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E_1936_Zeitung_Nr.017

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BERN, Freitag, 28. Februar 1936 Nummer 20 Rp. 32. Jahrgang - N° 17 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEIT Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und VerkehiskrteTessen ABONNEMENTS-PREISE: Ausgabt A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. Aasland mit Portozusehlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unlallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Erschein! jeden DieusMn und Freitag Wochen milcht t Beilage „Auto-Magazin" Monatlich 1 rna. lielbe Liste REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenralnstr. 97. Bern Telephon 28.222 PostchecK 111 414 Telegramm-Adresse. Autorevue. Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 IONS-PREIS: ohe Grundzelle oder deren erate nach Spezialtarit ane Aw*»fn«lnen Noch nicht greniig:? Vor einigen Tagen hat der Bundesrat den Anders formuliert bedeutet dieser letztere Bericht über die Alkoholverwaltung im Geschäftsjahr 1934/35 veröffentlicht, das mitneues « Geschenk » des Bundesrates gefasst Passus, dass wir Automobilisten uns auf ein dem famosen Defizit von 21 Millionen Fr. machen dürfen und dass es mit der Erhöhung des Benzinzolls um 40 % noch nicht abschliesst. Was hat die eidg. Alkoholverwaltung mit dem Automobil zu tun ? werden Sie vielleicht fragen. Gewiss, die Zu-man uns ja auf den Coup vorbereitet. genug ist. Mehr oder weniger sachte hat Und sammenhänge liegen nicht ohne weiteres zu Tage, aber dass sie vorhanden sind, und dass es in diesem Falle damit sogar seine ganz besondere Bewandtnis hat, darüber wird einem jeden ein Licht aufgehen, wenn er sich in den bundesrätlichen Bericht vertieft. Wie heisst es doch darin ? Von ungleich grösserer Bedeutung als alle bisher besprochenen Massnahmen für die finanzielle Entlastung der Alkoholverwaltung ist die Möglichkeit einer Beimischung von entwässertem Kernobstspiritus zum Benzin. Auf diesem Weg könnte nicht nur eine durchgreifende Sanierung der Alkoholverwaltung erreicht werden, sondern es würde damit auch die Möglichkeit und die haltbare Grundlage für die fachmässige Umstellung im Obstbau geschaffen. Wenn es z. B. gelingen würde, 60,000 Hektoliter Kernobstspiritus zum .Gestehungspreis als Betriebsstoff zu motorischen Zwecken abzusetzen, so •würde das Jahresergebnis der Alkoholverwaltung mit einem Schlag um 60,000 X 150 Fr., das heisst um 9 Millionen Franken, verbessert. Da der schweizerische Brennstoffbedarf heute rund 2,500,000 Hektoliter- Bonzin (Einfuhr 1934 rund 3,000.000 Hektoliter) beträgt, müsste dem Benzinimporteur auf 40 Wagen Benzin ein Wagen Kernobstalkohol zugeteilt werden, was bei Uebernahme zum Gestehungspreis der Alkoholverwaltung von heute rund 2 Fr. pro Liter 100 Prozent einschliesslich Deshydrierung, Reinigung und Transport den Liter Betriebsstoff um rund Z% Rappen verteuern würde. Die Verwirklichung dieser Massnahme ist an einige Voraussetzungen gebunden. In technischer Beziehung müsste der Obstbranntwein deshydriert und gereinigt werden. Im Ausland, wo die Beimischung von Alkohol zum Motorenbetriebsstoff bereits durchgeführt wird, ist die für die Entwässerung benötigte Apparatur weitgehend entwickelt. Die Alkoholübernahme zwecks Beimischung zum Benzin müsste zur Bedingung der Erteilung der Einfuhrbewilligung gemacht werden, die bereits durch Bundesratsbeschluss vom 6. März 1932 eingeführt worden ist. Die Lösung darf füglich auf dem Boden der Einfuhrbeschränkungen gefunden werden, da die grosse Erzeugung von Kernobstbranntwein zu einem wesentlichen Teil durch das Fehlen des Mostobstexportes verursacht ist. Die Zuteilung von entwässertem Kernobs