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E_1936_Zeitung_Nr.055

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10 ATTTOMÖBIL-REVUE

10 ATTTOMÖBIL-REVUE DIENSTAG, 7. JULI 1936 — NO 55 A. Maurer BUCHS Telephon 7.15 R. Vercelli Allmendstrasse 9 Gim Telephon 22.005 BERN W. Garbani Söhne & Co. L. Greyerzstrasse 80 Telephon 22.417 H. Schiesser-Gubler Autolackiererei Altwegstrasse 12 Telephon 5.78 FRAUENFELD NEUHAUSEN ST. GALLEN Z ÜRICH Otto Beutel Autolackiererei Pestalozzistr. 35 Karosserie u. Spritzwerk Ernst Joppich Meisenstrasse 12 Telephon 45.98 Jean Hottinger Badenerstrasse 294 Telephon 33.204 Jos. Widmer Gasometerstrasse 9 Telephon 39.335 Autospritzwerk ZÜRICH Schriften, Monogramme etc. Seit 30 Jahren Inserieren gewisse Firmen in der „Automobil-Revue", weil sie damit gute Erfahrungen gemacht haben. FRAUENFELD ZE R N ZÜRICH O. Heimburger Spitalstrasse 26 Telephon 44.110 P.Kupferschmid Erlachstrasse 7 H. Strupler Kehlhofstr. 12 Amrein & Imbach Malergeschäft und Autolackiererei Telephon 25.500 Spezialität: Emaillierungen im Ofen Leon Heizmann Feldliste 31 Gebr. J. & C. 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Gähnende Leere vor den Hotels und auf den Parkplätzen, absolute Ruhe und Oede vor den geschlossenen Garagen und Tankstellen. Die Automobilisten übten prachtvoll Disziplin und unternahmen ihre Ausflüge zu Fuss. Lebhafte Genugtuung erweckte der autofreie Sonntag beim nichtfahrenden Publikum, und es fehlte nicht an Stimmen, die sich für die Wiedereinführung eines zeitlich befristeten Sonntagsfahrverbotes einsetzten (worüber man in der Bündner Hotellerie freilich etwas anders denken dürfte, Red.). Uebrigens zeigten sich auch die Anwohner der zu «normalen» Zeiten stark frequentierten Durchgangsstrassen über die ungewöhnliche sonntägliche Stille keineswegs unzufrieden. Ueber die Aktion selbst und über die Wahl des Mittels gingen die Ansichten auseinander, doch hörte man vielfach das Argument, dass es nicht angehe, die Folgen der Misswirtschaft der Alkoholverwaltung auf eine Bevölkerungsgruppe abzuwälzen, die mit verfassungswidrigen Extralasten ohnehin reichlich « privilegiert > sei. Der Protestsonntag In Gletsch. Drunten in der historischen Hotelsiedlung von Gletsch waren am vergangenen Samstag rührige Hände noch damit beschäftigt, die Gasthäuser, die nun während acht Monaten leer und einsam gestanden, vollends für den Sommerbetrieb zu rüsten. In das bunte Völklein der dienstbeflissenen Portiers, Zimmermädchen und Serviertöchter kam nach den mühsamen Tagen des Einrichtens eine richtige optimistische Saisonstimmung. Nur der alterfahrene Concierge machte eine ernste Miene. Seine Prognose für den Sonntag erwies sich als richtig. Der weite Platz, auf dem sonst an den Juli-Abenden geschäftiges Leben pulsiert, war öd und still, und in den Strassenkurven der Maienwand und der Furka blieben jene Staubfähnchen aus, die dem Bewohner von Gletsch sonst die Ankunft eines talwärts eilenden Autos vorausmelden. Die Hoffnung, dass ein unentwegtes Häufchen Sonntagsbummler der Verlockung dieses sommerlich prächtigen Tages nicht widerstehen würde, erfüllte sich nicht, zum mindesten so hartnäckig wie sie schien die Solidarität der Automobilisten in allen Schweizergauen zu sein. Der Talwinkel von Gletsch blieb während dieser 24 Stunden die unbeschränkte Domäne einiger Dutzend ausländischer Passfahrer und der gelben Wagen der eide. Post Rheinfelden. Im Vergleich zu seiner Dichte an andern Sonntagen schien der Motorfahrzeugverkehr hier gestern vollkommen stillgelegt. In einer der Hauptstrassen des Städtchens konnten beispielsweise während des ganzen Tages nur zwei parkierende Schweizerwagen festgestellt werden. Interessant dürfte die Beobachtung sein, dass auch die sonst recht zahlreich vertretenen deutschen und elsässischen Wagen bis auf einige wenige ausblieben. Während beispielsweise am Nachmittag des 28. Juni a. c. allein vor dem Grand Hotel Saline 55 Automobile stationierten, war gestern mit dem besten Willen nicht eines zu entdecken. Sämtliche Tanksäulen und Garagen des Städtchens blieben geschlossen. Bellinzona. Weder knatternde Motorräder noch Signale von Autos waren zu hören. Abweisend sahen einem die geschlossenen Tanksäulen an. Nirgends bot eine Reparaturwerkstatt das gewohnte Bild geschäftigen Treibens. Vom Morgen bis zum Abend wuchs die Hoffnung, dass dieser Protestaktion der Benzinkonsumenten jedenfalls im Tessin restlose Durchführung beschieden sein möge, sich zur Gewissheit aus. Auf der Strasse Bern-Thun. Um 10 Uhr meldete uns der Kontrollposten Burgernziel: Ohne Aufschrift durchgefahren 3 Personenwagen und 3 Motorräder! Nicht wenig erstaunt über dieses glänzende Resultat ging's Rubigen, dem nächsten K. P., zu. Resultat 10.30 Uhr: 6 Personenwagen und Motorräder ohne Aufschrift, 4 mit Beschriftung, 9 ausländische Wagen. Auf unserem zweirädrigen Stahlrösschen hatten wir Müsse, den Umfang der Stillegung auf der Ueberlandstrasse eindrücklich festzustellen. Während jenes schwarze Band zwischen Bern und Thun an 1 * Sonntagen sonst ununterbrochen von Motorfahrzeugen belebt ist, konnte man am 5. Juli nicht nur mund-, sondern sogar zieharmonikaspielende Velofahrer antreffen. Auch jassen kann man zum Zeichen des Protestes, wie das Personal dieser Garage zeigt Wenn sich ab und zu dennoch ein Motorfahrzeug einen Weg durch die die Strasse beherrschenden Radfahrerkolonnen suchte, dann folgten vielsagende Blicke und oft auch träfe Witze den Wageninsassen. An der dritten Kontrolle in* Münsingen war das Bild der Stillegung immer noch das gleich erfreuliche: 3 Wagen ohne Aufschrift hatten während 5 Stunden den Posten passiert! Als einige Minuten später ein weiss livrierter Chauffeur ein lautes Signal ertönen liess, erhob manch einer der zahlreich an der Landstrasse stehenden stillen Beobachter die Faust. In Kiesen erfreute sich besonders der Polizist an der sonntäglichen Ruhe, bemerkte er doch: «es sig scho rächt, emol usschnuufe z'chönne ». Auch der Thuner K.-P. hatte kein grosses Arbeitspensum zu erledigen. 7 Wagen ohne, 8 mit Aufschriften, 16 Gesellschaftswagen mit und.3 ohne hatten*im Verlauf von 6 Stunden diese Kontrolle passiert. Auch im Städtchen Thun selbst machten die Strassen einen ausgestorbenen Eindruck, Vergnügt besahen sich die Bürger dieses eindrucksvolle Bild der Disziplin und Ordnung. Einer, der noch am Vorabend an der Stillegung keinen guten Faden übrig Hess und sich als Brecher der ausgegebenen Parole brüstete, spazierte am 5. Juli pflichtbewusst mit seiner Familie auf dem Bürgersteig und liess seinen Wagen in der Garage stehenl über- Die Strasse Bern—Thun (in Wjchtrach), links am 28. Juni, rechts am 5. Juli. Kommentar flüssig. Schwarzsee (Kt. Fribourg). Trotz des strahlenden Sommerwetters liessen sich während des ganzen Tages mit Ausnahme von 2—3 Autocars und 2 Schweizerwagen Motorfahrzeuge nicht feststellen. Selbst die fremden Wagen blieben aus. Von einer Rekognoszierungsfahrt über den Col de Mosse, Pillon und durchs Oberland zurückkehrend, traf ein Militärwagen hier erstmals wieder auf eine Spur von Verkehr. Die Automobilisten unter den Wochenendgästen trafen ausnahmslos am Samstag vor 24 Uhr ein und werden erst Montagmorgen in ihre Domizile zurückfahren. Locarno. Hier schien alles wie ausgestorben. Nach der regen Werbung für die Aktion durch Inserate in sämtlichen Tessiner Zeitungen hatte man zwar mit einer fast vollständigen Stillegung des Motorfahrzeugverkehrs gerechnet, doch übertraf die Einmütigkeit, mit welcher die Parole' zur Durchführung kam, jede Erwartung. In Losone bei Locarno beispielsweise liess sich während des ganzen Tages ein einziges durchfahrendes Automobil konstatieren. Ascona. Sämtliche Tanksäulen und Garagen blieben geschlossen. Von dem in den letzten Tagen sonst recht regen Verkehr, an dem vor allem deutsche Automobilisten partizipieren, keine Spur. Lugano. Kaum ein Motorfahrzeug auf Strassen und Plätzen. Dieser im ganzen Kanton Tessin intensiv propagierten Selbstschutzaktion — noch am Samstagabend fand eine Versammlung statt — war ein voller Erfolg beschieden. Man sah weder Garagen noch Tanksäulen in Betrieb. Wie überall, sah man auch hier auf den Gesichtern der durch die Strassen Flanierenden ungläubiges Staunen. Stundenlang zeigte sich an jener vielbefahrenen Kreuzung Frutig-Bahnhof strasse vor der Aarebrücke kein einziges unbeschriftetes Motorfahrzeug, mit Ausnahme des Strandbadkurses oder einiger vollgepfropfter Caralpins welscher. Kantonszugehörigkeit. Um 16.30 meldete der mit Feuereifer seiner Aufgabe obliegende Kontrollposten am westlichen Stadtausgang, dort also, wo sich die rechts- und linksufrigen Fahrbahnen trennen, erst 16 Personenwagen, resp. 21 Autocars mit und ebenfalls 16 Personenwagen oder 3 Autocars ohne Aufschriften. Auf der Heimfahrt bot sich durchwegs das nämliche Bild: Die Stillegung wurde nahezu lOOprozentig durchgeführt — die erteilte Lehre an die Behörden war eine unmissverständliche. Und das Urteil eines Lesers. Liebe Automobil- Revue, Deine grosse Mühe und Anstrengung zum heutigen Sonntag waren nicht vergebens. Mit grosser Freude und Genugttuung sitze ich schon stundenlag am Fenster bei mir zu Hause an einer verkehrsreichen Strasse. Ruhig ziehen die Fussgänger auf den Trottoirs vorüber. Von Autos stundenlang nichts zu sehen. Wenn nicht noch die Polizeipatrouillen in einer Stunde 3mal hier mit ihren Motorrädern vorbei gefahren wären, glaubte ich, es gäbe keine Autler und Motorradfahrer mehr. Das hätte ich mir nie träumen lassen, dass ein solcher Zusammenhang unter uns besteht! Unsere Verbände dürfen und sollen aufrichtig stolz auf ihre Mitglieder sein, auf eine Mitgliedschaft, die zu noch größserem Opfer freudig bereit ist, wenn es darauf ankommt. Unsere Verbände haben vielleicht etwas zu lange mit dieser Aktion gewartet, aber der Zusammenhang, wie er sich am 5. Juli offenbarte, ist ein sicherer Beweis dafür, dass ein solches Vorgehen der Verbände willkommen war und auch schon längst gewünscht wurde. Wenn dieser stille Sonntag unseren Weisen in Bern nicht zu denken gibt, dann kann ihnen nicht mehr geholfen werden. G. B. B.

lVO 55 — DIENSTAG, 7. JULI 1933 f In Qlarus. Die am 5. Juli durchgeführte Protestaktion für Motorfahrzeugbesitzer zeitigte in Glarus eine ungewohnte und recht fühlbare Verkehrsstille. Die einsamen Landstrassen und die verödeten Parkplätze erinnerten an die längst entschwundenen Zeiten der Kindheit des Automobils. Zudem weckte der gestrige Sonntag Erinnerungen an die Jahre des Sonntag- ' Fahrverbotes. Der Protest wurde denn auch mit Konsequenz und Disziplin durchgeführt. Der Parole wurde zum mindesten mit 99 Prozent Folge gegeben. Nur eine verschwindend kleine Zahl motorischer Miesmacher und ein paar Querulanten und Outsider wurden am 5. Juli gezählt, - Die wenigen Wagen mit Schweizer Kontrollschild zeigten an der Windschutzscheibe eine Affiche der Via Vita: «Ich muss fahren, aber auch ich protestiere». Ob diese Affiche gerechtfertigt war, bleibe dahingestellt. Auf jeden Fall vermochten nicht alle diese Fahrzeuge, von einer Dringlichkeit ihrer Fahrt zu überzeugen. Sämtliche Garagen im Kanton, bis auf ein bis zwei Ausnahmen, welche als Tankstellen für Auslandsfahrer fungierten, hatten geschlossene Tore. Im Glarner Oberland, bei der Linthaler Kontrollstelle am Eingang des Serpentins zur Klausenstrasse, passierten bis 11.30 Uhr vormittags 9 Fahrzeuge, davon 3 Gesellschaftswagen, 3 Ausländer, 1 Wagen mit und 2 Wagen ohne Anschrift. Bis abends 6 Uhr sind etwa 30 Wagen durchgefahren, wovon die Hälfte ungefähr Ausländer, iO Gesellschaftswagen und die 10 übrigen mit Schweizer Nummern. Bei der Kontrolle in Näfels, wo die Klausenstrasse mit der Kerenzerbergroute sich vereinigt, wurden von 6 bis 16 Uhr total 115 Fahrzeuge gezählt; hievon waren 63 Ausländer (8 Motorräder, 51 Personenwagen, 4 Cars Alpin) und 43 schweizerische Fahrzeuge, die das Protestplakat mit sich führten, und 9 Fahrzeuge ohne Affiche. Auch das liebliche Klontal war vollkommen vereinsamt und ohne jeglichen Motorfahrzeugverkehr, den Postwagen ausgenommen. Dieser Protestsonntag beweist damit recht eindrucksvoll die Solidarität aller Motorfahrzeugbesitzer. t Der Abwehrkampf In Genf. Man darf getrost feststellen, dass in Genf den von der Via Vita und vom lokalen Organisationskomitee ausgegebenen Weisungen gegenüber Disziplin beobachtet worden ist. Immerhin wurden an den Kontrollen 350 Wagen gezählt, worunter natürlich ein grosser Teil doppelt, womit sich die Zahl der « Outsider» auf 150 bis 180 reduziert. Um die Stadt Genf herum war ein Gürtel von 12 Kontrollposten gelegt worden und die T. C. S.-Agenten besorgten den Dienst an den Posten von Meyrin, Grand Saconnex und Perly. Was auffallen muss, ist die Tatsache, dass zahlreiche Motorfahrzeugbesitzer die Stadt schon am Samstag vor Mitternacht verlassen haben; um sich nach Frankreich zu begeben. Am Sonntag kehrten Bie gegen Mitternacht wieder zurück. Die Garagen hatten zu 98 Prozent geschlossen und man erhielt von einzelnen Fällen Kenntnis, da ausländische Fahrer nur schwer Benzin aufzutreiben vermochten. Ungewohnte Stille lag über den Strassen, die Fussgänger hatten «ihren » Tag und verbargen ihre Zufriedenheit und ein behäbiges Lächeln nicht, wenn sie Kutschen, Breaks und sogar Automobile im Schlepp von «Hafermotoren » vorüberziehen sahen. Natürlich blühte bei der Stillegung des motorischen Verkehrs der Weizen der Kutscher, nach dere^i Fahrzeugen plötzlich eine ungeahnte und* seit Jahren nie mehr gekannte Nachfrage herrschte. Schweizerische Rundschau Stillegung in Zahlen. Am 28. Juni 1936 zirkulierten zwischen 14 und 15.30 Uhr auf der Strecke Bern-Thun 147 schweizerische Personenwagen 9 ausländische > 45 Motorräder •4 Car Alpins und 1 Lastwagen Total 206 Motorfahrzeuge 145 Velofahrer 0 Fuhrwerke Total 351 Fahrzeuge Am 5. Juli 1936 wurden während der nämlichen Zeitspanne gezählt; 3 schweizerische Personenwagen mit Aufschrift 10 ausländische Personenwagen Ö Motorräder 1 Autocar mit Aufschrift 0 Lastwagen Motorfahrzeuge Velos 5 -Fuhrwerke Total 239 Fahrzeuge Am 28. Juni 1936 passierten zwischen 18 und 19 Uhr den Sternenplatz in Muri (Bern): 240 schweizerische Personenwagen ausländische » Lastwagen Gar Alpins Motorräder Total' 419 Motorfahrzeuge 225 Velos 2 Fuhrwerke Total 646 Fahrzeuge Am 5. Juli 1936 wurden am gleichen Ort rend der nämlichen Zeitspanne gezählt: 10 schweizerische Personenwagen, wovon 6 mit Aufschrift •3 ausländische Personenwagen 1 Motorrad 3 Autocars mit Aufschrift 0 Lastwagen Total 17 Motorfahrzeuge 400 " Velos und 4 Fuhrwerke Total 421 Fahrzeuge Während also am 28. Juni zwischen 14 und 15.30 Uhr auf 1 Min. 2,5 Motorfahrzeuge entfielen, waren es .am. 5.. Juli 0,15. Noch deutlicher war der Unterschied zwischen freiem und gedrosseltem Motorfahrzeugverkehr zwischen 18 und 19 Uhr. Am 26. Juni entfielen auf 1 Minute 7 Motorfahrzeuge oder eines auf 8,5 Sekunden, am 5. Juli waren es nur noch 0,3 Motorfahrzeuge pro Minute oder eines auf 3 Minuten. Braucht es wohl noch einer eindringlicheren Demonstration, um die Bedeutung des motorisierten Strassenverkehrs im Rahmen unserer gesamten Volkswirtschaft nachzuweisen? zu sitzen brauchen, jedoch die ganze Fahrt in ihrem oder in dem von ihnen gestellten Wagen mitmachen müssen. Die Zahl der Wageninsassen ist freigestellt, muss aber einsehliesslich Fahrer Die Verkehrsneuregelung führt in Ungarn zu einem nicht vorausgesehenen Aufschwung der Pferdefuhrwerke auf den Hauptstrassen, die neue Verkehrspolitik machen, Bahntarife zerstören und Frachten weit unter den staatlichen Ansätzen befördern können, weil sie keiner fiskalischen Belastung unterliegen. Ganz so ist es bei uns noch nicht. Aber an was vor Monaten noch keiner dachte, ist in Langenthai doch Tatsache geworden: Die dortigen Automobilisten machten ihre jährliche Ausfahrt, statt im Automobil nach einem eleganten Fremdenplatz, hypomobil nach dem lieblichen Wangen an der Aare. Und siehe da: Die Fahrt durch die herrliche Berner Landschaft hat bei allen Teilnehmern restlose Freude ausgelöst. Kein Hasten, kein Tuten, kein Benzin- und Oelgeruch, kein Staub Und kein heftiges Bremsen, ruhig, gemütlich und sicher wie vor Jahren ging es durch schöne Wälder, prächtige Baumalleen, auf und ab im 12-km-Tempo. Es war kein Hochzeitszug, wie die Leute in den Dörfern wohl glaubten, als sie verwundert die Augen rieben, um zu sehen, ob es Traum oder Wirklichkeit sei. So wussten sich einige selbständig denkende Automobilisten zu helfen. Aber die Langenthäler sind nicht die einzigen, die sich auf den Hafermotor umgestellt haben. Die Frutiger Mitglieder haben auch den Weg zurückgefunden und Sonntags im Landau« das schöne Adelboden aufgesucht. Auch die Mitglieder des SDAC. in Bern sind mit dem Droschgeli nach Wohlen gefahren. Allen hat die Fahrt gut bekommen, nur dem Fiskus nicht, der es immer noch nicht verstehen will, dass es Leute gibt, die sich ihm gegenüber zur Wehr setzen können. h. SEKTION ZÜRICH. Die für den 6 September vorgesehene Autoschönheitskonkurrens soll nun nach Fühlungnahme mit den Zürcher Automobilhandelsfirmen nicht zur Durchführung gelangen und wurde auf den Frühsommer 1937 verschoben. Als nächste Veranstaltung steht nun auf dem Programm, die Gymkhana am 30. August und die Auslandsfahrt nach Tirol, Kernten und dem Salzkammergut anfangs September. Die Alpenblumenfahrt nach St. Moritz wurde ebenfalls abgesagt Der wiederholten Eingabe der Sektion für Schaffung eines Parkplatzes auf dem unbebauten Areal zwischen der Werdmühlestrasse und Beatengasse in nächster Nähe des Haupthahnhofes soll nun von Seiten der städtischen Behörden Folgt gegeben werden. Dadurch dürfte die Parkierungsfrage im untern Bahnhofquartier etwelche Verbesserung erfahren. Als Sportveranstaltungen für die Sektionsmeisterschaft 1936 kommen noch folgende zwei Wettbewerbe in Betracht: Die'Gymkhana vom 30. August und die Schnitzeljagd vom 3. Oktober. Den Vorverkauf für Zürich für den Grossen Preis der Schweiz in Bern ist von den Berner Organisatoren dem Sektionssekretariat übertragen worden. V AUTOSEKTION AARGAU. Vorsianrfssiiziing. An jder Sitzung vom 30. Juni bildete die Stillegung des ^notorischen Strassenverkehra am 6. Juli ein Hauptiraktandum. Einstimmig wurden die Vorarbeiten gutgeheissen. Der Vorstand ist indessen weiter gegangen und hat zwei vorgesehene grössere Fahrten Von 2—3 Tagen zum Zeichen des Protestet «istlert , Dagegen soll das Seenachtfest am Hallwilersee dieses Jahr wieder durchgeführt werden, ein Beschluss, der wohl von allen unsern Mitgliedern begrüsst wird. Dje Vergünstigung, die Auto-Gebühren quartalsweise zu bezahlen, ist vom Polizeikommando aufgehoben worden, so dass ab 1. Juli der volle Semesterbetrag entrichtet werden muss. Bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage können wir über diesen Besehluss nur unser Bedauern aussprechen. Die Verbände werden erneut zu dieser Frage Stellung nehmen müssen. Was in andern Kantonen möglieh ist, sollte auch im Kulturkanton durchführbar sein. Eine Interpellation Ober Erleichterungen in der mindestens zwei Personen umfassen. Zugelassen Benzinzollbelastung. Nationalrat Dr. Gysier (Zürich) hat am 19. Juni eine Interpellation «inge- Wagenklassen gibt es nicht. Der Startort ist den sind alle Fahrzeuge und eine Ausscheidung nach reicht, die von Herren von AHmen* Bürki, Gottier, Konkurrenten freigestellt, deren Fahrt bis Chur Feldmann, Hirzel, Joss, Meile (Basel), Schmidt (Zürich), Sigerist und Tschudy unterstützt wird und jedoch Samstag, den 11. Juli, ab 10 Uhr und vor nicht bewertet wird. Die Teilnehmer haben sich folgenden Wortlaut hat: 11 Uhr, bei der Startkontrolle (Bahnhofbüfett Hält es der Bundesrat nicht für angezeigt, zur II, Klasse) in Chur zu melden, wo ihnen die auf Milderung der Härten der jetzigen Benzinzollbelastung Erleichterungen für das bedrängte Automobil- schriftlich überreicht wird. Diese Aufgabe bleibt GRUPPE APPENZELL A.-RH. dem Wege nach St. Moritz zu lösende Aufgabe transportgewerbe und für gewerbliche Lastwagen^ bis zum Start in geheimnisvolles Dunkel gehüllt, ibesitzer vorzusehen? toch wird sie derart sein, dass sie von allen Automobilisten — also natürlich auch von Damen — Vergaser-Prüfung. Die Vergaser-Prüfungen sind Sind Möglichkeiten vorhanden. Automobilbenützern, die diesen Gruppen angehören, einen Nach- gelöst werden kann, die auf Grund ihrer Leistun- Hinterland: Herisau, 15. Juli, 14.00—17.00. vorgesehen: lass auf dem Benzinzoll zu gewähren, sofern der gen Erinnerungs- und Ehrenpreise erhalten. Mittelland: Teufen, 16. Juli, 14.30r-17.30. einzelne Betriebsinhaber den Nachweis einer Beeinträchtigung seiner Konkurrenzfähigkeit durch blumenfahrt müssen bis spätestens den 9. Juli beim Die Gruppenmitglieder erhalten persönliche Die -Nennungen zur Teilnahme an der Alpen- Vorderland: Heiden, 17. Juli, 15.00—18.00. die bestehende Belastung erbringt? Sekretariat der Ortsgruppe Engadin A.G.S. in St. Einladungen mit genauen Angaben. Merken Sie Besteht eventuell Aussicht darauf, dass die Kantone bei entsprechender finanzieller Entschädigung von Fr. 10.— mit dem Hinweis «Alpenblumenfahrt» Moritz eingehen. Gleichzeitig ist das Nenngeld sich diese Daten. W. N. durch den Bund auf die Erhebung der Automobilverkehrssteuer gegenüber solchen Betriebsinhabern Privatbank, Filiale St. Moritz, einzuzahlen. Nur auf Poätcheck-Konto Chur X/3200 der Bündner verzichten könnten? Nennungen, für welche auch das Nenngeld gleichzeitig einbezahlt wird, werden berücksichtigt. — &u* deon VeASnden Nachmeldungen werden von der Kontrollstelle in Chur gegen Bezahlung eines doppelten Nenngeldes, CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH d. h. von Fr. 20.—, entgegengenommen. Betrifft Ausfahrt! Die Ausfahrt vom 5. Juli wurde mit Zur AlpenWumenfahrt ist ergänzend nachzutragen, dass bereits eine ganze Anzahl von Meldungen vorliegt. Darunter begegnet man den Namen Rücksicht auf die Stillegung auf den 2. August verschoben, die bekannter Sternfahrer wie Dr. G. Napp (Basel), Ausfahrt am 12. Juli nach den W. Häsler, Interlaken usw. Irümmelbaehfällen hingegen wird bestimmt ausgeführt. Da nur Die Ausschreibung erfordert insofern eine Korrektur, als der Julier mit Rücksicht auf die Baubar, eind, bitten wir unsere Mitglieder und noch wenige Sitzplätze verfügarbeiten, die gegenwärtig an der Strasse im Gang Freunde um sofortige Anmeldung durch Postkarte. sind, bei dieser Konkurrenz ausser Betracht fällt. Auch für die FuAa-Grimeelfahrt sind noch einige An seine Stelle tritt der Albulapass. Diese Routenverlegung bedingt eine Aenderung der Startzeit. Der Donnerstagabend im Zeughauskeller Stammtisch, Plätze frei. Dies bitte zur Kenntnisnahme. Jeden Start in Chur erfolgt nunmehr zwischen 10 und 11 daselbst Unterhaltung und Besprechungen, Aus- A.C.S.-Delegiertenversammlung und Zentralfest Sf. Moritz, 11./12. Juli 1936. St. Moritz, die Drehseheibe des alpinen Automobilverkehrs wird am 11./12. Juli Tagungsort der diesjährigen Delegierten- Versammlung mit Zentralfest sein. Der Ortsgruppe Engadin der Sektion Graubünden, ist die Organisation übertragen worden. Die Sitzung des Zentralkomitees wird Samstagmorgen 10 Uhr, die Delegiertenversammlung 15 Uhr naehmittags stattfinden. Abends 20 Uhr folgt sodann dae offizielle Bankett mit A.G.S.-Ball im Kulmhotel. Einige Unterhaltungen von typisch romanischem Charakter sind in das Programm einsehen IQ. 30 und 11. SO Uhr. Unterwegs werden Versammlung aus. Wir bitten unsere Mitglieder, Uhr, anstatt, wie ursprünglich vorgesehen, «wikünfte jeder Art, Musik etc. Im August fällt die geflochten. Der Sonntag bleibt Ausflügen und gemütlichen Stunden reserviert. Die lockende Fahrt Abschnitt Bergün^-Ponte wird neutralisiert, doch woch, den 2. September, vollzählig zu erscheinen. drei geheime Kontrollen ihres Amtes walten. Der an der September-Monatßversämmlung am Mitt- den SJlberseen des Oberengadins entlang nach Maloja, wird die Festteilnehmer vor allzulangem eingehalten werden. Um der Veranstaltung ihren Der Vorstand. mups der vorgeschriebene Durchschnitt trotzdem Schlaf bewahren. Ein herrliches Plätzchen beim Charakter als Alpenblumenfahrt zu wahren, haben Suvrettahaus ist zum Picknick gewählt worden. die Teilnehmer an Hand des Prospektes; der ihnen Bei schlechter Witterung wird dieser Platz mit den Verband dar Gesellschaftswagenbesitzer Zürich, ausgehändigt wird, 8—10 verschiedene Alpenpflanzen zu sammeln und sie, mit dem richtigen Sälen des Hotels vertauscht, wo dann ein gemeinschaftliches Mittagessen eingenommen wird. Als Namen bezeichnet, am Ziel in St. Moritz vorzu- (Mitg.) Der Grossteil der Gesellschaftswagenbesitzer von Zürich und Umgebung hat sich zu einem Verbände zusammengeschlossen, um einerseits ihre Be- Programmpunkte für den Nachmittag heben wir weisen. vor allem die beiden Namen Alp Grüm und Muottas Muragl hervor. Was versprechen sie nicht senden Publikum die bestmöglichsten Fahrpreise auf rufsinteressen zu wahren und anderseits dem rei- alles! DIE ORTSGRUPPE LANGENTHAL DES A.C.S. loyaler Berechnungsgrundlage zu offerieren, wobei Um die Fahrt zur Delegiertenversammlung mit fährt mit dem Hafermotor aus. Unbestreitbar sind die Minimälpreise für die verschiedenen Wagentypen so angesetzt sind, dass ein gründlicher, fach- einer sportlichen Aufgabe zu verbinden, organisieren die Veranstalter eine Zielfahrt nach St. Moritz, führend. Sie waren es, die als Erste zur scharfen männischer Unterhalt der Wagen und demnach die die Langenthaler gegenwärtig in der Sektionspolitik die unter dem Namen Alpenblumenfahrt bei jeder Einschränkung des Benzinverbrauches aufforderten Sicherheit des Reisepublikums gewährleistet werden Witterung stattfinden wird. Dem allgemeinen Reglement entnehmen wir die hauptsächlichsten Be- zeigten, wie man es machen muss. Die vom Verbände angesetzten Minimalpreise und mit ihrer Absage aller Vereinsanläsie den Weg kann. stimmungen: Ihr letzter Trumpf ist die Fahrt mit Pferd und sind so berechnet, dass jede Unterbietung dieser Die Alpenblumenfahrt ist nur für Mitglieder Wagen nach' Wangen a. d. Aare, worüber der Initiant Br. schreibt: des Wagenparkes möglich Preise nur auf Kosten einer seriösen Instandhaltung des A.C-S. offen, die, die nicht selbst am Steuer ist AUTO B!!-- r !" Tr UE 11 T. C. S. Touristik-Bulletin des A. C. S. Mit Ausnahme des Grossen St. Bernhard sind sämtliche schweizerischen Alpenstrassen dem Fahrverkehr geöffnet. Der Grosse St. Bernhard ist auf Schweizerseite bis zur Passhöhe freigelegt, auf Italienerseite sind die Schneeräumungsarbeiten im Gange. Die durchgehende Oeffnung der PaDstrasse erfolgt erst Mitte dieser Woche. Der Verkehr auf der Jullerstrasse zwischen Tiefencastel und Conters muss bis auf weiteres an allen Wochentagen, ausgenommen Samstags, je abends 7 Uhr wegen Felssprengung zwecks Strassenverbreiterung vorübergehend aufgehalten werden. Die Durchfahrt wird jeweils so -««ph ala möglich wieder freigemacht. Die bezü "-' ^ Signale sind zu beachten und den Weisungen ücr Wachposten ist unbedingt Folge zu leisten. Italien: Sämtliche Paßstrassen sind dem Fahrverkehr geöffnet. Frankreich; Gesperrt eind noch: Izoard, Cayoi;\ Parpaillon und Galibier (Oeffnung: Mitte dieser Woche). Der Kleine St. Bernhard ist seit 2. Juli durchgehend passierbar. Motorfahrzeugverkehr auf Bergpoststrassen. Die Postautomobile weichen dieses Jahr auf folgenden Strassen bei Kreuzungen bergseits aus: Wallis: Sion-Les Hauderes. Sierre-Ayer, Vissoie- St. Luc, Vissoie-Grimentz. Bern; Innertkirchen-Gadmen. Tessin: Cavigliano-Spruga, Russo-Gresso, Cevio- Bosco, Monti-S. Bernardo. Graubünden: Araschger Rank-Tschiertschen. Küblis-St. Antönien, In den Kehren-Avers, Weinberg- Samnaun. Der Beginn der bezüglichen Strassenstrecken ist durch das übliche Signal für Bergpoststrassen (schwarze runde Scheibe mit gelbem Rand und gelbem Posthorn) und einer rechteckigen weissen Aufklärungstafel mit schwarzer Aufschrift «Postautomobile kreuzen bergseits» kenntlich gemacht. Das Ende der Strassenstrecke ist durch eine schwarze runde Scheibe mit gelbem Rand, sowie einer rechteckigen weissen Aufklärungstafel mit schwarzer Aufschrift «Ende des Bergseits-Kreuzene» kenntlich gemacht. Auf allen Bergpoststrassen, die durch die bekannten Signaltafeln kenntlich gemacht sind, weichen die Postautomobile bei Ueberholung durch andere Fahrzeuge bergseits aus. Beim Ueberholen durch ein Postauto hat das Privatfahrzeug talseits auszuweichen. Auf Strecken, wo das Bergseits-Ausweichen der Postautos für Kreuzungen vorgeschrieben ist, dürfen Gesellschaftswagen und Lastautos mit den Postautos nur auf den besonderen Ausweichstellen und -strecken kreuzen. 550. Sempacher-Schlaehtfeier am 6. Juli 1936. '•• Beginn des zivilen Festzuges in Sempach^morgens 8 Uhr; die historischen Gruppen rücken' vom Meierholz her auf das Schlachtfeld heran. Um 16 Uhr wird der historische Festzug nach Luzern überführt. Verkehrsanordnung: Die Strasse Hildisrieden- Schlachtkapelle-Stadt Sempach, sowie die Strassen im Innern der Stadt Sempach sind von 6 Uhr morgens an bis nach Schluss des Festzuges, ca. 13.30 Uhr, für allen Fahrverkehr gesperrt Auf den gesperrten und den übrigen Zufahrtsstrassen nach Sempach dürfen keine Fahrzeuge stationiert oder parkiert werden. Für die Fahrzeuge der Festbeeucher stehen längs der Kantonsstrasse Sempach- Neuenkirch, Kantonsstrasse ober- und unterhalb Hildisrieden an der Gemeindestrasse Sandplatten- Mettenwil-Sempach und an den Gemeindestrassen Eich-Sempach und Gunzwil-Sempach bei Meierhof, Parkierungeplätze zur Verfügung, die nach den Weisungen der Verkehrspolizei und der PlaUorgane zu benützen sind. Büdiei*l^