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E_1936_Zeitung_Nr.032

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16 Automobil-Revue —

16 Automobil-Revue — N° 32 ^neLcdoti^n Trauermoden Wo ist die trauernde Witwe mit ihrem wehenden Schleier, mit dem weissberandeten Kapottehütchen, den breiten Kreppblenden am Kleid denn hingekommen? Unversehens ist sie aus dem Strassenbild verschwunden. Ja, selbst in der französischen Metropole, wo man auf jegliches Trauerzeremoniell bislang grossen Wert legte, begegnet man ihr nur noch äusserst selten. Wer nimmt in unserer raschlebigen Zeit noch regen Anteil am Schicksal der Mitmenschen, so wie es früher einmal geschah? Jeder verschliesst darum seine Trauer vor der Umwelt sorgsam hinter einer Maske des Alltags, die selbst Kleidervorschriften nicht mehr gelten lässt. Ungewollt nähern wir uns hierin wiederum mehr den Gebräuchen der Antike. Die Menschen der damaligen Zeit begnügten sich damit, ihr Haar zum Zeichen der Trauer zu raufen und zu zerzausen (sicher taten sie dies jedoch nur einmal und nicht tage-, wochen- oder gar monatelang) und ihre Gewänder in Stücke zu zerreissen. Auch verzichteten sie eine Weile auf den Schmuck von Reifen und Spangen. Erst im Mittelalter kam die Sitte auf, während längerer Dauer in Trauerkleidern zu erscheinen. Schwarz wurde damals zur Trauerfarbe erkoren. Die dreieckige Spitze der noch jetzt zuweilen getragenen Trauerkopfbedeckung einer Witwe hat eine interessante, bis ins Mittelalter zurückreichende Geschichte. Eine hohe, klare Stirn galt damals als Schönheitsideal. Wer sie nicht besass, verschaffte sie sich durch Auszupfen der seitlichen Stirnhaare. Aus der italienischen Kopftracht wurde das kleine dreieckige Stirnschleierchen übernommen, das die Höhe dieser Gesichtspartie ins schönste Licht rückte. Eine schwarze Trauerhaube mit dieser sogenannten Febbe oder Schnebbe trug schon Maria Stuart. Katharina von Medici Hess sich nach dem Tode ihres Gemahls eine schwarze Samtkappe in Febbenform anfertigen. Mit der Zeit wurden die Stirndreiecke immer länger und bedeckten schliesslich das ganze Gesicht. Als Anna von Oesterreich um ihren Gatten Ludwig XIII. trauerte, zeigte sie sich nur noch mit dem Schnebbenkäppchen, umweht von einem richtigen Trauerschleier. Eine allgemeine Welle schwarzer Kleidung setzte gegen Ende des 16. Jahrhunderts ein. Viele Frauen trugen überhaupt keine Farben mehr. Wie sollte sich da eine trauernde Witwe kenntlich machen? Häufig wählten Frauen deshalb weisse Trauerkteider. Um dem üppigen Zeremoniell in der Kleidung enthoben zu sein, zogen sich die trauernden Damen des den Kleiderprunk liebenden Rokoko zuweilen für einige Zeit hinter Klostermauern zurück; angetan mit einer schwarzen Taftmantille, schenkten sie sich später dann der Welt wieder. Der Trauerkodex mit seinen Förmlichkeiten und — sagen wir es rund heraus — mit seinen Schikanen und tausend Aeusserlichkeiten trieb die tollsten Blüten zu Ende des 18. Jahrhunderts. Bereits erschienen regelmässig Modegazetten und ihre Herausgeber stürzten sich auf die Trauermode, um sie in allen möglichen und unmöglichen Details auszuschlachten. So recht herzhaft zu «trauern» konnten sich nur die reich Begüterten leisten, weil alles notwendige Drum und Dran ein kleines Vermögen verschlang. Selbstverständlich war die Kleidung von Kopf bis Fuss auf Trauer eingestellt. Soweit Dienerschaft vorhanden war, wurde auch sie in Schwarz gehüllt. Doch nicht genug! Auch die Bettlacken durften ebenfalls wenig mehr weiss sein wie die Taschentücher, in die man sich weinend schneuzte. Selbst die Ausstattung der Wohnräume kriegte etwas von der Familientrauer zu verspüren. Hellfarbene Ueberwürfe wurden gegen schwarze umgetauscht; Pendulen mit Amoretten und fröhliche Bilder wurden verhängt. Wer eine Kalesche samt Pferden sein eigen nannte, liess den Wagen schwarz lackieren und die Fenster und Pferderücken schwarz verhängen. Kurzum, es war Die Amsterdamer Pferde werden bald nicht mehr mit den Hufen klappern. Die Holländer versetzen einem schönen romantischen Geräusch den Todesstoss, denn eie haben, wenigstens in Amsterdam, einigen Pferden Gummischuhe angezogen; die Pferde sollen nicht mehr auf dem glatten Asphalt ausgleiten. Eine Amsterdamer Polizeibrigade hat diese rauhen Pferdeschuhe für gut befunden. (8-Uhr-Abendblatt.) in qll der Düsterkeit dieses «grand deuil». kaum mehr zu schnaufen und zu leben. Viele entschlossen sich deshalb zur Mitteltrauer, mit etwas weniger Schwarz und hier und dort einem Streifchen Heiterkeit. Die Stufenleiter der Trauer war auch da aufs genaueste etikettiert. Zuerst wurde stumffarbene Wolle gewählt, die mit breiten Crepeborten noch besonders «traurig» aufgeputzt war. Später wurde schwarze Seide gestattet, und wenn das ewige Trauerzeug schon anfing, einem tüchtig auf die Nerven zu fallen, erlaubte die Sitte endlich eine Mischung von Schwarz und Weiss. Eine der Satire verschiedentlich Stoff liefernde Gestalt war zu Beginn unseres Jahrhunderts die trauernde Witwe. Nicht ganz ohne Grund. Allzu gerne benützte sie ihre kokette schwarze Uniform mit dem sehnsüchtig flatternden Schleier dazu, die Männerwelt nach allen Regeln der weiblichen Strategie zu betören. Der Weltkrieg mit seinem grossen Sterben, seiner Not hat das übertriebene Trauerzeremoniell plötzlich hinweggefegt. In jener schlimmen Zeit zog sich die echte Trauer völlig in die Herzen zurück und bedurfte nicht des mindesten Gepränges. Wie viele härten damals in Krepp und in Schleiern herumgehen müssen! Ansichten und Verhältnisse haben sich bis heute nicht wesentlich geändert. Noch immer stellen Verluste der nächsten Angehörigen manches Frauenleben auf eine völlig.andere Grundlage. Der Trauerkleidung, dieser so unzweckmässigen Arbeitsuniform, ist sie nicht förderlich. Wird der Prunk und Zwang der Trauerkonvention jemals wieder aufkommen? Wohl kaum, und es gibt heute schon viele Menschen, die völlig auf schwarze Kleidung, schwarz gerändertes Papier verzichten. Andere wiederum tragen sich eine kurze Zeit schwarz, was wohl als kleines Zugeständnis an die Ehrlichkeit zu bewerten ist. Manchen Menschen ist es geradezu ein Bedürfnis, Trauer auch äusserlich zu dokumentieren. Ebenso rasch aber distanzieren sie sich dann oftmals von einem solchen Erlebnis und wünschen sich ohne spezielle Trauerattribute in der Gesellschaft zu be- : wegen. Dieser Wunsch ist natürlich. Festkleider, Hochzeitstoiletten, an denen fröhliche Gedanken hängen, tragen wir einen Tag, vielleicht wenige Stunden nur. Die eisernen Gesetze der Trauerkleidung indessen sollten uns auf Wochen und Monate hinaus kummervolle Gedanken einflössen dürfen? ho. VoxwÜzige tcke SäuqÜnqe. sind begehet. In den Vereinigten Staaten ist die Nachfrage nach Neugeborenen, die an Kindes Statt angenommen werden, weit grösser als das Angebot. Während der letzten drei Jahre haben etwa 25,000 Ehepaare bei Kindervermittlungs-Büros Gesuche eingereicht, während weniger als 8000 Kinder zur Adoption zur Verfügung waren. Nebenbei bemerkt, fast siebzig Prozent der Gesuche fragen nach Mädchen. QeschwuuUqkeUeti. Eine Schnecke legt in der Sekunde 2 Millimeter zurück, eine Fliege in derselben Zeit 1 Meter, eine Brieftaube 39 Meter. Ein Windhund gebraucht ebenso wie ein Rennpferd für die Sekunde 25 Meter. Dieselbe Geschwindigkeit hat auch der Falke, aber die Schwalbe fliegt beinahe doppelt so schnell wie die Brieftaube. Der Mensch legt zu Fuss etwa 1 Meter in der Sekunde zurück, auf dem Fahrrad aber 12 Meter; als gewandter Schlittschuhläufer bringt er es auf 10 Meter. Für den Weg um die Erde, entlang dem Aequator, brauchte ein Mensch, wenn kein Wasser im Wege wäre und er keine hohen Gebirge zu überschreiten hätte, bei einer Marschzeit von täglich 8 Stunden 47 Monate oder fast 4 Jahre. Ein ununterbrochen fahrender Schnellzug würde die 'Umrundung des Erdballes schon in 21 Tagen schaffen. Die Schnecke gebraucht jedoch — 642 Jahre und 45 Tage und müsste sich bei dem mühsamen Geschäft durch viele Generationen nacheinander ablösen lassen. lütgwüsche Jüicfie Die Wiener Küche ist vom ungarischen Nachbarland seit Jahrzehnten weitgehend beeinflusst. Es gibt in Wien, ja in ganz Oesterreich, kaum ein Gasthaus, auf dessen Speisekarte «Gulasch> nicht ständig vermerkt wäre. Man lernte auch einige Reichtümer der ungarischen Landwirtschaft besonders schätzen: Melonen und andere üppig gediehene Früchte, die in ungarischer Erde fabelhaft wachsen und auch ,die Turkestaner Melone, die Marillen, die Weingartenpfirsiche. Man liebt Mais, Gurken und den grünen Paprika, der bei uns längst nicht mehr nur als Gewürzspender, sondern als prachtvolles Gemüse, als Salat verzehrt wird. Es gibt in Ungarn ausgezeichnete Fleischgerichte, nach Rezepten hergestellt, die sich seit Jahrhunderten von Generation zu Generation vererben, die aus der Puszta, aus der Steppe stammen, die dem Schlossherrn im weiten Grossgrundbesitz ebenso gut munden wie dem Rosshirten, dem Csikos, dem Csatlos, der sie auf offenem Feuer seines Lagers zubereitet. Wir nennen alle diese scharfen Fleischragouts «Gulyäs», Gulasch verdeutscht, sogar dann, wenn sie mit Majoran und dicker Mehlsauce säuerlich und nicht scharf zubereitet sind und mit einem ungarischen Gericht gar nichts mehr gemeinsam haben. Die ungarische Hausfrau unterscheidet genau zwischen Gulyäs und Pörkölt. Das Gulasch muss einen sehr klaren Saft haben, es ist rötlich vom Paprika und Paradeiszusatz und Wird oft als Eintopfgericht gemacht, in Suppentellern serviert, mit Suppenlöffel und Besteck. Man issf. zuerst die Suppe weg, und dann verspeist man das Fleisch. Pörkölt hat eine dicklichere Sauce. Teigstreifen werden ins Pörkölt hineingezupft, in kleinen Stücken, wie Tarhonya, die ungarische Teigware, diese Küglein, die man als Beigabe zum Fleisch und auch als selbständiges Gericht liebt (wie der Südländer seine Makkaroni isst). Pörkölt ist also eher ein Ragout, Gulasch hat einen fast klaren, nur durch verröstete Zwiebel, durch Paprika, mitgekochte grüne Paprika und Paradeis etwas beschwerten Saft. Elektrisches Gemüse. Grosse elektrische Kraftwerke verwenden die ihnen zur Verfügung stehende, nicht mehr absetzbare Energie vielfach zum Heizen von Gewächshäusern. Für das in diesen Treibhäusern gewonnene Gemüse hat sich die Bezeichnung « Elektrisches Gemüse » eingebürgert. So reicht die Abwärme des Grosskraftwerks Klingenberg zum Beheizen von Gewächshäusern aus, die eine Bodenfläche von 10,000 Quadratmetern bedecken. Vielleicht umsstea Sie noch nicht... dass seit mehr als 30 Jahren ein Schweizer den «Postkarten-Weltrekord » innehat? Im Jahr 1905 hat ein Herr Josef Janner in Zürich auf einer gewöhnlichen Postkarte in 170 Zeilen 6363 Worte untergebracht, eine Leistung, die seitdem nie überboten wurde. An zweiter Stelle steht seit dem Jahr 1930 ein Franzose mit 5151 Worten. dass auch der Pfirsich ans Persien stammt, von wo ihn die Römer mit nach Europa brachten (Pfirsich — malus Fersicus, persischer Apfel)? Dagegen wurde die Apfelsine erst um 1500 von den Portugiesen unter dem Namen «Chinesischer Apfel » nach Europa verpflanzt. Der Name « Apfelsine », d. h. Apfel aus Sina (% China) kam erst im 18. Jahrhundert auf. dass die Chinesen schon im Jahre 255 vor Chr. eine Art Druckerkunst besassen. Sie benützten dazu stempelähnliche Nephritsteine, die sie in weichen Ton abdrückten. Im Jahr 105 nach Chr. stellten sie das erste Papier her, 100 Jahre später taten sie dies bereits fabrikmässig, im 10. Jahrhundert verwendeten sie es schon als Papiergeld! Es soll wahesew. ... dass das Grab des französischen Wissenschaftlers Parmentier, der die Kartoffel in Frankreich einführte, mit Kartoffelstauden bepflanzt ist. ... dass es in der Welt 5 Millionen Blinde gibt; ... dass das menschliche Gehirn, nach den letzten anthropologischen Feststellungen, seit den Tagen des Neanderthaler, nicht um ein einziges Gramm zugenommen hat — dass die europäischen Gehirne im Gegenteil in den letzten 10 000 Jahren an Grosse verloren haben. Anekdoten um Oscar Wilde. Der englische Schriftsteller Oscar Wilde erlebt jetzt eine Auferstehung. Man spielt seine Stücke, man liest seine Bücher, und der Tonfilm hat ihn auch entdeckt. «Lady Windermeres Fächer», Oscar Wildes bekannte Komödie, mit der er seinen ersten Bühnensieg errang, ist als Film zu sehen. Als er nach Verbüssung seiner Strafe in London eintraf, erwartete ihn am Bahnhof nur Frank Harris. « Sei mir gegrüsst, Oscar », rief Harris und streckte ihm beide Hände entgegen. Wilde sah sich enttäuscht um. Wahrscheinlich suchte er seine begeisterten Leser. « Du musst schon entschuldigen », meinte Harris, « aber ich konnte niemand weiter auftreiben.» Darauf Wilde: « Wenn England seine Sträflinge nicht besser behandelt, ist es nicht wert, welche zu haben.» * * In Paris besuchte ihn eine begabte, doch äusserst unansehnliche Schriftstellerin. Wilde prallte vor soviel Hässlichkeit zurück. Worauf die Dame ungeniert erklärte: «Nicht wahr, ich bin die häuslichste Frau von Paris!» Er verneigte sich und erwiderte: «Von ganz Frankreich, gnädige Frau!» Er war Gast eines Schweizer Kunstfreundes am Vierwaldstätter See und wurde sehr verwöhnt. Es gab das herrlichste Essen, noch herrlichere Weine und ein Panorama ohnegleichen. Als aber Wilde nach vierzehn Tagen keine Anstalten zur Abreise machte, verwandelte sich der Wein in helles Bier. Oscar fand das schäbig, liess es aber den Gastgeber nicht merken und trank auch das Bier mit vollen Zügen. Bald wurde dem ein Riegel vorgeschoben. Als er eines Abends um eine dritte Flasche bat, lehnte der Gastgeber mit Bedauern ab. «Lieber Mister Wilde », sagte er, «Sie verkennen anscheinend, dass ich nur über begrenzte Mittel verfüge. » Am nächsten Tage reiste Oscar ab und sagte beim Abschied: « Schade, dass ich Sie verlassen muss. Aber Armut erträgt man am besten allein. » * * Gespräch zweier Freundinnen: «Ich werde fas täglich aufgefordert, zu heiraten. » «Von wem?» « Von Papa und Mama. » * * «Mit meinen beiden Frauen hatte ich furchtbares Pech!» «Weshalb?» «Die erste lief mir davon — die zweite aber nicht. » «Wohin gehen Sie? fragte der Dichter Sonka den Schriftsteller Olbracht auf dem Wenzelsplatz. « Einen Freund besuchen.» «Da gehe ich mit» erklärte Sonka frohbewegt. «Ich habe noch nie einen gesehen.» 10er Packung Fr. 4.50 — »er Packung Fr. 2.—. Qratis-Prospekt diskret durch ERO VAQ A. Q., Zürich 25, Bachtobeistrasse 59. Lesen Sie die aufklärende Broschüre von Dr. R. Engler. 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N°32 — Automobil-Revue 17 Bus !Bee(steak und dec tuet Aesieqt den 9tunqezsUxik? Vor kurzem ist in einem Gefängnis in Philadelphia (Vereinigte Staaten) auf originelle Weise ein Hungerstreik beigelegt worden, an dem 140 Sträflinge teilnahmen. Zehn Tage dauerte die passive Revolte schon, die dem Direktor, den Aerzten und den Wärtern grosses Kopfzerbrechen bereitete. Leopold Strathern, der wegen Einbruchsdiebstahls eine längere Strafe zu verbüssen hatte, war der Anführer des Streiks. Seine Frau war schwer erkrankt, so dass man mit ihrem Ableben rechnen musste. Er bat in einem Gesuch, man möge ihn einen Tag beurlauben, damit er an das Sterbebett seiner Frau eilen könne. Diese Bitte wurde ihm abgeschlagen ; als er dann tatsächlich die Nachricht bekam, dass die Frau gestorben war und dass man ihm einen Tag Urlaub bewilligt habe, damit er an der Beerdigung teilnehmen könne, weigerte er sich, das Gefängnis zu verlassen, und schwor Rache. Von Zelle zu Zelle lief die Parole, und am nächsten Tag begann die Aktion. Nicht ein einziges der 140 Essgeschirre wurde angerührt. Anfänglich nahm die Gefängnisleitung die Sache nicht tragisch, aber als der Hungerstreik immer länger dauerte und die Sträflinge schon völlig ermattet auf ihren Pritschen lagen, wurde die Magenrevolte doch etwas unangenehm. Da erschien in höchster Not, als bereits eine ganze Anzahl von Sträflingen bedenklich daniederlag, Patrick Cagney, der Koch eines grossen Hotels von Philadelphia. Er bot dem Gefängnisdirektor eine Wette über 100 Dollar an, dass er den Hungerstreik der Sträflinge innerhalb eines Tages brechen werde. Der Direktor,, dem eine Beendigung dieser Revolte sehr am Herzen lag, ging auf die Wette ein, und schon am nächsten Morgen machte sich der Meisterkoch an die Durchführung seiner Aufgabe. In grossen Pfannen wurden 140 appetitliche Beefsteaks gebraten, die Patrick Cagney mit all seiner Kochkunst zubereitete, als gelte es, für das Hochzeitsmahl eines Millionärs zu rüsten. Ein lieblicher Duft durchzog sehr bald das graue Haus des Eastem-Gefängnisses, und die Streikenden, die kraftlos auf ihren Matratzen lagen, erhoben sich mit verwundertem Schnuppern und fragten, was hier los sei. Dann aber begannen erst die wahren Folterqualen für die Sträflinge. Gegen Mittag wurden die Klappen ihrer Türen geöffnet und eine Schüssel erschien vor ihren Augen, in der sich, von köstlich braunen Zwiebeln und goldgelben Kartoffeln umgeben, zwei Beefsteaks, meisterlich zubereitet und paradiesisch duftend, befanden. Die Hungrigen brauchten nur zuzugreifen, um sich in den Besitz dieses Essens zu setzen. Ein schwerer Kampf tobte zwischen den knurrenden Mägen der Gefangenen und dem Willen, ihre Protestaktion weiterzuführen. Sieger blieb der Kochkünstler. Nach zweistündigen Bei einem Konzert am Hofe des Zaren Nikolaus passierte Liszt das Missgeschick, dass sein schöner, glänzendweiss gestärkter Kragen ihm dauernd aus der Soutane heraussprang, was ihn sichtlich nervös machte. Darüber wieder amüsierte sich der Zar. Am Schlüsse des Konzertvortrages ging der Zar auf Liszt zu, bat um Entschuldigung wegen seines Lachens und fuhr fort: «Wissen Sie, Meister, ich habe nämlich immer an Ihren grossen Dichter Schiller denken müssen! » Liszt machte ein fragendes Gesicht: «An Schiller, Majestät ? » Der Zar darauf: « Gewiss, an den Kampf mit dem Drachen habe ich gedaeht, da steht doch schon — vorausahnend sozusagen —: «Und List muss mit der Stärke streiten! > » Tantalusqualen riss der Rädelsführer Strathern als erster die Schüssel mit den Beefsteaks an sich und begann, sich daran gütlich zu tun. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde von diesem «Streik* bruch» im ganzen Haus. Und fünf Minuten später sah man 140 ausgehungerte Sträflinge eifrig Beefsteaks mit Zwiebeln und Kartoffeln essen. Der gefährliche Hungerstreik war beendet. Der Direktor rieb sich die Hände und Meister Cagney strich mit triumphierendem Lächeln seine 100 Dollars ein. zb. Ein tstl mm 5-adc joetuetdU. Die Gilde der Schildbürger stirbt nicht aus — auch im Orient nicht. Und in einem kleinen Städtchen Syriens hat sie jüngst einen Streich vollführt, der verdient, aufgezeichnet zu werden. In diesem Städtchen lebte unter vielen anderen' Eseln ein Esel, der sich durch besondere Halsstarrigkeit und — Schlagfertigkeit auszeichnete. Diesem Esel näherte sich friedlich und harmlos einer der Bürger — und er wurde von dem gefährlichen Grautier mit einem Tritt in den Unterleib empfangen. Der Zufall wollte es, dass dieser Tritt gefährlich wurde und der Mann wenige Tage darauf starb. Der Esel aber, dessen Gewissen mit diesem Tod belastet, wurde vor Gericht zitiert. Man hielt ihn in Untersuchungshaft, man vernahm ihn und die Zeugen der Tat. Der Esel wusste nichts auszusagen, jedenfalls verstand man ihn nicht. Um so mehr aber die anderen gehörten Zeugen. Es wurden dicke Protokolle angefertigt und schliesslich — am Ende des hochnotpeinlichen Verfahrens, fand eine Gerichtssitzung statt, in der der Dorfpolizist den Esel seinen Richtern zuführte. Die Protokolle wurden verlesen, ein Verteidiger des Esels versprach Besserung, aber der Staatsanwalt forderte die Todesstrafe für ihn. Und dieser Forderung .gaben die Richter — drei an der Zahl, nach. Der störrige und schlagfertige Esel wurde zum Tode verurteilt. Es kam der Tag der Exekution. Alles Volk war auf dem Marktplatz versammelt. Der Todeskandidat wurde herbeigezogen — er zeigte sich an diesem Tage wohlbegründet besonders störrig. Er wurde aufs Schafott gezerrt, der Henker kam mit dem Richtschwert. Dem Esel wurden die Augen verbunden, und dann trennte ein harter, wohlgezielter Schwertschlag des Esels Kopf vom Rumpf. Das feierlich verhängte Urteil war vollzogen. Aber nicht genug damit: Der Kopf wurde auf einer Stange zehn Tage lang auf dem Marktplatz des Städtchens aufgestellt — zur Warnung für alle vorbeitrottenden Esel, wie da» hohe Urteil meinte. Diese Geschichte ist kein Märchen, nicht gut erfunden, sondern wahr und geschehen in Syrien im Februar des Jahres 1936. (Hamburger Fremdenblatt.) Det lüitz um JUaviec einer schwerreichen Landsmännin zum Kaffee gebeten. Nach dem Kaffee wurde die Gastgeberin sehr ungeduldig und aufgeregt, wofür der Meister keine Erklärung fand. Auf seine schüchterne Frage nach dem Gründe der Nervosität, sprudelte sie schliesslich heraus : « Ja, ja, aber wo haben Sie denn Ihre Geige ?» Wilhelmj verbeugte sich tief und antwortete : « Gnädige Frau, meine Geige lässt sich entschuldigen, sie trinkt keinen Kaffee.» Di« Zeichnung zeigt vier Dreiländerecken (Kantonsecken) der Schweiz. Um welche 12 Kantone bzw. HaLbkantone handelt es sich? ; Liest man die Anfangebuchstaben der Kantone und Halbkantone in der durch die Ziffern angegebenen Reihenfolge, so entstehen vier dreibuchstabige Wörter. A: Mundart für «besser»; B: Totes Tier; C und D: dasselbe, im einen Fall französisch, im andern deutsch. Das Bätsei in Nr. 20 Rätsel-Unglück bei Langenthai. Der Onkel wagt es kaum zu schreiben, nämlich dass Ihr fast alle bei Langenthai «verunglückt» seid, — Ist denn die Gegend so gefährlich? Unser Geographisches Ratsei « Kreuz und quer durchs Mittelland » in Nummer 29 hat nur 4 richtige Löser gefunden, das sind etwa S Prozent aller Einsender. Euer «Langenthai» heisst in Tat und Wahrheit Iiotewil. Einige haben Lotzwfl richtig herausgefunden, sind aber dafür anderswo gestrauchelt, haben Qensingen statt Oberbipp und Ohringen statt Oberwinterthur geschrieben, Immensee statt Inwil, Gals statt Garopelen und Opfikon, wie gar Oerlikon, statt Oberglatt. Ein Neffe hat sich selber ziemlich im Kreis herumgeführt und den Namen einer Veranstaltung erhalten, die — wenn der Setzer nachkommt — heissen würde: Bobsalarleblsbiepf Das ist also nicht die richtige Lösung, sondern sie lautet: «Automobilsalon Genf». Ich vermute, dass Ihr das Rätsel von der lätzen Seite her angepackt habt — ein Neffe gibt du sogar aus freien Stücken zu: Ihr habt zuerst die Buchstaben gezählt und vermutet, «s könnte «Automobilsalon Genf» heissen, worauf Ihr die einzelnen Ortschaften nicht mehr Ratsei* EEdte 6 GienzenKRätsel genau auf ihre Lage geprüft habt, wenn der Anfang > buchstabe gerade in die Reihe hineinpasste. Auflösung: ( Altstätten. Schüpfheim. . Uroasch. Affoltern i. E. Turbenthal. Lotzwil. Oberwinterthur. Oberbipp. Marthalen. Nidau. Oberglatt. Gampelen. Baden. Estavayer. Innwil. , . Noreaz. Luzern. Freiburg. Preisträger: H. Doerki, Seematte Hünibach; H. Meier, Zürich; E. Wicky, Ruswil; H. Schmid, Frauenfeld. Natürlich muss jeder selber wissen, wie er am besten hinter das Rätsel geht — aber Ihr dürft Euch nicht allzurasch zufrieden geben, wenn die Sache auch scheinbar stimmt. Die Hauptsache ist: Ihr habt ein kleines Vergnügen und ein wenig Kurzweil dabei. Es scheint wirklich auch so zu sein, denn ein Landwirt aus dem Bernbiet schreibt uns: « Kann Ihnen verraten, wie die Auflösungen zugehen: Da sitzen wir alle beisammen, hauptsächlich die Knechte, und alle haben Karten und studieren; muss sagen, die Dienstboten haben es schon manchmal besser getroffen als ich.» So ist's recht! Wenn Herr und Knecht einander sogar noch beim Rätsellösen beistehen, so steht es gut mit dem Gewerbe. Der Onkel hofft, er werde das Vergnügen haben, bald wieder eine grosse Schar von richtigen Lösern vorführen zu können. Zum Beispiel das neue Rätsel dürfte nicht schwierig sein — es geht ja in diesem Fall nicht um abseits liegende Dörfer, sondern um Adern auf dem Kartenbild, die dem Auge von der Schule her vertraut sein dürften. Darum auf zu unserer fröhlichen Grenzbereinigung! Tennin: 24. April. «Sie lieben doch wohl eicner auch gute Muiik?»