Aufrufe
vor 7 Monaten

E_1936_Zeitung_Nr.057

E_1936_Zeitung_Nr.057

jenigen, welche 20 Jahre

jenigen, welche 20 Jahre vor dem 1. Grand-Prix- Rennen, das die Welt sah, das Automobil überhaupt erst erfunden haben, nichts weggenommen. Daimler und Benz in erster Linie sind anlässlich des 50. Geburtstages dieses Wunderwagens ja nachdrücklich genug gefeiert worden. Das erste Automobilrennen der Welt wurde bekanntlich 1894 von der Pariser Zeitung c Petit Journal »• ausgeschrieben. Dieser c Wettbewerb für pferdelose Wagen», welcher über die Strecke Paris—Rouen (126 km) ausgetragen wurde und an welchem der Sieger die zur damaligen Zeit phantastische Durchschnittsgeschwindigkeit von 20,5 km pro Stunde erreichte, war ein kostbares Abbild der cProbierperiode». Trotzdem der Benzinmotor bereits seinen Siegeszug angetreten hatte, nahmen an jenem Rennen auch Dampfwagen, Elektromobile, Hydromobile, Wagen mit Gas- und Pressluft-Motoren und solche mit elektropneumatischem Antrieb teil, von denen seither kein System dem heutigen wirksame Konkurrenz zu machen imstande war. Es dauerte dann aber immer noch 6 Jahre, bis es zum ersten internationalen Automobilrennen kam, dessen Ausschreibung für spezifische Rennwagen zugeschnitten war. Diese Rennen, welche dann •während 6 Jahren gefahren wurden, waren der Preisstiftung des Amerikaners Gordon-Bennett zu danken, dessen Name im berühmten Freiballon- Wettbewerb noch heute weiter lebt. Das erste Rennen ging über die 556 km lange Strecke Paris-Lyon und der Durchschnitt des Siegers betrug bereits 61,86 km/St, was angesichts der damaligen Strassenverhältnisse sicher als gut bezeichnet werden darf. Beteiligt waren Franzosen und Belgier. Im folgenden Jahr kamen Engländer dazu, dann 1903 auch deutsche und amerikanische Wagen. Nach der 6. Austragung legten die Franzosen den Preis in die Hände des Stifters zurück. Unmittelbar darauf schufen sich die Franzosen ein eigenes Rennen, dessen Reglement auf ihre Industrie zugeschnitten war und dieser die Vorherrschaft sichern sollte. Demgemäss war die Teilnahme von Wagen einer Nation wohl nicht zahlenmässig beschränkt, wohl aber diejenige der einzelnen Äutomobilmarken. So entstand der «Grand "Prix de 1'Automobile Club de France», der die grosse Serie der heute noch bestehenden «Grossen Preise> einleitete. Allerdings ging der französische Wunsch nicht in Erfüllung. Denn zahlreiche dieser «Grand Prix» wanderten trotzdem ins Ausland ab. 1914 riss die Serie mit dem Grossen Preis von Frankreich ab, welcher bekanntlich durch den dreifachen deutschen Sieg von Lautenschlager, Wagner und Salzer auf Mercedes höchstes Aufsehen erregte. Die Formeln wechselten oft und waren viel Kritik ausgesetzt, obschon zugegeben werden muss, dass ihr Einiluss auf die Serienkonstruktion kein geringer gewesen ist, handelte es sich nun um die Beschrankung des Brennstoffverbrauchs, des Zylinderinhältes oder des Gewichts. Trotzdem stieg die Geschwindigkeit ständig. 1908 stand sie bereits auf 126 km Durchschnitt für die schnellste Runde (Salzer, Mercedes), trotzdem vorbereitete Strecken in der heutigen Vollendung ebensowenig bekannt waren, wie die widerstandsfähigen Reifen von heute. Interessant ist, dass die Formel von 1908, welche unter anderm den Kolbenhub und das Mindestgewicht festlegte, wohl abnehmbare Felgen gestattete, nicht aber auswechselbare Räder, wie das jetzt allgemein gebräuchlich ist. In der Nachkriegszeit — seit 1908 legt die Vereinigung anerkannter Automobil-Clubs die Formeln fest — wurde am einmal eingeschlagenen Kurs festgehalten. Der wachsenden Geschwindigkeit suchte man schliesslich mit komplizierteren Rennstrecken oder dem Einlegen sog. Schikanen zu begegnen, oder man baute Bahnen, welche ohneS Gefahr die heutigen Spitzengeschwindigkeiten erlauben, wie beispielsweise die Bremgarten-Rundstrecke in Bern, trotzdem sie typische Strassenstrecke geblieben ist. Die Geschwindigkeiten sind allerdings seit 1894 um das lSfache gestiegen und stehen gegenwärtig bei rund 320 km. Im Kampf um die Führung im Automobil-Rennsport ist Europa fast ganz unter sich geblieben. Nach einer langen Periode der Vorherrschaft der französischen Industrie nach dem Kriege wurde diese von der italienischen abgelöst, welcher eine deutsche folgte. Heute ist die Lage so, dass Italien und Deutschland fast allein um die Spitze kämpfen. Frankreich ist vorläufig von der Bühne abgetreten, und auch "Italien hat fast 3 Jahre gebraucht, um sein Material so weit zu bringen, dass es wieder erfolgreich gegen die Ueberlegenheit der deutschen Fabrikate ankämpfen kann. Erst 1936 ist es so weit gekommen. Darum beanspruchen die Grand-Prix-Veranstaltungen dieses Jahres jenes ungeheure Interesse, das sie überall finden. Der Grosse Preis der Schweiz, der dritte seines Zeichens, am 22. und 23. August in Bern, wird deshalb interessanter werden als je. Bergrennen Develler—Les Rangiers. Zu den in der letzten Nummer der «A.-R.» genannten Meldungen eind inzwischen eine ganze Reihe weiterer hinzugekommen, eo dass das Total auf 16 gestiegen ist, wie die nachstehende Liste zeigt: 1. Walther Martin, Bern, auf Bugatti. 2. Studer Jean, Bern, auf Hotchkiss (Tourenwagen). 3. Studer Jean, Bern, auf Hotchkiss (Sportwagen). 4. Kautz, Christian, Zug, auf Maserati. 5. Ellison Eileen, Cambridge (England), auf Maserati. 6. de Montfort Louis, Lausanne, auf Bugatti. 7. üboldi Luc, Gamo (Italien), auf Maserati. 8. Ruesch Hans, Zürich, auf Maserati, 9. Christen Max, Zürich, auf Maserati. 10. Quadri Nardo, TJurin, auf Fiat. 11. Cyro D. Basadonna. Genf, auf Fiat. 12. Sanfelice di Monteforte Giovanni, Zürich, auf Fiat 13. Dr. Franco Bertoni, Reggio Emilia, auf Alfa Romeo. 14. E. de Graffenried, Fribourg, auf Alfa Romeo. 15. Ryf Eduard, Bern, auf EJR. 16. Rampinelli Emil, Schaffhausen, auf Alfa Romeo. • •• 17. Jules Daller, Fribourg, auf Amilcar. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 14. JULI 1936 — JV> 57 18. Pierre Dusio, Turin, auf Maserati. 19. Conte de la Chiesa, Turin, auf Alfa Romeo 20. Cyro Basadonna, Genf, auf Alfa Romeo. 21. Cyro Basadonna, Genf, auf Alfa Romeo. 22. Cyro Basadonna, Genf, auf Fiat. 23. Hans Kessler, Zürich, auf Alfa Romeo. 24. Henri Leutzinger, Bern, auf Bugatti. Am geschlossenen Rennen für Clubmitglleder nehmen teil: 1. Dr. Houlman, Porrentruy. 2. Pefiat Abel, Porrentruy, auf Fiat. 3. Renard, auf Fiat. 4. Iff, Delsberg, auf D.K.W. 5. Kramer Ernst. Porrentruy, auf Terraplane. Soeben ist auch das Programm bekanntgegeben worden: > Samstag, 18. Juli. 14.00 bis 17.00 Uhr: Offizielles Training. Sonntag, 19. Juli. 9.00 bis 11.00 Uhr: Wagenabnahme im Hof des Schlosses in Delsberg. 11130 Uhr: Mittagessen der Offiziellen und der Gäste im Bahnhofbüfett Delsberg. 12.30 Uhr: Absperren* der Rennstrecke für, den Verkehr. 13.30 Uhr: Kolonnenfahrt der Wagen von Delsberg nach Develier. 14.30 Uhr: Beginn des Rennens. 19.00 Uhr: Bankett. Anechliessend Ball im Hotel Sonne, Delsberg. Ftu^notf zen 100,000 Menschen fliegen. Gelegentlich ist es reizvoll, in Statistiken zu wühlen. Wenn wir einen Sportflieger mit oder ohne Motor seine Bahn ziehen sehen oder eine Staffel über uns kreuzt, so buchen wir das ebensosehr als Einzelerscheinung, wie wir vielleicht auch den Luftverkehr noch als etwas Besonderes empfinden. Wer so denkt, kommt aus dem Staunen nicht heraus, wenn er dem Statistiker einmal über die Schulter sieht. Denn aus seinen Zahlen geht hervor, dass jährlich viel mehr Menschen fliegen, als wir es gemeinhin ahnen. Im Gesamtflugbetrieb des Jahres 1935 (ohne Militärfliegerei natürlich) sind nicht weniger als 91429 Menschen geflogen, beinahe also 100 000! Die von ihnen zurückgelegte Gesamtstrecke beträgt an die 4 Millionen Kilometer, die Gesamtflugdauer 21 609 Stunden. Natürlich hat der Luftverkehr an diesen Zahlen den Hauptanteil. Immerhin erweist die Statistik, dass auch der Sportflugbetrieb in unserem Lande bereits ein sehr reger geworden ist, lebhafter jedenfalls, als es den Anschein hat. Am Flugsport waren im Vorjahr 13 Sektionen des Aero-Club der Schweiz, 6 Sektionen der Avia und 41 Besitzer von Privatflugzeugen beteiligt. Sie haben insgesamt 34 919 Flüge ausgeführt ,mit einer Fiugdaüer von 6737 Stunden und einer zurückgelegten Gesamtdistänz von 964 837 Kilometer. Im Schulbetrieb am Doppelsteuer wurden 11 618 Flüge ausgeführt. 4174 Flüge waren schulmässige Alleinflüge, und der allgemeine Sportflugbetneb weist 19127 Flüge mit Motorflugzeugen auf. Im Segelflugbetrieb wurden ausserdem 13 963 Flüge ausgeführt Das ist für unser kleines Land bereits ein recht stattlicher Betrieb, der übrigens ständig im Zunehmen begriffen ist sfp. Amerikanische Statistik. Man weiss, dass die Amerikaner das Praktische, wie das Drastische lieben. Sie handhaben deshalb auch die manchmal dürren Zahlen der Statistik in einer Art, welche uns weniger phantasievollen Europäern gelegentlich etwas spanisch vorkommt Wenn man aber genauer überlegt, so wird niemand den Wert der amerikanischen Methoden abstreiten, gerade deshalb, weil eie augenfällig am praktischen Beispiel die Dinge klarlegen. So hat kürzlich M. Vidal, Direktor des Handelsluftfahrt-Amtes der Vereinigten Staaten ausgerechnet, dass nach den offiziellen Statistiken ein Mensch, welcher täglich 1000 Meilen im Luftverkehr zurücklegen würde,- erst nach 60 Jahren das Risiko eines Unfalles laufen würde. Er würde also bis dahin 60mal 365,000 Meilen zurücklegen können oder, in Kilometern ausgedrückt, eine Gesamtstrecke von 350 Millionen 400,000 km (21,900,000 Meilen). Das sind Resultate, welche die moderne Technik mit ihren vervollkommneten Maschinen, mit ihren Radioapparaten und de.n neuzeitlichen Navigationsmethoden erreicht hat. Das Beispiel spricht für sich auch dann, wenn man in der letzten Zeit in Amerika vorgekommenen vereinzelten Unfälle in Betracht rieht Nachdem sich diese interessante Feststellung auf amerikanische Verhältnisse bezieht, wo in steigendem Masse die Douglas-Flugzeuge verwendet werden, darf darauf hingewiesen werden, wie ausgezeichnet sich dieselben Flugzeuge im Dienste unserer nationalen Luftverkehrsgesellschaft Swissair bewährt haben, die in kluger Voraussicht dieses vorzügliche amerikanische Material einsetzte, das immer noch ungeschlagen an der Spitze marschiert. vfp. Weltumflug vorläufig misslungen. Dr. Bolivar FaJconer, der Zeitungsmann aus Texas, welcher in 21 Tagen die Welt umfliegen wollte, konnte sein Vorhaben nicht ausführen, weil es ihm nach seiner Ankunft in Hongkong nicht möglich war, ein Flugzeug zu chartern, das ihn zeitig nach Manila gebracht hätte. Er war flugplanmässig mit dem Zeppelin nach Europa gekommen und hatte seine Reise nach Indien und Qhina an Bord der Flugzeuge der K. L. M. und der Imperial Airways fortgesetzt. In Manila dagegen verpasste er, als er mit Verspätung dcrt eintraf, den Anschluss an d«n Ohina-Clipper, welcher ihn über den Pazifischen Ozean nach Kalifornien hätte mitnehmen sollen Jetzt wartet dei* schnelle Weltumflieger mit sto scher Ruhe am Strand der Philippinen, his er abgeholt wird. vfp. Riesuiflugboote in den USA. New York: Die Douglas-Werke haben mit der Konstruktion eines öO-Tonnen-Flugtootes begonnen, das 480 000 > Dollar kosten und doppelt so gross wie der berühmte «China Clipper» werden soll. Dieses Riesenflugboot, das eine Geschwindigkeit von durchschnittlich 350 km/St, erreichen wird, soll aber nur das erste einer Reihe.von 25 weiteren Flugzeugen sein, torausgesetzt, dass die Versuchsflüge vollkommen befriedigend ausfallen. _, ,.: L ÜBREX Mineralöl für Autos - Motos - Boote' • Industriefatazeup wird durch (an HMtler-Appirat nwb Stwicht verkauft. DERBO Obenschmiennittel in Tablettenform — Schweizer Jabrikat — Depot und Vertrieb: Bue des Päqais 27 Dr. Nicolas DURST Ins.-Chemiker GENF Telephon 24.530 Gelegenheit! Zu verkaufen wegen Todesfall aus Privathand wunderbares CABRIOLET, 4/5plätzig, 12 PS, 6 Zyl., wie neu, ganz wenig gefahren. — Dazu eine leicht montierbare, neue Brücke. Verkaufspreis Fr/5000.—, Ankauf Fr. 9750.—. Offerten sind zu. richten unt. Chiffre 72962 an die ; Automobil-Revue, Bern. Leistungsfähigkeit und Nutzwert sind unter den gegenwartigen Verhältnissen wichtiger denn je. Wenn Sie alles berücksichtigen, was im Lastwagenbetrieb eine Rolle stielt, dann kommen Sie' ganz sicher zum Schluss: 1—7 Tonnen Nutzlast FIAT 522C wenig gefahren, Fr. 2100.—. 10711 Garage Spicher & Cie., Fribourg Telephon 17.00 und 17.01. Zu verkauf en ein 5-Tonnen-Lastwagen F • B« IT • Dreiseitenkipper, in sehr gut erhaltenem Zustande. Von zweien die Wahl. — Gottfr. Müller, Baugeschäft, Laufen (Jura). Telephon 133. 72901 Zu verkaufen !••• MARMON, 8 Zyl., Limousine, 1928, Fr. 400.— CHEVROLET, 6 Zyl., Limousine, 1929, » 400.— ESSEX, 6 Zyl., Limousine, 1929, » 600.— OLOSMOBILE, 6 Zyl., Lastwägeli 500 kg, » 300.— GARAGE MOSER, ÖLTEN Baslerstr. 47/49. Telephon 34.80. 11270 ••••••••••••••••••••••••I MOTORWAGENFABRIK BERNA A. G., ÖLTEN Alfa-Romeo Typ Rennwagen, 6 Zyl., 3 1, 2 PL, ist in tadellosem Zustand unH sehr schnell, Photographien z. Verfüg. Preis Fr. 1850.—. Garage « Economique », 14, rue du Village-Suisse, Genf. 11309 Zu verkaufen Baliila CABRIOLEI 4-Plätzer, sehr schöner, neuwertiger Wagen, erst 16000 km gefahren, billig abzugeben. Offerten unter Chiffre 72932 an die Automobil-Rtvu«, Barn. Wegen Abreise verkaufe meinen RENAULT 2 PL, Cabriolet, mit Sflider, 7 St-PS, Mod. 1934/35, sehr schöner, gepflegter Wagen, gegen Barzahlung billig. — Gefl. Angebote unter Chiffre 72929 an die Automobil-Revue, Bern. TEILE iWILLYfcß !ä?:2?.3lS Zu verkaufen i PACKARD pläto., 6 Zyl., 24 PS, Modell 1928 (Motor etwas reparaturbedürftig), billigst b. H. Graf, Rest. Adler, Dübendorf. Tel. 934.340. Prächtiger Kastenwagen 6 PS, PEUGEOT, Md. 1933/34, wenig gefahren, 450—500 kg Tragkraft, neue Lackierung u. Pneus in fast neuwert Zustand, ist billig zu verkaufen. — Offerten unter Chiffre 15539 an die 12309 Automobil-Revue, Bern. FORD 5 PS, 1933, 21 000 km gefahren, 4 PL* Limousine, absolut wie neu, sehr preiswert abzugeben. .Offerten unter Chiffre 72967 an die Automobil-Revue, Bern. Sofort besonderer Verhältnisse wegen zu verkaufen bereits neuer 7a»o» Lastwagen mit Anhänger Marke Büsslng, Rohöl- Diesel, 37,75 St-PS, 10 Tonnen, gelöst für 1936, auf der Kontrolle frisch abgenommen, Vorführung kann jederzeit geschehen, b. J. Letsch, z. Schönau, Hombrechtikon (Zürich). Chevrolet 1933, 15 PS, 4/5plätzig, in tadellosem Zustande, mit neuen Pneus u. Anstrich, gegen Kassa billig zu verkaufen Offerten unter Chiffre 15544 an die 11888 Automobil-Revue, Bern. Zu verkaufen Graham - Palge 1 6 Zyl., 15 PS, 4/5pl. Limousine, blau-schwarz, Mechanik und Karosserie in bestem Zustand. Wegen Nichtgebrauch sehr günstig. — Schmid & Wild, Forchstr. 30, Zürich 8.

N° 57 — DIENSTAG, 14. JULI 1936 AUTOMOBit-REVUE Der A. C. S. tagt In St. Moritz Delegierten-Versammlung und Zentralfest am 11. ü. 12. Juli 1936.. Wenn sich die St Moritzer, wie sie am i vergangenen Samstag und Sonntag einmal mehr bewiesen, auf die Organisation von Veranstaltungen glänzend verstehen und es auf diesem Gebiet zu einer Virtuosität gebracht haben, darin ihnen nicht so schnell jemand etwas vormacht— den « Dreh »,'wie.man sich ein richtiggehendes Festwetter nicht nur bestellt, sondern auch sichert, haben sie ebensowenig herausgefunden wie andere Sterbliche. Es gab an dieser Delegiertenversammlung und ' an diesem Zentralfest des A. C. S. nur .eines auszusetzen: die Abwesenheit der berühmten Sonne von St. Moritz, die sich damit' begnügte, den über 200 Teilnehmern lediglich aus der Festkarte und aus den Prospekten des Kurvereins entgegenzuleuchten und auf diese Weise daran zu erinnern, däss es sie immerhin noch gibt Sonst.aber war die Wetterregie, wenigstens was den Samstag anbelangt auf der ganzen Linie ein kläglicher Versager, der die Veranstalter zwang, ihr mit Genüssen jeglicher Art schwer befrachtetes Programm ganz auf Regen umzustellen und die lockenden Ausflüge in die Umgebung der Engadiner Metropole aus Akt und Traktanden an streichen. Sie fielen nicht etwa nur ins Wasser, sie ertranken nicht bloss in einer fürchterlichen Regenflut, nein sie gingen unter in einem höchst unzeitgemässen Julischnee, der auf den Unternehmungsgeist der A.C.S.-Gemeinde eine merklich abkühlende Wirkung ausübte und in allzu handgreiflicher Realistik das Wort von der « Sommerfrische » illustrierte. Wer sein Programm darauf eingerichtet hatte, St Moritz im Lauf des Samstagabends zu erreichen, der sah sich, sofern er für die Zufahrt den Julier benützte, unvermittelt und ganz gegen seinen Willen in eine nahezu abenteuerliche Angelegenheit verstrickt. Da konnten die Teilnehmer an der Alpenblumenfahrt, •welche am Samstag den sportlichen Auftakt •der Tagung bildete, noch von Glüak reden, blieben ei« dooh wenigstens vom Schnee und seinen Tücken tvenchont, denn in der Masse Xind in der Qualität, •wie dieser unerwünschte "weisse Segen in den höhern Regionen fiel, mirde er nicht nur als lästig, Baadern geradezu als Spielverderber : empfunden. Davon wissen jene ein'fcewegtesXiedlein zu sifigen, die am Samstagabend auf denFJtÜier' stecken 'Hieben. Doch kehren wir zurück zur Alpenblumenfahrt, deren Reglement irir an dieser Stelle in den Grundzügen bereits wiedergegeben haben: Eine Zielfahrt, deren besondere Eigenart darin lag, dass sie auf originelle und geschickte Weise mit einem Ideinen Exkurs ins Gebiet der Botanik kombiniert war, den Teilnehmern dermassen Gelegenheit bietend, ihre Kenntnisse unserer alpinen Flora aufzufrischen. Das ging so: Auf der Strecke wurde einem jeden der Konkurrenten ein Sträusschen mit 10 bis 16 verschiedenen Alpenblumen in die Hand gedrückt, die es ann zu agnostizieren, zu identifizieren und nach Gattungen einzuteilen galt, sei es «aus dem Kopf> oder unter Benützung des vom Kurverein herausgegebenen Blumenprospektes. Damit eich die Teilnehmer dieser Aufgabe mit etwelcher Musse entledigen konnten, hatte man den Streckenabschnitt über den Albula zwischen Preda und Ponte neutralisiert. Bei der Ankunft beim Ziel lieferte ein jeder das Ergebnis seiner «wissenschaftlichen Forschertätigkeit> in Gestalt eines mehr oder, weniger richtig und vollständig ausgefüllten Verzeichnisses ab, zusammen mit dem Sträusschen. Jeder Fehler in der Art der Blumengattungen und jeder auf besagter Liste fehlende oder unrichtig angegebene Blumennamen zog je einen Strafpunkt nach sich. Für das Schlussklasaement zählte man die Punktzahl aus Zielfahrt und Alpenfclumenkonkurrenz zusammen. Hundertprozentig gelang die Lösung zwar niemandem, was uns jedoch nicht hinder^ uns trotzdem vor den Leistungen der Teilnehmer mit gebührendem Respekt zu verneigen, weil wir nämlich gestehen müssen, dass es um unsere Kenntnisse in dieser Domäne hinlänglich lückenhaft bestellt ist. ,. Besonders harte Nüsse gab die Zielfahrt als solche nicht zu knacken, zumal die vorgeschriebenen, aber erst beim Start in Ghur bekanntgegebenen Durchschnitte von 26 km/St, für Wagen bis 8 PS, von 28 für solche von 9 bis 12 PS und von 30 km/ St. für solche, von über 12 PS, weder vom Fahrer noch vom Wagen Ausserordentliches verlangten, auch beim Regen und Schnee nicht, der ihnen von der ersten bis zur letzten Minute, von. Chur bis St. Moritz treu zur Seite blieb. Die geheim gehaltenen Kontrollen walteten in Lenz, vor Preda und in Ponte ihres Amtes. Leider vermochte die Teilnahme die Erwartungen nicht ganz zu erfüllen, weil auch hier das Wetter den Veranstaltern übel mitspielte und eie um den Lohn brachte, den ihre Anstrengungen und die vorbildliche Durchführung verdient hätten, Bei der Preisverteilung konnte Oberstlt. Troeger, Präsident der Sportkommission der Sektion Engadin, die folgende Rangliste verkünden: Stratpunfcta Zlal- Zahl dtr Ntman Trttl fahrt AlMnW. aVAI»»iiW. 1. Dr. G. Napp, Basel 9 7 6- 22 2. W. Richner, Aarau 31 2 6 39 • 3. Bärtholomäe A., Luzern 47 1 5 49 *" 4.-Hasler E., Interlaken 56 2 3 59 5. Gartmann A.. St. Moritz 104 1 3 108 " r Die Delegierten-Versammlung. Das offizielle Bankett. ' • Wie 1 ansr Kübeln goss es im Dorf, während sich Hatte die, Delegiertenversammlung nicht gerade die höher gelegenen Hänge mit einer weissen mit einem Massenaufmarsch aufgewartet, so überraschte dafür das offizielle Bankett im Kulm- Schicht überzogen, als sich am Scmtagnachmittag gegen 15 Uhr die Trupps der Delegierten zur offiziellen Tagung ins Schulhaus begaben, von dessen meinde von über 200 Köpfen füllte den vornehmen Hotel mit einem erfreulichen Besuch. Eine Festge- Fassade das Gelb-Blau der St. Moritzer Farben und Saal mit seinen blumengeschmückten Tischen bis die Embleme des A-C.8. prangten. Auch hier hat fast auf den letzten Platz. Und wenn sich dabei die wohl der Besuch unter der Ungunst der Witterung Reden an das Rezept hielten, dass in der Kürze gelitten, fänden sich doch von den 135'Delegierten nur die Würze und in der Beschränkung die Weisheit 70 ein. • Von' den 27 Sektionen waren 22 vertretend liegt,-dann hat sich •wohl kaum jemand daran gestossen. - Als Präsident der Ortsgruppe Engadin, in Uri, Hauenstein,- Sehwyz; Lichtenstein und Neuchätel hatten sich' entschuldigen lassen. < deren bewährten Händen die Durchführung der Veranstaltung lag, überbrachte Herr P. Lareida Unter der speditive» Leitung des gewandten Zen- die Grüsse der leider am Erscheinen verhinderten tralpräsidenten, Herrn t>r. Mende, dessen bedeutungsvolle und mit starkem Beifäll aufgenommene mern ebenso- wie den Vertretern der Gemeinde, Regierung. Sein Willkomm galt den Festteilneh- der Eröffnungsrede wir an erster Stelle 'der vorliegenden Nummer, veröffentlichen, fanden die 10 Traktanden" rasche Erledigung. Das" Protokoll der Delegiertenrersämmlnng' 1935 und der Jahresbericht wurden diskussionslos gutgeheissen; gleicherweise die. Jahresrechnung 1935, über welche -Vizepräsident Deyäud als Vorsitzender der Finanzkommission klar und sachlich orientierte. Im Namen der Revisoren sprach' Herr Wevermann, den Organen des Clubs und der Zentralverwaltung für die: Rechnungsahlage Und die Geschäftsführung- Dank und- Anerkennung aus, worauf die Versammlung zur D^charge-Erteifung an das Direktionskomitee schritt. Einen gut gelaunten Souverän fand auch das Traktandum Gesöhäftsreglement, wozu' einzig Herr Gassmanri für die Sektion Zürich die Erklärung zu Protokoll gab, sie hege nach wie vor gewisse Bedenken in bezug auf Art. 20. Ohne weitere Debatte stimmten sodann die Delegierten dem von den Club-Instanzen bereits genehmfgtea Entwurf einmütig zu. In die Geschäftsstelle wurden die Herren Weyermann und Depond und als Suppleanten dje Herren Passavant und Froidevaux gewählt. Als Ort der Delegierten- Versammlung und des ZentralfestafS 1937 hatte die Sektion Bern Interlaken vorgeschlagen. Für die einstimmige Annahme, welche diese ;Proposition fand, dankte in launigen Worten der Präsident der Berner Sektion,. Herr Oberst Marbach.. In der allgemeinen Diskussion, schilderte Direktor Primault, in Beantwortung einer von Herrn Dir. Lenzin; Präsident'der Sektion Aargau, gestellten-Frage, den gegenwärtigen Stand der-Versicherungsfrage. Die Vorschläge der Versicherungsgesellschaften sind kürzlich von den Verbänden geprüft, jedoch als unannehmbar befunden worden. Im Lauf dieser Woche wird eine Sitzung mit detf Vertretern der Versicherungsgesellschaf tön -einberufen, wobei sich den Verbänden Gelegenheit bietet, ihren ablehr henden Standpunkt zu begründen und neue Vorschläge zu fordern! Was die allgemeinen Versicherungsbedihgungen anbetrifft, so' ist die Solidarität der Verbände vollständig, nicht dagegen in bezug auf die Tarife. \ ± ... Im übrigen, erfuhr man aus l dem Munde von Herrn T. Walser, dass die Bergprüfungsfahrt Rhein eck-Walzenhausen wenn irgend möglich zur Durchführung gelaiigen 'soll, wiewohl sie der Sektion, St. Gallen-AppenzeU nicht eben- ieicht fällt. Der endgültige Entschluss hängt teilweise auch davon ab, wie sich die Beteiligung am. Bergrennen Develier-Lea RaiJgiers gestaltet. Hotellerie und des Kurvereins St. Moritz. Herzlichen Gruss namens des A. C. S. entbot sodann* dessen Zentralpräsident, Herr Dr. Mende, mit seinem Willkomm -den Dank 'an die Ortsgruppe Engadin für ihre grosse Arbeit und für den prächtigen Empfang verbindend. Ein aufrichtiges. Wort des Dankes richtete er,aber auch an alle jene, die am 5. Juli der Parole der Verbände gefolgt sind und eine prachtvolle Solidarität an den Tag gelegt haben. An die Protestaktion knüpfte auch Herr Gemeindepräsident Naier seine Ansprache, der er ein herzliches Willkomm, namens der Gemeinde St Moritz voranstellte. Der Mut, den die Automobilisten damit aufgebracht haben, dass sie gegen die Politik des Bundes aufgestanden sind, erfüllt den Redner mit Genugtuung. Gerade ist man beim Kaffee angelangt, da geht es wie ein Raunen durch die Menge, man huscht an die Fenster, schlägt die Vorhänge zurück: wahrhaftig, es schneit! In schweren, grossen Flocken sinkt es herab, die Bäume biegen sich unter der nässen Last, die parkierenden Wagen kriegen dicke, Schneehauben aufgesetzt, das ganze Tal wirft ein Winterkleid über, und WO sich eben noch Wiesengrün breitete, da dehnt sich jetzt ein' winterlich weisser Teppich. Mit Staunen teils v und teils mit innerlichem Frösteln sehen sich schöne Frauen in grosser Abendtoilette und besmokingte Herren die Bescherung an. ' Ueber die Mienen der Kenner aber gleitet es wie leiser Hoffnungsschimmer, denn, so behauptet der Volksmund, wenn'js im Engadin bis auf die Talsohle hinunterschneit, dann lässt die Besserung nicht mehr lange auf sich warten. Hoffen wir es, sagen wir es laut! , - Unbekümmert um Petrussens Kaprizen tun sich anschliessend in dea gastlichen Hallen des «Kuhn » allerlei vergnügliche Dinge und die Stunden ent- Der Sonntag. Man traute .seinen Augen kaum, als es am Sonntagmorgen nicht mehr aus den Wolken triefta WARUM SICH DAS VERGNÜGEN VERSAGEN , AM LENKRAD EINES ACHTZYLINDERS ZU SITZEN? Anhänger ru ganz gQnstigen Preisen 3,6 t Langholz-Anhänger mit Luftbremse 2 t Anh&nger 2-RatH • 3 t Anhänger 2-Rad V stark und leicht im Gewicht 4 t Anhänger 2-RadJ Verlangen Sie Offerte, solange Vorrat. E. MOSER, Anhangerbau und Bremsen, Bern Schwärztorstrasse 101. Telephon 22.381 Aus schwinden im Flug. Mit seinen romanischen Liedern erntet der Mänherchor Frohsinn ebenso wohlverdienten Applaus wie; die Engadiner Trachtengruppe mit ihren Tänzen und der « Spinnstube», darin echtes, altes Engadiner Volkstum und Volksgut weiterlebt. Daneben huldigt männiglich mit Hingebung,und Ausdauer Terpsichorens Kunst, und wir machen uns keiner Indiskretion schuldig, wenn wir kund und zu wissen tun, dass die Bar noch beim Morgengrauen erfüllt war von ausgesprochen •fröhlichem Betrieb. Der programmwidrige Schnee hatte sich indessen wieder aus den.Strassen verflüchtigt. AUTOREPARATUR- WERKSTÄTTE billig zu verkaufen: ' Leit-u. Zug spindeldrehbank \% m Bohrmaschine i Ventilschleifmaschine sowie Schlüssel Gewindeschneidzeug etc. Anfragen unter Chiffre Z 3889 an die Automobil- Rtvue, Bureau Zürich. Diverses Wegen Nichtgebrauch verkäuflich: DREIRAD Lieferwagen Mod. 35, D.K.W. - Motor, gr. gedeckte Brücke, 2-P1.- Kabine, billigste Steuer u. Vers., 51 Benzin/100 km, f. Vt Neupreis, ev. Tausch an mod. Auto, bis 10 PS, oder Motorrad. — Offert, unt. Chiffre 15545 an die Automobil-Rtvue. Bern. PalaceTtiunerhofS n efievue11iun Unser erstkl. Orchester spielt täglich beim Lunch und zum The' und Dtner Dantant Pension v. Fr. 10.60 an. Arrangements KAROSSERIE Zu vergeben grosse Karosserie- Arbeit wenn an Zahlung teilweise gangbarer Occasionswagen genommen wird. Rest bar. Offerten unter Chiffre 72977 an die Automobil-Revue, Bern. NEUE PNEUS In heimeligem Dorf des Oberaargaus wird wegen Wegzug .unt. Selbstkostenpreis verkauft ein bereits neues Chalet erste Marke, rlumungshalber, iolange Vorrat, mit Fabrikgarantie äusserst billig abzugeben. Anfragen unter Angabe der gewünschten Dimension zu richten an Chiffre 72926 am die Zu verkaufen per sofort in Kantonshauptstadt der deutschen Schweiz gut eingeführtes mit kombinierbarem SAURER-Reise-, Möbel- und Brückenwagen, samt schöner Liegenschaft, umständehalber äusserst billig. Kaufpreis' Fr. 55 Mille, Anzahlung 15 Mille. — Offert, unt. Chiffre 72970 an die Automobil-Revue, Bern. Sonnige, staubfreie Lage mit schöner Aussicht. Sehr geeignet als Ruhesitz für Zu verkaufen umständeh. seif, eine sehr schön- geleg. Pensionierte, auch pass. f. Reisende, da Garage-vorhanden. — Anfragen unt. GARAGE Chiffre 0. F. 6458 B. an im Kanton Luzern an der Hauptstrasse, kompl. eingerichtet mit mech. Werkstätte, eigenem Tank und Orell Füssll - Annoncen, Langenthai. 72955 Wagenheber. Nur kapitalkräftige Bewerber mögen sich melden. — Offerten unt. Chiffre 72973 an die Automobil-Revue, Bern. Automobil'Rivu«. Bern. an verkehrsreicher Durchgangsstrasse- Zürich-Bern eine schöne, grosse, gutgehende miteutfin guten Vertretuneen Vertretungen und orima prima Kundschaft. In- ventar muss übernommen werden,, — Für tüchtige Leute prima Existenz. Käufer wird eingeführt. - Offerten unter Cbiffre>.72974,an,die.... Automobil-Revue, Bern. Wissen Sie, dass YACCO mit seinem stabilisierten Mineralöl,85% aller Automobil-Weltrekorde besitzt? 7 Liegenschafts-Markt Autotransportgeschäft Zu vermieten Automobil-Reparatur-Werkstätte Gen._vertr. f. d. Schweiz: J. Schürfer, St. Nlklausstr. 54. Solothurn Zu verkaufen WEEKEND-HAUS am Sempachersee (Gemeinde (Nottwil), Platz für 8 bis 10 Betten. 2 grosse Zimmer, kompl. Küche, offene und geschlossene Veranda, Garage, kl." Keller, elektrisches Licht, fliessendes Wasser, schöner Umschwung. Ideale Lage. — Auskunft erteilt der Beauftragte A. Zobrist, Notar, Zof Ingen. 72390 Zu mieten gesucht an guter Lage (gute Durchgangsstrasse) GARAGE mit Reparaturwerkstatt ohne Werkzeug, da solches vorhanden. Offerten unter Chiffre 72950 an die Automobil-Revut, Bern. Zu vermieten an verkehrsreicher Hauptstrasse modern eingerichtete Autogarage und Rep.-Werkstätte mit einigen Boxen, Ausstellraum und Bureau, Servicestation (eigene Benzintänkanlage), ev. mit Wohnung. — Offerten unter Chiffre 72958 an die Automobil-Revue, Bern.