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E_1936_Zeitung_Nr.024

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14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE SAMSTAG. 21. MÄRZ 1936 — N° 24 ROTTSCHAFT DER AERO- E DER SCHWEIZ Zentralsekretariat GENF Rue du Mont-Blanc, 11 Warum denn eia Pou du Ciel ? Leute, welche die Pou du Ciel-Bewegung nicht aus der Nähe verfolgten — sie sind überaus zahlreich — staunen über den Eifer und die Begeisterung der Luft-Amateure für diesen kleinen Apparat. Und auch jene andern, die mehr oder weniger auf dem laufenden sind, sind in dieser Angelegenheit ebenfalls zahlreich: sie staunen über "die Polemik und Kritik, der diese neue Formel begegnet. Genau genommen, was ist daran? Diese aktuelle Frage möchten wir nun behandeln nnd ihr eine befriedigende Antwort folgen lassen. Das können wir durch die Erklärung des Werdeganges der Bewegung. Ueber die Schöpfung des Pou du Ciel. die Geschichte der Experimente und Forschungen von Henri Mignet. ist heute niemand mehr unwissend. Von Mignet hat die gesamte Presse schon genugsam berichtet, so dass es für uns nicht notwendig erscheint, uns darüber'lange aufzuhalten. Wir wünschen Sie einzig daran zu erinnern, dass er sich zum Ziel setzte, das Flugwesen zu entwickeln und es in den Bereich der weniger bemittelten Klassen zu bringen. Aus diesem Grunde machte er sich an sein Werk, eine Flugmaschine zu bauen, deren Haupteigenschaften sich in die Formel, kleiden lassen: Sicher — einfach — billig. Sein Pou du Ciel — wir gestatten uns, das gleich zu bemerken, dass er nicht das Produkt eines glücklichen Zufalles ist, sondern ganz im Gegenteil die Frucht einer langjährigen, mühevollen Forschungsarbeit und zahlloser Erfahrungen — erfüllt diese Bedingungen genau. Und hier finden wir nun die erste Erklärung für die Begeisterung, die seine Schöpfung in allen Ländern des Erdballs hervorrief. Es ist ja wirklich unglaublich, aber dennoch Tatsache. Das beste Zeugnis dafür bilden die Folgen, der Eifer und der Nachahmungsgeist. Kaum ein Jahr nach Bekanntgabe im Publikum, unterstützt durch ein schon überall bekanntes Buch «Le Sport de l'Air», sind schon nahezu 170 Apparate, von Amateuren erbaut, in Frankreich geflogen. Die allermeisten werden von «nichtpatentierten» Piloten gelenkt. Und in den Reihen der «Pou du Cieilisten» rechnet man damit, dass diese Zahl sich rasch verdoppeln oder gar verdreifachen wird, wenn man die grosse Zahl der im Bau begriffenen Maschinen in Betracht zieht. Es ist unser Bestreben, gegen jedermann gerecht zu sein, und deshalb möchten wir hier hervorheben, dass die Verbreitung der Pou du Ciel-Bewegung zu einem grossen Teil dem mutigen Feidzug der französischen Zeitung «Les Ailes» zu verdanken ist, dessen Chef-Redaktor, Herr G. Houard, Ehrenmitglied der R. A. A. S. ist. Diese Zeitung brachte ebenfalls auch die glückliche Idee hervor, alle flugfähigen Poux offiziös zu homologieren. Die Bewegung hat ganz natürlicherweise in Frankreich begonnen, wo Misnet sein Werk ausgeführt und vorgezeigt hat. Dann aber hat diese nämliche Bewegung mit grosser Geschwindigkeit die Grenzen Frankreichs überschritten und in allen Ländern Fuss gefasst. In Schweden wie In England, in Spanien und Russland, in Italien und Oesterreich; überall arbeiten die Amateure mit Fiebereifer an der Verwirklichung ihres Apparates. Auch die Neue Welt blieb nicht verschont, die Bewegung hat sich bazillenartig überall verbreitet."Es überraschte uns deshalb nicht besonders, als w!r letzthin erfuhren, dass auch in den Vereinigten Staaten und in Kanada Poux du Ciel im Bau begriffen sind. Sie werden nun fragen: Was machen die Amateure bei uns? Seien Sie ganz unbesorgt, die schweizerischen Amateure sind in guter Stellung in diesem Wettkampf. Manche Maschine — erstellt von den geschickten Amateurhänden — wartet nur noch auf gutes Wetter nnd die Bewilligung unserer Behörden, um stolz die Schweizerfarben an unserem Himmel spazieren zu führen. Einige Zahlen werden übrigens weit besser noch die Entwicklung unserer schweizerischen Bewegung wiedergeben: Es werden momentan 14 vollständig fertigerstellte Maschinen gezählt, wovon 5 bereits absolut gediegene, verbindliche Flüge ausgeführt haben, wodurch sie dann anch die oben erwähnte offiziöse Homologation verdienten. Es sind dies die Maschinen der Herren Guignard, Perrin, Chevalier und Kuffer-Reichenbach. Zahllose weitere Amateure bauen ihren eigenen «Pou du Ciel». Nach neuesten Nachrichten sind es mehr wie 40. welche bald das Licht-der Welt erblicken werden. Was soll man von all dem denken? Natürlich, der Uneingeweihteste unter den Laien muss es merken, ein Bl'nder musses sehen, dass nur etwas ganz Neues und konkret Fortschrittliches eine derartige Begeisterung hervorrufen kann, die sich über die ganze Welt verbreitet. Ein solcher Wetteifer, eine solche Umwandlung kann nur auf seriöser Basis und logischen Grundgedanken gestützt sein. Vor allem erklären wir, dass der Pou du Ciel einen grossen Fortschritt in sich birgt in bezug auf die Sicherheit. Dank einer ganz neuen, eigenartigen Disposition seiner Flügel kennt dieser Apparat in der Tat die Mängel der allgemein bekannten Flugmaschinen nicht. Er kennt vor allem den Schraubensturz nicht und auch nicht die traurigen Folgen eines Geschwindigkeitsverlusies. Wussten Sie. werter Leser, dass mehr als 80 % der Unfälle dem Geschwindigkeits-Verlust zuzuschreiben sind? Finden Sie es normal, dass ein Unfall, der einem Piloten mit einem Total von 5000 Flugstunden passiert, ganz einfach, mit der Entschuldigung erklärt wird: «Der Sturz ist auf Verlust an Geschwindigkeit zu nahe am Erdball zurückzuführen»? Leicht- 1) Entwicklung der Leichtaviatik. 2) Verminderung eines ansehnlichen Teiles der grossen Belastungen der Aviatik. 3) Schaffung von sicheren, billigen und leicht zu führenden Maschinen. 4) Erleichterung der Konstruktion für die Amateure, die in der Flugtechnik nicht so recht < zu Hause » sind. 5) Kontrolle aller Maschinen, die im Rahmen der R. A. A. S. oder von Mitgliedern der R. A. A. S. konstruiert worden sind. 6) Reglierungen, Expertisen und Schulung im Rahmen der Tätigkeit der R. A. A. S. Soll ein Flugzeug sicher und volkstümlich sein, müssen die Folgen des Verlustes an Geschwindigkeit ausgeschaltet werden. Der Pou du Ciel erfüllt diese schwerwiegende Bedingung! Wer kann da noch behaupten, dass ein Pou du Ciel für das Flugwesen ein Rückschritt bedeutet? Oder vielleicht deshalb, weil der Pou du Ciel mit weniger als 60 km/St. Tempo nach 80 Meter «Rollen» sich in die Höhe hebt, und weil man zwischen 20 und 50 m glatt landet?,, Auf alle Fälle aber ist vielen die unglaubliche Einfachheit der Konstruktion, welche es den Amatenren ermöglicht, selbst mit Minlmal-Fertigkeit, sich an die Arbeit zu machen, ein spitzer Dorn im Auge. Auch die Einfachheit der Führung des Pou, wodurch es Jedermann möglich wird, nach wenig Stunden Schulung zu lenken, erbittert die Herren «Piloten» lieber die erste Feststellung finden Sie im Artiker.Die Technik des Pou du Ciel» interessante Auskunft. Wir wollen uns aber bei der zweiten noch ein wenig verweHeit. Heutzutage besitzt jedermann die elementarsten Kenntnisse im Flugwesen. Somit ist es allgemein bekannt, dass die gewöhnlichen Flugzeuge mittels dreier Organe gesteuert werden: das Tiefen, (oder Höhen-) Steuer, dessen Name schon genau seine Funktion ausdrückt, die Flüge!klappen, zur Herbeiführung der in den Kurven notwendigen geneigten Lage, mit Hilfe eines Hebels mit der Hand bedient; sodann die Richtungs-Steuer mit Fuss-Bedienung. Das Problem ist nicht kompliziert. Es besteht einfach darin, die Getriebe gewandt zu handhaben. Von diesen ist das eine mit löblichem Scharfsinn so disponiert, dass die Wirkung im Gegensatz zu dem normalen Gedankensang steht, so dass sich die Getriebe unter sich nicht widersprechen. Ohnedies würde Ihr «Adler» ganz gemütlich in den Schraubensturz verfallen, womit für gewöhnlich der Pilot seinem Schöpfer in die Arme fällt. Mignet hat sich nun gesagt: «Habe Ich zwei Getriebe, so kreuze ich sie! Dadurch wird das eine ausgeschaltet, das zurückbleibende kann nicht mehr gekreuzt werden.» Diese ganz logische Berechnung war der Ausgangspunkt und Grundlage des heutigen Pou du Ciel-Lenkgetriebes. Wollen Sie steigen? — Ziehen Si« den Habel an! Wieder absteigen? — Sie stossen den Hebel nach vorn* Wollen Sie rechts herumkommen, um den auf dem Platz zurückgebliebenen Freunden noch einen Gruss zuzuwinken? — Drücken Sie den Hebel nach rechts! Versuchen Sie sodann eine Linkskurve, so t. B. zur Vollführung einer regelrechten «acht»? — Hebel nach links! Nichts ist einfacher wie das! Ihr gefugiger Pon neigt sich automatisch und die Kurve ist ohne weiteres korrekt, dank der speziellen, gehobenen Form der Flügel. Es ist nun ganz natürlich, dass die Einfachheit der Konstruktion des Pou du Ciel notwendigerweise die Billigkeit des Apparates zur Folge hat. Unsere Erfahrungen sind uns sehr nützlich. Wir haben im Laufe des Jahres, anhand der Verwirklichungen seitens unserer Mitglieder, prüfen können, und es ergab sich für die Maschine ohne Motor der staunenswerte Preis von nicht mehr als Fr. 660.—. Wenn wir nun zu diesem Betrag den Preis für den Motor, der, le nach Marke und Stärke, zwischen POO und 1200 Franken schwankt, hinzuzählen, kommen wir immerhin auf ein Maximum von Fr. 1800.— für einen Apparat, der uns alle Befriedigung, die von ihm erwartet werden kann, verschafft. Ziel und Zweck Aviatik 1) Anerkennung der R. A. A. S. durch das Eidg. Luftamt zu den gleichen Bedingungen wie andere Verbände, die sich mit dem Flugwesen befassen. 2) Anerkennung der Expertenkommission und der technischen Abteilung der R. A< A. S., unter Kontrolle des Eidg. Luftamtes. 3) Studium von neuen Verordnungen für Flugzeuge mit Leergewicht von weniger als 250 kg. 4) Schaffung eines Spezialpatentes zur Führung von Flugzeugen vom Typ «Pou du Ciel ». Berechtigung für die R. A. A. S., solche Patente auszuhändigen, unter Kontrolle des E. L. A. 5) Schaffung eines speziellen Flugbereitschaf ts-Zeugnisses für die Flugzeuge mit Leergewicht von weniger als 250 kg. Berechtigung für die R. A. A. S-, solche Zeugnisse unter Kontrolle des, E. L. A. auszuzuhändigen. 6) Annahme der Flugzeuge Typ «Pou du Ciel» in die Kategorie der Maschinen, die in der « Convention internationale de navigation aerienne» zum Fluge berechtigt sind. Oh. wie liegt die Zeit weit zurück, wo man noch 100 bis 150 «blaue Lappen» besitZLn musste, wollte man sich eine Flugmaschine anschaffen! Weit zurück?' — Und doch kaum ein Jahr! Ist nicht ein solcher leicht sichtbarer Wandel ganz einfach wunderbar? Aber das ist nicht alles. Nun sprechen wir noch ein wenig über die Kosten einer Flugstunde. Der Pou du Ciel verbrennt pro Stunde 8—10 Liter Benzin und einen halben' Liter Oel, Garage, Versicherung, Steuer (das kommt alles noch!), und wir kommen mit Mühe auf Fr. 15.—. Ein Sprichwort sagt: Das Glück des einen.bedeutet dem andern Unglück! Dies bewahrheitet sich täglich. Auch hier ist es der Fall, denn die Vorteile und guten Eigenschaften des Pou du Ciel gefallen leider nicht jedermann. Und so hat diese neue Fonnel,, wie jede Neuheit, einer lebhaften Kritik standzuhalten. Kritisieren ist ja übrigens nicht schwer, um so mehr als man selbst nichts tut, oder auch wenn man eifersüchtig ist. Und doch soll man das ganze Problem . objektiv betrachten. Darum teilen wir die Kritik in zwei Kategorien: die unehrliche, absichtlich beleidigende, die uns also nicht interessiert, wozu wir auch die Eifersuchts- Kritik zählen: und dann die andere, die gerechte. Die Leute dieser Kategorie lassen sich schllesslich belehren. Sie haben nur den Fehler, dass sie die ganze Frage aus einem unrichtigen Winke! betrachten. Sodann entgeht ihnen auch der reelle Zweck des Pou du Ciel, und sie begehen sehr gerne den Irrtum, dass sie den Pou du Ciel mit anderen, gewöhnlichen Flugzeugen vergleichen wollen. Und gerade auf diesen Irrtum bauen sich die meisten Meinungsverschiedenheiten auf, die sich zwischen den aufrichtigen Kritikern und uns bilden. Es ist nicht daran zu denken, den Pou du Ciel auf dieselbe Stufe zu stellen wie einen gewöhnlichen Apparat für Tourismus z. R Er wird auch voraussichtlich nie dem gleichen Zwecke dienen. Der Pon du Ciel verfolgt ganz einfach das Ziel, die volkstümliche Aviatik zu schaffen und zu entwickeln, indem er allen Liebhabern — trotz beschränkten Mitteln — verhilft, sich dem Luftsport zn widmen; Er äst für die Massen geschaffen und nicht nur für die wenigen, die sich einen Dreiplätzer von 250 oder 500 PS. leisten können. Dann wird uns vorgehalten, dass der Pou du Ciel noch nicht perfekt sei und es ihm.an «aerodynamischer» Form fehle. Dass der Pou du Ciel verbessert werden kann, bestreiten w!r keineswegs, und tatsächlich vervollkommnet er sich täglich, dank der Arbeit der technischen Abteilung. Immerhin verschafft er in der heutigen Form schon jedem Benutzer Befriedigung. Die zahlreichen Apparate, die schon fliegen, und zwar oft bei absolut ungünstiger atmosphärischer Witterung, haben sich vollkommen normal behauptet. Der Luftsport kommt ganz zu seiner Zeit. Es wäre deshalb sehr merkwürdig, wenn man die Bewegung bei uns zu hemmen und zu ersticken suchte, während in allen andern Ländern die Entwicklung derselben gefördert und ermutigt wird. Ucbrigens wäre das ganz bestimmt vergebene Mühe, denn nichts wird den gewaltigen Drang hindern können und althergebrachte Traditionen werden nicht stören. Trotz allem kommt doch bald die volkstümliche Aviatik. A. Busen!, Zentralsekretär. AVIATIK! Postcheckkonto 16727 Telefon 28.844 Wer sind wir? Magisches Symbol, das uns schon oft träumen Hess, wenn über unsern Köpfen die Luft von Motorgetöse zitterte. AVIATIK! Moderne Göttin unseres Zeitalters! AVIATIK! Hoffnung, wie eine ganze Jagend sie im tiefsten Innern ihres Wesens fühlt und aufsteigen lässt! AVIATIK! Unwiderstehliches Unternehmen, getragen von mutigem Sehnen,.Heldenmut in Disziplin und Entsagung. AVIATIK! ...Aber, wie mancher Vorsatz, wie mancher Wunsch wurde erstickt, angesichts des Mangels an Mitteln! Aus diesem Grunde ist die R. A. A. S. erstanden. Unser Zweck ist klar, genau und praktisch. Wir wollen, dass die Schweizer-Jugend die Aviatik kennt. Wir haben uns zur Pflicht gemacht, das Flugwesen in ihren Bereich zu bringen. Schöne Worte genügen uns nicht mehr. Fliegen wollen wir. In einem Wort, wir haben uns zur Aufgabe gemacht, das Leichtflugwesen in der Schweiz zu schaffen. gesund, sicher und billig. Wir haben nicht mehr das Recht, nns glücklich zu fühlen lediglich im Lichte der herrlichen Leistunzen der uns umgebenden Länder. Was wir beanspruchen, ist das Recht, zu fliegen; ein einheitliches Recht für alle, die den Sinn und den Geschmack des Luftwesens besitzen. Ein Recht endlich, das von der Tüchtigkeit vor allem und erst in zweiter Linie vom Geldbesitz beherrscht sein soll. Nicht In der gewöhnlichen Aviatik wird die eifrige nnd tüchtige Jugend ihr erstrebtes Flugrecht erkämpfen. Sie ist zu teuer. In Kriegszeiten wird man auch nicht unser Land mit der Theorie der passiven Verteidigung gani beschützen. Man kann auch nicht in der letzten Minute Piloten formen mit dem Sinn für das Luftwesen! Das sportliche, zivile und militärische Luftwesen wird überall mit Hilfe von Millionen entwickelt; man kann sich dazu stellen, wie man will. Es ist nicht zu leugnen, dass die Aviatik ein Faktor ist, mit dem die Zukunft rechnen muss. Ein Rückzug ist unmöglich, die Macht der Luft erdrückt uns, freiwillig oder durch Gewalt werden wir uns ihr ergeben müssen. Die Neuavlatlk bat nicht nur das Recht, nicht reich zu sein, sondern sie hat die Pflicht, auch schweizerisch zu («Ig. Seit einem Jahr ist unsere Organisation eine lebendige. Sie soll aber noch wachsen, wenn unsere Forderungen triumphieren wollen. Momentan haben wir den «Pou du Ciel» gewählt. Die zirka 300 Apparate, die in Frankreich und im Ausland schon geflogen sind, geben uns ein grosses Recht, zu hoffen. Mehr als 1000 Apparate werden in Europa gebaut, wovon zirka 50 in der Schweiz. Die französische Wochenzeitung «Les Alles» hat schon über 150 Poux du Ciel kontrolliert und anerkannt. Auf diese Zahl fallen über 100 Piloten, die vorher nie ein Fliegerpatent besassen und nie irgend ein Flugzeug gelenkt haben. Ist nicht gerade das der beste Beweis für die absolut guten Eigenschaften dieses «Letztgeborenen»? •Mit Hilfe des Pou du Ciel ist das Luftwesen letzt in jedermanns Bereich versetzt. Tatsächlich braucht in Anbetracht der neuen Formel und des überaus billigen Anschaffungspreises das Lnftwesen nicht mehr einer besonders gutgestellten Volksschicht reserviert zu bleiben. Wir begreifen sehr wohl, dass es einigen wenigen nicht passt, wenn wir den Begriff Luftwesen mit dem andern «Volkstümlich» vermengen, aber die Zeiten sind fortschrittlich, ujd alle Länder um uns herum haben erkannt, dass die Aviatik vor allem der Jugend gehört Was sie bereits ausgeführt haben, dazu haben wir noch nicht einmal das Recht Aber es ist eine absolute Pflicht für unser Land, endlich einmal mit allen diesen veralteten Satzungen aufzuräumen und sich ans- Werk zu -machen. Treten Sie unserer Bewegung bei. Unsere technische Abteilung, von absolut tüchtigen Fachleuten geleitet, wird Ihnen alle nötigen Auskünfte geben. Gruppieren Sie sich, melden Sie Ihren Eintritt in die R. A. A. S., falls Sie auch nur ein wenig Interesse an der Fliegerei haben. Sie helfen Ihnen und uns zum Triumph des schönsten Sportes, der Aviatik. in der Schweiz. Tragen Sie unsere Abzeichen! Georges Maye. Vize-Prlsldent der R. A. A. S. SCHWEIZERISCHE NATIONAL Versicherungs- Gesellschaft Der Unterzeichnete wünscht der R.A.A.S. als beizutreten und nimmt die Statuten ausnahmslos an. Name: R.A.A.S. Rottschaft der Aero-Amateure in der Schweiz BEITRITTS-ERKLÄRUNG (Aktiv - Passiv - Wohltätigkeit) Vorname: Nationalität: Beruf: _ Geburtsjahr: Müitäreinteüung: . -Mitglied HAFTPFLICHT- UNFALL- AUTO- SACHSCHADEN- TRANSPORT- VERSICHERUNGEN Wohnort: Strasse und Nr.: Beiträge • Aktiv jährlich Fr. 13.— Eintrittsgebühr Fr. 5.— Passiv Fr. 5.— Wohltätigkeits-M. Einm. Beitrag min. Fr. 100.— Abzeichen: Preis Fr. 2.— plus 30 Rp. f. Porto Postcheck-Konto 1/6727 Kanton: am Unterschrift:

24 — SAMSTAG, 21. MÄRZ 1986 AUTOMOBIL-REVUE 15 Die Technik des Pou du Ciel Für die Personen, welche noch nie einen Pou du Ciel gesehen haben, empfehle ich, von nachstehender Beschreibung Kenntnis nehmen zu wollen. Der Pou du Ciel ist eine Art Doppeldecker, bei welchem die beiden Flügel sehr versetzt sind. Der obere Flügel deckt nur schwäch den untern, anders gesagt, der hintere Rand des vordem Flügels befindet sich genau über dem vordem Rand des hintern Flügels. Per vordere Flügel, welcher beweglich ist; ruht auf einem Holmen (Konstruktion, wölche dem Flügel die Widerstandsfähigkeil gibt). Ei* bewegt sich auf einer Querachse und sichert dadurch die. Steuerung (das Aufr und Niedergehen). Der hintere Flügel ist am Rumpf hinter dem Sitz des Piloten befestigt. Das Richtungssteuer schliesst den Rumpf ab, welcher nur 3,50 Meter Länge hat. In rechtwinkliger Art ist vorne der Motor mit seinem Gestell angebracht, ferner sind Stahlröhren zur Stützung des vordem Flügels und zur Befestigung deslandungsgestells verwendet. Die Steuerung des Apparates erfolgt durch einen einfachen Handhebel. Durch Vor- oder Rückwärtsbewegung dieses Hebels reagiert der durch ein Kabel mit diesem verbundene Vordere Flügel. Das heisst: durch diese Bewegung .wird das Steigen oder Niedergehen des Apparates verursacht. Durch diesen gleichen Hebel erfolgt auch die Steuerung. Als gfossen Fortschritt ist die Vielgestaltigkeit dieser Steuerung hervorzuheben, indem die Fußsteuerung supprimfert ist. Zugleich wird durch diese Konstruktion ein seitliches Abrutschen auf den Flügeln vermieden. Die Flügel sind zusammengestellt durch einen starken vorderen Holmen (hoblförmig) und durch einen kleinen Holmen, ganz aus Holz, welcher am hintern Teil des Apparates befestigt ist. Die Flügel sind mit einem Holzstab umgeben, wodurch die Anbringung der Stoff-Ueberspannung erleichtert wird. Die Landevorrichtunq besteht aus eineirn Rohr, an welchem die beiden Räder befestigt sind. Die Konstruktion des Pou du Ciel, so wie sie oben angegeben ist, hat ergeben, dass man mit diesem Klein-Flugzeug die 'Vrille sowie das seitliche Abrutschen auf den Flügeln vermeiden kann. Die vordere Flügellänge beträgt 6 m und die Breite 1,40 m. Die hintere Flügellänge beträgt 4 m und die Breite 1,40 m. Die Länge des Apparates beträgt 3,50 m. Die Höhe ungefähr 1,80 m. Motorstärke von 20 bis 40 PS (500 cmc bis 1000 cmc). Aufsteigen des Apparates zwischen 50 bis 80 Meter, Landung zwischen 30 bis 60 m. Die normale Schnelligkeit beträgt 100 bis 140 Kilometer in der Stunde. Die maximale Höhe, die bis heute erreicht Wurde, beträgt 4600 m (durch den Piloten ••-• -Mangel!! von Mailand). Der Preis des Apparates beträgt Fr. 1300—2500. J. Troendl, Chef der techn. Abteilung der R. A.'A. S. Kritik des Pou du Ciel und was wir antworten müssen Wir behandeln das Problem, wie es täglich vorkommt in der Form von Frage und Antwort und werden alle, die sich für die Leicht-Aviatik im allgemeinen und besonders für den Pou du Ciel interessieren, damit vertraut machen. 1. Der Pou du Giel ist flugtechnisch unvollkommen, er zeigt nicht nur keinen Fortschritt, sondern sogar einen Rückschritt, der zu den Studien zurückführt, in welchen sich der Flugzeugbau vor ungefähr 25 Jahren befand. Antwort: Obgleich er einsah, dass die Flugtechnik des Pou du Ciel nicht vollkommen Ist, hat sich Demonge, einer der besten Aerodynamiker Frankreichs und vielleicht der Welt, entschieden zugunsten des Werkes von Mignet erklärt. Die Vollkommenheit dieses Apparates, sagt er, kann und muss verbessert werden, aber sie ist bei weitem ausreichend für geringe Geschwindigkeiten, die man im Augenblick vom Pou du Ciel verlangt. Indem man die Vollkommenheit vergröSsert, würde man einen geringen Zuwachs an Schnelligkeit erreichen, was einem wirklichen Amateur gleichgültig wäre. Wenn man aber dagegen die Vollkommenheit vergröSsert, so lässt man, in bezug auf die Konstruktion, den Kreis der Amateure beiseite und geht sofort zu den Berufsfliegern über. Mignet hqt eine aerodynamische Form gefunden, ausreichend für einen sicheren Flug, von einer so einfachen Konstruktion, dass sie selbst von Amateuren verwendet werden kann. Der einzige Vergleich, de,n man machen könnte, wäre der, dass man jetzt, wie vor 25 Jahren, leider die Konstruktion eines neuen Flugzeuges dem Amateur in weitestem Masse berücksichtigt. %. Der Pou du Ciel ist in keinem Lande zugelassen. Antwort! In Frankreich, England, Schweden, Belgien, Spanien, Russland, Japan, in allen französischen und englischen Kolonien fliegt man mit dem Pou du Ciel. Das Flugpatent wird nicht verlangt, nur fn einigen Ländern die Privatversicherung. Italien, immer an der Spitze in bezüg auf die Flugzeugtechnik, Hess den Pou du Ciöl offiziell ins Flugregister eintragen. Die oberste |n?tanz im Flugwesen (C. I. N. A.). 3. Der Ppu du C|el hat nicht die Zustimmung der zuständigen Stellen. Antwort: Eine grosse Zahl von Persönlichkeiten des Flugwesens hat den Pou du Ciel erprobt. Hier nur drei der bekanntesten. Demonge, erster Flugtechniker von Frankreich, für seine Fähigkeiten in der ganzen Welt bekannt; Kronfeld; internationaler Champion für Segelflug; Bleriof, einer der grössten Pioniere der Aviatik. General Demain, der Chef des französischen Flugwesens, ehemaliger Luftminister von Frankreich, hat die guten Eigenschaften des Pou du Ciel offiziell anerkannt und hat seinen Erfinder ausgezeichnet, indem er ihn zum Ritter der Ehrenlegion ernannte, zum Dank für die Dienste, die er der Flugtechnik erwiesen hat. 4. Der Pou du Ciel ist nicht kräftig genug. Drei tödliche Unfälle kamen vor. Antwort: Offizielle Versuche werden in allen Ländern unternommen. Frankreich besonders hat seinen technischen Untersuchungsdienst beauftragt, alle nötigen Versuche in dem riesenhaften Blasewerk von Chalet Meudon zu unternehmen. Die Versuche gehen langsam vorwärts, denn es gibt andere militärische Apparate, deren Berechnungen dringender sind und die inzwischen den technischen Untersuchungsdienst beschäftigen. Frankreichs Amateure haben kein Recht, die dringende. Erledigung zu verlangen, nur damit sie fliegen können. Eines ist im Augenblick sicher, aus den Berechnungen ist hervorgegangen, dass der Pou du Ciel einen Sicherheitskoeffizienten aufweis, der den besseren Flugzeugen zumindest gleichwertig ist. Die drei tödlichen Unfälle, die sich leider in dem Jahre der Existenz der Pou-du-Ciel-Bewegung ereignet haben, sind auf einen Fehler im Flugzeugführen zurückzuführen, der von einer mangelhaft verstandenen Konstruktion herrührt. Eine kleine Aenderung hat diese fälsche Anwendung der Idee Mignets behoben. Weitere Unfälle dieser Art werden sich nicht ereignen. Der Pou du Ciel ist das sicherste Flugzeug, was leicht bewiesen werden kann. Mehr als 300 Apparate sind bis heute konstruiert worden, davon 90% von Amateuren. Ist es einem Amateur, der nicht viele flugtechnische Kenntnisse besitzt, möglich, einen Klemm, ein Segelflugzeug oder ein Leichtflugzeug zu bauen? Nein, aber es wird ihm immer gelingen, wenn er will, einen Pou du Ciel zu bauen. 5. Von allen gebauten Pou du Ciel werden wenige geflogen, und die Anzahl der Flugstunden ist im ganzen gering. Antwort: |n Frankreich gibt es mehr als 1000 bereits gebaute oder im Bau begriffene Apparate. Kaum 3Q0 sind vollendet, und von diesen sind mehr als 200 geflogen worden. In Frankreich hat sich innerhalb der Gruppe der Flugamateure und der «Association rrancajse Aerienne» eine Untersuchungs-Kommission gebildet, die alle konstruierten Flugzeuge kontrolliert. Diese Experten haben nur eine Festlegung von einigen Stunden 95% der geprüften Apparate fliegen lassen; und die schlecht gebauten Pou du Ciel haben den Boden nicht verlassen. Eine Untersuchungs-Kommission ist vor kurzem auch in der Schwerz gegründet worden. Die, Bev/egung besteht seit kaum einem Jahr. Sie umfasst meistens nur die jungen Leute, die Wah/encf der Woche eirie regelmässige -Arbeit Haben. 'Sie haben pur ah Sonntagen bei gutem Wetter auf improvisierten Flugplätzen, die oft von 1 der Stadt ziemlich weit entfernt sind, aufsteigen können. Wenn man die Bauzeit (3 Monate für eine Person allein) bis zum Aufstieg, der von jetzt ab durch die Untersuchungskommissionen erleichtert sein wird, und die Lehrzeit berücksichtigt, wird man gerne zugeben, dass mqn von einem Amateur, der frisch bis zum Leichtflugzeug gekommen ist, nicht Hunderte von Flugstunden verlangen kann. Anderseits untersagen die inneren Regeln des R. A. A. S. Langflüge für Anfänger im Flugzeugführen. Im allgemeinen können sich auch die Amateure mehrere aufeinander folgende Flugtage von 8 bis 10 Stunden nicht leisten. Dies also sind die Ursachen der beschränkten Zahl von Flugstunden des Pou du Ciel. 6. Jetzt bleibt noch eine Anzahl Punkte zum Vorteil des Pou du Ciel. Zum Beispiel: Der Pou du Ciel kostet weniger als Fr. 2500, während jedes andere Flugzeug mehr als 8000 Franken kostet. Der Zweidecker (augenblicklich im Bau und im Versuch) kostet nicht mehr als Fr. 3000 und wird für Amateure für eine nicht geringere Summe konstruiert werden. Der Pou du Ciel kostet weniger als Fr. 15 pro Stunde, Schuldentilgung, Steuern, Privatversicherung, Untersuchungskosten, Oel, Benzin und Garage inbegriffen. Der Pou du Ciel braucht einen Anlauf und eine Landungsfläche von weniger als 100 Meter Seine Geschwindigkeit ist zwischen*^ und 55 Stundenkilometer, was die grosse Gefahr beim Abflug verschwinden lässt. Der Pou du Ciel kreuzt mit einer Schnelligkeit von 100 bis 160 Stundenkilometer Im Falle einer Motorpanne landet der Pou du Ciel wo er will. Amateure sind schon in einem Weinberg oder mitten im Wald ohne weiteren Schaden als zerbrochenes Holz, gelandet. Diese Leichtigkeit im Landen rührt von der geringen Schnelligkeit und der besonderen Anordnung der Flügel her, die den Schnelligkeitsverlust unterdrückt. Im Gegensatz zu allen andern Flugmaschinen kann der Pou du Ciel von jedermann gebaut werden. Es genügt, gewissenhaft die Bauanleitungen zu befolgen, sich auf die Angaben der technischen Kommission zu stützen, und seiner! Apparat durch einen Experten des R. A. A. erproben zu lassen. Alle Amateure der Nachbarländer können ohne Patent mit den selbstgebauten Pou du Ciel fliegen. Wir können das ebenso gut wie sie, wir verlangen von unseren Behörden dasselbe Vertrauen. NB. Da wir bemerkt haben, ddss die meisten Kritiken die gegen den Pou du Ciel gerichtet sind, nicht begründet oder entstellt sind, wären wir den Personen dankbar, die so gut sein würden, uns in diesem Sinn erschienene Artikel mitzuteilen. Sie werden unsere Aufgabe erleichtern und der Sache des Volks-Fluges in der Schweiz dienen. A. M. Brovarone, Zentral-Delegierter. POINSARB -MOTOREN 20/25 PS 30/35 PS 45/50 PS für Leichtflugzeuge Pou du ciel Gleitboote Besuchen Sie unsern Stand Nr. 210 am Automobil-Salon General-Vertretung fOr die Schweiz: Lde Pourtales, C ortai II od (Neuenburg) O. ISLER BAULMES (Waadt) Sparsam, leistungsfähig und sicher W. 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