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E_1936_Zeitung_Nr.053

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AUTOMOBIL-RFVUE

AUTOMOBIL-RFVUE DIENSTAG, 30. JUNI 1936 — N° 53 minder als anderwärts gepflegt wurde, verhallt sind Schwert- und Schildschlag seit Jahrhunderten. Wie manches ehedem mit seiner Macht protzende Felsenschloss wurde besinnlich zur « Burg Frag-mir-nicht-nach! » Eine Talschaft der grauen Puren allerdings — Sie wähnen gewiss, dass jetzt vom Engadin gesprochen werden soll? — blieb ohne Zinnenkrone, Palast und Bergfried: gemach, das war die Landschaft Davos, das Herzblatt des Zehngerichtenbundes. Das Engadin — vom «Spaniola », dem sagenhaften Sarazenenturm zu Pontresina, haben Sie wahrscheinlich schon vernommen! Das mit den arabischen Sarazenen, die ihn um die Jahrtausendwende errichtet haben sollen, stimmt indes trotz allem nicht; wahrscheinlich hat ihn ein Herr de Pont Zarisino, der bischöflicher Kanzler im Oberengadin war, 1244 erbauen lassen — das mutet viel weniger märenhaft an und bleibt im gleichen interessant! Die wichtigern Burgen des Engadins sind ausnahmslos unterhalb des Dorfes Zernez beheimatet, und viele sind es nicht, ein knappes Dutzend höchstens. Doch eine lugt mit unnachahmlicher Herrenmiene ins grüne Paradies des Unterengadins hinaus — Tarasp, das eindrucksvollste aller Bündner Schlösser. Und noch soll Tschanüff (Remüs) Erwähnung finden, der unvorstellbaren Gewalt wegen, die diese Runie hoch überm Eingang des Val sruiA

53 DIENSTAG, 30. JüM 1936 AUTOMOBIL-REVUE 25 Volkskunst im !Bwiec Ofkdcuid Volkskunst — Kitsch? Bitte schon! Ja — was denn? Ich muss mich selber besinnen. Zugestanden, die Leute, die nur von alten Speichern und Truhen schwärmen, die — scheinbar — weiss der Teufel was drum geben würden, in irgendwelchem Himmelbette schlafen zu dürfen, sie gehen auch mir auf die Nerven. Scheinbar — ja scheinbar würden sie etwas drum geben. Denn sie glänzen in falschem Schein. Wenn er nicht falsch wäre, so würden sie nichts drum geben, aber dafür drin schlafen, tief und fest, den Schlaf des Gerechten. Zur Sache! mahnt der Leser. Aber wir sind schon dabei. Denn gerade diese Leute, die so stillschweigend und hartnäckig in Himmelbetten schlafen oder sonst irgendwelche Mucken treiben, von denen kein Mensch etwas weiss, sind häufig die besten Volkskünstler. Uebrigens, ist es nicht jeder? Ein wenig? Sogar der Schwärmende, der in falschem Schein Glänzende? Wenn er diesen Schein verbrennen wollte... Einst ging ich durch ein Museum. Irgendwo — irgendwann. Sah, was die Pfahlbauer schufen. Und plötzlich wusste ich, warum man von edler Linie und Form spricht. Und ein andermal begegnete ich einem Mädchen. Es hatte feuerrotes Haar, milchweisse Haut und ein paar Sommersprossen drin. Auf der Schulter trug es eine hölzerne Heugabel. Und da erkannte ich, dass eine solche Gabel keiner schnitzen kann, der es um Geld tun wollte. In all ihrer Einfachheit war diese Gabel ein Kunstwerk. Nicht um Geld? Soll denn der Künstler, der Volkskünstler verhungern? Um Gottes willen, nur das nicht. Er soll leben! Lange leben-, und wenn er stirbt,, wieder geboren werden. Nur eines soll nicht sein: Der Verdienst darf nie erste Triebfeder zu seiner Arbeit bilden. Nie. Das muss tiefer liegen. Dieses eine Etwas' muss sinnen, muss wachsen, bis die Hand sich regt, bis der erste Gedanke, wenn man von einem solchen reden darf, in den Stoff fliesst, sich zu offenbaren. Und dann ringt dieses ungenannt sein Wollende zäh und handgreiflich um die Form, die es der toten Materie geben will. Kein Gedanke darf den Erfolg, den Lohn streifen. Es gibt kein Zuviel an Mühe und Arbeit. Dafür aber wahre Schöpferfreude. So entsteht ein Kunstwerk, und wenn es auch nur eine schöngeschweifte Jleugabel wäre. Warum waren früher so viele Handwerker Künstler? Hauswände, Türschlösser, Truhen zeugen davon. Auch zeigt der farbige Reichtum an alten Trachten, dass die Frau dem Manne nicht nachstand, selbst wenn sie nur still im Hause waltete. Die Maschine... Vielleicht. Sie ist zwar eine über Gebühr gescholtene. Falsche Berufswahl und vor allem die Angst um das tägliche Brot spielen wahrscheinlich die grössere Rolle. Potz! sträussen Berufsberater (ein stolzer Name) und Lehrlingskommissionen die Federn. Ich will sie aber gar nicht rupfen. Ihr Wollen ist gut. Sie wollen erziehen, wecken, was im Menschen schlummert, es bilden. Nur verbilden dürfen sie es nicht und sich dessen bewusst sein: Wo nichts ist, da hat nicht nur der Kaiser, sondern überhaupt jedermann sein Recht verloren. Zum Glück ist zwar immer etwas da. Es gilt nur, es zu fassen, zu finden. Ich bin aber auf ein Nebengeleise geraten. Die Schnitzler schule in Brienz, die Kunsttöpfereien in Steffisburg, die Klöpplerinnen von Lauterbrunnen, die Weberinnen des Haslitales protestieren: Aber wir, schaffen wir denn nicht in wahrer Volkskunst? Gewiss, ihr tut es. Und zwar steht eure Arbeit heute auf erfreulich hoher Stufe. Auf zickzackigen Irrwegen seid ihr vom Primitiven zum Besseren gelangt. Diese Irrwege müssen wir aber noch ein wenig betrachten. Nicht Handwerker, sondern Bauern und Jäger und ihre Frauen dazu, waren die ersten Volkskünstler. Sie schnitzten und nähten. Sie schmiedeten später. Manches geriet, anderes misslang. Zweckdienlichkeit und ein angeborener, völlig unverbildeter Schönheitssinn hielten sich schön die Waage. Aber der letztere begann zu wuchern, sobald die Fertigkeit der. Hand wuchs und die Werkzeuge besser wurden. Die Vielfalt der Natur verwirrte. Man entfernte sich von der Zweckmässigkeit immer mehr und schuf unnütze Dinger, die zwar noch oft ihr Daseinsrecht der schönen Form wegen hatten. Später, viel später kam als Weit gefährlicherer Verführer das Geldverdienen dazu. Zugestanden, oft das Geldverdienenmüssen. Für einen magern Taglohn schnitzte der Schnitzler so und so viele Salatbestecke. Er tats bei schlechtem Licht, bis über Mitternacht hinaus. Damit ihm die Augen nicht zufielen, zog er Schuhe und Strümpfe aus und steckte die Füsse in kaltes Wasser. So wurde geschnitzt Gottlob, diese Zeit ist vorüber. In den letzten Jahren ganz besonders wurde mit vielem aufgeräumt. Sachlichkeit ist das Schlagwort der Zeit (auf wie lange?). Wenn sie hier und dort über die Schnur haut, so schadet das nicht. Analog der Architektur sucht der moderne Künstler und Kunsthandwerker nach Einfachheit. Er schult sein Auge an alten ägyptischen und frühgriechischen Bildwerken. So treten die Erzeugnisse aus übernommenen Kleinlichkeiten heraus in einfache, bequeme und schöne Formen. Sie dürfen nur nicht verflachen. Dieser Gefahr muss sich jedoch jede Zeitepoche bewusst bleiben. Jedes Formen muss wohl durchdacht werden. Es muss zum Erlebnis werden. Mit Freude konstatieren wir, dass Künstler von Rang seit Jahren in führende Rollen getreten sind. Das soeben Gesagte bezieht sich vor allem auf die Schnitzlerei und Töpferei. Die Weberei und Klöpplerei sind von den erwähnten Irrwegen weniger betroffen worden. Ihre Erzeugnisse sind immer solid, einfach und Die Davos-Parsennbahn führt vonDavos (1580m ü. M.) in 20 Minuten nach dem Weissfluhjoch (2660 m) in ein vielfältiges, botanisch, geologisch und landschaftlich einzigartiges hochalpines Wandergebiet. Der Höhenweg (von der Mittelstation Höhenweg der Parsennbahn) und der neugebaute Schia-Felsweg (vom Weissfluhjoch aus) verbinden das Parsenngebiet mit dem Strelagebiet und der Schatzalp. Kantönligeist: hie Glarusl — hie St. Gallen! schön geblieben. Bloss um sie in erhöhtem Masse zu verwenden, sucht man nach neuen Wegen. Schon eingangs erwähnten wir, dass auch die Trachten ein Teil der echten Volkskunst bilden. Und heute geht es wie eine Welle durchs Land: Man zieht sie wieder zu Ehren. Man schätzt sie. Hier und dort ersetzen sie noch heute das Sonntagskleid und tun es aufs neue. Dies besonders wäre erfreulich. Aber der Kitsch, der wirkliche Kitsch, der ebenfalls unter dem Namen Volkskunst ersteht und feilgeboten wird? Ein kleines Beispiel mag zeigen, warum er noch da ist. Zwei Magazine stehen nebeneinander. Beide sind günstig gelegen. Das eine ist in buntem Durcheinander mit Kitsch vollgepfropft, das andere ist mit auserlesenen Stücken wahrer Volkskunst ausstaffiert Die Preise für den Kitsch sind rein im Hinblick auf die Produktion reichlich hoch, diejenigen der Qualitätsware auf der untersten Grenze. Die Schnitzerei geht neue Wege: Originelle weieer in Brienz. Und dennoch (wetten wir?), das Kitschmagazin macht dreimal das bessere Geschäft Hier, lieber Leser, kannst auch du mitbestimmend verbessern helfen. F. Ringgenberg, Meiringen. Teilweiser Ausbau der Strasse über den Col de La Forclaz. Die Strasse über den Gol de La Forclaz, für die irn vergangenen Jahr gar nichts getan worden ist, erfährt gegenwärtig wenigstens stellenweise einige willkommene Verbesserungen. So sind, neben der Schaffung besserer Sicht, die Kehren zwischen dem Dorfe Le Fays und der Passhöhe erweitert worden. Die nützliche Breite der Strasse bewegt sich zwischen 3,20 und 5 Meter. In ähnlicher Weise sollen noch im Laufe dieses Sommers weitere Stücke dieser wichtigen Verbindungsstrasse zwischen Ghamonix und Martigny ausgebaut werden. Strasse Appenzell - Toggenburg - Walensee. Im Kantonsrat von Appenzell A.-R. ist es gerügt worden, dass sich der st. gallische Regierungsrat für den Ausbau der Walenseestrasse verwende, statt den grosszügigen Ausbau der Strassenverbindung Appenzellerland - Obertoggenhurg zu fördern. Die Baukommission für die Kräzerlipaßstrasse stellt den Bemühungen um die Walenseestrasse das Projekt für den Ausbau der Kräzerlipaßstrasse und deren Fortsetzung über die Amdener Höhe nach Weesen gegenüber. Die Strasse Kräzerli-Toggenburg wird am 15. Juni dem Verkehr übergeben. Im Kanton St. Gallen ist man sich bewusst, dass dieser Strassenzug ausgebaut werden muss und wird zu gegebener Zeit beim Bund vorstellig werden. Die Strasse soll bereits für das Alpenstrassenprogramm angemeldet sein. X Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CH Tourlng, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Besuchen Sie KURHAUS erAusflugsziele aus derffltielschweiz Schloß Brestenberg Lenzburg A.C.S. Hotel Krone T.C.S. In Automobilistenkreisen altbekanntes Hotel. Spezialitäten aus Küche und Keller. Zimmer mit fl. Wasser zu Fr. 3.60, Autogarage. Benzintank. Tel. 12. Fam. Borslnqer-Flüeler. Laufenburg Hotel Solbad T.CS. A.C.S Schönste Lage am Rhein. Vollständig renoviert. Zimmer mit fliessendem Wasser. — Gesellschaftssäle. — Prächtige Rheinterrasse. — Ruhige Lage. Pension von Fr. 6.50 an. — Spezialität: Fischküche, lebende Forellen. Garage. — Telephon 8. Farn. Knoblauoh-Walbsl, Küchenchef. Bad Lauterbach bei Oftringen an der Strasse Of tringen-Safenwil. Altbek. Kurhaus inmitten prächt. Wälder. Autozufahrt. Vorzügl. Küche u. Keller. Leb. Forellen, Güggeli ete. Grosser Garten. Prächt. Aussicht. Pens. v. Fr. 5.50 an. 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