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E_1936_Zeitung_Nr.011

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10 AUTOMOBIL-REVUE

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BERN, Freitag, 7. Februar 1936 Automobil-Revue, Die ersten Mensclien Wenn wir das menschliche leben unseres Landes seit seinem ersten Auftreten bis zur geschichtlichen Zeit überblicken wollen, dann fehlen uns die augenfälligen Beispiele in der freien Natur. Der Mensch erscheint gegenüber andern Naturgegebenheiten als das vergänglichste Wesen. Pflanzenund Tierreste sind uns aus uralten Erdzeiten in versteinerter Form und als Abdrücke in Stein massenweise erhalten geblieben. Der Mensch aber vermied Situationen, die ihn hätten versteinern können. Wir sind daher in dieser Frage von der Wissenschaft und ihrem gesqmmelten Material abhängig, sind abhängig von Indizien, von allerdings gehäuften, aber indirekten Beweisen, sind, mit einem Worte, auf Museen und Sammlungen angewiesen. Dort allerdings liegt das Stoffliche dieses Fragenkomplexes zur Anschauung ausgebreitet. Nirgends aber ist dies besser und lehrreicher, einfacher und klarer getan worden, als in der neugeordneten prähistorischen Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums in Zürich. Die Unmenge von Fundmaterial ist aus den Glasschränken verschwunden. Die Verwirrung ist behoben. Das Beste und zugleich Typischste wurde ausgesondert und nach neuesten Erkenntnissen geordnet aufgestellt. Alles Ueberflüssige ruht in der Studiensammlung für Fachleute und in den Magazinen. Allein die glänzende Beschriftung der Gegenstände und Fundgruppen ersetzt ein Lehrbuch der Vorgeschichte. So wie wir in allem Bisherigen, um nicht im trüben Abstrakten zu fischen, hinaus- und hinangewiesen haben, so müssen wir jetzt für alles Vorgeschichtliche zunächst hineinweisen in die grössern Museen der grössern Städte, vor allem aber hineinweisen in unser Landesmuseum. Dort erst kann uns der Blick geschärft werden für Dinge, die allerdings oft zuoberst auf frischgepflügten Aeckern. liegen. Dort erst bekommen wir ein Auge für Grabhügel, Pfahlbauten, Wohnhöhlen, Höhensiedelungen und wird in uns der Instinkt geweckt für Oertlichkeiten, an denen Vorgeschichtliches allenfalls zu erwarten ist. Wir wissen nicht, wann der Mensch auf Erden zum erstenmal auftrat. Wenn die Abstammungslehre Geltung besässe, müsste der Mensch mindestens schon im Erdmittelalter sich von einem Stamm der höhern Wirbeltiere losgelöst haben, denn nach den ersten, unbestritten menschlichen Skeletten, die auch wirklich in grösserer Zahl jedoch aus erdgeschichtlicher Neuzeit gefunden worden sind, war der Mensch damals schon ein Mensch Zoll um Zoll und von der Fußsohle bis zum Scheitel. Die urgeschichtliche Forschung sieht sich leider ausserstande, die baufällig gewordene Abstammungslehre zu stützen. Auch in Ländern ohne grosse Vereisung begegnen wir dem Menschen vorläufig erst im Diluvium. Der diluviale Mensch gleicht sich auf der ganzen Erde. Man unterscheidet ihn von spätem Rassen durch die Bezeichnung Neandertalrasse. In der Schweiz ist der Eiszeit- oder diluviale Mensch in einer Reihe von Höhlen nachgewiesen. Wir sprechen deshalb von ihm-als vom Höhlenbewohner und die urgeschichtliche Zeit, in der erlebte,, heisst Altsteinzeit, obwohl nicht alle seine Werkzeuge aus Stein, sondern auch aus Knochen und Hörn, gewiss aber auch aus vergänglichem Holz hergestellt' waren. Am Säntis wurden die Spuren menschlichen Daseins ,und menschlicher Tätigkeit in der Wildkirchlihöhle, im obern Toggenburg im Wildenmannlisloch am Selun, im Taminatal im Drachenloch ob Vättis unseres Landes Hermann Hiltbrnnnev und am Rigi in der Steigelfadbalm nachgewiesen. In der Höhle von Cötencher bei Boudry am Neuenburgersee und in den Höhlen im Simmental erkannte man, dass der Mensch sie bis zum Vordringen des Rhonegletschers bzw. des Simmegletschers besiedelt haben musste. Auch in den ostschweizerischen Höhlen gelang ein entsprechender Nachweis. Damit ist dargetan, dass der Mensch in unserem Lande mindestens während der letzten Zwischeneiszeif schon dagewesen war. j Was suchte er da, und worin bestand sein Dasein? Er jagte, und zwar waren es hauptsächlich Höhlenbären, denen er nachstellte. Wir haben in unsern Höhlen Jägerstationen vor uns; die Dicke der Kulturschichte jedoch zeugt von längerer, teilweise von sehr langer Benützung der Höhlen. Aber auch jenseits des Jura, um Basel herum und im Birstal, in Gegenden also, die nie unters Eis gerieten, lebte der gleiche Mensch, lebte dort bestimmt unter günstigeren Bedingungen als in 2450 Meter Höhe im Drachenloch. Doch der Mensch lebte eben hier wie dort, es gab vielleicht rschon zu jener Zeit den Unterschied zwischen Bergund Talbewohnern, und jedenfalls hatte der; Bergbewohner keine schlechte Jagd. Die Tierwelt unterschied sich auch damals schon, sie änderte sich, je weiter das Gebiet von den Alpen entfernt lag. Die Basler Jäger erlegten Tiere der nordischen Steppenrassen, wie die Lössflächen der Rheinebene sie beherbergten:. Mammut, wollhaariges Nashorn, Rentier, Hirsch, Wildpferd, Wildrind. Höhlenlöwen und Höhlenhyänen benagten, was sie fortwarfen. Der Höhlenbär aber schätzte das steppenhafte Lössland wenig; er war ein Tier der Bergwälder und des felsigen Terrains. Wir sehen also den Menschen der altern Altsteinzeit als Grosswildjäger. Dass er, was die stehende Natur an Essbarem hervorbrachte, sammelte: Beeren, Früchte, geniessbare Pflanzen, wird niemand bestreiten, aber dieses Sammeln war zweifellos eine Nebenbeschäftigung und wurde vielleicht nur zu Zeiten der Nahrungsknappheit ausgeübt. Solche Zeiten mag es gegeben haben; denn das Wild ist unstet, es wechselt. Mit ihm wechselte auch der Mensch. Er war daher Nomade, nomadisierender Jäger, der seine Jagdtiere mit Holz- und Steinwaffen erlegte. Erhalten haben sich naturgemäss nur die Kunstprodukte aus Stein und Knochen. Aber die Steinwerkzeuge, die man gefunden hat, eignen sich nicht nur zur Zerlegung der Beute, sondern sehr wohl auch zur Holzbearbeitung. Da Speer- und Pfeilspitzen im Fundmaterial fehlen, werden also im Feuer spitzgebrannte und gehärtete Holzspeere, Holzkeulen und Wurfhölzer hergestellt worden sein. Aber diese Waffen waren bestimmt keine Angriffswaffen. Wo der Mensch keine Gruben graben konnte, wenn er keine Fallen zu stellen wusste, so musste der Steinwurf die hauptsächlichste Jagdmethode gewesen sein. Verschiedene Schädel der ostschweizerischen Höhlen zeigen auch Einschlaglöcher. Ausserdem liegen einige Höhlen in übersichtlichen Karen, in richtigen Jagd-Eintriebkesseln. Ein Tier, in die Enge getrieben, kann durch Steinwürfe aus der Nähe wohl erlegt werden. Wie sie es auch angestellt haben mögen — jedenfalls sind diese Menschen zu ihrer Beute gekommen. In zwei ostschweizerischen Stationen sind die Reste von insgesamt 2000 Höhlenbären gehoben worden. Wir sehen sie, diese eher kleinwüchsigen Menschen von massivem Körperbau, mit fliehendem Kinn und fliehender Stirne, an der die starken Augenbraueribogen auffallen, mit den eher weit voneinander entfernten Augen und einer etwas breiten Nase, wie beim heutigen Australier — wir sehen sie schleichen, Tieren gleich, dem Höhlenbären gleich und doch Mensch Zoll Zoll... sie haben Steine gesucht und herauf^ schleppt. Steine, die hier oben nicht zu firj sind... sie haben diese Steine geschlagen voll und mit einem tiefen Wissen um die dieses Steins, sie haben die Schneiden derjenigen absplisse, die handliche Grossen zeigten' weitere Schläge schärfer gemacht, haben sie retouchiert, primitive Messer entstanden unter ihren Händen und Fellschaber, schräggebrochene Knochen mit natürlicher Spitze dienten ihnen als Fellablöser — sie waren Menschen, die ersten Menschen in unserm Lande, sie taten das ihre nach bestem Vermögen, sie waren in ihrer Art vollkommen und im Wesentlichen nicht anders als wir. Die letzte Eiszeit machte unser Land zum grössten Teil wieder unbewohnbar. Aber nach dem endgültigen Rückzug der Gletscher erschien der Mensch wiederum im Lande. Es war nicht mehr der gleiche Mensch, er gehörte nicht mehr zur Neandertalrasse. Ein höher gewachsener Typus mit steilerer Stirn, schmälerm Schädel und schmälerer Nase tritt auf. Die Augenwülste sind nicht mehr so auffallend, das Kinn ist voll entwickelt, der ganze Mensch erscheint — von uns aus gesehen — menschlicher. Es ist die Cro-Magnonrasse und die Zeit, die angebrochen ist, ist die jüngere Altsteinzeit. Im bekannten Kesslerloch bei Thayngen und unter dem Felsschirm von Schweizersbild bei Schaffhausen, aber auch im Basler und Berner Jura, in der Sählihöhle bei Allmendhubel bei Murren Ölten, im Mühliloch bei Starrkirch ist dieser jüngere Abschnitt der Altsteinzeit und die Hinterlassenschaft ihrer Menschen ans Tageslicht gehoben worden. Es fällt auf, dass die bisher entdeckten Stationen dieses Jüngern Abschnittes der Altsteinzeit ausnahmslos im Jura, im juranächsten Mittelland und im transjurassischen Gebiet von Basel liegen. Das hängt vielleicht mit dem Zustand des Landes unmittelbar nach der Eiszeit zusammen. Sowie aber die Uebergangszeit zwischen Alt- und Jungsteinzeit anbricht, ändert sich dieser Sachverhalt mit einem Schlage: Funde aus der Mittelsteinzeit sind bis an den Alpenrand auf Fluss- und Seeterrassen gemacht worden. Die Mittelsteinzeit ist noch am wenigsten untersucht worden. Wir dürfen annehmen, dass vielerorts, wo in der Jungsteinzeit Siedelungen bestanden haben, sich vorher mittelsteinzeitliche auf etwas höhern Horizonten befanden. Doch zurück zum spätem Abschnitt der Altsteinzeit. Noch immer besteht das Arbeitsgerät des Menschen aus geschlagenem, vielfach ortsfremdem Feuerstein. Aber die Steinbearbeitungstechnik hat Photo Froebel (Zingc)