Aufrufe
vor 3 Monaten

E_1936_Zeitung_Nr.015

E_1936_Zeitung_Nr.015

12 Awtomofcfl-Revtie —

12 Awtomofcfl-Revtie — 15 Prinz Karneval vor Gericht «la Dertgira nauscha» — zu Deutsch: «Das Strafgericht» —, so nennt sich ein im romanischen Quellgebiet des Rheins beheimatetes Fastnachtsspiel, das sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem der eigenartigsten und populärsten Produkte der rätoromanischen Volksliteratur entwickelt hat. Das diesem Spiele zugrunde liegende Motiv: der Kampf zwischen Winter und Sommer, ist uralt und ist schon früh in den verschiedensten Sprachen der Welt dramatisch verwertet und dargestellt worden. Seit dem Mittelalter hat dieser Natur-Mythus in seiner dichterischen Gestaltung vielfach eine Umwandlung, gewissermassen eine «Christianisierung» seiner ursprünglichen Bedeutung erfahren, indem das Symbol des Winters durch den Prinzen Karneval, die Personifikation des Sommers durch die Fastenzeit ersetzt worden ist. Wie ja auch die während der Fastnacht noch vielerorten übliche Beerdigung oder Verbrennung der (ursprünglich den «Winter» darstellenden) Strohfigur heute zumeist als eine dem Prinzen Karneval geltende Abschieds-Zeremonie aufgefasst wird. Auch in der «Dertgira nauscha», deren älteste uns erhaltene Fassung ,aus dem Jahre 1764 stammt, treten nicht mehr Winter und Sommer, sondern Prinz Karneval Iromanisch: «Junker Tscheiver») und Frau Fasten («Dunna Cureisma») sich im Kampfe gegenüber. Was diesem rätischen Spiele eigentümlich ist und es von den motivisch gleichartigen Dramen anderer Nationen unterscheidet, das ist der Umstand, dass die beiden Widersacher ihren Streit nicht unter sich austragen, dass die Kontroverse vielmehr auf dem Prozesswege seine Erledigung findet, wobei die Gerichtsverhandlungen genau nach den im Grauen Bunde dereinst geltenden Rechtsregeln geführt werden. Der Verlauf des Gerichtsspieles, das, auf offenem Dorfplatze aufgeführt, durch Jahrhunderte hindurch die beliebteste Fastnachtsunterhaltung der Sursilvanen bildete, ist in Kürze zusammengefasst folgender: Nqch dreimaliger Vorladung durch den Gerichtsweibel, erscheint in altertümlicher hudliger Tracht, eine aus Schneckengehäusen bestehende Rosenkranzkette um das Handgelenk gewunden, Frau Fasten vor den versammelten Herren des Gerichts und macht geltend, dass Prinz Karneval durch unerhörte Verführungskünste das Volk vom Himmelsweg abbringe, das alte Vätersitte der neuen Kleiderpracht weichen müsse. Sie erbittet sich vom Gericht einen amtlichen Beistand, der sich aber — ungalant genug — der hässlichen, ausgemergelten Alten als Fürsprech zu dienen, nur ungern herbeilässt. In seiner Klagerede weist er auf die Wohltat eines arbeitsamen, frommen Lebens hin, während Prinz Karneval nachts und während der Mette Schafe, Kälber und Hühner stehle und dann behaupte, Zigeuner oder der Bär hätten es getan,- der gleiche Schelm verlocke die Jugend zu Tanz und Liebelei, verleite die Frauen dazu, Butter und Korn zu verschachern, um aus dem Erlös Wein und eitlen Putz zu kaufen. Nun wird Prinz Karneval, der sich gerade in lustiger Gesellschaft befindet, durch den Gerichtsweibel herbeigeholt. Unbekümmert um die ernsten Mienen der Richter gibt der gesellige Junker seiner Freude darüber Ausdruck, eine so grosse Menschenmenge anzutreffen, und er fordert das Volk auf, sich ihm, dem frohen Tanzmeister, anzuschliessen. Es fällt ihm nicht schwer, einen gerne bereiten Fürsprech zu finden, der des langen und breiten darlegt, wie schädlich die erfrorenen Schnecken für den Magen seien, wie wenig die abgerahmte Milch der Fastenzeit den Menschen zusage. Ueberdies trumpfte er mit dem hohen Preis der Fische auf und nimmt die Frauen wegen ihrer schönen Kleider in Schutz. Es folgt lebhafte Rede und Gegenrede, wobei dem Prinzen seine Kahlköpfigkeit als Folge seines liederlichen Lebenswandels vorgehalten wird, während dieser wieder die ausgemergelte Hässlichkeit der geizigen Alten bespöttelt. — Nach ' eingehender Beratung entscheidet das Gericht: Wenn in der Nacht vor Aschermittwoch die grosse Glocke läute, habe Prinz Karneval ausserhalb der Landesgfenzen zu sein und dürfe mit seinem Gefolge unter Strafe von hundert Kronen die Landschaft Disentis zehn Monate lang nicht betreten. Nach der Urteilsverkündung, die das Zuschauerpublikum teils mit lautem Beifall, teils mit Protestrufen und Wehklagen beantwortet, wird der Prinz Karneval von den Gerichts-Schergen auf einem grossen Schlitten durchs Dorf gezogen, mitten auf dem Dorfplatz in ein Feuer geworfen und hierauf mit brennenden Besen aus dem Dorf gejagt. Dr. G. C. Göschenen BAHNHOF BÜFFET Umladestelle für die Autos nach und von Airolo. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit. Auskunft über Fahr- und Transportverhältnisse. .Tel. 2.11. (Nicht zu verwechseln mit Hotel Bahnhof.) Höfliche-Empfehlung Steiger-Gurtner. Die Maske (Zu unserer Büderseite) Von Th. B. Strasser Ein Gesicht auf dem Gesicht, ein lebendes und eins aus Pappe. Seht mich an. Erkennt ihr nicht gleich das Närrchen an der Kappe? Hört der Schellen Kling-Geläut. Konfetti schneit's auf alle Strassen, und ich darf zum Spasse heut laut euch in die Ohren blasen. Kitzelt euch das Trommelfell? Gönnt mir heut die tolle Weise. Auch die liebe Zeit geht schnell, und aus Närrchen werden Greise. Ein Gesicht auf dem Gesicht, keines ein ganz schlechtes. Beide zeigen schickt sich nicht. Welches ist mein echtes? Von der Geburt eines Bühnenwerks ist schon allerhand verraten worden. Von Dichtern und Komponisten war dabei die Rede, also von jenen glücklichen Leuten, die bloss notieren, was ihnen gerade einfällt, während andere schwer arbeiten müssen, und von Schlagern der Saison, von gefüllten Theaterkassen und gefeierten Künstlern. ' Wer aber sprach vom technischen Apparat, von den Maschinen und Instrumenten? Man denkt, all die märchenhaften Szenerien, schreckhaften Blitze, schaurigen Donner, strömenden Regen und lachenden Sonnenscheine liegen nur so nebenbei auf Lager. Leider nicht. Es sind dafür neben Raum und Zeit und Material; viele kundige und fleissige Hände nötig. Und manche Stange guten Goldes... Und während so ein Theaterstück von den Künstlern memoriert, probiert, repetiert und von der Regie «gestellt » wird, müssen auch Dekorationen entworfen, gezimmert, gemalt, Projektionsbilder hergestellt, Kostüme geschneidert und allerhand andere Dinge getrieben werden. Dem Dichter — und wohl auch seinem Publikum — genügt es eben nicht, dass das Stück nur auf einer leeren Bühne gesprochen Stadttheater Ab «»

NÖ 15 — Automobil-Ren» Karl Keller-Tarnuzzer Wie die Rheininsel unterging Diese interessante Schilderung ist dem kürzlich in K. Thienemanns Verlag, Stuttgart, erschienenen Buch « Die Inselleute vom Bodensee >, eine Erzählung aus der späten Bronzezeit von Karl Keller-Tarnuzzer. entnommen. Der Kleine Pfeil konnte den Abend kaum erwarten. Er rief alle Knaben des Inseldorfes zusammen, erzählte ihnen von seiner merkwürdigen Entdeckung und lud sie zur Erzählung des Mondpriesters ein. Die Alten lächelten über den Eifer der Knaben, sie kannten die Geschichte, die der Priester zu melden hatte, schon längst, aber sie war heiliges Sagengut, das nur der Priester weitererzählen durfte. Sie freuten sich, dass nun auch ihre Knaben des seltsamen Wissens teilhaftig wurden. Es war ja etwas so Herrliches, die Geschichte seiner engeren Heimat zu kennen. Als die Lichter in den verschiedenen Hütten brannten, sammelte sich die Knabenschar erwartungsvoll vor dem Hause des Priesters. Der öffnete die Tür und hiess sie eintreten. Rings um das Herdfeuer lagerten sich die wissbegierigen Schüler, und der Priester hub an; « Der Kleine Pfeil hat heute seinen Bären begraben, und da fand er in der Erde Schoss sonderbare Dinge von Menschenhand, die aber nicht denen gleichen, die heute die Menschenhand schafft. Hört, was sich bei uns in alten Zeiten zugetragen hat: Es gab eine Zeit, da ging der Rhein jahraus, jahrein, tagein, tagaus höher, als er heute geht, noch höher, als wir jetzt befürchten, dass er in diesem Sommer steigen wird. Da war unsere Insel noch keine Insel, sondern nur eine Untiefe im Strom. Das sind unzählig viele Jahre her, so viel Jahre als ein Topf Haselnüsse zählt, wenn er voll ist. Da kam den Rhein herauf ein fremdes Volk und sah diese Untiefe im Rhein und sah, dass die Stelle geschützt war vor wildem Getier und vor bösen Menschen, und es beschloss, auf dieser Untiefe ein Pfahlbaudorf zu bauen, wie ihr es ähnlich kennt vom Pfahlbaudorf weiter unten im Rhein. Dieses Volk kannte noch kein Metall. Die Bronze, das Gold, das Blei, die wir kennen und brauchen, waren ihm unbekannt. Alle seine Werkzeuge bestanden aus Stein oder aus Knochen oder aus Holz, seine Waffen und sein Schmuck waren ebenfalls aus Knochen gefertigt. Es war auch in der Kunst der Töpferei nicht so erfahren wie wir, verstand nicht, seine Krüge so hart zu brennen wie wir und nicht, sie so schön zu verzieren wie unser Töpfer, der ein wahrer Künstler ist. Aber es verstand, kunstvolle Gewebe zu flechten und zu sticken und zu weben; es fertigte starke Fischernetze, wie wir sie heute noch nicht besser machen können. Es zähmte wie wir schon Kühe und Schweine, Ziegen und Schafe, nur das Pferd, das auch bei uns nur die reichen Leute besitzen, kannte es noch nicht. Es pflanzte Getreide und Gemüse wie wir und pflegte den Apfelbaum und den Birnbaum. Gar kunstvoll war, was diese Leute aus Feuerstein schufen. Zierliche Pfeilspitzen fertigten sie aus ihm. Pfeilspitzen, die auf der Jagd ebenso tauglicH waren, wie unsere Bronzepfeilspitzen. Mit den breiten Schabern bearbeiteten sie die Tierfelle, mit den feinen Nadeln bohrten sie in diese Felle dünne Löcher, durch die sie Tiersehnen zogen, so dass sie sie als schützende Mäntel brauchen konnten. Wenn sie besonders grosse Feuersteinwerkzeuge herstellen wollten, dann mussten sie den Feuerstein von einem Händler beziehen, der jedes Jahr den Rhein heraufkam, so wie wir jetzt die Bronze von dem Händler kaufen, der uns alljährlich, vom See her kommend, besucht. Unter den Feuersteinarbeitern muss ein ganz besonders geschickter Geselle gewesen sein. Er machte die erste Steinsichel, die fast genau so aussieht wie unsere Bronzesichel. Die war ein gar tüchtiges Werkzeug, und überall versuchte man, sie nachzumachen. Aber keinem gelang es, und auch nach ihm hat kein zweiter eine solche Feuersteinsichel mehr zustande gebracht. So lebte dieses Volk auf der Untiefe viele Jahre lang. Zehnmal starb der Häuptling, so lange dauerte das Dorf. Da kam ein mächtiger Sturm über das Pfahlbaudorf hinweggebraust und verschlang die Hütten, riss die Pfähle um, Menschen und Vieh trieben den Rhein hinunter. Das Vieh ertrank, die Menschen konnten sich retten; denn sie konnten schwimmen so gut wie wir. Nur einige ganz kleine Kinder, die noch nicht einmal gehen konnten, versanken in den Fluten und konnten von ihren Müttern nicht mehr begraben werden. Und wieder verging eine lange Zeit. Nichts verriet mehr, dass hier fröhliche Menschen gehaust hatten. Nur auf dem Boden der Untiefe lagen die Reste der alten Wohnungen, die Steinbeile und alle anderen Werkzeuge. Der Rhein wälzte Steine und Sand, Schnecken und Muscheln darüber hin und deckte alles zu, so dass man nach langen Jahren auf dem Grunde des Wassers die Spuren des alten Volkes nicht mehr entdecken konnte. Und wieder geschah es, dass ein Volk, diesmal von Mitternacht her, an den Rhein kam und den grossen Strom, das fruchtbare Land und die weiten Wälder voll Wild erblickte. Und auch die Mitternachtsleute beschlossen; hier zu bleiben und sahen wieder die Untiefe im Wasser, die ihnen Schutz zu gewähren schien. In wochenlanger Arbeit rammten sie Pfähle in den Schlamm, legten lange Balken quer darüber, dass bequeme Böden entstanden, auf denen man gehen konnte wie auf dem sicheren Erdboden. Auf diesen Böden bauten sie ihre Häuser, so viel wie zwei Menschen Finger an den Händen haben. Auch das Mitternachtsvolk kannte noch keine Bronze, kein Gold und kein Blei. Nur das Kupfer kannte es schon, aber es verwendete es fast nie als Werkzeug, da es zu weich war und sich bei der Arbeit verbog. Ein Beil, das aus Kupfer bestand, hatte schon nach wenigen Hieben eine plattgedrückte Schneide. So blieben die Mitternachtleute denn bei den Stein- und Knochenwerkzeugen. Ihre Feuersteinmesser und Feuersteindolche waren grösser als die der früher den Rhein heraufgekommenen Menschen. Am besten verstanden sie, ihre steinernen Lanzenspitzen zu bilden. Aber ihre Geschirre waren viel schlechter. Sie verstanden es nicht mehr, sie so gut zu brennen, aber dafür erfanden sie vielerlei Verzierungeni die aber immer noch nicht die Schönheit der unsern erreichten. Die Mitternachtleute blieben nicht gar lange auf unserer Untiefe. Nur viermal wechselte ihr Häuptling. Da kamen fremde Menschen von kostbare Metall, den gelben Stein, wie sie es nannten, zu erwerben. Stolz steckten sie ihre Beile in die Gürtel und trugen grosse Nadeln in den Gewändern, und die Frauen prahlten mit breiten Armbändern und zierten und spreizten sich. Es war ein richtiger Hochmut über die Menschen gekommen. Ihre Pfahlbauhütten, in denen sie so ruhig und sicher gewohnt hatten, wurden ihnen zu eng. Sie glaubten, die wilden Tiere nicht mehr fürchten zu müssen, meinten, jeden Feind abwehren zu können, und bedachten nicht, dass auch der Feind unterdessen in den'Besitz der Bronze gekommen war und sie mit gleichen Waffen * bekämpfen konnte. Viele verliessen im Uebermut ihre Dörfer auf den Pfahlbaurosten und siedelten nach Abend her, die brachten die Bronze mit, zeigten das kostbare, glänzende Metall, und dieser bauten, aber auch neue Felder roden, neue den Berghöhen hinauf, wo sie stattliche Häu- Mitternachtleute staunten über den seltsamen, Obstbäume pflanzen mussten, und wo der schweren Stein und über dessen Gebrauch. Fisch ein seltenes Wild wurde. Nur an wenigen Orten waren die Menschen klug genug, Und wie ihnen, so erging es allen anderen Menschen, die damals in den Seen lebten. Ihr ihre Pfahlbauten nicht aufzugeben, der einmal müsst nämlich wissen, dass die Menschen damals ziemlich zahlreich geworden waren, und hatten auch das bessere Teil erwählt. Das angenommenen Heimat treu zu bleiben. Diese dass solche Pfahlbauten von Mitternachtleuten zeigte sich, als nacfi langer Zeit die auf den und Leuten vom Mittag überall standen, auch Berg gezogenen Menschen, die da oben doch an unserm See und in den andern Seen. Und nicht recht heimisch geworden waren, wieder allen diesen Menschen wurde das neue Metall herunterkamen, wehmütig die alten Pfahlbaustätten ansahen und der vergangenen Zeiten gebracht. Da wurden die Menschen unzufrieden mit gedachten, um sich schliesslich wieder aufs ihren Behausungen. Sie fieberten danach, das neue in den Seen ihre Heimstätten zu erbauen. Privat- Detektiv büro «ARGUS» gegr. 1890, Zürich, Goethestrasse 12, Teleph. 44.195, besorgt überall Auskünfte, Beobachtungen, Nachforschungen etc. werden, das gibt's. Nur müssen Sie das richtige Mittel nehmen, dasselbe, das auch die Filmstars in Hollywood verwenden: Dr. Weinreichs Schlankheitstee «Leobai», der hilft. Kurpackung Fr. 8.—, % Kurpackung Fr. 4.25; Wochenprobe Fr. 1.50. In allen Apotheken od. durch d. Herstellerin: Löwen-Apotheke, Basel, wo auch Gratisprobe bei Einsendung dieses Inserates erhältlich ist. Auch in Drageeform unter dem Namen «Leobal- Dragees Dr. Weinreich » zu Fr. 4.—, 6.50, Kurpakkung Fr. 12.50, erhältlich. m ChafiakteiibUdung l0 Pnurtolarv „i, iary lehrt perfekt Französisch, Italienisch, Englisch, Haushalt usw. Sport,* Musik. Jahiesknrsbegrlnn; Ende April. Vorzügliche Ski-Gelegenheiten. Beste Referenzen. Prospekte. Gebirgslage, 700 m Höhe. Herrn. Frau Pfarrer Vouraard. Montreux Pensionat und Haoshaltunpschule „U Presbytire" Knaben-Institut Chabloz Höhere Handels- und Verkehnsohule. Privat-Anstalt, wärmsten« empfohlen. — Gründliche Erlernung des Französischen. Vorbereitung auf Post, Eisenbahn; Zoll, Lehrer-Seminar, kaufmännisch. Berat, Handelsdiplom. Haturltät. — Sorgfältige Charakterbildung. VILLE DE IMEUCHATEL ECOLE SUPERIEURE DE COMMERCE Cours preparatolre du 15 avril au IS juillet 1936. Ce cours es{ organisö pour preparer les Jeunes gens a l'adraission directe dam une classe de Ilme ou de lllme ann£e; Cours preparatolres speclaux pour Jeunes Wies et pour eleves drogulstes. 8ectlon des Postes, Chemlns de fer et Douanes. Ouvertüre de l'aaatt scolaire: 15 avril 1936. Deux cours de vacanoes en etc. Demander renseign. et progr. au Olrecteur P.-H. Vullleme. Zu den Uebermütigen gehörten auch die Mitternachtleute unserer Untiefe. Auch sie zogen hinauf nach den Höhen und wollten von ihrem alten Heim nichts mehr Wissen. Im Laufe der Jahre zerstörten Wind und Wetter die verlassenen Hütten. Das Schilf faulte auf den Dächern und wurde vom Sturm in den Strom geweht. Der Regen zermürbte die Hauswände, und sie fielen ein. Die Böden sanken in die Tiefe, und die Balken wurden morsch und hingen in das Wasser hinunter. Der Wellenschlag vollendete das Zerstörungswerk. Nach langen Jahren war alles, was an du einstige Dorf erinnerte, in der Flut versunken, und das zurückgelassene Besitztum der Mit« ternachtleute wurde wiederum zugedeckt vom Sand und von den Steinen, die der Strom dahinwälzt. Aber es breiteten sich neue merkwürdige Ereignisse vor. Nach weiteren vielen Jahren begann sich der Seespiegel allmählich zu senken, und der Rhein führte nicht mehr so viel Wasser. Und mehr als Manneshöhe verlor er an Tiefe. Da trat die Untiefe mit den Resten der alten Dörfer als Insel aus dem Strom hervor. Da erst entstand unsere Insel, die uns Heimat bietet. Es war der Urgrossvater deines Grossvaters, Kleiner Pfeil, der vom Berg herab auf den Rhein blickte und die Insel sah und beschloss, sie zur Wohnung für seine Dorfgenossen zu machen. Unter seiner Führung wurden die ersten Hütten gebaut und zum Schutz gegen Feinde und gegen das Wasser die Palissade um die ganze Insel errichtet. Er gehörte zur Sippe derer, die einst die Untiefe im Uebermut verlassen hatten. Er suchte wieden den alten Platz auf, wenn es auch kein Pfahlbau mehr war, da die Insel selbst Schutz genug bot. Und er erzählte von seinen Vorfahren, so wie es ihm überliefert worden war, und was er berichtete, verbreitete sich von Mund zu Mund weiter bis in die heutige Zeit. Und ihr, Knaben, besonders du, Kleiner Pfeil, ihr sollt die Geschichte einst euren Kindern weitererzählen, damit sie ihre Heimat lieben lernen und erfahren, dass es dem Menschen immer dort am besten geht, wo seines Vaters Hütte stand. Was der Kleine Pfeil heute im Grabe des Bären gefunden hat, das sind die Ueberreste des Besitzes der Mitternachtmenschen gewesen, die einst hier hausten. Wenn er noch tiefer gegraben hätte, dann würde er auch die Ueberreste der ersten Siedler an unserer Stelle, die von Abend her gekommen waren, gefunden haben. Ihr wisst, dass heute unserem Inseldorf grosse Gefahr droht. Der Rhein wächst stetig, und wir können nicht wissen, ob er nicht wieder so hoch steigen wird, wie er einst war. Wir wissen nicht, ob er unser Dorf vernichten und ob er je wieder in sein gewohntes Bett zurückfliessen wird. Aber mögen die Götter es lenken, wie sie wollen, wir werden wieder in unsere Heimat zurückkehren, wenn die Wasser säe zerstören sollten. Und wenn wir das Dorf nicht mehr so bauen können, wie es heute dasteht, so wollen wir wieder einen Pfahlbau in die Fluten stellen und leben, wie man einst an dieser Stelle gelebt hat. Jetzt, ihr Knaben, geht zur Ruh. Es drohen schwere Tage. Ich will den Mondgott bitten, dass er die Gefahr von uns wende! »