Aufrufe
vor 4 Monaten

E_1936_Zeitung_Nr.033

E_1936_Zeitung_Nr.033

BERN, Dienstag, 21. April 1936 Gelbe Liste Nummer 20 Rp. 32. Jahrgang - N» 33 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUXG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Aasgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. iO.- Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Streiflichter... Zwischen Bundes- und Kantonalschraube Immer wieder werden von Bahnseite den Motorfahrzeughaltern die enormen Aufwendungen der Kantone für das Strassenwesen vorgehalten und dabei die gewaltigen finanziellen Leistungen der motorischen Traktion, von denen nur ein geringer Teil zur Amortisation der Strassenkosten Verwendung findet, hübsch verschwiegen. Besonders der Bund zieht in hohem Masse fiskalischen Nutzen aus dem Motorfahrzeugverkehr, ohne dafür eine befriedigende Gegenleistung zu bieten, weil ja praktisch die ganze Strassenlast auf den Kantonen ruht und der für das Strassenwesen zur Verfügung stehende Benzinzonanteil absolut ungenügend ist. Der Motorverkehr ist in die Zange einer Doppelbesteuerung geraten und aus ihm wird, wie nachstehende tabellarische Zusammenstellung zeigt, unter verschiedenen Titeln weit mehr herausgeholt als ihm unter der Annahme, er müsse ca. 70—75 % der Strassenkosten decken, billigerweise zugemutet werden kann. i I 5 8 ii SS "I S ; Ss SS s In Millionen Franken II I! 1S20 — 2 0,1 — — 0,1 1921 — 4,1 0,8 — — 0,8 1622 — 5,5 4,6 — — 4,6 1923 13,0 7,5 5,5 — — 5,5 15)24 — 9,0 10,6 — — 10,6 1925 49,0 11,0 15,6 8 4,1 11,5 zum Ausland, wo sie restlos als Deckung für den Strassenbau herangezogen wird, den 1926 49,4 13,7 17,9 12,6 4,4 13,5Charakter einer reinen Umsatzsteuer, wel- die Benützung unbestritten notwendiger 1Q27 48,9 17,1 20,7 13,5 5,4 15,3che 1928 52,7 20,0 26,0 20,4 6,7 19,2Maschinen verteuert und sich auf die Dauer 1929 65,5 23,5 30,7 22,7 7,9 22,7als reine Finanzquelle wohl nicht aufrecht 1930 75,5 25,8 35,0 21,0 8,9 25,9erhalten lässt Der Gedanke, die zum Be- der Eisenbahnen und Dampfschiffe aus 1931 89,9 29,3 39,9 22,1 10,2 29,7trieb 1932 93,4 30,6 44,8 19,4 11,4 33,4dem Ausland importierte Kohle müsste mit 1933 94,5 31,0 42,6 19,5 10,9 31,7330 % ihres Einfuhrwertes verzollt werden, 1934 — 30,8 47,9 — 12,2 35,7lediglich zum Zwecke, die Bundeskassen zu 1935 _ _ 55,5 _ 12 43,5 füllen, würde wohl als absurd erscheinen — Obschon die Einfuhrzölle auf Fahrzeuge und doch äst gerade eine analoge Überlegung und Zubehörteile reinen Fiskal Charakter haben, da sich eine schweizerische Personen- der Hunger des unersättlichen Fiskus keines- im Benzinzoll verkörpert. Damit ist indessen wagenproduktion nicht zu behaupten vermochte und obschon sie auch die nationale Zweige der öffentlichen Verwaltung auf wegs gestillt, es sollen auch noch einzelne Motorlastwagenindustrie kaum nennenswert Kosten des Motorverkehrs saniert werden. zu schützen imstande sind, wollen wir diese So wollte das inzwischen zurückgezogene indirekte Steuer von unserer Betrachtung Postulat Dr. Klöti den Bundesbahnen alljährlich eine Million Benzinzollgelder zur Besei- vorläufig ausschliessen und die Aufmerksamkeit den mit dem Betrieb- zusammenhängentigung von Niveauübergängen zuhalten und den Belastungen (Huibraumsteuer und Benzinzoll) zuwenden; Während die Pauschaltaxen von den Kantonen restlos zweckgebunden dem Strassenbudget als wichtigste Aktivposten zugeführt werden und im schweizerischen Mittel die Auslagen zu ungefähr einem Drittel decken, fliessen 75 %, und seit dem 25. Juni 1935 sogar 82 %, der weit ergiebigeren Triebstoffbelastung in die eidgenössische Staatskasse. Allein aus dem Benzinzoll nahm der Bund netto, also nach Abzug der kantonalen Betreffnisse, im Zeitraum 1920—1935 über 300 Millionen Franken ein, die den Kantonen und ihrem Strassenwesen entzogen wurden. Seit einiger Zeit steht denn auch der Benzinzoll an erster Stelle unter den Einnahmeposten des Bundeshaushaltes und es dürfte dem Finanzminister schwer fallen, eine andere Kategorie von steuerzahlenden Bürgern zu zitieren, welche ein grösseres Opfer auf dem Altar des Vaterlandes niedergelegt haben als die Automobilisten. Benzinzoll — nichts anderes als Umsatz- ' Steuer., Einführung, Verdoppelung und Jüngste Erhöhung des Benzinzolles waren aüsschliesslich fiskalische Massriahmen, denn die Ausscheidung eines recht bescheidenen Beitrages an die Kantone erfolgte erst später auf Drängen des Parlamentes. Somit hat die Triebstoffbelastung bei uns im Unterschied F E U I L L E T O N Der Seewolf. Von Jack London. 24. Fortsetzung. Dann rasten wir über die wilde stürmische See, während ich wie eine Fliege in den Salihgen hing und nach den andern Booten ausspähte. Nach einer halben Stunde sichtete ich das zweite. Es trieb kieloben, und Jock Horner, der dicke Louis und Johnson klammerten sich verzweifelt daran fest. Diesmal blieb ich in der Takelung, und es gelang Wolf Larsen, beizudrehen, ohne den Halt zu verlieren. Wie zuvor trieben wir hin. Taljen würden festgemacht und Taue den Männern zugeworfen, die wie Affen an Bord kletterten. Das Boot selbst wurde, als es an Bord gezogen wurde, an der Schiffswand zerschmettert, aber das Wrack befestigten wir sicher, denn es konnte ausgebessert und wieder seeklar gemacht werden. Wieder drehte sich die ,Ghost' in den Wind, und diesmal tauchte sie so tief ins Meer, dass ich einige Sekunden dachte, sie würde nie wieder zum Vorschein kommen. e . Erseheint jeden DiensUifi and Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe .Ulte" REDAKTION n. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III 414 - Telegramm-Adresse: AutoreTue, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 eine inhaltlich ähnliche Idee, #ie darauf ausging, in schlecht getarnter Form der S.B.B. eine Benzinzollhilfe angedeihen zu lassen, ist noch im Herbst 1934 von Bundesrat Schulthess vertreten worden. Neuerdings wird versucht, das Defizit der Alkoholverwaltung durch einen Spritbeimischungszwang auf Rechnung des Motorverkehrs abzutragen, rechnet doch die Verwaltung in ihrem Geschäftsbericht 1935 aus, dass der Beimischungszwang, der den Säulenpreis um weitere 3—4 Rappen in die Höhe treiben würde, edas Jahresergebnis der Alkoholver- .waltung mit einem Schlag um 9 Millionen Fr. verbessern könnte». So wächst die Begehrlichkeit, in den «Benzintanks nach Goldfischen » zu angeln, bis man vielleicht einmal ... Schlamm herauszieht Eine Warnung von höchster Stelle aus. Die heutigen Zustände rufen uns den Passus einer Rede in Erinnerung, die Bundesrat Dr. Häberfin am Parteitag der freisinnigdemokratischen Partei des Kantons Bern am 31. Januar 1926 über das erste, in der Volksabstimmung vom 15. Mai 1927 dann verworfene Automobilgesetz gehalten hatte. Der damalige Vorsteher des eidg. Justiz- und. Po'lizeidepartements scheint die Entwicklung richtig vorausgesehen zu haben, mahnte und prophezeite er doch : « Ich wollte eine Bestimmung aufnehmen, dass rtfer Bundesrat in dem Zeitpiitekt, -wo neue Abgaben auf den. Automobilverkehr eingeführt werden, befugt sein sollte, die fiskalischen Abgaben der Kantone auf Automobilen und Fahrrädern an eine gewisse Maximalgrenze zu binden. Der Automobilist sollte geschützt werden davor, dass er zwischen der Bundes- und Kantonalschraube erdrückt werde. Diese Bestimmung lavierte ziemlich lange zwischen den beiden Räten hin und her, wurde aber zuletzt von der eifersüchtig gewahrten Finanzsouveränität der Kantone verschlungen. Wir werden sie vielleicht Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach SpezialtariL Inseratenschluss 4 Tage vor Erscheinen der Nummern nahmequelle lässt darauf schliessen, dass sie als Subventionsbedingung, wo sie formell mit der ein Optimum erreicht hat. Die bemerkenswerte Tatsache findet eine Erklärung in der kantonalen Souveränität vereinbar erscheint, wieder aufleben lassen müssen. » . durch Abwanderung zum Kleinwagen in Er- tretenden Umschichtung des Be- Der Referent spielte hier auf Art. 67 derscheinung verworfenen Vorlage an, der gelautet hatte : «Der Bundesrat kann alsdann (nach Schaffung von Bundeseinnahmen aus dem Automobilverkehr) bestimmen, bis zu welcher Höhe die Kantone berechtigt sind, Taxen, Gebühren und Spezialsteuern auf Automobile und Fahrräder zu erheben.» Mit der Streichung dieses Absatzes in der Junisession 1925 ist die Lösung des Steuerproblems allerdings nur vertagt worden, denn die Frage nach der Einnahmenkoordinierung oder dem Lastenausgleich verlangt dringender als je eine befriedigende Antwort, was man offenbar auch in parlamentarischen Kreisen einzusehen beginnt, wie das Postulat Walter (Ölten) vermuten lässt. Gegenwärtig droht nun aber dem Motorverkehr die weit Selbst das Steuerrad, das ein ganz Teil ben. Aber diesmal verfehlte er das Boot um höher als das Mitteldeck angebracht war, vierzig Fuss, und es trieb vorbei. verschwand immer wieder unter den Wellen. In solchen Augenblicken hatte ich einscharfe Augen in der Sekunde, als es, kiel- «Boot vier», rief. Oofty - Oofty, dessen seltsames Gefühl, allein mit Gott zu sein, allein mit ihm und dem Chaos, das sein Zorn verursacht hatte. Dann tauchte das Rad wieder auf, und dahinter die breiten Schultern Wolf Larsens, seine Hände, die in die Spaken griffen und den Schoner in den Kurs zwangen,' den er wollte. Er selbst ein irdischer Gott, der den Sturm beherrschte, das herabstürzende Wasser von sich abschleuderte und sein Fahrzeug ritt, wohin er wollte! Ach, welch ein Wunder! Dass winzige Menschlein leben, atmen, schaffen und ein so gebrechliches Ding aus Holz und Leinwand durch diesen furchtbaren Kampf der Elemente führen konnten. Wie zuvor schwang sich die ,Ghost' aus dem Schlund herauf, hob ihr Deck über das Wasser und jagte vor dem heulenden Sturm dahin. Es war jetzt halb sechs, und eine halbe Stunde später, als das letzte Tageslicht einem unheimlichen, trüben Zwielicht wich, sah ich oben, aus dem Gischt auftauchte, die Nummer erspäht hatten. Es war Hendersons Boot, und zugleich mit ihm hatten wir Holyak und Williams, einen der Vollmatrosen, verloren. Ueber ihr Schicksal konnte kein Zweifel herrschen, aber das Boot'schwamm hier, und Wolf Larsen wollte noch einen verwegenen Versuch machen, es wiederzuerlangen. Ich war aufs Deck heruntergekommen und sah, wie Horner und Kerfoot vergebens gegen den Versuch protestierten. «Bei Gott! Ich lasse mir mein Boot nicht stehlen —' und wenn die ganze Hölle los wäre!» rief er laut, und obgleich wir alle vier die Köpfe zusammensteckten, um besser zu hören, klang seine Stimme nur schwach und wie aus ungeheurer Ferne. «Herr von Weyden!» rief er, und ich hörte seine Stimme wie ein schwaches Flüstern, «bleiben Sie mit Johnson und Oofty am Klüver. Die andern achtern an die Grossschoot! das dritte Boot. Es trieb kieloben, und von der Mannschaft war nichts zu sehen. Wolf Los, oder ich fahre geradeswegs mit euch in Larsen wiederholte sein Manöver, hielt ab, die andre Welt! Verstanden?» drehte dann nach Luv und Hess sich hintrei- Und da er dns Ruder hart umlegte und die INSERTIONS-PREIS: Wir berichten heute Ober: Schiene und Strasse. Tripolis in Sicht Motorfahrzeug-Aussenhandel im Januar. Geht's aufwärts mit dem int. Autotourismus? Transozeanluftverkehr. Schnellgang-Getriebe. grössere Gefahr von der Bundesschraube als der Kantonalschraube. Obschon wir das veraltete, höchst mangelhafte und ungerechte System der Abgabenberechnung nach sogenannten Steuerpferden keineswegs in Schutz nehmen wollen, muss anerkannt werden, dass die Kantone doch allmählich einen « differenzierten Abbau » in der Weise vorgenommen haben, dass die Pauschaltaxe nach der effektiven Benützungsdauer des Fahrzeuges bemessen und die Möglichkeit der Ratenzahlung eingeräumt wird. Die kantonalen Finanzdirektoren sahen wohl auch ein, dass eine Erhöhung der Ansätze nicht in Frage kommt und mussten erfahren, wie ihnen die Bundespolitik schadet Trotz ständiger, wenn auch nur leichter Zunahme des Gesamtbestandes oszilliert der Totalertrag der Hubraumsteuern seit einigen Jahren um 30 Millionen Fr. herum; die Konstanz dieser Ein- standes und in der Stillegung vieler Wagen mit grossvolumigen Motoren. Die brachliegenden Hunderte, ja Tausende von starkmotorigen Wagen bleiben weniger der Steueransätze wegen als infolge der zu starken Triebstoffabgabe garagiert und so entstehen in erster Linie für die Kantone erhebliche Einnahmeausfälle. Die Kantone bezahlen die Rechnung. Ein weiterer Umstand ist ferner zu berücksichtigen. Der Benzinzollanteil der Kantone ist an den am 7. Dez. 1923 dekretierten Zuschlagszoll von 10 Fr. pro 10 q brutto gebunden, indem die Hälfte davon, also 5 Fr. pro q brutto, als Subvention ausgeschieden wird. Somit hängt die zur Verteilung ,Ghost' sich drehte, blieb den Jägern nichts übrig, als zu gehorchen und zu helfen, das kühne Wagnis nach Möglichkeit zu einem guten Abschluss zu bringen. Wie gross die Gefahr war, kam mir zum Bewusstsein, als ich nochmals unter den zermalmenden Seen begraben wurde und mich, mit dem Tode ringend, an die Nagelbank am Fusse des Grossmastes klammerte. Meine Finger verloren ihren Halt, und ich wurde über Bord ins Meer gefegt. Schwimmen war unmöglich, aber ehe ich sinken konnte, war ich schon wieder zurückgeschwemmt. Eine starke Hand packte mich, und als die ,Ghost' endlich wieder auftauchte, sah ich, dass ich mein .Leben Johnson verdankte. Er spähte ängstlich umher, und ich bemerkte, dass Kelly, der im letzten Augenblick naen vorn gekommen war, fehlte. Wolf Larsen hatte das Boot verfehlt, die Lage hatte sich geändert, und so musste er seine Zuflucht zu einem andern Manöver nehmen. Da wir mit dem Wind und allen Segeln nach Steuerbord liefen, kam er herum und halste backbord zurück. «Grossartig!» rief Johnson mir ins Ohr, als wir glücklich die Ueberschwemmung, die notwendige Folge des Manövers, überstanden hatten, und ich wusste, dass sein Ausruf sich nicht auf die seemännische Tüchtigkeit Wolf