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E_1936_Zeitung_Nr.060

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12 AutomoMl-Revue —

12 AutomoMl-Revue — N°60 Leuenbereer: Es gibt Dinge, die man im leben nur einmal tut. Dazu gehört für mich die Durchquerung Anatoliens in einem modernen Automobil. Wenn Sie mich fragen, welche Route ich Ihnen empfehlen soll, werde ich antworten-, «Laden Sie Ihren Wagen in Stambul auf ein Schiff und fahren Sie damit nach Mersirfa, von wo aus Sie die Syrienroute nqch Bagdad verfolgend Für diesen Ratschlag würde ich Ihnen gerne tausend Franken verlangen. Denn tausend Franken wird er Ihnen ersparen, ausser einem Teil Ihres Nervenkapitals. Stellen Sie sich vor, dass Sie im Automobil eine Strecke gleich der von London nach Rom zurückzulegen haben, auf der es — sagen wir ruhig — keine Strossen, gibt, dann können Sie sich vielleicht ein wenig vorstellen, worum es sich handelt. Nicht nur keine Strassen ibt es da, sondern auch kaum Hotels, in denen fie absteigen können und kaum Nahrungsmittel, die Sie ohne weiteres ertragen könnten, ausser Eiern. Ferner handelt es sich um ein gebirgiges Gebiet, das mit teils sumpfigen Hochflächen abwechselt. Drei Viertel der Oberfläche Anatoliens bestehen aus lehmigen Böden, worin Ihr Wagen trotz Ketten stecken bleibt, wenn es geregnet hat. Ich sitze hier an einem tiefblauen See bei Elazis, mitten in Anatolien drin und schreibe diese Zeilen. Es liegt noch ein tüchtiges Stück Türkei vor uns. Um an diesen See zu gelangen, mussten wir Aecker und Hügelhänge ohne Wege durchfahren. Doch drüben am Ostufer rollen die ersten Züge der neuen Bahnlinie Elazis- Djarbekir vorüber, hart am Ufer dieses Sees entlang, dem Ursprung des Tigris. Ja, die Bahn kommt schon durch. Ungeheures hat die moderne Türkei da geleistet. Ein Land, das zweieinhalbmal so gross wie Deutschland ist, wurde mit einem Bahnnetz überzogen. Durch Schluchten, über tief eingefressene Täler, auf unendlichen Dämmen über Hochmoore hin führen die Linien. Es gibt Automobilisten, die recht schlecht über die Türkei geschrieben haben. Sie sahen nur die Strossen, nicht aber die Bahnen. Sie suchten in diesem Land etwas, das es da noch nicht gibt: Strossen. Albanien ist das Land ohne Bahnen und die Türkei das Land ohne Strossen. Der Vergleich ist interessant. Die beiden Länder erstreben die Erschliessung ihrer Gebiete auf diesen verschiedenen yVegen. Strossen scheinen die Konkurrenz mit der Bahn nur in dicht besiedeltem Gebiet aufnehmen zu können. Ich werde über diese Frage bestimmter urteilen können, nachdem wir Persien durchquert haben werden, das Land langer Ueberlandstrassen — fast ohne Eisenbahnen. Wie sieht mein Wagen aus! Ich betrachte meinen Wagen, einen modernen Achtzylinder-«Ford». Vor einigen Tagen zerschlug mir ein Stein die Batterie. Glücklicherweise fand ich Ersatz. Gestern noch hüpfte der Wagen auf einen Felsblock, wodurch die beiden Schubstangen der Lenkung verbogen wurden, so dass sie nun bei jeder Bodenwelle aufeinanderklingen. Das Kabel zum Schlusslicht ist durchgerieben. Die Trittbretter sind zu zwei Wellenlinien gebogen. Die Kotflügel sind unten eingeknickt, die Stossfänger locker durch ständiges Aufschürfen in Bodenwellen. Die Radteller haben Kreisritze durch Drehen der Räder in Schlamfnlöchern in Fällen, wo wir stecken blieben. Sand schleift in den Bremstrommeln, da der Wagen 48 Stunden in einem Schlammgraben stak. Die Reifen haben viele kleine Schnitte, die von spitzen, scharfen Steinen herrühren. Der Auspufftopf ist ein Blechsalat. Das Auspuffrohr ist flachgequetscht. Die Polizeinummer ist zerbogen, da ein Ochse draufstiess. Die vernickelten Randborten des Kühlers fehlen zum Teil. Der Motor ist komplett verrusst infolge schlechten Benzins. Die Sessel haben Oelflekken, weil ein Mechaniker in Malatya drauf sass, ohne ein Tuch unterzulegen. Die Chassisteile Feinkorn Panchro Rollfilms, 27° Scheiner antihalo Jede Aufnahme ein Erfolg In allen guten Photohandlungen erhältlich Die Zufahrtsstraasen au« der ganzen Sohwelz sind eralohtlioh In O. R. Wagners CH Tourlng, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. O. 8. SchOnste Aussichtsterrassen auf den Rheinfall. Forellen. Zimmer mit II. Wasser. Bader. Eigene Garage und Parkplatz. Tel. 548. Rheinfall-Beleuchtungsprogramm kostenlos. A. Widmer, Bes. 58 Bahnhof strasse und 60 Mittagessen von Fr. 1.30, 1.60, 1.80 u. 2.10. Telephon 651 sind gute Kunden. Gewinnen Sie dieselben durch das Auto - Magazin Durch die Türkei. Bilder von zarter Modulation mit SEL0 Neuhausen am Rheinfall Schaffhausen Alkoholfreies Volkshaus Randenburg Automobilisten Männedorf A.C.S. Hotel BellevueT.es. Hotel Wildenmann direkt am See - Sohöne Sile für Hochzeiten und Gesellschaften Grosse Terrasse - Zimmer mit fliessendem Wasser - Garagen Autoparkplatz. Telephon 929.005 Bes. R. Hausamann ERLENBACH-Zch. Restaurant Schiinau T.c.s. I. Haus am Platz. Schönster Garten direkt am See. Heimelige Lokalitäten. — Spezialitäten in Küche und Keller. MJusige Preise. — Bequemer Parkplatz. — Telephon 910.435. E. Master, Küchenchef. haben tiefe Ritze. Muttern sind zum Teil angeschlagen. Staub liegt in den hintersten Ecken. Die Koffer sind halE demoliert. Und doch: ich Der Blumen Herkunft bin nicht erbittert. Es war eine teure Lehre. Ich hätte sie mir gerne erspart, wenn man mich nur irgendwo richtig informiert hätte. Es gibt auch einen Automobilclub in_ der Türkei. Aber auch da wird mir keine richtige Auskunft zuteil. Eines Tages fragte mich die Liebste: Man fragt Chauffeure, die die Strecke mit hohen Camions befahren. Und die sagen «eji». «Weisst du wohl, woher die Blumen kommen?» Das heisst «gut». «Gut> ist für sie ein Weg, «wenn man durchkommt». Wie, spielt für sie «O, das kann ich ganz genau dir sagen,» keine Rolle. War die Antwort: «Aus dem ParadieseI Also: ich bin nicht erbittert, obwohl ich es Und wer anders hätte sie auf Erden Bringen können als Frau Eva selber? während der Fahrt zu Zeiten oft war. Ich habe im Stillen das Land oft verdammt, fch gestehe es ehrlich. Doch, dann blickte ich über die weiten Hochebenen, die mir Bilder von Sven Hedin's «Transhimalaya» in Erinnerung riefen. Ich atmete den Duft der unendlichen blumenübersäten Hochebenen ein und dankte dem Schicksal, das mir dies landschaftliche Erlebnis verschafft hatte. Nehmen Sie eine Karte Anatoliens zur Hand und vergessen Sie nicht die Schweizerkarte im selben Maßstab. Dann vergleichen Sie Fläche und Dichte der Besiedelung. Und denken Sie daran, dass Anatolien während vielen hundert Jahren vernachlässigt war. Man wird so alle kleinen und grossen Aergernisse vergessen angesichts des Ganzen. Es gibt noch Länder, die man nur mit dem Teleskop betrachten darf: dazu gehört die Türkei. «Strassen-Logik.» Es gibt einen Begriff, der sogar ins internationale Wörterbuch übergegangen ist: «Hinterland». Das Innere eines Landes wird gerne in solche «Hinterländer» aufgeteilt. Diese Gebiete blicken Richtung Meer. Sie atmen ein und aus durch ihre entsprechenden Seehäfen. Die grösseren Städte der Türken suchten vor allem Anschluss ans Meer. Auch Ankara, die neue Hauptstadt, will ans Meer. Das Projekt einer Strasse nach Zonguldack am Schwarzen Meer wird reif. Auch die Bahnen suchten die innern Orte mit der Küste zu verbinden. Der Küste entlang gibt es kaum Strassen. Sogenannte «Chausseen» finden sich dort, wo grössere Städte ohne Bahnverbindung mit Endstationen von Bahnen Kontakt suchen. Nur sind diese Strassen infolge starker Benützung durch Camions und Autobusse meist mit Löchern übersät. Man arbeitet jetzt an der Trassierung einer geraden, breiten Autostrasse von Edirne (Adrianopel) nach Stambul. Es ist vor allem eine «Prestige-Strasse». Man muss nun einmal mitmachen, wo das Projekt einer Autostrasse London-Stambul besteht. Alle Balkanstaaten arbeiten an ihrem Stück. Gerade darum sind diese Strecken am unangenehmsten zum Befahren,- denn man vernachlässigt die alte Strasse und sagt: «Bald kommt ja die neue.» Inzwischen fahren die Autos auf Feldwegen in ewigen Kurven neben der im Bau befindlichen Strasse her. Strassen entstehen auch, wenn es sich um Transit-Kämpfe handelt. Russland, England und die Türkei reissen sich um den persischen Transithandel. Die Türkei scheint vorderhand gewonnen zu haben mit einer guten Strasse vom Schwarzmeerhafen Trapezunt nach Täbris. Diese zwingt nun den Irak zum Bau einer Strasse durch die Wüste nach Damaskus. Diese Chaussee soll asphaltiert werden. Auf der Ebene finden sich besonders dort nur Pisten, wo es sich nicht gerade um Sümpfe handelt. Im Gebirge kann man keine Pisten entwickeln. Da sind schon Wegbauten nötig. Und wenn man sie einmal macht, sucht man sie einigermassen gut herzurichten. Darum sind Gebirgsstrassen meist besser als solche in den Ebenen. Befrachtungen über eine Autokarte. Der Automobilclub der Türkei hat eine Strassenkarte veröffentlicht. Sie soll von der Generalstabskarte kopiert worden sein. Für europäische Augen fehlt aber der Qualitätsmaßstab. Man muss schon wissen, was man in Anatolien unter «gut» versteht. Da steht auch in der Legende: «Strassen, die reparaturbedürftig sind.» fn der Praxis fand ich an diesen Stellen meist Pisten, die neben diesen Strassen herliefen. Dann gibt es «empfehlenswerte Routen», die in gelber Farbe eingezeichnet sind. Schon von Stambul nach Ankara folgten wir ausgerechnet nicht dieser gelben Linie. Es gibt da nämlich nur eine Strecke. Die findet man durch langes Befragen der Chauffeure. Sie mag auch ie nach Jahreszeit und Regenfällen wechseln. Man muss sich eben immer wieder erkundigen. In den Dörfern der erwähnten Strecke fragt man recht viele Leute nach der nächsten grossen Stadt. Die Leute sehen nämlich die Automobile durchfahren und beobachten natürlich, welche Routen sie jeweils wählen. Man fragt sich also durch. Ueber den Strassenzustand muss man aber nichts erfahren wollen. Da hat ein jeder seine Ansichten. Der Bauer findet einen Weg dann gut, wenn er nicht vom Esel absteigen muss, damit er vorwärtskommt. Ein Chauffeur hat meist nur das «Gefühl» für seinen Lastwagen. Der ist schuld an den tiefen Furchen, in die zu geraten man sich hüten muss, wenn man einen niederem Wagen hat. Es ist also eine ständige Fahrt ins Blaue. Gewöhnlich waren auch die Wege so, dass ich nie zurückfahren würde. Es gibt da nur ein ständiges Vorwärts, koste es, was es wolle. Wenn man Ihnen die schöne Autokarte der Türkei in die Hände drückt, mag sie als kleiner Anhaltspunkt dienen. Es herrscht leider auch oft die Praxis, Strassen nach ihrer Breite anzugeben, statt nach ihrem Oberflächenzustand. Dann will man auch den Touristen an historisch wichtigen Orten durchleiten, ohne Rücksicht auf den Strassenzustand. Das ist nicht die Aufgabe einer Autokarte allgemeiner Art. Die Türkei ist ein. Land, das noch lithographierte Autokarten herausgeben müsste — dafür monatlich eine neuel Dies Jahr dauerten die Regenfälle ganz überraschend lange an. Wir mussten schon einen Monat in Stambul auf das Vorübergehen der Regenzeit warten, da wir sonst keinesfalls durchgekommen wären. Aber noch jetzt erleben wir ständige Gewitter, die allerdings den Boden nicht mehr so stark aufzuweichen vermögen. Fortsetzung folgt. Nämlich, als mit Adam den verbot'nen Apfel sie gegessen hatte, sprach er: «Komm', nun wollen wir im Blumenfelde Der verdienten süssen Ruhe pflegen...» Und so legten sie sich in die Blumen, Während nun der Eva aufgelöstes Haar gleich einem seid'nen Teppich hinfloss; Und der Vater und die Mutter uns'res Menschlichen Geschlechtes ruhten selig. Doch als dann der Engel mit dem Schwerte Aus dem Paradiese trieb die beiden, Da trug Eva mit sich in den Haaren Feine Paradiesesblumensamen, Die nun aus den dichten Locken fielen, Als sie auf dem weiten Felde irrten... Also kamen all die wunderbaren Blumen auf die Welt und auf die Erde; Unzertrennlich sind seither geblieben Blumenflor und paradiesisch Lieben.» Emil Hügli. Die Meerschlange von Palermo Die Bevölkerung von Palenno wird durch ein Meerungeheuer in Aufregung gehalten, das in den Strassen Palermos gesichtet worden ist. Es handelt sich um eine Art Seeschlange, um ein Tier, das angeblich aus dem Meere gekrochen und bis in die Gegend des Domes gelangt sei. Dort nämlich wurde es zuletzt von einer Gruppe kleiner Gemüsehändler gesehen, die in den engen Gässchen hinter der Kirche ihre Buden aufgeschlagen haben. Wie das Tier durch die sehr belebten Stadtteile, die zwischen Meer und Kirche liegen, gelangt sein kann, ohne gesehen zu werden, ist vorderhand noch nicht geklärt. Das Seeungeheuer wird folgendermassen beschrieben: Es ist ein etwa sechs Meter langes und vielleicht zwanzig Zentimeter im Durchmesser dickes Tier von weisslich-blasser Farbe, das einen zigarrenförmigen Körper besitzt, einen kleinen Kopf mit auffallend winzigen Aeuglein und einen für den kleinen Kopf riesigen, scharfbezähnten, stets offenen Rachen. Wie sich das Tier fortbewegt, konnten die Augenzeugen nicht angeben. Man weiss nicht, ob es sich wie die Eidechse auf kurzen Beinen oder wie die Schlangen durch Schlängelbewegungen weiterbringt. Es wurde an zwei Abenden hintereinander an derselben Stelle gesehen, und zwar in der ersten Stunde der Dämmerung, als das Licht begann, unsicher zu werden. Die Polizei von Palermo schenkte zuerst den Gerüchten vom Auftauchen dieser «Seeschlange» keinen rechten Glauben. Inzwischen haben sich aber schon mehr als zwanzig Zeugen gemeldet, darunter viele durchaus ernst zu nehmende Männer ohne jede Gespensterfurcht, die alle das « Monstrum» gesehen haben wollen. In den letzten Tagen hat die Polizei Aufrufe erlassen, in denen die Bevölkerung aufgefordert wird, sofort die Behörden zu alarmieren, wenn sich das Untier irgendwo zeigen sollte. Die Bauern in der Umgebung von Palermo, die behaupten, schon in früheren Jahren gelegentlich solche Seeschlangen gesehen zu haben, errichteten einen eigenen Nachtdienst am Meer. In den ersten Stunden des Abends flackern die Feuer der Wächter am Strand auf. Man will vermeiden, dass das Untier in das Dorf eindringt und dort Unheil anrichtet. Aus Cefalu, das auf der Strecke Palenno- Messina liegt, wird bekannt, dass dort vor etwa dreissig Jahren eine Seeschlange erlegt und verbrannt wurde, die, wie die Ueberlieferung berichtet, acht Meter lang gewesen sei. Die Beschreibung des jetzt aufgetauchten Ungeheuers erinnert übrigens auch an den alpinen « Tatzelwurm », eine weissliche Schlange, die angeblich die Schätze im Gebirge bewachen soll, über deren Grosse aber die Vermutungen sehr weit auseinandergehen. Im Volksmund versteht man unter dem Tatzelwurm einen richtigen ausgewachsenen Drachen. Der Wissenschafter, der weiss, dass ein so grosses Tier sich auch in den entlegensten Alpentälern nicht lange verborgen halten könnte, hält die Existenz des Tatzelwurms nur dann für überhaupt denkbar, wenn es sich um ein kleines, eidechsen- oder schlangenartiges Tier handelt. Einige Naturwissenschafter haben in Palermo bereits um die Ueberlassung der Meerschlange gebeten, falls sie gefunden und erlegt werden sollte.

60 — Automobil-Revue 13 Der olympische Fackellauf Von August W. Graf Mellin. Die deutschen Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees haben aber ein in seiner bezaubernden Grosse und Sinnfälligkeit ganz besonders eindruckvolles Symbol, den Fackellauf der Völker, angeregt, ein Vorschlag, der mit Begeisterung von den anderen Nationen aufgenommen wurde und erstmals in der Geschichte des Sports durchgeführt werden wird. Fackelläufe kannten zwar schon die Hellenen in verschiedenster Form, als Einzel- und Staffelläufe, zu Fuss und auch zu Pferde, allein es waren das alles nur kleine, religiös-sportliche Veranstaltungen im Vergleich zu dem Kiesenstaffellauf, der unser XI. Olympisches Fest durch das Herbeischaffen des heiligen Feuers aus Olympia eröffnen wird. Das Feuer war den Griechen Wahrzeichen der sich ewig verjüngenden Kraf der Völker, ob es nun als olympische Flamme im Prytaneion, dem Verwaltungsgebäude Olympias, brannte oder anderswo bei anderen Festen entzündet wurde. Unser Fackelstaffellauf, der dieses uralte Symbol wiedererstehen lässt { beginnt elf Tage vor der Eröffnung der Spiele in Berlin. In dieser Zeitspanne nur kann dje gewaltige Strecke von über 3000 km, die durch sieben verschiedene Länder führt, zurückgelegt werden. Auf einen sinnvollen Vorschlag des, Direktors des archäologischen Museums in Athen," Alexander Philadelpheus, hin wird die Fackel des ersten Läufers am Start in Olympia durch ein Brennglas von der griechischen Sonne entzündet werden, von Phöbus Apollo selbst, dem Spender des lichtes, der schon im Altertum das Olympische Fest mit seinem Glänze umstrahlte. 17 Weihestunden, kürze, eingefügte Feiern in den Hauptstädten der Wegstrecke, werden die einzigen Unterbrechungen des gewaltigen Rennens der 3000 Fackeln sein. Die erste dieser Feiern findet im Stadion von Athen statt, das vom griechischen Patrioten Averoff für das erste so bedeutungsvolle Olympische Fest von 1896 aus pentelischem Marmor erbaut wurde. Hier, zwischen den malerischen Vorbergen des Hymettogebirges und dem llissosbach lag auch das klassische athenische Stadion, das der reiche Kunstmäzen und Sportfreund Herodes Atticus vor 18 Jahrhunderten errichtet hatte. — Die meisten Weihestunden an den verschiedenen Orten der langen Wegstrecken werden uns ihre besonderen Symbole darbieten. So starten in Sofia gleichzeitig mit dem Fackelträger strahlenförmige Staffeln nach verschiedensten Richtungen, um die frohe Botschaft von dem völkerverbindenden Feste nach entlegenen Orten Bulgariens hinauszutragen. Im jugoslawischen O p I e n a c wird der jugendliche König als Mitglied des Sokolverbandes eine Ampel an der ewigen Ruhestätte seines Vaters, des ermordeten Königs Alexander, entzünden. Der Schlussmann der Riesenstaffel steckt am 1. August 1936 am Ostportale der Deutschen Kampfbahn die Olympische Flamme mit seinem Feuer aus Elis in Brand, die als Wahrzeichen geweihten Gottesfriedens unter den Völkern bis zum letzten Tage der Spiele nicht verlöscht. So bieten uns auch die modernen Olympien eine Fülle erhebender Symbole. Sie rufen den ewigen olympischen Gedanken in uns wach, der immer wieder im Laufe der Jahrtausende das Sehnen der Menschheit erfüllt hat. Wertvolle Hüclier AIJa Rachmanowa: «Milchfrau in Otfakring». Tagebuch einer russischen Frau. Verlag Anton Pustet, Salzburg. Als Ende 1934 Aija Rachmanowa durch die Schweiz eine Vortragstournee veranstaltete, fand sie überall, auch im kleinsten Städtchen, überfüllte Säle. Dann trat sie herein, ein wenig schüchtern, und trug mit russischem Akzent aus ihren Werken vor Ẇas hat dieser Frau das Interesse der westeuropäischen Menschheit gesichert und ihren Büchern einen ungeahnten Erfolg bereitet? Ist es die erzählende Begabung, die in ungebrochenem Fluss dahin fliesst, ist es die Gestaltungskraft, die Menschen und Dinge ihrer neuen Heimat mit anderen Augen ansieht als wir, die wir alles längst gewohnt sind? Oder ist es diese innere Leuchtkraft, die von einer starken Frauenseele in jede Zeile des Geschriebenen hinüberströmt? Milchfrau in Ottakring war sie, die angehende Universitätslehrerin, die mit ihrem Mann, dem ehemaligen österreichischen Kriegsgefangenen, von der roten Regierung aus Russland ausgewiesen ward. Was sie in diesem Band schreibt, ist Selbstbiographie. Und ein Mensch, der so viel miterlebt, braucht sich wahrlich nicht aufs Erfinden zu verlegen. Was sie schildert, ist Nachkriegszeit und Krise der 1920er Jahre in Wien. Eine russische Aristokratin betreibt in einer Wiener Vorstadt ein kleines Milchgeschäft, damit ihr Mann seine Studien vollenden kann. Die Menschen, die ihr begegnen, die ihr Freude und viel Leid bereiten, sind mit einer Anschaulichkeit geschildert, dass man sich in das seltsame Milieu versetzt fühlt. Arme Menschen, Allerweltsburschen, feilschendes Gesindel, Dirnen, kleine Esistenzen, verbitterte und verhärmte Menschen kommen in dem kleinen Milchgeschäft zusanurien, und die Rachmanowa zeichnet all ihre seltsamen und oft erschütternden Schicksale auf. Am eindrücklichsten sind die Erlebnisse von Russen, denen von der Tscheka ein ähnliches Schicksal bereitet worden war wie der Verfasserin selbst. Doch wären sie alle nicht so packend, wenn nicht eine starke innere Kraft das Gefüge der Erlebnisse, Beobachtungen und Schicksale zusammenhielte, die den Band erfüllen — nämlich die religiöse Glaubenskraft, dieses tiefinnerliche Vertrauen, diese Sicherheit im Unglück; diese Kräfte machen die Bücher der Rachmanowa zu Quellen der Lebensfreude und des Trostes für alle leidenden Menschen, und hier liegt auch die innere Ursache für den berechtigten Erfolg der «Milchfrau in Ottakring». H. R. S. Friedrich Torberg. «Die Mannschaft. » Roman eines Sportlebens. Verlag Julius Kittls Nachf., Leipzig-M. Ostrau. Ein dicker Band von 600 Seiten — und nur dem einen Thema gewidmet: der sportlichen Entwicklung des Fussballers, später Wasserfussballers Harry Baumester, aufgewachsen vermutlich in einer österreichischen Stadt. Die ersten Kapitel: «Vor dem Leben — Die ersten Schritte — Kindheit» usw. gelten nicht etwa dem Knaben Harry, sondern nur dem Sportmenschen Harry, denn das eigentliche Leben fängt für ihn erst an, nicht wenn er geboren wird, sondern als er begriff, was ein Fussball ist und er «sich inbrünstig hinabsehnte zu jenen zwei Bäumen, die das Goal bedeuten, und die so fest unanzweifelbar dastanden, als gäbe es nichts mehr über sie hinaus, als wäre hier die Welt zu Ende.» Ein Sportroman also, und zweifellos ein tief angelegter, ein Entwicklungsroman, dem auch nicht der Abschluss, ja das Absterben fehlt, denn Baumester wird zuletzt ein abgedankter Sportler: «Wenn einer ein paar Jahre draussen ist aus dem Sport, dann versteht er gar nichts mehr davon...» Dazwischen liegen aber grosse Mannschaftskämpfe, liegt ein heisses Ringen um Sieg und Rang, für jeden Sportler sicher sehr interessant, für den Laien auf die Dauer etwas ermüdend. Der Verfasser, offenbar einer von der jungen Garde, schreibt einen etwas eigenwilligen Stil, Seiten voll langer, immer nur koordinierter Satzteile; vieles aber, besonders in den Kindheitsschilderungen, ist ihm sehr gut gelungen. — Bei der grossen Beliebtheit, die der Fussballsport überall geniesst, wird es dem aufschlussreichen Buch sicher auch bei uns nicht an aufmerksamen und dankbaren Lesern fehlen. Salt! Wie kommt das? Kleine Denkaufgabe. Die Amöbe, ein winzig kleines Tierchen, hat die einzige Lebensaufgabe, sich jede Minute zu verdoppeln. Besitze ich also eine Amöbe, so habe ich nach einer Minute bereits zwei, nach zwei Minuten deren vier usw. In eine Glasschüssel lege ich nun zwei Amöben. In genau 48 Minuten ist die Schüssel voll. Frage: In wieviel Minuten ist die Schüssel halbvoll??? Die Antwort finden Sie auf Seite 16. Prügelstrafe — für Lehrer. Aus China gelangt uns sonderbare Kunde: Lehrer, die ihre Schüler zu sehr schlagen, werden bestraft, und zwar mit Prügeln. Auge um Auge, bzw. Stock um Stock! Vielleicht ist das wirklich das beste Mittel gegen Exzesse sadistischer Pädagogen. Nur das Mass des «Zuviel» fehlt. Wenn die geprügelten Schüler angeben sollen, wo das „Zuvil" anfängt, würde es bald viele geprügelte Lehrer geben. AMERICAN-BOSCH ein Begriff für AUTO-RADIO Die neuesten Modelle, S-, 6- u. 7-Glas- und Metall-Röhren- Empfänger zu Fr. 300.-, 355.- und 420.- sind eingetroffen. Wunderbare Tonfülle und grosse Trennschärfe kennzeichnen den AMERICAN-BOSCH-Auto-Radio. Idealer Empfang in Verbindung mit der speziellen AMERICAN-BOSCH-Trittbrett-Antenne. Verlangen Sie Spezial-Offerte von der Generalvertretung für die Schweiz KAISER & CO. A.-G. - BERN Marktgasse 39—43 Radio -Abteilung Telephon 22.222 Ein Sonnenstrahl (•WEISSE Kühl serviert, rein oder mit nasser, ist er das Lieblingsgetränk aller, der Männer und Frauen, selbst derjenigen mit verwöhntestem Gaumen Vertreter: Zrled & Moser Zürich 2. 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