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E_1936_Zeitung_Nr.043

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12 AUTOMOBIE-KEVÜE 90.

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BERN, Dienstag, 26. Mai 1936 Automobil-Revue, III. Blatt - Nr. 43 Eine Pfingstbetrg.ch.tung. Mehr Gemeinschaft! Von Adolf Guggenbühl. Die Krankheit unserer Zeit heisst Individualismus, das Rezept zur Gesundung heisst Gemeinschaft. Weil aber alles mit allem zusammenhängt, so hat die Zersetzung nicht nur die grossen wichtigen Gemeinschaften: Kirche, Familie und Staat erfasst, sondern auch die weniger beachteten, aber auch wichtigen Gemeinschaften des täglichen Lebens sind der Zersetzung anheimgefallen. Separate Tische. Produkt dieses Kollektivgeistes. Es ist ein lakaien- Kfise der Hotelindustrie kommt nicht nur davon hartes Missverständnis, wenn man in der Abgren^ ^ dass dIe Fremden • abgeblieben sind, sondern zung gegen unten die Hauptsache sieht. Nun .st dass der öbKch Hote!betrieb aen Leuten einfacn also die Table d'hote abgeschafft. Jetzt sitzt man %y} langweilig geworden ist. Man langweilt sich an kleinen Tischen, stolz und distinguiert, und was ist das Ergebnis? Tödliche Langeweile. Die kurzen dann, wenn man sich isoliert fühlt. Ferien genügen meist, nicht, auf alle Fälle den - ; • Altes besetzt. weniger gewandten Hotelgästen nicht, um An Aber nicht nur im Hotelbetrieb feiert eine un- Ein, Beispiel einer solchen Zerstörung, das wir drei Wochen lang Leute sitzen, die voll S^hnfujctit^besser.- Wenn wir eine Wirtschaft betreten, in der; selbst miterlebt haben, das s'ymtörnatisch ist: die sind, andere kennenzulernen, mitit andern zu spre- 30 Tische stehen, und an jedem Tische sitzt bereits Auflösung der Table d'höte. Noch vor dem Krieg war in den meisten schweizerischen Kurorten die Table d'höte eine festverankerte Einrichtung. Die Hotelgäste assen gemeinsam an einem langen Tisch. Die zuletzt Angekommenen hatten sich unten anzuschliessen und je nach der Länge des Kuraufenthaltes rückten sie dann allmählich weiter hinauf. Wenn man ankam, stellte man sich den Gästen gegenüber, rechts und links vor. Diese Tischnachbarn bildeten nicht immer eine angenehme Gesellschaft. Es gab solche, die ausserordentlich viel redeten und wieder andere, die wie Stockfische dasassen und aus denen kaum ein Wort herauszubringen war. Aber trotzdem hatte die Table d'höte den grossen Vorteil, dass man dadurch sofort in eine Gemeinschaft aufgenommen war, nicht in eine sehr enge, nicht in eine sehr tiefe Gemeinschaft, aber doch immerhin in eine Gemeinschaft, die vorübergehende Gemeinschaft der Hotelgäste. Jede Gemeinschaft verpflichtet und hält den Einzelnen in Schranken. So herrschten auch hier ungeschriebene Sitten. Es galt als selbstverständlich, dass man beim Herausnehmen Rücksicht auf seine Nachbarn nehmen musste. War das Dessert etwas knapp, so nahm man nur ein Stück Kuchen und nicht deren zwei heraus. Der Hotelier war nicht gezwungen, wie das heute der Fall ist, das Essen in Portionen einzuteilen, wie ein Wärter bei der Fütterung der Löwen, aus der Befürchtung heraus, die Rücksichtslosen würden sonst zuviel essen und die Schüchternen bekämen gar nichts. Die Table d'höte hatte den weitern Vorteil, dass man gleich nach der Ankunft mit drei, vier Personen bekannt wurde und durch diese dann gewöhnlich auch mit den andern Gästen. Und dann wurde diese gemeinsame Tafel immer häufiger durch kleine Tische ersetzt. Auf einmal hiess es, es sei doch eigentlich eine Zumutung, mit wildfremden Menschen am gleichen Tische zu sitzen. Man sei dadurch geniert. Der eine möchte lieber schnell, der andere langsam essen, der eine reden, der andere Zeitung lesen. Alle diese Rücksichten hätte man an kleinen Tischen nicht zu nehmen. Ueberhaupt, hiess es, seien kleinere Tische viel nobler,. Es ist sehr charakteristisch, dass gerade bei uns die individualistische Sittenverwilderung häufig unter dem Deckmantel der Nobelkeit auftrat, ein groteskes und beschämendes Missverständnis des Wesens des Aristokratischen. Es heisst, die Dinge aus der Froschperspektive betrachten, wenn man als Charakteristikum des Aristokratischen hauptsächliche die Abgrenzung gegen andere sieht. Was eine aristokratische Gesellschaft auszeichnet, ist zwar zweifellos das Standesbewusstsein, dieses ist aber (wie auch das Klassenbewusstsein der Arbeiter) in seinem eigentlichen Kern positiv gerichtet, es ist ja nichts anderes als Bewusstsein der Gemeinschaft und Wille zur Gemeinschaft. Die chen, zu spielen, aber es gelingt ihnen nicht, die unsichtbaren Mauern, die zwischen den einzelm Tischen errichtet sind, zu übersteigen. Ohne sii «Guten Tag!» zu sagen, gehen sie aneinander v/ bei, so wie wilde Tiere in ihren Käfigen sitzen, jedes andere Tier anfauchen, das in die kommt, so leben Menschen im Hotel. Schlid ist es soweit gekommen, dass es dieHotelgas in ihrer selbstgeschaffenen Isoliertheit einfach nicht mehr aushielten. Nun sind die. Hoteliers gezwungen, Leute anzustellen, deren einzige Aufgabe darin besteht, die Gäste wieder zu «mixen». Gigolos müssen dafür sorgen, dass die alleinstehenden Frauen, oder die Frauen mit einem bequemen Ehegatten wenigstens hie und da zum Tanzen kommen, Vergnügungsmeister versuchen durch blödsinnige, den großstädtischen Animierlokalen entlehnte Attraktionen, wie Aufwerfen von Ballons, verteilen von Papierkügelchen usw. die Gäste einigermassen miteinander in Kontakt zu bringen. Aber aucn diese* künstlichen Hilfsmittel genügen in vielen Abgrenzung gegen unten ist sozusagen ein Abfall- Fa,, en . nicht/ ünd , die Hotels bleiben leer. Die schluss zu finden. So erlebt man das traurige natürliche Absonderung Triumphe. In den gewöhn- Schauspiel, wie an diesen kleinen Tischen,zwei,, liehen Cafesund Wirtshäusern ist es um kein Haar Zwei Welten begegnen sich. (Photo RumbQhier) ein Gast, dann setzen wir wieder den Hut auf und verlassen das Lokal: «Es ist ja kein Platz frei, alles ist besetzt.» Es ist eigentlich noch schlimmer: Man kann die Beobachtung machen, dass in einem halbleeren Lokal die Tische, an denen man mit" dem Rücken gegen die Wand setzen kann, immer zuerst besetzt sind. Wir verhalten uns wie amerikanische Gangster, die stets eine Hand am Revolver in der Hosentasche haben und die prinzipiell immer nur so sitzen, dass sie gegen Angriffe von hinten gesichert sind. Das ist Individualismus in seiner extremsten Form, wie er wahrscheinlich nur bei uns vorkommt. Auf jeden Fall verhalten sich die Deutschen, die bekanntlich sehr leicht ein Gespräch mit einem Unbekannten anfangen, menschlicher. Aber auch im Lande der grossen Revolution, im klassischen Lande des Individualismus, in Frankreich, ist die Zersetzung nicht so weit fortgeschritten. Die französischen Cafes kennen bekanntlich das System der langen, durchlaufenden' Bänke, so dass die Gäste an den verschiedenen Tischen- doch wenigstens auf-der gleichen Bank sitzen. Ich habe beobachtet, dass ein Zürcher -Gafe mit dieser Einrichtung auf wenig Gegenliebe gestossen ist. Wir lehnen die indeellen Bindungen, die die gemeinsame Bank darstellt, ab. Wir wollen den Zwischenraum, und die Luft muss als Isolationsmittel dienen. Nun wendet man vielleicht ein: Da kann man nichts machen, das ist unser Charakter, wir sind eben zurückhaltende, misstrauische Bergbewohner. Nein, das ist nicht unser Charakter. Bevor der zersetzende Individualismus in unser Land einbrach und in Verbindung mit dem öden Rationalismus die menschlichen Beziehungen mit einer grauen Lavadecke zuschüttete, waren auch bei uns die Menschen nicht so seelisch verdorrt, wie sie heute sind. Noch vor 100 Jahren haben sich Unbekannte umarmt und Freunde geweint, wenn sie sich trennten. Und auch jetzt noch bricht die unterdrückte Gemeinschafts-Sehnsucht manchmal elementar durch: Im Rausch. Korrekte Herren umarmen und küssen sich, weinen Tränen der Rührung, fallen sich immer und immer wieder in die Arme. Man sagt, der Alkohol mache den Menschen zum Tier, manchmal macht er ihn auch zum Menschen. (Dieser Artikel ist ein Ausschnitt aus dem Buch «Zerfall und Erneuerung der Gemeinschaften^ von Adolf Guggenbühl, erschienen im Schweizer-Spiegel- Verlag, Zürich. Die Kostprobe dürfte von dem vorzüglichen Buche einen kennzeichnenderen Eindruck vermitteln als eine langatmige Besprechung.) Erlauben Sie dass ich Ihnen Herrn Zett vorstelle? Zwei Leute einander vorstellen, ist ein derartig starker Eingriff in die gesellschaftliche Gruppierung, dass man sich wundern muss, woher die Menschen zu obiger Frage den Mut nehmen. Sie legen damit beiden Teilen neue Verpflichtungen auf, deren Folgen unabsehbar sind. Jemandem vorgestellt zu werden, ist nämlich kein Spass. Alles kann daraus werden: eine Freundschaft, eine Feindschaft, eine Liebschaft, eine Leidenschaft, eine Geschäftsverbindung, ein Staatsakt oder das blanke Nichts. Aus dieser Unsicherheit erwächst das Unbehagen, das die meisten Menschen bei der Vorstellung befällt. Entweder zermantschen und verschlucken sie den Namen des Vorzustellenden, oder sie halten eine kleine Ansprache zu seinem Lobe, die ihn wünschen