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E_1936_Zeitung_Nr.044

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einem sprunghaften

einem sprunghaften Anwachsen sämtlicher Kategorien von Motorfahrzeugen. Umfasste vor zwei Jahren Ende Dezember 1933 der Qesamtbestand noch 72,852 Fahrzeuge, so hat er sich seither um über 30,000 Einheiten vermehrt. So präsentiert sich das Ergebnis einer Politik, die nicht in kurzsichtiger Weise nur auf eine beständige Steigerung der Steuererträgnisse aus dem Automobilverkehr ausgeht. Anderseits ist aus dieser Neuorientierung der Autopolitik auch dem Staate kein Verlust erwachsen. Dem Einnahmenausfall aus der Automobilsteuer (die im Jahre 1934 5,293,000 S. abwarf) steht eine Steigerung des Ertrags aus der Benzinsteuer gegenüber, welche von rund 40 Mill. Schilling im Jahre 1934 auf 45 Mill. Schilling 1935 angewachsen ist. Einen weitern Beweis dafür, wie gut die Regierung mit der Steueraufhebung beraten war, liefert die Tatsache, dass gegenüber dem Vorjahre bedeutend weniger Abmeldungen von Fahrzeugen in den Wintermonaten erfolgten. Wurden im Jahre 1934 noch 6445 Fahrzeuge stillgelegt, so belief sich deren Zahl im Oktober 1935 nur noch auf 2491. Für die österreichische Automobilindustrie hat sich diese Politik in einer bedeutenden Besserung geäussert. Die Steyrwerke z.B. hatten so grosse Bestellungen zu verzeichnen, dass sie zeitweise den Aufträgen nicht nachkommen konnten. Alle diese Erfahrungen haben die Behörden davon überzeugt, dass in der Aufhebung der Motorfahrzeugsteuer ein Mittel liegt, die Wirtschaft anzukurbeln und damit auch dem Fiskus auf anderer Seite wieder neue Einnahmen zu verschaffen. Was Wunder, wenn die Regierung entschlossen ist, an der Aufhebung der Motorfahrzeugsteuer festzuhalten. Wann endlich wird man bei uns aus solchen Tatsachen und Beispielen des Auslandes seine Lehren ziehen? Nichts deutet vorläufig darauf hin. Im Gegenteil : das Liebäugeln des Bundesrates mit dem Spritbeimischungszwang legt den Schluss nahe, dass man nicht gewillt ist, die bisherige verhängnisvolle Automobilpolitik über Bord zu werfen, trotzdem deren Folgen deutlich genug in Erscheinung treten, ist doch die Benzineinfuhr in den ersten vier Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahr um 2316 t zurückgegangen. Das entspricht einer Verminderung um fast 5 %. Gleichzeitig sind natürlich auch die Einnahmen aus dem Benzinzoll um einen entsprechenden Betrag gesunken, was freilich im Finanzprogramm durchaus nicht vorgesehen war. Für uns dagegen kommt dieses Ergebnis keineswegs überraschend, vielmehr bildet es bloss — und einmal mehr — die Bestätigung dessen, was wir immer und immer wieder vorausgesagt haben. Was wir schon lange forderten. Die Schweiz verzichtet versuchsweise auf alle internationalen Fahrzeug- und Führer. ausweise. Das eidg. Justiz- und Polizeidepartement teilt mit: Zur Förderung des Fremdenverkehrs hat der Bundesrat beschlossen, dass vom 30. Mai 1936 an versuchsweise bis Ende dieses Jahres für die Motorfahrzeuge zum Personentransport (Motorräder, Personenwagen einschliesslich Taxi und Mietwagen sowie Gesellschaftswagen) und deren Führer aus allen, dem internationalen Abkommen vom 24. April 1926 über Kraftfahrzeugverkehr angehörenden Staaten sowie aus den Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada nur die nationalen Fahrzeug- und Führerausweise mitgeführt werden müssen. Die ausländischen Automobilisten, die mit Fahrzeugen in die Schweiz einreisen, welche in irgend einem europäischen oder in einem dem internationalen Abkommen angehörenden Staat immatrikuliert sind, wozu noch die Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada kommen, benötigen also vom 30. Mai an die internationalen Führer- und Fahrzeugausweise nicht mehr. Das Fahrzeug muss mit den nationalen Poläzeischildern und dem Nationalitätszeichen (für die Vereinigten Staaten von Amerika die Buchstaben US, für Kanada CA) versehen sein. Dazu bemerkt das Departement in einem Rundschreiben an die Kantonsregierungen u.a.: «Die Angelegenheit der Anerkennung weiterer nationaler Ausweise ist nun insbesondere dringend geworden hinsichtlich der Führer von Motorfahrzeugen, die in den Vereinigten Staaten von Amerika oder Kanada immatrikuliert sind. Weder die TJ. S. A. noch Kanada gehören dem internationalen Abkommen von 1926 an. Bisher mussten sich die amerikanischen und kanadischen Automobilisten, um in den europäischen Staaten verkehren zu können, im Lande des Landungshafens internationale Ausweise sowie Polizeischilder und Nationalitätszeichen dieses Landes verschaffen. Mi diesen Ausweisen und Schildern sind sie bisher in der Schweiz anstandslos zugelassen worden Nun hat Frankreich, zur Förderung seines Fremdenverkehrs, beschlossen, für amerikanische und kanadische Automobilisten, die in französischen nen unter -der Bedingung, dass das Fahrzeug mit den amerikanischen oder kanadischen Polizeischildern und den Buchstaben US oder CA versehen st. A. G. S., T. G. S. und die Schweiz. Verkehrszentrale haben uns in der Folge ersucht, die Frage zu prüfen, ob die Schweiz, gestützt auf diese Sachlage, nicht die amerikanischen und kanadischen Ausweise ebenfalls anerkennen könnte. Gleichzeitig mit unserem Antrag an den Bundesrat, diesem Wunsch zu entsprechen, haben wir ihm vorgeschlagen, noch einen weitern Schritt zu tun in dem Sinne, dass gegenüber den Führern von Motorfahrzeugen zum Personentransport aus allen; Staaten, die dem Abkommen von 1926 angehören, auf die internationalen Ausweise verzichtet würde unter der Bedingung, dass sie nationale Ausweise besitzen und das Fahrzeug mit den nationalen- Polizeischildern und dem (internationalen Unterscheidungszeichen im Sinne von Art. 5, des Abkommens versehen ist. Wenn schon amerikanische und kanadische Ausweise anerkannt werden, so durfte das-gleiche auch für die Ausweise derjeni- Zeige mir, wie Du ein Auto lenkst Und ich sage Dir'wie Du bist Der Fahrer. 1. Grundsätzlich dürfen nur solche Personen zur Führung eines Motorfahrzeuges zugelassen werden, die sich dazu in jeder Hinsicht genügend eignen. 2. Das Lenken von Motorfahrzeugen darf nur solchen Personen überlassen werden, die eine behördlich geregelte theoretische und praktische Ausbildung genossen haben und sich über genügende Kenntnisse auszuweisen vermögen. 3. Die Fahrprüfungen sollten umfassender ausgestaltet werden. Als Hauptaufgabe sollte dabei inskünftig die Erkennung der kritischen Eigenschaften und Eigenheiten der Veranlagung betrachtet werden, abgesehen von der gründlichen Prüfung der fachlichen Bildung. Diese teilweise versteckten Schwächen und Hemmungen sind die persönlichen Gefahrenherde. In Zusammenhang damit wären Anweisungen zu erteilen über die Umbildung und die Verhaltungsweise. Zu Punkt 1: Eine Eignungsprüfung umfasst den Befund der physischen, psychischen und moralischen sowie der charakterlichen Individualbeschaffenheit Sie stellt fest, ob eine Person über diejenigen Fähigkeiten verfügt, auf deren Grund die zur Führung eines Fahrzeuges erforderlichen Fertigkeiten erworben werden können. Häfen landen, die amerikanischen oder kanadischen Fahrzeug- und Führerausweise anzuerkengen — meist europäischen — Staaten gelten, die dem Abkommen von 1926 angehörend Natürlich bleibt das auch von uns unterstützte Begehren unserer Automobilverbände und der übrigen Verkehrsinteressenten, das auf die Abschaffung der internationalen Ausweise hüizielt, nach wie vor aufrechterhalten und zwar unbeschadet der neuen Regelung durch das eidg. Justiz- und Polizeidepartement, welche — das muss anerkannt werden — diesen Wünschen bis zu einem gewissen Grad entgegenkommt. Auf internationalem Gebiet hat die AIAGR eine Aktion in die Wege geleitet, deren Ziel darin besteht, die internationalen Ausweise gänzlich abzuschaffen und sie durch nationale Ausweise zu ersetzen, die für alle Länder standardisiert werden sollen. der zur Führung eines Fahrzeuges Untauglichen. Zudem gestatten sie eine genaue Erkenntnis der Eignungsmängel. Somit kommt ihnen die Bedeutung und der Wert eines Präventivmittels im Dienste der Unfallverhütung zu. Gerade die genaue Erkennung gewisser Schwächen ermöglicht die Aufstellung zweckmässig differenzierter Verhaltungsregeln, von deren Befolgung für die Betreffenden die Verhinderung all. jener Unfälle abhängt, die andernfalls (in Unkenntnis dieser besondern Verhaltungsregeln) bestimmt eintreten würden. Ebenso gestattet sie eine Beratung und Anleitung zur Entwicklung und Stärkung der ungenügend ausgebildeten oder mangelhaft funktionierenden Anlage-Eigenschaften, Gleichzeitig gelingt damit auch die Ausscheidung all jener, die zu Unfällen prädestiniert sind. Meistens handelt es sich bei diesen sogenannten «Unfällen» um Leute, die .durch Aufklärung « heilbar > sind. Andernfalls müssten sie aus dem Verkehr ausgeschieden werden. Automobilunfälle lassen sich, wie die Erfahrung lehrt, mit geringen Ausnahmen auf unrichtiges Verhalten des Wagenlenkers zurückführen — sind also psychologisch bedingt. Es sollte darum bei allen Unfällen, deren^Ursache Disppsitiqnsfehler bilden, zur psychologisch, richtigen Abklärung ein Psy- Chotechniker , oder psychotechnisch gebildeter Automobilexperte zugezogen werden. Für die Unfallverhütung fällt das Studium des Unfalles selbst viel schwerer ins Gewicht als Eignungsprüfungen ermöglichen eine objektive und sehr zuverlässige Ausscheidung fund sollten die.. schuldigen Fahrer einer die rechtliche Beurteilung. Je nach dem Be- * Siehe No. 42. Nachprüfung unterzogen werden. Auto Ein neuer Themsetunnel ? In London wird zur Zeit der Bau eines neuen Themse-Strassenverkehrstunnels in der Nähe des Verkehrsknotenpunktes Charing Cross erwogen. Ein erster Plan, der den Bau einer Brücke vorsah, wurde fallen gelassen, wobei ausser verkehrstechnischen Gesichtspunkten auch militärische Gründe (Luftschutz) mitgespielt haben. Ueberbauung der Londoner Eisenbahnen. In London gibt es noch eine grosse Anzahl Eisenbahnen, die oberirdisch geführt sind. Nun taucht ein Projekt auf, die Bahnlinien so zu überbauen, dass darüber Ausfallstrassen aus dem Stadtinnern nach den Vororten angelegt werden können. Mit Rücksicht auf die allzu grossen Kosten ist jedoch für die nächste Zukunft kaum mit der « liebertunnelung » zu rechnen. Programm und Durchführung der Fahrprüfungen. Den Prüfexperten werden die Kandidaten* zur Fahrprüfung nach wie vor zugeteilt. Si© prüfen eingehend die manuellen Fertigkeiten, Fahrtechnik, Verkehrswissen, Elementarwissen über die Automobilmechanik. Ihre Erfahrungen gestatten ihnen, die gut vorbereiteten und die ungenügend geschulten Prüflinge gerecht zu erkennen. Die als zweifelhaft zutaxierenden Fälle werden sie wohl auch als solche ermitteln, doch dürften sie kaum in der Lage sein, die Wurzeln der Mängelbestände zu ergründen. Für den Psychotechniker gibt es keine zweifelhaften Fälle. Er soll die Anlagemängel stets klar erkennen und mögliche Aenderungen zu veranlassen wissen. Diese Funktion der Fahrprüfung ist gewissermassen eine Sicherungsmassnahme und in diesem Sinne eine wertvolle Ergänzung der Fahrausbildung. Wenn immer möglich, sollten nur fachlich durchgebildete und den besonderen Erfordernissen vollauf ent- Gummistrassen. Autobusse mit Schlafgelegenheit in Norwegenbungen, Gummi in weitgehendem Masse Zur Zeit bestehen in den USA. Bestre- Auf der norwegischen Ueberlandstrecke im Strassenbau zu verwenden. Der eine Narvik-Finsnes-Tromsö sollen Autobusse mit Vorschlag lautet dahin, Strassenbeläge Schlafgelegenheit in den Verkehr gestellt aus Latex-Zementgemischen herzustellen, werden. Bei der Konstruktion dieser neuen währenddem eine andere, viel erörterte Reiseautobusse handelt es sich um einen amerikanischen Typ, der sich bewährt haben soll kappen versehen sind, verwenden will. Idee Betonpflastersteine, die mit Gummi- und nun zum ersten Male in dieser Art in Norwegen hergestellt wird. Die Sitze im Omnibus armut und Gleitsicherheit auszeichnen Solche Beläge, die sich durch Geräusch- bestehen aus einer Art Lehnstuhl, der heruntergeklappt werden kann und so die Möglich- kurzen Lebensdauer. würden, hätten aber den Nachteil der keit der Verwandlung in eine Schlafstelle bietet. Verflüssigte Gase als Motorbrennstoff. sprechende Fahrprüfexperten ins Amt gelangen. Benzin-Raffinerien, die nach dem sog. Auch in Prag wird bald nicht mehr gehupt Krack-Verfahren arbeiten, erzeugen als Nebenprodukte grosse Mengen gasförmiger Koh- den kantonalen Fahrprüfungen bedürfen drin- Die Bestimmungen über die Zulassung zi» werden. Die Prager Polizei ist zur Zeit damit beschäftigt, die Automobilisten an das hupen- lassen. Es zeigte sich nun, dass man mit gehungen getroffener Verfügungen zu verlenwasserstoffe, die sich leicht verflüssigen gend der interkantonalen Regelung, um Umlose Fahren zu gewöhnen, um eine entsprechende polizeiliche Verordnung vorzubereiten. Kompressionsverhältnisse von 10 :1 ihnen bei Verwendung als Motorbrennstoff unmöglichen. Es sollte nicht mehr vorkom- erreichen Insbesondere bei Nacht werden Fahrer, die durch laute Signale auffallen, angehalten und in höflichem Ton auf das Ueberflüssige und Störende ihres Tuns hingewiesen. Anderseits bemäht man sich, auch die übrigen Wegebenätzer daran zu gewöhnen, sich nicht mehr auf Hupsignale zu verlassen, sondern auf Lichtsignale zu achten. AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 29. MAI 1936 — N° 44 Ifl^hi* Sicherheii Im* Stfi*«as*enve»l*el«a* (Schluss.) isti scher kann, wodurch der Wirkungsgrad sich so sehr verbessert, dass solche Motoren erfolgreich mit Dieselmotoren konkurrieren können. Man hört in diesem Zusammenhang von Leistungserltöhungen, die 40 Prozent übersteigen und von Verbrennungsdrücken, die 50 und mehr at erreichen. Die BrennstofHanks der Personenwagen, Tankstellen und Tankwagen müssen zur Aufnahme dieses Brennstoffes imstande sein, einem Druck von 14 at zu widerstehen, den das verflüssigte Gas unter Umständen auf seinen Behälter ausüben kann. Zu Punkt 2: Von elementarer Wichtigkeit ist die Heranbildung der Fahrerkandidaten. Die Herausgabe einheitlicher Lehrpläne durch die Behörden wird für die Zukunft ünerlässlich sein. Anlernung und Ausbildung haben in methodisch, pädagogisch und psychologisch richtiger Schulung durch hiefür besonders geeignete Praktiker zu erfolgen. Um die Absolvierung eines uniformen Lehrprogrammes herum sollte sich inskünftig niemand drücken können. In diesem Programm hätten u. a. auch die wächtigsten Kapitel der Verkehrslehre Berücksichtigung zu finden, als da sind: Pflichten der Strassenbenützer, Verkehrsregelung und Verkehrssignalisation, Verkehrsrecht und Verkehrsmoral, Entstehung und Folgen von Unfällen, Fahrkunst (Theorie und Praxis). Ausgewählte Abschnitte aus dem Gebiet der Automobiltechnik ergeben ein weiteres Kapitel de» Lehrplanes. Zu Punkt 3: Die praktischen und theoretischen Prüfungen geben wenig Aufschluss über die pcychische Eignung hinsichtlich der Ver«* kehrstüchtigkeit. Sie gestatten wohl diel Feststellung des Grades und de# Umfartges der Ausbildung in Bezug auf die-* manuellen Fertigkeiten und Fachkenntnisse^ liefern aber keine Anhaltspunkte über die ebenso wichtige intellektuelle Verkehrsge-* wandtheit. Des Psychotechnikers besondere^ Mission besteht in der Kontrolle und Kritik der Geistestätigkeit, worunter in weiterem^ Sinne zu verstehen sind: Beobachtung^ Wahrnehmung (Beeinflussung), Disposition. Ist der Fahrschulung keine vollwertige* Eignungsprüfung vorausgegangen (was fürdie Verkehrsschulung von Vorteil wäre), so* bietet die Fahrprüfung eine Gelegenheit, ungenügend entwickelte Fertigkeiten, geistige? und fehlerhafte Eigenschaften des Fahrschü-< lers noch rechtzeitig zu erkennen. Zur Beurteilung der Fahrtüchtigkeit ist die* Prüfung nachgenannter Eigenschaften sehr wichtig: Intelligenz (Dispositionsvermögen), Geschicklichkeit, Konzentrationsvermögen (Ablenkbarkeit), Hemmungen in Aktion und Reaktion, Ruhe, Vitalität und Beherrschung, Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit. Verhalten und Gebaren des Menschen bilden den sichtbaren Ausfluss der durch seinen Charakter zensurierten geistigen Eingebung. Auf den Verkehrbetrieb bezogen heisst das • Wer über einen einwandfreien Charakter verfügt, wird zweifelsohne korrekt fahren. Andere, von Verantwortungsbewusstsein Unbeschwerte, beeinträchtigen die Verkehrssicherheit, weil die Fahrdisziplin mangelt Der Charaktertyp offenbart sich in der Fahrweise. Die Ergründung der Charakterveranlagung, der geistigen und seelischen Eigenschaften, soweit sie für den Strassenverkehr in Betracht fallen, bedarf einer besondern psychotechnischen Schulung des Prüfungsexperten. Er sollte die Schwächen und Eigenheiten, psychologisch bedingte Fehler und Hemmungen genau erkennen, um sie durch Aufklärung in Form schriftlich zu erteilender Ann Weisungen auszumerzen. men, dass beispielsweise in Zürich und Bern abgewiesene Kandidaten ihre Fährprüfung in andern Kantonen absolvieren können. Eine gleichartige Klausel wäre auch dann wünschbar, wenn wir dazu gelangten, ein Lehr- und Prüfprogramm einheitlich in allen Kantonen einzuführen. Die Vereinheitlichung von Ausbildung und Prüfung der Motorfahrzeugführer über das ganze Land ist schon deshalb aus sachlichen Gründen angezeigt, weil die Bewegung der Automobilfahrer auf nationalem Boden durch keine kantonalen Grenzen gehemmt ist MLH.

44 —• FREITAG, 29. MAI 1936 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Die wirtschaftliche Bedeutung des Grossen Preises der Schmelz Die kürzliche Nachricht, dass mit der Möglichkeit gerechnet werden muss, dass der Grosse Preis der Schweiz für Automobile, diese grösste schweizerische Automobilveranstaltung, unter Umständen nicht durchgeführt werden könne, hat begreiflicherweise in weiten Kreisen der Stadt Bern wie der Schweiz einige Bestürzung ausgelöst. Die Gründe, welche die Organisatoren dieser Grossveranstaltung unter Umständen bewegen könnten, das Rennen nicht durchzuführen, sind zu bekannt, als dass auf sie nochmals eingegangen werden müsste. Unverständlich aber ist weiten Kreisen, insbesondere denen, welche wissen, welch riesige Gelder durch eine solche Veranstaltung in Fluss kommen, der Umstand, dass der Wille der Rundstrecken AG. sowie der Finanzabteilung der Einwohnergemeinde Bern, den Organisatoren des Grossen Preises der Schweiz für Automobile Stundung zu gewähren, überhaupt fraglich sein kann. Denn es handelt sich ja nicht um einen Verzicht auf die in Frage stehenden Beträge, sondern eben lediglich um eine Stundung auf so lange Zeit, als bis die auf der Spar- und Leihkasse eingefrorenen Gelder entweder wieder greifbar werden oder andere Mittel zur Deckung zur Verfügung stehen. Es ist zu hoffen, dass diese beiden öffentlichen Institutionen in diesem Falle einmal in erster Linie auf das allgemeine Interesse abstellen. Denn wie aus dem nachstehenden hervorgeht, hat der Grosse Preis der Schweiz für Automobile in wirtschaftlicher Beziehung eine Bedeutung, welche dessen Abhaltung gerade in diesen kritischen Krisenzeiten als unbedingte Notwendigkeit erscheinen lässt. Nach unsern Erkundigungen beläuft sich der Umsatz der ganzen Veranstaltung in organisatorischer Beziehung auf über 300 000 Franken. Es ist bekannt, dass die Stadt hievon mit rund 20 000 Fr. an Billettsteuern beteiligt ist, während die Rundstrecken AG. als Miete rund 44 000 Fr. bezieht. Dass der Staat weiter an der Sache interessiert ist, geht daraus her,vor, dass mehrere tausend Franken ausserdem für die Dienste der Polizei und der Feuerwehr bezahlt werden. Es muss aber in diesem Zusammenhang auch darauf hingewiesen werden, dass ausserdem der Strassenbahn- und Autobusbetrieb der Stadt Bern während der Grand-Prix-Tage eine Steigerung erfährt, die zweifellos von den städti- ZENHAUSEN. Bekanntlich hat 'die Sektion St. UM DAS BERGRENNEN RHEINECK-WALschen Organen auch statistisch erfasst worden ist. Weisen wir weiter darauf hin, dass Sportkommission ein Gesuch um Verschiebung des Gallen-Appenzell des A.G.S. bei der Nationalen genannten Rennens auf Ende September eingereicht. Ein diesbezüglicher Entscheid liegt noch auch die Bundesbahnen an derartigen Veranstaltungen durch die Steigerung der Frequenzen beteiligt sind, abgesehen von dentung auf keinen Fall am 27. Juni durchgeführt nicht vor. Hingegen steht fest, dass die Veranstal- wird wie dies ursprünglich vorgesehen war. * Ausgaben der Organisatoren für Telephone, für Porti, Stempelmarken etc. Diese Hinweise lediglich, um zu zeigen, dass Stadt und Staat wohl ebenfalls ein Interesse an einer Absage des Grossen Preises der Schweiz für Automobile nicht haben können. Es wird eine weitere Oeffentlichkeit sicher interessieren, dass zahlreiche Gewerbezweige der Stadt Bern und deren Umgebung durch die Durchführung einer Veranstaltung, wie es der Grand Prix ist, eine sehr willkommene Belebung erfahren. Im vorigen Jahr hat das graphische Gewerbe für Aufträge an Plakaten, Prospekten, Programmen, Regiementen, sowie für Zeitungsinserate rund 25 000 Fr. bezogen. Mehrere tausend Franken wurden für Bureaumaterialien ausgegeben, welche hauptsächlich den Papeterien und andern einschlägigen Geschäften dieser Branche zugute kamen. Gegen 10 000 Fr. wurden für bauliche Arbeiten ausgelegt, an denen Zimmerleute, Maler, Schreiner, Dekorateure, Fuhrhalter und Ca- mionagebetriebe verdienten. Lediglich von den Organisatoren wurden rund 4000 Fr. für die Verpflegung des grossen Hilfspersonalstabes ausgegeben, welche Metzgern, Bäkkern, Brauereien etc. zugute kamen. Welche Belebung der Grosse Preis der Schweiz für Automobile ausserdem den Wirtschaften, Restaurants und Hotels bringt, liegt bei dem ausserordentlichen Zustrom von auswärtigen Gästen auf der Hand. Der statistische Bericht über « Bevölkerung und Wirtschaft der Stadt Bern», welchen das statistische Amt herausgibt, stellt jedenfalls eine starke Belebung der öffentlichen Restaurants fest und hebt hervor, dass die Veranstaltung den Hotels eine deutliche Steigerung der Zahl in Hotels absteigender Gäste gebracht hat. Schon am Tage vor dem Grossen Preis der Schweiz für Automobile kamen mehrere hundert Personen an, am Samstag erhöhte sich diese Zahl neuerdings ausserordentlich. Tatsächlich haben sehr viele Fremde zwei bis drei Tage in Bern zugebracht und ein ansehnliches Geld liegen lassen, abgesehen von den Tausenden, welche Bern besuchten, ohne in der Stadt zu übernachten, und die mit den Nachtzügen, den Vorortbahnen oder dem Auto Bern erst spät wieder verliessen. Was für eine wirksame Werbung für die Stadt ein solcher Massenbesuch ausserdem bedeutet, liegt auf der Hand. Es sei ferner darauf hingewiesen, dass die Rennställe und einzelne Rennfahrer sich stets rund eine Woche mit ihren Helfern und Mechanikern in Bern aufhalten und dass auch die Garagen, Tankstelle, Ladengeschäfte, Kioske, Strassenhändler etc. gute Tage zu haben pflegen. Dass- ausserdem mancher Arbeitslose für ein paar Tage Arbeit findet, dass die Organisatoren mehrere tausend Franken für Hilfspersonal etc. bezahlen, sei nur nebenbei hervorgehoben. Es ist diesem Stand der Dinge gegenüber zu hoffen, dass in Bälde die nötigen Stundungsentscheide fallen. In den gewerbetreibenden Kreisen der Stadt Bern und bei der Hotellerie hat- sich bereits eine tiefgehende Enttäuschung breit gemacht, gar nicht zu reden von dem Eindruck, welchen die Absage des Grossen Preises in der übrigen Schweiz und im Ausland verursachen würde. ' Snovti: £m AM»I«I—I Der Grosse Preis von Indianapolis, Amerikas bedeutendstes Autoretinen, ersteht am Samstag, 30. Mai, in neuer Auflage. Nicht dass nun die 50 Gemeldeten, von denen in unserer letzten Nummer die Rede war, samt und sonders losgelassen würden, vielmehr sorgen Vorläufe für die Trennung der Spreue vom Korn, denn zum Rennen selbst, das über 804 km geht, werden nur 34 Konkurrenten zugelassen. Wie voriges Jahr ist auch heuer wieder der Brennstoffkonsum beschränkt. Allgemein rechnet man mit einem Sturz der Rekorde, zumal die vier Kurven der rechteckigen, 2,5 Meilen langen Backsteinpiste verbreitert und weiter überhöht worden sind, womit das Rennen nicht nur an Schnelligkeit, sondern auch an Sicherheit gewinnen sollte. Der Start in Indianapolis ist immer eine Der Sieger im Drei-Stunden-Rennen von Marseille, Michel Paris auf Delahaye. (Siehe hiezu unsern Bericht in Nr. 43 der « Automobil-Revue >.) dramatische und nervenkitzelnde Angelegenheit. Nach einem Defile begeben sich die Wagen zur Startlinie, aber nicht um sogleich loszuschiessen. Sondern um zuerst im Kielwasser eines Führungswagens hübsch gemächlich eine Runde zu absolvieren. Dann hingegen verschlägt sich der Pilotenwagen seitwärts ins Gebüsch, die Flagge senkt sich und in fliegendem, atembeklemmendem Start haut die wilde Meute ab. Co. Das Sportwagenrennen im Kölner Stadtwald, welches letzten Sonntag erstmals im Rahmen der alljährlichen Motorradkämpfe in Szene ging, endete mit einem schweren Unglücksfall, indem sich der Wagen des Fiatfahrers Geldbach aus Gelsenkirchen beim Versuch, einen andern Piloten in einer Kurve zu überholen, überschlug, wobei Geldbach auf die Piste geschleudert wurde. Da der Verunfallte keinen Sturzhelm trug, erlitt er einen schweren Schädelbruch, dem er bald darauf erlag. Resultate: Sportwagen, 30 Runden = 78 km:Bis 1100 cem: 1 H, Brendel-Frankfurt a, M. (Fiat) 51:07,6 (93 km/St.). — Bis 1500 cem: 1. R. Roese-Düsseldorf (BMW) 47:15,6 : (100,5 km/St.). — Bis 2100 com: 1. P. Schweder-München (Adler) 45:01,3 (105,1 km/St., schnellste Zeit der Sportwagen). — Mit Kompressor, bis 1100 cem: 1. E Vorsteher-Rheydt (M.G.) 49:26 (96 km/St.). Bol d'Or-Pfingstrennen. Am 24-Stundenrennen, das nächsten Sonntag-von 17.30 Uhr bis Montag 17.30 Uhr im Walde von Saint- Germain zum Austrag kommt, werden total 34 Konkurrenten teilnehmen, nämlich : Kategorie Rennwagen 1100 cem: 1. Maillard- Brune (M.G. Magnette); 2. Jahan (Salmson); 3. Viossat (Salmson); 4. Breillet (Salmson); 5. Martin (Salmson); 6. Fontray (Salmson); 7. Blot (Amilcar); 8. Poülain (Amilcar); 9. Gervin (Amilcar); 10. Grignard (Amilcar); 11. Avenel (B.N.C.); 12. Foultier (B.N.G.); 14. X. (M.G.); 15. Venot (La Pintade); 16. Burtin (X...). Kategorie Sportwagen 1100 cem: 20. und 21. Gordini (Fiat); 22. Zanardi (Fiat); 23. Molinari (Fiat); 24. Sarret (Fiat); 25. Martin (Fiat); 26. Vernet (Fiat); 27 Morel H. (Amilcar); 28. Lotte (X...); 29. Horvilleur (Amilcar); 30. Duval (B N. C.); 31. Calaraseano (Adler); 32. de Burnay (Robail); 33. Kemp (Kemp Special); 34. Bardeau (X...); 35. Dubat (X...). Kategorie Rennwagen, 750 cem: 40 Woolf (M.G.). 4-Rad-Cyclecar, 750 cem: 45. Oelpech (Rosengart). 3-Rad-Cyclecar, 750 cem: 50. Rossignol (X...). -u- ENDE DER TOUR DE FRANCE. Am vergangenen Sonntagabend ging die seit dem 10. Mai rollende Rundfahrt um Frankreich für Automobile und Motorräder zu Ende. Bei den Sportwagen (1500 bis 2000 cem Zylinderinhalt) vermochten sich Mme. Jourdan (La Licörne) und H. Huberdeau (La Licorne) ex aequo im ersten Rang strafpunktefrei zu klassieren. ± EIN SIEG ASTON MARTINS IM RELAY RACE. Samstag, den 16. Mai wurde in Brooklands das vom « Light Car Club » organisierte Relay-Rennen ausgetragen, an welchem 11 Equipen zu je 3 Wagen teilnahmen. 8 Equipen brachten die reglementarisch vorgeschriebene Distanz von 250 Meilen = 402 km 250 (90 Runden) hinter sich, während eine aufgeben musste und die übrigen beiden 2 bzw. 5 Runden zurücklagen. Das Anthony-Team, zusammengesetzt aus D. Campbell, Morris-Goodall und C. M. Anthony, alle drei auf Aston-Martin, 1500 cem, blieb mit 3 St. 9' 29" (141,450 km/St.) Sieger. -u- DIE 200 MEILEN VON CORK (Irland) wurden am 16. Mai auf der 6 Meilen langen Rundstrecke von Carrigrohane gefahren. Das Rennen ging über 33 Runden nach einer Handicap-Formel vor sich und wurde von 24 Piloten bestritten. Nach einem heissen Kampfe, in dessen Verlauf u.a. « B. Birav auf E. R. A. und C. Martin auf Alfa Romeo ausschieden, konnte der E. R. A.-Fahrer Tongue den ersten Platz belegen. Dieser brauchte für die 200 Meilen total 2 St. 12' 22" = 137,600 km/St. Nur 8 Konkurrenten fuhren das Rennen zu Ende. -y. GRAND PRIX DES FRONTIERES AM PFINGSTSONNTAG. Zum 11. Mal wird am 31. Mai, vom Automobile-Club de Beaumont-Ghimay veranstaltet, der Grosse belgische Grenzpreis gefahren. Die Rundstrecke von Chimay hat seit dem letzten Rennen eine wesentliche Verbreiterung erfahren. Auch sind die Kurven ausgebaut und vermehrte Schutzmassnahmen getroffen worden. Auf der Startliste figurieren u. a. Kautz (Schweiz) auf Maserati, Madame Itier auf Bugatti und Sojka (Tschechoslowakei) ebenfalls auf Bugatti. -u- HANS RÜESCH AM SHELSLEY-WALSH- BERGRENNEN. Auf einer Strecke von nur 1000 Yards Länge gelangt am 6. Juni in England das Shelsley-Walsh-Bergrennen zum Austrag, für welches sich zahlreiche Ausländer einschreiben Hessen. Unter ihnen befindet sich auch unser Landsmann Hans Riiesch auf Maserati; ferner der siamesische Prinz «B. Bira» (ERA), Bäumer (Austin) und Fane (BMW). Auch Hans Stuck auf Auto-Union wird dem bestehenden Bergrekord zu Leibe rücken, welcher letzten Herbst mit 39 3 /s Sekunden von Raymond Mays auf E.R.A, aufgestellt wurde. -4- [ Kommende Ereignisse I Der int. Sportkalender 1936. Juni. 1. England: Rennen in Brooklands. 6. England: Shelsley-Walsh-Bergrennen. 7. Spanien: VII. Grosser Preis von Penya Rhin. 7. Brasilien: Grosser Preis von Rio de Janeiro. 14. Deutschland: Int. Eifelrennen. 13.—14. Frankreich: 24-Stundenrennen von Le Mans. 14. Frankreich: VI. Grosser Preis von Algier. 20. Irland: Trophäe der Grafschaft Donn. 21. Frankreich: XI. Rundrennen von Peronne. 2t. Ungarn: Grosser Preis von Ungarn. 28. Frankreich: Grosser Preis von Frankreich für Sportwagen. 2)er Htöagen für grosse tfahrt SW 35 SW 38 M A Y B A C H Der Maybach zeichnet sich durch höchste technische Vollendung seiner Konstruktion aus. Das tiefe, ungekröpfte Chassis und die Schwingachsen mit Blatt- und Spiralfedern .geben ihm weiche Abfederung und eine unübertreffliche Strassenhaltung. Der Steuerungs- ' einschlag ist für engste Kurven berechnet. Unerschöpflich sind die Leistungen des ausserordenllich wirtschaftlichen 18-HP-Motors. Eine Probefahrt überzeugt Sie von der technischen und qualitativen Ueberlegenheit des Maybach. C. SCHLOTTERBECK, AUTOMOBILE A.G. Sechszylinder, 18 Steuer-HP, 140 Brems-HP, 4 Schwingachsen, synchronisiertes 5-Gang- Getriebe mit Schon- und Schnellgang, Bedienung ohne Kuppeln, Zentral - Chassisschmierung usw. Preis karossiert Fr. 29.800 bis 32.800. Reichhaltige Auswahl an Cabriolets, Limousinen, Roadster-Cabriolets - 2-7 Plätze. Tel. 24.860 Tel. 26.964