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E_1936_Zeitung_Nr.038

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10 AUTOMOBIL-REVUE

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BERN, Freitag, 8. Mai 1936 Automobil-Revue, II. Blatt - Nr. 38 Der Photohändler und sein Publikum Es schien dem Magazin-Redaktor, ein Photohandler, also der Inhaber eines Photogeschäftes, der nicht nur Apparate verkauft, sondern auch Filme entwickelt und kopiert, müsse aus seiner beruflichen Tätigkeit allerlei zu berichten wissen. Nachdem das Photographieren geradezu ein Sport, ein Vergnügen oder eine Freizeitbeschäftigung geworden ist, gehen dem Photographen die Sonntagsfreuden seiner Kunden buchstäblich durch die Hände. Unser Gewährsmann berichtet aus seinen Erlebnissen und Beobachtungen etwa folgendes: Mein Beruf ist vielseitig und interessant. Denn Ich muss vieles kennen und können — alle möglichen Wissenschaften wirken ja im Photowesen zusammen -4 Optik, Mechanik,-Elektrik, Chemie — und manchmal auch die Aesthetik. Dafür wird der Photohändler wiederum entschädigt durch die Vielseitigkeit der Aufnahmen, die ihm seine Kunden bringen und den oft köstlichen Erlebnissen mit der Kundschaft. In der Regel beginnt die Bekanntschaft des Händlers mit seinem Kunden beim Apparatekauf. Da gibt es nun viele Kunden, die genau wissen, was sie wollen und den fachmännischen Rat des Händlers gerne hören, um das zu kaufen, was für ihre Zwecke das beste zu sein scheint. Dann gibt es wieder andere Kunden, die beim Einkauf einer Kamera sich unbedingt auf den Rat eines Bekannten oder Verwandten verlassen wollen und lieber mit dem Ratgeber wiederkommen wollen, als auf den Rat des Fachmannes zu hören. Ganz schlimm ist der Fall, wenn der zukünftige Lichtbildner — seine bessere Hälfte mitbringt, um einen Photoapparat zu kaufen. Denn da «er» einen besseren Apparat möchte und «sie» zur Sparsamkeit neigt, wird aus dem vom Händler freudig erhofften Geschäfte in neun von zehn Fällen leider nichts. Aber erfreulicherweise gibt es immer noch so nette Ehegesponsinnen, die ihren Ehegatten ermuntern, ja etwas Rechtes zu kaufen, damit er dann auch zufrieden sei. Leider sind diese lieblichen Geschöpfe in der Minderzahl. Hat nun der neugebackene Amateur seinen Apparat mit allen guten Ratschlägen des Verkäufers, dann stürzt er sich mit Begeisterung auf die Motive, die ihm des Photographiertwerdens würdig scheinen. Es ist interessant, dass es Anfänger im Photographieren gibt, die nach richtiger Instruktion wirklich schöne und richtig belichtete Aufnahmen machen, und wieder solche, die trotz wiederholter Aufklärung einfach nichts fertig bringen. Woran liegt das? Zum ersten ganz bestimmt daran, dass der eine mit Ernst an seine Aufgabe herangeht und einen Erfolg haben will, während der andere die Angelegenheit von der leichteren Seite nimmt und es mehr oder weniger dem Zufall überlässt, ob die Helgen gut oder weniger gut werden. Sonst könnte es doch nicht vorkommen, dass zirka 80 Prozent aller Amateurphotos an irgendeinem Fehler leiden, als da sind: Verwacklungsunschärfe, weil der Apparat bei der Aufnahme nicht absolut ruhig gehalten wird; Einstellungsschärfe, weil der Künstler zwischen 2 und 10 Metern keinen Unterschied kennt; überlichtete Aufnahmen, weil er glaubt, bei Sonne mit Blende 4,5 eine Sekunde belichten zu müssen, oder umgekehrt eine Aufnahme macht bei trübem Wetter von einer Hundertstels- Sekunde und geschlossener Blende. Aber nicht nur das — es gibt noch viele Fehlerquellen, die vermieden werden müssen, und auf die der Amateur vom seriösen Photofachgeschäft immer und immer wieder aufmerksam gemacht wird. Es kommt zum Beispiel vor, dass ein Amateur, um ganz sicher zu gehen, dass auf seinem Film etwas drauf ist, mit seiner Box jede Aufnahme zweimal knipst, obschon ihm beim Kauf des Apparates gesagt wurde, entweder einmal herauf oder einmal herunterdrücken. Natürlich wird ihm das nochmals demonstriert, aber beim nächsten Film muss ihm ganz bestimmt wiederholt werden, dass Zeitaufnahmen nicht aus freier Hand gemacht werden können, weil sie dann nämlich ganz bestimmt verwackelt sind. Acht Tage später kommt er mit einem Film, dessen Aufnahmen mit Gegenlicht gemacht worden sind, und obwohl der Kund« gehört hat, dass. keine Sonne ins .Objektiv gelangen darf, hat er doch probiert, etwas mit Gegenlicht zu kün-* stein. Für diese unverbesserlichen Optimisten gibt es immer nur eins, sich vom Fachmann anhand der Filmnegative und der Kopien Aufklärung über die Fehler geben zu lassen, damit künftig immer bessere und damit auch erfreulichere Resultate erzielt werden. Viel gesündigt wird von allen Amateuren, dass bei der Aufnahme der Apparat nicht absolut ruhig gehalten wird. Daher immer wieder die unscharfen Bilder. Interessant ist es, die Bilder zu betrachten, die aus der Trockenmaschine auf den Sortiertisch kommen. Was da nicht alles zu sehen istl Kinder in allen möglichen Altersstufen, Brautpaare, Ehepaare und andere Paare, Blumen, Tiere, Landschaften mit und ohne Himmel, Gruppenbilder, auf denen meist immer eine oder zwei der Hauptpersonen fehlen, schöne und weniger schöne Stilleben mit Früchten, Blumen, usw. Dass gestellte Aufnahmen gezwungen wirken, ist klar, am schönsten sind die Bilder, auf denen dij Abgebildeten keine Ahnung vom Photographie werden hatten. Da sind dann wieder am reizeq sten Strand- und Bäderbilder, Aufnahmen Sportanlässen, Skirennen etc. Am interessant^ sind ganz bestimmt Reisebilder. Da kann Photohändler schon allerhand sehen. Nicht nu der schönen Schweiz, auch aus dem Ausland, von Spitzbergen bis Kapstadt und von Lissabon bis Tokio und New-York ist alles Mögliche zu sehen. So erlebt der Reisende — und mit ihm der Photohändler — immer wieder alles Schöne, das er auf seinen Reisen genossen und gesehen hat. Denn dass das Photographieren eine Quelle der Freude ist, das sehen wir Photohändler, wenn zum Beispiel einem Kunden eine Serie Aufnahmen recht gut gelungen ist, und die dem Händler anvertrauten Aufnahmen fachgemäss entwickelt und kopiert vor dem Kunden auf dem Ladentisch liegen. Wenn dann ehrliche Freude aus den Augen des Kunden leuchtet, dann sind wir Photohändler doppelt befriedigt, weil wir mithelfen können, den grauen Alltag zu verschönern und unserm Kunden mit unserer Arbeit dauernde Freude und Frohsinn zu schenken. Humor fehlt nicht. Damit auch der Humor nicht fehle, sei noch von dem Kunden berichtet, der einen Chevrolet- Film wollte und den Gevaertfilm meinte, oder jenen, der vom Afga sprach und Agfa wünschte. Die Lichtempfindlichkeit der Filme ist in Grad "'Scheiner ausgedrückt, da verlangte einer einen Film von 20° Reaumur und ein anderer, der wusste, dass jetzt neuestens diese Lichtempfindlichkeit in Din-Graden errechnet wird, wollte einen Rollfilm von 16 Dinar. Viele Amateure machen auch humoristische Aufnahmen, beispielsweise ist eine Gesellschaft von hinten photographiert, die in übermütiger Laune die Köpfe auf den Boden neigt und zwischen den Beinen durchschaut. Ein beliebter Scherz ist eine Gruppenaufnahme, bei der die Damen Herrenhüte und umgekehrt die Herren Damenhüte aufhaben. Einen unfreiwilligen Scherz leistete sich ein Kunde, der Platten zum Entwickeln brachte und dieselben aus den Kassetten nahm und auf den Ladentisch legte. Dass sich bei diesen Platten das Entwickeln erübrigte, braucht nicht extra ausgeführt zu werden. Es ist zu sagen, dass beim Photographieren im allgemeinen viel mehr Lustiges und Humorvolles aufgenommen werden sollte. Die Amateure würden viel mehr Spass am Photographieren haben. — Ja, der Humor fehlt nicht im Photogeschäft. Aber die PhotograpM« kann unter Umständen auch einmal gefährlich werden. Zum Beispiel wenn ein Kunde seine KontroBmarke in unerwünschte Hände kommen lässt, and diese unerwünschte Hand (das Photogeschäft kann nichts dafür) sich in den Besitz der Kopien setzt, die für andere Augen bestimmt waren. Der Photograph ist diskret, er hütet sein Berufsgeheimnis, das ist selbstverständlich. Aber er könnte Fälle erzählen, wo Photos kleinere Explosionen verursacht haben, beim Gatten oder bei der Gattin... Aber wie gesagt, das sind Berufsgeheimnisse. Der Spruch «Wer photographiert, hat mehr vom Leben» ist auch ganz besonders auf den Automobilisten anwendbar. Jeder Autofahrer wird In seinem Wagen eine Kamera mitführen, denn dem Automobilisten ist wie keinem anderen GelegenheB gegeben, alles Schöne und Interessante auf seinen Reisen und Ausflügen aufzunehmen und zu Haus« in seinen Photos noch oft zu sehen und zu erleben. Die Kamera kann für den Autofahrer aber auch noch in dem Sinne von grossem Werte sein, dass sie ihm bei Unfällen oder irgend welchen Vorkommnissen ein unbestechlicher Zeuge sein kann. Die photographische Aufnahme kann unter Umstanden ein Dokument darstellen, das Hundert* von Franken Wert ist. Daher gehört ein Photoapparat zu den unentbehrlichen Requisiten jedes Automobilisten. Was tun Sie nun, lieber Photo-Amateur, wenn Ihnen nicht alles so gelingt, wie Sie es gerne möchten? Lieber Leser, ich kann es Ihnen im Vertrauen sagen. Gehen Sie ins gute Photofachgeschäft, geben Sie Ihren Film nicht irgendeinem Auchphotohändler oder gar in eine sog. Ablage. Gehen Sl« dahin, wo Ihrem Wunsch nach guten Bildern Verständnis entgegengebracht wird. Verwenden Sie für Ihre Aufnahmen das beste Material. Kaufen Sie nicht irgendeine Kamera, sondern lassen Sie sich im Photofachgeschäft vom Fachmann beraten, der Ihnen für Ihren Fall ganz bestimmt das Richtige raten wird. Und vor allen Dingen nehmen Sie jederzeit und überall den fachmännischen Rat des Photofachgeschäftes in Anspruch, dann werden auch Sie ganz bestimmt das erzielen, was Sie wollen: nämlich gute Photos. SL-L Der ironische Photographenkasten Wie eine Krovatte gebunden ist, sagt schon vts* les über seinen Träger aus. Steht sie waagrecht; und ist sie ehrenfest geknotet, so haben wir's kauen mit einem lockeren Zeisig zu tun. Besonders wenn die Jahreszahl 1853 darunter steht. Wir haben nicht die Ehre, den Studenten Julius auf dieser Lithogra* phie persönlich zu kennen. Sein Bild ist trotzdem tat die Erinnerungsschatulle von Generationen einge* gangen. Er hat mit seinem lobesamen Gehaben, seinem Möglichen Spruch und der verblichenen Zierschrift volle Daseinsberechtigung unter dem Wandel der Gesichter. Weil wir auf dem Menschheitskarussel so gern ausser Rand und Regel fliegen, verändert sich auch unsere Physiognomie. Wir haben tatsächlich nicht mehr dein Gesicht, Julius, und nicht deine Locken, schöner Friederich, und nicht Ihre Brille, Herr Dekan, vielleicht aber Ihre Phrase vom «Vorwärts> und vom «Losungswort» und was noch weiter unter Ihrem gezierten Namenszug steht. Mottos schrieb man damals und verehrte sich gegenseitig die Bilder. Schon die nächste Generation hörte dann auf, Bilder mit Mottos zu beschriften. Denn die Fabriken begannen zu rauchen, und man nahm die JVie eefällt Anea dieser Apparat? CPhot, SchrenÜÄii Beine hervor« Aber wer. zum Photographen, ging,