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E_1936_Zeitung_Nr.038

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14 Antomobü-ReTtra —

14 Antomobü-ReTtra — ss Die zerpflückte Flug-Photographie Von Heinrich Pfennmger. Das Rätsel.Mein Freund Albert ist ein Spassyogtl. Da überreicht er mir mit bedeutsamem Augenzwinkern eine Photographie und flüstert geheimnisvoll, sie sei sein eigenes Werk. Berge yorn im Bild, Berge hinten im Bild und oben rechts »..ein Stück schwarze Fläche. «Bist am Ende gar Ober die Alpen geflogen,» wundere ich. Genickt bat er noch und ist hernach verschwunden. Mich aber stach gewaltige Neugier. Geflogen Ist er? Ohne Zweifel, der Beweis lag in meinen eigenen Händen und die schwarze Ecke zeugte von der Tragfläche des benutzten Flugzeuges. Aber wan» Albert, dir kommen wir hinter die Schliche! Die Alpen sind zwar gross und die Berge sich machmal ähnlich. Aber, ob ich nicht doch herausbringe, in welcher Alpengegend dieses Flugbild entstand; ob ich nicht doch die abgebildeten •Gipfel deuten kann? Soll ich verraten, wie lange ich über der Landkarte gebrütet habe, bis mir ein Licht aufging? Der aufragende Gipfel in der Mitte hat mich erst ordentlich an der Nase geführt. Ich vermutete in ihm das Matterhorn. Aber als ich dann von den Wallisern enttäuscht zu den Berner Hochalpen abschwenkte und das Finsteraarhorn und seine Umgebung mit dem Bild zu vergleichen begann, «wurde es Tag». Die Landkarte bringt es an den Tag. Ihr seht hier den Ausschnitt aus meiner Karte, die auf das Flugbild passte. Bekanntlich kann man ja gleichzeitig nur nach einer Richtung photographieren. Was dann auf die Platte kommt, erscheint auf der Karte fast wie ein Dreieck. Man muss sich das ganz genau so vorstellen, wie beim Lichtkegel eines Automobilscheinwerfers. Er wird um so breiter, je weiter er von der Lampe weg ist. Beim Photographieren kann ebenfalls um so mehr aufgenommen werden, je weiter man sich mit dem Apparat von den Dingen entfernt hat. Wie beim Scheinwerfer gehen also die Begrenzungslinien hinter jenen Wolkenbänken liegt, wenn wir die beiden Begrenzungslinien über den Abschlußstrich hinaus verlängern würden. Was dann noch neu dazwischen läge, war durch Wolken verdeckt. Wenn wir Photo und Kartendreieck nun miteinander vergleichen, dann sehen wir, dass die Bergketten der Photo auch auf der Karte als dieselben zusammenhängenden Gebirgszüge zu finden sind. Der Reihe nach habe ich alle zehn wichtigeren Gipfel auf der Karte herausgelesen, angeschrieben und weiss nun sogar genau, wo Albert sein Bild in den Apparat einfing. Dort nämlich, wo sich die Begrenzungslinien schneiden und Albert sich im Moment der Aufnahme befand, liegt auf der Karte das Wetterhorn im Berner Oberland. Ich kann ihm auch melden, dass er ziemlich genau von Nord nach Süd photographiert hat (siehe die Windrose rechts neben dem Kartenausschnitt). Unsere gezeichnete Karte steht also, verglichen mit der Schulkarte, scheinbar auf dem Kopf. Wir wissen sogar mehr als der Photographl Weil ich den Maßstab der Landkarte (er findet sich jeweilen meistens am Kartenrande) neben die Zeichnung legte, die genau der Grosse des Kartenausschnittes entspricht (ich. habe die Abstände durchgepaust!), kann ich jetzt sogar feststellen, wie weit die Gipfel sich vom Photographen entfernt befunden haben zur Zeit der Aufnahme. Wir können Albert melden, dass er in jenem Moment rund 17,000 Meter weit photographiert habe. So fern befindet sich das Wannehorn vom Aufnahmeort. Auch die grösste Breite' der Aufnahme könnt ihr nun selber auf dem Kartenausschnitt nachmessen. Nehmen wir an, unser Freund habe sich anlässlich der Aufnahme etwa hundert Meter über dem Erhältlich in allen Apotheken 10 er Paokung Fr. 4.50 — 4 er Paokung Fr. 2.—. Oratls-Prospekt diskret durch EROVAQA, Q.; Zürich 25, Bachtobeistrasse 59. Lesen Sie die aufklarende BrosohOre von Dp. R. Engler. Zu beziehen gegen Einsendung von Fr.1.20 In Briefmarken oder auf Postscheck VIII/1819, EROVAQ A. Q. yom Flugzeug (Albert mit Apparat!) in einem spitzen Winkel auseinander. Dieser Winkel beträgt übrigens meistens bei Photo-Aufnahmen 40 Qrad. (Miss mit einem Transporteur einmal nach, Umzeichnung obiger Photo zur Bestimmung der Gipfel 0b es auch hier stimmt!) Selbstverständlich hört »eigentlich, von vorne geschaut, das Bild noch Gipfel des Werterhorns befunden, dann haben wir lange nicht beim Schlußstrich auf, denn man kann kaum nur bis dorthin und nicht mehr weiter sehen. So wäre unser Dreieck auch bei ausgezeichnetem tsichtigem» Wetter noch viel viel länger gefworden. Man sieht aber auf der Photo, dass Wolkenbänke an jenem Tag die Sicht über den Abschlußstrich verunmoglichten. Wir begnügen uns also mit dem, was Albert sah, könnten ihm aber auf der Landkarte ohne weiteres zeigen, was noch von Albert eine Photo bekommen, die zeigt, wie der Ausblick vom Wetterhorn wäre —• wenn seine Gipfelhöhe hundert Meter mehr betragen würde. Es wäre aber dann keine Flugqufnahme mehr. Das lässt uns leicht erkennen, dass wir irgendwelche Landschaftsaufnahmen auf unsere Weise zerlegen können, es brauchen somit nicht einmal Flugbilder zu sein. Es eignen sich aber insbesondere Landschaftsbilder mit möglichst freiem und weitem Blick. Sonst brauchte man zur Karten-Durchpause eine möglichst ausführliche Karte, wie es zum Beispiel die jSiegfried-Karten» sind. Man kann bei solchen Bildzerlegungen die fröhlichsten Sachen erleben. Albert hat ungläubig den Kopf geschüttelt, als ich ihm zwei Tage später dieses Bild und den obigen Kartenausschnitt überreichte und ihn bat, was ich dich jetzt bitte: «Vergleiche nun Zeichnung, Karte und Photo.» Damit ihm alles leicht wurde, habe ich in der Zeichnung die Berge mit verschiedenartigen Fahnen ausgerüstet und diese Fähnchen den Beschriftungen in der Karte angehängt. Das Studerhom zeichnet zum Beispiel mit einer halben Kreisfläche auf Karte und Zeichnung usw. Aber als ich dann schliesslich meinen Freund auf das grosse Wannehorn hinwies, das mit seinem weissen Scheitel im Bildhintergrunde aufragte, schüttelte Albert ungläubig erst den Kopf und verriet dann, als er sich von der Richtigkeit meiner Namengebung überzeugt hatte: «Zum Kuckuck, jetzt habe ich meiner Tante weisgemacht, es sei das grosse Aletschhorn!» Dann habe ich Albert lächelnd bedeutet, dass man auf meinem Kartenausschnitt sogar noch all das sieht, was seine Aufnahme «verschluckt» habe, was sie nicht gezeigt habe. Es sind dies nämlich die Gletscher, die zwischen den abgebildeten Bergketten liegen und die durch die aufragenden Bergriesen verdeckt, also für Albert im Moment unsichtbar gewesen sind. «Du hast ein lückenhaftes Bild heimgebracht, merkst du!» gab ich ihm zu verstehen. Da hat er mich von der Seite angesehen und gefragt: «Bekommt man denn überhaupt je alles drauf?» «Natürlich, mein Lieber, wenn du dich zum Kabinenfenster des Flugzeuges hinauslehnst und senkrecht hinunter photographierst zur Erde, dann kann nichts verschluckt werden.» «Pfeif drauf, dann habe ich ja eine Landkarte, statt eine schöne Photo!» war seine Antwort. — Stadttheater Ahen < ts > s uhr, Sonntag WM« VlivUH tl« HIHI » . wh -. nisten am Pult. So. nachm. 10. Mai Vorstellung zu kleinen Preisen: Hopsa, Operetten-Revue v.Paul Burkhard. Mit dem Komponisten am Pult. So; abend 1D. Mai 8* Uhr: Turli»Glück, Oper MO. abend 11. Mai VolksTorstelluns. Tette Ton Rob. Stolz. Di. Mi. abend 12. Hai Drei Walzer. abend 13.MaiGross«r Ballett-Abend. DO. abend 14. Mai Volksvorstellung. Jawohl, jetzt hatte Albert wieder recht. Und In der Tat werden heute die besten Landkarten hergestellt, indem man auf diese Weise das Land «ausphotographiert», statt wie man es früher ausgemessen hat. Es gibt sogar automatische Photoapparate für diese Zwecke, die während des Fluges Aufnahme an Aufnahme fügen und so zusammengehörige Bilderreihen fast selbständig fertigbringen. Von dem hatte Albert allerdings bisher noch nichts gehört. (Aus dem «Schweizer Jugendbuch», 2. Band, herausgegeben von Alice Lanini-Bolz im Verlag Huber & Co, Frauenfeld.) Empfehlenswerte Unterhaltungs- u. Gaststätten nachmittags 3 Uhr. Fr. abend 8. Mai Grosser Ballettabend (A-Ab. 17). Sa ahend 9 Hai Drei Walzer. Mit dem Kompo- Schauspielhaus £ )en j£ clmL Fr. abend uric • • 8. Mai Abrakadabra, Komödie von Fritz Koselka. Sa. abend i. Mai Peer G y nt > Schauspiel T, Ibsen. Musik von Grieg. So. nachm. 10.Mai 3 Uhr: PMr Gyn *' Schauspiel v. Ibsen. Musik von Grieg. So abend 10 Mai Abrakadabra, Komödie von Fritz Koselka. Mo. abend 11. Mal Siehe Tageszeitungen. Di abend 12 Mai Volksvorstellg.: Die unentschuldlgte Stunde. Mi. abend 13. Mai Abrakadabra. Dn abend 14 Hai Premiere: Protektorat, von John Knittel. Gymnastik — Tanz im Conservatoire de Danse, Oben Zäune 20 Itg.: Mario Volkaft, du Theätre nat. de l'Opera de Paris. Allgemeine Körperkultur, Rhythm. Atmungs-HeiUGymnastik. 2 schöne, helle Säle, Douchen, Massage. Odeon-Bar: KUh Wiener Stimmungskanonen. — Jecki, der Humorist Hungaria - Jonny Bar, Beatengasse 11 Erstkl. Küche, gepflegte Weine. — Täglich Konzerte erster Orchester. Parkplatz vor dem Haus. Inh.: Farn. Zürcher. Moderne Zimmer. Reine Butterküche. Zeittemässe Preise. Besitzer: RSsler-MIsar, Chef de cuisine. Telephon 58.911 Hotel - Restaurant - Säle. Wannen- und Medizinalbäder. Zimmer m. fL Wasser 3.50. Zentralheizung. Geheizte Garage im Hause. Eigener Parkplatz. Talstrasse 83 Feinschmecker sind begeistert über unsere Grill-Spezialitäten. Täglich Poulet vom Grill garniert 2.50. - Parkplatz vor dem Hause. Allabendlich «Bunte Bühne». Zimmer mit Zentralheiz, und fliessend Kalt- u. Wannwasser. Fr. 3.50. Frühstück Fr. —.80, Bedienung 50 CU. Jos. Füchslin-Hensler. 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in. Blatt Automobil-Revue Nr. 38 BERN, 8. Mai 1936 Won Gewürzen und Heilkräutern Ja, sehr einsam bist du wohl gewesen. Konntest nimmermehr davon genesen. Liebe Mutter, dein will ich gedenken, wenn mich waldwärts meine Schritte lenken. Und ich weiss, du kannst mir Frieden schenken. Aus: «Der Aufbruch des Herzens», Verlag Rascher & Cie., Zürich. Photo Schlldknecht, St. Gallen M.eine Mutter, die du langst gestorben und im Grab die Ruhe dir erworben, hörst du nicht im Hauch des Abendwindes rufen dir die Stimme deines Kindes? Wissen macht' ich, als du mich empfangen: Trügest du nach mir ein Heimverlangen? Warst du müde schon des Tages Lasten? Wolltest einmal, du Entschwundene, rasten. Deines Lebens letzte Frucht noch reifen, um das Dasein leise abzustreifen? Und indes ich fern des Lebens Warte stumm in dir der Auferstehung harrte*. Gingst du viel durch goldumsäumte Felder? Trankst die Stille du verträumter Wälder, . dass nach ihren Gründen ich begehre, als ob dorten meine Heimat wäre? Sassest du an spiegelglatten Fluten? Sahst die Sonne du im See verbluten? Dachtest du an Gott und Ewigkeiten, dass ich lausche stets dem Puls der Zeiten? Gingst in Wehmut auf und ab am Ufer. Starbst in Demut, ein erschwieg'ner Rufer. — KarlStamm. Nach Jahrzehntelangen Eßsünden und widernatürlicher Gourmanderie kehren wir gegenwärtig zu den bescheidenen Helfern unserer Vorväter zurück. Von vielen weiss man so wenig Bestimmtes mehr, dass nur noch die Chroniken Karls des Grossen Auskunft verschaffen. Im Karolingerreich galt das Gebot, möglichst viele gewürzreiche und heilsame Kräuter anzupflanzen. Die Klosterbrüder hatten umfangreiche Studien gemacht, und heute fällt es keinem gebildeten Wissenschafter ein, seine früheren Kollegen zu verlachen. Eine gut orientierte Wissenschaft gibt uns neuerdings Wegweiser und versucht, die Naturschätze dem praktischen Leben dienstbar zu machen. Chemie und Physiologie wollen feststellen, welche Stoffe der menschliche Körper braucht, damit er sich immer wieder aufbauen kann. ,Als vernünftiger Grundsatz gilt allgemein: Richtig ist eine gemischte Kost, GeTtochtes und Rohgenossenes. Viel Gemüse und Früchte. Gewürzkräuter sorgen für schmackhafte Zubereitung. Noch jetzt wissen die Bäuerinnen eine reiche Verwendung für solche Kräuter, ja, die Wildlinge der Felder werden in den'Gärten sorgsam angelegt und sind der Stolz der Hausmutter. Nun muss aber jedes Kraut richtig gekannt sein, damit es auch seinen rechten Platz im Speisezettel erhalte. Wermut und Knoblauch passen nicht in jeden Topf. Auch wollen wir nicht überwürzen. Hoffentlich werden die Kräuter bald vielfältig auf den Märkten angeboten. Das eine passt mehr als Tee, das andere mehr als Gewürz in Suppe, Salat, Kartoffeln und Gemüse, den Eiertätsch oder das Risotto. Früh ausgesät werden Schnittlauch, Petersilie und Schnittzwiebeln. Das übrige kommt meistens erst im Mai an die Reihe. Es lässt sich auch gut in Blumentöpfen ziehen. Ernten wollen wir in dem Moment, da eine Pflanze in ihrer vollen Kraft steht, nicht zu ,;; unreif, aber auch nicht überzeitig. Diese Reifezeit „ Ist bei Rinde, Wurzeln, Stengeln und Blättern ver- ' schieden, Knospen als Heilmittel bricht man unmittelbar vor dem Oeffnen. Auch die Samen und ' Früchte sammeln wir im Augenblick der vollen Entwicklung. Die Heilpflanzen sind nun nicht das* »ganze Jahr in gutem Zustand erhältlich. Wer .sie ••-. fachkundig vor der Blüte zu dörren versteht, be- U; wahrt sie mit all ihren Werten, Die meisten Arzneipflanzen sind im Schatten zu dörren. Bei verschiedenen Pflanzen, zum Beispiel Schnittsellerie, werf den Blätter und Stengel einzeln gedörrt. \ Welches sind nun die bekanntesten Kräuter, \ oder die, welche neu bekannt und eingeführt werj den sollen? Wozu dienen sie uns? Nehmen wir ' einmal die gebräuchlichsten Köchenkräuter voran: ./ Da Jst das herrlich duftende Basilikum, für Saucen f und Salate, Majoran in Suppen und Kartoffelspeisen. Aehis für Gebäck una-Tee, Minzen zu Salat, 'Spinat, Eierkuchen. Zwiebeln und "Sellerie, etwas 'vom Heilkräftigsten, ist gut In Suppen, Saucen, ;, Rohgemüsen aller Art. Dill, Fenchel, Estragon, •Schnittlauch und Kerbelkraut würzen den Salat. ' Ausserdem lieben Spinat und Gurken eine Beigabe {von Dill, Fenchel gibt einen wärmenden Tee, der 1 übrigens ein vortreffliches Schönheits- und Arzneimittel zu Augenbädern ist. Knoblauch feiert heute einen wahren Siegeszug, sei's in natürlicher Zehengestalt oder in Tarnung, als Pressaft nicht zum seltensten. Auf dem Lande kennt man onter dem Namen '• «Maggikraut» das Liebstöckel, eine uralte, sellerie- ' artige Pflanze, ein vorzüglicher Schlaftrunk. Es wird gebraucht bei Nieren- und Blasenkranken, lindert die Wassersucht, reinigt die Haut, darum nimmt man es gerne als Badezusatz. Uebrigens wirkt auch Kerbelkraut ausgezeichnet bei Nierenleiden. In Tee oder Suppe schmeckt es würzig. Zwiebelgewächse reinigen die Magen- und Darmsäfte. Gesund sind Knollen wie Blätter. Weil aber diese Gewächse ihre Nährstoffe aus der Zwiebel nehmen, dürfen sie nicht zu stark gestutzt werden, sonst stirbt die Kraftspenderin in der Erde. Guterhaltener Schnittlauch kann überwintern. Auf nassen Wiesen und in Gräben beginnen nun bald die köstlichen Wildlinge zu wachsen. Im Juni und Juli werden dann Geissbart (Spyreen) gewonnen, gut gegen Rheumatismus, Gicht und Fieber. Ebenfalls gute Fiebermittel sind die schweisstreibende Lindenblüte, das kühlende Hirtentäschel, äusserlich gegen Brand und Hitze, innerlich genommen bei Frauenleiden. — Eine ganze Reihe von Helfern gibt es für Lungenschwache: Isländisch Moos> das in den Bergen im Frühling und Herbst gewonnen wird. Auch Spitzwegerich, Snnkraut und Huflattich lösen den Husten. Zinnkraut sei Lungenkranken ganz besonders empfohlen. Alle diese Säfte wirken am kräftigsten als ausgepresste Säfte. — Kinder, die an Keuchhusten leiden, doktern wir mit Veilchentee oder Thymian. — Wermut ist ein altbekanntes und wohl das energischste Magenmittel. Auch Frucht, Spitze und Holz von Wacholder stärken Magen und Darm, reinigen das Blut. — Die Mistel soll nicht immer als Schmarotzer verschrien werden. Sie senkt den Blutdruck gewaltig und verhütet damit Arterienverkalkung, ähnlich wie übrigens der Knoblauch. Neuerdings wird sie sogar gegen Krebs angewendet. - Unsere kleinen Alpenkräuter sind sehr vielseitig. Silbermantel hält für alle Zwecke her, für Kopf und Zeh' und Magenweh. Arnika reinigt den Magen und macht auch die lindesten Umschläge. Auch Schafgarbe und Tausendgüldenkraut nehmen es mit Magen und Gedärmen auf. Vom gelben Enzian ist die Wurzel das Wirksamste. — Wer dächte sich, dass auch der Löwenzahn ein Doktor sei? Von ihm wird die Wurzel genommen zur Reinigung der Leber. Andere Lebermittel sind Ringelblume mit Salbei zusammen, gegen Leberkatarrh. — Schweisstreibende Tees sind - Vorbeügüngsmittel. Da haben wir den Schlehdorn, die Lindenblüte, den wärmenden Rosmarin. Anfängen von Brustfellentzündung Ist durch Stechpalmentee oder Zinnkrautsaft Beizukommen. Wo aber zu viel geschwitzt wird und der. Nachtschweiss schwächt, wie bei Lungenkrankheit, da hilft wiederum Salbei. Sie enthält ätherisches Oel, Gerbstoff, Harz. Solche Kräuter sind meistens zugleich Schlafmittel. Als mild und nervenberuhigend wird Melisse sehr geschätzt. Hagebutte, von der man die Fruchthülle nimmt, heilt Blasenkatarrh und gibt auch guten Schlaf. Tee aus gedörrten Aepfeln ist ein Schlaftrunk ersten Ranges. Baldrian in seiner unverfälschten Form ist als Beruhigungsmittel empfehlenswert. Es bleiben noch die paar Spezialisten unter unseren Pflanzen. Eichenrinde ist ein ausgezeichnet zusammenziehendes Mittel. Nur muss Rinds von jungen Stämmen, noch vor der Borkenbildung gewonnen werden. Die Schlüsselblume arbeitet gut gegen Rheumatismus, aber ausserdem ist sie ein Hustenmittel. Die feine Lavendelblüte und die Brennessel kennen wir als Schönheitsmittel, Lavendel als Parfüm..Brennessel für die Haare. G.E.