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E_1936_Zeitung_Nr.036

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14 Automobil-Revue —

14 Automobil-Revue — JJ 0 36 «Confldences» «Ophelia» Eine Bildhauerin Die junge Künstlerin Natalie von Buren zeigt vom 25. April bis zum 7. Mai im «Athenee» in Genf ihre Werke: vorwiegend Skulpturen, einige Aquarelle und Zeichnungen. Schon vor einigen Janren wurde die Oeffentlichkeif auf ihre «Golfspielerini aufmerksam, ein Werk-, das würdig gewesen wäre, angekauft und als Sportpreis gestiftet zu werden — statt so vieler Geschmacksgreuel, die auch heute noch unter den Sportpreisen angetroffen werden. Von den Skulpturen der Ausstellung im «Athenee» sind zwei, nämlich «Eve» und «Danseuse», vorzügliche Leistungen. Sie verdienen es in Stein ausgeführt und in einem Park aufgestellt zu werden. Die beste Stärke der Künstlerin liegt nicht In der Porträtplastik, sondern in der freien Gestaltung. Die schon genannte «Eve> ist ohne Modell zu einem starken Ausdruck eines inneren Bildes geworden — und dabei in der Formung frisch und wirklichkeitsgetreu geblieben. AehrHiches bemerkt man bei der Gruppe «Confidences», wo zwei einander leicht zugeneigte Mädchenköpfe ohne jedes Beiwerk den Zauber einer zarten Jungfräulichkeit in sich tragen. Zwei weitere _ Ueberraschungen: in Stein gehauene Frauenköpfe zeugen ebenfalls von gestaltender Begabung. Man darf dieser Ausstellung zweifellos den Erfolg wünschen, den sie verdient. G. E. Magnat. Zwei Schweizer Mechaniker bauen ein Tropen-Autoschiff * Änphibienauto» nennen die beiden Mechahiker, die sich seit zwei Jahren mit dem Problem Hes schiffbaren Automobils beschäftigen, ihre Erfindung. Was ist ein Amphibium? Ein Tier, das ru Wasser und auch zu Lande leben kann. Man hat in der Kino-Wochenschau schon derartige Konstruktionen gesehen, und unsere beiden Landsleute sind nicht die einzigen, die sich um das Problem bemühen. Ihre Absicht liegt aber auf einem ganz anderen Gebiet, und da dürfen sie auf die Aufmerksamkeit der ganzen zivilisierten und wissenschaftlich interessierten Menschheit zählen: Sie wollen ein Autoschiff bauen, mit dem sie in den südamerikanischen Urwald des Matto Grosso ausziehen wollen auf die Suche nach dem verschollenen Forscher Fawcett. Man hat hin und wieder von Expeditionen gelesen, die auf die Suche nach Fawcett auszuziehen gedachten — so haben wir erst kürzlich von einer schwedischen Expedition gehört: LAUSANNE (Lac Leman) Lausanne-faiace-Beau-Siie Hotels TOUr CONFORT • VUE SÜPERBE • EXCELLENTE CUISINE BAR-GRI LL-ROOM ä prix raisonnables PARC POUR AUTOS (Siehe unsere Bilderseite) Eine schwedische Expedition will das Verschwinden Colonel Fawcetts aufklären. Eine schwedische wissenschaftliche Expedition taach Südamerika ist startbereit, um ein- für allemal Idas Mysterium über das Verschwinden Colonel Fawcetts in dem Urwalde Brasaliens unter den wilden und feindlichen Indianerstämmen am Amazonenstrom zu lösen. Die Expedition rechnet mit jeiner Dauer von vier Jahren, um ausser Brasilien auch Panama, Kolumbien und Venezuela zu durchforschen. Sie will in diesen Gebieten einer alten Zivilisation hauptsächlich archäologische und ethnographische Studien treiben. Der Führer der Expedition ist Arne Arbin, der feeine eigene Auffassung von Colonel Fawcetts Ende hat und bestimmte Beweise seines Untergangs zu finden hofft,- In den Jahren, die seit dem Verschwinden Fawcetts verflossen sind, haben mehrere Expeditionen geglaubt, Spuren gefunden zu haben, die auf sein Schicksal ein helles Licht werfen, aber die Berichte widersprechen sich. Ein französischer Ingenieur hat behauptet, dass er Colonel Fawcett im Innern Brasiliens unter den Indianern lebend getroffen habe. Andere aber, die in denselben Gegenden gewesen sind, erklären, absolute Beweise für Fawcetts Tod erhalten zu haben. Die schwedische Expedition hofft nun Klarheit darüber zu schaffen, ob Colonel Fawcett gestorben oder noch am Leben ist und seine Untersuchungen der alten Stadt fortsetzt, die seiner Ansicht nach den Beweis liefern sollte, dass Südamerika lange vor dem alten Aegypten eine eigene hohe Zivilisation gehabt hat. Tia. • • • Es sind 6 Jahre verflossen, seit Fawcett nichts mehr von sich hören liess. Lebt er noch, oder musste er sein kühnes Vordringen in den unerforschten Urwald mit dem Tode bezahlen? Wer eine Expedition für einen Urwald ausrüsten will, muss die Gefahren desselben kennen. Das scheint bei den beiden Mechanikern der Fall zu sein. Der Gedanke, in erster Linie ein geeignetes Fahrzeug zu schaffen, ist zweifellos gut — nur werden an dieses Beförderungsmittel auch fast unmenschliche Anforderungen gestellt. Es muss als Auto fahren und als Schiff schwimmen können, ausserdem gesichert sein gegen alles Getier des Sumpfes und des Urwaldes, gegen Moskitos, Tsetsefliegen und Riesenschlangen — auch gegen die Ameisen, die für den Menschen vielleicht am gefährlichsten sind. Und schliesslich bietet ein solches Auto auch Schutz vor den vergifteten Pfeilen der Eingeborenen. Jedenfalls hat man den Eindruck eines seriösen Bemühens — ,obschon die erste Presse- Nachricht über das Vorhaben der beiden Horgener Mechaniker — aus Paris in die Schweiz dringen musste. Man ist in der Schweiz gegenüber solch grosszügigen Projekten vorsichtig — wenigstens dann, wenn ihre Verfechter nicht mit Stehkragen und Smoking, sondern im blossen Mechanikerkittel herumlaufen. Wenn sie dann den Welterfolg haben, sind wir plötzlich stolz auf sie. Wir möchten einmal den umgekehrten Weg beschreiten und über zwei mutige Schweizer Mechaniker — übrigens zwei Arbeitslose — berichten, auch wenn ihnen die Welt noch nicht zu- folgendes: Forscher-Tanks jubelt. Vielleicht tut sie es, in zehn oder hundert Das Chassis und die Ueberbauungen sind fer* Jahren? In einer unscheinbaren, alten Garage in Hor : tig, der Motor ist eingebaut. Aus einem Stück konstruiert, nach den neuesten Begriffen der Auto- 1 gen am Zürichsee arbeitet der Erfinder dieses mobiltechnik, bildet das Ganze die Form eine» .«Forschungstanks », grossen Käfigs aus Eisenstangen und umschliesst Bachmann, und sein Mitarbeiter Steiner den Motor, den Führerstand und die Kabine mit an der Fertigstellung des Expeditionsfahrzeuges. Radiostation (Sender und Empfänger). Dieses Geld für den Ausbau haben sie natürlich nicht, Gestell wird von einem Schiffsrumpf getragen, der aber eine ganze Reihe von schweizerischen und eine Wasserverdrängung von 25 Tonnen hat. deutschen Firmen unterstützten die beiden Konstrukteure oder haben ihre Unterstützung für die Stahl umkleidet, mit einer Isolationsschicht aus Kork Dieser Rumpf wird mit einer Aussenhülle aus Expedition zugesagt. Wenn das Autoschiff fertig versehen und auf der Innenseite mit Eisenblech ist, wird sich sicher eine Transportgesellschaft finden, die es nach Südamerika übersetzt. die des Ueberbaues 7,40 m; die Gesamthöhe be- ausgefüttert. Die Länge des Rumpfes ist 6 m, trägt 3,50 m, die der Kabine 1,60 m, die Breite 3,50 m'; das ganze Fahrzeug wiegt 6 Tonnen. Es wird zu Land mit zwei voneinander unabhängigen Raupenbändern angetrieben, zu Wasser mit einer Schiffs-Schraube. Det Motor ist — mit Rücksicht auf die Versorgungsmöglichkeit mit Brennmaterial — ein Holzgasmotor. Die Stundengeschwindigkeit wird mit 12 km angegeben. An der Expedition können 10 bis 12 Mann teilnehmen. Die Route im Matto Grosso Man kann sich vorstellen, was für eine Ausdauer und Energie, wieviel Ueberzeugtheit und Entschlossenheit nötig sind, um ganz allein ein solches Projekt ins Werk zu setzen, besonders wenn auch noch die finanziellen Mittel fehlen. Die beiden haben alles gesammelt, was sie an Nachrichten über Fawcett und seine Expedition zusammentragen konnten; die Verhältnisse im brasilianischen Urwald sind ihnen nicht unbekannt, denn Steiner hat sich mehrere Jahre lang in Paraguay aufgehalten. Bei Bachmann ist der Bau des Fahrzeuges übrigens nicht nur eine fixe Idee, sondern geradezu eine Lebensarbeit. Er wäre gerne Ingenieur geworden, aber zum Studieren fehlte das Geld; Krise und Arbeitslosigkeit wollen ihn zur Untätigkeit verdammen, da erfindet er einen Motor ohne Kolben. Weil ihm das Geld fehlt, kann er diese Erfindung nicht weiter verfolgen. Dafür fasst und bearbeitet er das Projekt des Amphibien-Fahrzeuges. Ein Bericht erzählt über die technischen Einzelheiten-des Es ist beabsichtigt, nach Fertigstellung des neuartigen, abenteuerlichen Fahrzeuges mit ihm eine Demonstrationsreise zu unternehmen. Und dann soll das Abenteuerschiff — «General Randon > heisst es — auf den brasilianischen Urwald los-. Unser Kärtchen zeigt die voraussichtliche Route, die zu den Spuren des vermissten Obersten Fawcett führen soll, vielleicht bis zu den sagenhaften weissen Indianern und bis zur « Stadt der goldenen Tore». Den beiden mutigen Fahrzeugbauern Bachmann und Steiner wollen wir das Beste wünschen. Betrieb eröffnet werktagliche Flugverbindungen vom 20. April bis 3. Oktober Auskunft, Platzbestellungen und Flugscheine durch Reisebüros und ALPAR, Schweiz. Luftverkefirs-A. G. ÜBM Telephon 44044

III. Blatt Automobil-Revue Nr. 36 BERN, 1. Mai 1936 Eine glückhafte Erfindung * Sanfoid », wahrhaftig ein recht fremd klingen- 3er Name ! Keiner der alten Kirchenheiligen hat ihn getragen, weshalb er auch nicht im Kalender aufzufinden ist. Seit zwei Jahren ungefähr wird er zwar von Geschäftsleuten und vom Publikum dann und wann — meist unbewusst allerdings — ausgesprochen. Das geschieht jeweilen beim Einkauf von Leinen- und Baumwollgeweben, von Hemden, Schürzen, Waschkleidchen. Ihrem Lob über die Qualität und Schönheit solch nützlicher Dinge weiss die Verkäuferin seit kurzem nämlich noch ein neues, gewichtiges Verkaufsargument beizufügen. Sie weist auf ein rotbeschriftetes Etikett hin, worauf das Zauberwort «sanforisiert» ZU lesen ist. «Sanforisiert» — geht nicht ein; weder in der Länge noch in der Breite! Das «sanforisierte» Sommerkleid wird also nach der ersten Wäsche nicht zum untragbar engen Futteral und der «sanforisierte» Berufsmantel untersteht sich nicht, das Kleid plötzlich sieben oder acht Zentimeter unten hervorgucken zu lassen. Ein Amerikaner, Sanford L. Cluett, ist der Erfinder dieses nützlichen Verfahrens. Nach seinem Rufnamen wurde es «Sanforized Process» genannt. iWieso ist wohl gerade ein Amerikaner auf diese &rt der Stoffbehandlung gekommen? Das mag vermutlich auch damit zusammenhängen, dass in den warmen Landstrichen des amerikanischen Kontinentes im Sommer ausserordentlich viel Baumwoll- und Leinenkleider getragen werden, und zwar nicht nur von den Frauen, sondern im genau gleichen Ausmass auch von den Männern. Vielleicht hat der,gute Sanford Schwestern und Brüder, die jedesmal, wenn sie in die frisch gewaschenen und gebügelten Sommeranzüge, in die Cretonne- und Leinenkleidchen schlüpfen wollten, ein schreckliches Klagegeheul anstimmten, weil all dies Zeug durch den Waschprozess eine beängstigende Schrumpfung erlitten hatte, ja, in vielen Fällen sich geradezu als untragbar erwies. Zusammen mit seinen eigenen Übeln Erfahrungen war ihm dies eines Tages einfach zu bunt geworden. Er begann auf Abhilfe zu sinnen und fand sie. Dies ist für uns wohl die Hauptsache. Mag sie sich nun in emsiger Förscherarbeit oder ganz einfach durch einen glücklichen Zufall eingestellt haben. Dank seiner Erfindung wird heute in Amerika der grösste Teil aller Baumwoll- und Leinengewebe «sanforisiert», denn dort ist man durch den bedenklich grossen Schaden vieler, vieler Jahre sehr klug geworden und nützt praktische Erfindungen rasch. Wahrscheinlich ist auch, dass sich bei der allgemein üblichen, maschinellen Behandlung der Wäsche die Schrumpfungserscheinungen noch unliebsamer be- merkbar machten als bei uns. Immerhin erleichtern auch hierzulande Wasch- und Schwingmaschinen den Reinigungsprozess schon häufig und die Wäsche kleinerer Haushaltungen wird je länger desto mehr durch Waschanstalten besorgt. Um so bedeutungsvoller wird das «Sanforisier»-Verfahren auch für uns. Wirklich und wahrhaftig hat nun all das Elend der zu kurzen und zu engen Sommerkleider, Schürzen, Hemden mit einem Schlag ein Ende. Das vor kurzem noch so geheimnisvoll-unergründliche Wort «sanforisieren» wird uns immer gebräuchlicher und inhaltsreicher, seit wir wissen, wieviel Alltagsärger und Schaden dars nach ihm benannte Verfahren von uns fernhalten kann. Denken Sie ja nicht, es handle sich dabei um einen merkwürdigen Hokuspokus, dem die Gewebe unterworfen würden. Es geht alles mit rechten Dingen zu und mit auch dem Laien verständlichen, einleuchtenden Methoden. Der Erfinder hat sich überlegt,, dass alle Textilfasern in einem normal behandelten Gewebe in Kett- und Schussrichtung durch die verschiedenen Arbeitsvorgänge in der Weberei, Färberei und beim Ausrüsten eine starke Spannung erhalten. Durch die Einwirkungen des Wassers, der Seife und des Reibens quillt das Gewebe und zieht sich beim Trocknen wieder zusammen, und zwar meist so, dass fühlbare und in die Augen springende Verkürzungen und Schmälerungen eintreten. Um festzustellen, wie viel dieses Einlaufen in jeder Richtung beträgt, werden Proben fertig ausgerüsteter Stoffe einer ganzen Reihe von Wasch- und Spülvorgängen unterzogen und hernach gebügelt. die Gewebe am Ende trocken und vollständig glatt zum Vorschein kommen, haben sie sich wohl etwas verkürzt, aber sie sind noch schöner und «griffiger» geworden und zeigen einen feinen, auch Das «Sanforisier»-Verfahren beruht nun darauf, die Gewebe durch einen rein mechanischen Arbeitsvorgang in einer auf einem einfachen Prinzip beruhenden Maschine, unter Mitwirkung von ganz wenig Feuchtigkeit, unter Kontrolle genau so viel einlaufen zu lassen, wie es dieser Waschprüfung entspricht. Ein nur 12 Meter langes Maschinen- Aggregat besorgt dieses «Sanforisieren», und wenn bei der Wäsche unverlierbaren Glanz. Näherinnen und Hausfrauen rühmen ihre Geschmeidigkeit bei der Verarbeitung. » Von Wil'Q^lm Frenzel i Die Vorgänge Bei der Blutstillung noch nicht völlig geklärt. — Die verschiedenen Arteh der Bluter. -*-' Warum gerinnt das Blut in der Wunde ? — Gerinnungszeit und Blutungsdauer nicht immer parallel. — Auch der Gewebssaft spielt eine Rolle. — Ueberraschende neueste Forschungen. — Ein einfaches Blutstillungsmittel. Eine Selbstbeobachtung aus dem Alltag : Wir schneiden uns durch eine ungeschickte Bewegung beim Rasieren, aus der kleinen Wunde tritt ein Blutstropfen, wird aber an der Luft alsbald fest und die Blutung hört auf. Ist die Wunde grösser oder neigen wir zu stärkeren Blutungen, so greifen wir zum Alaunstein und betupfen die blutende Stelle. Ebenso bewährt sich bei den kleinen Rasierwunden das Auftragen von Puder, das an Stelle des noch nicht gebildeten Blutgerinnsels die Wunde verklebt und den weiteren Blutaustritt verhindert. Schon diese alltäglichen Erfahrungen und Praktiken lehren, dass bei der Blutstillung eine ganze Reihe von Faktoren beteiligt sind. Sie sind 1 noch nicht ganz geklärt. Neueste Untersuchungen von Dr. K. Lenggenhager an der Chirurgischen Universitätsklinik in Bern liefern nun auch praktisch wichtige Beiträge zu dem Problem der spontanen (das heisst: der vom Organismus selbst besorgten) Blutstillung. Krankhafte Blutungsneigung. Nicht jeder Mensch, dessen Wunden übermässig lange bluten, ist darum schon ein Bluter. Die Bluterkrankheit (Hämophilie) ist durch eine verlängerte Blutgerinnungszeit gekennzeichnet. Da sich auf der Wunde nur verzögert Blutgerinnsel bildet, dauert die Blutung stundenlang an und kann aus harmlosen Wunden zu tödlichem Verbluten führen. Allerdings geht die Verzögerung der Blutgerinnung mit der Blutungsdauer nicht immer parallel. Wie Lenggenhager hervorhebt, gibt es Bluter mit der recht langen Gerinnungszeit ihres Blutes von 75 Minuten, bei denen kleinste Wunden nicht abnorm ; Alle möglichen Baumwollstoffe werden «sanforisiert», wie beispielsweise die so reizend geblümten, karierten und gepunkteten Stoffe für Sommerkleider und Blusen und für die verschiedenen Schweizer Trachten. Auch Kleiderleinen machen diesen Prozess mit Erfolg durch und wie wohltätig er sich bei den Hemdenpopelinen und Oxfordstoffen, bei Schürzen-Kretonne, Ueberkleiderstoffen, Rips- uad Croisegeweben auswirkt, darauf braucht man wohl kaum besonders hinzuweisen. Endlich werden nun machen, wie aus der Bisswunde fliesst. Lenggenhager wies nun nach, dass das Hirudin auch ins Bisswundgewebe dringt und hier den gerinnungsfördernden Stoff neutralisiert. Erst durch diese zusätzliche Wirkung des Hirudins auf den Gewebs- lange bluten. Andererseits sterben Bluter mit gar. nicht so hoher Blutgerinnungszeit — acht Minuten saft blutet die Blutegelbisswunde so lange, bis sie gegenüber drei bis vier Minuten der Norm — aus durch Zellwachstum verstopft ist. kleinen Wunden an unstillbarer Dauerblutung. Daraus geht hervor, dass selbst bei der Bluterkrankheit neben der verzögerten Blutgerinnung ein Was geht in der Rasierwunde vor sich ? bisher noch unberücksichtigter Faktor beteiligt sein Aus den Forschungen des Berner Chirurgen ergibt sich ein neuartiges Bild von den Vorgängen muss. Bei einer anderen Art von verlängerten Blutungen, der Thrombopenie, ist die Blutgerinnungszeit entsteht: Aus den verletzten Zellen tritt zuerst Ge- in einer kleinen Wunde, wie sie etwa beim Rasieren normal, es mangeln aber die Blutplättchen (Thrombozyten), die an der Blutstillung wesentlich mitplättchen beladen sich damit. Bald darauf schlagen webssaft aus. Die daran vorbeistreichenden Blutwirkten. Doch sogar bei normaler Gerinnungszeit sich die ersten Spuren des Blutfaserstoffes (Fibrin) und normaler Blutplättchenzahl kann sich die auf die Blutplättchen nieder, und da diese Blutgerinnungsstoffe aus dem vorbeifliessenden Blut ge- Blutgerinnung verzögern, wenn das Blutgerinnsel die Wunde nicht richtig verschliesst. Endlich lockt werden und die Wundfläche selbst immer kommt es zu langen Blutungen, wenn den Blutgefässen die Fähigkeit mangelt, sich ausgiebig zur sammenzuziehen, wie dies oft bei Krebsgeschwülsten der Fall ist. '" ' * Warum gerinnt das Blut normalerweise nicht in den Adern ? In den Adern ist das Blut normalerweise flüssig. Das wird allgemein damit erklärt, dass die Innenwände der Adern nicht benetzbar sind. Nur wenn das Blutgefäss verletzt ist und das Blut austritt, trifft das Blut auf benetzbare Flächen und gerinnt. Bei Erkrankungen der Blutgefässe kann es allerdings auch zur Blutgerinnung in den Adern kommen, zu den Thrombosen, die sich manchmal recht bedrohlich auswirken (in den letzten Jahren ist übrigens eine starke Zunahme der Thrombosen beobachtet worden; die Ursache dafür ist noch umstritten). Einen wesentlichen Faktor für die Blutgerinnung innerhalb des Körpers und auch in Wunden erhlickt Lenggenhager ausser in der Benetzbarkeit der geschädigten Gefässwand in dem Austritt von blutgerinnungsförderndem Gewebssaft. Das Geheimnis des Blutegelbisses. Eine Stütze für seine Auffassung von der Wichtigkeit des Gewebssaftes für die Blutgerinnung sieht Lenggenhager in der langen Blutung aus dem Blutegelbiss. Die blutsaugenden Schmarotzer sondern einen Stoff in die Wunde ab, welcher die Blutgerinnung verzögert; sonst würde sich ja die Wunde alsbald schliessen und kein Blut mehr aus ihr abzusaugen sein. Der gerinnungshemmende Stoff des Blutegels ist das Hirudin (Hirudo = Blutegel). Nun hat man die merkwürdige Tatsache gefunden, dass eine Blutegelbis"swunde viel länger blutet, als es dem Gehalt des Blutegelkopfes an Hirudin entspräche. Die in einem Blutegelkopf vorhandene Hirudinmenge kann nicht so viel Blut ungerinnbar neuen Gewebssaft nachliefert, geht der Prozess der Blutgerinnung weiter. (Aus: .«Die Umschau».); auch die Klagen über die zu enge gewordenen Hemdenbündchen, geschrumpfte Aermel unter der Männerwelt endgültig verstummen. Selbst Seidenschappe und Futterserge profitieren vom «Sanforisieren». « Aber die Kosten » mag manche der verehrten Leserinnen denken. Nur keine Angst, sie sind so gering, dass sich daraus keine fühlbare Belastung für den Käufer ergibt. Wie gerne übrigens bezahlt man diese paar Rappen Mehrpreis, wenn man dabei die Gewissheit hat, sich nicht ärgern und keine zeitraubenden Verlängerungs- und Erweiterungsarbeiten ausführen zu müssen, wenn man weiss, dass die vielen stillen Tragödien vor dem Spiegel, der einem unbarmherzig seine so jämmerlich kurz und eng bekleidete Person zeigt, nun für immer ihr Ende gefunden haben. G. H. Leuchtende Augenbrauen und grasgrüne Haar* Die Amerikanerinnen haben wieder einmal ein paar neue Modespleens kreiert, die ihrer Phantasie mehr Ehre machen als ihrem Geschmack.- Vor allem färbt man sich die Augenbrauen nicht mehr schwarz, wenigstens nicht zur Abendtoilette.- Es ist vielmehr eine neue Leuchtfarbe erfunden wor-! den, die auf die Augenbrauen in einer ganz feinen Linie aufgetragen wird und nun in der Dunkelheit und auch bei künstlicher Beleuchtung grünlich schimmert. Es wird versichert, dass diese leuch J tenden Augenbrauen dem Gesicht eine ganz eigene Note verleihen. (Wir glauben es ohne weiteres!) Eine weitere «eigene Note» wird dadurch erzielt, dass die Haare immer passend zur Toilette gefärbt getragen werden. Es gibt da Tinkturen, die innerhalb weniger Minuten dem Haar eine neue Farbe verleihen, garantiert wasserecht sind und dennoch mittels einer zweiten Tinktur spurlos wieder entfernt werden können. Dabei sollen die Farben weder dem Haar noch seiner ursprünglichen Färbung schädlich sein. Besonders beliebt sind in diesem Frühjahr — für Toiletten und Haare — alle möglichen grünen Nuancen, von dunkelgrün bis giftgrün. cpr. In jeder Farbe in allen Fachgeschäften zu haben. für Damen und Herren Zeichnungen: Frl. Irminger. Das Rätsel der Blutstillung ^6tl an *o s L e t^ ^ . x in sämtlichen^ patfumecle mitlefleuts J. Sa zmann Ttlacktgasse 17, 3Sem^ Spezialistinnen für Was f ge, Dauer«« DERKSSEN