Aufrufe
vor 6 Monaten

E_1936_Zeitung_Nr.046

E_1936_Zeitung_Nr.046

mischung von Alkohol zum

mischung von Alkohol zum Benzin empfohlen, obschon sie ejn wirtschaftlicher Nonsens ist Ḋie Aspa, der Verband schweizerischer Motorlastwagenbesitzer, hat eine Beteiligung an einer solchen Initiative abgelehnt und dabei gleichzeitig den Beschluss gefasst, die Initiative mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen. Die Verbandsleltung der Aspa ist der Ansicht, dass die geltenden Bestimmungen der Bundesverfassung für die Verwirklichung notwendig erscheinender Massnahmen zur Behebung der gegenwärtigen, unbefriedigenden Zustände in der Verkehrswirtschaft genügen. Die Aspa 1 hat in einer Eingabe .vom 30.-März 1936 an den Bundesrat bestimmte Vorschläge" zurSanierung des schweizeri-" Es wird ohnehin heute schon in einem Bedenken erregenden Ausmasse von der Einrichtung des «dringlichen Bundesb'eschlusses » Gebrauch gemacht. Leider spielen immer mehr politische als volkswirtschaftliche Rücksichten eine Rolle beim Erlass neuer Massnahmen. Im Fall« der Regejung des Verkehrs besteht die grosse Gefahr, dass monopolistische und staatssozialistische Tendenzen weder vor dem eigentlichen Transportgewerbe, noch vor dem Werkverkehr Halt machen würden. Aus diesen Gründen kann die Initiative der «Eitra » aus den Kreisen des privaten Transportgewerbes keine Unterstützung finden. Wir sind übrigens der Ansicht, dass der Initiativen nun genug wären. Das Bundesbähnpföblem ist nicht eine fteue Schwierigkeit, vor welche die Behörden gestellt wer- gegen die Erteilung weitgehender verfassungsrechtlich festgelegter Kompetenzen zur Regelung des Personen- und Güterverkehrs. Di< Da&tftarfiu* d^a* Das Jarnmeriied von überfüllten Lagern? Es ist < annähernd » richtig, gerade wie die Budgetierung. Am 6. Mai 1936 erklärte Direktor Tanner : « Heute stehen wir yor der Tatsache, dass wir im nächsten Herbst keinen Alkohol mehr einlagern können; es ist einfach kein Raum mehr da». Demgegenüber sei festgestellt, dass zur Zeit in dem nach Vorschriften , der Alkoholverwaltung erstellten Lager in Visp noch mindestens 10,000 hl Alkohol Platz finden. Bereitstellung von Millionenbeträgen für den Fonds zur Schaffung einer Alters- und Hinterbliebenen- Versicherung, unter gleichzeitiger Ertragsbeteiligung der Kantone,. _ lautete das Versprechen, mit dem seinerzeit das Volk zur Annahme des neuen Alkoholgesetzes verführt wurde. Heute, nach knapp dreieinhalbjähriger Anwendung des neuen Gesetzes, soll eine Minderheit unseres Volkes gezwungen werden, den ohne ihr Dazutun verfuhrwerkten Karren wieder flott zu machen. Doch selbst wenn er flott, ist von Millionenüberschüssen nichts zu sehen* eine um so niederschmetterndere Erkenntnis, als die gegenwärtigen Wirtschaftsverhältnisse das Vorhandensein von Sozialfonds geradezu Unter den jetzigen Umständen wagte er es nicht, und er hatte niemand, auf den er sich verlassen konnte, ausser Louis und mir, und Louis stand am Rade. Wir segelten weiter durch den Nebel, ohne Ausguck und ohne Lichter. Dass Wolf Larsen den Whisky auf seine Leute losgelassen hatte, wunderte mich, aber er kannte sie und das Geheimnis, in Freundschaft zusammenzukitten, was mit Blu'tvergiessen begonnen hatte. Sein Sieg über Tod Larsen schien eine merkwürdige Wirkung auf ihn auszuüben. Am Abend zuvor hatte er sich in einen Katzenjammer hineingeredet, und ich hatte einen seiner charakteristischen Ausbrüche erwartet. Aber nichts war geschehen, und jetzt war er in glänzender Stimmung. Vermutlich hatte sein Erfolg beim Kapern so vieler Boote und Jäger der gewöhnlichen Reaktion entgegengewirkt. Jedenfalls war der Katzenjammer vorbei, und die Teufel der Schwermut hatten sich nicht gezeigt. So dachte ich (Schluss von Seite 1) sehen Transportgewerbes gemacht. Durch eine Verfassungsinitiative würde nur die den. Es besteht schon seit mindestens zehn Dringlichkeit dieser Massnahmen gefährdet Jahren und es wäre genügend Zeit gewesen, und es bestände die Gefahr, dass der Bundesrat zunächst das Ergebnis der Initiative nierung anzubahnen. Heute muss verlangt auf dem verfassungsmässigen Wege eine Sa- abwarten" tnöchte, bevor er zu Massnahmen werden, dass mit mehr Verantwortungsfreudigkeit und Verantwortungsbewusstsein an greifen würde. diese Fragen herangetreten wird. Mit schönen Reden ist es da njcht getan und auch Vom privatwirtschaftlichen Standpunkt aus bestehen auch schwerwiegende Bedenken nicht mit dem Hin- und Herschieben der Kompetenzen, wie es bisher bei den Bundesbahnen und dem Eisenbahndepartement Brauch war. gr. Demc»l*B*äaf io erfordern, denn es gibt tatsächlich noch Schweizerbürger, für deren Alter nicht der Staat sorgt. Unaufhörlich setzt die Alkoholverwaltung dem Volke das Märchen von der schweizerischen Schnapsschwemme vor. Dass sie innert 40 Monaten, d. h. vom 1. Januar 1933 bis Ende April 1936 nicht weniger als 127 700 hl ausländischen Alkohol einführte, das allerdings sagt sie nur nebenbei. Und auf dieser Grundlage will der Bundesrat das Volk davon überzeugen, einzig durch Beimischung zum Benzin seien die Ueberschussmengen inländischen Alkohols zu verwenden? Weiss unsere oberste Landesbehörde, dass während der Januarsession im Ständerat auf das rentable Geschäft der Verwandlung von Zucker in Alkohol hingewiesen wurde, dass tatsächlich 1935, trotz erhöhtem Zuckerzoll, 59000 q mehr Zucker als im Vorjahre zur Einfuhr gelangten und dass Fachkreise, die der Alkoholverwaltung nicht sehr fernstehen, die jährlich aus Zucker hergestellte Alkoholmenge auf 800 000 Liter schätzen? Soll wirklich durch den Beimischungszwang die illegale Alkoholproduktion geschützt und gefördert werden? Die Sanierung der Alkoholverwaltung auf dem Wege des geringsten Widerstandes, also durch den Beimischungszwang, stellt erstens keine durchgreifende, d. h. effektive Sanierung dar und geschieht ausserdem eindeutig zugunsten eines einzigen Erwerbszweiges. Dass sie möglicherweise den letzten Termin in der ratenweisen Abwürgung des schweizerischen Autogewerbes darstellt, scheint zuständigenorts niemand zu bemerken. Ob das Parlament diese Bequemlichkeitslösung sanktionieren wird? Wahrscheinlich — denn die Gruppe jener Parlamentarier, die mit klarem Blick volkswirtschaftliche Mißstände erkennen und auch den Automobilisten zu seinem Rechte kommen lassen wollen, ist noch verschwindend klein. England zieht in diesen Tagen einen seiner Minister, der sich Indiskretionen zuschulden kommen Hess,, unbekümmert um Rang und Stellung zur Verantwortung. Unerbittlich wird jenseits des Kanals einefti unzuverlässigen Diener des Staates seine politische Laufbahn endgültig abgeschnitten. Bei uns aber, in der ältesten Demokratie, soll eben jetzt die Misswirtschaft eines Regiebetriebes, die Unzulänglichkeit einer Verwaltung durch den Beimischungszwang saniert, mit andern Worten: gutgeheissen und auf unabsehbare Zeit hinaus ermöglicht werden* Ob wohl der eidgenössische Alkolioldirektor neben seinen ordentlichen und ausserordentlichen Einnahmen für seine speziellen Bemühungen um die Beimischung eine Sondervergütung ausgerichtet erhält? Ja, will denn der Bundesrat um jeden Preis die Kluft zwischen Volk und Behörde noch vertiefen, das Misstrauen durch sein unverständliches Verhalten vergrössern? Denn dass er derartige Geschäftspraktiken als gut und vollauf in Ordnung befindet, können und wollen wir nicht glauben. Muss das Vertrauen eine weitere Erschütterung erfahren, nur weil um jeden Preis das Prestige eines Monopolbetriebes, dessen Fundamente durch und durch faul und morsch sind, gewahrt werden soll? Wer wird in diesem Falle wirtschaftliche Vollmachten, ohnehin nur schweren Herzens gutgeheissen, verantworten können? wenigstens, aber ach, wie wenig kannte ich ihn ! Ich wusste nicht, dass er vielleicht ger rade in diesem Augenblick über einen Aus*- bruch -brütete, der schrecklicher sein sollte, als alle, die ich bisher erlebt hatte. Wie gesagt, er war scheinbar in glänzender Stimmung, als ich die Kajüte betrat. Er hatte wochenlang keine Kopfschmerzen gehabt, seine Augen waren so klar wie der Himmel, seine dunkle Gesichtsfarbe strahlte vor Gesundheit. Das Leben schwoll in prachtvollem'Rhythmus durch seine Adern. Während sie auf mich warteten, hatte er Maud Brewster in eine angeregte Unterhaltung verwickelt. Das Problem, das sie erörterten, »war die Versuchung, und aus den wenigen Worten, die ich hörte, schloss ich, dass für ihn Versuchung war, wenn ein Mensch sich verführen Hess und fiel Wolf Larsen schien so unterhaltsam zu sein, wie ich ihn noch nie gesehen hatte. Es war, als ob er vor innerer Energie beinahe AUTOMOBIL-REVUE „Schluss mit der Missroirtschaft" Eine Broschüre der Via Vita. Zur Eröffungssitzung der Bundesversammlung vom 2. Juni legte die Via Vita jedem Mitglied des National- und Ständerates eine Broschüre auf das Pult, welche sich unter dem Titel «Schluss mit der Misswirtschaft» mit der Alkoholverwaltung befasst. Der Bundesrat hat bekanntlich kurz vor Beginn der Sommersession die Einführung des Beimischungszwanges beschlossen. Damit sollte wohl vor allem einer weitern Diskussion ein Riegel gestossen werden. Die interessierten Kreise, welche in der letzten Zeit eine neue Belastung nach der andern auf sich nehmen mussten, sind aber gar nicht einverstanden mit dieser Politik des «fait accompli». Besonders in diesem Falle, wo es darum geht, die Misswirtschaft eines Zweiges der Bundesverwaltung durch die Privatwirtschaft zu sanieren. In diesem Sinne ist denn auch die zitierte Broschüre abgefasst. Sie stellt in erster Linie fest, dass von den drei Hauptzielen der Alkoholgesetzgebung von 1932 keines' erreicht worden sei, weder die wirkliche Verminderung des Branntweinverbrauches, noch die zweckmässige Verwertung der Brennefeirohstoffe und zweckmässige Gestaltung des Brennens und der Verwertung gebrannter Wasser, und am wenigsten die Erzielung vermehrter Einnahmen zur Finanzierung der Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung. Schlagwortartig stellt die Broschüre fest: Die Alkoholverwaltung ist unfähig, ein ernst zu nehmendes Budget aufzustellen! Die Zahl der Brennapparate schätzte man zuerst auf 18 000, später auf 30 000, endlich auf 40 000! Wie viele sind es in Wirklichkeit? Den Verkauf von Kernobstbranntwein veranschlagte man: Für 1933/34 auf Fr. 16 000 000.— Eingenommen hat man Fr. 3 584.— Fehlbetrag Fr. 15 996 416.— Amtliche Mitteilungen Internationales Unterscheidungszeichen der Motorfahrzeuge. Das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement hat an die kantonalen Regierungen ein Kreissohreiben gerichtet, dem wir folgendes entnehmen: « Nach Art. 5, Abs. 1 des internationalen Abkommens vom 2A. April 1926 über Kraftfahrzeug- Verkehr mu«s jedes Motorfahrzeug, um zum intecnationalen Verkehr auf öffentlichen Wegen zuge- f lassen zu werden, mit.einem auf der Rückseite augenfällig auf einer Tafel oder auf dem Fahrzeug selbst angebrachten Unterscheidungszeichen versehen sein. Dieses muss beleuchtet werden, sobald es bei Tageslicht nicht mehr erkennbar ist. Gemäss Anlage G zum Abkommen besteht dieses Unterscheidungszeichen für Motorwagen aus einem länglichrunden Schilde von 30 cm Breite und 18 cm Höhe, das auf weissem Grund ein bis drei grosse lateinische Druckbuchstaben enthält. Diese müssen wenigstens 10 cm hoch sein; die Breite ihrer Strihe beträgt 15 mm. Für Motorräder sind die Ansmasse der Tafel 18 mal 12 cm; die Höhe der Buchstaben beträgt 8 cm und deren Strichbreite 10 mm. Falls das Unterscheidungszeichen auf das Fahr- ;eug aufgemalt wird, so hat es diesen Vorschriften zu entsprechen. Sowohl' bei uns als auch vielerorts im Ausland ist es üblich geworden, das weisse Oval wegzulassen und lediglich die Buchstaben des Unterscheidungszeichens entweder in heller Farbe oder m metallener Ausführung direkt auf der Hinterseite des Fahrzeugs anzubringen. Dieser den Vorschriften des internationalen Abkommens von 1926 nicht entsprechende Zustand ist in der letzten Session des ständigen Völkerbundsausschusses für den Straßenverkehr zur Sprache gekommen. Trotzdem auch der Standpunkt vertreten wurde, dass diese aufgemalten oder metallenen Buchstaben als genügend anerkannt werden sollten, wurde beschlossen, sich dafür einzusetzen, dass im internationalen Verkehr nur noch solche Unterscheidungszeichen an- ; Für 1934/35 Man nahm ein Neuer Fehlbetrag Fr. 4 000 000.- Fr. 4 328.- Fr. 3 995 672.— Was tut die Alkoholverwaltung: Sie veranschlagt 1935/36 wiederum eine Einnahme von' Fr. 4 000 000.—. Ferner wird festgestellt, dass die Alkoholverwaltung eine unsinnige Importpolitik be-". treibe. Es wird der Alkohölverwalturtg vorgeworfen, es unterlassen zu haben, dem Bundesrat die Anwendung von Artikel 11 des Alkoholgesetzes zu beantragen, was den..unumgänglichen Rückgang der Kernobstbrannt-' weinproduktion zur Folge gehabt hätte. Die Alkoholverwaltung ist zu einer Subventionsanstalt geworden .und hat der Ueberproduktion Vorschub geleistet und damit den Grundstock zu ihren heutigen riesigen Vorräten gelegt. Sie hat vom 21; September 1932 Bis 30. Juni 1935 15 277 384 Liter Kernobstbranntwein übernommen und dafür 31 000 000 Franken verausgabt. Die Denkschrift der Via Vita ist geeignet, aufklärend zu wirken. Sie kann beim Sekretariat der Via Vita, Schanzenstrasse 1 in Bern, unentgeltlich bezogen werden» -ner erkannt werden, die den aufgezählten Bedingungen • genau entsprechen. Ein schweizerischer Automobilist oder Motorradfahrer, der die Buchstaben CH nur auf der Rückseite seines Fahrzeuges aufgemalt' oder in metallener Ausführung angebracht hat, oder der wohl die vorgeschriebene weisse ovale Tafel oder Bemalung führt, diese aber nachts nicht; beleuchten kann, läuft deshalb auf einer Auslandreise Gefahr, Anstände mit den Grenz- oder Polizeiorganen zu haben. Es ist zu erwarten, dass einzelne Staaten künftig die Vorschriften des internationlen Abkommens von 1926 über das Unterscheidungszeichen, gestützt auf die Empfehlung des Völkerbundes, streng durchführen werden. Die Experten sollen bei der Abnahme von Motorfahrzeugen, an denen dem internationalen Abkommen von 1926 nicht entsprechende Erkennungszeichen angebracht sind, den Halter darauf aufmerksam machen, dass er auf Auslandfahrten Unannehmlichkeiten zu gewärtigen hat. Bei" einer Revision . der, yollziehungsverordnung wirä bestimmt werdeü,' dass nur ein den Vorschriften des Abkommens von 1926 entsprechendes internationales Unterscheidungszeichen am Motorfahrzeug angebracht werden darf. Im Inlandverkehr kann selbstverständlich ein in der Schweiz immatrikuliertes Motorfahrzeug, das kein CH-Schild aufweist oder mit vorschriftswidrigen CH-Buchstaben versehen ist, nicht beanstandet werden, da das Erkennungszeichen ja ausschliesslich für den Verkehr in andern Staaten als im Heimatland bestimmt ist. » Gleichzeitig ersucht das Departement die kantonalen Behörden, mit Rücksicht auf den Fremdenverkehr, die Polizeiorgane anzuweisen, ausländU sehe Führer, deren Motorfahrzeug ein den erwähnten Vorschriften des internationalen Abkommens von 1926 nicht entsprechendes Unterscheidungszeichen aufweist, nicht anzuzeigen. Zur Identifizierung des Fahrzeugs genügt es, wenn die für den entsprechenden Heimatstaat vorgesehenen Buchstaben auf irgendeine Weise deutlich sichtbar auf der Rückseite angebracht sind. Der Automobilist braucht heute eine eigene Fachzeitung, die alle vom Verkehr und Fiskus gerade aufgerollten Probleme als unabhängige Tribüne von seinem Standpunkt aus \ behandelt und erschöpfend über alle aktuellen Ereignisse und nützlichen Neuerungen für die Fahrpraxis berichtet. barst. Fast im selben Augenblick begann er rasch, dass er, als wir ihm nachgekommen eine Diskussion über die Liebe. Wie ge-warenwöhnlich vertrat er die rein materialistische, schon die Zwischendecksluke über; Maud die idealistische Seite. Ich selbst beteiligte mich ausser einigen kurzen Bemerkungen und Einwänden nicht an der Unterhaltung. Er war prachtvoll, aber Maud auch, und eine Zeitlang verlor ich den. Faden der Unterhaltung, weil ich ihr Gesicht beim Sprechen studierte. Es war ein Gesicht, das sonst selten Farbe annahm, heute aber war es leicht gerötet und erregt. Ihr Geist entfaltete sich frei, und das Turnier belustigte sie ebensosehr wie Wolf Larsen, der sich mächtig wohl fühlte. In diesem Augenblick steckte Louis den Kopf in die Kajüte und flüsterte: « Leise ! Der Nebel hat sich gelichtet,, und gerade jetzt kreuzt die Backbordlaterne eines Dampfers unsern Kurs.» Wolf Larsen sprang an Deck, -und zwar so FREITAG, 5. JUNI 1936 —.„N° Die Branntweinvorräte schwellen ständig an, Vorrat Ende 1931 = 184 153 nl' Ende 1932 = 182 749 hl 30. Juni 1934 = 237 138.hl 30. Juni 1935 = 244168 hl , und trotzdem importiert man ständig mehr! Import 1934/1935 = 1 654 593 Liter Erste 10 Monate 1935/1936 = 1 835 400 Liter ; Allein In den ersten vier Monaten 1936 wurden rund eine Million Liter mehr importiert als im gleichen Zeitraum 1935! Und dabei klagt Alkoholdirektor Tanner: «Heute stehen wir vor der Tatsache, dass wir jnr nächsten Herbst keinen Alkohol mehr einlagern können! .. Es ist einfach kein Kaum mehr da.» (Am 6.^Mai 1936 im Bürgerhaus, Bern.) dem trunkenen Lärm geschlossen hatte und jetzt nach vorn eilte, um auch die Backlüke zu schliessen. Obwohl der Nebel sich etwas gelichtet hatte, hing er noch über uns und verdunkelte die Sterne, so dass die Nacht ganz schwarz war. Gerade voraus konnte, ich ein rotes und ein weisses Licht sehen und eine Maschine arbeiten hören; zweifellos die ,Macedonia\ Wolf Larsen war zu Ruff zurückgekehrt, und wir standen schweigend zusammen und beobachteten die Lichter, die schnell vor unserm Bug vorbeiglitten. « Ein Glück, dass er keine Scheinwerfer hat! » sagte Wolf Larsen. « Wenn ich nun laut riefe ? > fragte ich; flüsternd. «Dann wären wir erledigt»,, antwortete er. « Aber haben Sie auch daran gedacht, was sofort geschehen würde?» (Forts, folgt.)

N° 46 — FREITAG, 5. JUNI 1936 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten von Tripolis über Tunis nach Barcelona. Mit dem VII. Grossen Automobilpreis von Penya-Rhln, der übermorgen auf der 3 km 790 langen Rundstrecke im Park von Montjuich bei Barcelona zum Austrag kommt und ausschliesslich für Rennwagen nach der international gültigen Formel (750 kg Maximalgewicht ohne Pneus) offensteht, tritt die diesjährige Sportsaison recht eigentlich in ihre interessanteste Phase ein. Waren für den Ausgang des Grossen Preises von Monaco in erster Linie die Bremsen — für die Rennen von Tripolis und Tunis vorab die erzielbaren Geschwindigkeiten und nicht zuletzt die Reifen — ausschlaggebend, so dürfte der Sieg im Lande der Stierkämpfe unter wesentlich veränderten Gesichtspunkten errungen werden. Es handelt sich im Montjuichpark um eine typisch « gemischte» Rennstrecke, wie wir schon in der letzten Nummer kurz hervorhoben. Die ohnehin für internationale Veranstaltungen sehr kurze Strassenpiste Die Rundfitrecke von Montjuich in Barcelona. weist eine ganze Anzahl von Kurven awerschlimmster Sorte auf. Zieht man endlich noch in Betracht, dass dieses Karussell, das wir oben wiedergeben, nicht weniger als 80 Mal abgefahren werden muss, so bekommt man einen guten Begriff davon, was hier Motoren, Bremsen und Reifen alles zu leisten haben, bis es zu einem Siege reicht. Bei den bisherigen Grossen Preisen der Saison, soweit sie nach der internationalen 'Formel ausgetragen wurden, befanden sich die deutschen Konstruktionen samt und sonders in Front. Wir haben zu verschiedenen Malen darauf hingewiesen, wie sehr Italien (lies die Scuderia Ferrari mit ihren neuen 12- Zylinder-Alfa-Romeo-Modellen) bei ihrem bisherigen Auftreten in Tripolis und Tunis handicapiert war, stürzte doch bei einem im Hinblick auf den Grossen Preis von Tripolis in Monza organisierten Training Giuseppe Farina so schwer, dass er für die nordafrikanischen Rennen kampfunfähig wurde. In Tripolis selbst sah sich die Scuderia weiterhin vom Pech verfolgt, indem Nuvolari im Training einen unfreiwilligen Seitensprung tat und infolge der erlittenen Verletzungen imliauptkampfe punkto Bewegungsfreiheit stark behindert war. Wer fährt In Barcelona? Indessen wird er frisch gestärkt in die Xweifellos verbissene Kämpfe mit sich bringende Motorenschlacht von Penya-Rhin ziehen. Wie wir übrigens kurz vor Redaktionsschluss erfahren, hat sich auch Farina von seinem Unfall auf der oberitalienischen Rennbahn erholt und dürfte aller Voraussicht nach am 7. Juni fit genug sein, um, wenn immer möglich, die italienischen Farben mit Erfolg zu verteidigen. Als dritter Pilot steigt Brivio auf dem AIfa-Romeo-12-Zylinder in die Arena, während Tadini einen 8-Zylinder-Rennwagen steuert. Auto-Union und Mercedes-Benz senden je 2 Mann an den Start, erstere Varzi und Rosemeyer (Stuck nimmt am Shelsey-Walsh- Rennen in England teil) und die Untertürkheimer Firma ihren bewährten « Rudi» und Loüis Chiron. Von den Privatfahrern sind Sommer und Villapadierna auf Alfa Romeo zu erwähnen, während Etancelin und wahrscheinlich auch Raph den neuen 8-Zylinder Maseratis ins Rennen führen. Schliesslich wird auch Wimille auf Bugatti alles daran setzen, um auf einem möglichst ehrenvollen Platz den Kampf zu beenden. f-r. Provisorische Rennliste. Auto-Union: Varzi und Rosemeyer. Mercedes-Benz: Caracciola und Ghiron. Scuderia Ferrari: Nuvolari, Brivio, Farina und Tadini auf Alfa Romeo. Maserati: Etancelin und Raph. Bugatti: Wimille. Einzelfahrer: Sommer und Villapadierna auf Alfa Romeo. Wer gewann die früheren Grossen Preise von Penya-Rhin ? I. 16. Oktober 1921 auf der 14,790 km langen Rundstrecke von Villafranca (35 Runden = 517 Kilometer 150): 1. P. de Vizcaia auf Bugatti in 5 Std. 19' 19" = 85,320 km/St. II. 5. November 1922 auf der 14,790 km langen Rundstrecke von Villafranca (35 Runden = 517 Kilometer 150): 1. Le Guinnes auf Talbot-Darrac in 4 Std. 55' 46" = 105,100 km/St. III. 14. Oktober 1923 auf der 14,790 km langen Rundstrecke von Villafranca (35 Runden = 517 km 150): 1. Divio auf Talbot in 4 Std. 45' 54" = 108,700 km/St. IV. 25. Juni 1933 auf der 3,790 km langen Rundstrecke im Park von Montjuich (40 Runden = 151 km 600): 1. Zanelli auf Alfa Romeo in 1 Std. 35" 38" 3/10 = 95,116 km/St. V. 17. Juni 1934 auf der 3,790 km langen Rundstrecke im Park von Montjuich (70 Runden = 265 km): 1. Varzi auf Alfa Romeo in 2 Std. -33' 2" = 104,030 km/St. VI. 30. Juni 1935 auf der 3,790 km langen Rundetrecke im Park von Montjuich (70 Runden = 265 km): 1. Fagioli auf Mercedes-Benz in 2 Std. 27' 38" = 107,815 km/St. Ein stählern Herz in formschönem Gewand Die elegante Linie eines Wagens ist nicht massgebend für dessen Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit, so wenig wie ein Kleid massgebend ist für den Charakter seines Trägers. Zu einer eleganten Karosserie gehört auch ein stählernes Herz: ein kräftiges, einfaches, widerstandsfähiges Chassis. Die Harmonie der Gesamtkonstruktion ist ein vollgültiger Beweis für die technische Vollendung und die Qualität des Materials. Bei einem Hotchkiss-Wagen ist alles harmonisch: die Technik, die Linie, die Fahrweise; alles dank der Harmonie der Gesamtkonstruktion Konzessionär für die Schweiz: Ein Schnappschuss vom Start der Automobile zum 24-Stunden-Rennen um den Bol-d'Or-Preis am Pfingstsonntagabend. Zum 500-Meilen-Rennen von Indianapolis. Wie wir noch am Dienstag berichten konnten, hat Lou Meyer auf einer Ring Free Special Miller- Maschine im diesjährigen Grossen Preis von Indianapolis mit einer Stundengeschwindigkeit von 174,525 km den Sieg davongetragen. Meyer hat damit das klassische Rennen zum drittenmal gewonnen (1928, 1933 und 1936). Er verbesserte den Vorjahrsrekord von Kelly Petillo, der sich diesmal an dritter Stelle klassierte, um knapp 5 km/St. Am Schluss des Rennens, das vor rund 170.000 Zuschauern (!) einen grandiosen Verlauf nahm, hatte er noch ca. 3 Gallonen Brennstoff im Reservoir, trotzdem für die Dauer der Veranstaltung laut Reglement maximal 37 l A Gallonen, also 5 weniger ,als 1935, an jeden Fahrer abgegeben wurden. Die wenigsten Piloten besassen beim Start zum Rennen Anhaltspunkte dafür, ob sie mit diesem Brennstoffvorrat fertig fahren könnten. So lag von Anfang an eine grosse Unsicherheit über dem Ausgang dieses Schnelligkeits-Wettbewerbes. In Anbetracht der früheren zahlreichen Unfälle war die Rennbahn beträchtlich ausgebessert worden. Namentlich die Kurven wurden wesentlich verbreitert, so dass vier Wagen nebeneinander passieren konnten. Das einzige schwerwiegendere Missgeschick stiess AI Miller zu, bei dessen Wagen die Vorderachse brach, als er in wahnwitzigem Tempo über die Piste sauste.' Seine Maschine drehte sich mehrmals im Kreise, Miller wurde von seinem jSitz auf die Bahn geschleudert. Er kam mit einer gebrochenen Hüfte davon, während sein Mechaniker nicht die geringste Verletzung aufwies. RESULTATE: 1. Louis Meyer (Ring Free Special). 109,069 Meilen/ Stunde. 2. Ted Hofn (Hartz Special), 108 Meilen/St. 3. Kelly Petillo & Doc. McKenzie (Gilmore Special), 107,46 Meilen/St. 4. Mauri Rose (Four Wheel Drive Special), 107,4 Meilen/Sl. GRAND GARAGE E. MAURER - 50. Bd. des Tranchees - GENF Vertreter für den Kanton BASEL: Automobil-Agentur A.-G., In den Ziegelhöfen 8. Vertreter für den Kanton BERN: Andre Zumstein, Bern, Muristrasse 64. Vertreter für den Kanton ZÜRICH: Gustav Bäuerlein, Wallisellen-Zürich, Schwarzackerstrasse 36 Pfingst-Rennen auf der Brooklandsbahn. Auf der Brooklands-Rennbahn herrschte am Pfingsmontag wieder einmal reger Betrieb, 1 wurden doch nicht weniger als 10 Handicap- Rennen veranstaltet, von denen dasjenige um die Gold Trophy besonderes Interesse in Anspruch nahm. E. W. Pacey auf Pacey- Hassan-Special ging mit einem Stundenmittel von 122,530 Meilen/St. = beinahe 200 km/St, als Sieger hervor. Die schnellste Runde wurde von Bertram auf Barnato-Hassan- Special mit über 225 km/St, gedreht, während Earl Howe mit 220 km/St, nahe an dieses Stundenmittel herankam. Beim Training zum Rennen verunglückte am Montag früh der bekannte englische Rennfahrer Carr mit seinem Alfa Romeo. In forciertem Tempo streifte er ein Schutzgeländer, wobei sich die 'Maschine überschlug und Carr auf die Piste hinausgeschleudert wurde. Er war sofort tot AM GROSSEN PREIS VON RIO DE JANEIRO. der nächsten Sonntag auf der Rundstrecke von Gavea gefahren wird, streiten brasilianische, argentinische, portugiesische, spanische, französische und italienische Piloten um den Siegeslorbeer. Pintacuda und Marinoni werden auf einem Acht- Zylinder-Alfa-Romeo starten. €•>«»*# (in d< Sda-w III. Schweizerisches Auto-Skimeeting am Rhonegletscher. Am 27./28. Juni bringt die Sektion Wallis des A£1S gemeinsam mit dem Ski-Club Mocte-Rosa,, Zermatt-Gletsch, in Gletsch das III. Schweizerische Auto-Ski-Meeting zur Durchführung. Wie erinnerlich, beechloss das Organisationskomitee im vergangenen Jahre, die Veranstaltung mit Rücksicht auf die Jungfraustafette nur alle zwei Jahre auszutragen. Heuer wird sich nunmehr die fröhlich gewürfelte Gemeinde zünftiger Skifahrer und Automobilisten wiederum am Rhonegletscher besammeln, iim Abschied zu nehmen von der Skisaison und die Zeit sommerlicher Alpenfahrten gebührend einzuleiten. Die Sektion Wallis des AG8 wird gleichzeitig die Feier ihres 15jährigen Bestehens begehen. Das Programm der Veranstaltung, welches in den nächsten Tagen erscheinen wird, sieht für Samstag, den 27 Juni, eine Stern- und Zuverlässigkeitsfahrt vor, welche die Automobilisten von den Ausgangspunkten Brig, Meiringen und Göschenen über eine kurze, aber abwechslungsreiche Prüfungsslrecke nach Gletsch bringt. Ein JBall soll abends unter v dem Motto «Auto und Ski» das gute Einverständnis dieser zwei Sportarten bekunden.. Am Sonntagmorgen, 28. Juni, findet in der Nähe der Furka ein Abfahrts-Slalom statt, an dem die Meister der schnellen Bretter sich zum letzten Male in dieser Saison in friedlichem Kampfe messen werden. Eine fröhliche Ski-Chilbi auf Belvedere mit anschliessender Preisverteilung bildet den Abschluss des offiziellen Teiles. Das Programm und Reglement der Veranstaltung ist erhältlich beim Sekretär des Organisationskomitees, Dr. E. Seiler, Brig (Tel. No. 65V. sowie beim Sekretariate der Sektion Wallis des ACS in Sitten (Tel. No. 115). Flu^nolizen Vom Pfingstflug des österreichischen Aero- Clubs. Ueber 30 Maschinen, welche am Dienstag früh in Wien zu dem vom österreichischen Aero-Club organisierten Pfingstflug gestartet waren, trafen im Laufe des frühen Nachmittags in St. Gallen-Altenrhein ein, von wo sie nach Lausanne weiterflogen. Dort landete als Erster der bekannte holländische Grosebankdirektor van Hangel um 17.11 Uhr. 28 Maschinen (8 österreichische, 7 deutsche, 5 italienische, 3 englische, 1 tschechische, 1 französische, 1 polnische und 2 Schweizer Apparate) gingen auf dem Flugplatz von La Blecherette nieder, während die Schweizerflieger Dr. Clavel und Bauer direkt nach Basel steuerten und der Tscheche Pernikar Bern-Belpmoos anflog. Am Mittwoch setzte das internationale Geschwader — im Gegensatz zum Dienstag bei schlechtem Wetter — die Luftreise nach Basel fort, wo der erste Aeroplan mit erheblicher Verspätung gegen 13 Uhr gesichtet wurde. Von 34 Flugzeugen legten 33 die nebelverhangene Jurastrecke Zwischenfalles zurück, während ein italienisches Bredaflugzeug in Lausanne bleiben musste. Im Laufe des gestrigen Donnerstags sind die Flieger nach der Heimat zurückgeflogen. Ein schwerer Unfall traf das bereits am Mittwochnachmittag nach Amsterdam gestartete Flugzeug des Grossbankdirektors van Hangel, indem dieses gegen Abend, als es sich zur Landung in Amsterdam anschiektt, über dem Flugplatz abstürzte, wobei van Hange/ wie sein Pilot Burowski den Tod fanden. Iu. -y.