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E_1936_Zeitung_Nr.058

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aschen Griff die Baby

aschen Griff die Baby hervor und schon tippe ich meinen Rapport. Weil die Gedanken noch unverwirscht, die Eindrücke noch frisch sind, geht die Sache äusserst rasch. — Wo es nötig ist, schiebe ich einfach noch ein Blatt mehr ein und nehme dadurch dem Bureau die Arbeit des Abschreibens für die Fabrik ab. Es ist begreiflich, dass sich die Direktion Ober diese Rapporte, die immer pünktlich eintreffen und stets sauber und gut leserlich sind, freut. Und die Hautpsache: ich habe meinen Kopf stets für die nächsten Kundengespräche frei und brauche mein Gedächtnis nicht mit allerlei Rapportmaterial bis zum Abend zu belasten. Die Leistungsfähigkeit wird dadurch gesteigert und mit ihr auch der Erfolg. Wenn man dazu noch rechtzeitig Feierabend bekommt, um vielleicht einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft machen zu können, ist dies auch nicht unangenehm. Dies alles habe ich der Hermes-Baby zu verdanken. Ich wüsste nicht, wie ich es heute ohne sie noch machen könnte. J. Kindlimann. Sie kleine Auta=SxhtelAmamsdi Als Vertreter mit dem Auto im Land herumreisen, mehr oder weniger sein eigener Herr und Meister — da würde mancher gerne mitmachen! Abends aber, wenn die Kundenbesuche zu Ende sind, der Wagen in der Garage eingestellt ist, wenn andere Leute Feierabend haben, dann sich noch hinsetzen und ein bis zwei Stunden ausführliche Rapporte schreiben — das gehört zur Kehrseite unseres Berufes. Man weiss ja, diese Reiseberichte sind für Direktion und Fabrik riützlich und notwendig, für den Reisenden aber nichtsdestoweniger zeitraubend. Und schliesslich, wenn ich den Tag hindurch ein Dutzend Firmen oder mehr besucht habe, ist es nicht so leicht, am Abend das Wesentliche aus jedem Kundengespräch zu Papier zu bringen, ohne etwas Wichtiges zu vergessen. Ja, wenn man diese Notizen sofort niederschreiben könnte, aber... Dieses Aber habe ich nun glücklich Oberwunden. Ich habe mir nämlich vor drei Wochen eine Hermes-Baby angeschafft. Sie begleitet mich die ganze Woche hindurch auf allen meinen Fahrten. Ich habe ihr im Wagen ein besonderes Plätzchen eingeräumt, rechts von' meinem Sitz, immer in bequemer Reichweite. •••"--••» Sobald ich von einem Kunden komme, bei dem ich etwas Interessantes erfahren oder mit dem ich etwas Wichtiges besprochen habe, setze ich mich in den Wagen, ziehe mit einem T)le oexschwundeHe Coutessa Vor einigen Monaten hat die Entführung der fünfundzwanzigjährigen Contessa Virgilia M. in ganz Italien grosses Aufsehen erregt. Die Contessa, eine der reichsten und gleichzeitig eine der schönsten Frauen der Halbinsel, lebte mit zahlreicher Dienerschaft in einem modernen, von einem grossen Park eingeschlossenen Villa an der Peripherie der Stadt. Die junge Dame galt allgemein als männerfeindlich. Sie stand ziemlich allein in der Welt, besass nur in Frankreich entfernte Verwandte, einen reichen Sonderling und eine exzentrische Tante, die sich beide nicht um sie kümmerten. Man munkelte, dass Contessa Virgilia vor mehreren Jahren mit einem Offizier der Marine heimlich verlobt gewesen sei, dass der junge Mann aber gleichzeitig mit einer andern Römerin Beziehungen unterhalten habe, und eines Tages wäre der Contessa ein Brief ihres Verlobten in die Hände gefallen, in dem er der andern Frau schrieb, er heirate Virgilia nur ihres Geldes wegen. Die Verlobung sei dadurch in die Brüche gegangen. Virgilias Männerhass ging später so weit, dass sie keinen männlichen Bedienten in ihrem Haushalt duldete. In ihrem Hause wurde auch die schwerste Arbeit von Frauen verrichtet. Sie gab, wenn sie in Gtsellschaft ging, nie einem Mann die Hand, und es wird von ihr erzählt, dass sie bei einem Hofball sogar die Hand des Königs übersehen habe. Tatsache ist, dass sie, einem der ältesten und angesehensten Adelshäuser Italiens angehörend, zu den Hof festen nicht mehr zugezogen wurde. Da verschwand die Contessa eines Nachts aus ihrem Hause. Eine junge Dienerin gab an, sie habe gegen Mittemacht, nach ihrer Gewohnheit, ganz leise die Tür zum Schlafzimmer der Herrin geöffnet und habe zu ihrer Ueberraschung die Contessa im Gespräch mit einem fremden jungen Mann an der Gartentür stehen gesehen. Die Nachforschungen der Polizei ergaben, dass ein Wagen gegen Mitternacht in rasendem Tempo sich dem Hause der Contessa genähert habe. Ein Bauer sagte dies aus, der, nach den Sternen sehend, vor seinem Hause gestanden und sich noch gewundert hatte, wer wohl zu so später Stunde im Landhause Besuch machen mochte. Eine halbe Stunde später war dasselbe Auto, wie ein anderer Zeuge bestätigt, in gleich rasender Fahrt den Weg zurückgekommen. In ganz Italien wurde nun nach dem beigefarbenen Auto gesucht. Man fand es schliesslich in Neapel, fand den Besitzer in einer kleinen Ortschaft am neapolitanischen Golf und bei ihm — die Contessa. Der junge Mann, Sohn eines französischen Fabrikanten, wurde verhaftet, weil die Contessa angab, von ihm entführt worden zu sein. Die Aussagen des jungen Mannes lauteten allerdings anders. Er habe, erzählte er, die Contessa in einem römischen Park kennengelernt, habe sie dann öfter getroffen und sie hätten einander schliesslich geliebt. Die junge Dame hatte ihm allerdings einen anderen Namen angegeben und hatte ihm nie erlaubt, sie zu besuchen. Schliesslich habe er aber durch ein Detektivinstitut erfahren, wer sie sei, habe sie in der Nacht besucht und ihr den Vorschlag gemacht, mit ihm einige Wochen in Süditalien zu "verbringen. Diesen Vorschlag habe sie akzeptiert, darauf seien sie losgefahren. Die Erzählung wird von dem Inhaber des Detektivinstituts bestätigt. Ideal und zweckmässig eingerichtete Sport- und Wochenend-Häuser in allen Preislagen erstellen in mustergültiger Ausführung J. FRUTIGER'S SÖHNE, Baugeschäft OBERHOFEN bei Thun P. 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III. Blatt Automobil-Revue Nr. 58 BERN, 17. Juli 1936 Warum scheidet sich die Milch? Ein Kapitel Wissenschaft für die Küche Trikotmode am Strand Im Drang der Arbeit vergisst die Hausfrau zur Sommerszeit einmal die Milch zu «erwellen» oder aufzukochen, nachdem sie vom Milchmann frisch und gut gekühlt geliefert worden ist. Der gefüllte Milchkessel steht über Nacht im warmen Raum und am Morgen bemerkt man sofort oder nach kurzem Erwärmen, dass die Frühstücksmilch eine ganz unmögliche Beschaffenheit angenommen hat. In der Pfanne schwimmen zwei Bestandteile, eine flockige weisse Masse und eine gelbgrünliche Flüssigkeit. Die Geschmacksprobe ergibt, dass eine erhebliche Säuerung eingetreten ist. Nehmen wir nun eine Gerinnflocke oder einen Tropfen Flüssigkeit unter das Mikroskop, so gewahren wir bei etwa tausendfacher Vergrösserung Bakterien in sehr grosser Zahl und von ganz gleichmässiger Form. Es sind Kugelbakterien, je zu zwei und zwei zusammengelagert oder zu ganzen Ketten perlschnurartig aneinandergereiht. Durchtränken wir diese Bazillen mit blauer, roter oder violetter Farbe oder reiben ein Tröpfchen Tusche in den Ausstrich, so entstehen Perlenschnüre, bei deren Anblick jeder Aerger über die zusammengelaufene Milch fliehen müsste. Auf Grund der eben festgestellten Tatsachen vermuten wir einen Zusammenhang zwischen Gerinnung, Säuerung und den zahlreichen Kugelbakterien, die in der Milchkunde als Milchsäurebakterien bezeichnet werden. Die Vorgänge,, die zur Gerinnung führen, spielen sich folgendermassen ab: Milchsäurebakterien finden sich fast überall in der Natur, an unseren Händen, in den Küchengeschirren, an den pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie auch in die Milch gelangen, sobald diese das Euter verlassen hat. Die Mjlch Ist nicht nur ein vorzügliches Nahrungsmittel für Mensch und Tier, sondern auch ein idealer Nährboden für die Milchsäurebakterien. Unter derart günstigen Lebensbedingungen beobachten wir eine rasche Vermehrung der Milchsäurekeime, indem sich jeder Keim in zwei Teile teilt, sobald er zur Grosse seiner Art herangewachsen ist. Diese Vorgänge werden gefördert durch Wärme von 20—30° C. Unter diesen Bedingungen braucht ein Bakterium 20—30 Minuten Entwicklungszeit, bis es sich in zwei Lebewesen teilt. Eine kleine Rechnung ergibt, dass unter annähernd gleichbleibenden Bedingungen innert 15 Stunden aus einer einzigen Bakterien* zelle deren 300 Millionen werden können. Die Milch enthält etwa 5 Prozent Milchzucker, der vor allem von den Milchsäurebakterien angegriffen wird Die hierbei ablaufende chemische Umwandlung des Milchzuckers in Milchsäure und einige weitere Säuren wird in Gang gesetzt und unterhalten durch ein milchzuckerspaltendes Ferment, das von den Milchsäurebakterien abgeschieden wird. Ist die Säureanhäufung weit genug gediehen, IMatktqassz 17, «SeensJUail fühlt Sich Wohlgastlichen Juqas&wieu und auf seinen komfortablen Schiffen M ittelmeerreisen Dalmatien/Malta/Algier/Spanien/Portugal/ Palma/Gibraltar, 6. - 27. Aug. ab Fr. 325.— Dalmatiert / Korfu/Athen/Palästina/Aegypten. 28. August—11. Sept. ab Fr. 250.— Weitere Sommer, und Herbstfahrten auf Luxusdampfer Craljika Marija (17500 T.) Eine Woche Dalmatien auf Vergnügungsdampfern, jeden Sonntag von Venedig, alles inbegr., ab Schweizergrenze Fr. 134.— Badeaufenthalt für jede weitere Woche in gutbürgerlichen Hotels Fr. 50.— Dalmatien-Griechenland-Reieen Dalmatien/Korfu/Athen ab Fr. 143.- Verbilligte Reise-Dinar! Jugoslavisches Verkehrsbüro Zürich Vertr. G. Barafa, Unttrag. der Generalagentur Zwilchenbart, Basel Bleicherweg 6 (vis-ä-vi« Börse) Telephon 32.256 so tritt die Veränderung der Milch ein, die wir Gerinnung nennen oder «die Milch scheidet sich>. Der Käsestoff, «Kasein» genannt, der sich vorher in der Milch in gelöstem Zustand befand, wurde infolge der Säurebildung unlöslich und daher als feste Substanz ausgeschieden. Der Käsestoff ist ein Eiweisskörper, der in der ganzen Natur nirgends entsteht als in der Milchdrüse. Die Kuhmilch enthält im wesentlichen drei Eiweisskörper, Milchalbumin, Milchglobulin und das Kasein. An einem Gesamteiweissgehalt von ca. 34 Gramm im Liter Kuhmilch entfallen auf das Kasein 28 Gramm. Dies bedeutet, dass der ausgeschiedene Käsestoff einen bedeutenden und wertvollen Bestandteil der Milch darstellt, der mengenmässig nur noch vom Fettgehalt übertroffen wird. Ein Liter Kuhmilch enthält durchschnittlich 37 Gramm Milchfett. Dieses findet sich in der Milch nicht gelöst, sondern in Form feinster Kugeln von 1/1000 mm bis zu 25/1000 mm Durchmesser in der Milchflüssigkeit gleichmässig verteilt. In der geronnenen Milch sind im ausgeschiedenen Käsestoff der weitaus grösste Teil der Fett-Tröpfchen mit eingeschlossen, während die Molke die beiden anderen Eiweisskörper sowie die Salze enthält. Zur Verhütung der Säuregerinnung werden verschiedene Wege eingeschlagen. Man hemmt das Wachstum der Milchsäurebakterien durch tiefe Kühlung auf 4 bis 5° C. Unter diesen Bedingungen findet praktisch keine Vermehrung dieser Keime- statt. Durch Erhitzung auf den Siedepunkt wird eine Abtötung der Säurebildner erreicht. Hier ist aber zu beachten, dass die Verlängerung der Haltbarkeit begrenzt ist, weil nach dem Erkalten die Milch erneut durch Keime besiedelt werden kann, die aus der Luft hineinfallen. Ausserdem kennen wir noch eine Gruppe von Keimen, die überall vertreten sind, die zum Unterschied gegenüber den Milchsäurebakterien aber durch kurzes Aufkochen nicht abgetötet werden, die Buttersäurebazillen. Bei längerer Aufbewahrung der Milch bewirken sie Säuerung und Entwicklung von Gasen, die nach ranziger Butter riechen. Die Entwicklungshemmung kann auch durch Zusatz chemischer Substanzen, z. 8. Formalin oder Wasserstoffsuperoxyd erreicht werden. Diesen Methoden kam zu Zeiten grosser Milchknappheit während des Krieges eine gewisse Daseinsberechtigung zu. Sie sind heute sowohl für den Grossbetrieb als auch im Haushalt zu verwerfen. Ein weiteres Verfahren sucht durch Alkalisierung der Milch mit Soda oder Natrium bicarbonicum die Säuerung hintanzuhalten, was bis zu einem gewissen Grade auch gelingt. Wer aber versuchen möchte, in einer bereits sauer schmeckenden Milch durch Zusatz alkalischer Salze das «Scheiden» zu verhindern, wird häufig enttäuscht werden. Die alte Weisheit besteht heute noch zurecht, dass das Aufkochen der frischen Milch das beste Mittel ist, um die Milchsäuregerinrrtjng im Sommer zu verhüten. Sollte das Unglück aber doch einmal eintreffen, so wollen wir uns des hohen Nährwertes der ausgeschiedenen Stoffe erinnern und daraus nach bewährten Rezepten eine wohlschmekkende Quarkspeise zubereiten. • Dr. Georg Schmid. Damen fOr und Herren patfumeüc mMeßeucs ü. Salzmann *% Spezialistinnen fOr KINO- Aufnahme - Apparat Pathe 9,5 mm, Objektiv F: 2,5, fabrikneu, sowie Wiedergabe-Apparat mit Motor, Widerstand, Projektionswand usw. zu verkaufen. Geppert, Hechtplatz 1, Zürich Telephon 44.289 Neben den schmiegsamen neuen Leinen herrschen Trikots am Strand. Andere Badeanzüge gibt es kaum mehr, die alle aus Wolle sind. Ein entschiedener Zug nach Eleganz kennzeichnet die Strandmode. Dabei werden feine Wirkstoffe, die Jerseys, ausgiebig herangezogen. Sie wetteifern in ihrer Reichhaltigkeit an Effekten mit den schönsten Wollgeweben. Auch sie erscheinen genoppt, reliefieft, cloqueartig oder leicht durchbrochen wie mit Karos, Fischgräten und andern der Weberei abgesehenen Mustern, doch haben sie ihren Partnern eine weitergehende Knitterfreiheit voraus. Paris liebt diese Jerseys ganz besonders, und die schweizerische Wirkerei, die mit dem französischen Modeschaffen in enger Beziehung steht, zaubert eine Menge feiner Neuheiten, die sie zugleich selbst zu Modellen verarbeitet, her. Unsere Industrie schenkt der Strandmode reges Interesse und lässt Shorts und andere Strandkleidung in graziöser Ausführung entstehen, lieber die Badeanzüge Werden vielfach gleichfarbige oder auch kontrastierende Shorts getragen, zu denen sich wollene Wirkstoffe mit Erfolg verarbeiten lassen. Wie hübsch sie fallen, zeigt unser Bild. Auch die abstechende, farblich jedoch durch die kleinen, eingestreuten Muster wieder mit den Shorts verbundene Jacke besteht aus Jersey, der jedem Schnitt, . So oft auch in den letzten Monaten die Wiederkehr des Bartes prophezeit worden ist, es ist nichts 'daraus geworden, und es sieht nicht so aus, als ob in absehbarer Zeit ein Ueberfluss an Voll-, Backen-, Spitz- und Schnurrbart«! bevorstände. Dass abftr der Schnurrbart vereinzelte fanatische Anhänger hat, beweist ein Prozess, der gegenwärtig das Militärgericht in Windsor beschäftigt. Ein Gardist namens Arthur Leslie Burseil, der dem ersten Bataillon der in den Viktoria-Baracken in Windsor stationierten Coldstream Guards angehört, bat sich gegen die Anklage der Insubordination zu verantworten, weil er am 11. d. dem Befehl seines Kompagniekommandanten, sich seinen Schnurrbart wegrasieren zu lassen, den Gehorsam verweigerte. «Ich trage meinen Schnurrbart seit fünf Jahren, > antwortete er mit dem edlen Feuer eines Marquis Posa, « und niemand hat ihn bisher beanstandet.» Tags darauf erhielt er beim Rapport wegen dieses Vorfalls zehn Tage Arrest. Nachdem er die Strafe erhalten hatte, weigerte er sich, wieder in die Reihe zurückzutreten, und sagte dem Offizier, der ihm den Arrest diktiert hatte, er lasse sich sein Recht auf den Schnurrbart nicht nehmen. Vor Gericht sagte der Gardist: « Als ich die Arreststrafe erhielt, empfand ich diese Bestrafung als unfair, weil ich der einzige im Bataillon bin, dem befohlen wurde, sich den Schnurrbart wegrasieren zu lassen. Alle übrigen Schnurrbartträger blieben unbehelligt. Der Schnurrbart wiederspricht nicht dem Dienstreglement, und ich muss daher in dem Vorgehen meines Kompagniekommandanten einen Ausdruck persönlicher Abneigung erblicken. Darum sagte ich auch beim Rapport, dass ich eine Verhandlung über diesen Zwischenfall vor dem Militärgericht wünsche. Dass ich beim • Rapport nicht in die Reihe zurückgetreten bin, hat seine Ursache in einem Missverständnis. Ich glaubte, ich hätte so lange vor der Reihe stehen zu bleiben, bis der Hauptmann meine Einwände beantwortet haben würde. Jeder britische Soldat ist daran gewöhnt, fair behandelt zu werden. Um so stärker empfand ich das mir widerfahrene Unrecht. > Die Verhandlung wurde vertagt, um Zeugen darüber zu vernehmen, warum gerade der Schnurrbart dieses Gardisten das Missfallen seines Kompagniekommandanten erregt hat, während die andern Schnurrbarte unbehelligt blieben. Niemand darf gesprungene Tassen besitzen! Nach einem kürzlich in Sydney erlassenen Gesetz ist die Benutzung und der blosse Besitz von Tassen, die gesprungen oder schartig sind, verboten, weil sich in den Beschädigungen Unrein- (lichkeiten und Krankheitskeime festsetzen können; nachweisbar werden Scharlach und Diphtherie durch Tassenschäden weiterverbreitet. Zuwiderhandelnde Gastwirte setzen sich sogar der Gefängnisstrafe aus =» wenigstens in Sydney« Cortesca-Tersey. selbst dem Abendkleid, dienstbar ist. Auch durchgeknöpfte Strandkleider, Tailleurs, reizvolle Blusen sportlichen Charakters entstehen aus diesem Gewirk, das sich durch schönen Fall und Weichheit auszeichnet. -ss- Von Schnurrbarte!!, Geschirr und anderen Dingen Der Schnurrbart in England Eisige Erfindungen Diese Erfindungen tauchen jede« Jahr um die Hundstage herum auf und bezwecken, der schwitzenden Menschheit Kühlung zu verschaffen. Gleich von dreien dieser Patente berichtet jetzt die angelsächsische Presse. Das erste bezieht sich auf einen Miniaturpropeller, der am oberen inneren Hutrand angebracht, mit einem Luftschlauch in Verbindung steht, der seinerseits in einem Gummiball in der Hosentasche mündet. Ist einem heiss, drückt man auf den Ball, der Propeller dreht sich, und auf dem Kopfe wird's kühl. Das zweite Patent ermöglicht die ständige Erzeugung von Speiseeis beim Spazierengehen selbst. Die kleine Eismaschine, fast normaler Konstruktion, wird auf dem Rücken festgeschnallt; sie wird elektrisch betrieben, und den erforderlichen Antrieb liefert ein Dynamo "unter den Fußsohlen. Wenn man sehr schnell geht, und wenn einem dabei gründlich heiss geworden ist, dann hat man, ohne es zu bemerken, dabei auch eine Portion Gefrorenes erzeugt, das nian zur Abkühlung benutzen kann. Dieses Patent eignet sich auch für Chefs, die beim Diktierfn im Zimmer marschieren und sich und ihre Sekretärin erfrischen wollen. Das dritte Patent ist nur für Soldaten und besteht in einer Art Sonnenstichabieiters. Jeder Kolonialsoldat soll hinten am Tropenhelm einen hohlen Stahlreifen tragen, der sich an Stirn und Nacken anlegt und die Gefahr eines Hitze- und Sonnenunfalls ausschliefst. Da der ideenreiche Erfinder aber nicht daran gedacht hat, auf allen Etappenstationen der in den Tropen marschierenden Truppen Eis-Tankstellen anzulegen, bleibt auch diese Erfindung mehr oder weniger ein schöner kühler Traum. Film-„Crochet" in Paris Eine alte, fast ausgestorbene Pariser Sitte ist neuerdings wieder lebendig geworden:« Crochet». « Crochet» war eine Probe des Talentes und der Volksgunst. Die Tingeltangel der Vorstadt hatten das « Crochet» als ständige Einrichtung: Jedermann konnte aufs Podium steigen und dort irgendetwas singen oder vortragen. Fiel die Probe zur Zufriedenheit der Menge aus, dann wurde der Debütant schnell zum gutbezahlten Professional, und vielen von ihnen ist der Aufstieg zu den Stars geglückt. Wer aber den Beifall des Publikums nicht zu erzwingen verstand, der wurde mit einem Haken (crochet) an einer langen Stange von der Bühne heruntergeholt, wie man Anzüge von der Stange holt; ausserdem musste er ein Pfeifkonzert über sich ergehen lassen, wie man es nur in den Pariser Vorstadt-Tingeltangels findet. — Diese schöne alte Idee — schön deshalb, weil das Publikum selbst und nicht die oft ziemlich instinktlosen Varietebesitzer urteilen —, diese Idee kommt'nun wieder zu Ehren. Auf Vorschlag einer Tageszeitung sollen von filmbesessenen Personen Szenen aufgenommen werden, die in einer Sonderveranstaltung vorgeführt werden; zunächst wird eine Liebesszene gespielt, bei der nacheinander 50 Paare auftreten. Wer nach Ansicht des Publikums nichts taugt, der erleidet das Crochet-Schicksal und wird ausgezischt; Debütanten, die gefallen, haben dagegen die Chance, in kurzer Zeit in die Reihen der beliebten Darsteller zu gelangen. Bisher wurden Filmstars nur durch den zufälligen Blick des Regisseurs entdeckt; was der Regisseur nicht sieht, wird jetzt das Publikum in den Crochet-Kinosälen sehen und registrieren.