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E_1936_Zeitung_Nr.026

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2 AUTOMOBIL-REVUE

2 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 24. MÄRZ 1936 — 25 Für unsere Wirtschaft ist es von grossem Interesse, festzustellen, aus welchen Ländern die einfahrenden Motorfahrzeuge stammen. Die Verhältnisse ändern sich gerade in dieser Beziehung oft nicht unwesentlich, da wirtschaftliche und politische Faktoren den Entschlüss ausländischer Gäste beeinflussen können. So ist z. B. eine beträchtliche Abnahme der italienischen Motorfahrzeuge festzustellen, was sicher auf die aussenpolitischen Einwirkungen (Abessinischer Krieg und Sanktionen) zurückzuführen ist. Eine Zunahme ist festzustellen für die eingefahrenen Fahrzeuge aus Deutschland und Frankreich, sowie aus Italien, Belgiern und Amerika. Gleich geblieben ist die Zahl der holländischen Automobile. Auch Spanien hat eine Zunahme von 9 auf 35 Fahrzeuge zu verzeichnen. Zahl der eingefahrenen Motorfahrzeuge nach dem Herkunftsland. Land Febr. 1936 Febr. 1935 Frankreich 3526 2574 Deutschland 1409 1185 Italien 1286 2107 England 70 76 Oesterreich 83 46 Niederlande 61 61 Belgien 59 34 Amerika (Nord und Süd) 47 18 Ungarn, Jugoslawien, Tschechoslowakei und Polen 8 5 Rumänien, Griechenland, Bulgarien und Albanien 4 6 Dänemark, Schweden, Norwegen 7 15 Spanien, Portugal 35 9 Littauen, Finnland, Estland — 1 Afrika (einschl. Marokko, Tunis, Aegypten) 5 4 Asie» (einschl. Türkei) — 1 Die konstatierte Zunahme der eingefahrenen ausländischen Fahrzeuge ist in erster Linie den beiden Ländern Frankreich (+952) und Deutschland (+224) zuzuschreiben. Aus Italien ist eine gegenüber dem Vormonat etwas verminderte Abnahme von 821 Fahrzeugen festzustellen. Im gesamten ist die Zahl der zu vorübergehendem Aufenthalt aus dem Ausland eingereisten Gäste in den zwei ersten Monaten des Jahres etwas geringer für 1936 als 1935. (12,502 gegen 12,769.) Diese Abnahme ist zurückzuführen auf den Rückgang in der Touristik, welcher eine Verminderung von 857 Einheiten zu verzeichnen hat, und der Lastwagen (17 weniger), während der kleine Grenzverkehr eine Zunahme von 607 Einfahrten verzeichnet. -ner. Alpenstrassenprojekte. Während das Eidg. Oberbauinspektorat damit beschäftigt ist, die Verteilung der für das Jahr 1936 vorgesehenen 4 Millionen Franken auf die verschiedenen angemeldeten Alpenstrassenprojekte zu berechnen, gehen bereits neue Projekte ein. Die Initianten der Sustenstrasse befürchten, dass mit der Reduktion des Beitrages an die Alpenstrassen für das Jahr 1936 auch ihr Plan in den Hintergrund treten müsse. Letzten Sommer wurde das Projekt von den Kantonen Bern und Uri in allen Details aufgenommen und die bestehenden Berechnungen noch einmal genau ergänzt. Das Projekt ist nun baureif und die beteiligten Gemeinden und Bezirke der Kantone Bern und Uri erwarten mit Ungeduld die Aufnahme der-Arbeit, die nicht nur bedeutende Verkehrsverbesserungen, sondern auch eine für die armen Gebirgstäler (Gadmen- und Maienthal) sehr notwendige Arbeits- und Verdienstmöglichkeit schaffen würde. Aus diesen Gründen heraus haben sich die Initianten entschlossen, nochmals bei den Behörden vorstellig zu werden und darauf hinzuweisen, dass eine weitere Verzögerung des Neubaues der Sustenstrasse auch vom militärischen Standpunkt aus nicht zu verantworten wäre. Fahren Sie nach Genf zum Autosalon? Dann vergessen Sie nicht, vorher die Katalog-Nummer der < Auto-Illustrierten» durchzugehen. Sie ist an jedem Kiosk für 1 Fr. erhältlich. « Nein, Käptn, ich » Aber Wolf Larsen hatte sich mit einem unzufriedenen Knurren abgewandt, und der Matrose rieb sich die Augen, erstaunt, so leichten Kaufs davongekommen zu sein. « Still jetzt! > ermahnte mich Wolf Larsen flüsternd, indem er sich bückte und sich anschickte, durch die Luke hinunterzusteigen. Ich folgte ihm bebenden Herzens. Was geschehen sollte, wusste ich ebensowenig wie, was geschehen war. Aber Blut war geflossen, und Wolf Larsen war nicht selbst auf den Einfall gekommen, mit einem Loch im Kopf über Bord zu klettern. Ausserdem fehlte Johansen. Es war das erstemal, dass ich in die Back hinunterstieg, und ich werde nicht sobald den Eindruck vergessen, den ich empfing, als ich den Fuss auf die Treppe gesetzt hatte. Direkt in den Schiffsraum eingebaut, hatte die Back die Form eines Dreiecks, an dessen Schenkeln die zwölf Kojen in zwei Reihen übereinander angebracht waren. Sie Polens Motorisierungspläne. Die bevorstehende Errichtung eines Ford- Montagewerkes in der Nähe der Stadt Bromberg scheint der erste Schritt auf dem Wege zu einer durchgehenden Motorisierung Polens zu sein, die von der Regierung mit grösstmöglicher Beschleunigung durchgeführt werden soll. Jedenfalls hat man sich dazu entschlossen, verschiedene ausländische Automobilkonzerne unverbindlich um die Bekanntgabe von Vorschlägen und Gedankengängen zu bitten, die geeignet sind, die Motorisierung unter tunlichster Berücksichtigung der einheimischen Industrie zu beschleunigen. Luxemburgs Autobestand. Das Grossherzogtum Luxemburg zählte am 1. Januar 1936 11007 Motorfahrzeuge, gegen 10 580 am 1. Juli 1935. Auf 100 Einwohner trifft es somit 36 Fahrzeuge, also pro Fahrzeug nicht einmal 3 Einwohner. Demnach ist Luxemburg das am stärksten motorisierte Land der Erde. Alle Fahrzeuge sind ausländische Fabrikate, dann Luxemburg besitzt keine Autofabrik. Kleindiesel in Frankreich. In Frankreich laufen seit einiger Zeit Versuchswagen eines neuen Personenautos. Sie sind mit einem Vierzylinder-Viertakt-Dieselmotor ausgerüstet. Obwohl der Zylinderinhalt nur 1£ Liter beträgt, soll nach der vorliegenden Meldung eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern erreicht werden. Die Gotthardstrasse gehört ebenfalls zu denjenigen Alpenstrassen, deren Anpassung an den modernen Verkehr angesichts ihrer Bedeutung das Attribut der Dringlichkeit verdient. Bereits hat denn auch die Urner Kantonsregierung die Pläne für den Ausbau der Gotthardstrasse im Urserntal zur Genehmigung und Subventiottierung dem Eidg. Departement des Innern eingereicht, welche den Ausbau der Strasse vom Urnerloch, das ebenfalls erweitert werden soll, durch das Dorf Andermatt bis nach Hospental vorsehen. Ein weiteres Projekt, das in kurzer Zeit, den eidg. Behörden unterbreitet werden soll*,' befasst sich mit den Verbesserungen an der Gotthardstrasse zwischen Wassen und Göschenen. Diese Korrektion wird auf etwa eine halbe Million zu stehen kommen. Zum Ausbau der Gotthardstrasse gehört auch die Verbesserung der Verhältnisse an der Axenstrasse, die ebenfalls ungefähr eine halbe Million erfordern würde. Von der Höhe der zu erwantenden Bundessubvention hängt es nun ab, ob der Kanton Uri die Gotthardstrasse nur etappenweise oder gleich in ihrer ganzen Ausdehnung auf der Nordseite verbessern kann. Dass auch neue Projekte auftauchen, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Längere Zeit hatte man von der Prageistrasse nichts mehr gehört, nach dem Rückzug der Alpenstrasseninitiative aber ist auch dieser Plan wieder aufgenommen worden. Natürlich hoffen die Initianten der Prageistrasse, möglichst bald von den in Aussicht stehenden Alpenstrassenmillionen profitieren zu können. Konferenz im Bundeshaus. Wie wir vernehmen, fand am Montag vormittag im eidg. Departement des Innern eine Konferenz statt, die sich mit dem Ausbau der Alpenstrassen befasste. Neben Bundesrat Etter nahm auch Bundesrat Obrecht und der Leiter der Zentralstelle für Arbeitsbeschaffung, Vifian, an dieser Aussprache teil. Man diskutierte über die Heranziehung der Arbeitslosen für den Ausbau der Alpenstrassen, um so eine Entlastung des Arbeitsmarktes zu erzielen. Angesichts der 120,000 Arbeits- war nicht grösser als eine kleine Bodenkammer, und doch mussten 12 Mann darin essen, schlafen und atmen. Mein Schläfzimmer daheim war nicht gross, aber es hätte ja, wenn man die Höhe berücksichtigte, das Doppelte fassen können. Es roch schal und säuerlich, und im Lichte der trüben, hin und her schwingenden Schiffslampe sah ich, dass aller verfügbare Platz bis ins kleinste Eckchen ausgefüllt war mit Seestiefeln, Oelzeug und sauberen und schmutzigen Kleidungsstücken aller Art. Mit jedem Rollen des Schiffes schwang das alles hin und zurück und brachte ein scheuerndes Geräusch hervor, als ob ein Baum sich gegen ein Dach oder eine Wand rieb. Irgendwo stiess ein Stiefel regelmässig mit lautem Krachen gege,n die Wand. Und obgleich es eine ruhige Nacht war, ertönte doch unausgesetzt ein Chor von knarrendem Holz, knirschenden Spanten und unergründlichen Geräuschen unter den Dielen. Die Schläfer Hessen sich nicht stören. Es i s t i s c h e r Die Steuerbelastung des Autos in U.S.A. Das amerikanische Petroleuminstitut berechnet, dass 1935 von den Autobesitzern in U.S.A. 1305 Millionen Dollars Steuern aufgebracht wurden gegen 1200 Millionen Dollars in 1934. Die Belastung eines Automobiles durch Steuern betrug über 50 Dollar. An Benzinsteuern kamen ein 808 Millionen Dollar gegen 735 Millionen Dollar in 1934, an Lizenzgebühr 326 gegen 313 und an sonstigen Steuern 171 gegen 152 Millionen Dollar. Auch in Amerika weiss der Fiskus, wo der Bartel den Most holt... Strassen aus Hanf. In England wurde von der Hanfindustrie der Versuch gemacht, Hanf auch im Strasseribau zu verwenden. Sachverständige äusserten sich über die bisherigen, allerdings beschränkten Erfahrungen sehr befriedigend. Wie erklärt wird, zeigt der Hanf auch die gute Eigenschaft, den Verkehrslärm zu dämpfen. Man beabsichtigt in Kürze ganze Strassenzüge mit dem neuen Werkstoff zu «pflasteren», um damit zu endgültigen Versuchsergebnissen zu gelangen. Eine Auto-U-Bahn ? In Leipzig plant man zur Zeit, den bereits kanalisierten Lauf des Pathe-Flusses im Nordosten der Stadt zum Bau einer Auto-U-Bahn zu benutzen, die Anschluss an die Reichsautobahn Halle-Leipzig erhalten soll. losen — besonders der vielen Bauarbeiter, die ohne Arbeit sind — dürfte sich allerdings ein etwas rascheres Vorgehen empfehlen. Bereits sind 6 Wochen vergangen seit dem Rückzug der Alpenstrasseninitiative und noch hört man nichts von einem Entscheid des Departements des Innern über die Verteilung der Subventionen. Die — schon vor 14 Tagen angekündigte — Konferenz der Baudirektoren der Alpenstrassenkantone soll nun vom Departement des Innern einberufen werden. Hoffentlich werden die Arbeiten durch die Konferenz nicht zu sehr hinausgeschoben; es gibt genügend Bauplätze, wo man schon jetzt mit den Arbeiten einsetzen könnte. -ner. Cfaanik des SaCous Sitzung des Internationalen Verbandes der Automobilkonstrukteure. Im Hotel des Bergue; fanden sich Sonntag, den 22. März die Vertreter des Bureau Permanent International des Constructeurs unter dem Präsidium von Generaldirektor Schippert (Deutschland) zu einer Sitzung zusammen, wobei die Schweiz durch Herrn Dechevrens den Vorsitzenden der Schweiz. Syndikalkammer der Automobilindustrie repräsentiert wurde. Am Anfang der Tagesordnung stand die Erledigung einiger administrativer Geschäfte, vor allem des Geschäftsberichtes und der Rechnung, die beide gutgeheissen wurden. Wahlen waren keine vorzunehmen; indessen geht man wohl kaum fehl mi der Annahme, dass bei der im nächsten Jahr stattfindenden Erneuerung des Vorstandes Baron Petiet (Frankreich) mit dem Vorsitz betraut wird. Nach der Annahme der internationalen Rennformel 1937^39 befasste sich das Bureau Permanent nunmehr mit der Ausarbeitung einer Formel für Sportwagenrennen, eine reichlich komplizierte Angelegenheit, vor allem deshalb, weil sie nicht nur 5 Konstrukteure berührt wie bei den Rennwagen, sondern sozusagen alle Automobilfabriken. So wie die Dinge jetzt liegen, hat sich das Bureau endgültig darauf geeinigt, dem Kongress der AIACR, der im nächsten Monat in Lissabon zusammentritt, die englische Formel zur Annahme vorzuschlagen. Ohne Opposition wird es dabei wohl kaum abgehen. waren ihrer acht — die beiden unten befindlichen Wachen — die Luft war dick vor Wärme mit stinkendem Atem, und das Ohr erfüllte der Lärm ihres Schnärchens, Seufzens und Grunzens, Ueberbleibsel ihres Tiermenschentums. Aber schliefen sie? Alle? Oder hatten sie geschlafen? Das wollte Wolf Larsen offenbar feststellen; er wollte den finden, der sich nur schlafend stellte oder erst vor kurzem eingeschlafen war. Und er begann die Untersuchung in einer Art, die mich an eine Erzählung des Boccaccio erinnerte. Er nahm die Lampe aus ihrem schwingenden Halter und reichte sie mir. Bei den beiden ersten Kojen steuerbord begann er. In der oberen lag der Kanake Oofty-Oofty, ein ausgezeichneter Seemann. Er lag auf dem Rükken, schlief fest und atmete so sanft wie eine Frau. Den einen Arm hatte er unter seinen Kopf gelegt, während der andere auf der Decke lag. Wolf Larsen fasste mit Daumen und Zeigefinger sein Handgelenk und fühlte ihm den Puls. Da erwachte der Kanake. Er Sind Sie ein guter Beobachter? Die Festlegung des Ausstellungskalenders ffl das nächste Jahr gab Anlaee, zu einer Revision der bestehenden Vorschriften. Als private Ausstellungen, welche dem Reglement nicht unterstehen, werden inskünftig nur solche anerkannt, die in den Lokalen der Firmen selbst zur Durchführung gewährend des Genfer Automobil-Salons veranstaltet die « A.-R.» einen Wettbewerb, woran sich jedermann gratis beteiligen kann und der die Beobachtungsgabe der Teilnehmer auf Probe stellt Beschaffen Sie sich einfach eine der Salon-Nummern der französischen Ausgabe unseres Blattes. Sie finden dort die Photographie eines bestimmten, am Salon ausgestellten Gegenstandes. Und dann nix wie los. Halten Sie Ihre Augen offen — und wenn Sie glauben, die Sache entdeckt zu haben, suchen Sie auf der Galerie den Stand der < Automobil-Revue» auf (Nr. 257) und geben Sie dort Ihre Lösung binnen der vorgeschriebenen Frist ab. Die drei zuerst eingereichten richtigen Lösungen werden mit einem Preis ausgezeichnet, doch gehen auch die nachfolgenden Antworten nicht leer aus, sofern sie nur den Nagel auf den Kopf treffen. langen und nur deren eigene Erzeugnisse umfassen. Im Zusammenhang mit der immer weiter an Boden gewinnenden Tendenz nach der Errichtung von Montagefabriken gelangten auch eine Reihe von Zollfragen und anderen Problemen zur Erörterung. Im weiteren befasste sich die Konferenz mit dem ewig wiederkehrenden Problem Bahn- Auto. Im übrigen gab die Sitzung Anlass zu einem Meinungsaustausch über die Veröffentlichungen auf automobilistischem Gebiet, namentlich über die Statistiken (wobei die pünktlich erscheinenden und exakten Mitteilungen unseres Eidgen. Statistischen Amtes jene Anerkennung fanden, die ihnen gebührt). Einmal mehr widmeten die Sitzungsteilnehmer- Verbände ihre Aufmerksamkeit der Frage der Sanierung des Automobilmarktes. Zur Erreichung dieses Ziels soll das englische und vor allem das deutsche System zu allgemeiner Anwendung gelangen, das die Konstrukteure verpflichtet, nur noch jene Vertreter zu beliefern, die gewillt sind, gebrauchte Wagen zu einem bestimmten Preis zurückzunehmen, wobei jedes dieser Fahrzeuge mit dem Ausweis eines anerkannten Experten versehen werden mnss. Hoher Besuch. Es ging am letzten Montag gegen halb 4 Uhr, als in den Gängen des Salons plötzlich geheimnisvolles Getuschel anhob. Hälserecken, Bewegung in der Menge. Wieso, warum? Königlicher Besuch, raunte man sich zu. Tatsächlich hatte eben der spanische Ex-König, Alfons XIII., die Halle betreten. Der unerwartete Gast kam von Lausanne, wo sich sein ältester Sohn in Behandlung befindet, um der internationalsten und bestbeschickten aller Automobilausstellungen eine Visite abzustatten. Vom Präsidenten des Salons, Herrn Dechevrens, begrüsst und begleitet und umgeben von einem Schwärm Journalisten und Photographen, nahm der königliche Besucher und passionierte Sportsmann die Stände in Augenschein. Noch hatte er seinen Rundgang nicht beendet, als Schlag 16 TJhr der britische Gesandte Sir George Warner vor dem Eingang vorfuhr. Wieder machte Herr Dechevrens die Honneurs, wieder formte sich auch um ihn eine mächtige « Ehreneskorte». Dass sich der Vertreter Albions namentlich bei den Ständen der englischen Marken, bei Vauxhall, Morris, Humber, Hillman usw., aufhielt, kam natürlich nicht von ungefähr. Am Freitag hielt, wie wir an anderer Stelle berichten, das Bureau International des Constructeurs Automobiles in Genf eine Sitzung ab. Schon der folgende Tag sah die englischen Delegierten, die zum erstenmal einer Tagung ihres Verbandes auf dem Kontinent beiwohnten, im Salon, wo sie sich mit Eifer und Sachkenntnis in das Studium jener Konstruktionen vertieften, denen sie bisher in ihrem Lande noch nicht begegnet waren. Im Anschluss an die Eröffnung des Automobil-Salons hat auch der Vorsteher des eidgenössischen VolV'-.wirtschaftsdepartementes. Bundesrat Obrecht, dem Stand der einen Besuch abgestattet. XIII. Int. Automobil-Salon Genf Mittwoch, 25. März: 9 Uhr: Eröffnung. — Eintrittspreis: Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 20 Uhr: Nachtessen und Gala-Abend im Restaurant des Salons (Zutritt reserviert und gegen Eintritt). — Preisverteilung der Internationalen Automobil-Sternfahrt — Grosse Modevorführung. — Vedetten. 23 Uhr: Torschluss. — Konzerte von 11 Uhr 30 bis 12 Uhr, von 15 Uhr 30 bis 18 Uhr, von 20 Uhr 30 bis 23 Uhr. Donnerstag, 26. März: 9 Uhr: Eröffnung. — Eintrittspreis: Fr. 1.50 (inW. Steuer). 11 Uhr: Jahres-Generalversammlung der Syndikalkammer des Automobil-Handels und der Garagen-Industrie in der Schweiz. (Saal des Organieations-Komitees). Von 13 Uhr an Kinder. — Eintritt: Fr. —.60 (inkl. Steuer). Von 19 Uhr an Volksabend. — Eintritt: Fr. —.60 (inkl. Steuer). 20 Uhr 30: Konzert der «Fanfare Municipale de Plainpalais». 23 Uhr: Torschluss. — Konzerte von 11 Uhr 30 bis 12 Uhr, von 15 Uhr 30 bis 18 Uhr. erwachte ebenso leicht wie er schlief, ohne eine einzige Bewegung seines Körpers. Nur die Augen regten sich. Sie öffneten sich plötzlich ganz weit, gross und schwarz und starrten uns, ohne zu zwinkern, an. Wolf Larsen legte ihm zum Zeichen, dass er schweigen sollte, den Finger auf den Mund, .und die Augen schlössen sich wieder. In der unteren Koje lag Louis, dick, warm und verschwitzt, und schlief einen unverstellten, schweren Schlaf. Als Wolf Larsen sein Handgelenk fasste, bewegte er sich unbehaglich und krümmte seinen Körper so, dass er einen Augenblick nur auf Schultern und Fersen ruhte. Seine Lippen bewegten sich, und er murmelte folgende rätselhaften Worte: «Ein Viertel für einen Schilling, aber biete die Lampen für drei Pence das Stück aus. Sonst hängt sie dir der Wirt für sechs Pence auf.» Fortsetzung folgt

N° 26 — DIENSTAG. 24. MÄRZ 1936 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Das internationale Rallye du Salon beendigt. AHe 5 Teilnehmer ex aequo! So lautet das Ergebnis der 1. internationalen Sternfahrt zum Salon, die gestern abend in Genf ihren Abschluss gefunden hat. Also verzweifelt ähnlich wie dasjenige des nationalen Rallye. Während die Ankunft in lminütigen Intervallen ab 17.50 Uhr vorgesehen "war, erblickte man schon um 5.30 Uhr die drei Adler-Wagen, welche durch die Avenue du Mail in Kolonnenform dahergefahren kamen Ihnen folgten die beiden Einzelfahrer 0. R. Lüscher auf Chrysler und Bruneau auf Peugeot. Alle stoppten vor dem Salon, wo sie bald von einer grossen Menschenmenge umgeben waren. Begreiflicherweise hüteten sie sich, bis zur Kontrolle vorzustossen, um nicht noch im letzten Moment mit Strafpunkten gesegnet zu werden. Genau zur festgesetzten Zeit überfuhren sie die Ziellinie. Reglementsgemäss wurden jedem Konkurrenten beim Start zum Rallye 1000 Punkte gutgeschrieben, wovon die im Laufe der Fahrt eingeheimsten Strafpunkte in Abzug kamen, bezw. hätten kommen sollen, denn tatsächlich haben sämtliche fünf Piloten die dreitägige Prüfung ohne jeglichen Strafpunkt absolviert. « Rang »-Liste. Kategorie A: Equipen: 1. Perrot-Duval & Cie., Genf, 3 Adlerwagen, gesteuert von: a) Paul von Guilleaume, b) Frau Lotte Bahr, c) Rudolf Sauer- •wein. Jeder Wagen hat 1000 Punkte erreicht, was für die Equipe das Maximum von,3000 Punkten ausmacht. Kategorie B: Einzelfahrer: 0. R. lüscher auf Chrysler 8 Zylinder, 1000 Punkte; L. S. P. Bruneau, if Peugeot, 1000 Punkte. Zur nationalen Sternfahrt. Woher die vielen ex aequos? In der •westschweizerischen Presse wird mit Recht die Frage aufgeworfen, welcher Faktor wohl für die zahlreichen ex aequos ausschlaggebend gewesen sei: ob die Konkurrenten durch die Auswahl des Startortes oder das Reglement durch die Art seiner Bestimmungen. Uns will scheinen, dass diese Frage, rasch gelöst ist und für die 18 ex aequos im ersten Rang einzig das Reglement die « Verantwortung > trägt, wenn man das so nennen kann. Wer die höchste Punktzahl auf sich vereinigen konnte, ging laut den Bestimmungen dieses Reglements als Sieger aus der Sternfahrt hervor. Da der maximal zulässige Stundendurphschnitt vom Start zum Ziel auf 45 km/St, festgesetzt war, musste somit die Devise für die Teilnehmer heissen: in den 1 l A Fahrstunden (854 — 1 Stunde Neutralisation)' nicht mehr als ca. 337 Kilometer zurückzulegen und gleichzeitig möglichst viele Kontrollposten anzusteuern, um sich dadurch eine hohe Zahl von Punk- L zu sichern. Unter diesen Umständen blieb nichts anderes zu ^warten, als dass sich die Konkurrenten schon Wochen vorher mit Eifer ans Rechnen machten. Einzelgänger, %ie auch Sektionen, die durch Abordnung von mindestens drei Mitgliedern automatisch am Wettbewerb um den Sektionswanderpokal teilnahmen, hatten begreiflicherweise alles Interesse daran, den Vogel abzuschiessen. Der Zufall wollte es nun, dass 19 dieser grösstenteils unabhängig voneinander kalkulierenden Fahrer nach Adam Riese auf Neuenburg als dem Startort kamen, von dem aus man am meisten Punkte erjagen konnte. '(Zwar verlautet aus Kreisen der Organisatoren, dass von Freiburg aus noch zwei Punkte mehr zu verdienen gewesen wären; wie jenes Itineraire gelautet hätte, wissen wir indessen nicht.) Es ist nun offensichtlich, dass das prachtvolle Frühlingswetter von entscheidendem Einfluss war auf die Fahrt, die sich durchwegs reibungslos abwickelte, und so ist es auch verständlich, dass sich die meisten Konkurrenten am Schluss des Rallye dahin äusserten, dass alles viel zu leicht gewesen wäre. Kein Zweifel, dass bei Schnee und Regen — das ist schliesslich bei Sternfahrten auch schon vorgekommen, die Resultate wesentlich anders gelautet hätten. Jedenfalls wäre dann nicht diese hohe Zahl von ex aequos zu registrieren gewesen. Im Hinblick auf die ausgezeichneten atmospärischen Verhältnisse, als deren Folge die Piloten ausnahmslos auf trockenen Strassen rollen konnten, muss tatsächlich das Reglement als zu leicht taxiert werden. Es war vielleicht ein ausgesprochenes Wüstwetter-, aber keineswegs ein Schönwetter-Reglement. Und mit der Eventualität eines strahlenden Tages war schliesslich unbedingt zu rechnen. Obwohl der Durchschnitt, den ein jeder Fahrer einzuhalten hatte, weit über 60" km/St, lag — der Reglementsdurchschnitt bezog sich bekanntlich auf die Luftliniendistanzen — so war dies eine Angelegenheit, die allen restlos gelungen ist und man konnte sich sogar gestatten, ohne Forcieren bedeutend höhere Leistungen aus den Maschinen herauszuholen, weshalb das Gros der Konkurrenten eine halbe Stunde zu früh am Ziel eintraf. Der Durchschnitt der Piloten, die von Neuenburg aus via Ins-Estavayer-Orbe-Lausanne- Vevey-Bulle-Fribourg-Bern - Ins - Fribourg -Romont- Lausanne nach Genf gefahren sind, betrug 44,13 km/St, bei genau 7 Stunden 30 Minuten Fahrzeit. Infolge des frühzeitigen Eintreffens aller Teilnehmer in Genf sahen sich die Organisatoren gezwungen, die Kontrolle erst genau 16.30 Uhr zu öffnen, so dass bis zu diesem Zeitpunkt alle Wagen in einem Parc fermö vor dem A. C. S.-Sekretariat Aufstellung nahmen. Ganz offenbar hatten die Organisatoren nicht mit so vielen ex aequos gerechnet. Wir könnten es uns sonst nicht erklären, dass man am Schluss der Sternfahrt oder am darauffolgenden Sonntag diese ex aequos nicht durch irgendeine Geschicklichkeitsprüfung voneinander distanzierte. Es ist aus Fah- 'erkreisen auch die Anregung gefallen, in Zukunft unterwegs für alle Bewerber eine Geländefahrt nach deutschem und englischem System einzuschalten, eine Anregung, von der wir überzeugt sind, dass sie von den Organisatoren geprüft und gegebenenfalls in ein nächstes Reglement einbezogen wird. Si»