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E_1936_Zeitung_Nr.059

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 21. JULI 1936 — N° 59 sollte uns Schweizer speziell aufhorchen lassen. Das wäre ja wunderbar. Im allgemeinen wird Ammoniak nicht als brennbares Gas betrachtet. Es würde nie-, mandem einfallen, bei Verwendung von Salmiakgeist spezielle Vorsicht zu gebrauchen und doch hat es schon zu Explosionen Anlass gegeben. Im komprimierten Zustande liegt seine Explosionsgrenze sogar bei ziemlich kleinen Sauerstoffmengen. Diese Eigenschaft zeigt, dass die Zündung im Verbrennungsmotor sehr wohl erfolgen kann. Seine Verbrennungswärme ist dagegen nicht gerade gross und beträgt nur ca. 4450 Kalorien per Kilogramm. Ueber die obenerwähnte Versuchsfahrt sind leider keine Verbrauchszahlen angegeben. Auf den ersten Blick scheint die Verwendung des Ammoniaks als Motorbrennstoff widersinnig. Dies ist aber nur ein gedankliches Ueberbleibsel aus der Zelt vor der Ammoniaksynthese. Damals suchte man den in der Natur vorkommenden gebundenen Stickstoff und damit auch das Ammoniak möglichst restlos in der Form von Dünger der Natur wieder zuzuführen. Ammoniak im grossen auf freien Stickstoff zu verbrennen wäre als ein Verbrechen an der Menschheit angesehen worden. Die Ammoniaksynthese hat natürlich diese Lage geändert, und zwar in eine reine Frage der Wirtschaftlichkeit, vorausgesetzt, dass die elektrische Energie durch Wasserkräfte erzeugt wird. Es ist klar, dass Ammoniak kein bequem mitzuführender Brennstoff ist, aber die damit erreichte Energiespeicherung ist nicht so schlecht. Gehen wir davon aus, dass wir Energie aus Wasserkraft aufspeichern wollen, so geht hier wahrscheinlich der erste Schritt über Wasserstoff. In einer 46-Liter- Stahlflasche können wir ca. 8 ccm davon speichern, entsprechend ca. 20,500 Kai. In einer gleich grossen, aber leichteren Flasche können wir anderseits 40 1 oder 24,6 kg Ammoniak mit ca. 109,000 Kai. unterbringen. Benzin gestattet allerdings die Speicherung des dreifachen Betrages. Es fragt sich, ob bei der Verbrennung im Motor nicht etwa nitrose Gase entstehen, die zu Korrosionen führen können ? Obschon flüssiges Ammoniak heutzutage in beliebigen Mengen gehandhabt wird und der Preis sich in möglichen Grenzen bewegen kann, so dürfte dessen verallgemeinerte Anwendung im Sinne des Versuchs, als zu gefährlich, doch kaum möglich sein und eine originelle Idee bleiben. Man könnte verführt sein, daran zu denken, dasselbe mit dem andern umstrittenen Brennstoff, dem Alkohol zu kombinieren und so zwei Fliegen auf einen Schlag zu haben. Ersetzt man einen Teil des Wasserstoffes des Ammoniaks durch die Aethylgruppe des Alkohols, so kann man zu Stoffen kommen, deren Siedepunkt in der Nähe dessen von Benzin Hegen und deren Heizwert um die 9000 Kai. beträgt (z.B. Diaethylamin 9921 Kai., Speicherung in obigem Falle 282,000 Kai., Alkohol 2247m Kai.). Man muss aber bedenken, dass jede den Wasserstoff ersetzende Aethylgruppe besser in der Form von Alkohol verwendet würde. Ferner ziehen diese Stoffe Wasser an wie Alkohol und riechen widerlich. Der ideale Brennstoff aus Elektrizität, Wasser und Luft dürfte somit noch nicht gefunden sein. St. Pvakl *€§»» l^iinko Auch der Verteiler muss geschmiert werden. Der Verteiler am Automobilmotor ist eines der wichtigsten Aggregate ; wenn er nicht funktioniert, läuft auch das stärkste Auto keinen Meter. Man sollte annehmen» dass ihm jeder Kraftfahrer eine gewisse Aufmerksamkeit schenkt. Das ist aber leider nicht der Fall, er wird meist vollkommen" vernachlässigt. Kaum jemals denkt ein Autoniöbilist daran, dass dieser kleine, schnelllaufende Apparat auch einmal geschmiert werden muss, wie jeder andere bewegliche Teil an der Maschine. Am Vorteilet befindet sich eine kleine Fettbüchse, deren Deckel man nur ein wenig zu drehen braucht, um das Schmiergeschäft zu erledigen. Voraussetzung ist allerdings, dass sich auch Fett in der Büchse befindet; darauf also muss man unbedingt achten. Fenster am Motor. Um die Vorgänge während der motorischen Verbrennung im Zylinder verfolgen zu können, muss' man in erster Linie die Möglichkeit schaffen, überhaupt hineinzusehen. Dazu wird aber ein Fenster nötig, das den herrschenden Druckverhältnissen und Temperaturbeanspruchungen .gewachsen ist. Nach amerikanischen Mitteilungen eignen sich nun dazu folgende Materialien : Quarz, Saphir (!), Fluorit. Um sie gasdicht einzufassen, baut man sie am, besten in einen hohlen Zapfen ein, der sich in ein Gewinde von der Grosse eines Zündkerzengewindes einschrauben lässt. Um eine zff^ verlässige Dichtung zu erzielen wird das durchsichtige Material rundgeschnitten und aussen beidseitig ein leichter Doppelkonus angeschrägt. Der Kristall wird dadurch beim Anziehen seines Befestigungszapfens hauptsächlich auf. Druck beansprucht und das hält er ohne weiteres aus. -b- T«dh Sp Frage 9880. Vertretung von Schweissapparat. Können Sie mir den Vertreter der elektrischen Schweissapparate Marke «Volcanc» angeben? H. F. in F. Frage 9884. Vertretung der Britlsh Thomson Houston Comp. Kann mir jemand mitteilen, wer die Vertretung der B. T. H. Elektrq-Erzeugnisse (British Thomson Houston) in der Schweiz inne hat? F. W. in B. Frage 9885. Chassis-SchutzSI. Ich habe beobachtet, dass bei der Reinigung des Chassis mit Rohöl eich der schwarze Rostschutzlack löst. Ist die Verwendung von Oelen, welche kolloidalen Graphit enthalten, für die Chassis-Pflege zu empfehlen und wer liefert das Mobil-Chassisschutzöl in Gebinden von ca. 5 Liter? G. M. in S. Frage 9886. Federschutzgamaschen. Das Anbringen lederner Schutzgatnaschen soll gewisse Nachteile für die Federn mit sich bringen. Worin bestehen diese, und wae für Vorschriften sind zu beachten, damit die Federn in diesen HüUen rostfrei bleiben? G. M. in S. Frage 9887. Instrument zum Messen der Steigung bei Passfahrten. Gibt es ein registrierendes Instrument welches gestattet, die bei einer Passfahrt zu überwindende Steigung, auf einer Ska)a in % ausgedrückt, fortlaufend abzulesen? Worauf beruht ein solches Prinzip? H. S. in A. Frage 9891. Mittel zur Verdeckpflege. Unter Bezugnahme auf Ihre Antwort Nr. 9870 betr. Mittel zur Verdeckpflege wäre ich Ihnen für Zustellung der von Ihnen erwähnten Bezugsadressen resp. der betr. Mittelnamen sehr dankbar. Auch ich möchte das Dach meiner Limousine vor dessen Defektwerden behandeln, kenne aber kein geeignetes Mittel dafür. F. W. in O. Antwort: Adresse brieflich mitgeteilt. Frage 9892. Störungen In der Benzinzufuhr. In der Benzinzufuhr meines Wagens scheint eine Störung eingetreten zu sein. Trotzdem die Brennstoffpumpe ganz richtig arbeitet und auch der Vergaser in Ordnung zu sein scheint, erhält er nicht genug Brennstoff. Können Sie mich vielleicht auf den richtigen Weg führen, um den Fehler zu beheben? / H. C. in S. Antwort: Bei Brennstoffpumpen besteht die Möglichkeit, dass durch eine mangelhafte Dichtung auf der Saugseite mit dem Benzin auch Luft angesaugt wird, was zu den beschriebenen Anständen Anlass geben kann. Auch wenn die Zuleitung zur Pumpe oder das Ventilationsloch im Tank verstopft sind, erhält die Brennstoffpumpe nicht genug Benzin, um den Bedarf des Motors zu decken. Wir empfehlen deshalb, die Benzinzufuhr auf die besprochenen Fehlerquellen zu untersuchen. =fi= Frage 9893. Ventilzeiten von bewährten Kompressormotoren. Können Sie mir den Unterschied der Ventilzeiten von Motoren mit und ohne Kompressor mitteilen? Es wäre mir daran gelegen, ein Beispiel zum Vergleich zu erhalten. W«- J. in A. Antwort- Zum Vergleiche geben wir nachstehend die Ventilzeiten der bewährten Mercedes-Motoren mit und ohne Gebläse bekannt. Sie lauten: Bei Motoren ohne Kompressor: Einlass öffnet 6° vor OT. Einlass schliesst 51° nach UT. Auspuff öffnet 45° vor UT. Auspuff schliesst 12° nach OT. Bei Motoren mit Kompressor weichen nur die Auspuffventilzeiten hiervon ab, indem das Auslassventil je 3° früher öffnet bzw. später schliesst als den obigen Albgaben entspricht. Man sieht also, dass man sehr wohl mit geringfügigen Aenderungen gegenüber den Ventilzeiten der normalen Motoren auskommen kann. Die Verhältnisse gestalten sich bei jedem Motor wieder ander», da die Güte der Gemischbildung neben der Ausbildung des Vergasers auch von Schwingungserscheinungen in der Ansaugleitung abhängen, die sich in gewissem Masse durch Veränderung der Ventilzeiten beeinflussen, lassen. -b- | u »i*f. «•» '«eck Anfrage 604. Prämienrückvergütung. Ich habe im August 1933 eine Versicherung abgeschlossen und seither immer ab April gelöst. Dieses Jahr bin. ich noch nicht gefahren. Um die Rückvergütung von 15 °/o für schadenfreien Verlauf zu erhalten, sollte ich nach Aussage der Versicherungsgesellschaft noch dieses Jahr ohne Schadenfall fahren. Ich möchte Sie nun höfl. anfragen, wie sich di» Sache stellt, wenn ich dieses Jahr nicht 'fahren würde. Müsste ich dann von neuem eine Periode von drei Jahren beginnen unter Verlust des Anspruchs für die bisherigen 2H Jahre? Im Gesetz heisst es, dass eine Rückvergütung von 15 %> ausgerichtet werde bei schadenfreiem Verlauf dreier aufeinander folgender Jahre. Wollte man dies genau nehmen, hatte ich sogar schon dies Jahr Anspruch auf die Rückvergütung gehabt. G. K. in T. Antwort: Die Klausel betreffend Prämienrückvergütung in schadenfreien Jahren wird von einigen Versicherungsgesellschaften (z. B. der cWinterthur») unseres Wissens so ausgelegt, dass wenn ein Fahrzeug nicht länger als ein Jahr ausser Betrieb gesetzt wird, die früheren Jahre trotz dem/ Unterbruch in der Benützung angerechnet werden. Erst bei Betriebseinstellungen von mehr als einem Jahre findet keine Anrechnung mehr statt. Wir betonen, dass dies die Praxis einzelner Gesellschaften ist. Ob andere Gesellschaften in dieser Beziehung weniger Entgegenkommen zeigen, wissen wir nicht. Urteile über die Sie beschäftigende Frage gibt es keine, und der Wortlaut der Klausel gibt meines Erachtens auch keine eindeutige Antwort darauf. * Baveno Hotel Suisse et des lies Borrome'es Bestbekanntes Haus. Hotel-Bons Kat. C. Varese-Schiranna Lido ' Hotel Lido Am See von Varese. Badekabinen. Pension 25 Lit Fliessendes Wasser in allen Zimmern. Terrassen. Bormio am Fusse der Stilfserj ochstrasse Hotel Clementi 80 Betten, mit jedem Komfort. Vorzügliche Verpflegung. Massige Preise. Garage. Telephon 11. Venezia Hotel S. Chiara Brasserie u. Restaurant am Canale Grande, direkt bai der Auto-Garage und Eisenbahnstation. Gutbürgerlich. Haus. Alle einheimischen Gerichte. Zimmer mit 1 B«tt Ton 8—12 Lit. Zimmer mit 2 Betten von 16 — 30 Lit. Pension ab 25 Lit Prop. 1. Pell. Bormio Bad am Siidfusse dei Stüfserjochstrasse (1340 m) Grand Hotel Neues Bad Hotel Altes Bad & Belvedere Moderner Komfon. 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N° 59 — DIENSTAG, 21. JULI 1936 AU'iuMoBlLJRKvuiJ Wüsten-Automobilismus • Das Auto erobert die Wüste. letztes Jahr fuhren Dutzende von Autobussen von Bagdad nach Mekka, quer durch Arabien. Sie führten mohammedanische Pilger nach diesem heiligen Wallfahrtsort. Dies ist ein Markstein in der Geschichte des Automobilismus, der in Europa übergangen wurde, wie es scheint. Die Piste führt von Nedjef über den hoch gelegenen Ort Hail nach Medina oder direkt nach Mekka. Nur fünfzig Kilometer sind mit Flugsand bedeckt. Diese Strecke wurde mit Holzruten befestigt und soll nun auch noch mit einer Asphaltdecke versehen werden. Zu Pilgerzeiten herrscht da also reges Autoleben. Benzin darf nur bis an die Grenze Saudiarabiens (so heisst das Arabien Ibn Sauds seit drei Jahren) mitgenommen werden. Dort werden die Tanks mit Ibn Sauds Benzin zu höherem Preis nachgefüllt. Diese Preisdifferenz deckt des Wüstenkönigs Spesen für die besondere Bewachung der Strecke. Nur Mohammedaner dürfen in die heiligen Städte Medina und Mekka einfahren. Die Regierungsautomobile Ibn Sauds verkehren auch im Sommer zwischen den verschiedenen Orten. Die ausländischen Diplomaten sitzen alle im Rotmeerhafen Djidda, während Ibn Saud selbst in Er Riad im innersten Arabien seine Residenz aufgeschlagen hat, in einer Stadt, die schön in einem Tal voller Palmenhaine liegt und einen starken Aufschwung genommen hat. Amerikanische Automobile versorgen Riad von den Bahrrein-Ipseln aus (wo sie Oelquellen kontrollieren) mit Benzin. In Riad selbst verkehren verschiedene Automobile. Ibn Saud verfügt nun bald auch über eigenes Benzin. Sein Minister in Bagdad, den wir besuchten, machte die internationale Bewegung mit seinen Fingern, die «Ge!d> bedeutet, wie ich diese am Persischen Golf neuentdeckten Quellen erwähnte. melen die Sohlen verbrennen. Es gibt keinen Baum, keinen Strauch, in deren Schatten man warten könnte. Das Kühlwasser kocht ständig, so dass man sehr viel Wasser mitnehmen muss, nur um den Bedürfnissen des Motors zu genügen. Die Beduinen haben sich um die grossen Orte Eurückgezogen, während sie im Herbst bis Frühling überall herumziehen. Die Wüste ein Garten. Arabien ist keine Wüste im Sinne der Sahara. Nur das sogenannte cLeere Viertel im Südosten des Landes enthält hohe Flugsanddünen und riesige unbewohnte Gebiete ohne einen Tropfen Wasser. Im Winter- spriesst die Wüste. Das Gras wird bis 1 Meter hoch. Blumen blühen in blendenden Farben, selbst Rosen. Dann ziehen die Nomaden über diese Orient. Express EMPTY Q.UARTER. Heer« Wüstel Das Auto zähmt die Wüste. Vor nicht allzulanger Zeit wollte ein holländischer Journalist Saudiarabien besuchen, erhielt aber die Einreiseerlaubnis nicht. Man wollte das Risiko nicht "bernehmen, da es Sommer war. Doch verliess der Journalist heimlich Transjordanien und suchte auf einem Kamel D[uf zu erreichen. Das war ein Fehler. Er verirrte sich und wurde erst später von Flugzeugen als Skelett entdeckt. Hätte er die Reise im Automobil unternommen, wäre er hingekommen. Im Winter fährt man in zwei Tagen von Bagdad nach dem innersten Arabien, nach Er Riad. Das Land ist sicher. Wasser findet sich überall. Im Sommer wird das Unternehmen schwieriger. Wpsser fehlt sozusagen auf der ganzen Strecke. Die Hitze steigt bis zu 60 Grad Celsius im Schatten, so dass selbst Kamelkarawanen nicht mehr weiterkommen, da den Kagrünen Flächen und hüten ihr Vieh. Wasser sammelt sich überall in Löchern, da es ausgiebig regnet. Die Pisten werden nicht pappig, weil das Wasser rasch durchsickert. Wann kommen die Zeiten, wo man im Winter im innersten Arabien spazierenfährt? Sie sind nicht mehr fern. Wüstenfahrpraxis. Wir haben auf dieser Fahrt etwa tausend Kilometer durch Wüstengebiet zurückgelegt. Um diese Zeit (Juni) gibt es allerdings hie und da Flächen, die mit eiriem harten, grünen Kraut 'ganz lose bewachsen sind, aber das Kraut zeigt nicht das geringste Bodenwasser an. Es speichert Feuchtigkeit in grosseh Wurzeln. Die Beduinen setzen in gewissen Gebieten Melonenkerne in diese Wurzeln, nachdem sie das Kraut abgeschnitten haben. Auf diesen Wurzeln, die weiterleben, wächst dann die Melone fröhlich hoch. Später kommt auch das Kraut wieder nach. Wir fuhren tagsüber und nachts durch Wüstengebiet. Nachts sind die Spuren schwer zu finden. Man muss oft aussteigen und sie auf ihre Frische untersuchen. Denn es kann passieren, dass man an ein «Ouadi» (Tal) gerät, das nicht überquert werden kann und zu riesigen Umwegen zwingt. Nachts kommt es auch leicht vor, dass man im Kreise fährt. Aber tagsüber plagt einen die Hitze. In der Gegend des Irak weht meist ein Nordwestwind. Wir hatten ihn von Mosul nach Bagdad im Rücken. In diesem Fall kommt fast jeder Wagen zum Kochen. Wir brauchten pro 100 Kilometer 50 Liter Wasser. Zum Glück hatten wir vorsorglicherweise so viel aus Mosul mitgenommen und auf der Strecke an einer Station nachfüllen können. Von Mosul bis Bagdad trafen wir während eines ganzen Tages etwa acht Lastwagen. Von Beji an, wo die Barin von Bagdad her endet, finden sich mehr Wagen, da sie den Frachtendienst nach Mosul besorgen. Rückblickend scheint einem die Fahrt durch Wüstengebiet nie sehr schwer. Aber man erinnert sich dann doch einiger Momente, wo die Lage kritisch wurde. Der Wagen Hat gegenüber dem Kamel den Nachteil, dass er eben ohne Benzin nicht mehr weiterkommt, während das Kamel immerhin, mit dürrstem Kraut vorlieb nehmen kann. Und wenn einem das Benzin ausgeht, mag man auf einer Irrfährt bös dran sein. Auen die Gefahr der Steppenbrände besteht im ausgedörrten Weidegebiet. Das einzige Gegenmittel ist, vor dem Wagen in der Laufrichtung des Windes das Gras anzuzünden und sich dann auf das abgebrannte Stück zu begeben, bevor der Steppenbrand einen erreicht. flugsand Ist wirklich unangenehm. Wenige Meter können eine grosse Strecke einfach unpassierbar machen. Wir trafen auf Flugsandgegenden, wo die Piste mit Asphalt bedeckt worden war. Darüber rieselt ständig der Flugsand, da er keinen Halt findet. Wenn eine Wanderdüne herankommt, baut rtfan im Bogen eine neue Asphaltstrasse drum herum. Ist die Düne drüber weg, wird die alte Strosse automatisch frei. 50 Grad Celsius. In der Wüste lernt man Wasser schätzen. Wir waren oft so durstig, dass wir unvorsichtigerweise trübes Wasser tranken. An die Luftspiegelungen gewöhnten wir uns rasch. Sie zeigen immer einen See am Horizont, der keiner ist. Die-Luft flimmerte so, dass altes verzerrt erschien. Ich fand eine gewisse^Geschwindigkeit des Wagens heraus, in der er gerade nicht kochte, trotz Rückenwind. Sie lag bei etwa 60 Stundenkilometer. Dann erhitzte sich der Motor durch seine Tourenzahl gerade nur so, dass der Ventilator noch wirkte. Der Wind blies lühend heiss. Selbst dann kühlt er ja noch, da E is 100 Grad noch immer eine genügende Spanne liegt. Man hüte sich aber, mit kochendem Kühlwasser weiterzufahren, wie man einem hier anrät. Die Dichtungen sowie das Oel könnten verbrennen. Nur blieb mir oft nichts anderes übrig, wenn die Temperatur-des Wassers höher stieg, sowohl wenn wir «hielten als auch wenn wir fuhren! Zu allem kam noch der Staub. Eine Windhose folgte der andern und schleuderte dunkelbraune Staubwolken hoch, die über die Ebene hinwegsausten. Wie ich diese Zeilen in Bagdad schreibe, atme ich Staubschwaden in dichten Mengen. Den ganzen Tag über wirbelt der Staub hundert Meter hoch durch die Stadt und füllt alles, dringt überall ein. Meine Photoapparate liegen in Gummibeuteln, die mit Leukoplast verschlossen sind. Die Luft riecht überall nach Staub. Man kann ihm nicht entrinnen. Viele Geschäfte sind geschlossen. Man fährt in den Strossen wie durch dichten Londoner Nebel. Angenehm ist das nicht Harte Federung I Wer im Irak einen Wagen kauft, versieht seine Federn vorerst einmal mit ein bis drei zusätzlichen Federblättern. Dies erhöht die' Bodenfreiheit und härtet die Federn. Die Wüstenpisten sind oft gewellt. Ein «Ouadi> folgt dem anderen. Das sind' tiefe, vom Wasser ausgelichtete Rinnen. Oft hat die Regierung sie mit einer Asphaltdecke ausgelegt, damit das Wasser im Winter nicht drin liegen bleibt. Da fährt man fröhlich mit 80 St./km los und steht plötzlich vor einem Ouadi. Leicht auszudenken, was man dabei für Sprünge riskiert. In der syrischen Steppe rannte ich so nachts in ein mit Wasser gefülltes Ouadi und blieb zwischen hohen Steinen stecken. Ich fischte die im Weg liegenden heraus, während neben mir im Wasser die Frösche quakten. Schliesslich gelang es mir, mich aus der Klemme zu befreien. Kurz vor mir war dort ein Wagen so stecken geblieben, dass man ihn abschleppen musste. 100 Stundenkilometer in der Wüste. Wenn man beispielsweise südwestlich von Bagdad durch die Wüste fährt, hält man leicht seine 100 St./km ein, da die Pisten sehr breit sind und instandgehalten werden. Teilweise sind sie mit :«Waschbrettstrecken» belegt, wie oft in Finnland und Schweden. Das sind Querrippen in kurzen Abständen, die den schwersten Wagen zum Vibrieren bringen. Viele Strassenstücke sind asphaltiert, so etwa 100 bis 150 Kilometer zwischen Bagdad und Mosul, dann besonders Strossen in Kurdistan, die vor allem auch strategischen Wert haben. Die wilden Kurden wurden mit Asphaltstrassen auf intelligente Weise gezähmt. Rumänisches Benzin im Irak. Während irakisches Benzin im Irak für 67 Fils (etwa 1 Franken) die Gallone zu 4y 2 Liter verkauft wird, liefert Rumänien solches zu 60 Filsl Das irakische Benzin hat einen eigenartigen Geruch, wie ich ihn auch im estnischen Benzin feststellte, das dort aus Bitumenschiefer destilliert wird. Auch auf andern Wirtschaftsgebieten traf ich auf eigenartige Fälle. Estland verkauft Bonbons in Syrien, Finnland Käse «Typ Emmental> und andern in Saloniki. Es geht mittels Kontingenten und ähnlichen schönen Einrichtungen recht tüchtig durcheinander im Handel ums Mittelmeer. Beduinen in Autos. Es gibt jmmer noch schöne Araberpferde hier. Aber die modernen Beduinen fahren Stromlinienwagen. Sie legen ihre Tracht nicht ab, was recht eigenartig aussieht. Sie benehmen sich äusserst gewandt im Fahren und kennen ihre Wagen. Die erste Frage, die mir der Minister Ibn Sauds in Bagdad stellte, war die nach meinem Wagen. Er äusserte sich über verschiedene technische Fragen betreffend den Automobilismus in der Wüste. • 2 St. Anton (Arlberg) 1304 m Hotel Schwarzer Adler Moderner Kömfort. Zimmer ab Seh. 3.50. Privatbäder. Garage. Garten- Terrasse. - Restaurant Tel. 14. 1 Reutte im Tirol Gasthof Schwarzer Adler tmd Goldene Krone Gutbürgerliche Häuser. Zimmer ab Seh. 2.50. Garage. Telephon 4. Billiger Mittags tisch. Gesellschaften Ausnahmepreise. 4 Schruns im Vorarlberg Post-Hotel Taube Im schönen Montafonertal. Forellen, Terloner. Pension ab 10 Schilling. Aller Komfort 5 Gaschurn im Montaf on Post-Hotel Rössle Der Ausgangspunkt für die Süvretta. 50 Betten. Moderner Komfort Pension 8—11 Schilling. Modernes Schwimmbad. 2 ut. Anton am Arlherg Hotel Post * Umbau mit jed. Komfort. 140 Betten. Garage und Tank. Telephon 3. Gasthof Post Tounstenzimmer ab Seh. 3.50. 3 Zeil am See Hotel Krone Bekannt gute Küche. Bes.: H. Panzer. 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