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E_1936_Zeitung_Nr.034

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12 Automobil-Revue —

12 Automobil-Revue — N° 34 Der Fremde glaubt vielleicht, auch er könnte sich in den Ring einschmuggeln und mitstimmen, oder er fragt sich doch, wie es mit der Kontrolle der Teilnehmer bestellt sei. Sie ist viel schärfer und sicherer als man meint. Die Männer kennen einander und stehen gemeindeweise beisammen"; einer, den niemand kennt, wird nicht geduldet. Ausserdem gilt als Abzeichen der Stimmfähigkeit bei der Appenzeller Landsgemeinde die Waffe. Da werden zierliche Degen mitgetragen, über die Schulter, in der Hand, oder um den Leib gegürtet. Mancher hat auch das Bajonett oder das Faschinenmesser bei sich, jedenfalls ein Abzeichen seiner Wehrhaftigkeit. Woher stammen die Märchen? Aus den Märchenbüchern, werden die einen sagen. Die anderen meinen aus alten Erzählungen und Ueberlieferungen im Volk. Das ist schon richtig, aber es. wird wenig bekannt sein, dass kaum eines der in Europa verbreiteten Märchen, wie sie sich jetzt um Kamine und Weihnachtsbäume gruppieren, aus Europa stammen. Mit Ausnahme von «Rotkäppchen», «Dornröschen», dem Märchen vom «Wolf und den sieben Geisslein» und den meisten Feenmärchen, die alle aus Frankreich sind. Die anderen Märchen, auch alle, die als alte deutsche Märchen gelten, stammen aus dem Indischen, Medischen, Persischen, von den Hebräern, Karthagern, Arabern, zum Teil sind sie über die Griechen und Römer eingewandert. Die Wissenschaft gibt an, dass sie die Märchen bis zu 5000 Jahren voi Christus verfolgen könne. Damals hätten die Märchen alle angefangen, dass sie bereits von ältesten Völkern überliefert seien, und so rechnet man mit einem Alter von 10,000 bis 1 2,000 Jahren. Das älteste Märchen überhaupt soll die Geschichte vom Menschenfresser sein, der in seine Höhle kommt und ausruft: Ich rieche Menschenfleisch.» Dieses Märchen gibt es bei fast allen Völkern, bei den Chinesen und Japanern wohnt der Menschenfresser in einem Haus mit Grasdach, bei den Eskimos in einer mächtigen Schneehütte, aber sonst ist es überall das gleiche. Märchen. Viele Märchen, besonders die, welche Musäus gesammelt hat, stammen aus der indischen «Veda» und viele andere aus dem Buddhistischen, wo sie in der uralten «Pali»-Sprache von Generation zu Generation mündlich überliefert wurden. Ein grosser Teil der russischen, serbischen, aber auch der italienischen und deutschen Märchen, hat da seinen Ursprung. Vor allem auch die Fabeln, die dann über Griechenland nach Europa kamen. Fast alle Fabeln, die von Geliert, Gleim, Lessing gesammelt worden sind, haben diese uralte Vorgeschichte. Dass die Geschichte von «Androklus und dem Löwen» aus dem Griechischen stammt, leuchtet ohne weiteres ein. Auch die Schildbürgergeschichten, weil man doch weiss, dass die Schildbürger bei den alten Griechen Abderiten hiessen. Aber auch das Märchen vom «Schlaraffenland» stammt von den Griechen, auch «Tischlein, deck dich» und auch das Märchen vom «Fischer und siner Fru» die Vom Ursprung der Märchen Ergreifender noch als der einmütige Gesang aus tausend Männerkehlen: «Alles Leben strömt aus dir» ist die Eidesleistung. • Der Landammann schwört dem Volk und das Volk schwört dem Landammann. Dann fliegen die schwarzen Hüte wieder von den Köpfen, tausend braune Köpfe, enggedrängt, entblössen sich, und es mur- ditionsgemäss bekommt selbst das ärmste Kind wenigstens die Schreibtafel von zu Haus, auf melt langsam und deutlich aus dem dem Land ist sie für Griffel, in der Stadt für Volk, wenn der Landammann den Eid Bleistift und Federhalter, In Landschulen wartet ja die Tafel, in Stadtschulen das Heft. vorgelesen hat: «Das hab ich wohl Nur wird man vielleicht die Tafel wieder allgemein einführen, weil die Schreibkunst der verstanden, was mir ist vorgelesen worden, das will ich wahr und stets Anfänger zu hohe Papierrechnungen stellt. halten, treulich und ohne alle Gefährde, so wahr ich wünsche und sich selber hat, legt also seine sieben Sachen Manches Kind, das kaum ein Bettchen für bitte, dass Gott mir helfe ». in die Schachtel. Diese wird von Lack glänzen H. R.S. zusammen in einem nur im Märchen aussprechbaren Instrument wohnten, stammt nicht etwa aus dem Alt-Niederdeutschen, sondern von den Griechen her, und da findet man auch «Aschenbrödel» und «Schneewittchen» mit der bösen Königin, die schöner sein will, aber die 7 Zwerge fehlen noch. Sehr viele von Andersens Märchen sind griechi- Der Swinegel und der Has. Aus: «De Swinegel als Wettrenner> von J P T. Lyser. sehen Ursprungs, fast alle, in denen Tiere mitreden. Aber sein Märchen von der «Prinzessin auf der Erbse» ist wieder eine über 5000 Jahre alte Erzählung aus Indien, wo man damals schon sehr viel Zivilisation, sehr zarte Frauen und sehr weiche Betten hatte. Und sogar die «Bremer Stadtmuiikanten» kommen gar nicht aus Bremen, sondern auch aus Indien, aus Burma. Und in Alt-Indifen , findet man auch den Ursprung des Märchens, aus i dem später der Wettlauf zwischen dem Hasen j und dem Swienigel» geworden ist. So bilden die Märchen wohl die internationale Reisegesellschaft; «Brüderlein und Schwesterlein», «Das tapfere,; Schneiderlein», den «Gestiefelten Kater», den * «Däumling» und viele mehr findet man gerade so gut bei den Russen wie bei uns und viele Grimm- ; sehe Märchen kann man bis nach Mittel- und Südamerika, bis nach Bolivien, Paraguay und Brasilien verfolgen. Es spielt da keine Rolle, wer sie zuerst' gehabt hat. Alle Völker sind froh um die Märchen, die sie haben. Alle Völker, alle Menschen träumen in den Märchen den gleichen Traum. liehe Gerätschaft abgetan und durch die « Aktenmappe » ersetzt. Aber es scheint den Siebenjährigen schon Ehre genug, mit neuen Socken, einem klappernden Tornister, auf dem Land sogar mit hüpfendem Tafelschwamm, herumzulaufen. Vielen Eltern fällt es schwer, ihren Schulrekruten auch nur das Notdürftigste mitzugeben. Aber sie nehmen es auf die Ehre. Tra- und ist ostermässig bebildert. Solange das Kind eine solche Schachtel von Vater und Mutter hat, fühlt es sich nicht ausgestossen. Selbst mit dem serienhaft hergestellten Schwammdruckli nimmt es etwas von der heimischen Atmosphäre in die Schulstube mit. Diese Umwelt mag hell oder dunkel, trüb oder gütig sein, es will sie spüren. Darum der himmelweite Unterschied zwischen deinem und meinem Druckli. Man wahrt hier noch strengstens Mein und Dein, es geht nicht nur um Besitz, sondern um viel tiefere Dinge, Um eine gestohlene oder verwechselte Schachtel kämpft das Kind mit derselben Leidenschaft, wie um das Ansehen des traurigsten Vaterhauses. Fast jedes Schulkind ist ein Dichter. Darum sind ihm nichtige, vielleicht sogar geschmacklose Dinge heilig. Seine Träume weben darin. So hütet es diese Dinge nicht aus Geiz, sondern es verteidigt seine Träume. Jedem Menschen fällt es schwer, pietätlos zu sein, Traum und Illusion aufzuopfern; wie sollte das Siebenjährige schon so viel über sich vermögen! Natürlich bedeuten ihm alle die ersten, vom Osterhas geschenkten Dinge mehr als das, was dann die Schulbehörde verteilen lässt. Hingegen sind auch diese unpersönlicheren Sachen wertvoll, schon weil sie durch die Hände der Lehrerin, also des Papstes, gehen. Oder versucht einmal, dem Erstklässler das Klebeheft zu entreissen, das gummierte farbige Glanzpapier, die Zündhölzchen zum Rechnen, den Plastilinkessel, das Lesebuch. Es kann beim Lesen noch so lang stottern, es kann sich tränennass über dem Rechnungsheft abhärmen, trotzdem geht die Uebergabe von Rechnungsund Lesebuch nur über seine Leiche hinweg. SxAwechötiye ! Der neue SONOTON- Knochenleitungs - Hörapparat ist eine Höchstleistung von Wissenschaft und Technik im Dienste am Schwerhörigen. Der Sonoton-Knochenhörer bedeutet einen Markstein in der Hörmitteltechnik. Anschaffung und Gebrauch dieses Apparates bedeuten für den Schwerhörigen, der gute Knochenleitung besitzt, einen Markstein in seinem Leben. Keine Nebengeräusche, keine Ermüdung des Kopfes oder der Nerven, kein «Telephonhören», sondern ein ermüdungsfreies Hören durch die Knochenleitung in natürlicher Klangfarbe und Tonreinheit, das geeignet ist, Freude, Zufriedenheit undLebenslust zu bringen. — Auskunft und gewissenhafte Beratung durch den schwerhörigen Fachmann: W.TORGLER Hammerstr. 98 ZÜRICH 7 Telephon 45.195 Die Buntstifte sind Allgemeingut in der Klasse, sie werden von der Lehrerin verteilt und eingesammelt. Allerheilig die Schrankecke, die sie birgt, und wehe dem Schelm, der sich von der übermächtigen kindlichen Malsucht verlocken lässt. Die Lehrerin muss schon Verwaltertalent haben, sonst findet sie sich kaum mehr zurecht in den Tafelbergen, Heftstössen, Griffelregimentern, Zeichnungsblöcken, Federn, Blei- und Buntstiften, in all dem Kleinkram von gelegentlichem Anschauungs- und Spielmaterial. Erst recht kompliziert wird die Verwaltung in Spezialschulen, wo die Anfänger in recht viel Handwerkliches eingeführt werden, Straminnähen, Peddigrohrflechlen, Bast- und Garnweben. Ein Blick über den Handarbeitsschrank von Elementarklässlern gehtsüber blutjunge, funkelnd neue Nähschachteln mit moosgrünem Kissen. Welche Aufregung, wenn sich die erste Näh- und Stricknadelverteilung vollzieht! Das erste Endchen Nähtuch, eine Sensation. In manche Nähschule wandert die Puppe mit, ärmstes Kind ist, wer keine Puppe hat. Dem Nähen folgt bald das Stricken. Die blitzend neuen Nadeln werden dressiert, dass sie das neue Garn den richtigen Weg wickeln. Ja, und unser Dasein ist wohl auch solch ein Garnknäuel, der aufgelöst und irgendwie zum Teppich des Lebens gestrickt sein will. Wenn die kleinen Mädchen gross werden und ihre Schultaschen zum letztenmal packen, so hat wohl das eine und andere schon eine Ahnung von dieser schwierigsten Strickarbeit. Gertrud Eggen. Ansporn und Freude zu tüchtiger Leistung erhöht das gute Schulmaterial. Schultornister für Knaben und Mädchen. Segeltuch ab Fr. 6.— Leder mit Seehundfell ab Fr. 12.— Gefüllte Schultornister mit gefülltem Lederetui, Schiefertafel, Heft, 3 Griffeln, Bleistiftspitzer, Schwamm in Büchse Fr. 17.— Schülermappen, doppelseitig, mit Griff, in strapazierfähigem Rindleder, und Heftmappen ab Fr. 6.50 Schüleretuis, mit Reiss- oder Knopfverschluss, in verschiedenen Ledern, reichste Auswahl ab Fr. 3.25 Reisszeuge für Schüler, in Messing *b Fr. 6.50 in Neusilber ab Fr. 7.50 einfache Zirkel ab Fr. 4.15 Rechenschieber zu Fr. 5.15 und Fr. 7.40 Auch alles übr. Schulmaterial wie Ringbücher, Reißbretter, Reißschienen usw. Seh reib Warenhaus SCHOLL A.-G. POSTSTRASSE3 • ZÜRICH Die Heiligtümer des ABC-Schützen WOR1NGER Das Schulmaterial mag sich mit der Zeit ändern, dauernd wird es vom Kind wichtig genommen. Wir mögen lange sagen, « was liegt daran, ein Lesebuch, ein Bleistift, Griffel aus Schiefer, mit wenig Buntpapier », Aber gerade dies ist ja das Wunder des ersten Griffels, das Einwickelpapier mit Sternen, Tupfen oder Quadraten übersät. Königlich erst recht der goldene Griffel, Nicht umsonst verteilt die Lehrerin «goldene» Griffel zu besonderer Auszeichnung. Es können die süsslichsten Farben sein, das erste Schreibzeug bewahrt seine Macht über ein Kindergemüt, Es hat bestimmt etwas von der Mystik des mosaischen Griffels, Und das Kind fühlt sich in einer Geheimgesellschaft von Auserwählten, wenn es schreiben und Schrift entziffern lernt, Runenhaft ist ihm das gewöhnliche deutsche Alphabet. Moses Gesetzestafel entspricht dann ungefähr der Schule selber, das eine ist so fremd wie das andere. Aber der kleine Mensch unterliegt gerade am meisten jenem Zauber von barlauterer Unverständlichkeit, Nicht zu wissen, was mit ihm geschieht, weshalb man in diesem grossen, bänkebesetzten Raum ohne Fenstervorhänge sitzt, das ist eine Attraktion, ; Jeder kleinste neue, ungewohnte Gegenstand ist getragen und bedeutungsschwer von Würde. Dass die Dinge meist um Ostern eintreffen, erhöht ihren Zauber. Der Erstklässler staunt, weil es selbstverständlich ist, zu staunen. Er staunt aber auch aus Erziehung, lebt er doch meist in einer Welt, welche die sogenannte Bildung überaus ernst nimmt. Darum trägt alles, was sich Schulmaterial nennt, schon den Nimbus der Macht, Es ist Vorzeichen eines höheren Zustandes. Erinnern wir uns doch, wie wir als ABC-Schützen verachtungsvoll auf den Kindergarten und sein Werkzeug hinuntersahen. Heute ist das nicht anders. Zum Kindergarten geht man nicht mit Schultornister, Wer Tornister trägt, reiht sich in die Schülerschaft und kann Professor werden. Er bewegt sich schon in einer betont höheren Stufe des irdischen Daseins, Bei den Zehnjährigen wird die Rückentasche dann wieder als allzu kind-

No 34 Automobil-Revue Wie es ein Gespräch über das Leben und die Frauen so mit sich zu bringen vermag, fragte ich eines Nachts an Bord Cornell, weshalb er sich nicht verheiratet habe. Da erzählte er mir die Geschic-hte seiner Liebe, die vielleicht sonderbar ist, aber möglicherweise manches Mannes Geschick darstellt, Meer das verborgene Schicksal mancher Menschen, die es verschwiegen oder halb bewusst im Unaussprechbaren bewahrt haben. Wir waren an Bord der « Lutetia », eines nicht eben grossen aber tapferen Dampfers, der damals im Verkehr und Handel zwischen Hamburg und Nordbrasilien Dienste tat. Ich schätzte ihn sehr und wir schlössen uns einander ohne viel Worte an. Aber ich lasse besser ihn selber seine kurze Geschichte erzählen. Wenn es mir gelingen sollte, mit meiner Wiedergabe etwas von seiner Art zu erhalten, so wird sein Gesicht deutlicher werden als unter meinen Beschreibungen. Ihm lag wenig daran, seine Mittel, sich verständlich zu machen, einer besonderen Aufsicht zu unterziehen, er sagte einfach, was er fühlte und sah und übertraf deshalb viele, die beim Erzählen über ihrem Willen zur Wirkung das Bild vergessen, das nur die geduldige Schau und die Andacht der Vorstellungskraft entwickeln. Er zündete die Pfeife an, und als das Flämmchen über dem Tabak aufleuchtete, sagte er : «Da betrachteten wir eben miteinander das Kreuz des Südens am Horizont über dem nächtlichen Meer, und nun hat die kleine Flamme in meiner Hand das gewaltige Sternbild des Himmels für eine Weile überstrahlt, so dass es unsern Augen unsichtbar geworden ist. Ist aber dies möglich, so möchte ich der Sinnenwelt und ihren Gaben nicht allzu hingegeben vertrauen, und doch sind wir im irdischen Gewese ohne dieses Vertrauen verlorene Leute. Da helfe uns Gott zwischen Zweifel und frommem Glauben, zwischen Einfalt der Hingabe und dem Zorn der Liebe. Ich glaube aber, den meisten hilft er deshalb nicht, weil sie ihm seinen Thron nach ihren Wünschen zurechtrücken. » Das war viel auf einmal, und ich schwieg etwas befangen. Das Kreuz des Südens war längst wieder über dem Meer, am hohen Horizont aufgetaucht, dies schöne Himmelszeichen über den fernen Geheimnissen einer tropischen Welt. Das Meer lag so klar und ruhig, dass die Sternbilder sich darin spiegelten. Wir hörten in unseren Deckstühlen kein anderes Geräusch als das Rauschen des Einbruchs in Blau und Stille und Weite, den das Schiff auf seiner eifrigen und gleichförmigen Wanderung vornahm. Wenn man Von Waldemar Bonseis. den aufgeworfenen Wellenbergen in ihrem Verlauf mit den Blicken folgte, so sah man, wie sie die Spiegelbilder der Sterne zuerst hoben und sanft und blank wiegten, um sie dann jählings in hellen Gischtbergen zu entstellen und ihre Gestalt zu vernichten. Alle gewohnten Verhältnisse und die alten Bindungen der Sinnenwelt hatten sich schon gelockert, eine neue Zuständigkeit der Dinge brach herein, die Fremde lockte und drohte. Nun hörte ich wieder Cornell: «Wir nannten die schöne Fremde c der Matrose >, wir zehn Verschlagenen auf der «Bertha Almers», vor Gott weiss wie viel Jahren auf dem Atlantischen Ozean. Es waren ausser ihr noch drei Weiber an Bord, die Frau des Kapitäns, ich glaube, er hatte sie mitgenommen, um sie bei Gelegenheit zu ertränken, und zwei junge dralle Frauenzimmer, die den Leuten in Küche und Kabinen halfen, bei allem. Den Tag über gingen die Geräte durch ihre Hand und des Nachts gingen sie selbst durch die Hände der Matrosen. Wir segelten Gummi von Para, da-; mals stand der Quark dort noch hoch im Wert, man raubte und baute noch nicht so ausgiebig in Afrika. Die Segel sollten dem Reeder Kohle sparen, aber die Zeit frass den Vorteil wieder auf, und unsere Seelen dazu, die Zeit und die Aequatorsonne und die Untat der Windstille. «Der Matrose» war in Pernambuco zugestossen, der Kapitän erklärte uns diesen weiblichen Passagier nur mit einem verlegenen Gebrumm, er schien selbst nicht recht zu wissen, wie er an den unerlaubten Fahrgast geraten war, der ihn mit merkwürdigen Kräften bestimmt haben musste, eine Kabine herzugeben. Sie wollte in die Heimat, hatte aber keine, ähnlich wie wir alle. Im Grunde kreisen wir nur um das Herz und kommen nicht in seine Tiefe, nicht zu seinem Wert. Die Menschheit ist noch zu jung, ich setze nicht viel auf sie. Wenn es mir vergönnt sein sollte, nach hunderttausend Jahren mal wieder vorzusprechen, werde ich sehen, da blüht vielleicht, was heute drängt und quält. Der « Matrose » sass allzeit allein an Deck, manchmal lag ein Buch neben ihr, aber ich sah sie niemals lesen, sie nahm das Buch nur aus Schamgefühl mit sich, und hielt es in ihr Blickfeld, wenn jemand an ihrem Liegestuhl vorüberkam. Zu Anfang kreuzten sie allesamt [bei ihr umher, später kam niemand mehr, denn ihr Gesicht hatte einen Ausdruck von solcher Traurigkeit, dass dir das Herz stillstand und du dich umschautest, als schautest du dich in der Welt um: Was war geschehen ? Mein Gott, was war hier geschehen ? Es war ein wunderschönes Gesicht. AutierAusf lugsziele aus derMiMschweiz Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. O. 8. Besuchen Sie KÜRHAUS Lenzburg A. C.S. Hotel Krone T.C.S. In Automobilistenkreisen altbekanntes Hotel. Spezialitäten aus Küche und Keller. Zimmer mit fl. Wasser zu Fr. 3.50, Autogarage. Benzintank. Tel. 12. Farn. Borsinger-Flüeler. 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Kam der Abend und das unbewegte Meer nahm die rote Sonne auf, ging die junge Frau langsam unter Deck und legte sich zur Ruhe. Heiland der Welt, welch eine Ruhe mag das gewesen sein ! Warum wir sie der Matrose nannten ? Vielleicht wegen ihres schlichten blauen Kleides, das sie nie wechselte, was weiss ich. Die Menschen retten sich gern in das Flachland der Albernheit, wenn Nähe und Ahnung einer grossen Seele sie befällt. Und wie stand es denn mit mir? Ein Mann, der seine Kräfte fühlt, ist ein Narr, wenn er nach seinem Alter fragt. Das ist die Art der alternden Bürschchen, die sich von den Weibern die Bestätigung ihrer Kraft erbetteln. Um die Vierzig herum rnuss ich gewesen sein, und mich quälte damals ein sonderbares Verantwortlichkeitsgefühl allem und jedem gegenüber. Das ging so weit, dass ich mich zuweilen bei den andern entschuldigte, wenn schlechtes Wetter war. Torheit ? Mag sein. Die ins Verwesliche verschlagene Liebe sucht oft abgelegene Heimwege. Aber es lässt sich vielleicht begreifen, wie solch ein Verantwortlichkeitsgefühl aufbrennt, wenn sich ein Hafen findet, wie dies zerstossene Herz. Das war es bei dieser Frau, ich hatte es bald heraus : Sie gehörte nicht mehr dazu und war noch dabei. Da musst du in grauen Haaren reisen, bevor du das begreifst; heiliger Vater, wo soll man da hin?! Derweil kochte und brodelte das Blut der ; Menschen auf unserer Dreimasterbark im Tropenfieber. Oft wusste ich nicht mehr, ob das Jaulen und Gezeter in den schwülen Nächten von einer Ziehharmonika stammte, die ein Irrer verzerrte, von Raubtieren oder Menschen. Die Wache trug Karabiner, der Kapitän war Nacht für Nacht betrunken. Die Segel hingen wie Leichentücher über der Verwesung der Seelen. Unsere nackten Leiber beteten im Teufelsspuk der Nächte um Wind. Schnaps war verboten, aber immer vorhanden, als schwitzte er aus den glühenden Teerplanken in die ausgetrockneten Mäuler. Der öde Singsang in der Dämmerung ging Nacht für Nacht in Grölen, Kreischen und Geraufe über, bis im Morgenlichi die liebe traurige Gestalt erschien. Ich hing mein Herz für immerdar an die Schweigende, und sie rettete meine Seele. Sicherlich hatte sie in ihrem zurückliegenden dunklen Schicksal die Schuld auf sich genommen, sie trug und trug die viel zu schwere Last. Als v uns nach schrecklichen Wochen vor Biscaya der Südwest in die Nordsee trieb, war sie eines Morgens verschwunden. Wir suchten nicht lange. « Vergangen im Meer»; sagten die Leute nach Art ihrer Sprache von See und Flut. Sie wollte fort... Da wissen Sie nun meine Liebesgeschichfe, andere hab ich nicht erlebt. Was noch kam, verging ohne Glanz, und niemand trug daran. Ich glaube, vorhin habe ich einmal du zu Ihnen gesagt. Entschuldigen Sie bitte. • « • • • • Empfehlenswerte LUllCn Unterhaltungs-u.Gaststätten Stadttheater Abends 8 Ohr, Sonntag nachmittags 3 Uhr. Fr. abend 24. 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