Aufrufe
vor 9 Monaten

E_1936_Zeitung_Nr.021

E_1936_Zeitung_Nr.021

14 Äutomobil-Revne —

14 Äutomobil-Revne — JJ" 21 Was alles aefälscht uded. Auf Erden werden nicht nur Haarfarben gefälscht. Die Liste der gefälschten Dinge ist sehr lang. Sie umfasst von den vorgeschichtlichen Altertümern und antiken Kunstwerken angefangen bis zu Musikinstrumenten und Kanonen überhaupt alles, was sich nur ein Sammler denken kann, also: Fayencen, Porzellan, Bucheinbände, Möbel, Tapisserien, Monstranzen, Zunfthumpen, schmiedeiserne Arbeiten usw. In Russland ist vor einiger Zeit sogar eine regelrechte Mumienfabrik aufgedeckt worden. Unglaubliche Erfolge haben oft Handschriftenfälscher aufzuweisen. Der grösste Fälscher aller Zeiten auf diesem Gebiet war Vrain Lucas, der gegen Ausgang des vorigen Jahrhunderts in Paris ungezählte Manuskripte aus allen Epochen der Weltgeschichte fabrizierte. Weniger Sorge machen sich die Manuskriptfälscher um den Text. Hier wird manchmal der blühendste Unsinn verzapft. So sind allen Ernstes Briefe an Judas Ischariot, Handbillette an Maria Magdalena, Mitteilungen Neros an seinen Küchenchef usw. aufgetaucht und verkauft worden. Die verschiedenen Bücher des Spiegelungen Alten und Neuen Testamentes, die verlorenen Bücher des Livius oder des Tacitus sind schon wiederholt angeboten worden/ (Das verkaufte QefucH. In Paris ist-in diesen Tagen Pierre Lutec gestorben, einer der berühmtesten Rechenkünstler, die je an Varietebühnen aufgetreten sind. Lutec war> nicht nur ein meisterhafter Kopfrechner, sondern auch ein Gedächtniskünstler, der ohne Tricks arbeitete, da er sich ruhig auf sein angeborenes Zahlengedächtnis verlassen konnte. Lutec beherrschte die gesamte Geschichte so gut, dass ihm •mehrere zehntausend Daten in ihren Zusammenhängen vollständig geläufig waren. Seine Leistungen, die allabendlich das Publikum in höchstes Erstaunen versetzten, strengten ihn überhaupt nicht Paatehil 7 Tat> a> Fr. 94.50 Pamahal 7 Täte ab Fr. 110.- Spiegelungen ist der Wintersport in Gnndelwald. Durch die Wengernalpbahn lässt man sich mühelos — und billig — nach der Höhe führen, um dann um so besser die Freuden der Abfahrt geniessen' zu können. Und die Unterkunft bei uns bietet alles, was das ferienhungerige Herz sich wünschen mag. haben wir zum erstenmal Wintersportgäste empfangen; während einem Vierteljahrhundert haben diese unserm Gebiete • unserm Hause Weltruf verschafft. Ist Ihnen diese Tatsache nicht Bürgschaft, dass auch Sie sich bei uns wohl fühlen werden? Skischule Fr. 13.- per Woche. an. Der Rechenkünstler von Beruf war aber im Privatleben ein sehr schlechter Rechner. Obwohl er ausseraewöhnlich hohe Gagen bezog, gab er doch noch immer mehr aus, als er verdiente. Er war niemals imstande, mit seinen Einkünften auszukommen. Auf einer Tournee durch die Vereinigten Städten passierte es ihm, dass er zwischen zwei hochbezahlten Engagements ohne einen Cent im Hotel sass und sein Luxusappartement nicht bezahlen konnte. Er war daher recht schlechter Stimmung, zumal der Direktor des Varietes in dem er auftreten sollte, die Auszahlung eines Vorschusses an den leichtsinnigen Artisten verweigerte. Da trat ein erlösender Engel in Gestalt des kaufmännischen Direktors des New-Yorker Anatomischen Institutes in Erscheinung, der Lutec eine stattliche Summe antrug, wenn sich der Gedächtniskünstler bereit erklärte, sein Gehirn dem Anatomischen Institut zu vermachen. Ohne Umstände unterschrieb Lutec einen Kontrakt und erhielt einen Betrag, der ihn aus der bedrückenden Situation rettete. Wenige Wochen später aber war Lutec in derselben Situation; er brauchte Geld und hatte keines. Da er sich gerade in Chicago aufhielt, suchte er den Direktor des Städtischen Anatomischen Instituts auf und stellte sich vor. Der Gelehrte freute sich, den berühmten Mann, den er bereits im Variete bewundert hatte, kennenzulernen. Lufec erzählte, dass er seit jeher ein Verehrer der anatomischen Wissenschaft gewesen sei und sein eigenes Gehirn gern speziell dem Chicagoer Institut hinterlassen möchte, allerdings auch eine gewisse Entschädigung beanspruchen müsste. Hocherfreut bot ihm der Direktor eine grössere Summe an und Lutec unterschrieb einen Kontrakt, demzufolge sein Gehirn nach seinem Tod dem Institut gehöre. Von nun an betrieb Lutec den Verkauf seines wissenschaftlich so interessanten Gehirns als einträgliches Nebengechäft. Es ist begreiflich, dass die anatomischen Institute, denen Lutec sein Gehirn verkauft hatte, sofort nach dem Bekanntwerden seines Todes ihre Ansprüche geltend machten. Das New-Yorker Institut sandte als erstes ein Telegramm, aber im Laufe der nächsten Stunden kamen noch, 74 andere Depeschen an, denn fünfundsiebzigmal hatte Lutec in fast allen Ländern der Erde den gut bezahlten Vertrag abgeschlossen. Die Institute, die aile"im Besitze eines gültigen Kontraktes waren, Messen es zu einer gerichtlichen Entscheidung kommen, die allerdings nicht leicht zu fö.Hgn ist. ZÜHFTIG UERPFIEGT UND EINQUflRTlERT- Eine lustige Auf- und Ab-Partie Hotel Belvedere, Grindelwald Vor fünfundzwanzig Jahren Sporthotel Saanenmöser Die Administration der Automobil-Revue hilt Prospekte stmUichet vorgenannten Hotels und Vexkehrsvereine zu Ihrer Verfügung. Photo Froebel (Zingg) DflMN ER5T WIRD RICHTIG U01U SPORT PROFITIERT.' Wir garagieren preiswert und halten einen flotten Service zur Verfügung Die Einsame Von Alqiet nach Macottka. Eine Reise im nördlichen Afrika, besonders in den historischen Ländern Algier und Marokko, vermitteln dem Reisenden unvergessliche Eindrücke. Alte Gebräuche und Kulturen, seltene Menschenrassen und die Fülle und der Reichtum der Natur fesseln die Aufmerksamkeit des Touristen mehr und mehr, je tiefer er in diese Gegenden eindringt. Einwandernde Völker haben in diesen Ländern vor vielen Jahrhunderten schöne und kunstreiche Städte gebaut und andere haben- sie wieder zerstört. So errichteten die Römer zu ihrer Zeit manche Prachtbauten, die von den Arabern und den später einwandernden Türken wieder dem Erdboden gleichgemacht wurden. Infolge der zahlreichen Volkermischungen finden wir neute im nördlichen Afrika Angehörige der verschiedensten Rassen, vom weissen Typus, blondem Haar und blauen Augen bis zum Negertyp mit der breiten Nase und dem schwarzen Krauselhaar. Schllesslich nahmen die Franzosen diese Länder in Besitz, indem sie gleichzeitig die modernen Ideen des Westens einführten, die aber die alten orientalischen Sitten nicht zu verdrängen vermöchten. Der Reisende-erlebt auf der Fahrt durch diese Gegenden, wie schon an den französischen Gestaden des Mittelmeeres, manche interessante und spannende Momente. Schon in Marseille beobachtet er auf der «Cänebiere> die fröhlich gelaunten Südfranzosen, die zahlreichen Orientalen, die Neger und die bunten • Uniformen der auf Urlaub heimkehrenden Kolonialsoldaten. Auf dem modernen Ozeandampfer beginnt die Fahrt nach dem sonnigen, reizenden Land des Südens. In früher Morgenstunde erblicken wir Algier. Von dieser modernen Stadt, in deren Hafen und Umgebung noch vor einem Jahrhundert die Piraten des Mittelmeeres hausten und die Küsten und Meerwege mit ihrer Raublust gefährdeten, fahren wir in das Innere des Landes über die Kabyl-Berge nach Bougie. In dieser Gegend wohnen die alten Berberstämme, ein zähes und tapferes Bauernvolk. Die Route führt weiter durch reiche Plantagen und zahlreiche Tunnels den steilen Klippen entlang nach der romantischen Festungsstadt Constantine. In der Umgebung von Batna besichtigen wir die alten Ruinen der wundervollen römischen Kunstbauten. Nach der Fahrt durch üppiges und reiches Kulturland .mit Oliven- und Weinplantagen und reifen Kornfeldern, die an die französische Provinz erinnern, erblicken wir am Horizont die grosse, weite Wüste. Wir begegnen unterwegs einigen Nomadenhirten mit ihren hungrigen Schafherden und endlich sehen wir in weiter Ferne die palmenreiche Oase und Wüsteninsel Biskra. Biskra ist ein berühmter Kurort. In diesem kleinen Städtchen, entlang den sonnendurchglühten Mauern und in den malerischen Strassenwinkeln, verkaufen die Händler ihre Waren. Junge Burschen und Mädchen führen Eingebornentänze auf, und Zauberer spielen kunstvoll mit der Schlange. Nach drei wundervollen Tagen in Biskra geht es mit dem Automobil weiter durch die Wüste nach Bou Saada. Es wundert uns nicht, dass diese herrliche Oase mit ihren Paimenhainen und Sanddünen von so vielen Malern aufgesucht wird. Von dort geht die Reise weiter über das Tel Atlas-Gebirge nach dem'kultivierteren Norden. In Oran liegen die reichen Schätze und historischen Ueberreste von früheren Araber- und Berberstämmen. Die Hauptstadt Marokkos, Fez, ist der interessanteste Aufenthaltspunkt auf dieser Route, mit vielen seltsamen Sehenswürdigkeiten Afrikas und des Orients. Die Wege in diesem Lande, die Reisende früher nur unter grossen Entbehrungen und Gefahren begehen konnten, sind heute in so ausgezeichnetem Zustand, dass die Fahrt nicht nur mit aller Sicherheit durchgeführt werden kann, sondern dem Reisenden auch die 1 Möglichkeit bietet, die Schönheit des Landes in Ruhe zu geniessen. Auch die Stadt Marrakesch, besonders der regsame Tauschhandel, die eigenartigen orientalischen Musikanten und Tänzer, die Schlangenbändiger und Märchenerzähler sind von einzigartiger Originalität, wie auch die Basars, die Palmenalleen, die Obst- und Blumengärten dieser Stadt. Die moderne Hafenstadt Casablanca setzt uns durch ihre grossen europäischen Gebäude in Verwunderung. Von'hier aus kann man Ausflüge unternehmen in die Umgebung, etwa nach SaleV einer der letzten marokkanischen Ortschaften dieser Gegend mit origineller spanisch-maurischer Architektur. Tanger, das weder unter französischem noch spanischem Protektorat ist, besitzt eine eigene Regierung unter internationaler Kontrolle. Hier nimmt uns der 'französische Dampfer wieder auf und"bringt uns.wieder über das Mittelmeer nach Marseille. I 17. 17. 20. 20.—29. 21./22. &a Genf Axosa Victoria-Photo (Zingg) Kommende Ereignisse 16. u. 17. Basel Basel 18. Genf 18. Zürich 19. Genf Kleine Scheidegg Basel Zürich März Orchesterkonzerte: Basier Mim. nerchor (Musiksaal) Klavierabend Rud. Serkin (Rani Hubersaal) Strang Watkäns Challenge Cup (SM) Klavierabend Rud. Serkin Liederabend Elisabeth Schumann Konzert L. Krauss/S. Goldberg n. Orlova-Chor Konzert des Basler Kammer* Orchesters unter Mitwirkung bekannter Solisten. Internat. Automobil-Salon (Ausstellungs-Gebäude) VD. Aroser Frühlings-Skirennen: Korn. Abfahrts- und Slalomlauf (Wanderschale des Kurvereins und Goldener Ski) Konzert des Reinhart*Chors mit Stadtorchester Winterthur: Geistl. Kantaten von J. S. Bach BASEL Hotel Baslerhof Aesehenvorstadt 55. - Behagliches Familienhotel. Moderner Komfort. Appartements mit Bad und Staatetelephon. • Zimmer von Fr. 4.— bis 6.—. — Alkoholfreie Restauration — Handel Näh idemann Höhere HanaeisaDtenung mitDipiomabschluß sowie Kurse für Privatsekretärinntn, Stenotypisten, Buchhalter und kaufmännische Lehrlinge. Deutschkurs für Fremdsprachige. ^T^ | Faüteuils Cr^^^^Eü^y Louis XV 1 >|F % Louis XVI A. Berberich, SSiSE Zürich 8 beim Stadttheater dann verlangen Sie unsere neue, reich illustrierte Broschüre. Sie finden darin wertvolle Auskünfte über die schnellen, rationalisierten Baumethoden der ältesten und bedeutendsten Holzbauspezialfirma der Schweiz. Wl M WERKE FRI BOU 126

III. Blatt Automobil-Revue Nr. 21 BERN, 13. März 1936 Frühling Nicht das, was rauscht und was tönt, Liebe ist nur, was singt. Liebe will nur, was schönt und über Schwererem schwingt: Frühling, dies Blaue, Leichte, dies Träumen des Abends und das Verdämmernde, Unerreichte, durchsichtig spielend wie Glas. Gertrud Bürgt. Wuschelköpfchen isst mit Widerwillen! (Photopress) für allemal durch das Wort «darzustellen». Die,«Erfindung» des Benennens ist ja zweifellos eine der wichtigsten Voraussetzungen für die geistige Entwicklung des Menschen gewesen, und diese Entdeckung macht jedes Kind sozusagen für sich noch einmal. Damit erst beginnt dann endgültig die Erlernung der wirklichen Sprache. Dass dieser Vorgang bei einem Kinde (normalerweise zu Beginn des zweiten Jajires) stattgefunden hat, erkennen wir daran, dass es eines Tages zu fragen beginnt — es will beim Anblick eines neuen Gegenstandes wissen, was das ist, und versucht dann das ihm jeweils vorgesagte Wort nachzusprechen; von da! ab nennt es den Hund immer wieder «wau wau»» spricht den-V.ater bewusst als «papa» an usw. Das- Kind hat also erkannt^ dass alles uStdi; jedes einen Namen hat,, und es hat das Bedürfnis; "diesen Namen-zu erfahren und "ihn dann selbst zu gebrauchen. Da ihm die Worte der Erwachsenen meist zunächst zu schwer sind, biegt es sie in die ja uns allen bekannte «Kindersprache» um, in der es zunächst keine Grammatik, keine Nebensätze usw. gibt. Diese «formlose» Sprache bleibt bei deutschen Kindern normalerweise etwa bis zu Beginn des dritten Lebensjahres erhalten — allerdings bestehen gerade in diesem Punkte sehr grosse individuelle Verschiedenheiten: das eine Kind beginnt ganz langsam und allmählich seine Sprache der des Erwachsenen anzugleichen, bei anderen setzt der Uebergang ziemlich plötzlich, manchmal fast schlagartig ein. Zunächst werden alle Worte einfach nebeneinander gestellt («fallen puppe», «Mama gut» usw.), dann aber beginnt das Kind auch kompliziertere Sätze — wenn auch natürlich in der «Kindersprache», nachzusprechen und später treten die wichtigsten Formen der Wortwandlung (Konjugation, Deklination usw.) ziemlich gleichgültig oder rasch hintereinander auf. Die Kindersprache geht dann im Laufe der Zeit langsam in die «richtige» Sprache über — vollkommen abgeschlossen wird diese Entwicklung ja nie, denn auch die Sprache des Erwachsenen ist durchaus nicht «fertig», sondern kann sich wandeln und verbessern. Dr. W. Fritz. Wie lernt das Kind sprechen? Die Sprache des Säuglings ist international! Jede Mutter achtet sorgfältig und Hebevoll auf die ersten Sprechversuche ihres Kindes — sie wird aber normalerweise kaum wissen, dass sie in diesem Lallen des Säuglings sozusagen die Urlaute aller menschlichen Sprachen vernimmt. In den ersten sechs Monaten sprechen, soviel wir wissen, alle Säuglinge der Welt, die Chinesenkinder so gut wie die der Eskimos oder Buschmänner, die gleiche internationale «Sprache» — eine Sprache, die vollkommen für sich besteht und zunächst lediglich den Zweck zu erfüllen scheint, den Stimmapparat des Säuglings in Tätigkeit zu versetzen und zu «trainieren». Mit dem was die Säuglinge von ihrer Mutter hören, hat dieses «Sprechen» zunächst gar nichts zu tun; dies geht schon daraus hervor, d.ass taub geborene Kinder zunächst ebenfalls zu lallen beginnen. Aus dem Lallen entwickelt sich dann, wie wir noch sehen werden, direkt die wirkliche Sprache — also nicht aus dem Schreiben, das sozusagen nur die letzte-Wurzel aller Lautbetätigung bildet und ebenso wie das Lallen als Instinkt jedem Kinde angeboren ist. Im Gegensatz zu dem zunächst völlig sinnlosen Lallen scheint die Natur mit dem Schreien des Säuglings von vornherein einen bestimmten Zweck zu verbinden: die Umgebung des Kindes soll dadurch auf irgendwelche Bedürfnisse des Kindes aufmerksam gemacht werden. Dieser relativ einfache Zweck erfordert natürlich keine komplizierten Abstufungen; es gibt zwar, wie alle Eltern zur Genüge wissen, verschiedene Grade des Schreiens beim Säugling, aber sie unterscheiden sich phonetisch nicht allzu sehr voneinander. Anders beim Lallen, das ja auch erst später als das Schreien beginnt, nämlich etwa im dritten bis vierten Lebensmonat. Es fängt damit an, dass das Baby *«ines Tages seine Fähigkeit zum Hervorbringen gewisser Leute sozusagen entdeckt und nunmehr diese neue Fähigkeit ausgiebig erprobt — einfach deshalb, weil diese Betätigung ihm Freude macht. Mit diesen Fragen hat sich namentlich der Wiener Forscher Prof. Karl Bühler eingehend beschäftigt. Etwa um den sechsten bis achten Monat herum beginnt dann etwas Neues: das Kind versucht mit langsam zunehmendem Erfolg, gewisse Worte — wie Mama, Papa usw.— die ihm von den Erwachsenen vorgesprochen werden, nachzuahmen. Damit beginnt also erst das Kind eine bestimmte Sprache — Deutsch, Englisch oder was immer — zu erlernen. Im Anfang lassen sich die Sprachleistungen des Kindes prinzipiell mit Tierdressuren vergleichen — das Kind achtet zunächst natürlich nicht auf den Sinn eines Wortes, sondern auf den Laut an sich, etwa einen bestimmten Vokal, die Wortmelodie usw. Erst etwa gegen Ende des ersten Jahres erlangt das Kind langsam die Fähigkeit, sinnvolle Worte zu sprechen — es sind natürlich Worte der Kindersprache, Lallworte sozusagen, 4ie nur eine entfernte Aehnlichkeit mit ihren Vorbildern haben (tit-tit für Tick-tack usw.). Noch immer aber unterscheidet sich die Kindersprache zu diesem Zeitpunkt in keinern wesentlichen Punkte von den Lauten der Tiere — auch die sinnvollen Worte des Säuglings drücken zunächst nur irgendwelche Affekte (Freude, Schmerz usw.) aus oder sie bezwecken die Erfüllung irgendeines Wunsches. Wenn der Hund ärgerlich knurrt oder kläffend um Futter «bettelt, so ist das prinzipiell nichts anderes, als wenn das Kind etwa «Mama» sagt, um zum Beispiel irgend etwas von der Mutter zu bekommen. Bald aber beginnt dem Kinde derjenige Sinn der Sprache aufzudämmern, die sich bei den Tierlauten bisher noch nirgends gefunden hat, die Möglichkeit nämlich, durch ein bestimmtes Wort einen Gegenstand zu benennen, ihn-ein Gestrickte Kleider - Die Prinzessin im Märchen von einst hatte ein Kleid aus Purpur und Brokat und goldene Stiefelchen. Ins Heute übersetzt, würde das Märchen lauten: «Der Star trug ein handgestricktes Complet und Sandaletten aus Reptilleder.» Denn Prinzessinnen von einst und Stars von heute tragen nur das Feinste und Schönste, was die Mode diktiert, und dazu gehört heute unbedingt die handgestrickte Garderobe, die bis vor kurzem nur für Sportbekleidung in Frage kam. Heute wird vom Morgenbis zum Abendkleid alles gestrickt und findet in allen Schichten der Bevölkerung Beachtung. Jede Frau, die einige Handfertigkeit besitzt, kann sich bei dem ungeheuren Reichtum an Wollmaterial und den Strickanleitungen, die in Strickmode-Journalen und durch Handarbeitsgeschäfte gegeben werden, direkt schöpferisch betätigen und wunderbare Gebilde aus Wolle mit Seide anfertigen, die, mit dem entsprechenden Zubehör, reizvolle Effekte ergeben. In der Kollektion des Hauses Marianne, Basel- Zürich, sehen wir neben Pullovern, Westen sportlichen Genres, viele Trotteurs. Vormittags trägt man sie mit bunten Schals, oder mit einer Pelzkrawatte; doch sehen sie als Nachmittagskleid ebenso gut aus mit etwas Lingerie aus Putz oder Samtgarnierung. Da sie äusserst schmiegsam und nicht auftragend sind, kleiden sie sehr gut unter dem Mantel. Die Farben sind meist marine, ein sattes Braun und Grün, die in verschiedenen Tönen variieren und für jeden Geschmack auserlesen sind. Viele haben Noppeneffekte, oder Stichel- und Arigorahaare. Fast ohne Ausnahme werden flotte Ledergürtel dazu getragen. Aparte Knopfverschlüsse und Brandenburger, unter welcher Bezeichnung Verschnürungen mit Tressen und Kordeln zu verstehen sind, geben diesen Jackenkleidern eine ganz besonders ansprechende und interessante Note. Elegante Teekleider in Seide weisen Intarsienmuster auf, oder sind reliefartig gestrickt. Bei diesen, wie bei den- noch reicheren Cocktailkleidern herrschen Schwarz oder ganz dunkelrote Töne vor. Similischmuck oder Perlmutter werden als Verschluss diskret angebracht. -Helle, feine Blusen werden mit einer farbenfrohen Wolle in Millefleurs-Mustern, die beim Stricken Blümchendessins ergeben, gestrickt, andere werden nach östlichem Vorbild bestickt, oder auf englische Art smoksgenähr. Die Abendkleider in reiner, glatter oder Boucleseide fallen durch ihre schöne Linie und weiche Schmiegsamkeit auf. Wer es versteht, ein solches Kleid vornehm zu tragen, ist bestimmt an den grossen gesellschaftlichen Veranstaltungen dieses Winters die Prinzessin von heute. Schwarzes Cloqueabendkleid mit tiefem Rückenausschnitt und drei Schnallen als Verschluss.