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E_1936_Zeitung_Nr.043

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16 Automobil-Revue NMS

16 Automobil-Revue NMS Zuerst waren die Kinder ob ihrem plötzlich so nahen Beisammensein fast ein wenig erschrocken; doch gleich lachten sie hell auf und freuten sich ihrer Tat. Und nun musste Hedi vor allem einmal in die Veranda kommen und bewundern, was«Gödi mit seinen Farbstiften geleistet hatte. J3as gefiel der Kleinen nun selber und so setzten sie nun mit vereinten Kräften die sie belustigende Arbeit fort. Nach geraumer Zeit funkelte es auf den Papierstreifen von Fctrben und Arabesken, von Sprüchen und Vers«n, dass es sich ausnahm, als ob auf dem Papier Blumen und Blüten aufgegangen wären. DesPtalb kamen sie denn auch auf den Gedanken, afle Zweige, die ihnen erreichbar waren, damit \ zu schmücken, wie man zur Weihnachtszeit den Tannenbaum mit Schmuck behängt. Und so strengten sie sich um die Wette an und scB lüpften durch die Tür, um im elterlichen Garten Hedis das muntere Spiel fortzusetzen, bis sie schliesslich müde waren und sich, ihr Werlc bewundernd, zusammen auf eine Gartenbank 1 ; setzten. Als dann bald darauf kler Vater des Mädchens herkam und, ohne vorerst die Kinder zu bemerken, die blühenden Zweige mit den bunten Papierstreifen behängt sah, und nun auch die Sprüche und Verse auf! diesen las, rief er lachend aus: « Du lieber Himmel, bin \ich denn nach Japan geraten? » Und nun er> die « Täter » auf der Bank entdeckte, sagte en, nachdem er von Hedi über all das Geschehene rasch und lustig Auskunft erhalten hatte: « Uteber euch ist ja der Pfingstgeist gekommen! Gedichte, die an blühenden Zweigen hängen! VClisst ihr, was ihr da an diesem Pfingstsonntag gemacht habt? Etwas, was weit, weit im fernen Osten zu ihrer Frühlingszeit auch die gelbfarbigen Japaner machen, zumal wenn die Pflaumenbäume blühen ... Und weil ihr euch so poetisch-japanisch benommen habt, so lade ich euch beide nun zu einem echt japanischen. Tee ein, mit Kuchen und Biskuits, so süss, t wie all die Verse, die ihr geschrieben habt ..

N° 43 — Automobil-Revue 17 MG SO Ton Th. B. Strasser « Bitte M. G. 50. » Sie sagte es mit der Keckheit der Zwanzigjährigen, die hinter der präzisen Forderung ihre innere Unruhe und Scheu verbergen will. Der junge Mann am Schalter des kleinen Nebenpostamtes der grossen Stadt musterte dienstbeflissen .sein Registertablar. , Richtig, da war wieder eines dieser Briefchen. Er erinnerte sich jetzt, wiederholt denselben Umschlag, dieselbe Handschrift gesehen zu haben. « M. G. 50, bitte, Fräulein. » Damit reichte er das Erwartete zum Schalter hinaus. Ein schnippisches « Danke » lohnte ihm die Mühe. Betroffen sah er nach der Dame. Hatte sie bemerkt, dass er die Anschrift etwas länger, als seine Pflicht ihm vorschrieb, ansah? Ei, das Mädel war ja hübsch! Das hatte er bisher nicht gewusst. Na ja, wenn man sichall die jungen Damen ansehen wollte, die jahraus, jahrein ihre chiffrierten Billettchen abholen kommen ... Diesmal hatte ihr schnippisches « Danke » es verschuldet, wenn er ihr geradewegs in die überraschten Augen guckte, die sie zwar alsobald niederschlug. Und nach einem kurzen Augenblick des Zögerns war auch schon das ganze, niedliche Persönchen aus der Halle verschwunden. Lächelnd hatte ihr Kurt nachgesehen. Es war gut, dass er gerade keine eilige Dienstpflicht zu erfüllen hatte. M. G. wird wohl Margaretha heissen und sich Marga nennen, dachte er. Dann rieb er sein linkes Ohrläppchen, an dem das schnippische « Danke » hängen geblieben war und wandte sich wieder seiner Arbeit zu. • Nach einer Weile kehrten seine Gedanken zu Marga zurück. Mechanisch griff er nach dem Fache L. Lag da nicht ein Brief mit dem Kennzeichen L. B. 100? Kurt entnahm ihn dem Fache und beobachtete ihn aufmerksam. « L. B. 100 » ... stimmt. Und es stimmt auch, dass die Anschrift von derselben Hand sein musste, die M. G. 50 so energisch zu zeichnen verstand. Von der Hand, die er auch sonst kennen sollte... Bedächtig zog er eine Karte aus seiner Brusttasche und verglich: unverkennbar dieselbe Schrift, die Schrift seines Freundes Arthur! So eine Kühnheit, sich für seine vielseitige Korrespondenz das Postamt zu wählen, auf dem er tätig war. Aber so ist Arthur: frech und leichtsinnig. Vielleicht dachte er sich auch, dass, wenn man schön Simultangefühlen huldigt und sich gleich auf 50—100 und wer weiss noch wieviel .festlegt, es ja auch nicht mehr darauf ankomme, ob der Freund als neidischer Zuschauer darum wisse. Ein paar Tage später wurde ihm ein Zettel vorgewiesen, auf dem wiederum « M. G. 50 » zu lesen stand. Er sah nur die zarte, kleine Hand, die den Zettel hielt; Marga selbst hielt sich möglichst weit zur Linken des Schalters. « Ich soll sie nicht sehen, » dachte Kurt, « na warte! » Und was er sich in den letzten Tagen oft überlegt hatte, reifte ihm jetzt plötzlich t zum Entschluss. Rasch griff er nach dem noch [ nicht abgeholten Briefe für L. B. 100 und! reichte ihn kaltblütig, wortlos hinaus. | « Aber das ist ja gar nicht für mich! » hörte er Marga ausrufen. \ Ihre Stimme klang diesmal gar nicht schnippisch, sie schien in lauterste Verwunderung getaucht. Kurt benützte den Anlass, sich zum Schalter hinauszubeugen und seine wohlvorbereiteten Entschuldigungen zu stammeln. Schon hatte er das richtige Billett zur Hand. Und er legte beide, das mit M. G. 50 und das mit L. B. 100 chiffrierte, nebeneinander, beide liebevoll streichelnd. Dann sagte er demütig: « Wenn Sie mich schon nicht entschuldigen können, so suchen Sie mich wenigstens zu begreifen, dass ich bei zwei so ganz gleichen Anschriften, die ich übrigens schon oft die Ehre hatte, zu verwahren, diesmal die unrichtige erwischte. » efl Er hatte kaum geendigt, als sich Dame und Brief M. G. 50 mit einiger Heftigkeit seinen Blicken entwanden. Kurt lächelte Marga siegesbewusst nach. Denn er wusste, dass auch sie die Schriften, wenn auch verstohlen, doch aufmerksam verglichen und — erkannt hatte. Am folgenden Morgen verlangte ein kleines Mädelchen L. B. 100 zu bekommen. Und wurde von Kurt, der ganz nur ernste Amtsmiene zur Schau trug, wieder heimgeschickt: «Liebes Kind, sage Fräulein Marga, dass sie den Brief selber abholen müsse; es sei so Vorschrift. » Nach einer Weile erschien Marga. Unsicher, zögernd und wieder etwas schnippisch. « Ist etwas für mich da? » « M. G. 50 » oder « L. B. 100? » « Wieso L. B. 100? » • « Sie haben doch dem Kinde diese Nummer aufgeschrieben»» Marga errötete. Wie peinlich; das Erröten, wie das Ertapptwerden. Aber rasch fasste sie sich und sagte spitz: « Ich habe mich eben auch geirrt. » Nach dieser zielsichern Anspielung auf seine eigene Handlungsweise Hess Kurt die geplante boshafte Bemerkung über das Unerlaubte ihres Vorgehens schnell wieder fallen, schwieg, und suchte nach M. G. 50. Aber es war wirklich nichts da. Nur L. B. 100 lag vor ihm. Das war aufreizend. Und es verleitete ihn sogleich zum nochmaligen freventlichen Verrat an seinem Amtsgeheimnis: « Mit der andern Chiffre hätte ich wohl dienen können... für M. G. 50 ist nichts da. » Zeichnungen Paul Bachmann. Diesmal verlor Marga ihre Selbstsicherheit und hätte vor Scham und Zorn am liebsten geweint. Kurt bemerkte es wohl. Und er ergriff, weil er niemanden in der Nähe sah, rasch entschlossen ihre Hand, die sie ihm willenlos überliess, drückte sie, nicht ohne von eigenem Mitgefühl überrascht zu werden und meinte dann* « Abends, aber nicht vor 7 Uhr, wird bestimmt etwas da sein.» Aber es war auch abends 7 Uhr nichts da. Und an den folgenden Tagen auch nicht. Am dritten Tage wagte Kurt die Frage: «Wie kommt es nur, dass Sie, eine ebenso hübsche als kluge junge Dame, sich auf postlagernden Verkehr verlassen? » Marga sah den Frager zuerst misstrauisch an. Aber sie hatten an den letzten Abenden doch schon einige Gedanken getauscht und waren sich nicht mehr ganz fremd. Also lachte sie und sagte: « Wenn ich Ihnen denn schon beichten soll... es ist deswegen, weil meine Eltern eben noch ein bisschen altmodisch sind. Sie denken immer gleich an Verlobung.» « Und das liegt Ihnen nicht? », • ?• « Nein!» Rasch und bestimmt erklang dieses «Nein! »« Dann verschwand Marga wieder und überliess Kurt allerhand Gedanken und Kombinationen. Punkt 19 Uhr des folgenden Tages stand sie wiederum vor dem Schalter. Munterer, ent-i zückender denn je. Kurt übersah das nicht. Dann meldete er klar und sachlich: « Ein Brief für M, G. 50 ist zwar nicht da. Aber ich bin bereit; die Stelle des erwarteten Billetts einzunehmen, vorausgesetzt, dass...» Sechs Wochen später schrieb Kurt seinem Freunde Arthur: «Du fragst, ob mir Marga auch schon von der Spiessbürgerlichkeit ihrer Familie sprach? Sei versichert: sie tat es! Gleich zu Anfang! Und heute ist sie sogar im Begriffe, sich selber' zu den verlachten altmodischen Ansichten zu bekennen. — Hätte ich doch nie meine Karten in Dein Spiel geschmuggelt!!! ... Hornberg bei der evang. Kirche Das I. Haus am Platze. Zentralheizung, Zimmer mit fließ, kaltem (Bad. SchwarZWald) u. warmem Wasser, eigene Forellenfischerei, Garagen. Tel. 203 Prospekte durch die Bes. Frau Ernst Schreiber Wwe. Höhenkurort Neustadt im Schwarzwald Badenweiler Thermalbad im südl. Schwarzwald Posthotel und Pension 850 m ü. M. Kneippbad 8 km vom Titisee Ihr Ziel! Hotel Adler-Post •< Bekannt für gute Küche. - Forellen - Feine Landweine. - Pension von RM 6.— bis 7.50. - 60 Betten - Säle - Wochenendpreis EM 7.80. - Garage - Prospekte Telefon 333 Geöffnet von Mitte März bis Ende Oktober Hotel Römerbad 170 Betten. Zahlreiche Zimmer mit Privatthermalbad und W. C. 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