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E_1936_Zeitung_Nr.056

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LUFTFAHR Von dei

LUFTFAHR Von dei Entwicklung* des lüdUekotdzJluQmotvts Eine technische Grosstat. Schluss aus Nr. 55. Der Kompressor ein Sorgenkind. Ü&berhaupt waren mit der « Fütterung > des gefrässigen Ungetüms von Motor in jeder Beziehung die grössten Schwierigkeiten verbunden. Angefangen von der Brennstoffzufuhr über den Kompressor bis zur Verteilung des Gemischs an die ein- und dafür die Kompression erhöhte. zelnen Zylinder war der Weg reichlich mit Dornen besät. Eine Arbeit für sich bedeutete die Entwicklung des Kompressors bis zur Gebrauchsreife. Man entschied sich an Stelle eines Rootsgebläses schliesslich für einen Zentrifugal-Kompressor mit geraden Schaufeln, dessen Laufrad aus Duraluminium angefertigt war. Probeweise sah man drei verschiedene Uebersetzungsverhältnisse vor, bei denen der Läufer eine Drehzahl von 17.000, 19.000 und 21.500 Umdrehungen/Minute erreichte. Eingebaut wurde er später nur mit den beiden erstgenannten Uebersetzungen. Während man eine solch hohe TJebersetzung ins Schnelle sonst gern in zwei Stufen vornimmt, musste sie hier aus Gewichtsgründen in einer Stufe erfolgen. Auf einer besonderen Prüfanlage setzte man den Kompressor mit Hilfe eines 400-PS-Flugmotors in Betrieb, wobei sich zeigte, dass sein adiabatischer Wirkungsgrad 55 °/o nicht überstieg, ein Prozentsatz, der heute weit überschritten wird. Um die Wirkung der Torsionsvibrationen und der plötzlichen Beschleunigungen des Rennmotors auf den hochtourigen Kompressor abzuschwächen, baute man später, als er am Motor montiert wurde, eine Reibungskupplung ein, die anfänglich zu vielen Anständen führte. Es blieb nichts anderes übrig, als sie grösser auszuführen, wodurch die Länge des Motors um 15 mm zunahm. Dies bedingte weiter eine Abänderung der Konstruktion der Motoraufhängung im Rumpfe. Da der Erfolg damit ausblieb, versuchte man es mit einer elastischen Kupplung, die wenigstens die Vibrationen vom Kompressor fernhalten sollte. Vergeblich! Nach je vier Minuten Betriebsdauer brachen regelmässig die Zähne des Kompressorritzels! Diese Zahnbrüche dauerten mit verminderter Häufigkeit bis zwei Monate vor dem Schneidercup an. Endlich gelang es durch Veränderung der Zahnform und Verbreiterung des Ritzels nebst einer neuen Reibungskupplung, deren eine Platte aus Stahl, die anderen aus Gusseisen bestand, des Schadens Herr zu werden. Interessant ist, dass die Zahnradübersetzung in ihrer endgültigen Form gerade • Zähne aufwies, nachdem Versuche mit Pfeilund Schrägverzahnung fehlgingen. Versuche mit Einzylindermotor stimmten nicht mit Mehrzylinder überein. Um einen Einblick in die erzielbaren Verbrennungsverhältnisse zu gewinnen, wurde auf dem Prüfstand ein Einzylindermotor, dessen Kompressionsverhältnis sich verstellen liess, mit und ohne Aufladung erprobt. Während einzelne Ergebnisse mit dem Mehrzylindermotor gut übereinstimmten, fand man andernorts ein stark abweichendes Verhalten im günstigen oder ungünstigen Sinn. So brach beim Einzylindermotor beispielsweise der Zylinderflansch, was bei seinem grössern Bruder nie der Fall war. Andererseits traten am Mehrzylindermotor sehr schwerwiegende Störungen in der Gemischverteilung und Zündfehler durch unerwartete Vibrationen auf, die man beim Einzylindermotor nicht beobachtet hatte. Sieben verschiedene Gemische wurden bei verschiedenen Kompressionsverhältnissen mit und ohne Aufladung ausprobiert, wobei man fand, dass der Verbrauch mit einem bestimmten Brennstoffe besser ausfiel, wenn man die Aufladung niedrig hielt und schliesslich ausserdem den Zylinderkopf weitgehend umkonstruierte, so dass das Ventil bis nahe an den Teller gekühlt war. Dagegen versagte eine Salzkühlung im Innern des Schaftes vollkommen, weil der obere Teil des Schaftes infolge der Wasserkühlung nie sehr heiss wurde. Da sich bei längeren Probeläufen trotzdem regelmässig Verbrennungen des Auspuffventils ergaben, untersuchte man nacheinander 1000 Probeventile aus verschiedenen Stählen auf ihre Eignung, mass die Ventile nach, wobei sich Bearbeitungsfelder herausstellten, die eine Veränderung der Ventilzeiten zur Folge hatten usw., bis man nach vielen Mühen auch dieses Uebel korrigiert hatte. Installation der Anlage auf dem Prüfstand. Jetzt endlich war man so weit, die gesamte Anlage mit allen Kühlern und dem Brennstoffzufuhrsystem im Prüfstand aufzubauen. An Stelle des Fahrwindes besorgten Wasserstrahlen die Wärmeableitung von den Kühlern, denen zudem noch Prüfstandkühler parallel geschaltet waren. Schon die ersten Probeläufe förderten schwerwiegende Mängel zutage, die am Einzylindermotor nicht in Der 24-Zylinder-Fiat-Motor A. S. 6 des Macchi-Castoldi-Flugzeuges, mit dem Agello 1934 auf dem Gardasee mit 709,034 einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord aufgestellt hat. Der Motor hat über 50 Liter ylinderinhalt und leistet 3150 bis 3200 PS, d. h. 56 PS pro Liter. Sein spezifisches Gewicht beträgt 320 Gramm pro PS. Mit dem gleichen Motortyp schuf Agello schon im April 1933 mit 682 km/St, einen neuen Weltrekord. Der Motor gab damals jedoch erst 2800 PS her. Besonders interessant ist die Anordnung, dass die beiden Propeller am Vorderende des Motors durch ein Differentialgetriebe gegenläufig angetrieben werden, wodurch Kreiselwirkungen und störende Antriebsreaktionen unterbleiben und ein höherer Propeller-Wirkungsgrad zustandekommt Die Kühlanlage gestaltete sich sehr komplex, weil die benötigten Wasserkühler zusammen mit den Oelkühlern über den ganzen Apparat verteilt werden mussten. Man baute sie in die Tragflächen, die Schwimmer-Abstützungen, die Schwimmer selbst und in den rückwärtigen Teil des Rumpfes ein, denn sie sollten nirgends über die Aussenflächen des Apparates hinausragen. Einige bei den ersten Prüfstandversuchen auftretende Kühlstörungen konnten durch Vergrösserung der Umlaufgeschwindigkeit des Kühlwassers beseitigt werden. Schwierig war es, die zahlreichen Luftsäcke im komplizierten Kühlsystem zu eliminieren. Ein ganz schwarzes Kapitel bedeuteten die Auspuffventile, besonders, als man zum Betrieb mit Aufladung überging. Anfänglich wurden sie dauernd viel'zu heiss, bis man Führungen aus Kuprodur einsetzte AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 10. JULI 1936 — 56 Erscheinung getreten waren. Dauernde Flammenrückschläge in die Gemischzuleitung und eine ganz ungleichmässige Gemischverteilung deuteten auf unerwartete Mängel hin. Während die einen Zylinder ein viel zu mageres Gemisch erhielten, spuckten die andern direkt Feuerfontänen von brennendem Benzin aus. Als erste Massnahme konstruierte man die Gemischzuleitung um, indem man die beiden Leitungen zu den rechtsseitigen und linksseitigen Zylinderblöcken zu einer gemeinsamen Leitung mit grösserer Wandstärke vereinte. Rückschlagsicherungen aus Drahtgitter hatten zwar die Wirkung, dass die Flammen nicht bis zu den beiden vierdüsigen Saugvergasern vor dem Kompressor zurückschlugen. Immerhin brannte das Gemisch hinter dem Gitter ruhig weiter und setzte so den betreffenden Zylinder ausser Gefecht. Dazu waren die Rückschläge vielfach so heftig, dass sich die Pleuelstangen verbogen oder sogar brachen. Also Verstärkung der Pleuelstangen! Schliesslich entdeckte man den Grund der Fehlzündungen im mangelhaften Arbeiten der Zündung, deren Antrieb starke Verdrehungsschwingungen aufwies, die mit Hilfe eines Stroboskops nachgewiesen werden konnten. Nach einem weitern Umbau war der Motor endlich so weit, dass man die Abnahmeversuche durchführen und bald darauf den Einbau in das Flugzeug vornehmen durfte. Probeflüge, zurück zum Prüfstand und dann endlich der Erfolg. Bei den ersten Probeflügen ergaben sich bald Unregelmässigkeiten, die schliesslich sogar zum tödlichen Absturz eines Piloten führten. Bei der Beseitigung der Störungen an den andern Maschinen verging viel kostbare Zeit, so dass eine Teilnahme am Schneider-Cup 1931 nicht mehr in Frage kam. Ein Versuch am Tage des Schneider-Cups, einen neuen Schnelligkeitsrekord in Italien aufzustellen, endete mit dem Abstürze eines zweiten Piloten. Unter diesen Umständen wäre es Wahnsinn gewesen, auch noch ein drittes Menschenleben aufs Spiel zu setzen. So ging's denn zurück zum Prüfstand, der nun in Ruhe weiter ausgebaut wurde. Insbesondere installierte man eine Gebläseanlage, welche einen Luststrom von der Geschwindigkeit des Fahrwindes zu erzeugen vermochte, wodurch der Motor unter Verhältnissen erprobt werden konnte, die dem praktischen Betriebe nahekamen. Allmählich gelang es, die Motoren so weit zu vervollkommnen, dass sie 2850, ja sogar 3100 PS hergaben. Jetzt durfte man erneute Angriffe auf die Schnelligkeitsrekorde wagen, die in der Folge auch mehrmals erfolgreich verliefen (1933—1934). Damit hat sich Münchhausens Vision vom Manne, der auf einer Kanonenkugel reitet, schon fast verwirklicht! W. ^Iu£&n«»6azen Ein neues Preisausschreiben für Muskelkraftflug. In Frankreich soll auf dem im September stattfindenden Concours Lepine ein nationales Preisausschreiben auf dem Gebiete der Luftfahrt veröffentlicht werden, für das Preise von 25 000 Fr, vorgesehen sdnd. Das Preisausschreiben soll in erster Linie der Förderung des Muskelkraftfluges dienen. Die Bedingungen enthalten voraussichtlich einige interessante Punkte. Die Muskelkraft darf auch vor dem Fluge von ein oder zwei Personen aufgespeichert werden; doch darf sie nicht länger als 15 Minuten in Anspruch nehmen. Die Flugzeuge können beliebige Bauart und Abmessungen haben; es können also Flugzeuge gewöhnlicher Bauart mit festen Tragflächen, Flügelschlagflieger, Schraubenflieger. Autogiros u. a. teilnehmen. Es ist auch gestattet, Einrichtungen zur Verminderung des spezifischen Gewichts anzubringen, doch darf das Flugzeug nicht geradezu zum Luftschiff werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die Personen und Werkzeuge, die zum Aufspeichern der Kraft oder zum Erzeugen von Gas notwendig sind, von dem Flugzeuge im Fluge mitgeführt werden. Die Gasherstellung darf auch nicht mehr als 15 Minuten beanspruchen. Ausstellung wenig gebrauchter AUTOS Montag 6. - Samstag 11. Juli Schone, neuere Wagen 7, 9, 13, 16, 17 HP etc. 4, 6 u. 8 Zyl. 2- und 4-Plätzer-Cabriolets Interessante Preise Automobilwerke Zu ausserordentlich günstigen Preisen und Eintauschkonditionen einige fabrikneue Schweizer Cabriolets 5 pl. TERRAPLAN und HUDSON in gediegener Luxusausführung C. SCHLOTTERBECK. AUTOMOBILE A. G, BASEL, Tel. 24.860 - ZÜRICH, Tel. 26.964 Badenerstr. 313 Zürich 20-25% Brennstoffersparnis mit Leistungsgewinn durch den Brennstoffregler STEIRO Preis Fr. 15.- cjp Patent angem. Zeugnisse u. Referenzen zu Diensten. 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N° 56 FREITAG, 10. JULI 193S AUTOMOBIL-REVUE F E U I L L E T O N Der Seewolf. Von Jack London. 44. Fortsetzung. Ich erhob mich gehorsam und schritt zum Strände hinab. «Aber seien Sie vorsichtig !> rief sie mir nach. Ich winkte ihr von der Back aus und Hess mich auf das Deck gleiten. Dann ging ich nach achtern auf die Laufbrücke und rief Wolf Larsen. Er antwortete und schickte sich an, die Treppe heraufzusteigen, und ich spannte meinen Revolver. Ich tat es ganz offen, aber er nahm keine Notiz davon. Er machte körperlich denselben Eindruck wie das letztemal, als ich ihn gesehen hatte, aber er war finster und schweigsam. Seine Kopfschmerzen waren, wie er sagte, besser, und so verliess ich ihn ohne weiteres Parlamentjeren. Maud hörte meinen Bericht mit sichtlicher Erleichterung, und der Anblick des Rauches, der sich etwas später aus der Kombüse erhob, versetzte sie in bessere Stimmung. Am nächsten und übernächsten Tage sahen wir wieder den Rauch aufsteigen, und hin und wieder liess Wolf Larsen sich auf der Achterhütte sehen. Aber das war auch alles. Er machte keinen Versuch, an Land zu kommen. Das wussten wir, denn wir hielten weiter unsere Nachtwachen. Seine Untätigkeit ängstigte und beunruhigte uns. Auf diese Weise verging eine ganze Woche. Wir hatten keinen andern Gedanken als Wolf Larsen, und der Druck, den seine Anwesenheit auf uns ausübte, hinderte uns, uns irgendwie mit den Dingen, die wir geplant hatten, zu befassen. Aber am Ende der Woche hörte der Rauch auf, aus dem Kombüsenschornstein zu steigen, und Wolf Larsen zeigte sich nicht mehr auf der Achterhütte. loh konnte sehen, wie Mauds Besorgnis wieder wuchs, wenn sie auch scheute oder vielleicht zu stolz war, ihre Bitte zu wiederholen. Konnte man ihr einen Vorwurf machen? Mir war selbst nicht wohl zumute bei dem Gedanken, dass dieser Mann, den ich zu töten versucht hatte, so nahe seinen Mitmenschen allein sterben sollte. Er hatte recht: Die Tatsache, dass er Hände, Füsse und Körper hatte wie ich, bedeutete eine Forderung, die ich nicht ausser acht lassen konnte. Das zweitemal, wartete ich daher nicht, bis Maud mich schickte. Ich stellte fest, dass wir kondensierte Milch und daher nicht, bis Maud mich schickte. Ich stellte fest, dass wir kondensierte Milch und Marmelade brauchten und eröffnete ihr, dass ich an Bord gehen wollte. Ich konnte sehen, dass sie schwankte. Sie ging sogar so weit, zu murmeln, dass die Sachen nicht so wichtig wären und dass mein Ausflug ergebnislos verlaufen könnte. Und wie sie früher aus meinem Schweigen meine Gedanken erraten hatte, so hörte sie jetzt aus meinen Worten heraus, dass ich nicht um der kondensierten Milch und der Marmelade willen an Bord ging, sondern wegen ihrer Besorgnis, die sie .nicht hatte verbergen können. Als ich bei der Back war, zog ich mir die Schuhe aus und ging auf Strümpfen geräuschlos nach achtern. Diesmal rief ich auch nicht von der Laufbrücke. Ich stieg vorsichtig hinunter und fand die Kajüte leer. Die Tür zu seiner Kabine war verschlossen. Ich dachte zuerst daran, anzuklopfen, erinnerte mich dann aber meiner vorgeschobenen Absicht und entschloSs mich, sie auszuführen. Sorgfältig, jedes Geräusch vertrieidend, hob ich die Falltür im Boden und legte sie um. In der Apotheke wurden sowohl Kleidungsstücke wie Lebensmittel aufbewahrt, und ich nahm die Gelegenheit wahr, mich mit Unterwäsche zu versehen.' Als ich wieder heraufkam, hörte ich ein Geräusch aus Wolf Larsens Kabine. Ich duckte mich und lauschte. Der Türgriff knarrte. Instinktiv schlich ich mich hinter den Tisch zurück und spannte meinen Revolver. Die Tür öffnete sich, und er erschien. Nie hatte ich eine so tiefe Verzweiflung gesehen, wie die, welche sich auf seinem Gesicht — dem Gesicht Wolf Larsens, des Kämpfers, des starken Mannes, des Unbezwinglichen — ausprägte. Wie ein Weib, das die Hände rirtgt, hob er die geballten Fäuste und stöhnte. Dann liess er die eine Hand sinken und fuhr sich mit der Handfläche langsam über die Augen, als wischte er Spinnweben beiseite. «Gott, Gott!» stöhnte er* und wieder hob er die Fäuste in der unendlichen Verzweiflung, die in seiner Kehle zitterte. Es war grässlich. Ich zitterte am ganzen Körper und konnte fühlen, wie mir der Schauder den Rücken entlang rann und der Schweiss auf die Stirn trat. Es gibt sicher wenige Dinge in der Welt, die furchtbarer sein können als der Anblick eines Starken in dem Augenblick seiner äussersten Schwäche, seines völligen Zusammenbruches. • ..Ich war beunruhigt,.begann mich zu furch? ten. Er musste auf seinem Wege auf die offene Falltür stossen, und das hiess, dass er mich entdeckte. Ich war wütend auf mich selbst bei dem Gedanken, in dieser feigen Stellung, auf dem Boden kriechend, gefasst zu werden. Noch war Zeit. Ich sprang auf und nahm ganz unbewusst eine trotzige Haltung ein. Aber er beachtete mich gar nicht. Auch die offene Falltür schien er nicht zu beachten. Ehe ich die Situation richtig verstanden hatte, war er in die Oeffnung getreten. Der eine Fuss glitt hinein, während der andere gerade im Begriff war, sich zu heben. Als er aber den festen Boden Unter sich vermisste und die Leere spürte, war er im selben Augenblick wieder der alte Wolf Larsen mit seinen Tigermuskeln. Im Fallen schleuderte er seinen Oberkörper hinüber, so dass er mit ausgestreckten Armen auf Brust und Bauch drüben landete. Im nächsten Augenblick hatte er die Beine hochgezogen und war aus dem Loch heraus. Aber er rollte in meine Marmelade und mein Ueberzeug. Sein Gesichtsaüsdruck zeigte, dass er •wusste, was hier vorging. „ Bevor ich jedoch seine Gedanken erraten konnte, hatte er schon die Falltür über der Apotheke geschlossen. Da verstand ich. Er dachte, er hätte mich gefangen. Er war blind, stockblind. Mit zurückgehaltenem Atem, um mich nicht zu verraten, beobachtete ich ihn. Er trat schnell in seine Kabine. Ich sah, wie seine Hand den Türgriff verfehlte, tastete, ihn aber nicht fand. Das war eine günstige Gelegenheit. Ich lief auf Zehenspitzen durch die Kajüte und die Treppe hinauf. Er kam zurück und schleppte eine schwere Seekiste hinter sich her, die er auf die Falltür stellte. Dann nahm er die Marmelade und das Unterzeug und legte alles auf den Tisch. Als er dann nach oben ging, zog ach mich schnell zurück und kletterte geräuschlos auf die Hütte. Er schob die Schiebetür ein wenig beiseite und stützte die Arme darauf, blieb aber auf der Laufbrücke stehen. Es hatte den Anschein, als blicke oder starre er vielmehr das Deck des Schoners entlang, denn seine Augen waren ganz starr und blinzelten nicht. Ich stand nur fünf Fuss entfernt von ihm — gerade vor seinen Augen., Es war unheimlich. Ich- kam mir wie ein unsichtbarer Geist vor. Ich winkte mit der Hand, natürlich ohne jede Wirkung. Als aber der flackernde Schatten einmal sein Gesicht traf, sah ich sofort, dass er etwas gemerkt hatte. Sein Gesicht drückte höchste Erwartung und Spannung aus, als versuche er, sich über den erhaltenen Eindruck klar zu werden. Er wusste, dass er -auf irgend etwas, das draussen geschah,, reagierte, dass irgend etwas in seiner Umgebung vorging, aber was es war, darüber konnte er sich nicht klar werden. Ich hörte auf, die Hand zu schwenken, so dass auch der Schatten sich nicht mehr bewegte. Er wandte langsam den Kopf von einer Seite zur andern, hin und zurück, jetzt in die Sonne, dann wieder in den Schatten, indem er sich durch das Gefühl zu orientieren versuchte. Zu meinem Aerger — aber ich musste doch darüber lachen — entdeckte er meine Schuhe auf der Back und nahm sie mit in die Kombüse. Ich beobachtete ihn, wie er Feuer machte und daran ging, sich sein Essen zu kochen. Dann stahl ich mich in die Kajüte, um Marmelade und Unterzeug zu holen, schlüpfte an der Kombüse vorbei und kletterte auf den Strand, um barfuss Bericht zu erstatten. Schade, dass die ,Ghost' ihre Masten verloren hat, sonst könnten wir jetzt so schön auf ihr fortsegeln. Meinen Sie nicht auch, Humphrey ? » Ich sprang erregt auf. «Ja, wirklich, wirklich !» rief ich ufld schritt auf und ab. Mauds Augen, die mir folgten, leuchteten hoffnungsfroh. Sie glaubte so fest an mich! Und dies Bewusstsein verdoppelte meine Kraft. Das war Maud für mich: eine unversiegbare Quelle der Kraft und des Mutes. Ich brauchte sie nur anzusehen, nur an sie zu denken, und ich fühlte mich wieder stark. «Es ist möglich, es ist möglich >, dachte ich und wiederholte es laut. « Was andere Männer vollbracht haben, kann ich auch vollbringen, und wenn niemand es je getan hat, so werde ich es tun. » « Was, um Gottes willen ? » fragte Maud. «Seien Sie barmherzig. Was werden Sie tun?> «Wir werden es tun», verbesserte Ich mich. « Nun, nichts anderes, als die Masten der .Ghost' wieder einsetzen und fortsegeln. * « Humphrey !» rief sie. Und ich fühlte mich so stolz über meine Absicht, als wäre sie schon ausgeführt gewesen. «Aber wie sollten wir das machen ?» fragte sie. « Das weiss ich nicht», lautete meine Antwort. «Das einzige, was ich weiss, ist, dass ich in diesen Tagen imstande bin zu tun, was es auch sei. * (Fortsehuno folgt) Grosser Preis v. Frankreich für serienmässige Sportwagen, 28. Juni 1936, Klasse bis 2000 cm 3 Vier Riley's am Start Vier Riley's die ersten Vier Eindringlich war die fast hundertprozentige Einstimmigkeit der Automobilisten in der Verteidigung ihrer bedrohten Interessen. Die sozusagen gänzliche Stillegung des Automobil Verkehrs machte überall einen grossen l v Eindruck. ' Aber warten Sie nicht zu, bis der Erfolg dieser Kundgebung sich einstellt, sondern handeln Sie selbst, und zwar so schnell als möglich. Je länger Sie warten, desto mehr verlieren Sie! ' Ersuchen Sie Ihren Garagisten um Einbau eines * trotz einem Zylinderinhalt von nur 1496 cm 8 1. Trevoux-Maclure, 8 std. 00 Min. 21,3 Sek. (110.050 Std.-km) 2. Van der Beck-Doüs 3. Cyrill Paul-Sebilleau 4. Fairfield-Dobson 4Zyl, 2Vergaser, obengest,, 2 Nockenwellen, Wilson- Vorwählergetriebe, ca. 140 km Spitzengeschwindigkeit Dem in Montlhery gestarteten Modell genau entsprechend lieferbar zu Fr. 8500.-, franko Domizil Tourenwagenmödelle 4, 6 und 8 Zylinder Generalvertretung J J. 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