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E_1936_Zeitung_Nr.024

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gestanden, ohne dass

gestanden, ohne dass deswegen die Zahl dei Autos in eine rückläufige Bewegung übergegangen sei, so stimmt das. Aber erstens lastete eben damals noch keine Krise auf uns — und eine Preiserhöhung in der Krise wirkt sich viel stärker aus, als unter normalen Verhältnissen. Zum andern nähert sich die Zahl der Automobile immer mehr dem Sättigungsgrad, ein Umstand, der bewirkt, dass jede hemmende Massnahme sich mit potenzierter Schärfe auswirkt. Im übrigen liegt gerade darin ein Widerspruch, dass der Bundesrat einerseits auf die Notwendigkeit einer Preissenkung aufmerksam macht, anderseits aber das Benzin auf dem Wege über die ZollerhöhunS verteuert und damit einer Steigerung der Transportkosten Vorschub leistet, die auf den Konsumenten abgewälzt wird und damit — im Gegensatz zum bundesrätlichen Programm — einer Preiserhöhung anstatt einer Kostensenkung ruft. Wir wissen, dass das Finanzprogramm die Lasten auf alle Schultern zu verteilen sucht. Bei der neuen Lastenverteilung hat man aber der gleichzeitigen Einschränkung des Subventionswesens in ungenügendem Mass Rechnung getragen. Warum? Weil man sich hier auf viel stärkere Opposition gefasst machen musste. Also folgte man der Linie des geringeren Widerstandes. Auf dieser Linie scheint uns auch die drohende Verteuerung des Benzins durch den Alkoliolbeimischungszwang zu liegen, die Herr Bundesrat Obrecht am Schluss seiner Rede angetönt hat. «Vorsichtshalber» Hess er uns jedoch im Ungewissen darüber, was der Bundesrat eigentlich im Schilde führt. Geben wir uns aber keinen Illusionen hin, selbst wenn man uns mit dem Bonmot zu vertrösten sucht, «dass der Schweizer von Natur aus eine Abneigung gegen die Mischung von Alkohol habe». Wir hoffen nur, dass diese Abneigung schliesslich auch den Bundesrat veranlassen werde, von der beabsichtigten Verbesserung des Alkoholverwaltungs-Defizites durch Brennstoffbeimischung abzusehen und die Hände von diesem Experiment zu lassen. Die nicht durchwegs erfreulichen Erfahrungen mit dem Experiment des «vin federal» dürften vielleicht darauf hinweisen, dass auch hier eine Beschränkung der staatlichen Eingriffe durchaus am Platze wäre. Absurde Behauptungen. Fortsetzung von Seite 1. -ner. Erinnern wir doch daran, dass in der Schweiz ungefähr 40 000 Personen im Motorfahrzeugverkehr und in der Automobilindustrie ihren Verdienst finden. Die Investitionen für unseren Motorfahrzeugpark betragen zirka 1130 Mill. Fr. Der Umsatz für Materialanschaffungen und Betriebsmittel beträgt jährlich etwa 425 Mill. Fr. und die ausbezahlte Lohnsumme zirka 160 Mill. Fr. Angesichts dieser Zahlen und der neuerlichen Erhöhung des Benzinzolles um 40 Prozent wird man es verstehen, wenn auch die am Automobilverkehr interessierten Kreise mit Sorgen der Verkehrsschrumpfung entgegensehen. Eine Sanierung des Verkehrs kann niemals darin bestehen, dass das eine Verkehrsmittel auf Kosten des andern unter Druck gesetzt wird. Was not tut, ist eine vernünftige Zusammenarbeit, die auf gegenseitiger Achtung basieren muss. Deshalb ist es bedauerlich, wenn von der Gegenseite Tatsachen als «absurde Behauptungen » hingestellt werden, nur weil sie einem nicht in den Kram passen. Gr. Der Salon geht auf 15 Uhr. Eine halbe Stunde noch und dann wird Herr Bundesrat Obrecht in symbolischer Geste das Band, das sich jetzt noch vor dem Portal des Salons spannt, durchschneiden und damit die «Heerschau des Automobils > feierlich eröffnen. Hinter den Mauern allerdings ist in diesem Augenblick von feierlicher Stille keine Spur. Sondern ganz im Gegenteil. Ejne Atmosphäre emsigen Treibens breitet sjch über die lichtdurchflutete Halle. Denn bereit sein ist jetzt Alles. Und was das bedeuten will, das mag der Aussenstehende kaum zu erahnen. Jawohl, die Wagen haben ihre Stände bezogen und warten nur darauf, ihre autosuggestive Kraft auf die Menge auszuströmen, aber bevor sich der Vorhang über dieser lockenden Pracht hebt, will noch ein ganzer Rattenkönig von Kleinigkeiten erle- 53.537 Jst die Telephonnummer unseres Ausstellungsstandes am Salon in Genf. Mitteilungen für die Redaktion oder Administration werden dort jederzeit gerne entgegengenommen. Schluss der Rede von Herrn Charles Dechevrens bei der Eröffnung des Genfer Salons Auch wenn wir jede Preisfrage beiseite lassen, können wir nie geriue wiederholen, däss es ein schwerer wirtschaftlicher Irrtum ist, in einem Lande, «las von tätigenden fremder Fahrzeuge besucht wird, ein unstabiles Brennstoffgemisch einführen zu wollen, -das schwierig zu- lagern ist und eine technische Anpassung der Motorargane erfordert, um rationell verwendet werden zu können. Selbst unter der Voraussetzung, dass die technischen Fragen befriedigend gelöst werden, kann ein Brennstoff, der ein ernstes Hemmnis für die touristische Entwicklung des Landes werden wird, vom wirtschaftlichen Standpunkt aus nicht als dem Wunsch entsprechend betrachtet werden, den neulich die Bundesversammlung geäussert hat. Aber, Herr Bundesrat, neben der Technik und der Wirteehaft stellt sich auch noch ein morali^sches Problem. Ist es gerecht, -eine einzige Kategorie von MiibOrnern, die schliesslfch eine Minderheit bedeutet, die Konsequenzen für das tragen zu lassen, was wir, dlnlomatisch ausgedrückt, die Irrtümer einer staatlichen Verwaltung nennen wollen, die ein Defizit in dem erwähnten Ausmass sich hat anhäufen lassen? Die Erklärung dieses Defizite liegt in vier Ziffern* Budgetmässig veranschlagter Ankauf von Branntwein und Kernöbstalkobol 1934/35: fünf Millionen; tatsächlich erfolgte Ankäufe: dreiundzwanzig Millionen; Uebersehuss der Auseaben: achtzehn Millionen; budgetmässig veranschlagter Verkauf von Branntwein und Kernobstslkobol: vier Millionen; tatsächlich erfolgte Verkäufe: viertausend Franken; Ausfall der Einnahmen: 3.996.000 Franken. Man musste ein Mittel finden, um diese Verluste wieder einzubringen und die staatlichen Lager zu lichten. Da erinnert sich der Staat dieser guten Automobilisten. Man redet ihnen ein, dass der Bundesrat aus den Zolleinnahmen für Benzin die nötige Summe erheben könnte, damit das Gemisch Benzin-Alkohol nicht den gegenwärtigen Preis des reinen Benzins übersteige. An dieser Lösung kann ernstlich nicht festgehalten werden, weil «ie jedem Missbrauch Tür und Tor öffnet, und vor allem weil sie kein «fair plav> darstellt. Man hat uns erklärt, dass die jüngste Erhöhung des Benzinzolls für den Ausgleich des Bundesbudffets unerlässlich gewesen sei und dass keinerlei Hintergedanken die Bundesversammlung veranlasst haben, sie zu genehmigen. Wie aber ist es möglieh, dass eine Woche nach solchen Erklärungen vorgeschlagen wird, eine ansehnliche Zahl von Millionen aus dem allgemeinen,Budeet herauszunehmen, ohne dass dieses dadurch Schaden erleidet? * - ; C.j-'i Wenn eine solche Masenahme uns aufgezwungen wird, — denn ich kann mir nicht vorstellen, dass wir uns freiwillig dazu hergeben werden — und der Bundesrat bemerkt, dass das Programm der finanziellen Wiederaufrichtung die Erwartungen nicht erfüllt, weil die vorgesehenen Einnahmen nicht erreicht oder die Ausgaben überschritten werden, wird er sieh veranlagst sehen, uns nicht nur alle durch das Alkohol-Benzin^Gemisch verursachten Kosten tragen zu lassen, sondern uns vielleicht mit einer neuen Taxe zu beglücken, um zu diesem so schwer zu verwirklichenden Gleichgewicht zu gelangen. Wenn wir protestieren, indem wir an die früheren Versprechungen erinnern, wird man uns als schlechte Bürger behandeln. Es steckt in dieser ganzen Alkoholangelegenheit eine verborgene Unterstützung für die Landwirtschaft. Ist sie normal, so soll man den Mut haben, es einzugestehen und auf dem Konto der Subventionen den vollen Verlust zu buchen, der sich aus der Reorganisation der Alkoholregie ergibt. Die Prüfung der Reorganisationsmöglichkeiten der Alkoholregje ohne obligatorische Beimischung von Alkohol zujn Benzin würde uns zu weit führen. Aber es sollte doch möglich sein, jede Kombination digt sein. Weil es nämlich iust die Kleinigkeiten in. sich haben, weil gerade bei ihnen die Tücke des Objektes Orgien zu feiern pflegt. Daher die Geschäftigkeit! Hammerschläge dröhnen, das Telephon schriilt, versehentlich kreischt eine Hupe auf. Teppiche werden herangeschleppt, Blumen und Grünpflanzen möglichst vorteilhaft geoTdnet, Binsel treten in verschönernde Tätigkeit. Und dazwischen wird mit welschem Temperament eine « zarte » Zurechtweisung erteilt. Staubwischer und Putzlappen sorgen dafür, dass auch nicht ein Stäubchen den strahlenden Glanz der Karosserien trübe; es ist als hätte eine Frühlingsputzwut diese Leute überfallen, dermassen wird gefegt und gewischt und poliert. Photographen walten ihres Amtes, Sekuritaswächter schlendern gemächlich die Gänge entlang, Feuerwehr mischt sich unter das Bild. Auf der Galerie hat das Orchester Posten gefasst, schüchtern dudelt ein Blasinstrument, dieweil von draussen die Schalmeien der Strassenmusikanten hereindringen. Wohl denen, die es geschafft haben ! Mit wohlgefälligem Blick mustern sie ihr Werk, um sich anschliessend in die Tiefen eines Fauteuils sinken zu lassen oder an der Bar Stärkung zu suchen. Kurz nach 4 Uhr rauscht die Nationalhymne durch den Raum, alles erhebt sich: unter dem Geleit einer Gruppe Polizisten in malerischer Uniform betreten die offiziellen Gäste mit Herrn Bundesrat Obrecht an der Spitze die weite Halle ; der Salon 1936 ist eröffnet. Bedächtig, da und dort einen Halt AUTOMOBTL-PEVUE Caveant consules zu vermeiden, die ein Defizit dadurch zu decken versucht, dass nie unmittelbar daneben ein anderes, noch viel rrösseres Loch gräbt. Dem Benzin Alkohol zum Preis von zwei Tranken pro Liter beifügen zu wollen, der sich an der Grenze auf 22 oder 23 Rappen stellt, um eine Subvention zu verheimlichen, Ist unseres demokratischen Ideals nicht wOrdlg. Wir müssen auch an die Zukunft denken. Sie haben, Herr Bundesrat, in einer ganz besonders heiklen Periode die Aufgabe auf sich genommen, für unsere ganze einheimische Volkswirtschaft zu sorgen, die ebenso gut die Industrie wie die Landwirtschaft und den Handel in sich schliesst. Wir begreifen Ihre Schwierigkeiten und wenn ich mich, für mein Gefühl zu lange, bei Fragen mehr fiskalischer Natur aufgehalten habe, so geschah es, weil sie bedeutende Wirkungen auf dem wirtschaftlichen Gebiete auslösen und vor allem, weil Ihre Gegenwart in unserem Kreise in uns die Hoffnung keimen lässt, man werde bei den Bundesbehörden auch für unsere Bedürfnisse Verständnis aufbringen. Wir geben uns Rechenschaft von den Forderungen der Stupde, aber wir haben die unerschütterliche Üeberzeugüng, dass die Rückkehr zur Prosperität oder selbst nur zur Verwirklichung des finanziellen Gleichgewichts nicht anders erreicht werden kann als durch die Förderung des Austausches und nicht durch die Entwicklung einer übertriebenen Fiskalität, die ihrerseits einem Rückgang oder gar einem Stillstand des wirtschaftlichen Lebens ruft. Wir wissen, dass wir auf lange Zeit hinaus den integralen wirtschaftlichen Liberalismus nicht mehr werden aufblühen sehen; wir passen uns-den Massnahmen für die berufliche Organisation wie den notwendigen Einschränkungen an, um dem Leiter unserer Volkswirtschaft zu ermöglichen, unsere Kaufkraft zugunsten unseres Exportes und unseres Fremdenverkehrs besser auszuspielen; aber der Erfolg dieser Operationen ist bedingt durch eine gesunde Entwicklung unserer internen Wirtschaft und durch die Erlangung eines Lebensstandards, der sich dem Weltdurchschnitt nähert. Besonders im Hinblick auf die Entwicklung des Fremdenverkehrs ist es unerlässlich, einen Qualitätsbrennstoff zu besitzen, der zu einem niedrigeren Preis abgegeben wird als bei unseren Nachbarn. Alle Kredite für produktive Arbeitslosenfürsorge, für den Ausbau unserer Alpenstrassen und der grossen Durchgangsrouten werden uns der Wiedererlangung des finanziellen Gleichgewichts näher bringen als eine ständige Erhöhung der fiskalischen Taxen oder Zollgebühren. '.... Es tut mir leid,. Herr Bundesrat, dass ich mich gezwungen gesehen habe. Ihnen ein so wenig heiteres Bild der gegenwärtigen Lage in Automobilhandel und Automobilindustrie entwerfen zu müssen, die noch etlichen Zehntatisenden von Personen Beschäftigung bieten; aber ich konnte an diesem Tage nichts Besseres tun, als unsere Sache in Ihre Hände zu legen, damit wir alle zusammen nach Mitteln und Wegen suchen, um eine Wiederholung 4er früher begangenen Fehler zu verhüten. Ich tue es um so lieber, als Sie in einer Ihrer jüngsten Reden zu verstehen gegeben haben, dass ,die Anpassung unserer Wirtschaft an das Weltniveau mit aller Dringlichkeit an die Hand genommen werden sollte und dass diese Entwicklung eine rasche zu sein hätte, ohne immerhin zu einer Erschwerung der gegenwärtigen Lage zu führen. Wenn unser Land nicht mehr in zwei Klassen zerfällt, von denen die einen immer zahlen, die anderen nie genug bekommen können, dann wird die Anpassung leicht und rasch von statten gehen, denn sie wird einen bedeutenden Abbau der Staats'ausgaben mit sich bringen. Indern ich Ihnen unsere begeisterte Unterstützung anbiete und Ihnen für Ihr verdienstvolles Werk der wirtschaftlichen Wiederaufrichtung unseres Landes vollen Erfolg wünsche, erhebe ich mein Glas und trinke auf Ihr Wohl, Herr Bundesrat, und auf das aller unserer Gäste. 'einschaltend, durchmisst die illustre Gesellschaft im Kreuzfeuer der Photographen die Couloirs. Und eine halbe Stunde später drängt sich dicht das Publikum zwischen den Ständen hindurch, ein erfreulicher, vielversprechender Auftakt und ein Beweis mehr für das lebendige Interesse, das diese grandiose Schau technischen Schaffens immer wieder in den breitesten Massen auslöst, gleichzeitig aber auch eine Huldigung an die Idee des Fortschritts, welche das Automobil verkörpert. -r. Sdiwe sehe: Das Fiasko des verbilligten Benzins für Ausländer. Die offizielle Mitteilung aus dem Bundeshaus, wonach die Abgabe verbilligten Benzins an ausländische Autotouristen bis Ende 1936 verlängert worden sei, stellt scheinbar mit besonderer « Freude » fest, dass von diesem Vorteil 1935 nur in bescheidenem Masse Gebrauch gemacht worden sei, indem nur 27 000 Automobilisten solch billiges Benzin gekauft haben und dass dem Bund daraus « nur eine Ausgabe von 164 000 Fr.» entstanden sei. Anderseits wurde, ohne iiur einen einzigen Beweis hiefür zu erbringen, ausposaunt, dass der Schweiz dadurch eine sehr grosse «propagandistische Wirkung» entstanden sei. Es ist betrübend, auch hier wieder feststellen zu müssen, wie schlecht der Bundesrat in diesen Fragen unterrichtet ist. Von einer solchen grossartigen Propaganda weiss man- SAMSTAG. 21. MÄRZ 1936 —N° Sind Sie ein guter Beobachter? Während des Genfer Automobil-Salons veranstaltet die < A.-R.» einen Wettbewerb, woran sich jedermann gratis beteiligen kann und der die Beobachtungsgabe der Teilnehmer auf Probe stellt. Beschaffen Sie sich einfach eine der Salon-Nummern der französischen Ausgabe unseres Blattes. Sie finden dort die Photographie eines bestimmten, am Salon ausgestellten Gegenstandes. Und dann nix wie los. Halten Sie Ihre Augen offen — und wenn Sie glauben, die Sache entdeckt zu haben, suchen Sie auf der Galerie den Stand der «Automobil-Revue» auf (Nr. 257) und geben Sie dort Ihre Lösung binnen der vorgeschriebenen Frist ab. Die drei zuerst eingereichten richtigen Lösungen werden mit einem Preis ausgezeichnet, doch gehen auch die nachfolgenden Antworten nicht leer aus, sofern sie nur den Nagel auf den Kopf treffen. XIII. Int. Automobil-Salon Genf Allgemeines Programm Sonntag, 22. März 9 Uhr: Eröffnung. — Eintrittspreis: Fr. 1. 50 (inkl. Steuer). 10 Uhr: Sitzung der Nationalen Sportkommission, (Sitz der Sektion Genf des A.C.S.). 20 Uhr 30: Konzert der Harmonie Nautique. 23 Uhr: Torschluss. Konzerte von 11 Uhr 30 bis 12 Uhr und von 15 Uhr 30 bis 18 Uhr. Montag, 23. März » 9 Uhr: Eröffnung. — Eintrittspreis: Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 10 Uhr: Versammlung der Sekretäre des A.C.S. 11 Uhr: 32. Jahresgeneralversammlung der « Chambre Syndicale Suisse de l'Industrie de l'Automobile, du Gycle et Parties qui s'y rattachent» (Saal des Organisationskomitees). 12 Uhr 30: Mittagessen im Restaurant des Salons. Von 18 Uhr an Ankunft der Teilnehmer an der Internationalen Automobil-Sternfahrt des Salons. (Sonderpark neben dem Ausstellungsgebäude.) 20 Uhr- Torschluss. Konzerte von 11 Uhr 30 bis 12 Uhr und von 15 Uhr 30 bis 18 Uhr. wenigstens in weiten Automobilistenkreisen; des Auslandes überhaupt nichts. Der Leiter des Touristikbureaus eines grossen europäischen Automobilistenverbandes, der kürzlich in der Schweiz weilte, hat erst hier vernommen, dass solch-billiges Benzin schon seif bald einem Jahr abgegeben wird. Wer die ausländischen Automobilistenzeitungen der letzten Monate diesbezüglich verfolgt hat, musste feststellen, dass über dieses billige^Schweizer Benzin fast überhaupt,: nichts veröffentlicht worden ist, weil — das Ausland dagegen'.Obstruktion betrieb. Man hat diese Dumpihgmassnahme der Schweiz auf autotouristischem Gebiet kurzerhand sabotiert, d. h. totgeschwiegen. Dagegen wurde die Bestätigung der letztjährigen Benzinzollerhöhung auf 28 Franken durch die Bundesversammlung anfangs Februar in der deutschen Automobilpresse mit den Fettdrucktiteln «Erhöhter Benzinzoll in der Schweiz» angekündigt und den Autotouristen damit vorgetäuscht, dass nun ^ der Benzinpreis in der Schweiz neuerdings*, erhöht worden sei. Vom verbilligten Benzin für Ausländer aber stand kein Wort!. So und nicht anders reagierte das Ausland auf dieses untaugliche Dumpingsystem, das auch 1936 mit den grössten Enttäuschungen aufwarten wird. Zu diesem Boykott durch das Ausland kommt nämlich noch, dass dem schweizerischen System die grössten Mängel anhaften, denn die zugestandene Erleichterung gilt nicht für Weekendfahrten von 1 und 2 Tagen, sie gilt auch nicht für Autocars und Mietautos, sie gilt ferner nur für eine Höchstmenge von 300 Liter, wodurch man kurzsichtigerweise gerade den längere Zeit im Land weilenden Gast aufs schärfste trifft. Warum hat man die Verlängerung des bisherigen Regimes nicht benützt, um, gestützt auf die schlechten 1935er Resultate, diese von wehig Sachkenntnis zeugenden Nachteile des Systems zu beseitigen? Italien ist hier grosszügiger, es hat eingesehen, dass auch die Autocars willkommene Gäste ins Land bringen. Die « Enit» kündigt daher heute an, dass inskünftig auch ausländische Autocars in- das Regime des verbilligten Benzins miteinbezögen werden, indem auch ihnen inskünftig Reduktionen von 60 bis 80%, je nach Aufenthaltsdauer, gewährt werden, wobei jede Höchstbezugslimite wegfällt Die Abgabe verbilligten Benzins für Ausländer ist ein Schulbeispiel dafür, wie man bei uns solche Fremdenverkehrsfragen in unfachmässigster, laienhaftester Weise zu lösen sucht, mit untauglichen Mitteln, die nur dazu berufen sind, den internationalen Automobilreiseverkehr unseres Landes noch mehr zu verschlechtern und noch mehr der bisherigen Gäste den Konkurrenz-Touristikgebieten des Auslandes entgegenzuführen. V Fahren Sie nach Genf zum Autosalon? Dann vergessen Sie nicht, vorher die Katalog-Nummer der < Auto-Illustrierten» durchzugehen. Sie ist an jedem Kiosk für 1 Fr. erhältlich.

N 24 — SAMSTAG, 21. MÄRZ 1935 Sportnachrichten Die Genfer Sporttage Die Teilnehmer am I. Int. Rallye du Salon unterwegs. Man könnte nicht behaupten, dass die Ausschreibung zur 1. Internationalen Salon- Sternfahrt gerade « eingeschlagen» hätte. Aber es ist diesem Novum im schweizerischen Automobilsport ergangen wie anderen Neuerungen: sie setzen sich nicht immer gleich auf ersten Anhieb durch. Man schaut zuerst mal zu, verhält sich abwartend und lässt andere die Sache ausprobieren. Aber wenn die Beteiligung bei der Premiere vielleicht auch nicht alle Erwartungen erfüllte, so hiesse es die Dinge vollkommen verkennen, wollte man deswegen dem Rallye International du Salon ein kurzes Leben prophezeien. Aller Anfang ist schwer oder gut Ding will Weile haben. Schliesslich sind auch andere autosportliche Veranstaltungen, die heute mit Bombenbesetzungen aufwarten können, aus kleinen, sehr kleinen Anfängen hervorgegangen. Item, die Sektion Genf des ACS mit ihrem rührigen Sportpräsidenten Herrn Geneux an der Spitze hat sichs keineswegs verdriessen lassen, hat nicht einen Augenblick daran gedacht, die Flinte ins Korn zu werfen, sondern ist unentwegt an die Durchführung der Aufgabe herangetreten, die sie sich gestellt hatte. Wetzen, dass sie mit ihrem Optimismus recht behäH, sobald einmal die Premiere in Szene gesetzt, der Name der internationalen Genfer Sternfahrt in die sportlich interessierten Kreise hihausgedrungen ist und sich gezeigt hat, dass dabei durchaus nichts Menschenunmögliches verlangt wird? Fünf von den sechs eingeschriebenen Teilnehmern fanden sich am Freitag abend vor dem Palais des Expositions in Genf zum Start ein : die «Individueis» Lüscher und Periat und das komplette Afler Team mit Lotte Bahr, Guilleaume und Sauerwein. Dagegen erschien Fiala (Zürich) nicht am Ablauf. Vor einer dichten Mauer von Neugierigen, die von der Polizei in gebührender Distanz gehalten wurden, wickelten sich die letzten Formalitäten ab. Bordbücher wurden gezückt und mit den nötigen Eintragungen versehen, Stoppuhren auf Strich und Faden einreguliert und im übrigen geduldig und gelassen gewartet, bis die Stunde geschlagen hatte. Neben dem Oberkommandierenden, Herrn Geneux, assistierten zahlreiche bekannte Persönlichkeiten des Salons und des ACS dem Schauspiel. Als Erster wird, punkt 17.30 Uhr, v. Guilleaume mit seinem weissen, schnittigen Adler auf die Reise geschickt, die ihn am Samstag früh in St. Moritz, dem Endpunkt der ersten Etappe sehen wird. Gerade vertrauenerweckend sieht der Himmel nicht aus; graue Wolkenbänke türmen sich im Westen. Sollte sichs Petrus vielleicht einfallen lassen, den Konkurrenten ein Schnippchen zu schlagen und sie, beispielsweise auf dem Julier, mit einer Ladung Schnee zu bedenken? Man weiss in diesen Zeiten nie ! Die dicken Pelze, worin sich die Adler-Leute in ihren offenen Wagen eingemummelt haben, wirken daher ausgesprochen zeitgemäss und überdies beruhigend. Mit Abständen von je einer Minute folgen Guilleawiie seine beiden Teamkollegen Lotte Bahr und Sauerwein und hinter ihnen fällt das Startzeichen für Lüscher mit seinem mächtigen Chrysler Airflow und für die Brüder Periat. Erinnern wir nochmals daran, dass die erste Etappe Genf-St. Moritz (492 km) in Form einer Nachtfahrt bewältigt werden muss, wobei auf der Strecke Genf-Bern-Zürich ein Durchschnitt von 45 km/St., auf dem Abschnitt Zürich-Julier-St. Moritz ein solcher von-35 km/St. vorgeschrieben ist. N. , Die erste internationale Salon-Sternfahrt rollt — es lebe die zweite ! Die Sternfahrer sind unterwegs Unter äusseren Bedingungen, wie man sie sich freundlicher nicht hätte wünschen können, sind heute morgen punkt acht Uhr 32 Automobilisten aus allen Gegenden der Schweiz zur 14. nationalen Sternfahrt nach Genf gestartet. Ein prachtvoller, durch keine Wolke getrübter blauer Himmel wölbt sich über dem Lande. Fast heiss brennt die Sonne auf die Konkurrenten nieder, die behende von Kontrolle, zu Kontrolle rasen, um sich möglichst viele Punkte auf der Habenseite zu sichern. Die Strassen dürften allüberall in denkbar bestem, trockenem Zustande sein, so dass die Fahrer ihre Aufgabe bedeutend erleichtert sehen. Es wird so allen Piloten möglich sein, das von ihnen aufgestellte Itineraire genau innezuhalten. Der gestrigen Vorschau haben wir noch beizufügen, dass sich diesmal vier A. C. S.- Sektionen um den Wanderbecher bewerben, nämlich die Gruppen Basel. Bern, Genf und Waadt, die mit mindestens drei Fahrern am Rallye beteiligt sind. Die spezielle Bewerbung um den Pokal, der sich seit 1935 im Besitz der Sektion Waadt befindet, dauert drei Jahre, also von 1935 bis 1937. Diejenige Sektion, die den Pokal nach der Sternfahrt 1937 gewinnt, wird ihn endgültig behalten. Unser Berichterstatter ist heute morgen von Neuenburg aus an Bord eines Konkurrentenwagens auf die Sternfahrt entführt worden und wird in der vierten Salonnummer vom kommenden. Montag seine Erlebnisse und Eindrücke schildern. Grosser Preis von Genf. 31. Mai 1936. Für den am Pfingstsonntag, den 31. Mai auf der 3 km 285 langen Rundstrecke von Eaux- Vives zur Austragung kommenden Grossen Preis von Genf für Automobile treffen die Organisatoren schon jetzt umfassende Vorbereitungen. So hat sich die Verkehrskommission in einer ihrer letzten Sitzungen mit der Durchführung von Sonderzügen der SBB und der PLM zu ermässigten Preisen befasst. Es steht bereits fest, dass die PLM Spezialbillets ausgeben in Form von einfachen Fahrkarten, welche auch für die Rückreise gültig sind. Sodann hat man die Aushängung von Plakaten in Frankreich erwogen. Das Programm für den 31. Mai wurde wie folgt aufgestellt: Schliessung der Rundstrecke: 9.45 Uhr. Beginn des Rennens: 10.45 Uhr. Schluss des Rennens: 16—16.30 Uhr. Es ist vorgesehen, dass alle Extrazüge in Genf vor 9 Uhr morgens am Renntage eintreffen und zwar von Zürich und Basel am Abend des Samstag und von Biel, Bern und Lausanne-Simplon am Sonntag früh. Das Organisationskomitee hat kürzlich mit PERSONENWAGEN 20I-30I-4O2 BASEL. Krahenbuhl & C", Hardstrasse, 21. Tel.: 24.66a. BERN Ä SOIOTHURN. Hans »über, Seftigenstrasse, 97. Telephon : 27.92O. SEX. Aleliars S Garage du Rhdiie S. fl., Avenue de la Gare. ' Telephon : S3.13. LA CK&UX-DE-FONDS. W. SantKhy, Garage des Entille-j. ,.... .. Telephon : 21.S57. GENF. Etablissements Fleur» S C", i 3O, Avenue de Frontenex. Telephon : SO.23O, ,. ST-GAILEN. E. W. Bedenmann, Adlerberg-Garage. Telephon ; SS3; AUTOMOBIL-REVUE folgenden Rennfahrern betr. der Teilnahme am Grossen Preis Fühlung genommen: Mme. Itier (Frankreich); Sommer (Frankreich); Hartmann (Ungarn); MHe Helle-Nice (Frankreich);-ferner ist es mit Auto-Union und der Gruppe San Giorgio, sowie mit einigen englischen Piloten in Verbindung getreten. S|9«»»t Hervorragende Beteiligung am Grossen Preis und am Rennen der Kleinwagen gesichert. An Ostern nimmt in Monaco die diesjährige Sportsaison ihren eigentlichen Anfang. Zwar werden bis dahin noch verschiedene Vorpostengefechte grösseren und kleineren Formats stattfinden, von denen naturgemäss der italienischen Mille Miglia am 5. April eine besondere Bedeutung zukommt. Der Grosse Preis von Monaco jedoch, als erste «grande epreuve» des Jahres bringt uns zum erstenmal wieder seit letzten Herbst die harten Kämpfe zwischen den Erzeugnissen der deutschen, italienischen und französischen Rennwagenindustrie. Vor acht Tagen ist die Anmeldefrist zu Ende gegangen. Es haben eine ganze Reihe allererster Grossen ihr Interesse an dieser Veranstaltung bekundet, so dass die Ostertage in Monaco vom rein rennsportlichen H | P> SENDET IHNEN SEINE QUALITÄTS ERZEUGNISSE • * M B ^» ^r~ r—% ^ "»• W~ ^^ IM Die Grossereignisse von Monaco LAUSANNE, w. Zwelgarl, 26, Pl. Chauderon. T.: 29.453, LOCARNO. Allr. Bianchetti, Piazza Castello. Telephon : ISA. NEUENBURG. W. Scjcitentann S Fils, Garage de la Rotonde. Telephon : 52.338. ÖLTEN. Mai Moser » O«, Baselstrasse, 47 Tel. : 34.BO, PRUNTRUT. Jos. Schlächter Flll, Garage Central. Telephon : 149. VEVEY. Auto Stand S.A., 27. Avenue de Plan. T.: 52.113. ZÜRICH. Automobilwerke Franz A.-O., Badenerstrasse, 313. Telephon : S2.6O7. Am Start zum Internat. Rallye, Ausland NUTZFAHRZEUGE DL-SK-MK Standpunkt aus ausserordentlich abwechslungsreich sein werden. Da figurieren auf der Liste vorab einmal die Namen der deutschen Rennkanonen Caracciola, Fagioli, Chiron und von Brauchitsch von Mercedes-Benz und Stuck, Varzi und Rosemeyer von.. Auto- Union. Auch Ferrari hat, wie wir unlängst melden konnten, die Starterlaubnis erhalten, da Monaco bekanntlich nicht zu den Sanktionsländern gehört. Er wird vier nigelnagelneue Alfa-Romeo-Modelle ins Treffen senden und diese dem immerjungen und unbezähmbaren Tazio Nuvolari, sowie Brivio, Farina und Pintacuda (oder Tadini) anvertrauen. Maserati stürzt sich ebenfalls kampfeslustig in die Schlacht. Die Firma wird zwei Exemplare ihres neuesten Produktes dem Grafen Trossi und einem weitern Fahrer überlassen. Als Vertreter der Scuderia Torino — ehemals Scuderia Subalpina — ziehen die Maseratileute Siena, Ghersi und Comotti in den aufregenden Kampf. Frankreich lässt durch Bugatti seine drei bewährten Piloten Wimille, Benoist und Williams am Grossen Preis teilnehmen, während Etancelin mit dem neuen Maserati, den er in Pau zum Sieg führte, und Sommer mit Alfa Romeo auf eigene Rechnung starten. Im Rennen der 15Q-ccm-Klasse um den Grossen Preis des Prinzen Rainier von Monaco wird besonders die englische E. R. A. (English Racing Automobiles Ltd.) stark vertreten sein, die an ihren Rennwagen seit dem vergangenen Sommer verschiedene wichtige Aenderungen vorgenommen hat. Ferner notieren wir mit Freude und Genugtuung, dass am 11. April auch zwei Schweizer mit von der Partie sein werden, und zwar betrifft dies den bereits gemeldeten Zuger Christian Kautz auf Maserati und den Zürcher Hans Rüesch, dessen Teilnahme auf Maserati uns ebenfalls bestätigt wird. Nennliste. GROSSER PREIS VON MONACO: Auto-Union: Stuck, Varzi, Roeemeyer. Mercedes-Benz: Caracciola, Fagioli, Ghiron, von Brauchitsch. Scuderia Ferrari: Nuvolari, Brivio, Farina, Pintacuda event. Tadini auf Alfa Romeo. Maserati: Graf Carlo Trossi, X... Scuderia Torino: Siena, Comotti, Ghersi auf Maserati. Bugatti: Wimille, Benoist, Williams. Einzelfahrer: Etancelin auf Maserati,. Sommer auf Alfa Romeo. > PREIS DES PRINZEN RAINIER: Maserati: Rovers, Tenni, X... E. R. A.: Mays, Lehoux. Einzelfahrer: Lord Howe auf E. R. A., Fairfielcf auf E. R. A., «B. Bira» auf E. R. A., Embiricos auf E. R. A., Cormack auf Alta, Rüesch auf Maserati, Kautz auf Maserati. Villoresi, Bianchi, Belmondo und Berrone auf Maserati, MacEvoy auf Maserati, Seaman auf Delage. Lehoux, der dieses Jahr bekanntlich als Fabrikfahrer von E. R. A. an den Rennen teilnimmt, hat sich kürzlich mit dem ihm zur Verfügung stehenden Wagen vertraut gemacht und ist von den Eigenschaften desselben begeistert. Erscheinungsweise der A. R. während der Automobil-Ausstellung in Genf. Der Berichterstattung über den Genfer Salon werden weitere drei Nummern dienen, deren Erscheinen wie folgt vorgesehen ist: Montag, den 23. März, Dienstag, den 24. März, Freitag, den 27. März. Wir bitten Mitarbeiter und Inserenten von diesen Daten Vormerk nehmen zu wollen. Der Verlag.