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E_1936_Zeitung_Nr.055

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So wirkte die I

So wirkte die I tille^un^ ! AUTOMOBIL-KrTVUE DIENSTAG 7 JULI 1936 — N° 55 Oben links: Der Parkplatz vor dem Schweizerhof in Bern zu «normalen» Zei- *en. Rechts: Am 5. Juli. Die Aarbergergasse in Bern bildet sonst einen beliebten Parkplatz... Am 5. Juli präsentierte sie eich in gähnender Leere. Auch die Tankstellen-Inhaber schlössen sich der Protestaktion an und fast überall sah man während der Woche, welche der Stillegung voranging, bei den Tankstellen das Pla-t; kat der Via Vita.;.

II. Blatt BERN, 7. Juli 1936 Automobil-Revue Nach üem imposanten, vierfachen Sieg, den die Riley-Sportwagen in ihrer Klasse eben am Grossen Preis von Frankreich errungen haben, mag eine Beschreibung des Aufbaues dieser ausgesprochenen «Vollblüter > wohl besonderem Interesse begegnen. Schon rein äusserlich bieten diese «Sprite»-Zweisitzer den Eindruck eines reinrassigen Sportwagens, dem nichts zuviel ist und dem man punkto Rasse und Schnelligkeit so ziemlich alles zutrauen darf. Auf jeden Fäll hat er das, was man bei den Frauen Sex-appeal nennt und für das man leider bei Sportwagen noch keinen Ausdruck fand. Dass sein Motor von 1,5 Liter sehr ernst zu nehmen ist, hat der Riley schon an vielen Rennveranstaltungen bewiesen, besonders eindrucksvoll am Sonntag vor einer Woche, wo er auch Wagen mit 2 Liter Zylinderinhalt zu schlagen vermochte, und zwar nicht als Einzelgänger, sondern gleich im Quartett! Der serienmässige Vierzylindermotor besitzt eine Bohrung von 69 mm und einen Hub von 100 mm, was einem Hubvolumen von 1496 ccm entspricht. Seine beiden untenliegenden Nockenwellen arbeiten über Stoßstangen und Kipphebel auf die unter einem Winkel von 90 Grad zueinander geneigten Ventile. Der Verbrennungsraum weist eine günstige Halbkugelform auf. Um die hohen Drehzahlen zu ermöglichen, hat der Konstrukteur besondere Sorgfalt auf die Ausbildung der Einlasstmd Auspuffwege verwendet, die eine unbehinderte Zirkulation der Gase gestatten sollen. Demselben Zweck dient der grosse Ventilhub, der einen speziell grossen Oeffnungsquerschnitt ergibt. Erwähnenswert ist auch die Ausführung der Kerzenöffnung, die gegen Oelspritzer abgeschirmt ist, ein Vorteil, der bei sportlichen Veranstaltungen und im täglichen Gebrauch gleich angenehm empfunden wird. Zur Gewichtserleichterung hat man eine grössere Zahl von Einzelteilen in der Leichtlegierung «Elektron» angefertigt. Hiezu gehört der reichlich bemessene und mit Kühl-, W»-K No 55 Riley-Sportwagen rippen versehene Oelsumpf. Daneben besteht auch das Hinterachsgehäuse aus Elektron, eine Konstruktion, die man sonst im allgemeinen nur 1 an Rennwagen antrifft Das Bild des Motors vervollständigen der vornliegende, vertikal stehende Magnet, die beiden Vergaser, welche auch bei hohen Drehzahlen für eine gleichmässige Gemischverteilung sorgen, und das Kühlsystem mit seinem sehr reichlich bemessenen Wasserkühler. Das Chassis. Nach den günstigen Erfahrungen der ERA mit ihrem in den Riley-Werken fabrizierten Motor und Wilsongetriebe entschloss sich die Firma, in ihre Sportwagen ausschliesslich Vorwähl - Planetengetriebe mit automatisch wirkender Zentrifugalkuipplung einzubauen, die bei einer Motordrehzahl von 300 bis 500 Umdr./Min. selbsttätig eingreift. Beim erwähnten Planetengetriebe handelt es sich um das von uns in der «A.-R.» No. 102 im letzten Dezember beschriebene Wilsongetriebe, das in England sehr verbreitet ist. Die Kardanwelle ist wie bei einem Rennwagen in ein Torsionsrohr eingebaut und besitzt in ihrer Mitte ein Rollenlager, wodurch das Auftreten von Vibrationen und ähnlichen Mißständen ausgeschlossen ist. Zur Gewichtserleichterung wird das Torsionsrohr innen und aussen bearbeitet. Die Hinterachse ist starr ausgeführt, besitzt aber infolge ihrer leichten Bauart (Elektrongehäuse) trotzdem eine gute Strassenhaltung. Der Querschnitt der durchgehenden Vorderachse ist ebenso wie deren Radlager sehr reichlich bemessen, womit die Sicherheit eine Erhöhung erfährt. Am Rahmen fallen die tiefen Längsträger und torsionssteifen Querversteifungen auf, ebenso wie das untenliegende Deckblech, das vom Motorende bis gegen die Hinterachse reicht und die Sitze gegen Zugluft schützen soll. Um auch Stromlinienaufbauten zu ermöglichen, laufen die Längsträger gegen hinten zu etwas zusammen. Der Böllma unter den Maschinen. Diese technische «Schönheit» ist gegenwärtig mit dem Säubern der Strassen von St. Joseph, Michigan, beschäftigt und eoll den neben ihr knieenden Schulbub, als er vor sie hinfiel, in ihre Abfallkiste gewischt haben. Während er sofort unverletzt aussteigen konnte, nahm es geraume Zeit, bis man seiner Mütze wieder habhaft wurde. Ein wichtiges Kapitel stellen die Bremsen dar, deren reichliche Dimensionierung einem auf den ersten Blick auffällt Die grossen Bremstrommeln sind mit Kühlrippen und zur Gewichtserleichterung mit Bohrungen versehen. Auch für die Bremsankerplatte fand aus Gewichtsgründen Elektron Verwendung. Auf die Girlingbremse, die hier zum Einbau kommt, näher einzugehen, verbietet uns der II. Blatt BERN, 7. Juli 1936 ^^ÄiMÄl§i^^3ili Raum. Wir verweisen unsere Leser auf Nr. 11 der «A.-R.» dieses Jahres, wo wir sie ausführlich besprachen. Zur Förderung des Brennstoffes vom grossen, hintenliegenden Tank in den Vergaser besitzt der Wagen eine Benzinförderpumpe. Die elektrische Ausrüstung vom 12-Volt-Typ umfasst als Besonderheit speziell weit strahlende Scheinwerfer, die der Fahrgeschwindigkeit des Wagens angepasst sind. Von besonderem Interesse dürfte weiter die Zentralschmierung sein, die von einer am Ansaugstutzen angeschlossenen Vakuumpumpe betätigt wird und über Dosierventile jedem Punkte genau die benötigte Menge an Schmiermitteln zuleitet. Auffallend ist weiter die reiche Dotierung des Instrumentenbrettes, die einen Geschwindigkeitsmesser mit Tachometer, Oel- und Wasserthermometer und andere Schikanen einschliesst Haben wir uns bis hieher, der Aktualität entsprechend, ausschliesslich mit dem Sportwagen von Riley abgegeben, dessen Vertreter am Grossen Preis von Frankreich so glänzend abgeschnitten, so möchten wir im folgenden noch einen kurzen Blick auf die übrigen NICHTS Rechnen Sie: Ihr Motor verbraucht weniger und gibt Höchstleistung mit Mobiloil. Welches auch die Beanspruchung sein mag, es schützt und ist dauerhaft, denn seine Schmierkraft ist unerschöpflich. Sie entleeren Mobiloil nur, weil es im Betrieb verunrei* nigt wird. Staub, Wasser, Metalheilchen, Kohlenrückstände und Benzin : alle diese Unreinigkeiten werden beim Oelwechsel aus dem Motor entfernt. V AC U Ü M Ö I L iVlobiloü ergibt die wirtschaftlichste Schmierung, denn ein jeder Tropfen ist von aussergewöhnlicher Schmier-; kraft und grosser Haltbarkeit. Es wird tatsächlich ans nur ganz erstklassigem, ausgesuchtem S Rohöl, nach einzigartigen und geheimen Verfahren hergestellt. Und seit 70 Jahren arbeitet ein Stab von Spezialisten unermüdlich an seiner Verbesserang. Schnelle Fahrt, Sicherheit und wirtschaftlichen Unterhalt verbürgt Ihnen Mobiloil. Mobiloil »erlangen 5» für rnnn Wigen den ??5pe»al-SchmierditBSt lobDdtl CÖMPANYV-HBA^EL BASEL: Ed. ConteUy, Hochstrasse 26 BERN: Gebr. Marti, Eigerplatz 2 LUZERN: Capitol-Garage WEINFELDEN: J. Minikus, Schlossgarage ZÜRICH: Garage-Metropol A.-G., Utoquai 49