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E_1936_Zeitung_Nr.062

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22 Automobil-Revue —

22 Automobil-Revue — N° 62 Die Zufahrtsstrassen «us der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CH Tourin g, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. O. 8. L

N° — Automobil-Revue 23 Ein Auslandschweizer erzählt: Eine Nachtfahrt in Florida « Hallo, Joe King, » rief der Chef Kenneth Stoll zu seinem Assistenten hinüber, «du musst diese Nacht noch einmal nach Daytona zurückfahren. Habe den grossen Grenzplan für unsere morgige Vermessung im Bureau liegen lassen. Er befindet sich in der grossen Blechtube neben meinem Zeichnungstisch. Nimm Justin Taylor mit, so könnt ihr euch die Nacht durch am Steuer ablösen. » Joe King, der Feldingenieur, war über diesen Auftrag nicht sonderlich begeistert. Vor kaum einer Stunde waren sie, von Daytona her gekommen, hier in Vero angelangt. Den Tag über arbeiteten sie an einer Landaufteilung in der sumpfigen Gegend von Flagler. Ausgerechnet er, mit dem alten wackligen Ford, Modell 1919, sollte jetzt, müde und abgemasselt von der tropischen Hitze, diese Nacht noch weitere 440 Kilometer abspulen! « Get up, Justin, der Teufel soll den Alten holen; wir müssen wieder nach Daytona zurück mit unserem nerventötenden «Betonmischer ». Stoll hat den grossen Grenzplan vergessen. Eines Tages wird er auch vergessen, unsern Monatsgehalt auszuzahlen, » sagte er gereizt. Eine Viertelstunde später schwankte und ratterte der alte Ford wie eine leck gewordene Kartonschachtel mit den beiden Insassen aus dem Lager und bog in die breite Staatsstrasse Richtung Norden ein. Die Strasse führte grosse Strecken knapp an der Meeresküste entlang. Dann wieder durch dunkle Magnolia- und Palmenhaine, durch kleine Tunnels der tropischen Lianas (eine riesige Schlingpflanze, deren Triebe hoch über die Strasse hinüberwachsen), an wohlriechenden Orangen- und Citruspflanzungen vorbei. Justin erzählte, dass Stoll seinen kraftvollen Packardwagen in eine Garage gefahren habe. Es solle etwas mit den Ventilen nicht in Ordnung sein. Er werde aber den Wagen am Morgen wieder erhalten. Die beiden mussten sich in die Ohren schreien, um einander zu verstehen. Vorn mahlte der ausgediente Motor wie eine Miniatur-Steinbrechmaschine. Unter den Fussbrettern gluckste das defekte Chassis. In der Karosserie piepste und girrte es wie in einem Taubenschlag. Grosse luxuriöse Wagen passierten an dem schnaubenden und fauchenden Vehikel, fast lautlos vorüber. Silbern flutete das Licht des Vollmondes über die leicht kräuselnde See. Ein sogenanntes «Raserback», ein Wildschwein, hastete eine Zeitlang im Banne der Scheinwerfer, wechselte dann aber jäh in das Lianas-Dickicht. Als sie durch den Ort Cacao Beach fuhren, schaute Joe King in den Hinterteil des Wagens. Justin lag quer über die beiden Hintersitze und schlief wie ein Stock. In New Smyrna machte Joe bei einer Tankstelle halt. Es war höchste Zeit; der Benzinvorrat war zur Neige gegangen. Der diensttuende Neger war schrecklich höflich. Leute mit solch unheimlichen Fahrzeugen zu solcher Nachtstunde waren nicht immer so harmlos. Gauner und « Holdups » waren in diesen Tagen in Florida an der Tagesordnung. Nun musste Justin Taylor ans Steuer und Joe King legte sich in den Fond des Wagens. Aber die ersehnte Ruhe sollte nicht lange währen! Denn plötzlich sank der linke Hinterteil des «Fliver's» mit einem eigenartigen Geräusch verdächtig abwärts. Justin stoppte und schaute nach, das linke Hinterrad fehlte. Er weckte Joe, der nun schrecklich zu fluchen begann. Die Strasse ging hier durch ein dichtes Liana-Dickicht. Es war tiefe Finsternis und die lästigen Moskitos kamen schwarmweise und peinigten die Männer. Mit Hilfe einer Taschenlampe suchten sie jetzt die Strasse nach dem verlorenen Rad ab. Endlich wurde dasselbe aufgefunden, aber der verbindende Keil fehlte. Ohne Keil war das Rad nutzlos. Nun war guter Rat teuer. Alles Fluchen nützte hier nichts mehr. Sie versuchten einige vorbeiflitzende Wagen aufzuhalten. Aber, o weh, die Führer gaben Gas, man traute der Sache nicht, man betrachtete sie- als Banditen. Sie begannen nun zu rauchen, um die blutgierigen Mücken wegzuhalten. Der Keil war nicht zu finden. Joe begann im Werkzeugkasten herumzuwühlen und fand einen alten Ravennagel. Justin fachte ein Holzfeuer an und legte grüne Zweige der Palmetto's darauf. Der Rauch hielt die Mücken weg, aber er brannte den beiden wie Pfeffer in den müden Augen. -Joe feilte wie besessen; aus dem Ravennagel wollte er einen provisorischen Keil machen. Wie Furien jagten die Cars an der sonderbaren Gruppe vorüber. Allmählich wurden es Von J. Frey. immer weniger. Justin schaute auf die JJhr. Mitternacht war schon längst vorbei. Joe war schweissbedeckt. Ihm war es sehr daran gelegen, dass der besagte Plan am Morgen in Vero Beach war. Denn der Staatsingenieur war eingeladen, sowie einige Spekulanten. War der Plan nicht da, so konnten auch die Vermessungen nicht vorgenommen werden und Kenneth Stoll hatte einen Schaden von beinahe tausend Dollars zu gewärtigen. Kenneth zahlte ihm ein anständiges Gehalt, auch Justin war zufrieden. Wäre es nicht für die grenzenlose Vergesslichkeit des Chefs, so wäre der Dienst angenehm. Endlich war der provisorische Keil einmontiert, das Rad in Ordnung, und Justin fuhr \ wieder los. In Daytona stoppte er. Ohne Joe zu wecken, holte er die Blechtube aus dem Bureau und fuhr wieder dem Süden zu. In Titusville wurden sie von einer Polizeipatrouille ' angehalten. Der festschlafende Joe wurde unhöflich aus dem Wagen gezerrt und das Fahrzeug einer strengen Alkohol-Kontrolle unterzogen. Man verdächtigte sie als Alkohol- '. Schmuggler. Alles wurde geöffnet, nur die ' Blechtube nicht. Enttäuscht entschuldigten sich die Beamten und Justin rasselte wieder davon. ; Vom Meer her wehte eine kühle Morgenbrise. Der Mond war untergegangen. Ueber dem östlichen Horizont draussen, über den grenzenlosen Wassern, tauchte ein fahler Streifen aus dem Meere. Justin hielt an. Er ' konnte den ihn überwältigenden Schlaf nicht mehr abwehren. l * V Es war nach vier Uhr, als der alte Ford in Vero durch die stillen Strassen lärmte und nach dem Feldlager der Ingenieure hinüberschaukelte. Kenneth Stoll kam hastig aus seinem Zeit auf den Wagen zugelaufen, griff nach der heissersehnten Blechtube, in der sich die Karte befand. Er öffnete. Sie war leer. Die drei standen wie vom Schlage gerührt. Jeo schaute einmal auf die leere Tube, dann wieder Justin hinüber. Kenneth starrte seine beiden Angestellten mit einem vernichtenden Blicke an. Das Summen eines kraftvollen Motors weckte die drei aus ihrer Baffheit. Der Mechaniker brachte Kenneth seinen schönen Wägen zurück. Es sei da eine Rolle Papier unter dem Hintersitz bei dem Werkzeug gelegen. « Der Plan! » schrie Kenneth und schlug sich auf die Stirn, « den hab' ich ja gestern irrtümlicherweise unter den Sitz geschoben. » Das Olympische Dorf von Hauptmann Fürstner, Kommandant des olympischen Dorfes, Berlin Bei allen früheren Olympiaden war die Unterbringung der Teilnehmer eine schwierige Angelegenheit. Die alten Griechen pflegten die Wettkämpfer vor Beginn der Spiele drei Wochen lang einzuschliessen, um sie, fern von ihrer zivilen Tätigkeit und fern von jeglichem Publikum auf die Arbeit des Kampfes sich vorbereiten zu lassen. In Los Angeles versuchte man vor vier Jahren etwas Aehnliches. Man schuf ausserhalb der Stadt ein Olympisches Dorf mit 500 Häuschen von denen jedes zwei Schlafstellen enthielt. Ausserdem war jeder Nation eine Küche, ein Speisesaal, ein Postbureau, ein Dampfbad usw. zugeteilt. Die Leitung der Berliner Olympischen Spiele hat auf allerhöchste Anordnung Truppen der Reichswehr zur Verfügung gestellt bekommen, denen der Bau des Olympischen Dorfes übertragen wurde. Ausserhalb der geräuschvollen Viermillionenstadt, bei Döberitz, wurde ein Gelände von 550000 Quadratmeter für das Wohnviertel der Wettkampfteilnehmer ausersehen und in den errichteten Behausungen finden die Wettkämpfer alles, was sie wünschen und nötig haben. Inmitten von Wald und Wasser, Heide und Wiesen, 15 Autominuten von der 100,000 Zuschauer fassenden Reichssporthalle erhebt sich das Olympische Dorf, das von einer Gruppe von Architekten im Auftrag der Reichsbehörden errichtet worden ist. Das Olympische Dorf enthält 140 Wohnhäuser, von denen jedes den Namen einer deutschen Stadt trägt. Jedes Haus weist 8 bis 12 Zimmer auf, ausserdem einen Saal mit Veranda, Küche und was sonst noch an Annehmlichkeiten zu einem komfortablen, modernen Haus gehört. Pdzu kommt noch ein künstlicher Teich mit 6000 Quadratmeter Oberfläche, und die , eine Uebungspiste von 400 m Länge. Die Verpflegung wird durch den Norddeutschen Lloyd besorgt. Jedem Haus stehen zwei Stewards zur Verfügung. Dass dem an der Route Berlin-Hamburg gelegenen Olympischen Dorf, das mit Fug und Recht das modernste Dorf der Welt genannt werden darf, auch ein eigenes Postbureau nicht fehlt, ist selbstverständlich. Es sind alle Anstalten getroffen, um den Teilnehmern an den Olympischen Spielen, auf die heute die Augen der ganzen Welt gerichtet sind, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. v i Das Steigen hat Dich hergenommen, Bast «wie man sagt ,,'nen Ast" bekommen, Ein Favraud***-Schluck tat sicher gnt, Schafft neue Kraft und «frischen Mut. COGNAC J. FAVRAUD & CIE. *** erstklassig RUM CORUBA N. P. 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