Aufrufe
vor 4 Monaten

E_1936_Zeitung_Nr.043

E_1936_Zeitung_Nr.043

AUTOM ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEIT BERN, Dienstag, 26. Mai 1936 Nummer 20 Rp. 32. Jahrgang - N» 43 Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehisinf€ressen ABONNEMENTS-PREISE» A (ohne Versicherung) halbjahriieh Fr. 5.-, jährlich FB. Ausland mit Portozuschlag, wenn nietat poftamUieh abonniert Ausgabe B (mit gew. UnfaUversich.) Vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherun«) vierteljährlich Fr. 7.50 Einmal reisst der Soll das Auto für die Misswirtschaft bei der Alkoholverwaltung Wissen? Wo bleiben die Verant wörtlichen ? In der eidgenössischen Wirtschaftspolitik hat sich allgemach ein Gegensatz zwischen Theorie und Praxis gebildet, der nicht nur einzelnen Wirtschaftszweigen, sondern in erschreckendem Masse auch ganzen Bevölkerungsteilen gefährlich wird. Wie lässt es sich mit gesunden Grundsätzen beispielsweise vereinbaren, dass in Zeiten zunehmender Wirtschaftsnot — und unsere Aussenhandelsergebnisse und Arbeitslosenziffern sprechen hier eine nicht misszuverstehende Sprache — in Perioden allgemeiner Preis- und Absatzschrumpfung, die Steuersätze für Benzin und ähnliche Betriebsstoffe unentwegt höher klettern? Der Fiskus, der noch immer glaubt, durch die dauernde Erhöhung der Zollbelastungen Mehreinnahmen herausholen zu können, wird schlussendlich vor einer bittern Enttäuschung stehen. Schon beginnen sich die Folgen der bundesrätlichen Benzinzollpolitik in der diesjährigen Entwicklung der Benzinimporte fühlbar zu machen. Während der ersten vier Monate des laufenden Jahres gelangten noch 515 091 Q Benzin gegen deren 538200 q in der vdfjährigen PaFaüelperiode* zur Einfuhr, d. h. 23 200 q weniger. In diesem Zeitpunkt der höchsten Anspannung aller wirtschaftlichen Kräfte nun stellt die eidgenössische Alkoholverwaltung auch noch das Problem der Beimischung von Alkohol zum Benzin zur Diskussion. Ihr durch Miss- und Subventionswirtschaft entstandenes Defizit von 21,6 Millionen Franken soll, unbekümmert um alle damit zusammenhängenden technischen, .verkaufsorganisatorischen und fiskalischen Probleme, ä tout prix durch eine weitere Belastung der Benzinkonsumenten in einen Einnahmenüberschuss verwandelt werden. Dass diese Lasten-Ab- und -Ueberwälzung Tausende von Schweizerbürgern, die für die entstandenen Defizite der Alkoholverwaltung in keiner Weise verantwortlich gemacht werden können, aus dem ohnehm beschränkten Arbeitsprozess ausschalten wird, darüber scheint man sich zuständigenorts kühl und gelassen hinwegzusetzen. Wirtschaftspolitisch kommt dem Beimischungszwang nicht nur wegen der damit verbundenen erneuten Belastung des motorisierten Strassenverkehrs, sondern mehr noch, weil es sich um reine Subventlonsmassnahmen F E U I L L E T O N Der Seewolf. Von Jack London. 32. Fortsetzung. Die fünf Boote gingen wie der Wind über Bord, breiteten sich fächerförmig aus und setzten, wie am vergangenen Nachmittag, den Kurs nach Norden. Ich beobachtete sie eine Zeitlang gespannt, aber es war nichts Ungewöhnliches an ihnen zu bemerken. Sie Hessen die Segel nieder, schössen Robben, heissten die Siegel wieder und setzten ihren Weg fort, wie ich es immer hatte tun sehen. Die .Macedonia' wiederholte ihr gestriges Manöver, indem sie ihre Boote vor den unseren und quer über unserm Kurs aussetzte. Vierzehn Boote erfordern ein ausgedehntes Gebiet, um bequem jagen zu können, und als Erscheint jeden Dlenstaa and Freltao Wöchentliche Beilage „Auto-Mag»zin". Monatlich 1 mal „G*Ik* U»U" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414- Telegramm-Adresse: Autorerue, Bern. Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 zugunsten der Alkoholproduzenten, um Millionenaufwendungen zur Förderung der vornehmlich aus politischen Motiven geschützten befinden eich in vollem Gang. Unser Bild vermittelt Die Schneeräunrangsarbeiten an der Gotthardstrasse Spirituserzeugung handelt, grundsätzliche einen Begriff von den ungeheuren Schneemassen, die auegehoben werden müssen. Allein in der Tremola sind dieses Jahr ca. 150.000 m 3 Schnee 'weg- Bedeutung zu. Die Verhältnisse sind in den einzelnen Staaten naturgemäss verschieden zuschaffen. Man hofft, die Strosse bis nächsten gelagert. Entgegen der von der Alkoholver- Donnerstag dem Verkehr übergeben zu können. waltung suggerierten Ansicht kommt die Beimischung jedoch vernünftigerweise nur für solche Länder in Betracht, die unter einer Ueberproduktion an Alkohol leiden. In der Schweiz dagegen erforderte die Deckung des Inlandbedarfs in der Zeit vom 1. Januar 1933 bis Ende Juni 1935 einen Alkoholimport von nicht weniger als 42940 hl.'Eingeführt aber wurden 109 369 hl oder also 66429 hl mehr,: als erforderlich gewesen wären, und zwar ohne Einrechnung der während der ersten die ,Macedonia' uns vollkommen abgeschlossen hatte, fuhr sie weiter nordwestlich, indem sie immer noch Boote aussetzte. c Was haben Sie vor ? > fragte ich Wolf Larsen, ganz unfähig, meine Neugier noch länger im Zaun halten zu können. « Lassen Sie das meine Sorge sein », antwortete er barsch.,« Es wird keine tausend Jahre dauern, bis Sie es wissen. Beten Sie nur, dass wir guten Wind bekommen.» «Uebrigens kann ich es Ihnen auch gern erzählen », sagte er einen Augenblick später. «Ich will meinem Bruder eine Dosis seiner eigenen Medizin verabreichen. Kurz, ich will ihm selbst mal den Fang ausspannen, und nicht nur für einen Tag, sondern für den ganzen Rest der Fangzeit — wenn wir Glück haben.» « Und wenn wir keines haben ?» fragte ich. «Gar nicht auszudenken! » lachte er. «Wir müssen einfach Glück haben, sonst . 10 Monate des laufenden Geschäftsjahres im* Dortierten4f 354 hl Sprit , „Es steh); der Eidgenössischen Alkoholverwäitung jedoch auch mit Rücksicht auf die Tatsache, dass sie allein im letzten Jahre 35 000 neue Brennbewilligungen ausstellte, recht schlecht an, die, eigenen Fehler nun durch die Benzinkonsumenten büssen zu lassen. Der Vorwurf an die Adresse der Motorlaiirzeugbesitzer, die Alkoholverwaltung lasse sich durch destruktive Wirtschaftspolitik nicht sanieren,,fällt auf diejenigen Kreise zurück, welche zu diesem Verlustbetrieb in irgendeinem Verhältnis standen und trotz zahlreicher Mahnungen der Entwicklung der Dinge bis; zum heutigen Debakel zusahen. Die Sanierung, der Eidgenössischen Alkoholverwal tuijg.ist und bleibt in erster Linie ein landwirtschaftliches Problem. Hat der Fiskus Vozd&t, lüied&i&iöffuung- dvc QoühwidsUasse Während der ersten Tage nach der Eröffnung der Gotthardstrasse wird an verschiedenen Stellen zu Gunsten der «Vereinigung Gotthardsträsse> die oben abgebildete Etikette den Automobilisten zum Kauf angeboten. Die Etikette ist auf der Bildseite gummiert, damit sie auf die Windschutzscheibe geklebt werden kann. sind wir glatt geliefert.» Er stand am Rad, und ich ging nach meinem Lazarett in der Back, wo die beiden zu Schaden Gekommenen, Nilson und Mugridge, lagen. Nilson fühlte sich so wohl, wie man nur erwarten konnte, denn sein gebrochenes Bein heilte ausgezeichnet; der Cockney aber war niedergeschlagen und verzweifelt, und ich hatte das grösste Mitleid mit dem unglücklichen Menschen. Es war ein reines Wunder, dass er noch lebte und am Leben hing. Die grausamen Jahre hatten seinen, ausgemergelten Körper zu einem zersplitterten Wrack gemacht, und doch brannte der Lebensfunke in ihm so hell wie nur je. «Mit einem künstlichen Fuss — man verfertigt jetzt ganz ausgezeichnete — kannst du bis ans Ende der Zeiten in Schiffskombüsen herumlaufen», versicherte ich ihm freundlich. Aber seine Antwort war ernst, ja fast feierlich. «Ich weiss nicht, ob es stimmt, IONS-PREIS: ohe Grundzeile oder era an« ndenzmeldungen der S.B.B. Das 30-Rappen-Benzin... aber nicht für uns. Drei-Stunden-Rennen von Marseille. Afrikanische Bilanz. Gewichtsersparnisse am Wagen. an der Steigerung der Spritproduktion auch, ein begreifliches Interesse, so überwiegt doch bei weitem dasjenige der Landwirtschaft, besser gesagt, einzelner bevorzugter land-, wirtschaftlicher Kreise an der Spirituserzeugung, d. h. an den hiefür durch den Staat [gewährleisteten, ausserordentlich hohen Gewinnen. Nicht darin liegt die Rettung der eidgenössischen Alkoholverwaltung, dass man i einzelne Wirtschaftszweige und Bevölkejrungsschichten- — in diesem Fall die Automobilisten — '•""'ri»- 1 '' zu Kulis des Staatsfiskus stempelt und ihnen die Aufpäppelung dieses lebensunfähigen Monopolbetriebes anhängt,, sondern darin, dass unverzüglich eine Reihe von Massnahmen vorgekehrt werden, welche' u. a. folgende Punkte zu umfassen haben: 1. Verbot der Einfuhr überschüssiger Spritmengen; 2. Schärfere Kontrolle und einschränkende Massnahmen gegen die Hausbrennerei, und zwar unbesehen aller persönlichen Rücksichten; 3. Einschränkende Massnahmen gegen die Brennauftraggeber; 4. Festsetzung des Eigenbedarfes der Hausbrenner wie der Brennauftraggeber; 5. Variable Festsetzung des Mostobstgründpreises; 6. Förderung der alkoholfreien Obstverwertung, des Obstexportes resp. Ersetzung des Quantitäts- durch das Quälitätsprinzip. Diese Forderungen sind übrigens der Alkoholverwaltung nicht unbekannt. Sie sind allerdings nicht sehr populär und begegnen nicht zuletzt auch am Sitze der landwirtschaftlichen Bundesfiliale dn Brugg starker Opposition. Den Herren, die sich die Verfechtung und Durchsetzung des Beimischungszwanges, koste es was es wolle, in den Kopf'gesetzt haben, sei erklärt, dass die Benzinkonsumenten nicht die geringste Lust verspüren, nach der Benzinzollerhöhung vom 25. Juni 1935 auf Fr. 28/100 kg nun auch noch diese Pille zu schlucken. Wurde übrigens, damals nicht die Versicherung abgegeben, das Maximum der Belastung sei nun erreicht? Das betrübliche Niveau eidgenössischer Subventions- und Wirtschaftspolitik erhellt eindeutig aus der Tatsache, dass sich die au- was Sie sagen, Herr van Weyden, aber eines weiss ich: Ich werde keine glückliche Stunde haben, bis dieser Höllenhund tot zu meinen Füssen liegt. Er kann nicht so lange leben wie ich. Er hat kein Recht zu leben, und wenn das alte Wort sagt, dass er sicher sterben muss, so sage ich ,Amen' und .möglichst bald !' dazu.» Als ich wieder an Deck zurückkehrte, fand ich Wolf Larsen mit einer Hand steuernd und mit der andern ein Seeglas haltend und die Lage der Boote studierend, wobei er der ,Macedonia' besondere Aufmerksamkeit schenkte. Die einzige Veränderung an unsern Booten war, dass sie jetzt dicht am Winde lagen und mehrere Striche West zu. Nord vorgerückt waren. Ich konnte aber noch nicht die Zweckmässigkeit dieses Manövers einsehen, denn sie waren immer noch durch die fünf Luvboote der ,Macedonia\ die sich ebenfalls dicht an den Wind, gelegt hatten, vom offenen Meere abgeschnitten. Die zogen