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E_1936_Zeitung_Nr.053

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nale Autamobilrennen um

nale Autamobilrennen um den «Preis von Bern» für Rennwagen bis zu 1500 ccm zur Durchführung. Die Konkurrenz geht über 28 Runden zu 7,280 km = 203,840 km. Nennungschluss für dieses Rennen ist der 1. August, 18.00 Uhr. Die Abnahme der Wagen erfolgt am 22. August, vormittags. Für das Training sind die Tage vom 20-, 21. und 22. August, je nachmittags, festgesetzt. Jeder Fahrer hat mindestens 10 Trainingsrunden zu fahren. Für den Start, die Boxen, Hilfskräfte etc. gelten die einschlägigen Bestimmungen des Grossen Preises der Schweiz sinngcmäss. Als Preise stehen für dieses Rennen 7500 Schweizerfranken zur Verfügung, wovon Fr. 3000.— dem Sieger zufallen. Der Zweite erhält Fr. 2000—, der Dritte 1200—, der Vierte Fr. 800.— und der Fünfte 500.—. Bei mehr als 14 Startenden wird die Preissumme um ziwei bis drei •weitere Barpreise ergänzt. Ausserdem stehen für besondere Leistungen, wie Rundenrekorde, wertvolle N'aturalpreise zur Verfügung. Schweiz. Auto-Ski-Meeting am Rhone- 5- gletscher. Das Schweizerische Auto-Ski-Meeting am Rhonegletscher hat 21 Wagen über die Pässe Grimsel und Furka und durch das Goms hinauf nach Gletsch geführt. Trotz schlechten Wetters am Samstag befand sich die Gesellschaft abends im Hotel Rhonegletscher in bester Feststimmung. Ein richtiges Frühlings^ fest mit schönen Frauen und Alpenblumen legten •den Grund zu mehr oder weniger standhaften Beinen für die Ski-Abfahrt am Sonntag. Am Sonntag 8 Uhr lachte blauer Himmel über den weissen Bergen, als sich 49 Skifahrer auf dem Gratschluchtgletscher dem Starter stellten. Obschon bei einem Auto-Ski-Meeting vor allem die Automobilisten das Feld beherrschen, fanden sich unter den Konkurrenten doch auch die Namen von Skigrössen wie Elvira Osirnig, von Arx-Zogg, Dina Künzli, Gabrielle Eberhard, David Zogg, Walter Prager, Arthur Schlatter, Arnold Glatthard, Bürgin und Hudson usw. Das Rennen auf der ausgezeichneten Strecke bot auch den Zuschauern viel Interessantes, und der Zentralpräsident des S. S. V., Hr. Paul Simon, konnte vor dem Gabentisch in Gletsch den strammen Fahrern und den Organisatoren ein Kränzlein aus frischen Berghlumen winden. Resultate: Automobil-Sternfahrt: 1. Heimann (Bex). 2. W Bürgin (Zürich). 3. Frau Wegener (Sitten). 4. Hudson (Villars). 5. Frau Büchi (Bern). Ski-Abfahrtsrennen. Herren, Eliteklasse: 1. "Walter Prager (Davos) 2:10. 2. David Zogg (Arosa) 2:15,2. 3. A. Glatthard (Scheidegg) 2:16. 4. Hudson (Villärs) 2:30. 5. W. Bürgin (Zürich 2:46. — Herren, Allgemeine Klasse: 1. Bühlmann (Thun) 2:4Ef. 2. Gamma (Andermatt) 2:52. — Damen: Elrich) 3:06,2. vira Osirnig (St. Moritz) 2:46,4. 2. D. Kuenzli (Zü- Kombinierte Klassierungen. Herren-Einzelfahrer- 1. W Bürgin (Zürich) 200 Punkte. 2. Hudson (Villars) 193 P. 3. Helbling (Ba-pperswil) 177,7 P. Kombination Paare: 1. "Willy Bürgin-Elvira Osirnig 200 P. 2. Hudson-Miss Daveys 188 P. 3. Weber- Nini von Arx-Zogg 186 P. 3)ie Jleuaiuaaenköiistw(keu>ce Cwawas Im laufe des Sommers 1934 hat der Name ERA zum ersten Male in der Welt des internationalen Autosportes von sich reden gemacht. Heute, knapp zwei Jahre später, ist er nicht nur den Habitues der Rennbahn, sondern fast einem jeden Dreikäsehoch geläufig, der sich «nebenamtlich» mit autosportlichen Dingen be- Es ist etwas Eigenes um diese Geschichte des ERA-Wagens (der genau genommen, allerdings in drei verschiedenen Ausführungen existiert, in einem 1100, einem 1500-ccm- und einem 2-Liter-Modell, doch weichen sie sich konstruktiv nur in Kleinigkeiten voneinander ab). Der ERA entstammt nämlich durchaus nicht bloss Die «Mitbeteiligten» an der Konstruktion des ERA. Von links naon xecnts UBO. ooen nach unten: Railton, Berthon, Mays und Jamieson. schäftigt. ERA: Was heisst das, was verbirgt sich hinter diesem seltsam klingönden, unpei> sönlichen Namen? Nun, er verdankt seine Entstehung der mit Vehemenz grassierenden Methode «abgekürzter Rechtschreibung» und bedeutet nichts anderes als die Verschmelzung der drei Anfangsbuchstaben der Firmenbezeichnung English Racing Automobiles Ltd. VVo j bei noch zu bemerken wäre, dass die Gesell schaff in Bourne ansässig ist. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 30. JUNI 1936 — N° 53 ERA - ein Wagen und 4 Väter einem einzigen Kopf. Er hat sozusagen mehrere Väter; den auch bei uns keineswegs unbekannten Rennfahrer Raymond Mays, der sich mit Peter Berthon und Murray Jamieson als technischen Beratern zusammentat. Nicht dass aus der Küche dieses Kleeblattes eine hundertprozentige Neuschöpfung hervorgegangen wäre. Die Sache ist nämlich die, dass der TJ^-Liter- Sechszylinder-Riley-Mötor sozusagen die Urzelle des ERA bildet. Dieses konstruktive Meisterstück von Motor hatte es Mays und seinen Mitarbeitern angetan. Sie machten sich 1933 an die Arbeit, bastelten, pröbelten und dokterten zäh und beharrlich daran herum, weil sie sich's nun einmal in den Kopf gesetzt, den Riley zu einem wirklich schnell drehenden Motor umzubauen. In der erstaunlich kurzen Zeit eines Vierteljahres hatten sie es geschafft. Berthon lieferte einen neuen Zylinderkopf, Jamieson steuerte einen Kompressor bei und dazu gesellte sich eine prächtig ausbalancierte Kurbelwelle. Gleich bei seinem ersten öffentlichen Auftreten rannte der Wagen, der auf den Namen «Weisser Riley» hörte, an der Bergprüfung von Shelsley Walsh den jahrelang von Stuck gehaltenen Streckenrekord elegant und sicher über den Haufen. Anschliessend machte er auf dem Mountain Course der Brooklandsbahn Sensation. Zu dieser Zeit erschien Humphrey Cook, ein' Vertrauter Freund Mays, auf dem Schauplatz. Und in diesem Humphrey Cook keimte schon seit langem der sehnliche Wunsch nach einem vollblütigen englischen Rennwagen. Ohne Zögern fasste er die Gelegenheit am Wickel, leitete Unterhandlungen ein und um Weihnachten 1933 herum wurde die English Racing Automobiles Ltd. aus der Taufe gehoben. Jetzt aber hiess es keinen Tag verlieren, sollte der Ausbruch der Rennsaison die ERA auf dem Posten finden. Ein Chassis musste her: Reid Railton übernahm diese Aufgabe. Einer Fabrik konnte man auch nicht entraten: Sie erstand in der Heimat Mays, in Bourne. An allen diesen Dingen, die keinen Aufschub duldeten, hatte Humphrey Cook entscheidenden Anteil und ohne seine Begeisterung und restlose Hingabe an die Sache hätte der ERA- Wagen nie das Licht der Welt erblickt. So nahte der 22. Mai 1934 und mit ihm der Tag, da sich der ERA dem Publikum in Brooklands vorstellte, nicht bei einem Rennen, sondern lediglich in Form einer Exhibition. Das Unwahrscheinliche, hier ward's zum Ereignis: Der Motor des l'/i-Liter-Wagens hatte vorher überhaupt noch nie Pistenluft zu riechen gekriegt und nicht einen Augenblick war er rennmässig gefahren worden. Ein bisschen anstossen, er sprang an. und schoss, wie von der Sehne geschnellt, davon Freude herrscht' in ERA's Hallen! Jedoch man hatte zu früh gejubelt. Nach dem ersten Rennen, das den ERA am Start sah — auf der Insel Man war's —, gab es längliche Gesichter. Wohl lief der Motor tadellos, aber die Strassenhaltung des Wagens glänzte durch völliges NichtVorhandensein. Was blieb schon anderes übrig als zum Rückzug zu blasen! Lange plagte man sich mit diesen Kinderkrankheiten freilich nicht herum. Railton und Berthon wurden der Schwierigkeiten im Handumdrehen Herr, und kurz hernach zeigte der Wagen in der British Empire Trophy, was in ihm steckte. Darauf wanderte die ERA, immer noch mit ihrem 1500-ccm-Wagen, nach dem Kontinent aus, aber in Dieppe blieb dej Erfolg noch aus. Im folgenden Jahre, 1934, wurde zuerst der 1100-ccm-Wagen herausgebracht und heimste in Brooklands sogleich ein paar Rekorde ein. Ihm folgte im Herbst der 2-Liter, der damit debütierte, dass er beim Shelseley-Walsh-Bergrennen die beste Tageszeit auf sein Konto brachte. .Und von da an erntete die ERA-, in England'wie auf dem Kontinent, Sieg ; agf Sieg, . 100000 150000 km sollte das Polster durchhalten - kann es aber nur in den seltensten Fällen. Darum: Schutz durch Ueberzüge! Wir haben die Anfertigung solcher- aussdiliesslidi nach Mass - «im Griff», so dass wir Ihren Wagen nur für kurze Zeit benötigen! MÜLLER ©MARTI Autosattlerei, Telephon 28.299 Eigerplatz sebiiMhc^e für den Automobilisten! • Waschapparat „AUTOLUX"» Der Apparat ermöglicht Ihnen, Ihren Wagen selbst innert 5 Min. ohne jegliche Spesen zu waschen, ohne sich zu beschmutzen. Vollständig vernickelter Apparat fr. 12.« Verzinnter Apparat „ffecora" fr. 10«* • Tabletten „CARBOHYD". 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53 — DIENSTAG, 30. JUNI 1936 AUTOMOBIL-REVUE FEUILLETON Der Seewolf. Von Jack London. 41. Fortsetzung« «Wir müssen die Robben mit Knüppeln erschlagen», verkündete ich Maud, als ich mich von meiner Unmöglichkeit als Schütze überzeugt hatte, c Ich habe die Robbenjäger von dieser Art, die Tiere zu töten, reden hören.» « Die Tiere sind so hübsch >, hielt sie mir entgegen. Am nächsten Morgen begleitete sie mich. Ich ruderte an die anstossende Bucht und ganz an das Ufer, wo die brüllenden Robben zu Tausenden lagen — wir mussten förmlich schreien, um uns einander verständlich zu machen. « Ich weiss, dass man sie mit Knüppeln erschlägt >, sagte ich mit einem Versuch, mich anzufeuern, indem ich zweifelnd auf einen grossen Bullen blickte, der, keine dreissig Fuss entfernt, sich auf die Vorderflossen erhob und mich aufmerksam betrachtete. « Aber die Frage ist, wie ? » « Lassen sie uns Tundragras sammeln und das Dach damit decken >, sagte Maud. Sie war ebenso ängstlich wie ich bei dieser Aussicht auf den bevorstehenden Kampf, und dass wir Grund genug dazu hatten, mussten wir uns selber sagen, als wir jetzt aus der Nähe die schimmernden Zahnreihen und die hundeähnlichen Mäuler sahen. «Ich dachte immer, dass sie sich vor dem Menschen fürchteten >, sagte ich. «Das tun sie wohl auch», meinte ich einen Augenblick später, als ich das Boot einige Ruderschläge näher an Land gebracht hatte. « Wenn ich kühn an Land ginge, würden sie sich vielleicht aus dem Staube machen ? » Ich stieg aus und rückte tapfer einem langmähnigen Bullen entgegen, der dort inmitten seiner Frauen lag. Ich war mit dem gewöhnlichen Knüppel bewaffnet, mit dem die Bootspuller die angeschossenen Robben erschlagen, die dann durch die Jäger mit einem Haken an Bord gezogen wurden. Der Knüppel war nur anderthalb Fuss lang, und in meiner prachtvollen Unwissenheit Hess ich mir nicht träumen, dass der Knüppel, der zum Robbenschlagen an Land gebraucht wird, vier bis fünf Fuss misst. Die Kühe watschelten mir aus dem Wege, und die Entfernung zwischen mir und dem Bullen verringerte sich. Er erhob sich auf seine Flossen und schien sehr beleidigt zu sein. Es waren jetzt noch einige Meter zwischen uns, aber ich rückte immer weiter vor in der Erwartung, dass er kehrtmachen und davonlaufen sollte. Als ich noch zwei Meter entfernt war, überkam mich plötzlich ein furchtbarer Schrecken. Was geschah, wenn er nicht davonlief ? Nun, dann würde ich ihn eben niederschlagen, antwortete ich mir. In meiner Angst hatte ich ganz vergessen, dass ich nicht gekommen war, um den Bullen in die Flucht zu jagen, sondern um ihn zu töten. Und in diesem Augenblick schnaubte er und stürzte sich knurrend auf mich. Seine Augen flammten, sein Maul stand weit offen, die Zähne leuchteten grausam weiss. Ich gestehe ohne Scham, dass ich meinerseits kehrtmachte und das Hasenpanier ergriff. Er lief ungeschickt, aber doch schnell hinter mir her. Nur zwei Schritte trennten mich noch von ihm, als ich ins Boot taumelte. Ich wehrte ihn mit einem Ruder ab, und seine Zähne gruben sich tief ins Blatt. Das feste Holz zersplitterte wie eine Eierschale. Maud und ich waren bestürzt. Im nächsten Augenblick war er unter dem Boote, packte mit seinen Zähnen den Kiel und schüttelte uns heftig. « Nein, nein ! » rief Maud. « Lassen Sie uns umkehren.» Ich schüttelte den Kopf. «Was andere Männer können, kann ich auch, und ich weiss, dass andere Männer Robben niedergeschlagen haben. Aber ich glaube, das nächste Mal werde ich die Bullen in Ruhe lassen.» « Tun Sie es nicht! > sagte sie. « Sagen Sie jetzt nicht ,bitte, bitte'», rief ich fast zornig, wie ich glaube. Sie antwortete nicht, und ich merkte, dass mein Ton sie verletzt haben musste. «Verzeihen Sie mir», sagte oder schrie ich vielmehr, um mich in dem Gebrüll der Rookery verständlich zu machen. < Wenn Sie das sagen, wende ich um und fahre zurück, aber, offen gestanden, möchte ich lieber bleiben.» < Sagen Sie aber nicht, Sie hätten das davon, dass Sie eine Frau mitgenommen haben >, sagte sie. Sie lächelte rätselhaft, aber hinreissend, und ich wusste, dass es keiner Verzeihung bedurfte. Ich ruderte einige hundert Fuss den Strand | entlang, um meine Nerven zu beruhigen, und ging dann wieder an Land. «Nur vorsichtig sein ! » rief sie mir nach. Ich nickte und schritt weiter, um einen Flankenangriff auf den nächsten Harem zu machen. Es ging auch alles gut, bis ich einen Schlag auf den Kopf einer Kuh richtete und zu kurz schlug. Sie schnaufte und watschelte schwerfällig fort. Ich lief hinterher und schlug wieder, traf aber statt des Kopfes die Schulter. « Aufgepasst! » hörte ich Maud rufen. In meiner Aufregung hatte ich auf nichts sonst geachtet, und als ich jetzt aufblickte, sah ich den Herrn des Harems hinter mir hersetzen. Wieder floh ich nach dem Boote, aber diesmal machte Maud nicht den Vorschlag, dass wir umkehren sollten. « Ich denke, es wäre besser, die Harems In Ruhe zu lassen und es mit den einzelnen, harmlosen Robben zu versuchen », sagte sie. «Ich glaube, einmal darüber gelesen zu haben. Es sind die jungen Bullen, die noch nicht alt genug sind, sich einen eigenen Harem zu halten. Wir müssen irgendwie herausfinden, wo sie...» « Mir scheint, Ihre kriegerischen Instinkte sind erwacht», lachte ich. Sie errötete tief. < Ich gebe zu, dass ich mich ebenso ungern wie Sie als überwunden erklären möchte, anderseits bin ich auch nicht begeistert bei dem Gedanken, dass diese hübschen, harmlosen Geschöpfe getötet werden sollen.» « Hübschen ! > sagte ich verächtlich. < Ich habe nichts besonders Hübsches an den geifernden Bestien entdecken können, die mich gejagt haben.» «Von Ihrem Standpunkt aus haben Sie vielleicht recht!» lachte sie. «Aber Ihnen fehlt die Perspektive. Ja, wenn Sie nicht so nahe an sie heranzugehen brauchten —» « Das ist es ja », rief ich. « Ich brauche einen längeren Knüppel. « Mir fällt ein», sagte sie, « dass Kapitän Larsen mir erzählt hat, wie die Leute es in den Rookerys machen. Sie treiben die Robben in kleinen Herden ein wenig landeinwärts, ehe sie sie töten.» « Da kommt gerade einer! » sagte ich und zeigte auf einen jungen Bullen im Wasser. « Wir wollen ihn beobachten und ihm folgen, wenn er an Land geht.» Das Tier schwamm direkt an den Strand und kletterte in eine kleine Lücke zwischen zwei Harems, deren Herren Warnrufe ertönen Hessen, ihn jedoch nicht angriffen. Wir sahen, wie er sich mühsam auf einem offenbar vorgezeichneten Wege zwischen den Harems hindurchwand. < Also los jetzt! > sagte ich und trat an Land, aber ich gestehe, dass mir das Herz bis in den Hals schlug bei dem Gedanken, dass ich mitten durch diese ungeheure Herde schreiten sollte. «Ich glaube, es wäre klug, das Boot-festzumachen », sagte Maud. Sie war mit mir ausgestiegen, und ich betrachtete sie mit Verwunderung. Sie nickte entschieden. «Ja, ich begleite Sie, es ist also am besten, Sie sichern das Boot und bewaffnen mich auch mit einem Knüppel.» «Lassen Sie uns umkehren», sagte ich mutloSi «Ich denke, Tundragras wirds auch tun.» «Sie wissen gut, dass es nicht geht», lautete ihre Antwort. «Soll ich vorausgehen?» Achselzuckend, aber auch mit wärmster Bewunderung für die Frau, gab ich ihr den zerbrochenen Riemen und nahm selbst einen andern. Die ersten Schritte unserer Wanderung machten wir mit grosser Angst. Einmal schrie Maud laut, als eine Kuh neugierig ihren Schuh beschnüffelte, und ich beschleunigte meine Schritte aus demselben Grunde. Aber ausser einigen warnenden Kläfflauten von beiden Seiten wiesen sich keine Zeichen von Feindseligkeit. Es war eine Rookery, die noch nie einen Jäger gesehen hatte, und die Robben waren friedlich und furchtlos zugleich. Mitten in der Herde war der Lärm entsetzlich, fast schwindelerregend. Ich blieb stehen und lächelte Maud ermutigend ztf; denn ich hatte mein Gleichgewicht rascher als sie wiedergefunden. Ich konnte sehen, dass sie sich sehr fürchtete. Sie trat ganz nahe an mich heran und rief: «Ich fürchte mich schrecklich.» Aber ich hatte meine Furcht überwunden. Das friedliche Benehmen der Robben hatte mich ermutigt. Maud dagegen zitterte vor Angst «Es geht ja alles gut», versuchte ich sie zu beruhigen und legte unwillkürlich meinen Arm schützend um sie. Nie werde ich vergessen, wie ich mir in diesem Augenblick meiner Männlichkeit bewusst wurde. Die primitiven Tiefen meines Wesens regten sich. Ich fühlte mich als Mann, als Schützer der 'Schwachen, als kämpfendes Männchen. Und^ das beste war: Ich fühlte mich als Beschützer meiner Geliebten. Sie lehnte sich an mich, so leicht und fein wie eine Lilie, und als ihr Zittern nachliess, war mir, als besässe ich eine erstaunliche Kraft. Ich hatte das Gefühl, es mit dem wildesten Bullen der Herde aufnehmen zu können. (Fortsetzung foleO ' SWALLOW ein schneller englischer Wagen 6 Zyl., 14 St.-PS, 150 Stundenkilometer Sein neuer Typ 8 PS mit Luxuskarosserien Vertreter für die franz. Schweiz: Grd. Garage Place Ed. Claparede S.A., Genf Agenturen: Garage H. Terrier S.A., Villamont 1, Lausanne Konrad Peter S.A., La Chaux-de-Fonds «!«•» en^lisdien QuaUtätsfabrikaf Ceneraldepot für die Schweiz: HUGO BREITSCHMID, WOHLEN (Aargau) - Telephon 61.SS8 --ssss Vorteile unserer Mittelstand-Krankenversicherung: • Behandlung als Privatpatient • Freie Wahl des Arztes, der Apotheke, des Spital« • Keine Tarifvorsohrlften Unbegrenzte Heilungskosten-Entsch&digung während 640 Tagen. Ausrichtung des Taggeldes bei ganzlicher und teilweiser Arbeitsunfähigkeit während 1 1 /, Jahren pro Krankheitsfall •JETI ifETTlA Schweiz. Unfall- und HaftpfllohtriELL.V EL I IM Versicherungsanstalt In Zürich, Bleicherweg 19