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E_1936_Zeitung_Nr.023

E_1936_Zeitung_Nr.023

AUTOMOBIL-REVUE FREITAG,

AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 20. MÄRZ 1936 — fJQ 23 Linie und Gesicht des lüagens oon 1936 Das Gesicht des Ford 1936: Ein typischer Vertreter de* amerikanischen Formgebung: Das zweisitzige La Salle-Coupe. Ein Repräsentant England«: Der Triumph Gloria als Cabriolet karossiert Geeicht und Linie des deutschen Sportwagens: Der neue Wanderer-Kompressor. Ein französischer Stromlinienwagen: Der Peugeot 402. tmm Die Linie des amerikanischen Sportwagens: Der Auburn Speedster. Nicht, dass die Karosserie etwa bunt gescheckt wäre, wie unßer Bild glauben machen könnte, denn die «Musterung» ist nur der Reflex einer seltsamen Deckenbeleuchtung. Ein Dodge-Cabriölet-mit einer- Schweizer Karosserie-aus-der-Karosserie Langenthai AG.-

NO 23 II. Blatt BERN, 20. März 1936 N« 23 II. Blatt BERN, 20. März 1936 Konstruktive Tendenzen 1936 Angenommen, ein Automobilmodell aus irgend einer plastischen Masse werde in eine reissende Strömung gestellt und darin festgehalten. Ist das Material nicht allzu zäh, so beginnt es nach kurzer Zeit, immer deutlicher Stromlinienform anzunehmen. Noch verfängt sich die Flüssigkeit da und dort unter Wirbelbildung, doch wird sie bald auch von Ecken und Kanten wirbelfrei ablaufen. Wenn das Material nämlich plastisch ist und doch eine genügende Kohäsion aufweist, fliesst es allmählich in die von Wirbeln erfüllten Räume. Die Kanten runden sich immer mehr, bis die Entstehungsursache der Wirbel schliesslich völlig verschwindet. Ganz ähnlich geht die Entwicklung der modernen Linie am Wagen vor sich. Wir brauchen lediglich an Stelle der nagenden Strömungen die Tendenzen der Konstruktion zu setzen, die, getrieben vom rastlosen Streben nach Geschwindigkeit und «geschwinden Formen», alle vorspringenden Ecken und Kanten abrunden und abschleifen, bis der ganze Wagen in Die Linie Die Zukunftslinie des Automobils? serle pflanzte. Man schlägt jetzt gerade den umgekehrten Weg. ein. Erst kommen die Insassen, die von einer komfortablen Karosserie umgeben werden und dann erst sieht man zu, wo der Motor Platz findet, ob Hinteroder Vorderrad-Antrieb wünschenswert erscheint und ob nicht vielleicht der Rahmen überhaupt wegfallen könnte oder sich mit der Karosserie vereinen Hesse. Denn die jahrzehntelangen Erfahrungen haben uns Motoren gebracht, deren sicheres Funktionieren zu den Selbstverständlichkeiten gehört, so dass besonders gute Zugänglichkeit nicht mehr Hauptbedingung ist. Die augenfälligsten Aenderungen zeigen die Vorder- und Heckpartien des Wagens, die für Ablenkung und möglichst reibungslosen Abfluss des Fahrwindes zu sorgen haben. Immer stärker neigt sich der Kühler nach hinten, runden geschäftige Künstler-Hände die Kühlerverschalung ab, bis sich die Stromlinie als zweistufige Welle über die ganze Front ergiesst. Kotflügel und Motorhaube fliessen immer mehr zusammen. fliessende Linie Schon verschwinden an gewissen Wagen auch die Vorderräder unter Klappen, die getaucht ist. Das Auto entsteht heute nicht sich beim Einschlag der Räder mitdrehen, mehr in der althergebrachten Art, wo derum Platz zu schaffen. Bei den hintern Pneus Fabrikant vor allen Dingen ein Chassis schuf, gehören solche Verschalungen längst nicht auf das" man schlecht und recht'eine Karos-' mehr zu den Seltenheiten. Efn nach vorn gerückter Motor verbessert die Fahreigenschaften des Wagens Seit Jahren steht die amerikanische Automobilindustrie weitaus an der Spitze aller Länder. Auch heute noch laufen zwei Drittel des Weltbestandes an Automobilen in den Vereinigten Staaten. Ihr Ersatz liegt in den Händen verhältnismässig weniger Firmen, die sich untereinander wieder zu grösseren Gemeinschaften zusammenschlössen und damit die Rentabilität sicherten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr vermochten gewisse Firmen direkt Rekordgewinne zu buchen, die sogar die Einkünfte der Prosperity-Jahre übertrafen. Diese Erfolge haben mit dazu beigetragen, das Gesicht des amerikanischen Wagens zu prägen. Seine Entwicklung hat von den Weiten eines gewaltigen Landes und dessen Rohstoffreichtum profitiert. Grosszügiger Unternehmergeist trug das Seinige bei, um drüben den Besitz eines Automobils einem jeden zu ermöglichen. Man spricht vielfach von einer Mode im Automobilbau. Zu Unrecht! Denn es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen der Stufe einer geradlinigen Entwicklung und der launischen Mode im Bekleidungsgewerbe, die sich ständig im Kreiss bewegt und uns periodisch die Balltoiletten unserer Grossmütter als letzten Chic anpreist. Der Hang zu höherer Geschwindigkeiten, der sich vornehmlich ,.am; : ;Ärrierikanerwagen bemerkbar macht, ist und gewährt die Möglichkeit, auch die hinteren Sitzbänke vor der Hinterachse anzuordnen, was wiederum dem heruntergezogenen Heck zugute kommt, dessen Schweifung um so früher ansetzt, e weiter die rückwärtigen Passagiere nach vorn rutschen. Gleichzeitig versinkt der Kofferraum allmählich in' der Rückwand und mit ihm oft auch noch der Reservepneu. Ständig wandern die Seitenwände weiter nach aussen und die Zeit ist vielleicht nicht mehr fern, da die Trittbretter der Vergangenheit angehören. Speziell bei den mittleren und kleinern Wagen sind sie im Aussterben begriffen. Der Innenraum hat dadurch an Geräumigkeit gewonnen. Am auffälligsten tritt die Verbreiterung an der vordem Sitzreihe und der Windschutzscheibe in Erscheinung. Wo dazu noch schmale Eckpfosten oder gar «Panoramas- Scheiben die Sicht verbessern, ist man vom Optimum nicht mehr weit entfernt. Abgesehen vom vermehrten Sitzraume der vordem Bank erscheint eine breite Vorderpartie auch vom aerodynamischen Standpunkte aus als erwünscht. Teile wie Scheinwerfer, Türgriffe und ähnliche «Steine des Anstosses» für den Luftstrom verbergen sich schon vielfach in den nächstgelegenen Karosseriepartien. Wir finden Scheinwerfer, die in die Kotflügel eingebettet liegen, andere, die hinter Gittern hervorgucken und schliesslich solche, die mit Hilfe eines Anbaues stromliniengerecht gestaltet worden sind. AM E R I KA durchs Guckloch nicht Modesache, sondern Produkt einer immer rascher fortschreitenden Evolution.- Die Stromlinie beherrscht das Feld und mit ihr die andern Errungenschaften, die der Erhöhung der Schnelligkeit dienen. So gewinnt der Schnellgang eine ständig wachsende" Anhängerschaft und auch vom Kompressor hört man. in letzter Zeit wieder mehr; Eine ganze Reihe von Tendenzen im amerikanischen Automobilbau habt sich erhöhte Sicherheit zum Ziel gesetzt. Sie findet ihren Niederschlag in der allgemeinen Einführung von Sicherheitsglas zum Teil sogar für alle Fenster, in den Ganzstahlkarosserien mit aus einem Stück gepresstem Stahldach, in wirksameren Bremsen, in der Uebertragung der Brems-Schubkräfte durch spezielle Abstrebungen und anderem mehr. Der Schwingachse steht noch eine ganze Reihe amerikanischer Firmen ablehnend gegenüber, besonders seitdem man gelernt hat, durch eine Schwerpunkt-Verlagerung nach vorne eine ähnlich günstige Beeinflussung der Fahreigenschaften zu erzielen mit mit Schwingachsen. Die Liebhaber des geräumigen, amerikanischen Fahrzeuges werden auch dieses Jahr viel Neues und Verlockendes finden, das geeignet ist, den Erfolg auch der 1936er-Modelle sicherzustellen. Meisterin im Schnellsehr eiben 12 Modelle von Fr. 160.- an Senden Sie diese Anzeige an den Generalvertreter, der Ihnen den Katalog und ein Geschenk gratis zusenden wird! 1933 1934 1935 HERMES die Schweizer-Schreibmaschine, hergestellt durch Paillard, Yverdon-St.-Croix (gegr. 1814). Drei mal an erster Stelle bei der Berufsmeisterschaft der Dactylographen, Paris (Schnelligkeit undyollkomrnenheit der Arbeit). Siegreich am Wettbewerb der Lyoner-Messe 1935 etc. S T PIERRE 2 LAUSANNE TRIUMPH-GLORIA immer an der Spitze, 3 lafire nacheinander hat Tnumph-Glona am Monte-Carlo-Rennen die besten Leistungen von allen englischen Wagen erzielt. Ein treffender Beweis von Qualität und Leistungsfähigkeit. Dazu baut Triumph-Gloria seit Jahren eine Karosserie, die höchste Präzisionsarbeit zeigt und entzückende Eleganz und Linienführung mit unvergleichlichem Komfort vereinigt. Triumph-Gloria, Englands Spitzenleistung, bürgt für: 0 Qualität £ Leistung # Eleganz GENERAL - VERTRETUNG: ]. Häuser» Kreuz-Garage Zürich8, Zollikerstr. 9, Telephon 26.826 Grosse Ausstellung, Ersatzteillager, Service Genfer Salon, Stand N*.44