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E_1936_Zeitung_Nr.029

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Frühjahrs-lüagenroäsche Die Zeit ist wieder gekommen, wo Frau Bünzli und Frau Meier ihre rotkarierten Matratzen in den grünenden Garten tragen, um sie an der strahlenden Sonne zu durchwärmen, wo in allen Häusern ein emsiges Putzen und Scheuern anhebt und gackernde Hennen eifrig Ostereier legen. Damit ist aber auch der Moment da, wo es heisst, den Wagen für neue Taten herzurichten, ihn vielleicht sogar aus dem Winterschlaf zu wekken. Ueberlässt auch mancher die Wagenwäsche zwar lieber dem erfahrenen Personal einer Garage, so gibt es noch immer sehr viele, die es vorziehen, diese Arbeit selbst zu verrichten. Für sie sind die nachfolgenden Zeilen geschrieben. Zur Frühjahrsreinigung fahren wir den Wagen aus der Garage an einen schattigen Platz, wo uns ein Wasserhahn in greifbarer Nähe die Arbeit erleichtert. Auf keinen Fall soll man die «Wäsche» in der prallen Sonne vornehmen, weil sonst die Wassertropfen an der Lackierung verdunsten, bevor man mit dem Abledern fertig ist. Als Hilfsmittel benötigen wir in erster Linie einen sauberen Wassereimer, zwei saubere Schwämme, wovon der eine die empfindliche Karosserie und der andere für das schmutzige Chassis reserviert bleibt, dazu zwei Hirschleder und ebensoviele Bürsten. Zur Vervollständigung der Ausrüstung dienen ein Wasserschlauch mit verstellbarer Mündung und eventuell eine aufsteckbare Bürste. Wer keinen Wert auf durchnässte Schuhe legt, schafft sich ausserdem noch ein Paar hoher Gummistiefel an, die bis unter die Knie reichen. AUTOMOBIL-REVUE 1TAG, 3. APRIL 1936 — N° 29 Verdeckpflege. Bei dem heutigen Zug nach frischer Luft und Sonne sind die Cabriolets begreiflicherweise sehr beliebt, um so mehr als ihre Verdecke eine hohe Stufe der Vollkommenheit erreicht haben. Unsere Reinigung beginnt bei dieser Karosserieform mit der Bedachung. Dort hat sich eine Menge Staub und Schmutz angesammelt, dem man nun mit der Bürste und einer leichten Seifenlösung (z. B. Persil) zu Leibe rückt. Mit Benzin und ähnlichen Putzmitteln bleibt man den Verdecken fern, denn sie zerstören die Gummierung des Stoffes. Ausserdem 'darf man nicht vergessen, dass sie im nassen Zustand nicht gefaltet werden dürfen. Man muss mit dem Zurückschlagen warten, bis sie ganz trocken sind, und zwar gilt dies nicht nur bei der Wagenwäsche, sondern auch bei Ausfahrten im rasch wechselnden Aprilwetter. Nach einer Gebrauchsdauer von vielleicht zwei Jahren konstatiert man auch bei guten Verdecken nicht selten, dass die Wasserdichtheit des Gewebes langsam nachlässt. Man hilft sich durch eine jedes Jahr durchgeführte Nachimprägnierung mit einem der handelsüblichen Präparate. Eine etwas andere Behandlung benötigen die Lackleder Verdecke, wie man sie an Landaulets antrifft. Vor allen Dingen darf man sie auch im trokkenen Zustande bei grosser Kälte nicht zurückschlagen, weil sonst der Lack abspringt. Kunstlederne Dachbezüge schützt man nach der Säuberung durch einen Wachsüberzug oder Bestreichen mit einem Speziallack. Beim Einkauf all dieser Präparate hält man sich am besten an die Angaben des Wagenfabrikanten, um mit Sicherheit ein hundertprozentiges Resultat zu erzielen. Da wir gerade am Dach herumputzen, geht es in einem, auch der Innenseite, dem Verdeck-«Himmel», einige Aufmerksamkeit zu schenken. Gewöhnlich ist sie ebenfalls stark verstaubt, so dass ein gründliches Ausbürsten nottut. Die Polster. Wenden wir uns dem Wageninnern zu. Stark verschmutzte Polster und Teppiche bugsieren wir aus dem Wagen heraus, um sie draussen nach gutem, altem Brauch tüchtig zu bürsten und zu klopfen. Weniger verstaubte Polster dürfen an Ort und Stelle mit Bürste und Staubsauger gereinigt werden. Ausgesprochen «gäbig» sind Lederpolster, die sich durch Abwaschen leicht reinigen lassen, worauf man sie mit einer Ledercreme einreibt, um sie weich und geschmeidig zu erhalten. Alle fettigen oder öligen Ueberschüsse an Lederkonservierungsmitteln sind durch Verreiben mit einem weichen, wollenen Lappen zu beseitigen. Mineralische Oele oder Vaselin kommen zum Einreiben des Leders nicht in Frage, weil sie es nicht weich, sondern im Gegenteil brüchig machen. Die Wagenunterseite. Jetzt erst kommt die eigentliche Wagenwäsche dran, die auf der verborgenen Unterseite beginnt, hernach zur Lackierung übergeht und mit ein paar Kleinigkeiten wie Abreiben der Verchromung und der Fenster ihren Abschluss nimmt. Sofern die verwendeten Schwämme noch ungebraucht sind, unterzieht man sie einer peinlichen Säuberung in klarem Wasser, um allen Sand daraus zu entfernen. Wie erwähnt, dient der eine Schwamm ausschliesslich der Reinigung der polierten Lackierung, um ein Zerkratzen möglichst zu vermeiden. Um die neuen Wildleder geschmeidig zu machen, wäscht man sie vor der Benützung in lauwarmem Seifenwasser und spült sie darauf gut nach. Radreinisung mit Bürste und Wassetschlauch. Die Arbeit geht mit Schwamm und Wassereimer nicht so schnell vonstatten. • Der Schmutz unter dem Wagen darf mit dem vollen Wasserstrahl weggeschwemmt werden. Am zweckmässigsten schmiert man vorher noch mit der Fettpresse die Lenkung und das Bremsgestänge durch. Um auch das Eindringen von Wasser m die Bremstrommeln zu verhindern, bemüht man sich, ausschliesslich in Fahrtrichtung zu spritzen. Eine genaue Nacharbeit mit der Bürste dient der Säuberung weniger leicht zugänglicher Stellen, wie der Rillen zwischen den Kühlrippen der Bremstrommeln, der Unterseite der Kotflügel und ähnlichen Winkeln. Der Ueberkrustung der Federn rückt man mit einem in Spülöl getauchten Pinsel zu Leibe, worauf sie zur Schmierung mit Graphit-Sprühöl besprengt werden. Abschmierung der Lenkorgane mit der Fettpresse vor Beginn der Wagenwäsche. Handschuhe schützen die Hände vor starker Beschmutzunsr. Die Lackierung. Sorgfältige Pflege der Lackierung lohnt sich schon im Hinblick auf einen spätem Verkauf, denn der Preis hängt nicht zuletzt auch vom P-4, 5 P.S.,4 Zyl., 4 Plätzer, 4-Gang-Getriebe, das billigste Vollautomobil auf dem Schweizer Markt. 4-plätzige Coach Luxe P-4 Olympia 7 P. S., selbsttragende Ganzstahlkarosserie, unabhängige Vorderradaufhängung, Kurvenstabilisator. 6 Zylinder 10 P.S., unabhängige Vorderradaufhängung, Kurvenstabilisator, hydraulische Bremsen, 4-Gang-Getriebe mit 2 synchronisierten Gängen.— Limousinen, 2- und 4-Plärzer-Kabriolets, 6-Plätzer.— Last- und Lieferwagen. OPEL wurde durch die Konstruktion sparsamer und geräumiger Kleinwagen die grösste Automobilfabrik ousserhalb von U.S.A. Fr. GENERAL MOTORS Die in Biel für einen Wagen geleistete Montagearbeit gibt Offizielle Fabrikvertretungen: Titan A.-G., Zürich / Ritzi & Wagner, Amriswil und St. Gallen / A. Bosshard, Winterthur / Ryffel-Altmann, Glarus / Munot-Garage, Schaffhausen / A. Stieger, Chur / Joh. 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N° 29 — FREITAG, 3. APRIL 1936 AUTOMOBIL-REVUE guten Aussehen des Wagens ab. Eine « zartfühlende » Wasserdouche stellt hier das geeignete Mittel zum Abspülen des" Strassenstaubes dar. Ein scharf auffallender Wasserstrahl müsste infolge der schmirgelnden Wirkung des anhaftenden Staubes unweigerlich zur Zerkratzung der polierten Oberfläche führen. In der einen Hand die Douche, in der andern den Schwamm — so wird die ganze Aussenverkleidung in Behandlung genommen. Dabei passt man auf, dass kein Wasser in die Schächte der Versenkfenster gelangt. Besondere Vorsicht erheischen die weniger gebräuchlichen Oellackkarosserien. Nitrozelluloselacke widerstehen dagegen besser. Die derart gesäuberte Lackierung darf man nun-keineswegs einfach trocknen lassen, weil sonst auf ihr wie auf der Verchromung Flekken zurückbleiben. Vielmehr trocknet man sie mit einem Schwamm einigermassen ab und ledert sie hierauf ganz trocken. Den. letzten Schliff verleiht ihr ein hauchdünner Wachsüberzug, der ausserdem die Oberfläche gegen Mattwerden schützt. Kratzer bringt man mit Hilfe von Lackpoliermitteln zum Verschwinden. Etwa alle zwei Monate reinigt man die Lackierung mit Polierwasser, wodurch der Hochglanz lange Zeit erhalten bleibt. Bei Oellackkarosserien darf allerdings erst nach etwa halbjährigem Gebrauch zu dieser Behandlung geschritten werden. Wenn ein derartiges Nachpolieren keinen Erfolg mehr zeitigt, bleibt zur Wiederherstellung des alten Glanzes einzig ein Spritzen der Lackierung übrig. Die Pflege der verchromten Teile beschränkt sich auf das Abtrocknen mit einem weichen, wollenen Lappen. Nur in Ausnahmefällen kommt man ohne Spezial-Poliermittel nicht aus, um fleckigen Stellen ihren alten Glanz zurückzugewinnen. Auch hier empfiehlt es sich, nach der Reinigung eine hauchdünne Wachsschicht aufzubringen. Die Scheiben säubert man in der gewohnten Weise mit Schwamm und Wasser, worauf Äian sie nach dem Abtrocknen noch mit Zeitungspapier blank reibt. l»»ajk«i*«h«» Winke Der vernachlässigte Ventilatornemen. Der Ventilator, der frische Luft durch den Kühler saugen soll, ist ein ausserordentlich wichtiger Teil am Auto, dessen Versagen unbedingt ein Heisslaufen der Maschine zur Folge hat. In den weitaus meisten Fällen wird er durch einen Riemen angetrieben, also ein, man möchte fast sagen, vorsintflutliches Mittel. Bekanntlich aber sind die Konstruktionsteile einer Maschine die besten, die sehr einfach' sind. So ist es auch mit den Ventilatorriemen. Dass er einmal reisst, ist eine grosse Seltenheit, und dann trägt der Fahrer die Schuld, der ihn zu straff gespannt hatte. Und ebenso ist es die Schuld des Fahrers, wenn der Riemen versagt, d. h. den Ventilator nicht treibt, weil die Spannung zu gering ist. Alles, was der Ventilatorriemen verlangt, ist, dass man seine Spannung richtig vornimmt.: Er soll sich, wenn man mit dem Finger dagegen drückt, etwa 2 cm durchbiegen lassen. Im übrigen genügt es, den Ventilatorriemen, sofern er aus Leder besteht, gelegentlich einzufetten, damit er nicht hart und brüchig wird. Tech *•»