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E_1936_Zeitung_Nr.016

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Zum HAema Es ist gekommen, wie es zu erwarten stand. Die Aussicht auf eine weitere Erhöhung des Benzinzolls hat zu einer massenhaften Rückgabe der Nummernschilder bei den kantonalen Automobilbureaus geführt. Natürlich musste — weil Stimmungsmache gegen das Auto unerlässlich war, wollte man den Zollaufschlag in den Räten durchbringen — ein Sündenbock her. Mit der Fahndung nach einem solchen Prügeljungen machte man sichs leicht. Man suchte und fand ihn in den Automobilverbänden, denen die ganze ausschliessliche Schuld daran in F die Schuhe geschoben wurde, dass die Stilllegung von Motorfahrzeugen auf Jahres- I I anfang hin ein Ausmass annahm, das nie-mand vorausgesehen hatte. Bei der Beha'ndlung des Finanzprogramms im Nationalrat sprach Herr Bratschi das grosse Wort gelassen aus : es handle sich um eine gewisse, wohlorganisierte Demonstration. Aber weshalb denn dieser Vorwurf, wenn derselbe Herr Bratschi doch im gleichen Atemzug versicherte, die heute eingestellten Wagen würden im Frühjahr samt und sonders wieder auf der Strasse erscheinen, ganz gleichgültig, ob der Benzinzoll nun auf 24 oder i 28 Fr. heraufgesetzt werde ? Aha, ach so ! Warten wir einmal getrost ab und sehen wir im. April oder Mai zu, was es mit der Demonstration und dem « Druck >, der angeblich auf die Autobesitzer ausgeübt worden ist, auf sich hat. Es wird sich dannzumal ja weisen, ob hinter der auffallend starken Nummernrückgabe wirklich bloss eine Machination der Autoverbände steckte oder ob die Gründe nicht vielleicht noch tiefer reichen ! Um die Sustenstrasse. Während man im Bundeshaus auf den Rückzug der Alpenstrasseninitiative wartet — das grosse Ini- I 1 I

HJ016 _ DIENSTAG, 25. FEBRUAR 1936 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Wiuterprnfnngsfalirt nach Eugelberg Luzern, 22. Februar. Frühsommerliche Wärme. Weit und breit nichts, was an die Saison erinnert, in deren Mittelpunkt wir zurzeit stehen sollten. Und die wollen eine « Winter »prüfungsfahrt nach Engelberg von Stapel lassen ? Nicht möööglich, um mit Grock zu sprechen, das kann doch bestenfalls eine Fahrt in den Winter absetzen. Aber an eine «Winterprüfungsfahrt •», die laut Reglement den Zweck haben soll, «an Hand von praktischen Versuchen die Wirkung der von der einschlägigen Industrie auf den Markt gebrachten Hilfsmittel für den Winterbetrieb der Automobile unter offizieller Kontrolle zu prüfen », ist wohl gar nicht ernsthaft zu denken. Jedenfalls ist unsere Prognose in der Freätagnummer, die von «idealen Witterungsverhältnissen y> sprach, in ihrem Endeffekt gründlich über den Haufen geworfen. Mit dem hinreichend bekannten Ausspruch... denn erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt... hat es einmal mehr seine Richtigkeit. Aber nicht nur in Bezug auf unsere Wettervoraussage, sondern auch hinsichtlich der Beteiligung an diesem von der Sektion Luzern des A.C.S. und dem Kurverein Engelberg organisierten Sportanlass. Am Donnerstag und Freitag setzten die Veranstalter nochmals alle möglichen Hebel in Bewegung, um weitere Fahrer für die Teilnahme zu interessieren. Erfreulicherweise waren diese grossen Bemühungen von Erfolg be-f gleitet, so dass Herr Siegwart, Präsident der Sportkommission der Sektion Luzern des A.C.S. am Samstagnachmittag eine 25 Wagen aufweisende Startliste vorlegen konnte. Startliste. 1. Koch Eugen, Zürich, auf Mercedes-Benz 2. Fiedler M.. Zürich, auf Fiat 3. Ortelli Hulda, Luzern, auf Chrysler 4. Hirzel Rob., Zollikerberg, auf Mercedes-Benz 5. Koch Armin, Luzern, auf Fiat 6. Hahn Karl, Kriens, auf Opel 7. Bosshardt Adolf, Zürich, auf Mercedes-Benz 8. Ferrier Adolf, Luzern, auf Chevrolet 9. Gerber Armin, Bern, auf Adler 10. Hoffmann Hans 0.. Zollikon, auf Chrysler 11. Achermann Franz. Stans, auf M.G. 12. Corrodi Arthur, Zürich, auf Röhr jrv 14. Dosch Josef, Chur, auf Fiat 15. Bucher Jos. F., Luzern, auf Delage 16. Huber Franz Sal?s, Luzern, auf Chevrolet 17. Zgraggen Fmil, Hergiswil, auf Chrysler 18. Erismann Paul, Luzern, auf Chevrolet 19. Dr. Kaufmann Paul, K'baum, auf Opel 20. Epper Ernst, Luzern, auf Plymouth 21 Rosset Gilbert. Luzern, auf Graham 22. Wassmer Hans, Bremgarten, auf M.G. 23. Dr. Galli P., Bern, auf Plymouth 24. Trnesch-Sprüngli, Zürich, auf Bugatti 25. Straumann Peter, Basel, auf Alfa Romeo 26. Doerks Max, Thun, auf Graham. Besonders hervorgehoben zu werden verdient, dass verschiedene Offiziere von der gegenwärtig in Thun im Dienst stehenden Motorwagentruppe ebenfalls ihre Teilnahme zugesichert hatten. Samstagmittags um 12.30 Uhr kamen die Konkurrenten im CJubheim des A.C.S. zusammen, um die letzten Anweisungen seitens der Sportkommission entgegenzunehmen. Von den 25 gemeldeten Fahrern stellten sich dem Starter 23, also zwei mehr als im vergangenen Jahr bei der «Uraufführung». Sportpräsident Siegwart interpretierte nochmals genau den Inhalt des Reglements, hauptsächlich in Bezug auf die Startprüfung vom Sonntägmorgen und bemerkte launig, dass es diesmal kaum nötig sein werde, ein Massenquantum Stroh extra nach Engelberg transportieren zu lassen, wie dies 1935 ein gerissener Humorist unternahm in der Absicht, seinen Wagen gegen die grimmige Kälte möglichst gut abzudichten. Engelberg, 22. Februar 1936. Um 13.30 TThr wurde der erste Wagen entsandt, nachdem zuvor allen Teilnehmern die Streckenkarte in die Hand gedrückt •worden war. Die Zuverlässigkeitsfahrt hatte begonnen. In Abständen von drei Minuten lollten die Konkurrenten weg — mit gründlich überstrichenen Geschwindigkeitsmessern und Kilometeizählern; denn bis Engelberg musste «blind» gefahren werden. Unterwegs waren zwei Kontrollposten eingeschaltet. Am Start, sowie bei diesen Durchfahrtspunkten, wurde den Fahrern der Stundendurchschnitt mitgeteilt, den sie auf der kommenden Etappe innezuhalten hätten. Wo diese Kontrolle aufgestellt sei... das etand auf einem andern Blatt. Immerhin ... die Kontrollmänner winken mit gelben Fahnen (1) so hat sich der Sportpräsident bei der Instruktion am Samstagmittag verplaudert. Wer Ohren hatte, zu hören... der musste sowas aufgefangen haben. Doch so weit sind wir noch gar nichtl Laut Tagesprogramm ging die Fahrt von Luzern auf einem bedeutenden Umweg gen Engelberg, um den Teilnehmern Gelegenheit zu geben, etliche «Sachen» aus ihren Vehikeln herauszudrehen. Erster Kontrollpunkt war ausserhalb Küssnacht, welches über Adligenswil-Hattikon erreicht werden musste. Durchschnittsgeschwindigkeit 37,6 Kilometer. Natürlich allübeall trockene Pisten. Wir unsererseits begaben uns im Pressewagen direkt nach Küssnacht, um üort der Ankunft der ersten Konkurrenten beizuwohnen. Da sind sie auch schon, zwei auf einen Schlag. Nr. 2 vor Nr. 1: Nr. 2 zu rasch, Nr. 1 zu langsam. Nach Registrierung der Ankunftszeit auf der Startkarte teilte der Sportkommißsär dem Fahrer mit verbindlichem Lächeln mit, dass der Durchschnitt für die nächste Etappe 48,48 km betrago und wünschte frohe Fahrt. Ohne Geschwindigkeitsmesser und Kilometerzähler ein vorgeschriebenes Stundenmittel innezuhalten, will schon allerband heiseen; dass unter solchen Umständen der oder die Mitfahrer eifrig den verschiedensten Rechenkünsten oblagen, um dem Piloten die Sache zu erleichtern, versteht eich von selbst. Von Küssnacht war via Meggen - obere Meggerstrasse nach Luzern zu fahren und dann direkt nach Engelberg. Eine etwas ungenaue Angabe auf der Streckenkarte der Fahrer, sowie die Unübersichtlichkeit beim Gasthaus zum Kreuz in Meggen war Schuld daran, dass hier eine Grosszahl der Teilnehmer geradeaus nach Luzern sausten, was laut Reglement nicht statthaft war. Also musste zurück und über die Obere Meggerstrasse nach Luzern gefahren werden. So wollte es der gestrenge Gesetzgeber! Und nun dem Winter entgegen? Wirklich? Bis Grafenort »irgends Schnee, später vereinzelte Fetzen. Die Strasse maustroeken. Und das nennt sich Winterprüfungsfahrt! In Grafenort befand sich übrigens der 2. Kontrollposten. Von hier weg betrug der Durchschnitt 21,6 km. Um 3 Uhr sind wir in Engelberg, und warten hier zusammen mit den Zeitmessern die Ankunft der acht so hart geprüften Fahrer ab. Unterwegs hatten sich nur wenige Zwischenfälle abgespielt, die allerdings die Strafpunktezahl der betr. Konkurrenten in erklecklichem Masse ansteigen Hessen. Nr 1, Koch Eugen, Zürich, auf Mercedes-Benz musste in Stansstad Reifenwechsel vornehmen, und Koch Armin, Luzern, auf Fiat hatte das Vergnügen, seinen Vergaser in sämtliche Bestandteile «aufzulösen». Daraus ergab sich für ihn laut Reglement folgende Rechnung: 1 Stunde Verspätung = 1 Strafpunkt pro 5 Sek. macht total 720 Strafpunkte. Es .nag in der Rangliste auffallen, dass zwischen dem besten Fahrer, der bis auf 10 Sekunden Differenz die vorgeschriebenen Durchschnittszeiten innehalten konnte und dem letztrangierten Konkurrenten ein derartiger Unterschied besteht. Die Ursache dieser gewaltigen Differenz ist in erster Linie im Punktverteilungs-Schema zu suchen. Für heute soll lediglich festgesellt sein, dass es auf ausserordentlich faire, sportliche Gesinnung schliessen lässt. wenn ein Konkurrent, der über eine Stunde infolge Defekts auf der Strecke zurückgehalten wird, die Prüfung dennoch zu Ende fährt. Einen Vergaserdefekt feststellen — das Ding komplett auseinandernehmen, Fehler suchen, wieder aufmontieren und unverdrossen dem Ziel entgegenfahren, das setzt schon allerhand Sportgeist voraus. Dass übrigens ausgerechnet die beiden «Köche» vom Missgeschick verfolgt waren... na, wer wollte abergläubisch sein! Beste Zeii in der Zuverlässigkeitsfahrt: Hahn Karl auf Opel, 2 Strafpunkte. WANDERER 1Q?£ riKT DB(-\r>TTVT VtVO ÄTTTn.TTMTnW Nach Beendigung der Zuverlässigkeitsfahrt hatten sich die Wagen zum Parkplatz begeben, um dort unter freiem Himmel die Nacht zu verbringen. Gegen Abend schlichen dichte Nebel durchs Engelherger Tal hinauf und als die Veranstalter und Konkurrenten ihre Hotels verliessen, um im Bellevue-Terminus am Kostümball prasselte, im Gegensatz zum letzten Jahr, wo es Berge von Schnee hinwehte, ein höllischer Regen nieder. Dabei schwankte das Thermometer beständig etliche Grad über Null. Nein, mit der «Winter»- Prüfungsfahrt ist es endgültig nichts! Doch war die Stimmung, die im Tanzsaal auf- und niederwogte, in keiner Weise zu beeinflussen. Männiglich sass bis tief in den Sonntag morgen beisammeu. Dass -bei dieser «Dauerprüfung» bedeutend mehr «Konkurrenten» Aussicht auf Erfolg gehabt hätten, ist gewiss. Bis morgens 3 Uhr leerte es in Kübeln vom Himmel. Dann machte das Thermometer allmählich Miene, unter Null zu sinken, was indessen nicht lange währte. 23, Februar 1936. Kurz waren die Stunden des Schlafes. Früh hiess es rrrauss aus den Federn. Das Bild, das sich einem auf dem Startplatz bot, war ganz auf Frühling abgestimmt: Engelbergs Norden vollkommen schneefrei. Auf dem Parkplatz kein Zentimeter Schnee. Nur beim Bahnhof die imaginären 20 cm, die wir gestern auf dem S. B. B.-Bulletin bestaunt haben. 8.30 Uhr: Startprüfung. Hier lag der eigentliche Zweck der Veranstaltung, wie oben beschrieben. Unsere Vorahnung, dass fast jeder Wagen im Nu vom Platze rollen würde, hat sich denn auch vollauf bestätigt. Kaum hat sich auf Kommando der erste Mann ans Steuer geworfen, brummt schon willig der Motor und fährt die 50 Meter, welche im Reglement vorgeschrieben waren. Bewertet wurde die effektive Startzeit, wobei der Fahrer für je 5 Sekunden einen Strafpunkt zugesichert bekam- Am raschesten war Eppers Chrysler von dannen, er erwischte nur 4 Strafpunkte, während die längste Zeit, die beansprucht wurde, ca. 2 Minuten betrug. Auf diese Weis« war die ganze Angelegenheit natürlich in einer guten halben Stunde abgewickelt und manch einer fand nochmals den Weg ins weiche Bett, aus welchem er so ungebührlich früh hatte steigen müssen. Post scriptum: Jener listige Konkurrent, der die Startprüfung verpasste (weshalb, sagt die Redaktion), hat dann im Laufe des Vormittags — es soll ca. 11 Uhr gewesen sein — das Oefelchen aus seinem Wagen herausgenommen, der auf dem Parkplatz immer noch des morgendlichen Startes harrte. Beste Zeit der Startprüfung: Epper Ernst auf Plymouth, 4 Strafpunkte. Am offiziellen Bankett im Hotel Hess konnte Herr Dr. Riedweg, Präsident der Sektion Luzern des A.C.S. als Vertreter der Kantonsregierung Herrn Regierungsrat Imfanger, von der Gemeinde Engelberg Herrn Dr. Hess und als Delegierten des Zentralvorstande3 des A.C.S. sowie der nationalen Sportkommission Heirn Huber begrüseen. Er stattete dem Kurverein Engelberg den Dank für die tatkräftige Mitwirkung an der Organisation des Anlasses ab und gedachte auch der Sportkommission, die unter der umsichtigen Leitung von Herrn Siegwart ihre Aufgabe gewissenhaft erfüllt hatte. Herr Regierung6rat Imfanger überbrachte die Grüsse der Schon die Modelle vergangener Jahre halsen sich durch meisterhafte Konstruktion beliebt gemacht und erfreuen ihre Besitzer durch höchste Qualität und Präzision. Die neuesten Modelle — ausgereift bis ins Kleinste — sind ein weiterer Fortschritt in Eigenschaften und Leistungen, aber auch in ihrer anerkannten Wirtschaftlichkeit. 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In dieser Art äusserte sich sehr humorvoll auch Herr Dr. Hess als Vertreter der Gemeinde Engelberg. Sie beide teilzunehmen, tranken auf das Wohl einer dritten Winterprüfungsfahrt, die hoffentlich unter günstigeren äusseren Verhältnissen durchgeführt werden kann. ' Der Nachmittag sah die Konkurrenten beim Slalom auf dem Eisstadion des Grand Hotels, wo sie eine durch Fähnchen abgesteckte Gymkhana-SJalqmstrecke zurückzulegen hatten. Nach der Einfahrt auf den See musste vom Chronometreurposten weg mit stehendem Motor gestartet werden, worauf es dem Seebord entlang einem Tor entgegenging, dessen Schloss mit einem der dort hängenden 10 Schlüssel zu öffnen war. Fait accompli: Wieder hinein in den Wagen und hübsch sachte in die Kurve gefahren. Halt beim Kontrollposten: Aussteigen, bitte. Curlingspiel. Mit Kraft das Geschoss nach den Kegeln gejagt. Für jeden, der nicht fällt, gibt's einen Strafpunkt. Dann, unter Einschaltung des Rückwärtsganges, zurück und erneut einen Abstecher, um einen riesigen Ball ins Goal zu stossen. Geht der Ball nebenaus, so winkt ein Pauschalpreis von 20 Punkten. Schlussendlich wieder nach hinten gefahren und auf einer Schleife zum Tor, das wieder geschlossen werden .muss, und dann, bevor der Fahrer den Wagen wieder besteigt — ach, welch sinnige Idee — drei Schneeballschüsse auf den an einem Pfosten aufgespiessten Clubpräsidenten, Pardon, auf dessen aufgenagelte Photo. Nichttreffer werden mit 3 Strafpunkten quittiert! Der Slalom schien diejenige Konkurrenz zu werden, die vom Wettergott einigermassen einsichtig betreut wurde. Doch nicht lange nach dem Start des ersten Wagens setzte der Regen wieder ein, um bis Schluss des Slaloms nicht mehr nachzulassen, so dass der Wettbewerb zu einer arg verwässerten Sache wurde. Die Teilnehmer auf ihrer Jagd nach den Punkten zu verfolgen war höchst ergötzlich. Auf der einen Seite Fahrer, die mit stoischer Ruhe den «Knoten» mit viel Erfolg zu lösen versuchten — anderseits gelegentlich Unruhe, Aufgeregtheit, zu schnelles Fahren, Schleudern, Umwerfen der Fähnchen (namentlich beim Rückwärtsfahren!). Einen offensichtlichen Vorteil hatten natürlich die kurzen Wagen, deren Wendbarkeit bei den Kurven bedeutend grösser war. Es gab einige ausserordentlich gute Leistungen bei jeder Einzelprüfung. Die grösste Aufregung beim Gymkhana brachte wohl die Oeffnuna des Schlosses mit sich. Fähnchen wurden »verhältnismässig wenige umgefahren, während beim Curling die meisten Kegel resigniert standhielten und auch der Präsident sich über grosse Treffsicherheit der Konkurrenten nicht zu beklagen hatte. Um 4 Uhr war der Slalom und damit die Konkurrenz überhaupt zu Ende; das Eisfeld war teilweise mit Wasser bedeckt, und die letzten der dahinziehenden Wagen sanken an manchen Stellen teilweise ein. Beste Zeit im Slalom: Dosch Josef auf Fiat, 50 Strafpunkte. Damit hat die 2. Schweizerische Winterprüfungsfahrt 'für Automobile in Engelberg ihren Abschluss gefunden. Es ist einzig der Übeln Laune der Wettermacher zuzuschreiben, wenn sie den eigentlichen Zweck, für den sie geschaffen wurde, nicht erfüllte. Die bis in alle Details klappende Organisation der Sektion Luzern des A. C. S. und des Kurvereins Engelberg, sowie die über Erwarten rege Teilnahme aus verschiedenen Kantonen hätte wahrhaftig ein erstklassiges Winterwetter verdient. Die Preisverteilung fand am Sonntagabend anlässlich des Autoballes im Grand Hotel statt. Ein überaus umfangreicher, wertvoller Gabentisch war für die Konkurrenten zusammengestellt worden. Der gesellschaftlich-humorvolle und kameradschaftliche Teil der Veranstaltung, der als überaus gelungen gewertet werden kann, muss über die miserablen Witterungsverhältnisse hinwegtrösten, die den Organisatoren und Konkurrenten einen allerdings zünftigen Strich durch die Rechnung gemacht hatten. Fy. Gesamtklassement. Rang Name Strafpunkte 1 Hahn Karl. Luzern 84 2 Fiedler Max, Zürich 97 3 Hirzel Robert, Zollikerberg 121 4 Doerks Max, Thun 125 5 Bucher Josef, Luzern 130 6 Ferrier Adolf, Luzern 134 7 Bosshardt Adolf, Zürich 141 8 Corrodi Arthur, Zürich 146 9 Wasmer Hans, Bern 153 10 Epper. Ernst, Luzern 156 11 Rosset Gilbert, Luzern 167 12 Hof mann A., Zollikon 169 13 Erismann Paul, Luzern 184 14 Dr. Galli, Bern 188 15 Huber F., Luzern 191 16 Gerber Armin, Bern 200 17 Achermann Franz, Stans 241 18 Frl. Ortelli 242 19 Dosch Josef, Chur 261 20 Zgraggen Emil, Hergiswil 284 21 Koch Eugen, Zürich 305 22 Koch Armin, Luzern 793 Speziaipreise. a) Einzelpreise. Ein Speziaipreis dem Sieger mit dem besten Resultat aus der Gesamtkonkurrenz: Hahn Karl, Luzern, Opel, 84 Strafpunkte. • Ein Speziaipreis dem Sieger aus der Zuverlässigkeitsfahrt: Bucher Josef, Luzern. Delage, 14 Strafpunkte. Ein Speziaipreis dem Sieger aus der Startprüfung: Epper Ernst, Luzern, Chrysler, 4 Strafpunkte. Ein Speziaipreis der total bestklassierten Dame, Fri. Hulda Ortelli, Luzern, Chrysler, 242 Strafpunkte. Ein Speziaipreis dem besten Fahrer der Sektion Luzern des A. C. S.: Ferrier Adolf, Luzern, Chevrolet. 134 Strafpunkte. b) Gruppenpreise. Fahrer, die derselben Sektion des A. C. S. angehören: Hahn, Ferrier, Bucher, total 348 Strafpunkte. Fahrer derselben Marke, die einer Sektion des A. C. S. angehören: Chevrolet-Equipe: Ferrier, Erismann. Huber, mit total 509 Strafpunkten. Infolge Platzmangel muss die Flugseite ausfallen.