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E_1936_Zeitung_Nr.061

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8 AU.TOMOBJL-REVUE

8 AU.TOMOBJL-REVUE DIENSTAG, 28. JULI 1936 — N° 6 VXUi Komfort in Sicht! Noch ist der Glaube recht verbreitet, dass die Weichheit einer Federung Gradmesser ihrer Qualität sei, noch die Zeit kaum überwunden, in der die Fabriken um den Ruhm der grössten Federwege stritten. Der Trugschluss dieser These hat sich inzwischen herausgestellt, nicht durch Beweisführungen von Professoren, sondern durch das unbeschwerte Publikum, das mit vollem Recht die Güte einer Federung nach den Annehmlichkeiten der Fahrt beurteilt. Und da die 0.2S OS •/ is z Schuinaungsmite in. Zoll Wissenschaft in diesem Falle versagte oder zumindest nicht zum Ziele führte, kam man schliesslich in Amerika auf den ebenso naheliegenden wie viel versprechenden Gedanken, dem ganzen Problem einmal von der andern Seite, nämlich vom Menschen aus, auf den Leib zu rücken. Und nun trat an die Versuchsingenieure die Frage heran, wie den Menschen in die Versuchsanordnung einbeziehen, wie ihm so viele Federungsgrade vorlegen, dass er sich selbst die bekömmlichste Federart auswählen kann. Ein genialer Einfall löste den gordischen Knoten. Man baute eine Vibrationsmaschine, die alle denkbaren Federimpulse auf Kommando zu liefern vermag und setzte einen Menschen als Versuchskarnikel auf die schwingungserregte Plattform. Die Versuche wurden mit systematischer Gründlichkeit an Männern, Frauen und Kindern unternommen. Zur Überraschung aller Beteiligten stellte es sich heraus, dass die Menschen zwar im Grad verschieden, jedoch in völlig übereinstimmender Gesetzmässigkeit auf die erlittenen Schwingungen reagieren. Es erwies sich, dass kleine Schwingungen in verhältnismässig rascher Folge ertragen werden können und dass, je grösser die Ausschläge, desto geringer die Zahl der Schwingungen sein muss. Durch Aneinanderreihen der Messergebnisse erhielt man eine Kurve, die im wahrsten Sinne des Wortes als « Komfortkurve des Menschen» abgesprochen werden, kann. Betrachten wir die Abbildung, auf der links die Schwingungszahlen und rechts die Schwingungsgrössen oder -weiten aufgetragen sind, so zeigt die schraffierte Fläche den Bereich an, den der Mensch als zuträglich empfindet. Das Schaubild zeigt deutlich, dass Schwingungen, die öfters als 300 Mal in der Minute wiederkehren, nicht grösser als 0,05 Zoll, d.h. 1,25 mm ausfallen dürfen. Anderseits sollen grössere Federausschläge, von z. B. 2 Zoll oder 5 cm, nicht öfters als 70 Mal in der Minute wiederholt werden, wenn sie der Mensch nicht als lästig und eventuell als für seine Konstitution nachteilig empfinden soll. Aus der Grosse des freien Feldes und der relativen Begrenztheit des schraffierten Teiles geht deutlich hervor, wie verfehlt es wäre, die Bemessung der Federung dem Zufall zu überlassen. Die Aufdeckung der menschlichen Komfortkurve eröffnet frohe Perspektiven für die Zukunft. Die Konstruktion des Automobils •hat in den letzten Jahren deutlich unter der Undurchsichtigkeit des Federungsproblemes gelitten. Nachdem nunmehr die Klarstellung einer prinzipiellen Frage erfolgt ist, dürfen wir mit begründeter Aussicht auf eine Stabilisierung der konstruktiven Grundlagen rechnen und vom Auto neben besserem Komfort grössere Wertbeständigkeit erhoffen. Dipl.-Ing. E. Friedländer. Ptaklische Wink«, Wenn man gezwungen ist, bei Regenwetter zu tanken, so sollte man peinlich darauf sehen, dass nicht ein einziger Tropfen Wasser mit in den Tank kommt. Es ist bekannt, dass ein Tropfen Wasser genügt, um die Benzinzufuhr im Vergaser vollkommen zu sperren und so auch das stärkste Auto bewegungslos zu machen. Man sollte deswegen zunächst einmal das Mundstück des Tankschlauches gut abtrocknen und das Oeffnen des Tankverschlusses und Einführen, des Tankschlauches unter einem Tuch oder Regenschirm vornehmen. Nur so ist man vor, unangenehmen Ueberraschungen sicher. l Wenn man nicht flicken kaiin... Die heutige Generation der Autofahrer beherrscht nur ganz ausnahmsweise die Kunst des Reifenflickens. Wenn daher nach der ersten Reifenpanne ein tückischer Nagel den Reservepneu durchbohrt, ist gewöhnlich « Holland in Nöten ». Mit einem « Plattfuss » kann, man nicht weiterfahren, weil der teure Reifen nach wenigen Minuten schon rettungslos verdorben und weil ausserdem ein Fahren mit «Plattfuss» in höherem Tempo eine heikle Angelegenheit ist. Was soll man also tun ? Wenn man sich nicht gerade im vegetationslosen Hochgebirge befindet, so kann man sich leicht helfen. Man nimmt den Schlauch aus dem Reifen, füllt diesen mit Gras, Stroh oder ähnlichen Dingen so prall wie möglich. Dann montiert man den Reifen wieder vorschriftsmässig und kann nun wenigstens bis zur nächsten Werkstatt fahren, wo die Schläuche repariert werden können. Dass man auf diesem Wege nur in sehr gemässigtem Tempo fährt, sollte selbstverständlich sein, weil ia schliesslich auf den ausgestopften Reifen nicht allzu grosses Vertrauen gesetzt werden kann. Schmutzige Hände sind nicht schön. Jeder Autofahrer und besonders jede Dame am Steuer empfindet es ausserordentlich unangenehm, dass nach Arbeiten an der Maschine die sonst wohlgepflegten Hände sehr schmutzig werden. Zwar gibt es Bimstein, Sand und ähnliche Präparate, die auch die schmutzigsten Hände säubern, aber leider greifen diese die Haut zu sehr an, machen sie rauh und rissig. Wer also in die Lage kommt, unterwegs einmal eine Reparatur an der Maschine vornehmen zu müssen, verfahre nach folgendem Rezept : Er reibe die Hände und vor allem die Stellen unter und neben den Fingernägeln dick mit Vaseline oder einer guten Creme ein, und nach beendigter Reparatur wische er sie zunächst tüchtig an einem trockenen Tuch ab, Bevor er mit einem andern Fett oder besser etwas Oel den letzten Schmutz entfernt. Ein nachträgliches Waschen in warmem Wasser beseitigt schliesslich noch die letzten Fettspuren. Im übrigen gibt es seit einiger Zeit im 'Handel sehr gute Reinigungspasten, die man in kleinen Dosen im Werkzeugkasten mitführen kann. Wenn das Fabrikat gut ist, so greift es die Hände nicht* an und entfernt unter Garantie jeden Schmutz. Ted« M4 Generaldepot für die Schweiz: HUGO BREITSCHMID, WOHLEN (Aargau) v Telephon 61.558 Jeder Motorfahrzeugführer die soeben erschienene lese Untersuchung der wirtschaftlichen Zweckxnässigkeit der Beimischung von Alkohol zu Benzin und der Vermehrung der schweizerischen Alkoholbereitung Alkohol and Benzin Preis 50 Rappen von Prof. Dr. P. Keller Erhältlich in den Bahnhof-Buchhandlungen. Preis 50 Rappen Prima Occasion Geschl. 5plätzlge Limousine, 6 Zyl., 18 PS, DODGE Wirklich schöner Wagen, in Ia. Zustand, Typ 32. Event. Tausch. Garantie. Gebr. Marti, Eigerplatz 2, Bern. Tel. 23.941. 9655 FORD 8 Zyl. 4/5 Plätze, Coach, prima, in fahrbereitem Zustande, spottbillig zu verkaufen , Glarus. Zu verkaufen 1 Lieferwagen CHEVROLET gedeckt, 1 T.Tragkraft, in prima Zustand. Preis Fr. 500.-. — Offerten unt. Chiffre 73146 an die Automobil-Revue, Bern. SELTENE OCCASION! 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N°61 DIENSTAG, 28. JULI 1936 AUTOMOBTC-EEVUE Schweizerischer Sportfliegertag In Bern. Entsprechend der m den letzten Jahren zur Gewohnheit gewordenen Uebung, einmal im Jahr die aktiven Sportflieger auch ausserhalb der eigentlichen Schweizerischen Sportfliegermeisterschaften zusammenzurufen, führt der Berner Aero-Club Samstag den 1. August und Sonntag den 2. August 1936 den Schweizerischen Sportfliegertag durch. Das Reglement der Veranstaltung sieht am Samstag einen Sternflug vor, der als Zuverlässigkeitsund Genauigkeitsflug gedacht ist Massgebend für die Bewertung ist die genaue Einhaltung der vom Konkurrenten bei der Anmeldung angegebenen durchschnittlichen Geschwindigkeit, zwischen seinem frei gewählten Startort und der Ziellinie auf dem Flugplatz Belpmoos. Die Konkurrenz wird erschwert durch einen für den letzten Teil des Fluges vorgeschriebenen Kurs, auf welchem auch Abweichungen mit Strafpunkten belegt werden. Für den Sonntag sind Ziellandungs-Konkurrenzen und ein Wettbewerb im Meldetaschenabwurf vorgesehen. Letztere werden als Einzelkonkurrenz und als Mannschaftskonkurrenz ausgetragen. -In der Mannschaftskonkurrenz wird eine kombinierte Wertung aus Ziellandung und Meldetaschenabwurf für Mannschaften aus 3 Piloten der gleichen Sektion gewertet. Der siegenden Equipe fällt der Wanderpreis der Stadt Bern zu. Zugelassen sind alle Piloten, die im Besitze einer gültigen schweizerischen Führerbewilligung sind und die Sportlizenz des Aero-Clubs der Schweiz für 1936 besitzen. Aktive Militärpiloten und Berufsflieger starten sowohl in der Ziellandungskonkurrenz, als im Meldetaschenabwurf in einer besonderen Kategorie, während im Sternflug alle Teilnehmer in der gleichen Kategorie gewertet werden. Natürlich haben es sich die Berner Sportflieger zur Ehre gemacht, einen reichhaltigen Gabentisch für die Gäste,, bereit zu halten. Für den 1. August abends ist eine gemeinsame Augustfeier vorgesehen. Nach den bisher eingetroffenen Meldungen wird der Grossteil der schweizerischen Sportflieger an diesem Meeting am Start erscheinen. Programm för die Schweizerischen Sportflieger-Tage in Bern Samstag und Sonntag, den 1. und 2. August 1936, Samstag, den 1. August: 15—18 Uhr: Ankunft der Teilnehmer am Rally. — Beginn der Meldetaschenabwurf-Konkurrenz: 18—19 Uhr: Individuelles Ziel- und Schlepplandungstraining für auswärtige Piloten (fakultativ). Ab 19.30 Uhr: Rendez-vcms im Hotel Bellevue. — Aperitif offeriert vom Berner Aero-Club. . 20.30 Uhr: Gemeinsames Nachtessen im Hotel Bellevue (Preis pro Gedeck Fr. 3.50). — Augustfeier auf der Bellevue-Terrasse. Sonntag, den 2. August: v Uhr: Abfahrt der Automobile Bahnhof-Transit. 7.45 Uhr 4 Orientierung auf dem Flugplatz (vor der Halle) über die Durchführung der Konkurrenzen. 8—11.30 Uhr: Ziel- und Schlepplandungskonkurrenz. 11.20—14.30 Uhr: Mittagspause (Mittagessen im Kreuz in Belp und auf dem Flugplatz). 14.30—16.30 Uhr: Meldetaschenabwurf-Konkurrenz. 16.45 Uhr: Preisverteilung. Ab 17 Uhr: Rückflug der Konkurrenten und Gäste. Zuverlässigkeit Im Luftverkehr Die Diskussion über die Erfordernisse der zukünftigen Entwicklung im kommerziellen Luftverkehr hat an Lebhaftigkeit durch die Expansionspläne aller am Ozeanluftverkehr beteiligten Nationen wieder neuen Aufschwung genommen. Es scheint, dass sich der Verkehrsflug gegenwärtig in einer entecheidenen Zeit der Neugestaltung befindet. Die Konstrukteure sind überall intensiv an der Arbeit. Besonders grose sind die Anstrengungen in den Vereinigten Staaten, England und Deutschland. Es ist von besonderem Interesse, die Ansichten eines Amerikaners kennen zu lernen, dessen Name auch in der Schweiz bekannt und populär ist, seitdem die nationale Luftverkehrs-Gesellschaft Swissair auf inren internationalen Häuptstrecken dessen hervorragende Konstruktion, die Douglas DC 2 verwendet. Donald W. Douglas äusserte sich in höchst interessanter Weise über die Grundsätze, welche für ihn massgebend sind. Vier grundlegende Eigenschaften sind es, so äusserte sich D. W. Douglas, welche von jedem modernen Verkehrsmittel, ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft verkehrend, verlangt werden Es sind dies: Geschwindigkeit, Sicherheit, Bequemlichkeit und Wirtschaftlichkeit. Unter den Verkehrsmitteln ^der Gegenwart zeichnet sich das Flugzeug vor den andern in erster Linie durch sein Hauptmerkmal, der Geschwindigkeit, aus, welche sogar gewisse Mehrkosten «echtfertigt Geschwindigkeit ist ein ausgesprochenes Werbemittel, denn: Zeit ist Geld. Deshalb sollten die Konstrukteure v