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E_1936_Zeitung_Nr.049

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fl AUTOMOBIL-REVUE

fl AUTOMOBIL-REVUE DIETTSTÄG, W. JUNI Carlo t, nifieri t, Ettore, Bindo und Ernesto Maserati Der verstorbene Alfieri Maserati (mit Mütze), Schöpfer' des bekannten Rennwagens, mit dem früheren Rennfahrer Giovanni Pedrazzini in Locarno. cano in Anzano del Parco die ersten Automobile, und im Jahre 1907 beteiligte sich Carlo Maserati auf einem «Bianchi>-Wagen am Grossen Preis von Italien in Brescia. Carlo Maserati wurde bald darauf von der Fabrik Isotta-Fraschini als als Mechaniker engagiert, und dort folgte ihm im Jahre 1912 sein Zweitältester Bruder Alfieri Maserati. Während des Weltkrie- j ges trat Alfieri Maserati in die Dienste der Mai- I länder Fabrik Nagliati, welcher Flugzeugmotoren I Die beiden Gründer der Maserati-Fabrik weilen nicht mehr unter den Lebenden, aber ihre Arbeit wird von den drei jüngeren Brüdern fortgesetzt. Bevor wir von den jetzigen Leitern des Bologneser Werkes sprechen, müssen wir der beiden mutigen und tüchtigen Gründer dieser Fabrik ehrenvoll gedenken. Carlo Maserati, der schon vor 16 Jahren gestorben ist, darf als einer der Pioniere des italienischen Automobilwesens angesehen werden. Schon im Jahre 1903 baute er zusammen mit Marchese Carnach einer Lizenz De Dion-Bouton baute, und gleichzeitig gründete er im Jahre 1916 zusammen mit dem damals bekannten Rennfahrer Trucco eine Kerzenfabrik in Mailand. Nach dem Kriege kehrte Alfieri Maserati (der älteste Bruder war inzwischen im Krieg gefallen) zu Isotta-Fraschini zurück und wurde kurz darauf zum Leiter der Bologneser Filiale dieser Fabrik ernannt. Nach einigen Jahren machte er sich selbständig als Leiter einer kleinen Motorenfabrik und Reparaturwerkstatt und gleichzeitig als Leiter der nach Bologna verlegten Kerzenfabrik. 1925 begann er mit der Konstruktion von Rennwagen, wobei er zuerst besonders Kleinwagen bis zu 1500 ccm baute. Leider ist Alfieri Maserati im blühenden Alter von 48 Jahren vor dreieinhalb Jahren gestorben, und die Fabrik wurde von seinen Brüdern Ernesto, Bindo und Ettore weitergeführt. Die beiden eigentlichen Leiter der Konstruktion sind jetzt Ernesto und Bindo Maserati. Ernesto Maserati ist 1898 in Voghera geboren, lernte Mechaniker und war während des Krieges bei der grossen Fabrik Franco Tosi in Legnano (bei Mailand) beschäftigt, wo er sich besonders mit dem Bau der Isotta-Fraschini- Flugzeugmotoren V4 und V6 befasste. Im Jahre 1922 übersiedelte er nach Bologna, um der beste Mitarbeiter seines Bruders Alfieri zu werden. Ernesto Maserati, der auch als aktiver Rennfahrer hervortrat, hat die technische Leitung der Fabrik übernommen und sämtliche Rennwagentypen der letzten drei Jahre sind seine eigene Schöpfung. Bindo Maserati, der kommerzielle Direktor der Bologneser Fabrik, ist in Voghera geboren und begann seine Laufbahn als Automechaniker bei der Mailänder Automobilfabrik «Junior» Während des Krieges trat auch Bindo Maserati in die Dienste Isotta-Frascinis, und im Jahre 1921 wurde er von dieser Fabrik als Filialleiter nach Amerika geschickt, bis er 1932 zu seinen Brüdern nach Bologna zurückkehrte. Bescheidene, sympathische und prächtige Menschen, diese Brüder Maserati! Mit Wehmut erinnern wir uns an den verstorbenen Alfieri, der nicht nur ein erstklassiger Motorenzeichner und -kenner war, sondern auch ein Psychologe. Wie oft haben wir ihn gesehen, wie er junge Fahrer, die sich ihm anvertrauten, wie ein Vater beriet. Uebermässiges Glück haben die Maserati-Werke wohl nicht gehabt, sie haben aber unzähligen jungen Sportleuten die Möglichkeit geboten, sich am Rennbetrieb zu beteiligen, sie haben auch einige Berühmtheiten «herausgebracht», wie Rene Dreyfus und Luigi Fagioli. Und Achills Varzis Grosserfolge auf Maserati, sind die vergessen? Mit sehr geringen finanziellen Mitteln, aber getragen von einem eisernen Arbeitswillen und auf dem Fundament der ungewöhnlichen technischen Kenntnisse, wie der gewaltigen Erfahrung aller Bruder, ist die Maserati-Fabrik auch in den Krisenjahren vorwärtsmarschiert. 9er Tussgängerstreifen Der Fussgängerstreifen ist eine noch verhältnismässig neue Einrichtung. Das Buntlesgesetz über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr, das auch für den Fussgänger einige Regeln enthält, spricht in Artikel 35 vom Fussgängerstreifen. Es heisst dort: «Der Fussgänger hat die Trottoirs oder Fussgängerstreifen zu benützen und die Strasse vorsichtig zu überschreiten». Aus dieser Fassung des Artikels lässt sich auch ableiten, dass der Automobilist gegenüber dem Fussgänger, der sich auf einem Fussgängerstreifen befindet, zu besonderer Sorgfalt verpflichtet ist. Artikel 45 der Vollziehungsverordnung zum Motorfahrzeuggesetz bestimmt übrigens: Vor Fussgängerstreifen haben die Motorfahrzeugführer die Geschwindigkeit zu massigen und nötigenfalls anzuhalten, um den sich schon darauf befindlichen Fussgängern die ungehinderte Ueberquerung der Fahrbahn zu ermöglichen. Wie weit das Einzugsgebiet der Fussgängeretreifen reicht und die Fussgänger von anderweitiger Benützung der Strasse ausschliesst, ist nach den örtlichen Verhältnissen zu beurteilen. Der Fussgänger darf dort, wo Fussgängerstreifen vorhanden den sind, die Fahrbahn an keiner andern Stelle betreten, scnst ist er im Falle einer Gefährdung durch Motorfahrzeuge oder andere Strassenbenützer selbst verantwortlich. Umgekehrt darf der Fahrzeugführer damit rechnen, daes die Fuesgänger auf den angewiesenen Stellen bleiben und die übrige Fahrbahn nicht betreten, ohne sich zu vergewissern, dass sie frei ist. Selbstverständlich soll auf Fussgängerstreifen nicht stationiert werden, eine Regel, gegen welche noch oft verstossen wird, iDas Bundesgericht hat festgestellt, dass der Fussgänger nicht befugt ist, die Ueberschreitung der Fahrbahn auf dem Fussgängeretreifen noch vor dem Fahrzeug zu versuchen, wenn daraus eine UnfaOgefahr entstehen könnte; ein eigentliches Vortrittsrecht steht dem Fussgänger auch an dieser Stelle nicht zu. Als Grundsatz gilt: Wer sich bereits auf der Kreuzungsstelle befindet, wenn das Fahrzeug sich ihr nähert, darf seinen Weg in jedem Falle fortsetzen; auf diese Stelle — den Fussgängerstreifen — darf ßich aber nur noch begeben, wer damit rechnen kann, dass er sie wieder freigegeben haben wird, ehe das Fahrzeug herangefahren sein wird, wenn es die Fahrgeschwindigkeit pflichtgemäss verlangsamt. Das ißt die Auffassung, wie sie z. B. der Kommentar Strebel zum Motorfahraeuverkehrsgesetz enthält Welche Methode der Kenntlichmachung? Bekanntlich bestehen schon eine ganze Reihe von Systemen zur Kenntlichmachung der Fussgängerstreifen. Zuerst versuchte man es mit weisser Farbe, doch zeigte es sich bald, dass sie sich sehr rasch beschmutzt und abnutzt, worauf die sogenannten Strassennägel ausprobiert wurden. Wie uns Herr Stadtingenieur Reber in Bern mitteilt, haben sich diese im allgemeinen sehr gut bewährt und sollen auch auf den Straesen mit grossem Verkehr ausserhalb der eigentlichen City beibehalten werden. Der Nachteil der Strassennägel besteht darin, dass sie nicht so gut sichtbar sind wie die gelben Streifen auf der Fahrbahn und dass eine gewisse Gleitgefahr für Pferde besteht Die ebenfalls verwendeten Stahlplatten ßind zwar sehr solid, aber noch weniger sichtbar als Nägel und sollen deshalb nicht weiter verwendet werden. Schliesslich verfiel man auf die gelbe Farbe. Sie ist sehr gut sichtbar — auch für die Motorfahrzeugführer — doch haftet ihr der Nachteil an, dass 6ie bei grossem Verkehr nur etwa acht bis 14 Tage hält. In der Strassenmitte ist sie schon nach einigen Tagen abgefahren. Seit einiger Zeit experimentiert man nun mit dauerhafteren Mitteln zur Markierung der Fussgängerstreifen. Da ist zunächst einmal das Einlassen von Klinkerplatten in den Asphalt, ein Mittel, das sich aber auch nicht bewährt hat. Der Klinker ist bei Regenwetter zu dunkel und leuchtet nicht. Auch waren die Platten bald an den Rändern beschädigt. Zudem kommt diese Art der Markierung ziemlich teuer zu stehen. Eine Färban? des Asphalts vor der Einlage hat zwar den Vorteil, dass solche Streifen lange halten, doch sind die Streifen ebenfalls zu wenig sichtbar. Der Asphalt verschmutzt stark und wird wieder dunkel. Das neueste ist nun eine gefärbte gelbe Pa» ste, welche einige Millimeter dick aufgespachtelt wird. Die Masse leuchtet in kräftigem Gelb, wird an der Oberfläche schön glatt und hart und soll etwa zwei Jahre halten. Die Stadt Bern hat an mehreren Orten, z. B. bei der Hauptpost und beim Bahnhofplatz, solche Streifen angebracht. Die Kosten sind verhältnismässig bescheiden (Fr. 6.— pro laufender Meter) aber doch bedeutend höher als ein Anstrich. Allerdings haftet dem Verfahren mit gewöhnlichem Farbanstrich auch der Nachteil der Kostspieligkeit an, weil solche Streifen nur sehr kurze Zeit sichtbar bleiben. Man sieht aus diesen Angaben, dass die Fussgängerstreifen, die sehr bald einige tausend Meter ausmachen, keine billige Sache und deshalb vorläufig mit einiger Zurückhaltung behandelt worden sind. Ein billiges und gleichzeitig dauerhaftes Verfahren ist noch nicht bekannt Es scheint uns auch besser, wenn nii-ht zu viel Fussgängerstreifen angebracht werden, da sie doch eine gewisse Hemmung des Verkehrs zur Folge haben. Gute Sichtbarkeit ist und bleibt indessen ein. wichtiges Erfordernis, sonst erfüllt diese Sicherheitszone für den Fussgänger ihren Zweck nicht Im allgemeinen lässt sich schon eine fühlbare Besserung feststellen. Gerade die Verkehrswochen — wie deren eine gegenwärtig in Bern durchgeführt wird — bieten Gelegenheit zur Erziehung des Publikums ml" Hilfe von gut markierten Fussgängerstreifen. BeV sonders bei Plätzen und Strassenkreuzungen sind diese Streifen sekr wertvoll, um ein Kreuzen in der Diagonale zu verhindern. In Verbindung mit Trottoirabschrankungen an den Ecken lässt sich so zwangsläufig eine gute Strassendißziplin erzielen. **• JAHRE Entwicklung 1886-1936 1935 BOfißH der BOSCH-ERZEUGNISSE Zu verkaufen Talbot 6 Zyl., 13 PS, Limousine, 4/5plätzig, m. Lederpolsterung, 4türig, mit Koffer und 2 Ersatzrädern. Sehr guter Zustand. 12308 Zu verkaufen Vauxhall Zu verkaufen Auto Marke PEUGEOT Achtung! 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OFFIZIELLE EINWEIHUNG DER GANDRIASTRASSE LUGANO, 20. und 21 Juni 1936 SamsUg, 20. zo. Juni: j IS bis 18 Uhr: Ankunft der Teilnehmer am Rallye Gandnastrasse. Sonntag, 21. Toni: 10 bis 12 Uhr: Offizielle Einweihung der Gandriastrasse — Bankett 9 bis 17 Uhr: Autoschönheitskonkurrenz — Blumenwagen. IS Uhr: Ankunft der II. Etappe der «Tour de Suisse». 21 Uhr: Seenachtfest und anschliessend Gala-Abend und Preisverteilung. An»lc*aft und Programm durch das offizielle Verketircbureau Lugano.

£9 — " DIENSTAG, 16. JUNI 1S36 AUTOMOrm -PEVUE Luftfahrt Flugzeug und Elsenbahn — eine Konkurrenz? Die Frage, ob die durch die Zeitverhältnisse und durch den Strassenverkehr schon schwer bedrängte Eisenbahn nun auch durch den Luftverkehr einen neuen und gefährlichen Konkurrenten erhalten habe, ist mehr als einmal schon aufgeworfen worden. Es sei versucht, sie hier kurz zu beantworten. Der grösste Vorteil des Luftverkehrs ist die Geschwindigkeit. Man kann aber durch die Benützung des Flugzeuges nur dann gegenüber der Eisenbahn Zeit gewinnen, wenn man möglichst grosse, d. h. Strecken von mindestens 300 km Länge durchfliegt. Je grösser die Flugstrecke ist, desto kleiner wird der Anteil des Zeitaufwandes für den Autodienst nach und vom Flugplatz, der in der Gesamtreisedauer unbedingt miteingerechnet werden muss. wenn man einen Vergleich mit der Bahnreisedauer machen will. In der Schweiz wickelt sich der Hauptverkehr der Bahnen auf Distanzen unter 300 km ab, so dass ein fühlbarer Zeitgewinn durch den Luftverkehr zwischen den einzelnen schweizerischen Zentren kaum erzielt werden kann. Zweck des innerschweizerischen Luftverkehrs ist vor allem — und es geht dies deutlich aus den Flugplänen hervor — Passagiere, Post und Expressgüter möglichst 'rasch an die Brennpunkte des internationalen Verkehrs, d.h. Zürich, Basel und Genf zu bringen, was in vielen Fällen mit der Bahn nicht möglich äst. Aus dem diesjährigen Flugplan geht aber weiter hervor, dass die neuen Leicht-Schnellzüge der SBB u. a. auch die Aufgabe haben, die von Wien und Berlin mit dem Flugzeug am Abend in Zürich eintreffenden Passagiere rasch nach Bern und in die Westschweiz noch weiter zu befördern. In Anbetracht der späten Stunde wäre eine Fortsetzung der Reise auf dem Luftwege nicht mehr möglich. Hier ergänzt die Bahn vorteilhaft den Luftverkehr. Im Ausland und namentlich im internationalen Verkehr kann sich das Verkehrsflugzeug, besonders wenn sich die Kapazität der Maschinen weiter erhöht, zu einer gewissen Konkurrenz der Eisenbahn entwickeln. Die ca. 70,000 Passagiere, die im letzten Jahre nur zwischen London und Paris flogen, bedeuten sowohl für die nordfranzösischen als für die südenglischen Bahnen, sowie für die Kanalschiffahrt einen fühlbaren Ausfall. Die Bahnen der Schweiz, wie übrigens auch von Belgien, Holland usw., sind für ihren Binnenverkehr durch die Kleinheit des Landes durchaus geschützt. Dem Vorteil der hohen Geschwindigkeit liegt ein Nachteil, nämlich die geringe Transportkapazität (Ladefähigkeit) des Flugzeuges gegenüber. Was bedeuten die total 48 Sitzplätze von vier täglichen Flugzeugen zwischen Basel und Zürich gegenüber 8 Jahresund 3 Saisonschnellzügen, sowie 6 Personenzügen auf der gleichen Strecke, von denen jeder einzelne Wagen mehr Sitzplätze « anbietet» als alle vier Verkehrsflugzeuge zusammen? Was sind täglich 10 Flugpassagierplätze zwischen Zürich und Bern, gegenüber 8 durchgehenden Schnellzügen zwischen diesen beiden Städten ? Der Flugpreis auf grösseren Strecken entspricht ungefähr dem Bahnpreis II. Klasse mit Schlafwagenzuschlag. In gewissen Fällen nähert er sich dem Fahrpreis I. Klasse. Es ist zweifellos, dass der Luftverkehr einen Teil der Fahrgäste der grossen internationalen Luxus- und Expresszüge zu sich herübergezogen hat. Nun ist aber auch bekannt, dass derartige, mit grossem Aufwand an Komfort betriebene Züge mehr aus prestigepolitischen als aus wirtschaftlichen Erwägungen geführt werden. Für die betreffende Bahnverwaltung bleibt ihre Führung meist unrentabel. Der vor 3 Jahren aufgehobene « Gotthard-Pullman-Express ist hierfür ein sprechendes Beispiel. Man darf daher behaupten, dass in vielen Fällen der Luftverkehr den Bahnen — die vor allem auf den billigen Massenverkehr angewiesen sind — den an sich unwirtschaftlichen Luxusverkehr abnehmen. Der Luftverkehr ist keine Konkurrenz, sondern eine natürliche Ergänzung der Eisenbahn, Zahlreiche Möglichkeiten einer für beide Teile erspriesslichen Zusammenarbeit sind vorhanden. Man denke an eine gegenseitige Anpassung der Fahr- und Flugpläne, an die Ausgabe durchgehender Billette, wie z.B. auf dem skandinavischen Flug- und Bahnnetz. In der Schweiz besteht ein Abkommen über den Flug- und Eisenbahnverkehr für - den Expressgüterdienst. Fluggäste können nach gewissen Ländern ihr grosses Gepäck durch die Bahn befördern lassen. Erwünscht wäre, dass auch an Ausländer, die mit dem Flugzeug in. die Schweiz reisen, die 30 % Rabatt auf den Bahnen für die Fortsetzung der Reise gewährt würde, wie dies für den mit der Bahn nur reisenden Gast längst der Fall ist. Für die schweizerischen Bahnen bedeutet der junge Luftverkehr in Tat und Wahrheit keinerlei Konkurrenz, auch wenn' sich letzterer, woran kaum zu zweifeln ist, noch beträchtlich weiter entwickeln sollte". Die Frage cFlugzeug oder Eisenbahn» ist ebenso falsch gestellt wie diejenige über «Eisenbahn oder Schiff». Beide Verkehrsmittel dürfen und können nicht in Konkurrenz zueinander gestellt werdeni da sie sich im Rahmen einer rationellen Verkehrswirtschaft überaus glücklich ergänzen. Flu3$n«»6lz4&n Das fliegende Automobil. Die Weiterentwicklung des Windmühlenflugzeuges, die in Amerika speziell eifrig betrieben wird, eröffnet allmählich immer weitere Perspektiven. Da man bei den neueren Typen dieser Bauart auf Tragflächen ganz verzichten kann, scheint die Möglichkeit gegeben, die Maschine zu Hause zu garagieren und mit ihr zum Aufstieg durch die Strassen auf irgend einen nahe gelegenen Flugplatz zu fahren. Eine amerikanische Gesellschaft baut gegenwärtig ein solches Windmühlenflugzeug, das sowohl auf der Strasse als auch in der Luft zu Hause ist. Ein hinten angebrachtes Stützrad kann nach Belieben von dem in Runrofmitte hinter dem Führersitz gelegenen 90-PS-Motor angetrieben werden. Der Führer hat es in der Hand, entweder den Hinterradantrieb oder den Proneller vom Motor antreiben zu lassen. Im Fluge erreicht die Maschine eine Geschwindigkeit von 175 km/ St., auf der Strasse eine solche von 40 km/St. Die Kühlluft saugt sich der Motor von unten her selbst an, worauf sie weiter hinten ebenfalls wieder nach unten ausströmt. Damit das Propeller-Kippmoment wegfällt, sind zwei Luftschrauben gegenläufig hintereinander auf der selben Achse angeordnet. Die Tragflügel (Windmühle) können beim Start ebenfalls mit dem Motor gekuppelt werden, um rasch auf Tourenzahl zu kommen, so däss die Maschine startfähig wird. Zum Fahren auf Strassen lassen sich die Flügel zusammenklappen. Sie stehen dann nicht mehr seitlich, sondern nur noch nach hinten und vorne über den Rumpf hinaus vor. Neues Dornler-Flugboot In Dienst gestellt. Während an der Stockholmer internationalen Luftfahrt- Ausstellung das Modell des neuen « DO 20 » bewies, dass es Deutschland sehr ernstlich darum zu tun ist, im kommenden Oz«anverkehr, insbesondere über den Nordatlantik ebenfalls eine massgebende Rolle zu spielen, ist bereits wieder ein neues Dornier- Flugioot, das die Bezeichnung «DO 18 » trägt, in Dienst gestellt worden. Das Boot, das in seinem Aeussern stark den bisher im Südatlantik-Verkehr verwendeten Dornier-Walen ähnelt, zeichnet sich diesen gegenüber durch grössere Reichweite aus. Beim Bau wurde auf die bisherigen Erfahrungen abgestellt und deshalb das Aeussere aerodynamisch vervollkommnet. Der «DO 18 » ist ein Hochdecker, Ganzmetallkonstruktion, ausschliesslich für_ Postund Frachtverkehr bestimmt. Hinter dem, mit Doppelsteuerung ausgerüsteten Führerraum liegt ein Navigationsraum mit der Peilanlage und den Funkeinrichtungen, daran angeschlossen liegen Betriebsstoffbehälter für über 2000 Liter Brennstoff, sodann der Fracht- und Postraum. Weitere 1800 Liter Betriebsstoff sind in den Flossenstummeln untergebracht, welche seitlich am Bootsrumpf für die nötige Schwimmstabilität sorgen. Als Antrieb dienen zwei Junkers-Dieselmotoren von je 500/600 PS in Tandemanordnung, welche eine Zug- und eine Druckschraube antreiben, Bei einer Reisegeschwindigkeit von 225 km pro Stunde, soll das Boot eine Reichweite von 4300 km aufweisen. Das Flugzeug wird versuchsweise auch im Verkehr über den Nordatlantik eingesetzt. vfp. In 20 Tagen um die Erde. Mit der Eröffnung des Europa-Nordamerika-Dienstes der deutschen Zeppelin-Luftschiff-Reederei und der Transpacific- Linie der Pan American Airways zwischen; San Franzisko und den Philippinen, sowie der diese verbindenden Linie von Manilla nach China hinüber ist die Umfliegung der Erdkugel in 20 Tagen, möglich geworden. Der erste Reisende, welcher dies ausführt, ist Dr. B. L. Falconer, der Spefcialkprrespondent des « Washington Sta,r ».. Er wird eine Distanz von rund 26.000 Meilen oder 41.600 Kilometer zurücklegen und dabei nur drei Nächte in der Luft zubringen, während er alle übrigen Nächte in komfortablen Hotels übernachtet. Die Ueberfahrt nach Frankfurt machte er auf dem.Zeppelin-Luftschiff . «Hindenburg>. Vom Landhafen Frankfurt flog er mit dem Douglas der K. L. M. nach Amsterdam, von wo er über Aegypteri, Persien, Britisch-Indien und die Straits Penang erreichte. Diese Reise dauerte von Amsterdam ab nur 4^ Tage. In Penang stieg er zu den Imperial Airways über, welche ihn bis Hongkong brachten. Dort erwartete ihn ein Spezialflugzeug, welches den eiligen Passagier nach Macao flog. Die Clipper-Line über den Pazific braucht fünf Tage, um in San Franzisko anzukommen und von dort hat Dr. Falconer Anschluss an die Pan American Airways, welche ihn nach seiner Heimatstadt Dallas bringen. Die Kosten der ganzen Reise betragen rund' 3200 Dollar. •> **P- Automechanische Werkstätte vier Zylinder, yiertatt-Motor 570 crrr. Zylinderkopf aus Aluminium. 4 Vorwärtsgänge, 3. und 4. synchronisiert und ge. räuschlos. Vierrad-Oeldruckbremseru 4 hydraul. Stossdämpfer. Unabhängige Vorderrad« Aufhängung. Kraftübertragung auf die Hinterachse durch schrägverzahntes konisches Ge< triebe. Differential. Elektrische 12-Volt Anlage. Ganzstahl-Karosserie, 5 bereifte Räder. Splitterfreies Glas, überall. Weniger als 6 Liter Benzin auf 100 km. 6 Monate Fabrikgarantie 3 Service-Gutscheine. 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