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E_1936_Zeitung_Nr.020

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LUFTFAH Erste Probefahrt

LUFTFAH Erste Probefahrt des «LZ 129». Am letzten Mittwochnachmittag erfolgte in Friedrichshafen am Bodensee der erste Aufstieg des neuen Ozeanluftriesen « LZ 129 ». Im Nu eilten Tausende zum Werftgelände, um Zeugen des grossen Ereignisses zu sein. Es hatte sich um die grosse Absperrung eine riesige Zuschauermenge angesammelt. Das Luftschiff lag noch in majestätischer Ruhe in der Halle. Dr. Hugo Eckener, der mit Oberleutnant Breithaupt vom Reichsluftfahrtministerium und sämtlichen 8 Luftschiffkapitänen in der Führergondel Platz genommen hatte, richtete an seine Arbeitskameraden eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung dieses Augenblickes hinwies. Das Schiff, an dem 4 Jahre gebaut worden sei, Hege klar zur ersten Ausfahrt. Die ganze Welt erhoffe von diesem Luftschiff eine erhebliche Weiterentwicklung der gesamten Luftschiffahrt. Es sei das Beste hergegeben worden, um den stolzen Luftkreuzer so gut wie möglich zu bauen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen dankte Dr. Eckener allen seinen Mitarbeitern, vom letzten Hilfsarbeiter bis zum Chefkonstrukteur Dr. Dürr, und sprach die Hoffnung aus, dass der gleiche Glücksstern, der dem « Graf Zeppelin » beschieden war, auch über dem neuen < LZ 129» leuchten möge. Nachdem man das Luftschiff noch ein letztes Mal ausgewogen hatte, ertönte hell das Kommando « Luftschiff marsch ! » Langsam wird das Schiff aus der Halle gezogen, begleitet von den Wünschen aller, die diese erhebende Stunde erleben durften. Auf dem Werftgelände wirkt es noch gigantischer als in der Halle. Laut erteilt Dr. Eckener die letzten Befehle; das Schiff wird gegen den Wind gelegt. Das helle Leuchten in den Augen der Haltemannschaften spricht mehr als alle Worte für ihre innige Schicksalsverbundenheit mit dem Werk, an dessem Bau sie mitwirken konnten. den Gesichtern von Führer und Besatzung leuchtet Freude und berechtigten Stolz über die vollbrachte Tat. Ueber den Fahrtverlauf selbst und die Ergebnisse der Werkstättefahrt äusserte sich der Direktor der Zeppelinrederei, Kapitän Lehmann, der in begeisterten Worten feststellte, dass die Versuchsfahrt über Erwarten hervorragend ausgefallen sei. Zunächst seien die Steuereigenschaften des Schiffes durchgeprüft worden. Man habe nicht sichere Voraussagen in dieser Richtung machen können, da das neue Luftschiff ganz andere Ausmasse habe, als der < Graf Zeppelin » und weil die Steuerung vollkommen anders konstruiert sei. Trotzdem habe man nicht nur die gleiche, gute Manövrierfähigkeit erreicht, sondern darüber hinaus den Eindruck gewonnen, dass das neue Schiff noch besser zu steuern sei. Auffallend war ferner die Küsten-Aufklärungsflugzeug Avro 652 A. de. Das neue Avro-Aufklärungs- und Bom-J Der neue Avro-Flugzeugtyp stellt ein Bei-benflugzeuspiel der möglichsten militärischen Weiterstell. Die beiden in den Flügeln unterge- Motoren. besitzt ein einziehbares Fahrge- beinahe vollkommene Geräuschlosigkeit der ntwicklung des Eindeckertyps 652 für denbrachten Siddeley-Motoren von je 300 PSf Verkehrsflug dar. Für das britische Luftfahrtministerium entwickelt, bietet sich in digkeit. Die Veröffentlichung von Leistungs- und den Passagierräumen ausserordentlich verleihen der Maschine eine hohe Geschwin-5 Dies ist vor allem in der Führergondel der Avro-Maschine 652 A. ein Küsten-Aufklärungsflugzeug (Bombenflugzeug), welches ministerium erbauten Avro-652 A.-Maschine

N°20 — DIENSTAG, 10. MÄRZ 1936 AUTOMOBIL-REVUE F E U I L L E T O N Der Seewolf. von Jack London. 13. Fortsetzung. statt dessen sind Sie, auf der Höhe des Lebens, in einem Alter, da der Abstieg schon Und warum, glauben Sie, hab' ich die Sache hier gemacht ? > fragte er unvermittelt. «In der Hoffnung, meine Spur im Robben, um die Eitelkeit und Putzsucht der beginnt, der Führer eines Schoners und jagen Sande der Zeit zu hinterlassen ?» Er lachte Weiber zu befriedigen, schwelgen, um Ihre sein schreckliches, höhnisches Lachen. « Keineswegs. Ich will es mir patentieren lassen meinheit, die alles andere eher als herrlich eigenen Worte zu gebrauchen, in einer Ge- und Geld damit verdienen, um die Nächte zu ist. Mit all Ihrer wunderbaren Kraft haben durchprassen, während andere arbeiten. Das Sie nichts vollbracht ? Gab es nichts, das ist meine Absicht. Aber die Geschichte hat Sie hielt, das Sie halten konnte ? Warum? mir auch Freude gemacht. » Besassen Sie keinen Ehrgeiz ? Sind Sie Versuchungen erlegen ? Warum ? » «Schaffensfreude», bemerkte ich. « So musste es wohl heissen. Wieder eine Bei Beginn meines Ausbruchs hatte er die Ausdrucksweise für die Freude des Lebens, Augen erhoben und folgte mir willig, bis ich weil es lebt und wirkt, für den Triumph der fertig war und nun, atemlos und erschrocken, Bewegung über die Materie, des Lebendigen vor ihm stand. Er wartete eine Augenblick, über das Tote, für den Stolz der Hefe, weil als suchte er nach Worten, und sagte dann : sie Hefe ist und kriecht.» «Hump, kennen Sie das Geheimnis vom Ich hob die Hände in hilflosem Protest gegen seinen eingewurzelten Materialismus und den sich erinnern, dass einige Samenkörner Sämann, der ausging, um zu säen-? Sie wer- machte mich daran, die Koje in Ordnung zu auf steinigen Boden fielen, wo es nur wenig bringen. Er fuhr fort, Linien und Ziffern auf Erde gab, und sogleich keimten, weil sie so die transparente Skala zu zeichnen. Es war dicht unter der Oberfläche lagen. Als aber eine Aufgabe, die äusserste Genauigkeit erforderte, und ich musste bewundern, wie er dahin, weil sie keine Wurzeln hatten. Und die Sonne kam, verdorrten sie und welkten seine Kraft zügelte und der nötigen Feinheit einige Körner fielen zwischen Dornensträucher, und die erstickten, sie.» und Aufmerksamkeit anpasste. Als ich das Bett gemacht hatte, überraschte ich mich dabei, wie ich ihn fasziniert < Nun ? > fragte er, ein wenig gekränkt. « Nun ? » sagte ich. ansah. Er war sicher schön — schön als « Ich war ein solches Samenkorn. > Mann. Und immer wieder wunderte ich Er senkte den Kopf auf die Zeichnung und mich, dass sein Antlitz nicht die Spur von setzte seine Arbeit fort. Ich beendete die Verderbnis oder Lasterhaftigkeit zeigte. Es meine und hatte schon die Tür geöffnet, um war das Gesicht eines Mannes, der kein Unrecht tut. Ich möchte nicht missverstanden « Hump, wenn Sie eine Karte von Norwe- zu gehen, als er mich _ wieder ansprach : werden: Ich meine, es war das Gesicht gen nehmen, werden Sie an der Westküste eines Mannes, der nichts tat, was er nicht einen Einschnitt finden, der Romsdals Fjord vor seinem Gewissen verantworten konnte, genannt wird. Im Bannkreise dieser Bucht oder — der überhaupt kein Gewissen hatte. wurde ich geboren. Aber nicht als Norwe- Ich neige dazu, letzteres zu glauben. Ich überraschte mich also dabei, wie ich untätig dastand und ihn studierte. Wie sehr der Mann mich doch interessierte! Wer war er ? Was war er ? Wie war er zu dem geworden, der er war? Alle Fähigkeiten schien er zu besitzen, alle Möglichkeiten — warum war er denn nichts geworden als der einfache Kapitän eines Robbenfängers mit einem Ruf furchteinflössender Brutalität unter den Seeleuten und Jägern ? Meine Neugier musste sich Luft machen. «Warum haben Sie nichts Grosses auf dieser Welt vollbracht ? Mit Ihrer immensen Kraft hätten Sie jede Höhe erklimmen können. Ohne Gewissen oder moralische Instinkte, wie Sie sind, hätten Sie die Welt unterjochen und beherrschen können. Und ger. Ich bin ein Däne. Mein Vater und meine Mutter waren Dänen, und wie sie in dies rauhe Fleckchen Erde gekommen waren, weiss ich nicht. Ich habe nie etwas darüber gehört. Hiervon abgesehen, ist nichts Geheimnisvolles an der Geschichte. Sie waren arme, unwissende Leute. Alle ihre Vorfahren waren so gewesen — Küstenbauern, die ihre Söhne seit undenklichen Zeiten auf die Wogen zu säen pflegten. Mehr ist nicht zu berichten.» c Doch », wandte ich ein. « Es ist mir immer noch rätselhaft.» «Was soll ich Ihnen noch erzählen ?» fragte er mit einem neuen Klang von Wildheit in der Stimme. « Von dem kümmerlichen Leben eines Kindes ? Von dem kargen Dasein der Fischer ? Dass ich aufs Meer hinausfuhr, als ich kaum kriechen konnte ? Von meinen Brüdern, die, einer nach dem andern, zur See gingen und nie wiederkehrten ? Von mir selber, der ich im reifen Alter von zehn Jahren Kajütsjunge auf Küstenfahrern war und weder lesen noch schreiben konnte ? Von schlechter Kost und noch schlechterer Behandlung — Püffe und Schläge waren mir Bett und Frühstück, ersetzten Worte, und Furcht, Hass und Schmerz waren meine einzigen Seelenregungen. Ich erinnere mich nicht gern daran. Selbst jetzt noch werde ich toll, wenn ich daran denke. Aber es gab Schiffer, die ich erbarmungslos hätte töten können, als ich meine Manneskraft erlangt hatte, wenn das Schicksal mich nicht in andere Meere geführt hätte. Als ich wiederkehrte, waren diese Schiffer leider tot, nur einen traf ich — er war seinerzeit Steuermann gewesen; als ich ihn jetzt wiedertraf, war er Schiffer; als ich ihn verliess, ein Krüppel, der nie wieder gehen wird. » «Aber Sie lesen Spencer.und Darwin und haben dabei nie eine Schule von innen gesehen — wie haben Sie lesen und schreiben gelernt ? » fragte ich. « In der englischen Handelsmarine. Kajütsjunge mit zwölf, Schiffsjunge mit vierzehn, Leichtmatrose mit sechzehn, Vollmatrose und Koch mit siebzehn, unendlicher Ehrgeiz und unendliche Einsamkeit, ohne Hilfe, ohne Verständnis. Ich tat alles aus eigener Kraft, lernte selbst Navigation, Mathematik, Naturwissenschaft, Literatur, und ich weiss nicht, was alles. Und wozu ? Herr und Besitzer eines Robbenschoners auf der Höhe meines Lebens* wo, wie Sie sagen, der Abstieg beginnt. Jammervoll, nicht wahr ? Als die Sonne kam, war ich verdorrt, und weil ich keine Wurzeln geschlagen hatte, welkte ich hin.» «Aber die Geschichte berichtet'von Sklaven, die sich zum Purpur emporschwangen », schaltete ich ein. «Und die Geschichte berichtet von günstigen Gelegenheiten, durch welche diese Sklaven sich emporschwangen», entgegnete er bitter. «Kein Mensch kann eine günstige ^Gelegenheit schaffen. Alles, was die grossen Männer taten, war, dass sie die Gelegenheit erkannten, wenn sie kam. Der Korse erkannte sie. Ich habe ebenso grosse Träume geträumt wie der Korse. Ich würde die Gelegenheit erkannt haben, aber sie kam nie. Die Dornen schössen hoch und erstickten mich. Und ich kann Ihnen sagen, Hump, dass Sie mehr von mir wissen, als sonst irgendein Lebender ausser meinem Bruder. > « Und was ist der ? Wo ist er ? » « Kapitän des Dampfers ,Macedonia\ Robbenfänger », lautete die Antwort. « Wir werden ihn aller Wahrscheinlichkeit nach an der japanischen Küste treffen. Die Leute nennen ihn Tod Larsen.» «Tod Larsen !» rief ich unwillkürlich. « Gleicht er Ihnen ? » « Kaum. Er ist ein Stück Vieh ohne Kopf. Er hat all meine meine — —» « Tierheit! » schob ich ein. «Ja — Dank für das Wort — all meine Tierheit, aber er kann weder lesen noch schreiben. > «Und hat nie über das Leben philosophiert», fügte ich hinzu. < Nein», antwortete Wolf Larsen mit einem Ausdruck unbeschreiblicher Traurigkeit. « Und er ist glücklich, da er sich nicht um das Leben kümmert. Er hat zu viel damit zu tun, es zu leben, als dass er darüber grübeln könnte. Mein Fehler war, dass ich je ein Buch aufgeschlagen habe.» Dje letzten vierundzwanzig Stunden sind Zeugen eines reinen Karnevals von Roheit gewesen. Thomas Mugridge ist ein Duckmäuser, ein Spion und Hinterträger. Er hat versucht, sich beim Kapitän wieder lieb Kind zu machen, indem er die Mannschaft verklatschte. Ich weiss, dass er Wolf Larsen einige voreilige Worte Johnsons hinterbrachte. Johnson soll sich Oelzeug aus der Schiffskleiderkiste gekauft haben, das von sehr zweifelhafter Güte war. Er hielt mit dieser Tatsache nicht hinter dem Berge. Die Schiffskleiderkiste ist eine Art Miniaturwarenlager, das ein Robbenschoner an Bord hat, und das den Ansprüchen der Matrosen gemäss zusammengestellt ist. Was ein Matrose kauft, wird später von seinem Verdienst am Robbenfang abgezogen, denn Puller und Bootssteurer erhalten, ebenso wie die Jäger, statt der Heuer einen Anteil am Gewinn, nämlich einen gewissen Betrag für jedes von ihrem Boot erbeutete Fell. (Fortsetzung folgt.) JMes änd&U . m. sich! ABER DAS AUSSEHEN UND DIE SPLITTERFESTIGKEIT UN- SERES SICHERHEITSGLASES S E C U R I T UND GLACETEX BLEIBT IMMER GLEICH. BEZUGSQUELLEN - NACHWEIS UND AUSKUNFT DURCH DIE GENERALVERTRETUNG: GLASMANUFAKTUR SCHAFFHA USEN HERSTELLER: GLACERIES REUNIES JEMEPPE s/S. (BELGIQUE) Zu verkaufen Lieferungswagen Marke FIAT 512, mit neuer Kabine, neuer Brücke, 240 cm lang, 170 cm breit, in prima Zustand, erst 58 000 km, billigst Offerten unter Chiffre 71055 an die Automobil-Revue, Bern. TAUSCH! TALBOT ALFA ROMEO Limousine, 4-Plätzer, mit Ciel ouvert, 1750 com, Kompressor, gegen ALFA ROMEO 1750 ccm, Kompressor, 2-Plätzer (Zagato). Offerten unter Chiffre 71073 an die Automobil-Revue, Bern, A. 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