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E_1936_Zeitung_Nr.026

E_1936_Zeitung_Nr.026

BERN, Dienstag, 24. März 1936 Fünfte Salon-Nummer Nummer 20 Rp. 32. Jahrgang - N° 26 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Aufgabe A (ohne Venicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallverstch.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Anzeichen der Besserung in der Automobilindustfrie Erscheint Jeden Dienstag and Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrolnstr. 97, Bern Telephon 28.222 Postcheck 111414 - Telegramm-Adresse: Autorerue. Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 Sagen wir es mit Zahlen, wie sich diese Massnahmen auswirken: Erhöhung der Produktion: 383%. Steigerung der Neuzulassungen: 317%. Zuwachs des Automobilbestandes: 53%. Zunahme der Ausfuhr: 133%. Eine ähnliche Entwicklung haben die Dinge in Oesterreich genommen. Auch unserem östlichen Nachbar ist es neuesten Meldungen zufolge gelungen, seinen Motorfahrzeugbestand im letzten Jahre um 20 % zu vermehren und zwar von 78,497 im Dezember 1934 auf 94,768 im Dezember 1935, ein Ergebnis, das vor allem auf die günstigen Auswirkungen der Aufhebung der Verkehrssteuern zurückgeführt wird. Dazu übertraf die Ausfuhr von Personenautomobilen im Januar 1936 jene desselben Monats 1935 um fast das Dreifache. Eine deutliche Besserung der Konjunktur ist somit auch hier der Aufhebung der Autosteuer auf dem Fuss gefolgt. Ueberdies soll auch die Neuregelung der Automobilzölle Die Zahlen der Industrie- und Verkehrsstatistik, welche das Ausland in letzter Zeit veröffentlicht, lassen darauf schliessen, dass im einen und andern dieser Staaten die Krise des Motorfahrzeugverkehrs im Abflauen begriffen ist oder sogar in eine deutliche Aufwärtsbewegung umgeschlagen hat. So belehrt uns die neueste deutsche Statistik darüber, dass der Gesamtwert der Auto-Erzeugung von 295 Millionen Mark im Jahre 1932 auf 480 Millionen Mark im Jahre 1933 und 807 Millionen im Jahre 1934 gestiegen ist. Parallel damit verläuft eine Steigerung des Gesamtwertes des Absatzes von Motorfahrzeugen, die sich in folgenden" Ziffern reflektiert: 1932 : 309,450,000 RM.; 1933: 483,492,000 RM. ; 1934 : 779,991,000 RM. Gleichzeitig ist die Zahl der Angestellten und Arbeiter in der deutschen Motorfahrzeugindustrie von 33,000 im Jahre 1932 auf 80,000 im Jahre 1934 angestiegen, hat sich somit mehr als verdoppelt. Seine Bestätigung findet dieses Gesamtbild in einer deutlichen Besserung des Ge-unschäftsganges der einzelnen Firmen. So gibt Entlastung" gebracht haben. Die Einfuhr-von der Einfuhrkontingente eine fühlbare z. B." 'der soeben veröffentlichte Geschäftsbericht der Opel A.-G., Rüsselsheim, die Abgespinste. Die oben zitierten ausländischen wirkt. Man wende nicht ein, das seien Hirn- Automobilen nach Oesterreich ist 1935 im Vergleich zu 1934 um rund 20% gestiegen. satzziffer für das Geschäftsjahr 1935 mit Beispiele sprechen deutlich genug! An erster Stelle steht Deutschland mit einem Plus von 50%. Trotzdem setzte auch,der Inlandabsatz der österreichischen Automobilproduktion seine Aufwärtsbewegung fort, ebenso wie der Export, der von 747 auf 900 Stück angewachsen ist. Dazu äussert sich die Absatzsteigerung an Motorfahrzeugen auch auf dem Gebiet der Strassenbau-Tätigkeit. 102,293 Stück an. Nach Abzug von 15,25 Millionen RM. für Abschreibungen auf? der Anlage und 2,26 Millionen RM. weiterer Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 19,7 Millionen RM., aus dem eine Dividende von 6% zur Verteilung gelangen soll. Besonders bedeutsam berührt die Feststellung des Geschäftsberichtes, wonach die Besserung in der Hauptsache den vermehrten Wagenanschaffungen durch Geschäftsleute zu verdan- Aus Italien liegen noch keine statistischen Angaben vor. Auf eine analoge Entwicklung ken sei — was man sich vielleicht bei uns. wie in Deutschland und Oesterreich deutet jedoch der Geschäftsbericht der Fiat-Werke hin, die im Jahr 1935 einen Reingewinn von 39,1 Millionen Lire erzielten. Die Belegschaft der Fiat-Werke wurde im letzten Jahre von 30,000 auf 44,000 Mann erhöht. An der ganz bedeutenden Entwicklung im letzten Jahr entfällt vermutlich ein wichtiger Anteil auf die Heeresaufträge, aber auch die vermehrte Abnahme des Auslandes trägt dazu bei. massgebenden Ortes merkt, in jenen Amtsstuben, wo man so gern und so leicht das ominöse Wort «Luxus» im Munde führt, sobald vom Automobil die Rede ist. In diesem Zusammenhang sei besonders folgender Passus aus dem Geschäftsbericht der Adam Opel A.-G. hervorgehoben: «Es muss auch hier anerkannt werden, dass die Massnahmen der Regierung während der vergangenen drei Jahren angefangen von der Steuerfreiheit neuer Personenwagen und fortgesetzt mit den Plänen der Reichsautobahn, und nicht zuletzt der mit diesen Massnahmen verbundene allgemeine wirtschaftliche Aufschwung die Motorisierung in Deutschland in ausserordentlichem Masse gefördert haben.» F E U I L L E T O N Der Seewolf. Von Jack London. 17. Fortsetzung. « Arbeitet sie denn jetzt ? Wie alt ist sie denn ? » c Um die siebzig», erwiderte er. Und dann rühmte er sich : « Bei mir zu Hause arbeiten wir von der Geburt bis zum Tode. Daher werden wir so alt. Ich werde hundert.» Ich werde diese Unterhaltung nie vergessen. Es waren die letzten Worte, die ich ihn sprechen hörte. Vielleicht waren es die letzten, die er überhaupt sprach. Als ich die Kajüte betrat, war es mir zu stickig zum Schlafen. Es war eine stille Nacht. Wir befanden uns ausserhalb des Bereiches des Passats, und die .Ghost' kam kaum einen Knoten in der Stunde vorwärts. So nahm ich denn eine Decke und ein Kissen unter den Arm und stieg wieder an Deck.' Als iah zwischen Harrison und dem oben auf dem Kajütendach angebrachten Kompasshaus hindurchschritt, bemerkte ich, dass Leider nur im Ausland... Und die Schweiz ? Zu Beginn dieses Jahres hat die Schweiz eine neue -Automobil-Montagewerkstätte erhalten, die General Motors-Werke in Biel, welche ca. 200 Arbeiter beschäftigen. 12—15 Wagen sollen gegenwärtig pro Tag das Werk wir volle drei Strich vom Kurse abgewichen waren. Da ich glaubte, dass der Rudergast schliefe, und ich ihm einen Verweis ersparen wollte, sprach ich ihn an. Aber er schlief nicht Mit weit aufgerissenen Augen starrte er vor sich hin. Er schien verwirrt und ausserstande zu sein, mir zu antworten. « Was ist denn ? > fragte ich. < Bist du krank ? » Er schüttelte den Kopf, und als ob er erwachte, schöpfte er mit einem tiefen Seufzer Atem. « Du tätest besser, den Kurs zu halten », schalt ich. " Er griff in die Speichen des Rades, und ich sah, wie sich die Kompasskarte langsam nach NNW drehte und nach einigen leichten Schwingungen zur Ruhe kam. Ich nahm mein Bettzeug wieder auf und wollte gerade weitergehen, als eine Bewegung mein Auge fesselte und nach der Reling zurückzwang. Eine sehnige, triefende Hand packte sie. Neben ihr tauchte eine zweite Hand aus der Finsternis auf. Wie verzaubert stand ich da. Was für einen Gast aus der dunklen Tiefe sollte ich sehen ? Was für ein Wesen es aber auch sein mochte, so wurde mir jedenfalls klar, dass es mit Hilfe der verlassen. Die Annahme geht wohl kaum fehl, dass die günstige Lage im Ausland ihre Rückwirkungen auch auf die Schweiz zeitigen wird. Immerhin erwächst dem Ausland-Absatz eine Beschränkung durch das Kontingentierungssystem, das keine freie Entwicklung zulässt. Desto eher sollten es sich unsere Behörden angelegen sein lassen, dem Automobilverkehr im Inland und damit auch der Förderung unserer Automobilindustrie so wenig Hemmnisse wie möglich in den Weg zu legen. Man hat aber genau die gegenteilige Politik befolgt. Statt einer Herabsetzung der übersetzten Abgaben, womit der Automobilverkehr belastet ist, musste sich dieser Zweig unserer Wirtschaft eine weitere 40% ige Erhöhung des Benzinpreises gefallen lassen. Nicht genug damit, laboriert der Bundesrat schon wieder an neuen Beutezugsplänen herum. Von Jahr zu Jahr sinken die Preise für Automobile, trotz der unablässigen Vervollkommnung der Fahrzeuge. Heute schon sind leistungsfähige Wagen zu einem Preis von 3000 Franken erhältlich. Damit verschiebt sich das Verhältnis von Unterhaltskosten zum Anschaffungspreis immer mehr und zwar auf die Seite einer Verteuerung der Betriebsspesen in Form von Steuerabgaben, Versicherungen, Benzinpreis etc. Jede Erleichterung nach dieser Richtung hin würde einer Belebung des Absatzes rufen, die wiederum vermehrte Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnet und damit «konjunkturfördernd» Wie die nachstehende Tabelle der im Monat Februar eingefahrenen fremden Motorfahrzeuge zeigt, ist gegenüber dem Vorjahr eine leichte Zunahme der eingereisten Automobile festzustellen. Diese Zunahme rührt her vom Grenzverkehr und nicht von einer Grenzverkehr Verzollt mit Motorräder Motorräder und Autos 1936 1935 1936 1995 Prov. Eintrittskarte — — 105 79 Passavant 619 293 21 28 Triptyk 87 62 18 8 Grenzpassierscheinheft — — 14 11 Kontrollschein 42 55 30 20 Total Januar Zusammen 748 410 185 146 689. 420 148 156 1437 830 333 302 Lotleine an Bord kletterte. Ich sah einen Kopf mit triefendem Haar, dann erschien ein Körper, und nun erkannte ich Augen und Gesicht Wolf Larsens. Seine rechte Backe war rot von Blut, das aus einer Kopfwunde herablfloss. Mit einer plötzlichen Anstrengung zog er sich an Bord und stand auf den Füssen. Dann warf er einen schnellen Blick auf den Mann am Rade, als wolle er sich überzeugen, wer er sei, und dass von ihm keine Gefahr drohe. Das Seewasser troff von ihm herab mit einem leisen Rieseln, das mich beunruhigte. Als er auf mich zuschritt, wich ich instinktiv zurück, denn ich sah in seinen Augen etwas, das Tod hiess. « Gut, Hump », sagte er mit leiser Stimme. «Wo ist der Steuermann?» Ich schüttelte den Kopf. < Johansen ! » rief er leise. « Johansen ! » « Wo ist er ?» fragte er Harrison. Der junge Mann schien seine Fassung wieder erlangt zu haben, denn er antwortete ganz ruhig: « Ich weiss es nicht Käptn. Vor kurzem sah ich ihn nach vorn gehen.» < Ich war auch vorn. Aber hast du bemerkt, dass ich nicht denselben Weg, den ich ging, wieder zurückkam ? Kannst du dir das erklären ? > INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grfissere Inserate nach Spezialtarit. Inseratensehlnss 4 Tage vor Erseheinen der Nummern Wir berichten heute Alpenstrassenprojekte. Querschnitt. OIMR Sportanlässe beim Genfer Salon. Rundgang durch die Stände. Die Wandlungen des Chassisrahmens. Bilder: Seite 6. Allerdings — unsere Behörden lassen keine Gelegenheit ungenützt, um zu beweisen, dass ihnen für eine solche auf natürlichem Wege herbeigeführte Belebung der Wirtschaft jedes Verständnis abgeht. Einerseits wird von höchster Stelle die Anpassung, die Notwendigkeit einer Herabsetzung der Gestehungskosten gepredigt — anderseits kennen dieselben höchsten Stellen nicht die geringste Hemmung, wenn es gilt, die Zölle und Steuern zu erhöhen. Die Linke soll nicht wissen, was die Rechte tut! Gr. Autotourtsmus nach der Schweiz Leichte Zunahme der eingefahrenen ausländischen Motorfahrzeuge — was erfreulicher gewesen wäre — vermehrten Einfahrt von Fahrzeugen zu längerem Aufenthalt. Insgesamt sind im Februar 1936. 6600 Motorfahrzeuge zu vorübergehendem Aufenthalt in die Schweiz gefahren, gegen 6142Mm gleichen Monat des Vorjahres. Touristikverkehr Autocars Andere Wagen Lastwagen Total 1936 1935 1936 1935 1936 1935 1936 1935 — — 3871 3791 — — 3976 3870 17 12 286 181 142 112 1085 626 8 10 207 207 17 22 334 309 12 19 1104 1230 3 2 1133 1262 — — — — — — 72 75 37 41 5468 5409 162 136 6600 6142 18 23 4930 5868 117 160 5902 6627 55 64 10398 11277 279 296 12502 12769 «Sie müssen über Bord gewesen , sein, Käptn.» « Soll ich im Zwischendeck nach ihm sehen, Käptn ? » fragte ich. Wolf Larsen schüttelte den Kopf. «Sie würden ihn nicht finden, Hump. Aber gehen Sie meinetwegen. Kommen Sie. Lassen Sie Ihr Bettzeug liegen. » Ich folgte ihm. Nichts regte sich mittschiffs. « Die verdammten Jäger ! •» bemerkte er. « Zu dick und faul, um 4 Stunden Wache durchzuhalten. » Auf der Back fanden wir jedoch drei schlafende Matrosen. Er drehte sie auf den Rücken und blickte ihnen ins Gesicht. Sie bildeten die Deckwache, die Wache selbst pflegte man bei gutem Wetter schlafen zu lassen mit Ausnahme des Offiziers, des Rudergastes und des Mannes im Ausguck. «Wer hat den Ausguck ?» fragte der Kapitän. «Ich, Käptn», antwortete Holoyak, einer der Vollmatrosen, mit einem leichten Zittern in der Stimme. « Ich bin diese Minute eingeschlafen, Käptn. Es tut mir leid, Käptn. Es soll nicht wieder vorkommen, f « Hast du irgend etwas an Deck gehört? »