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E_1936_Zeitung_Nr.045

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG. 2. JUNI 1936 — N° 45 Von den heute im Vordergrund des öffentlichen Interesses stehenden Postulaten auf Neuanlage von Strassen im Alpengebiet ist das Postulat auf Bau der Prageistrasse das weitaus älteste. Schon zu Zeiten der Römer soll der Pragel als Saumweg benützt worden sein. Seither hat sich auf seinem Rücken eine reiche Geschichte abgespielt. Die Benützung dieses Kürzesten Weges zwischen Zentral- und Ostschweiz war in unserer vaterländischen Freiheitsgeschichte mehrmals ausschlaggebend. Historisch bedeutungsvoll ist schliesslich auch die Traversierung des Prageis durch General Suwaroff mit seiner Armee von 25 000 Mann in den letzten Tagen der alten Eidgenossenschaft. Die militärgeographische und strategische Bedeutung des Prageis wird damit in ganz besonderer Weise dokumentiert Diese Stellung, die der Pragel in früheren Jahrhunderten einnahm, macht es wohl begreiflich, dass Schwyz und Glarus, sobald die Landstrassen im Wirtschaftsleben des Landes eine Rolle zu spielen begannen, immer und immer wieder, £n Räten und an Landsgemeinden, den Bau einer fahrbaren Verbindung über den Pragel anbegehrten. Ein erstes derartiges, urkundlich nachweisbares Begehren datiert aus dem Jahre 1736. Seither sind 200 Jahre verflossen. Die Idee des Pragelstrassehbaues aber ist geblieben, Beweis genug für die Kraft kultureller und wirtschaftlicher Notwendigkeit, die ihr zugrunde liegt. Die vielfachen Anläufe, die für dieses Projekt bisher unternommen wurden, aber an finanziellem Unvermögen immer wieder scheiterten, sind vor allem mit folgenden Daten verbunden: 1767- Schwyz unterbreitet Glarüs den Antrag auf Bau einer « neuen Strasse » über den Pragel. Glarus weist diesen Antrag für « dieser Mahlen» von der Hand mit der Begründung, dass Glarus zur Zeit sich eine solche Baute nicht leisten könne. 1854: Die Standeskommission von Glarus regt bei Schwyz an, die Angelegenheit wieder in Fluss zu bringen. 1855: Aufstellung des ersten generellen Projektes. 1872: Glarner Landsgemeindebeschluss; die Landsgemeinde erklärt sich bereit, zur Herstellung fahrbarer Strassen über den Klausen, den Pragel und den Panixerpass Hand zu bieten, sofern die betreffenden Nachbarkantone diese Strassen auf ihrem Gebiete fortsetzen und seitens der Eidgenossenschaft ein entsprechender Beitrag an Prageistrasse die Baukosten geleistet wird. 1898: Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen den Regierungsräten von Schwyz und Glarus. 27. November 1900: Der Bundesrat teilt mit, dass die Subventionierung der Klausenstrasse faktisch ein Präjudiz bilde für die Prageistrasse. 6. Juli 1901: Der Bundesrat schreibt, « dass er die Kantone der vollen Sympathie für das Projekt einer Strassenverbindung zwischen Glarus und Schwyz versichere ». 1902: Aufnahme eines generellen und eines Detailprojektes für eine « grosse > Prageistrasse, in verschiedenen Varianten. April 1908: Gemeinsame Eingabe des Subventionsgesuches der Kantonsregierungen von Schwyz und Glarus an den Bundesrat. 27. April 1909: Beschluss des Bundesrates, die Botschaft über die Subventionierung der Prageistrasse den eidg. Räten nicht vorzulegen. 1909 bis 1911: Schritte der Regierungen von Schwyz und Glarus wegen der Stellungnahme des Bundesrates. 1927: Neuerlicher Vorstoss. 1932: Aufnahme eines Güterstrassenprojektes über den Pragel, in Ersatz für eine « grosse» Prageistrasse, auf deren Verwirklichung innert absehbarer Zeit aus finanziellen Gründen keine Hoffnung mehr gesetzt wurde. 1934: Verhandlungen über die Erstellung der Pragelstrasse durch den freiwilligen Arbeitsdienst. Im Anschluss hieran wurde beim Bunde das Gesuch um Aufnahme der Prageistrasse ins eidg. Arbeitsbeschaffungsprogramm (Alpenstrassenausbau) gestellt, unter Beilage der bestehenden Projekte («grosse» Pragelstrasse und Güterstrasse). Diese Projekte wurden in der Folge in ein neues, den Anforderungen des modernen Verkehrs entsprechendes Projekt umgearbeitet, das anlässlich des Inkrafttretens des Bundesbeschlusses über den Alpenstrassenausbau mit einer Eingabe dem Bundesrat eingereicht wurde. Die definitive Stellungsnahme des Bundesrates hiezu steht heute noch aus. Die grosse eidgenössische Bedeutung, die der Pragelstrassenbaute zukommt, berechtigt aber zur Annahme, dass der Bund das projektierte Werk derart unterstützen wird, dass mit seiner Inangriffnahme nicht länger zugewartet werden muss. Das Projekt. Projektiert ist die Erstellung einer minimal 6 Meter breiten, den Normalien der Schweiz. Strassenfachmänner sowie allen modernen Anforderungen entsprechenden Strasse. Besonderer Wert wird gelegt auf eine grosszügige, flüssige und möglichst lawänensichere Linienführung durch das geologisch und bautechnisch günstigste Gelände. Von Schwyz (514 m) aus führt die Strasse der wilden Muotaschlucht entlang ins langgestreckte, liebliche Muotatal. Nach }, wo sie sich in eine Verbindung nach der Schweinalp (1572 m) und dem Wäggitalersee (900 m, Pragel-Wäggitalersee: 15 km) und eine Verbindung nach dem Klöntalersee (851 m) teilt. Auf Obersaas befindet sich wohl der schönste Aussichtspunkt der ganzen Pragelroute. 2,5 km hiernach, kurz vor Richisau (1108 m), überschreitet die Strasse die schwyzerisch-glarnerische Kantonsgrenze. Von hier wendet sie sich, einen Seitenblick ins Rossmattertal werfend, dem Klöntalersee zu. Bei Vorauen erreicht sie ihn und schmiegt sich nun bis ans andere Ende bei Seerüti an sein Nordufer, um alsdann in Glarus bzw. Netstal zu enden. Heute besteht noch keine Fahrstrasse von Alp Bergen bis Richisau, auf einer Strecke von nur rund 8 km, und an den Wäggitalersee, von Obersaas aus rund 13,5 km. Die Prageistrasse verlangt demnach zu einem kleinen Teil einen eigentlichen Neubau. Zum weitaus grössten Teil braucht lediglich die bereits bestehende Strasse erweitert und den Forderungen des heutigen Verkehrs entsprechend auf Teilstrecken verlegt zu werden. Die totale Fahrlänge der Strasse von Glarus nach Schwyz beträgt 47,7 km. Hievoi. liegen 30,9 km auf Schwyzer und 16,8 km auf Glarner Gebiet. Die Baukosten sind errechnet i für die Strecke Schwyz-Glarner Grenze 6,5 Mill. Fr., Obersaas-Siebnen 3,5 Mill. Fr. und Glarner Grenze-Glarus und Netstal (mit Einschluss der Strecke Seerüti-Netstal total 22? km) rund 4 Mill. Fr. = total 14 Mill. Fr. Die verkehrstechnische Bedeutung. Der Pragel ist das fehlende Stück in der Voralpenverbindung Genfersee, Chäteau- Ächten Sie einmal darauf, wieviel Berna-Wagen Ihnen begegnen, die seit 15 Jahren und mehr ihren Dienst Tag für Tag unentwegt verrichten! Sie zeigen, dass es sich lohnt, einen Berna-Wagen zu wählen und dadurch auf lange Sicht zu disponieren. Denn wer auf lange Sicht handelt, kommt schliesslich immer zur Ueberzeugung: : v i ... verdankt ihre Entwicklung der \, j Konstruktion sparsamer und geräu« miger Kleinwagen. Im Sommer mit dem Cabriolet in unsere Berge 1 Das Opel 4.fenstrige Cabriolet ist dank grossen Absatzes das preiswerteste in der Schweiz und kostet nur wenig mehr als .die Limousine. 6 Zylinder, 10 P.S. GENERAl MOTORS In mehreren Farben und echtem Leder in Luxusausführung. i^S « «» «•_ n..i_i . 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N° 45 — DIENSTAG, 2."JUNI 1936 ÄÜTÖMOBILIREVUE d'Oex, Interlaken, Brünig, Brunnen, Kerenzerberg und der Hauptdurchgangsroute Ost nach West-Südwest. Die Distanz Luzern- Chur wird durch die Prageistrasse gegenüber den bestehenden Alpenrouten zwischen diesen zwei Zentren um mindestens 50 km oder eineinhalb Autofahrstunden gekürzt. Der niedrige Kulminationspunkt in Verbindung damit, dass das Projekt auf möglichste Lawinensicherheit Bedacht nimmt, würde es ermöglichen, die Prageistrasse während des ganzen Jahres offen zu halten, ein Vorzug der Prageistrasse vor den meisten andern Alpenstrassen. Schliesslich wäre es jedenfalls von grossem verkehrstechnischem Wert, durch die projektierte Pragelverbindung das Seengebiet des Vierwaldstätter-, des Klöntaler-, des Wäggitaier- und des Walensees miteinander zu verbinden.. Auch für die Kantone St. Gallen und Graubünden wird die Prageistrasse als eine weitere, wertvolle Verkehrsverbesserung aus der Inner-, Zentralund der Westschweiz zu: betrachten sein. Die militärische Bedeutung. In -militärischen Kreisen dürfte man darüber einig sein, dass die Erstellung der Pragelstrasse von militärischen Gesichtspunkten aus äusserst notwendig ist. Bei der heutigen militärgeographischen Lage der Schweiz sieht sogar ein Laie in militärischen Fragen, dass -die Schaffung dieser Verbindung Zentral- Ostschweiz nicht länger hinausgeschoben werden darf. S#i*As* Schriften, Monogramme etc. Seit 30 Jahren inserieren gewisse Firmen in der ..AutomobiUReyue", weil sie damit gute Erfahrungen gemacht haben. FRAUENFELD LUZERN O. Heimburger Spitalstrasse 26 Telephon 44.110 Wir verbürgen P.Kupferschmid prompte und zuverlässige Bedienung Erlachstrasse 7 Teleph. 23.695 H. Strupler Kehlhofstr. 12 Telephon 509 Amrein & Imbach Malergeschäft und Autolackiererei Vonmattstrasse 28 Telephon 25.800 Spezialität: Emaillierungen im Ofen Spritzwerk & Karosserie Leon Heizmann Feldliste 31 Telephon 34.32 Die volkswirtschaftliche Bedeutung. Allein schon die Tatsache, dass durch die Prageistrasse dem AutotouriSmus ein Alpenseengebiet erster Ordnung erschlossen wird, wird dieser ganzen Gegend einen zweifellos bemerkenswerten zusätzlichen Fremdenverkehr bringen. Eine Intensivierung des Fremdenverkehrs wird sich auch daraus ergeben, dass durch die Prageistrasse die zentralschweizerischen Fremdenverkehrsgebiete den ostschweizerischen und bündnerischen nähergebracht werden. Hand in Hand damit wird die Prageistrasse diesen Gebieten zu einer Verlängerung ihrer Fremdensaison verhelfen. Eine Steigerung des Fremdenverkehrs ist auch daraus zu erhoffen, dass alpine Autorundfahrten durch herrliche Gegenden in nächster Nähe grosser Bevölkerungszentren (Zürich und Luzern) erschlossen werden. Von ST.GALLEN- beim Krematorium Gebr. J. & C. Abegg Frauengasse 1 Rheingasse SCHAFFHAUSEN Telephon 851 ZÜRICH Gebr. Wesemann Baarerstrasse Telephon 40.706 Autospritzlackier-Werk Gebr. Meier Reinhardstrasse 12 Telephon 21.064 Bringen Sie Ihren Wagen direkt zu uns! Es ist Ihr Vorteil! Inserieren Sie auch!