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E_1936_Zeitung_Nr.062

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„Stoeik dex oßem , Zehntausend" In Nummer 61 der «AR» ist eine Notiz aus dem «Eisenbahner» abgedruckt, in der dem Personenautomobil eine Referenz gemacht und erklärt wird, es stelle kein Luxusgerät mehr dar und gehöre zum Geschäftsbetrieb •wie Maschinen, Werkzeuge usw. Daran wird die Hoffnung geknüpft, es möge sich bei diesem Eingeständnis nicht etwa um ein Versehen der Redaktion, sondern um die tatsächliche Anerkennung der Bedeutung des Motorfahrzeugs als Erwerbsmittel handeln. In diesem Zusammenhang muss eine Artikelserie beachtet werden, die Professor Marbach unter dem Titel «Der dritte Weg» in der «Schweizerischen Metallarbeiterzeitung» veröffentlicht hat. Der Schreibende vertritt darin die Ansicht, es sei vollkommen zwecklos, gegen das Personenautomobil Sturm zu laufen. Dieses habe die Sympathie der grossen Bevölkerungskreise für sich. Er regt daher an, die Eisenbahner sollten zusammen mit den Automobilisten Front gegen den Lastwagen machen. Dieser sei auch den Privatautomobilisten ein Dorn dm Auge. Ausserdem habe das Automobilgewerbe, das einige Tausend Mann beschäftige, am Lastwagen kein Interesse, da dieser in der Regie der Unternehmer repariert werde. Es ist unschwer, den Zusammenhang zwischen den Artikeln in der «Metallarbeiter-Zeitung» und im «Eisenbahner» zu erkennen*. Der Kampf um die Benzinzollerhöhung, die Schaffung der Via Vita und der 5. Juli haben offenbar in den Kreisen der Gewerkschaften ihren Eindruck nicht verfehlt. Man hat dort erkannt, dass es nicht so einfach ist, die geschlossene Masse aller Strassenverkehrsinteressenten zu bekämpfen und das Auto in allen seinen Formen zur Milchkuh der Bundesbahnen zu benutzen. Also gehf man zur alten Taktik über und sucht die Gegner zu trennen, um sie dann einzeln leichter bodigen zu können. Zuerst soll also der Lastwagen an die Reihe kommen, denn die Zahl der Lastwagenbesitzer ist kleiner als jene der Besitzer von Personenautomobilen und, Motorrädern. Ist man mit ihnen fertig, so kann man auch die anderen angreifen. Schon früher hatte man mit diesen Praktiken Erfolg, warum soll es nicht auch jetzt gelingen ? Nun ist aber einmal zu sagen, dass die Motorfahrzeugbesitzer in der Gesamtheit zur Genüge erfahren haben, welches Interesse Bahnen und Behörden an ihnen haben. Die Sprengung der Einheitsfront wird daher nicht gelingen, mögen die von der Eisenbahnerseite her kommenden Töne auch noch so angenehm klingen. Die Lehren des letzten Jahres sind noch nicht vergessen. Dann muss sich Prof. Marbach aber auch daran erinnern, dass das schweizerische Automobilgewerbe nicht allein von den Personenautomobilen lebt. Es gibt eine grosse Reihe von Garagen, die ausschliesslich oder grössten Teils am Lastwagen interessiert sind. Daneben existiert auch eine schweizerische Lastwagen- und eine Hilfsindustrie, die elektrische Anlagen, Räder, Reifen, Kühler, Rahmen, Press- und Stanzteile, Gussteile, Leder usw. herstellt. In diesen beiden Branchen sind 6000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Ausserdem haben wir eine Karosserieindustrie, die neben den Gesellschaftswagenkarosserien auch Lastwagenaufbauten herstellt. In diesem Erwerbszweig sind für den Lastwagen wenigstens 1000 Personen mit Arbeit versorgt. Nicht zu vergessen schliesslich die rund 20,000 Lastwagen- und Gesellschaftswagenführer und Begleiter, die ebenfalls verdienen und leben Seine Lippen bewegten sich unter ihrem Finger, und sie meldete: «Ja.» «Wollen Sie etwas Fleisch haben?» lautete die nächste Frage. «Nein», verkündete sie. «.Brühe?» «Ja, er möchte etwas Brühe haben,» sagte sie und blickte zu mir auf. «Bis sein Gehör völlig versagt, werden wir uns mit ihm verständigen können. Dann —» Sie sah mich mit einem seltsamen Blick an. Ich sah, 'wie ihre Lippen zitterten und ihr die Tränen in die Augen stiegen. Sie wankte, und ich fing sie in meinen Armen auf. N «Ach, Humphrey,» schluchzte sie, «wann wird dies alles ein Ende haben? Ich bin so müde, so müde.» Als der Fockmast stand, machte die Arbeit sichtliche Fortschritte. Fast ehe ich es wusste, und ohne dass ich mich besonders angestrengt hätte, war der Grossmast eingesetzt. Dann wurde die Piek am Fockmast angebracht, und einige Tage später befanden sich alle Stags und Wanten an ihren Plätzen. Toppsegel wären für eine nur aus zwei Köpfen bestehende Mannschaft nur gefährlich gewesen, und so heisste ich die Marsstengen an Deck und machte sie fest. zuletzt im Interesse der Landesverteidigung, radikal geändert. In der Schweiz jedoch soll :der Benzinkonsument neuerding sogar für die Fehlkalkulationen der eidg. Alkoholverwaltung, für die Folgen der einseitig zugunsten eines besonders protektionierten Erwerbszweiges zugeschnittenen Alkoholgesetzgebung aufkommen. Dass die Motorisierung hiedurch erneut gedrosselt wird, scheint bedeutungslos zu sein. Auch eine Erhöhung des Benzinpreises auf 70—75 Rp./Liter als Folge einer eventuellen eidg. Verkehrssteuer vermag man anscheinend nur in fiskalischer Beleuchtung zu sehen. Wen kümmert es, wenn hiedurch eine Bevorzugung der Luxusfahrzeuge und eine Benachteiligung der dem Erwerb dienenden Vehikel entsteht, wenn der Zug zum benzinsparenden Kleinwagen noch schärfere Formen annimmt ? Wer zieht in Betracht, dass sich für militärische Zwecke in unserem Terrain derartige Wagen kaum verwenden lassen, dagegen mittel- bis hochpferdige Personenwagen, von Last- und Gesellschaftsautomobilen für Personen- und Materialtransporte ganz abgesehen, am besten eignen ? Man erkennt, welch grosser Unterschied zwischen der Motorfahrzeugbesteuerungsmethode eidgenössischer und kantonaler Behörden und den tatsächlichen Bedürfnissen "unserer Armee hinsichtlich zivilem Fahrzeugbestand vorhanden ist. Die Belange der Landesverteidigung stehen heute unbedingt im Vordergrunde. Die zur Auflage gelangende Wehranleihe aber wird ihrem Zweck nur dann gerecht, wenn militärische Forderungen schon zu Friedenszeiten in Rechnung gestellt und die Sicherheit des Landes derart praktisch vorbereitet wird. Nun dürfte aber der Staat mit Rücksicht auf seine gegenwärtige Finanzlage sich kaum die Haltung eines eigenen, teuren Motorwagenparkes erlauben können und sollte er sich einst event. infolge einer weiter fortschreitenden Schrumpfung der privaten Motorfahrzeugbestände zu dieser Notlösung gezwungen sehen, dann wären auf jeden Fall Mittel erforderlich, die die Auflage weiterer Wehranleihen erheischten. Es ist demnach höchste Zeit, dass man im Bundeshaus Theorie und Praxis endlich wollen. Aber was kümmern den Herrn Professor diese 27,000 Menschen, wenn es um das Wohl des Bundesbahnpersonals geht? Das Unglaubliche dabei ist nur, dass die «Metallarbeiter-Zeitung» seinen Artikel, der gegen die Interessen der Metallarbeiter geht, aufgenommen hat. Aber in den Gewerkschaften dominieren die Bisenbahner. Da haben die anderen, die nicht so gut Organisierten, die nicht so gut Bezahlten, die nicht^so herrlich Versicherten, das Maul zu halten. Wenn die Eisenbahnen wieder blühen, können die Arbeitsloswerdenden bei den Bahnen Unterkunft finden, so tröstet sie Herr Marbach. Aber erstens einmal blühen sie nicht und zweitens behauptet die Generaldirektion der Bundesbahnen bei jeder Gelegenheit, die Bahn könnte ohne Personal- und Materialvermehrung bedeutend grössere Transportleistungen übernehmen. i Nein, Herr Professor, die Rechnung ist falsch. Mag man die in den Gewerkschaften so sehr gerühmte Solidarität der Berufstätigen zu Gunsten der Eisenbahner auch opfern, die Solidarität der Automobilisten wird man nicht mehr erschüttern. Sie ist teuer bezahlt worden, hält dafür aber auch entsprechend. Und AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 31. JULI 1936 — N° 62 Landesverteidigung und Motorisierung (Sohluss von Seite 1) wenigstens auf dem Gebiete des motorisierten Strassenverkehrs in Uebereinstimmung bringt. Diese dringende Erfordernis setzt vermehrten Einfluss der militärischen Instanzen auf alle Fragen der Motorisierung, und zwar auch' in ihren indirekten Auswirkungen, als Gestaltung des Benzinpreises, Alkoholbeimischung, Ersatzbrennstoffe, Zollpolitik usw. voraus. Es genügt nicht, dass diese Instanzen auch künftighin lediglich als technische Berater beigezogen werden, nein, sie haben als Begutachter der von den Behörden zu ergreifenden Massnahmen bezgl. deren direkten und indirekten Auswirkungen auf die gesamte Landesverteidigung zu amten. Ausschlaggebend dürfen einzig die Interessen bestmöglicher Landesverteidigung sein! Gerade die eidgenössische Verkehrssteuer lässt sich wohl von landwirtschaftlichen, niemals aber von militärischen Erwägungen aus verantworten. In Kürze liegt das Wehranleihen zur Zeichnung auf. Wohl nicht zuletzt von den Benzinkonsumenten und Motorfahrzeugbesitzern erwarten die Bundesväter ein beträchtliches Scherflein, denn nach Ansicht des eidgenössischen Finanzministers handelt es sich dabei um eine kapitalkräftige Klasse, die eine weitere Belastung, beispielsweise den Alkoholrappen, gut ertragen können. So einmütig, als diese Kreise am 5. Juli 1936 dem eidgenössischen Steuervogt die Stirn böten und Schluss mit der Alkoholmisswirtschaft verlangten, so einmütig werden sie diesem Rufe des Vaterlandes Folge leisten. Gerade deswegen aber haben sie ein Recht darauf, zu verlangen, dass die eidg. Motorfahrzeugsteuerpolitik mit den Interessen und Erfordernissen der Landesverteidigung in Einklang gebracht werde, welche lauten: Vermehrten Einfluss der Generalstabsabteilung, und zwar tatsächlichen und nicht nur theoretischen, auf die Gestaltung der einheimischen Motorfahrzeugwirtschaft! Die diesbezüglichen Richtlinien sind vom neuen Chef des Generalstabes klipp und klar umschrieben worden: Restlose Ausnützung des schweizerischen Motorfahrzeugbestandes für die neue Truppenordnung! Wy. dann soll nicht vergessen werden, dass nahezu alle Lastwagenbesitzer auch Personenautomobile ihr eigen nennen. Auch dieser Kitt hält. Die Automobilisten aber werden zu jenen stehen, die Herr Professor Marbach aufgeben will, zu den Arbeitern der Automobil-, Bestandteil- und Karosserieindustrie und zu der grossen Masse der Wagenführer und Fahrzeugbegleiter. Sie werden nicht nur um ihren Fahrzeugbesitz und um die Freiheit des Verkehrs kämpfen, sondern auch um die Arbeitsmöglichkeit ihres Personals und damit um den Weiterbestand der Wirtschaft. Wir haben an 100,000 Arbeitslosen genug, wir wollen sie nicht noch um einen Drittel vermehren. K. P. Ein Auto, das seitwärts fährt. Ein in New Jersey lebender Ingenieur soll eine Vorrichtung konstruiert haben, mittels derer es möglich ist, einen stehenden Wagen nach der Seite zu bewegen; hierfür sorgen zwei parallel zur Längsachse des Autos angebrachte Räderpaare unter dem Wagen, die durch einen Hebeldruck auf den Boden gelangen und nachher wieder emporgezogen werden. Dem Vernehmen nach interessieren eich führende Fabriken-für das Patent, da ein Wagen, der sich nach der Seite bewegen kann, im Grosstadtverkehr (besonders beim Parken in engen Reihen) beweglicher und damit den andern Wagen überlegen ist. Noch einige Tage brauchten wir, um die Segel fertigzustellen und festzumachen. Wir hatten nur drei: Klüver-, Fock- und Grosssegel, und geflickt, verkleinert und formlos, wie sie waren, passten sie nur schlecht zu eineim so schöngebauten Fahrzeug wie die «Ghost». Was Wolf Larsen betraf, so hatte sich sein Befinden wenig geändert, ausser der -Tatsache, dass seine Taubheit zunahm und die Bewegungen seiner Lippen immer schwächer wurden. An dem Tage aber, als wir mit den Segeln fertig wurden, vernahm ich das letzte Wort, und die letzte Bewegung seiner Lippen hörte auf — aber nicht, ehe er auf meine Frage: «Sind Sie voll und ganz da?» noch einmal «Ja» geantwortet hatte. Die letzte Leine war gekappt. Irgendwo in der Grabkammer des Fleisches weilte noch die Seele des Mannes. Umschlossen vom lebendigen Lehm* brannte diese starke Intelligenz, die wir gekannt hatten, aber sie brannte in. Schweigen und Finsternis. Und sie war körperlos geworden. Sje wusste nichts mehr von> ihrem Körper. Sie kannte keinen Körper. Sie kannte nur sich selbst und die Weite" und Tiefe von Ruhe und Dunkelheit. Der Tag unserer Abreise kam. Es gab nichts mehr, das uns auf der Mühsalinsel zurückgehalten hätte. Die verkürzten Masten der «Ghost» waren an ihrem Platze, die Segel festgemacht. Alles, was ich geschaffen, war stark, nichts davon j^ar schön, aber ich wusste, dass es leisten würde, was es sollte. «Das habe ich gemacht! Mit meinen eigenen Händen!» Das hätte ich am liebsten laut hinausgeschrien. Aber Maud und ich hatten die wundersame Fähigkeit, einer die Gedanken des andern auszusprechen, und als wir nun darangingen, das Grosssegel zu setzen, sagte sie: «Und .dass Sie das allein mit Ihren eigenen Händen gemacht haben, Humphrey!» «Aber es waren noch zwei Hände da,» antwortete ich, «zwei kleine Hände.» Sie hielt mir lachend die Hände entgegen. «Ich werde sie nie wieder sauber bekommen», klagte sie, «und sonnenverbrannt werden sie wohl mein ganzes Leben bleiben.» «Dann werden der- Schmutz und die sonnenverbrannte Haut Ihr Ehrenzeichen sein», sagte ich und nahm ihre Hände in die meinen, und trotz aller guten Vorsätze würde ich die beiden teuren Hände geküsst haben, hätte sie sie nicht schnell zurückgezogen. Unsere Kameradschaft stand auf schwachen Füssen. Ich hatte meine Liebe lange und stischer Eine eigenartige Lärmdämpferkonkurrenz. In England fand kürzlich» eine Lärmdämpfer-Konkurrenz statt. Zur Erprobung kam eine genau vorgeschriebene Betonsorte, denn die Schalldämpfung bezog sich auf pneumatische Werkzeuge, wie sie zum Aufreissen der Strassen verwendet werden und deren Lärm ja bekanntlich viel ärger und unangenehmer ist als der des Trams und aller Autos und Motorräder zusammen. Hochkonjunktur bei Steyr. Die österreichischen Steyr-Werke haben gegenwärtig unter einer Hochkonjunktur zu «leiden », indem 5000 Mann tagaus tagein ih zwei Schichten arbeiten müssen, um den eingehenden Bestellungen nachzukommen. Und bei uns? Ein « Sicherheitskreuzzug ». Die Behörden und Verkehrsverbände von Kanada haben beschlossen, mit allen Mitteln dem weiteren Ueberhandnehmen der Autounfälle einen Riegel vorzuschieben. Es wurde ein «Sicherhe'its-Kreuzzug» von fünfjähriger Dauer proklamiert, als dessen Ziel die Ausrottung des Verkehrsunfalles bezeichnet wird. Rennpiste zu verkaufen ! Die vor einigen Jahren bei Marseille erbaute Autobahn von Miraihas war seit ihrem Bestehen nur selten der Schauplatz sportlicher Veranstaltungen. Sie wäne beinahe in Vergessenheit geraten, wenn man sie nicht kürzlich im Zusammenhang mit d f em Dreistundenrennen von Marseille wieder einmal genannt hätte. Nunmehr werden für diese Piste Käufer gesucht. Da die Rendite dieser Autobahn, auf welcher bereits Unkraut en masse gedeiht, um den Nullpunkt herumschwankt, ist es durchaus begreiflich, dass sich bis heute noch niemand für deren Uebernahme interessiert hat. Vor der Gründung der ersten jugoslavischen Autofabrik. Nach jahrelangen Bemühungen sieht es nunmehr so aus, als ob das Projekt über den Bau einer jugoslawischen Autofabrik Wirklichkeit werden soll. Eine Bankengruppe hat mit dem Staat einen Vertrag geschlossen und sich zu einer Mindestproduktion verpflichtet, sofern der Staat seinerseits die Abnahme einer bestimmten Anzahl von Wagen garantiert. Die Autofabrik wird namentlich von Militärkreisen als nationale Notwendigkeit bezeichnet, da die Motorisierung der jugoslawischen Armee noch nicht weit vorgeschritten ist und eine Materialergänzung aus dem Auslande gerade im Ernstfalle für das Heer nicht in Betracht kommt. AKTUELLES Nach dem 5. Juli. Die Audienz beim Bundesrat nicht vor Ende August? Dem Vernehmen nach ist bei der Via Vita endlich die Antwort des Bundesrates auf deren Brief von Mitte Juli eingetroffen, worin sie um eine Audienz nachgesucht hatte. Dazu erfahren wir von einem unserer Mitarbeiter, Herr Bundesrat Meyer hätte ihm erklärt, dass die' Aussprache auf keinen Fall vor Ende August stattfinden könne. Man lässt uns also warten. Sehr lange warten sogar. Will man die Angelegenheit zuerst noch < erdauern »? Wenn ja, dann muss man sich im Bundeshaus auf eine prompte Reaktion der Benzinkonsumenten gefasst machen. Sie haben die Protestaktion vom 5. Juli nicht durchgeführt, damit man sich zuständigenorts darüber hinwegsetze. Mit der Politik der « langen Bank» schafft man kein Vertrauen, auch wenn man immer wieder daran appelliert. gut beherrscht, aber jetzt drohte sie mich zu überwältigen. Gegen meinen Willen hatte sie eigenmächtig meine Augen zum Sprechen gebracht, und nun überwand sie auch meine Zunge — und meine Lippen dazu, denn sie sehnten sich in diesem Augenblick wie wahnsinnig danach, die beiden Händchen zu küssen, die so treu und schwer gearbeitet hatten. «Wir bekommen den Anker hier nie herauf, es ist zu eng», sagte ich, «wir müssen zuerst aus den Schären heraus sein.» «Was machen wir da?» fragte sie. «Wir kappen ihn», lautete meine Antwort, «und während ich es tue, müssen Sie Ihre erste Arbeit am Spill verrichten. Ich muss sofort ans Rad, und gleichzeitig müssen Sie den Klüver setzen.» Dies Manöver hatte ich mindestens zwanzigmal durchdacht, und ich wusste, dass Maud imstande war, das unentbehrliche Segel zu setzen. Ein frischer Wind wehte gerade in die Bucht herein, und wenn auch das Wasser ruhig war, so mussten wir doch mit äusserster Schnelligkeit arbeiten, um sicher hinauszukommen. (Fortsetzung folgt)

N° 62 -> FREITAG, 31. JULI 1936 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten 3M 3"2 Wachen Grosser Preis der Schweiz Was muss ein Grand-Prix-Besucher wissen? Für den Besucher einer grossen Veranstaltung, •wie ee der Grosse Preis der Schweiz für Automobile am 23. August in Bern Ht, gehört es stets zu den Annehmlichkeiten, genau über alle Möglichkeiten der Zureise, der Unterbringung, der Zutrittskarten-Beschaffung usw. unterrichtet zu sein. Diesem Bedürfnis kommt die Propagandaßtelle des Grossen Preises mit der Herausgabe einer sehr hübschen, And alle notwendigen Angaben enthaltenden Drucksache entgegen. Der gut illustrierte Faltprospekt kann an den zahlreichen Vorverkaufsstellen, in den wichtigsten Reisebüros und beim Rennsekretariat des Grossen Preises der Schweiz, Waisenhaueplatz 2 in Bern, bezogen werden. Er enthält Angaben über die Extrazüge der Schweizerischen Bundesbahnen und der übrigen Bahnen, über den Quartier- und Auskunftsdienst, über die Preise der Berner Hotels, die Vorverkaufsstellen, die beste Lage der Sitz- und Stehplätze, wie der Parkplätze für die Automobile und Motorräder. Natürlich sind auch Angaben über die Eintrittspreise und das genaue Programm der Trainings- und Renntage, ein Streckenplan und das Goldene Buch des Grossen Preises der Schweiz beigegeben. Der Prospekt ist in einer Grossauflage in deutscher und französischer Sprache erchienen. Automobilrennen und Autobau. Wenn es möglich wäre, die Gedanken der Tausende zu lesen, welche am 22. und 23. August den grossen Automobilrennen beiwohnen werden, die anlässlich des III. Grossen Preises der Schweiz auf der Bremgarten-Rundstrecke in Bern zum Austrag kommen, so würde man sicher auf die verschiedensten Gedankengänge stossen. Sicherlich ist nicht daran zu zweifeln, dass die grosse Masse hauptsächlich aus zwei Gründen unseren Grand Prix besucht: Einmal der unerhörten Sensation wegen, die ein modernes Automobilrennen mit seinen Spitzengeschwindigkeiten, den hochentwickelten Maschinen und den heulenden Kompressoren darstellt; vieleicht auch um der Kühnheit willen, mit welcher die Grossen des internationalen Automobilsportes ihre Maschinen • steuern. Viele werden sicherlich aus sportlichem Interesse am Kampf erscheinen. Nur wpnige der Zuschauer aber werden sich über die technische Seite eines solchen Rennens Rechenschaft geben. Denn es gibt immer noch Leute, welche der Meinung sind, dass zwischen einem Rennwagen und einem Gebrauchs-Automobil keine Verbindung bestehe. 'Diese Annahme ist jedoch irrig. Tatsächlich hat gerade die Automobil-Industrie, welche heute Gebrauchswagen in grossen Serien herstellt, je und je von den Rennerfahrungen gelernt und profitiert. Es ist interessant, in diesem Zusammenhang die Ansichten eines Berufenen zu hören. In einem Interview äusserte sich Oberingenieur tfeubauer, Rennleiter der Daimler-Benz A. G. ungefähr wie folgt: «Der Einfluss der Rennwagen-Konstruktion auf den Gebrauchswagen ist unverkennbar. Gewiss sind die Verbindungen zwischen beiden nicht so, dass ; Teile des Rennwagens direkt im Personenwagenball verwendet werden können. Aber der Rennwagen, welcher seinem Konstrukteur Aufgaben stellt, die dessen Erfindergeist und Konstruktionstalent frei spielen lassen, ohne Rücksicht auf Verkaufsargumente, Preisgestaltung, Raumgestaltung der Karosserie etc., fördert ganz unzweifelhaft Erfahrungen zu Tage, welche sich später nutzbringend im Bau des Gehrauchswagens anwenden lassen. Früher war der Rennwagen von gestern fast stets der Gebrauchswagen -von morgen. Heute ist er zum eigentlichen Studienobjekt geworden, das es dank seiner phantasievollen Gestaltung erlaubt, wichtige Maschinenteile und Erfindungen zu erproben. So_ hat erst der Rennwagen die Wichtigkeit und den Nutzen der Vollschwingachsen auch für den Gebrauchswagen bestätigt. Es erwies sich, dass bei Geschwindigkeiten von mehr als 300 km eine vollkommen einwandfreie Strassenhaltung erzielt werden konnte. Eines der wichtigsten Konstruktionselemente, dessen Studium erst der Rennwagen ermöglichte, ist der Kompressor, die Ueberladevorrichtung, aus welcher in erster Linie der Flugzeugbau willkommene Erfahrungen schöpfte. Aufbauend auf den praktischen Studien der deutschen und italienischen Fabriken hat sich jetzt ja auch die amerikanische Industrie, die sich in der Gross- Serienfabrikation nicht auf Experimente einlassen kann, dem Kompressor zugewendet und Bugatti äusserte erst neulich, dass er der Ansicht sei. dass in 10 Jahren kaum meh-r ein Wagen ohne Kompressor zu finden sein werde, weil man auf diese verhältnismässig einfach zu erlangende Leistungssteigerung nicht werde verzichten wollen. Sehr wertvolle Erfahrungen wurden am Rennwagen mit den Bremsen gemacht Jeder Praktiker weiss, wie lästig es ist, seine Bremsen nachstellen lassen zu müssen. Die Rennpraxis hat nun ergeben, das Abhilfe möglich ist. Gegenwärtig wird eine neue automatische Nachstellvorrichtung ausprobiert und den höcHsten Anforderungen ausgesetzt, welche in Zukunft zweifellos eine wertvolle Bereicherung des Gebrauchswagens darstellen wird. Aeusserst wertvoll ist der Rennbetrieb für den Konstrukteur, weil er ihm erlaubt, auf Grund von Höchstbeanspruchungen die Haltbarkeit und Abnützung der einzelnen Konstruktionsteile festzustellen. Wenn die Wägen nach einem Rennen zerlegt werden, so ergeben sich fast immer neue Erkenntnisse bezüglich des Materials, welche sich im Serienbau des Gebrauohswagens ausnützen lassen und zu seiner erhöhten Sicherheit beitragen. Im Motorenbau sind unter dem Einfluss der internationalen Rennformel, welche bei beschränktem Gewicht eine bestimmte Karosseriebreite vorschrieb, um gleiche Voraussetzungen für die Ueberwindung des Luftwiderstandes zu schaffen, gleichfalls eminente Fortschritte erzielt worden, indem es gelang, immer leichtere und trotzdem immer leistungsfähigere Motoren zu bauen, welche auch bei beschränktem Volumen eine Höchstleistung hergeben. In dieses Kapitel der Rennerfahrungen und ihre Beziehungen zum Personenwagen gehört natürlich auch die Brennstoffchemie, ferner die Kerzenfrage und vor allem auch die Reifenfrage. Es würde zu weit führen, auf all diese Spezialgebiete einzugehen. Nur das sei wiederholt festgestellt, dass der Wert der Rennerfahrungen für den Gebrauchswagenbau ausserordentlich ist und letzten Endes dem Käufer zugute kommt, der alle die grossen Vorteile des technischen Fortschrittes und unter schwersten Bedingungen erprobte entscheidende Vervollkommnungen geniesst. » Diese Feststellungen eines hervorragenden Fachmannes weisen deutlich auf den Wert der Rennen nach dem Muster des Grossen Preises der Schweiz hin, welche diese neben der sportlichen und wirtschaftlichen Bedeutung besitzen. Autoschecks für den Berner Grand Prix. Das englische Reiseunternehmen der Autocheques Ltd. London hat für die sportfreudigen englischen Automobilisten insofern eine interessante Neuerung geschaffen, als sie dieses Jahr spezielle Hotelarrangements für den Besuch der wichtigern kontinentalen Automobilrennen geschaffen hat. So für das 24- Stunden-Rennen von Le Mans, die Grossen Preise von Frankreich, Belgien und Deutschland, sowie für den Grossen Preis von Bern. Für dieses letztere Rennen ist eine siebentägige Reise vorgesehen, wofür sich die Kosten pauschal auf 12% englische Pfund stellen. Darin ist auch die Ueberfahrt über den Kanal mit allen Zolldbkumenten, Garagespesen, Trinkgeldern etc. inbegriffen. V Erste schweizerische Radiostafette. Die Herren Direktor von Reding und Sekretär Leimbacher von der schweizerischen Rundspruchgesellschaft orientierten die Pressevertreter am letzten Freitag über Zweck und Durchführungsbestimmungen der Schweiz. Radiostafette. Sie findet am Sonntag, den 13. September statt und ist als Auftakt zu der diesen Herbst erstmals organisierten schweizerischen Radio-Woche gedacht. Aus dem letzte Woche veröffentlichten Reglement geht hervor, dass die Veranstaltung als eine der grössten sportlichen Anlasse gewertet werden darf, die in unserem Lande je zur Durchführung kamen. An dem Rennen beteiligen sich die Mannschaften der sechs regionalen Radiostudios. Jedes Studio ernennt einen Mannschaftschef, der ^nit der Zusammenstellung der Equipe betraut ist.'Die Equipen JETZT, VOR IHRER FERIEN-REISE HEUE KERZEN EINSCHRAUBEN VON BOSCH bestehen aus 9 Läufern, 10 Radfahrern, 1 Flieger, 2 Motorradfahrern, 2 Gehern (wovon einer mit Militärpackung), 2 Schwimmern 1 ! 1 Automobilist und 1 Ruderer, total 28 Personen. Jede Mannschaft hat ihre Stafette in der kürzesten Zeit über folgende Strecke zu bringen: Bern (Start), Lugano, Bellinzona, Zürich (Allmend), Dübendorf, Basel, Genf, Lausanne, Bern (Ziel). Die siegende Mannschaft gewinnt das goldene Mikrophon. Die originelle Idee, die Beteiligung zahlreicher Sportdisziplinen, dieses Rennen auf der Erde, zur Luft und auf dem Wasser, das in einem Tag um die ganze Schweiz führt, hat etwas Sensationelles. Von den ausländischen Sportkreisen und den Radio- Organisationen wird die Schweiz. Radiostafette mit grösstem Interesse verfolgt, weshalb der ganzen- Veranstaltung eine ausserordentliche propagandistische Wirkung für den Tourismus unseres Landes zukommt. Als Rennleiter wird Herr Henri Pillichody, Direktor der Alpar A.-G. Bern funktionieren. Das Ehrenkomitee wird von Hrn. Oberstkorpskommandant Guisan präsidiert. Die Direktoren der schweizerischen Studios haben mit der Zusammenstellung und dem Training der Equipen eine Reihe hervorragender Sportleute betraut. Das Studio Genf ernannte zu seinem Equipenchef den langjährigen, unermüdlichen Präsidenten der Sportkommission des A. C. S., Jules Decrauzat, das Studio Zürich den bekannten Ballon- Piloten Dr. Tilgenkamp, das Radio Svizzera Italiana Dr. Olgiati, Studio Lausanne Paul Denier, das Studio Bern Sportflieger Lauri und Basel Willy Dürr, Sportlehrer an der Basler Universität. Bereits hat das Organisationskomitee die ersten Nennungen erhalten. S|9«»a*t iwm J&uslanncl Rückblick auf den Grossen Preis von Deutschland. Mit ihrem Doppelsieg durch Rosemeyer und Stuck, mit dem vierten Platz Hasses — der für den erkrankten Varzi einsprang — und dem sechsten Delhis, hat die Auto-Union einen Erfolg errungen, wie er vollständiger kaum gedacht werden kann. Damit zieht die Zschopauer Firma als Favorit in die bevorstehenden Grosskämpfe. Der Ausgang der «Schlacht» auf dem Nürburgring hat dargetan, dass die Wagen der Auto-Union heute restlos «fit» sind und die Gebresten abgelegt haben, die einem so delikaten Organismus anhaften, wie ihn der moderne Rennwagen darstellt. Und man geht wohl kaum fehl mit der Annahme, dass es zum Teil auch die erstaunliche Zuverlässigkeit aller Teile des Wagens war, welche den Neulingen Hasse und Delius erlaubte, sich so überraschend gut aus der Affäre zu ziehen. Eine gewisse Abklärung hat Kein Versagen mehr! Sie und Ihr Motor werden sich freuen. Für jeden europäischen oder amerikanischen Motor die richtige Kerze. Verkauf durch alle Garagen, Mechaniker, Bosch - Dienste und Geschäfte der Branche. somit die gegenwärtige Situation im europäischen Rennsport nach dem 26. Juli unzweifelhaft erfahren. Wenn man aber, wie es in der italienischen Sportpresse geschieht, Mercedes nach dem schwarzen Tag, der ihm auf dem Nürburgring beschieden war, als vorläufig erledigt und seine Wagen als überholt hinstellt, wenn man die Untertürkheimer Firma für die kommenden Auseinandersetzungen ausschaltet, so schiesst man, will man uns scheinen, mit einem solchen Urteil denn doch etwas übers Ziel hinaus. Es bleibt immerhin nicht zu vergessen, dass Mercedes auf dem Nürburgring mit einem Wagen antrat, der dn gewissen Teilen eine vollständige Neukonstruktion bildete. Und wenn sich'dabei gewisse « Kinderkrankheiten » offenbarten, so sind sie eben dazu da, um überwunden und behoben zu werden. Deswegen aber Mercedes in Grund und Boden zu