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E_1936_Zeitung_Nr.022

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c AUTOMOBIL-REVUE

c AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 17. MÄRZ 1938 — P* Hans Stuck (links) mit A. Gartmann, dem Bremser des bei der Olympiade in Garmisch siegreich gewesenen Schweizer Bobs, im Skigelände von St. Moritz. Dass der Bergmeister eich darauf versteht, wenn's sein muss auch im

II. Blatt BERN, 17.März 1936 Automobil-Revue Die entscheidende Bedeutung der Lenkung für die Sicherheit der Kraftfahrzeugführung vom ersten bis zum letzten Augenblick lässt es gerechtfertigt erscheinen, wenn man der Konstruktion des Lenkgetriebes neuerdings die gleiche Aufmerksamkeit zuwendet wie der des Kraftgetriebes. Sind auch bei letzterem die zu übertragenden Leistungen sehr viel grösser, so handelt es sich bei ersterem doch um menschliche Arbeit, die einer besonders sparsamen und pfleglichen Weiterleitung würdig ist. Da es sich in beiden Fällen um die Uebersetzung von Kräften und Bewegungen handelt, ist es sachlich gerechtfertigt, die Verfeinerung der Lenkung den gleichen Spezialwerken anzuvertrauen, die die besten Erfahrungen und Einrichtungen für den Bau von Motor-Uebersetzungsgetrieben besitzen. Die Ross-Lenkung ist zwar seit längerer Zeit in vielen amerikanischen und einigen deutschen Autotypen bewährt, aber hinsichtlich ihrer genialen Konstruktionseigentümlichkeiten noch nicht allgemein bekannt. Letztere verdienen eine nähere Betrachtung. Der entscheidende Punkt liegt hier, wie bei allen Lenkungen, in der Uebertragung der Bewegung vom unteren Ende der Steuersäule auf das Lenkgestänge. Allgemein wird dazu das Ende der Lenksäule mit einer Schraubenoder Schneckenspindel ausgerüstet, die entweder eine Mutter oder ein Schneckenzahnrad antreibt. Die erstere Möglichkeit ist nicht mehr sehr beliebt, weil sich ein spielfreier und nachstellbarer Eingriff zwischen Mutter und Spindel schwer erreichen lässt, und auch die Reibungs- und Schmierverhältnisse nicht voll befriedigen können. Die Verwendung von Zahnsegmenten statt der Mutter ist auch nicht frei von gleitender Reibung. Sie gestattet zwar die Nachstellung, diese ist aber recht umständlich und verändert jedesmal den wirksamen Hebelarm des Zahnsegmentes und damit die Uebersetzung. Die Ross-Lenkung hat eine früher unbekannte dritte Möglichkeit geschaffen. Bei ihr No 22 No 22 Die Mechanik der Ross-Lenkung (Nachdruck verboten.) gleitet ein Zapfen oder Finger in der Schnekken-Nut und bewegt dadurch einen Drehhebelan dessen Ende er nicht wie der Zahn eines Zahnsegmentes, sondern quer wie der Griff einer Kurbel, sitzt. Dieser Zapfen ist konisch und passt in die entsprechend schräg ausgearbeiteten Schraubengänge der Spindel. Die Bearbeitung der letzteren erfolgt mit einem konischen Werkzeug, das genau der Form des Zapfens entspricht. Damit wird die schraubenförmige Nut soweit hergestellt, als der Finger in ihr bei äusserstem Ausschlag gleiten soll. Die Führung des Zapfens in der Schnecke kann einfach und schnell mit jeder nur irgend erwünschten Genauigkeit eingestellt werden, indem man den Hebel in der Richtung seiner Drehachse verschiebt. Dabei bleibt der Zapfen stets in gleicher Richtung und Höhe, so dass Hebelarm und Uebersetzung unveränderlich sind. Ein weiterer Vorzug sind die günstigen Berührungs- und Schmierverhältnisse zwischen Zapfenmantel und Schnecken-Nut, die geringste Reibung und Abnutzung ergeben. Ferner liegt die Nut-Wand-stets fast genau senkrecht zum Zapfendruck entsprechend der Lagerung des Lenkzapfens durch Doppel-Kegelrollen-Lagex. Ausschlagrichtung des Hebels. Infolgedessen können etwa am Radreifen auftretende Stösse 'durch den Hebel kein Drehmoment auf die Spindel übertragen. Das Handrad bleibt daher erschütterungsfrei. Andererseits ist die Reibung des Getriebes so gering, dass die Rückführung in die normale Lage fast widerstandslos erfolgt. Der auf die Räder wirkende Bahndruck, der diese Rückwirkung begünstigt, kann sie allerdings allein nicht hervorrufen. Er gleicht aber die geringfügige Selbstsperrung des Getriebes aus, so dass das Gefühl einer fast automatischen Zurückführung entsteht. Unterstützt wird diese gleichsam selbsttätige Rücksteuerung, wenn man die Schneckensteigung nach den Ausschlagenden etwas verstärkt. Ueberhaupt sind mancherlei Vorteile mit der Z.-F.-Ross- Lenkung dadurch erreichbar, dass man die Steigung in beliebiger Art auch ungleichförmig ausführen kann. Ein besonders flacher mittlerer Teil ergibt in dem meist benutzten Bereich geringste Abnützung und günstigste Kraftübertragung. Etwas grössere Steigung an den Enden ergibt schnelle Bedienung auch stärkster Steuer-Ausschläge. Werden unterschiedliche Steigungen nach rechts oder links z. B. aus Rücksichten auf die Seite des Steuersitzes oder der Fahrordnung verlangt, so kann auch dem entsprochen werden. So passt sich die Steuerbewegung auch den verwöhntesten Wünschen und den unterschiedlichen Bedürfnissen von Kurven- und Schnellfahrt an und ermöglicht z. B. auch ein sehr bequemes Parken. Das beschriebene Lenkgetriebe ist von einem Gehäuse umschlossen, welches mit Getriebeöl gefüllt wird. In Abb. 1 ist der Mechanismus unter Fortlassung dieses Gehäuses dargestellt. Das letztere umgibt ihn in der Art, dass nur oben die Lenkspindel und unten rechts das Keilende für den Lenkhebel, links die Nachstellschraube für den Drehhebel herausragen. Die Schnecke ist ober- und unterhalb der Gleitspirale in kräftigen Präzisions-Kugellagern gebettet. Ganz besonders interessant ist aber die Bauart, bei welcher auch der Führungszapfen wälzend gelagert ist. In Abb. 2 sieht man das obere Hebelende mit dieser Lagerung aufgebrochen. Man erkennt die beiden konischen Rollenkränze und links davon II. Blatt BERN, 17. März 1936 Lenispindel mit Zapfen und Lenkhebel. die Zackenscheibe zur Einstellung und Sicherung. Durch diese Verfeinerung erreicht man fast völlig reibungsloses Abrollen des Zapfens an der Wand der Spiral-Nut und damit eine unübertroffene Sicherheit und Leichtigkeit der Funktion. Damit dürften folgende vier Forderungen, die man an eine gute Lenkung zu stellen hat, besser erfüllbar sein als mit anderen bekannten Bauarten: 1. Wirksame Kraftübertragung auf die Lenkräder bei leichter Bedienung durch die Hand, 2. Spielfreier, sicherer und schneller Ausschlag, 3. Hemmungsfreie Neigung zur Rückkehr in die Normallage, 4. Gefühl für die Strassenlage bei Schutz vor Stössen. Von Dr. Ing. Otto Steinitz. Vulkanisation von Gummi auf Metall. Die Vulkanisation von GummiüberzügeK auf Metallteilen bietet im allgemeinen keine grossen Schwierigkeiten. Dagegen treten dann allerhand Probleme auf, sobald dieser Verbindung zugemutet wird, Scherkräfte ELEKTRO-PRUFBANKE MESSGERATE und SPEZ. 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