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E_1936_Zeitung_Nr.028

E_1936_Zeitung_Nr.028

BERN, Dienstag, 31. März 1936 Nummer 20 Rp. 32. Jahrgang - N» 28 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Aasgabt A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. ä.—, jährlich Fr. Ausland mit Porfozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unlallversieh.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Neue Wege des Autotourismus? Kaufe aie Schweiz ftt» 7 F» Unter diesem Stichwort propagiert Herr schaft auf sich nähme — eine gewaltige Propaganda, die neuen Wind in unsere Segel Nat.-Rat Duttweiler seine Idee für die Schaffung eines schweizerischen Reise-Passepartout, eines 6tägigen Generalabonnements für « Die Hotellene wird einen Aufschwung erfah- tragen würde. alle Bergbahnen und Schiffslinien unseres ren ... durch die starke Vermehrung der Autotouristen, durch die Herausgabe des 7-Franken-Tickets. Landes, das zum Preis von 7 Fr. an alle ausländischen Gäste und für 12 Fr. an die in Die Auto-Clubs würden durch ihre Vereinsblätter der Schweiz Niedergelassenen abgegeben werden soll. Nicht inbegriffen darin wären einige Spezialobjekte wie Jungfrau- und Gornereratbahn usw. Wiederbelebung unseres Fremdenverkehrs dringendes Gebot, dass es für uns höchste Zeit ist, den Anschluss an den Weltfremdenstrom wieder zu suchen, darüber herrscht wohl in allen Lagern nur eine Meinung. Zuviel steht auf dem Spiel, als dass wir nicht Anlass genug hätten, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um den heute schon verlorenen Boden wieder zurückzugewinnen. Ueber das Wie freilich lässt sich diskutieren, wobei einmal mehr daran erinnert werden muss, dass die Institutionen unseres Fremdenverkehrs a priori schon mit teilweise gebundenen Händen vor dieser. Aufgabe stehen, weil der Staat für sie — im Gegensatz zum Ausland, wo die Subventionen reichlich {Hessen — nur sehr wenig übrig hat, weil er ihnen in vollkommen unzulänglichem Mass unter die Arme greift. In dieser Situation sind wir auf unsere eigene Kraft angewiesen. Und wir fragen : Verdienst, unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, nicht jede Privatinitiative, die sich entschlossen zum Ziel setzt, Mittel und Wege zur Wiederankurbelung des bedrohlich abbröckelnden Fremdenverkehrs zu finden, verdient sie nicht zum mindesten eine ernsthafte und unvoreingenommene Prüfung? Die Schweiz als Fremdenverkehrsland par excellence — das war einmal. Machen wir uns nichts vor, sondern halten wir uns vor Augen, dass es letzter Anstrengungen bedarf, diese Stellung zurückzuerobern oder wenigstens zu retten, was noch zu retten ist. Herr Nationalrat Duttweiler erwartet von der Verwirklichung seines Plans eines 7fränkigen Swiss-Passepartout, dessen Risiko nicht etwa der Staat zu tragen hätte, sondern das eine private Genossen- Der Seewolf. von Jack London. 19. Fortsetzung. «Wie kann er wissen, wer's war?» fragte Kelly und sah sich mit einem blutgierigen Blick um, «es sei denn, dass einer von euch aus der Schule schwatzte.» «Er braucht euch ja nur anzusehen», entgegnete Parsons, «ein Blick genügt ihm.» «Erzähl' ihm, dass das Deck hochprellte und dir die Zähne aus dem Maule schlug», die Mitglieder von der unwahrscheinlich günstigen Offerte in Kenntnis setzen. Die Zahl der ausländischen Autotouristen könnte bestimmt verdoppelt und verdreifacht werden. Wie viele würden bei der Wahl zwischen der Schweiz und andern Alpenländern noch zögern? schreibt er in seinem Organ, der «Tat». Und in ähnlichem Sinn lässt er sich auch in einer Eingabe an den Schweiz. Hotelier-Verein vernehmen. terhaltung, es war klar, dass ihre Kameraden sie als Leute ansahen, für die das Schlimmste unvermeidlich, ja, deren Lage ganz hoffnungslos war, und die bereits als tot zu betrachten waren. Eine Weile hörte Leach ihre Befürchtungen und Vorwürfe mit an. Dann aber brach er los: «Ihr langweilt mich! Schöne Genossen seid ihr! Wenn ihr etwas weniger geschwatzt und etwas mehr getan hättet, dann wäre es jetzt geschafft. Warum konnte mir nicht einer, nur ein einziger, ein Messer geben, als ich danach rief? Jetzt jammert und klagt ihr, als ob er euch totschlagen würde, wenn er euch erwischte! Ihr wisst verdammt gut, dass er das nicht tun wird. Er kann es gar nicht. Hier grinste Louis. Er war der einzige, der nichtgibt es keinen Heuerbas, und er braucht euch aus seiner Koje herausgekommen war, und er bei seinem Geschäft, ihr seid ihm unentbehrlich. Wer sollte pullen und steuern und Segel freute sich, weil er keine Wunden hatte, die verraten konnten, dass er bei dieser Nachtarbeit beteiligt gewesen. «Wartet nur, bis er son werden die Suppe auszulöffeln haben. setzen, wenn er euch verlöre? Ich und John- eure Fratzen morgen gesehn hat», gluckste Jetzt geht in eure Kojen und haltet den Mund, er. ich möchte ein bisschen schlafen.» «Wir sagen, dass wir ihn für den Steuermann hielten», meinte einer. Und ein andrer: «Ich weiss, was ich sagen werde: dass ich Lärm hörte, aus der Koje sprang, zum Dank für meine Mühe eins aufs Maul kriegte und so in die Geschichte hineingezerrt wurde. Ich konnte nicht sehen, was und wer es war, und schlug mich um.» «Und da hast du mich natürlich getroffen», fiel Kelly ein, und sein Gesicht Jiellte sich einen Augenblick auf. Leach und Johnson beteiligten sich nicht an der Un- «0.- Erscheint jeden Dlenstan and Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal .Gelbe Liste REDAKTION U.ADMINISTRATION: Breltenrainstr. 87, Bern Telephon 28.222 Postcheck III 4i4 '• Telegramm-Adresse: Autorerue, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 Bräuchen wir zu betonen, dass auch wir, die wir uns je und je für die Förderung der Autotouristik eingesetzt haben, es lebhaft und freudig begrüssen würden, so sich die Voraussagen Herrn Duttweilers verwirklichten? Dennoch, sein Enthusiasmus sieht die Dinge, wie uns bedünken will, doch zu rosig. Mehr als das, er übersieht auch allerhand. Frischen wir deshalb das Gedächtnis an gewisse Dinge etwas auf, welche sich in diesem,Zusammenhang zu besonderer Bedeutung erheben. Dass heute mehr und nicht weniger gereist wird, als früher, nur nicht mehr nach der Schweiz, mit dieser Feststellung trifft Herr, Duttweiler allerdings den Nagel: auf den Kopf. Auch was den internationalen Autotoufismüs anbelangt. Von einem Schrumpfungsprozess kann keine Rede sein. Wohl aber hat sich die bisherige Struktur dieses Verkehrs verlagert. Oesterreich wie Deutschland und Spanien wissen, soweit das letzte Jahr in Frage steht, von einer Zunahme ihrer fremden Automobilgäste zu erzählen. Genau das Gegenteil haben wir in der Schweiz erlebt. Wies bisher die Kurve der Entwicklung auf diesem Gebiete unaufhörlich nach oben, so kam die Bewegung 1935 nicht nur zum Stillstand, nein, der Wind hat umgeschlagen und was uns als Fazit verblieb, das war ein Ausfall von rund 24,000 Wagen oder, relativ ausgedrückt, von 9% gegenüber 1934. An dieser Tatsache gibt's nichts zu deuteln. Besonders gravierend wirkt sie indessen darum, weil auch die Abgabe verbilligten Ausländerbenzins (36 Rp. pro Liter) daran kein Jota zu ändern vermocht hat. Man mag die Sache drehen und wenden wie man will, das Experiment ist vorbeigelungen, jeder Versuch, «Das ist schon richtig, ganz richtig», meinte Parsons. «Mag sein, dass er uns nichts tut, aber denkt an meine Worte: Von heute an wird dieses Schiff ein Zuchthaus sein.» Die ganze Zeit war ich mir über meine eigene schwierige Lage klar gewesen. Was geschah, wenn die Leute meine Gegenwart entdeckten? Ich konnte mich nicht durchschlagen wie Wolf Larsen. Und in diesem Augenblick rief Latimer durch die Luke herab: «Hump! Der Alte braucht dich!» das Fleisch zu sehr zu preisen — weit entfernt. Aber es steckte genug von einem Künstler in mir, um seine Wunderwerke anzuerkennen. Ich muss gestehen, dass die vollkommenen Linien von Wolf Larsens Gestalt und das, was ich ihre furchtbare Schönheit nennen möchte, mich faszinierten. Ich hatte die Männer im Vorderkastell beobachtet. So kräftige Muskeln auch einige von ihnen hatten, irgend etwas stimmte nie: eine ungenügende Entwicklung hier, eine zu starke dort, eine Biedessen geistige Urheberschaft niemand an- I ders als — Herr Duttweiler für sich reklamiert, der gleiche Herr Duttweiler, aus dessen Feder der bereits zitierte und in der «Tat» vom 18. März 1936 enthaltene Satz stammt «man reise heute mehr als früher, nur nicht mehr nach der Schweiz». Liegt darin nicht etwas wie ein — allerdings ungewolltes — Eingeständnis des Versagens «seines» Fremdenbenzins? Wir für unseren Teil können uns daraus auf jeden Fall nichts anderes zusammenreimen. Die Schweiz hat aufgehört, das bevorzugte Reiseland Europas zu sein. Gerade aus dieser Erkenntnis heraus erwächst die Pflicht zum Handeln. Und Herr Duttweiler handelt Er tritt mit seinem schweizerischen Reisepassepartout auf den Plan. Zweimal, dreimal mehr fremde Automobilisten will er der Schweiz mit dieser neuen Aktion zuführen. Selbstverständlich, so scheint er zu kalkulieren, werden die ausländischen Auto-Clubs seine ungeahnt vorteilhafte Offerte begeistert aufgreifen und nicht einen Moment zögern, die Werbetrommel dafür nach Kräften zu rühren. Beneidenswerte Zuversicht! Denn so prompt, wie Hr. Duttweiler wähnt, werden sich diese Verbände durchaus nicht bereit finden, ihm für die Propagierung seiner Idee Vorspanndienste zu leisten, sie werden — sofern nicht alles täuscht — dieser Lockung gegenüber ebenso indifferent bleiben wie beim verbilligten Fremdenbenzin. Vergisst Herr Duttweiler wirklich so schnell? Ist es ihm tatsächlich schon entgangen, dass besagte Auslands-Clubs nicht einen Finger gerührt, um die Aufmerksamkeit ihrer Mitglieder auf diese «Vergünstigung» zu lenken, dass man sie jenseits der Grenzen glattweg totgeschwiegen hat? Woher nimmt er, angesichts dieses durchaus negativen Erfolgs, der ihm, als dem geistigen Vater des Ausländerbenzitis beschieden war, die Gewissheit, die fremden Clubs werden sich nun plötzlich bekehren lassen und mit fliegenden Fahnen zu ihm übergehen, weil er ihnen etwas anbietet, das sich grundsätzlich in nichts vom verbilligten Benzin unterscheidet? Denn ob 36räppiges Benzin oder ein siebenfränkiges Generalabonnement auf, unseren Bergbahnen und Schiffen — an.den Gründen, denen die Kühle, um nicht zu sagen ablehnende Haltung des Auslands gegenüber diesem Angebot entspricht, wird sich nicht das geringste ändern. Man wird darüber hinweg zur Tagesordnung schreiten. Psychologisch scheint es uns in «Hier ist er nicht!» rief Parsons zurück. «Doch, er ist hier!» sagte ich und bemühte mich, meine Stimme fest erklingen zu lassen. Die Matrosen blickten mich bestürzt an. Starke Furcht prägte sich auf ihren Zügen aus, und daneben die Folge der Furcht: Teufelei. «Ich komme!» rief ich Latimer zu. «Nein, das wirst du nicht!» rief Kelly und trat zwischen mich und die Treppe, während seine Rechte sich in eine Klaue verwandelte, die bereit war, mich zu erwürgen. «Du verdammter kleiner Duckmäuser! Ich werde dir das Maul stopfen.» «Lass ihn gehen!» befahl Leach. «Nein, und wenn es das Leben gälte», lautete die zornige Erwiderung. Leach blieb unverändert auf dem' Rande seiner Koje sitzen. «Lass ihn gehen, sage ich!» wiederholte er; aber diesmal war seine Stimme kernig und metallisch. Der Ire schwankte. Ich machte Miene, vorbeizuschreiten, und er trat beiseite. Als ich INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Kp. Grössere Inserate nach Spezialtarit. hneratensehlass 4 Tnne vor Erscheinen der Nummern Wir berichten heute Ober: Um den Benzinzoll-Viertel. Hans Stuck erzählt von seinen Weltrekordfahrten. Schweiz. Modellflugzeugmotor. Techn. Bilanz d. Genfer Salons. Uebergang z. Sommerbetrieb. Alpenstrassentunnel. Bilder: Seite 6. mehrfacher Beziehung irrig, sich im Glauben zu wiegen, wir vermöchten das Ausland durch verblüffend billige Reisemöglichkeiten kirre zu machen, ganz zu schweigen davon, dass man es. als ungerechtfertigte Zurücksetzung empfindet, w"enn der Schweizer auch für den Passepartout einen höheren Preis bezahlen «darf» wie der Ausländer, genau wie beim Brennstoff. Nörgelei und Miesmachertum liegt uns fern; Wenn wir das neue Projekt Herrn Duttweilers unter die Lupe genommen, dann leitete uns dabei alles andere als der' fromme Wunsch, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Gerade- weil wir uns der Schwere der Situation unseres Fremdenverkehrs und des Gastgewerbes bewusst sind, erachten wir es als unsere Pflicht, jeden Vorschlag« der darauf ausgeht, diesem Zweig unserer Wirtschaft neuen Auftrieb zu verleihen, vorurteilslos zu prüfen. Die Wege, welche Herr Duttweiler mit seinem schweizerischen Passepartout weisen möchte, in allen Ehren, aber wir zweifeln daran, ob sie imstande sein werden, in den Belangen des Autotourismus einer entscheidenden Wendung zum Bessern zu rufen. Sicherer erreichen wir dieses Ziel durch beschleunigten Ausbau unserer Alpenstrassen, an deren bisherigem Zustand die Kritik des Auslandes eingehakt hat. Damit nämlich schaffen wir attraktive Werte, damit bringen wir aber auch jene Einwendungen zu Fall, die mit vollem Recht gegen uns erhoben wurden und auf deren Konto in erster Linie der Rückgang der internationalen Autotouristik zu buchen ist. I. die Treppe erreicht hatte, wandte ich mich gegen diesen Kreis brutaler und bösartiger Gesichter, die mich im Halbdunkel anstarrten. Ein plötzliches tiefes Mitgefühl wallte in mir auf. Ich erinnerte mich der Anschauung des Cockney: Wie musste Gott sie hassen, dass sie so gepeinigt wurden! «Ich habe nichts gesehen oder gehört, glaubt mir!» sagte ich ruhig. «Ich sage euch, es ist in Ordnung», hörte ich Leachs Stimme, als ich die Treppe hinaufstieg. «Er liebt den Alten nicht mehr als ihr und ich.» Ich fand Wolf Larsen in der Kajüte,"entkleidet und blutig. Er wartete auf mich und begrüsste mich mit seinem seltsamen Lächeln. «Kommen Sie und machen Sie sich an die Arbeit, Doktor. Sie scheinen die besten Aussichten für eine ausgedehnte Praxis auf dieser Reise zu haben. Ich weiss nicht, was ohne Sie. aus der ,Ghost' geworden wäre, und wenn ich sogenannter edler Gefühle fähig wäre, würde ich Ihnen versichern, dass Ihr Kapitän Ihnen ausserordentlich dankbar sei.» Ich kannte den einfachen Arzneikasten der ,Ghost', und während ich Wasser auf dem Kajütofen wärmte und alles für die Behandlung der Wunden Nötige bereitmachte, ging er lachend und plaudernd auf und ab und betrachtete prüfend seine Verletzungen. Ich hatte ihn noch nie entblösst gesehen, und der Anblick seines Körpers benahm mir fast den Atem. Es war nie meine Schwäche gewesen,