prozent mehr in die Schweiz eingereist als 1934. Woher kommt das ? Die Auskunft gibt das obgenannte Touristikbureau, das schreibt, dass die bevorzugten Länder 1935 Deutschland,' Oesterreich und Spanien waren, von der Schweiz ist keine Rede. Dass in England von einem Reiseverkehrsrückgang nichts"bekannt ist, zeigt auch die Feststellung, dass die Einreise ausländischer Automobilisten in England letztes Jahr um ca. 20 % zugenommen hat. Deutschland kennt ebenfalls diesen «allgemeinen Verkehrsrückgang » nicht; es verzeichnet im Gegenteil eine Hausse, wie sie in Europa ohne seinesgleichen dasteht. Für die Zeit vom 1. Juli 1933 bis 30. Juni 1934 wurde die Einreise von 121,902 ausländischen Motorfahrzeugen registriert; vom 1. Juli 1934 bis 30. Juni 1935 aber waren es — man staune — 415,085 Personenwagen, wobei der kleine Grenzverkehr unberücksichtigt blieb. Die meisten Gäste kamen aus Holland — und da wundert man sich noch, wenn das holländische Kontingent in der Schweiz abnahm und man diesen Rückgang mit Ausreiseschwierigkeiten rechtfertigen möchte. 49 % mehr fremde Motorfahrzeuge in Oesterreich. Dass in der Schweiz vor allem das Ergebnis Oesterreichs interessiert, ist aus dem Grunde begreiflich, weil ja beide Länder die nämlichen Vorzüge für den Autotourismus ins Treffen führen könnten. Nun, auch Oesterreich weiss für 1935 nichts von einem allgemeinen Verkehrsrückgang zu berichten, im Gegenteil. Nach den Angaben des österreichischen Bundesministeriums für Handel und Verkehr war der Fremdenzustrom aus dem Ausland in der Hauptreisezeit vom 1. Juni bis 30. September 1935 um genau 50,2 % höher als 1934. « Westeuropa habe Oesterreich als Modereiselähd entdeckt. England und Frankreich, welche 1932 noc an 8. und 10. Stelle rangierten, nahmen 1935 bereits die 3. und 4. Stelle ein. Auch Holland und Belgien seien vom 12. bezw. 15. Platz auf den 7. bezw. 11. Platz vorgerückt. Während in den ersten 10 Monaten des Jahres 1934 32,885 Motorfahrzeuge aus dem Ausland in Oesterreich eingefahren sind, waren es in den 10 ersten Monaten des Jahres 1935 bereits 48,978 oder 49 % mehr. Oesterreichische Verkehrskreise haben bei einer Wagenbesetzung von 4 Personen, einer Durchschnittsaufenthaltsdauer von 4 Tagen und einer Tagesausgabe von 40 Schillingen allein aus diesem ausländischen Autoverkehr eine Einnahme von 31,345 Millionen Schillingen berechnet, wozu noch kommt, dass an Mautgebühren für die neue Grossglocknerstrasse (Eröffnung 3, August 1935) 6,076 Millionen Schilling vereinnahmt wurden. 19,309 Autos, 5482 Motorräder, 4174 Autobusse und 4280 Fahrräder haben vom 3. August bis 31. Oktober 1935 die Grossglocknestrasse befahren, davon waren 33,3 Prozent Ausländer und — besonders interessante Tatsache : Von je 1000 Fahrzeugen kamen 269 aus der Tschechoslowakei, 131 aus Italien, 102 aus Holland, 92 aus Frankreich, 89 aus England usw. Auch hier wieder ein neuer Beweis dafür, wohin 1935 die holländischen, französischen und englischen Automobilisten gefahren sind. Gewiss, die tjeue Glocknerstrasse bildetej a eine besondere Attraktion, aber es geht nicht an, sie allein für den vermehrten Zuzug " ausländischer Autotouristen, nach Oesterreich verantwortlich zu machen, denn 60% der ausländischen Automobilisten suchten die neue Alpenstrasse nicht auf. Steuerwellenmagnetzünder müssen mit sehr hoher Leistung und zui Ueberwindung des entsprechend grossen Drehmoments mit sehr grossem Selbstversteller gebaut werden; denn sie müssen infolge ihrer geringen Antriebsgeschwindigkeit schon bei der Hälfte oder einem Drittel der Drehzahl eines normalen Zünders Funken geben, um gleich gut bezüglich des Anlassens zu sein. Durch gute Flanschbefestigung und kräftigen Antrieb ist das grössere Gewicht und Drehmoment des Magnetzünders gegenüber dem Batteriezündverteiler zu berücksichtigen. Dies ist ausschlaggebend für die Betriebssicherheit eines solchen Einbaus. Zünder, Kabel und Kerzen werden auch hier durch völlig metallische Kapselung entstört. Weitere Zündertypen, z. B. aus dem Gebiet des Motorrad-, Rennwagen- und Flugmotors können hier nicht näher erörtert werden, um noch ein kurzes Wort zur das Wirtschaftsproblem des Tages, beleuchtet v. Nat- Rat Dr. Gafner. Monte Carlo-Nachlese. Die Grirling-Bremse. Benzin zahlt keine Zollquittungsgebühren. Luftverkehrslinien über die Arktis? sehen Autotouristen 1935 der Schweiz den Rücken gekehrt und andere Touristikgebiete aufgesucht hat und auch in Zukunft aufsuchen wird. Vorläufig wird man vielleicht froh sein dürfen, dass der Ausfall 1935 nicht noch grösser war. Denn die 241,462 Autos h.aben 1935 unter Annahme einer durchschnittlichen Besetzung von 3 Insassen (die St. Moritzer Statistik ergab für 1935 2,97 Personen) doch noch 725,000 Gäste ins Land gebracht. Bei einer mittleren Aufenthaltsdauer von 4V£ Tagen (allein für St. Moritz wurden 1935 durchschnittlich 3,2 Tage festgestellt) entspricht dies einem Total von über 3 .Mil- 1 Honen Aufenthaltstagen oder bei einer durchschnittlichen Tagesausgabe von 25 ; Fr. für Zimmer, Verpflegung, Garage, Brennstoff, Oel, Reparaturen, Vergnügungen, Einkäufe, Trinkgelder usw. pro Person einer Gesamteinnahme von rund 80 Millionen Fr. Eins ist aber sicher : Das Ergebnis hätte um viele Millionen 'guter Schweizerfranken besser sein können, wenn auch die Schweiz als zugkräftigste Propagandamittel einen billigen Benzinpreis und gutausgebaute und auch neue Alpenstrassen in den schweren Konkurrenzkampf auf dem Gebiet des internationalen Automobilreiseverkehrs hätte führen können, wie dies den andern Ländern eben möglich war. Und alles deutet daraufhin, dass sich dieser Kampf durch die kürzsichtige. Einstellung der Behörden 1936 noch wesentlich erschweren wird. V Zündung, und Zündet Von Dipl. Ing. Erich Klaiber *) Anschtuamutte Jso/ierkörper. KoptSdioKFuß Ausgleichring Billigeres Benzin, bessere Alpenstrassen ! Diese Beispiele aus andern Ländern sollten zu denken geben. Statt dessen findet man sich bei uns mit billigen Ausreden und unstatthaften Behauptungen über den angeblichen Niedergang des internationalen Automobilreiseverkehrs ab, eine von A bis Z erfundene, unwahre Behauptung, nur um nicht eingestehen zu müssen, dass Benzinzollerhöhung und teurere Lebenshaltung sowie Erschwerungen anderer Art es erreicht haben, dass ein grosses Kontingent von ausländi- Dichtungsring- M« **»*./.. Zündkerze sagen zu können. Sie besteht aus Kerzenkörper mit Masseelektroden, Isolator aus Stein oder Glimmer und Mitte'elektrode. Die Hochspannung wird durch die Mittelelektrode isoliert in den Zylinder geführt und erzeugt zwischen Mittel- und Masseelektrode den Ueberschlag, und zwar an einer dem Gemisch möglichst zugänglichen Stelle. *) Schluss von Nr. 7, 8 und 10. Fortsetzung Seite 2, 4. Spalte.