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E_1936_Zeitung_Nr.064

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12 Automobil-Revue — N

12 Automobil-Revue — N c 64 eine völlig glatte Platte hinweg. Von einem mog* liehst erhöhten Standpunkt aus sichert der Vorausgehende. Mit angestemmten Füssen schreitet oder pendelt der zweite über die Platte hinweg, gewinnt gangbaren Fels, und sichert, wieder überhöhend, auf gleiche Weise den Quergang des zweiten, der unter Umständen von seinem zuerst innegehabten Standort aus wieder einige Meter absteigen muss. Ist Sicherung um eine Felszacke nicht möglich, so schlägt man in einem solchen Falle einen Mauerhaken. So erfolgt der Aufstieg unter abwechslungsweiser Sicherung. Wo schräg aufsteigende Risse die einzige Aufstiegsmöglichkeit bieten, da verschafft man sich am Fels den nötigen Halt, in- * dem man sich mit den Händen am Risse emporarbeitet, währenddem man die Sohlen gegen den Fels presst, so dass der Körper durch sein eigenes Gewicht gegen die Wand verstemmt ist. Mit Stemmtechnik klimmt man auch in engen Kaminen empor, wobei man den Körper oft nur unter grösster Bewegungsbehinderung höherschieben kann. Hier arbeitet man sich also mit Hilfe der Reibungskraft aufwärts, währenddem von einem Stand oder Griff oft keine Rede ist. Es gibt an der Wand eine ungemeine Fülle der verschiedenartigsten Anforderungen an die Geschmeidigkeit und Kunst des Kletterers. Der Aufstieg über einen Grat verlangt schon bei sogenannten mittelschweren Routen vollständige Schwindelfreiheit. Auf schwierigen Touren passiert man auf Graten und auch in den Wänden Stellen höchster Exponiertheit, wo die steilen Felsabstürze unter uns Hunderte von Metern messen. Die subjektiven Gefahren in den Bergen bestehen in einer ungenügenden Vertrautheit mit allen Anforderungen, welche die Kletterkunst an den Bergsteiger stellt. Diese Gefahren fallen für den gewiegten Kletterer fast ganz dahin. Die objektiven Gefahren, welche eine Tour, und speziell eine Klettertour bietet, bestehen auch für den gewandten Berggänger — aber der erfahrene Alpinist weiss ihnen auszuweichen und hat es gelernt, diese Gefahrenquelle für sich auf ein Minimum zu reduzieren. Er wählt zum Beispiel für den Anstieg nicht ein unter Umständen bequem gangbares Couloir, sondern steigt im freien Fels empor, weil die Couloirs erfahrungsgemäss oft eine Gefahrenzone für Stein- und Eisschlag darstellen. Auch brüchigem, sogenanntem krankem Gefels gegenüber trifft er seine besonderen Verhaltungsmassregeln, orientiert sich genau über die Witterungsverhältnisse und macht sich die vielen Erfahrungsschätze zunutze, die der Alpinismus in den letzten Dezennien gesammelt hat. Es gibt Besteigungen, die der übergrossen objektiven Gefahren wegen nie ausgeführt und nie begangen werden sollten (Grandes Jorasses-Nordwand, Matterhorn- Nordwand, Eigerwand usw.), sonst fordern sie immer und immer wieder ihre Opfer. Bei solchen Unternehmungen kann nicht mehr von gesundem Bergsteigen gesprochen werden, sondern nur noch von bedauerlichen Auswüchsen. Der Verzicht auf eine Unternehmung in den Bergen kann unter Umständen mehr bedeuten als die Ausführung selbst, und der Entschluss zum Verzicht stellt oft eine grössere Leistung dar und ist höher zu bewerten als die Durchführung einer Besteigung, bei der man weiss, dass grösste Gefahren lauern, die mit keiner Kunst zu umgehen sind. Für den Unkundigen sind die Gefahrenquellen in den Bergen so unversieglich wie die Gletscherbäche und oft sehr gross, bei einiger Besonnenheit und der Fähigkeit zum Verzicht am richtigen Platze aber nicht grösser als bei anderen sportlichen Betätigungen, zu deren ausreichender Erlernung es auch immer des Trainers, fortgesetzter Uebung und eines gesunden Geistes in einem gesunden Körper bedarf. Wer aber diese Bedingungen erfüllt, der soll Kraft und Mut in unseren schönen Schweizer Alpen üben und stählen, er wird damit sein Leben mit grossen und unvergesslichen Erlebnissen bereichern, die Schönheiten seines Vaterlandes immer mehr zu erkennen und zu würdigen verstehen. Otto Amstad. Der schnellste Mann der Welt Von Sir Malcolm Campbell: Sir MALCOLM CAMPBELL, der berühmte Rennfahrer, hat im September 1935 in Daytona mit 400 km Stundengeschwindigkeit alle eigenen Rekorde gebrochen und einen neuen Weltrekord aufgestellt. - Hier schildert er auf äusserst spannende Art ein Erlebnis aus dem Beginn seiner Laufbahn. Zu meinem ersten « Blauen Vogel » bin ich auf ganz merkwürdige Weise gekommen. Ich habe ihn nämlich beinahe von einem Misthaufen aufgelesen. Diesem Wagen verdanke ich einen der schrecklichsten Augenblicke meiner Karriere — er hätte tatsächlich fast meine Karriere zu einem jähen Ende gebracht. Das war noch nicht eine von den Maschinen, mit denen ich meine Weltrekorde im Schnellfahren aufstellte. Ich benützte eine ganze Anzahl von anderen Wagen — die ich ebenfalls alle « Blauer Vogel » nannte — lang bev.or ich die grossen Maschinen baute, mit denen ich in Daytona Beach auftauchte. Ich habe einen guten Grund, diesen Namen immer wieder zu gebrauchen, und eben diese Veranlassung will ich heute erzählen. Ich habe schon lange in Brooklands die Rennen mitgemacht, aber zu einer wahren Leidenschaft wurde es erst, als ich 1910 einen Peugeot kaufte. Damals war es Mode, den Wagen einen Namen zu geben, und nach langem Suchen nach einem geeigneten Wort entschloss ich mich für «Flapper », den Namen eines bekannten Rennpferdes. Aber weder das Rennpferd noch mein Peugeot siegten. Ich hatte mit diesem sowie mit einem zweiten Wagen, den ich « Flapper II » nannte, alle nur erdenklichen Unannehmlichkeiten. Der Mann, der das Auto von mir erstand, kam drei Monate später bei einem Zusammenstoss ums Leben. Es schien, als ob der Name immer Unglück bringe. Da hörte ich, dass die Maschine, auf der Victor Hemry 1909 den Vanderbilt-Cup gewonnen hatte, zu haben war. Es war ein Dar-, racq von ungewöhnlichem Umfang, der es be-, reits zu einer Stundengeschwindigkeit von hundert Meilen gebracht hatte — beängstigend viel für die damalige Zeit. Ich machte mich auf, um den Wagen einzuholen, und fand ihn in einem Fabrikverschlag in Kennington, mitten in einem Abfallhaufen. Nur der Oberteil war noch sichtbar. Der Darracq hatte bereits seit ungefähr einem Jahr dort gestanden, und es dauerte einige Zeit, bis er von allen Rädern, Schrauben und verrosteten Metallteilen befreit war und ausprobiert werden konnte. Nun erst bemerkte ich, dass alle Mechaniker den Wagen fürchteten. Keiner wollte die Führerstange auch nur berühren, und ich konnte sie nur mit Mühe dazu bringen, mir ein wenig behilflich zu sein. Endlich war der Motor in Gang gebracht, und ich machte mich in einer Rauchwolke auf den weiten Weg von Kennington bis zu meinem Haus in Bromley. Die Maschine war für gewöhnlichen Verkehr nicht geeignet, und es war ausgesprochen aufregend, den Hundertmeilen-Wagen durch die Strassen des Vorkriegs-London zu lenken. Trotzdem langte ich heil an meinem Bestimmungsort an und bestellte bei einem Garagenbesitzer einen neuen Oberteil, in dem ich schon damals die je.tzt Mein erster „Blauer Vogel* üblichen Theorien über Stromlinienbau verwirklichte. Ich konnte es kaum erwarten, mit der Maschine zu starten. Als ich am Vorabend des Rennens gerade « Flapper III» auf die Haube malen wollte, meinte ein Freund, dass dieser Name mir doch nur Unglück gebracht habe, und er schlug den. Titel des neuen Theaterstückes von Maeterlinck, das damals gerade mit viel Erfolg in London aufgeführt wurde, « Blauer Vogel », vor. Der Name gefiel mir so sehr, dass ich noch in letzter Stunde den ganzen Wagen blau bemalte, um den Namen irgendwie zu rechtfertigen. Die Farbe war noch nicht trocken, als ich am nächsten Tag in Brooklands startete, aber das hinderte nicht, dass der Wagen zwei der drei angesetzten Rennen gewann. Als ich aber ein anderes Mal die Geschwindigkeit über die hundert Stundenmeilen hinauszusteigern versuchte, brachte mich mein Vogel in grösste Lebensgefahr. Es war im August 1912 in Brooklands; mir lag damals besonders viel daran, zu gewinnen, und beim Endspurt hatte ich tatsächlich nur mehr drei Wagen vor mir. Das Ziel war mit drei Fahnen markiert. Es war kein Zweifel, dass ich alle Aussicht auf den Sieg hatte. Ich Hess das Drosselventil weit offen und peitschte aus dem alten Wagen mit den hölzernen Rädern und den Luftreifen aus Segeltuch die höchstmögliche Geschwindigkeit heraus. Alles ging gut — bis plötzlich das eine Vorderrad brach. Sofort legte sich der Wagen auf die Seite. Ich bearbeitete heftig das Steuerrad, um die Maschine im Kurs zu halten, verringerte aber nicht die Geschwindigkeit: denn es war höchstens noch eine Viertelmeile bis zu den Fahnen, und ich Hess das Drosselventil nach wie vor weit offen. Aber natürlich funktionierte der schwer havarierte Wagen nicht mehr einwandfrei. Immer wieder fiel er von der Mitte der Strasse an den Rand, und ich war knapp vor den Fahnen, als der geplatzte Pneumatik auf einen Kerbstein anprallte. Wenige Zentimeter weiter, und ich wäre glücklich vorbeigekommen. Aber so wie die Dinge nun einmal lagen, zerschellte bei diesem Anprall das ganze vordere Rad. Es war mir sofort klar, dass auch das rückwärtige Rad.auffahren musste, und ich wusste, dass es ebenso zerbrechen musste, und dass auch seine Splitter herumfliegen mussten. Das geschah auch, und zwar den Bruchteil einer Sekunde später, mir jedoch schien es eine Ewigkeit, bevor ich den Krach hörte. Die Teile des Rades sausten durch die Luft, und die Eisenstücke verfehlten knapp meinen Kopf. Im selben Augenblick neigte sich das Auto, das nun beide Räder auf einer Seite verloren hatte, in einem bösen Winkel zur Erde. Ich fuhr mit annähernd Hundertmeilengeschwindigkeit weiter — zerbrochene Speichen wirbelten um mich, Metallteile schlugen gegen den Wagen, Staub wirbelte auf — immer ganz nahe am Strassenrand entlang. Ich wusste, wenn das Auto umschmiss, war ich verloren. Die Lage wurde noch dadurch verschlimmert, dass der Mechaniker, der neben mir sass, auf mich geworfen worden war. so dass ich am Lenkrad auch noch sein Gewicht zu tragen hatte. Gemeinsam versuchten wir, den Wagen im Gleichgewicht zu halten. Hätte ich gebremst, wäre der Vogel sofort umgekippt. Ich konnte nichts anderes tun, als die einmal eingeschlagene Geschwindigkeit aufrecht halten. Und es war gerade die grosse Schnelligkeit, die die Katastrophe verhütete und das Auto aufrecht hielt. Und so näherte ich mich mit dem Wagen, über den ich fast vollends die Herrschaft verloren hatte, der am Ziele harrenden Menge. Die Leute rührten sich nicht, sie waren vor Schrecken wie zu Stein erstarrt. < Niemand dachte daran, vor dem drohenden Unheil davonzulaufen. Die Furcht, dass der Wagen in sie hineinfahren könnte, hatte ihnen den Atem geraubt Und gerade als ich durch das Ziel fuhr, brach auch noch das Steuer. Nutzlos hielt ich das Rad in der Hand, und wie durch ein Wunder verlangsamte der Wagen das Tempo, während er in derselben Richtung weiterfuhr — in der Richtung, in der die Menge stand, die jetzt begriffen haben musste, dass ich die Herrschaft über den Wagen verloren hatte. Erst jetzt rührten sich die Zuschauer von der Stelle, während mein Auto langsam einen kurzen Abhang hinunterglitt, auf der andern Seite herauffuhr und schliesslich zum Stehen kam. Niemand war verletzt worden. Auch mir war nichts geschehen — und die Maschine war als vierte durchs Ziel gefahren. Das ganze Ereignis stellt die grösste Lebensgefahr, dar, in die ich je als Rennfahrer gekommen bin» Ich war sehr glücklich, gut abgeschnitten zu haben, und man wird jetzt auch vielleicht verstehen, warum ich allen meinen Wagen den Namen « Blauer Vogel » gab. (Deutsch von Dr. Berta Schönmann.) Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CH Tourlng, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Hotel Krone Terrassen -Iteitaurant. Sorgfältige Küche. Selb«tgekelterte Weine. Neu renovierte Zimmer. Garage. Höfl. Empfehlung: H. Baumann, K'ohef. Erstes Haus am Platze. Zentralheizung, fliessend garage. Spez. Küche, Keller. K. Malzacher-Blattmann, Aktivmitglied der HEIDEN Hotel Gletscherbügel T.C.S. direkt beim Kurpark. Altbekanntes, gutbürgerliches Haus. Zimmer 4 Fr. 2.50. Pension 4 Fr. 7.-. Grosser, schattiger Garten, Parkplatz, Garage, Tel. 21. A. Qander, Bes. 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AutomoMl-Revu*. 13 Das Kind der Amsel Es war Winter. Weitum lag Schnee und Schnee. Ueber die Gassen fegte ein kalter Wind und trieb die Kinder hinein in die warme Stube, wo es vielverheissend nach gebratenen Aepfeln und Kastanien duftete. In den verschneiten Zweigen eines Apfelbaumes, der neben dem Hause der Kinder stand, wohnte eine Amsel. Sie sass zusammengekauert in ihrem Nestchen. Ihre Federn sträubten sich vor Kälte und der Hunger hatte sie lahm und elend gemacht. Am Abend, als die Lichter angezündet waren, konnte die Amsel von ihrem Neste aus in die Kinderstube hineinsehen. Sie sah viel Schönes und freute sich, dass es die Kinder so gut hatten. Sie selbst aber kam sich noch ärmer und gottverlassener vor in ihrem kalten Neste. Sie sah die Lichter brennen und das Ofenfeuer. Sie sah die Spielsachen der Kinder: Kaninchen, Pferde, Schafe und Puppenküchen. Sie sah die Kinder mit der Mutter und der Grossmutter bei gebratenen Aepfeln und Kastanien sitzen und zuletzt sah sie die Kinder in das warme Bettchen kriechen, und dann wurde es dunkel im Hause und die Amsel sah nichts mehr. Da dachte die Amsel: Ach, würde doch das Kind, das ich im Frühling bekommen werde, ein Menschenkind! Dann müsste es nicht frieren wie ich und hungern, und es würde nicht mit blutendem Vogelherzen vom hohen verschneiten Baum herab das Glück der Menschenkinder mitansehen müssen. Und ganz leise zwitscherte die Amsel vor sich hin: « 0 bekäme ich doch ein Menschenkind! •» Um jene Zeit flog der Engel Gottes durch die Zweige des Apfelbaumes und hörte, was die Amsel zwitscherte. Als der Winter vergangen war und die Strahlen der Frühlingssonne den knospenden Apfelbaum umgoldeten, fiel aus dem Nest der Amsel ein Menschenkind. Es war ein ganz kleines, zartes Mädchen, mit Haaren und Augen wie Amselgefieder so schwarz. Ohne sich zu verletzen, fiel es in das hohe Gras, das unter dem Apfelbaume wuchs. Gret, ein altes, verachtetes Kräuterweibchen, fand das Mägdlein und hob es auf. « Soll mir in meinen alten Tagen noch ein Kind beschert werden? » sagte sich Gret, als sie das schwarzhaarige Mädchen in ihren Armen hielt. Voll Freude trug sie es in ihre Hütte, gab ihm eine Flasche Milch zu trinken und bereitete ihm ein weiches Bettchen. Das Kind trank die Milch und schlief ein. Die alte Gret aber faltete die Hände und sprach ein Dankgebet. Das Mädchen wuchs schnell heran. Da keiner nach ihm geforscht hatte, sah es Gret als ihr Töchterlein an und gab ihm den Namen Silla. Woher sie das Kind hatte, wusste niemand. Die Bewohner jener Gegend sagten verwundert zu einander: « Es hat Haare wie Amselgefieder so schwarz, und seine Augen flammen wie zwei dunkle Sterne: Dennoch muss es etwas Feines nicht sein, sonst wäre es nicht bei Gret in ihrer elenden Strohhütte. » Es vergingen zehn Jahre. Silla war zur Freude der Mutter Gret ein feines schlankes Mägdlein geworden. Aber sie liebte nicht, wie die andern Kinder mit Puppenküchen zu spielen. Sie verstand auch nicht, kleine Arbeiten zu verrichten, Bildchen zu malen und Ringelreihen zu tanzen. Silla liebte die Bäume des Gartens und des Waldes, sie liebte es, wenn ihre Zweige im Winde rauschten und die Vögel darauf ihre Lieder sangen. Silla verstand die Sprache der Vögel. Sie wusste, was sie jauchzten und was sie klagten, und wenn sie sang, klang es wie das Lied der Amsel am warmen Frühlingsmorgen. Ihre Lieder hatten Vogellaut und Menschenworte. Silla hatte die Lieder einer Amsel abgelauscht, die in den Zweigen eines Apfelbaumes hauste. Von Zeit zu Zeit fing die Amsel, wenn Silla sich dem Baume nahte, zu singen an. Noch nie hatte Silla eine Amsel so schön singen gehört. Sie sang von fernen Sonnenländern und von blauen Meeren, von weissen Lilien und von feuerroten Märchenblumen, von flockigen Schafen und schlafenden Wiegenkin- Dla Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners OH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T.C.S. Sargans das fuhrende Restaurant -Büffet Jaeger'e SPEZIALITÄTEN-KOche. A.O.S. - Forellen Tel. SO.327 Auto-Park - T.C.S. SARGANS Ewtes Passantenhaus am Platz. Schöne Zimmer mit fliess. Wannnnd Kaltwasser von Fr. 3.— an. Vorzügl. Butterküche. Restauration zu jeder Tageszeit. Forellen. Grosser, schattiger Garten. Garage. Parkplatz. Tel. 80.229. Inhaber Farn, ä Porta. KERENZERBERasTRAS8E Gntgeftthrtes, heimeliges Haus für Feriengäste und Passanten. Zimmer mit fliessend. Kalt- und Warmwasjer von Fr. 3.- an. Lebende Forellen. Pension von Fr. 7.- an. Schattiger Garten. Gedeckte Gartenhalle. Garage, Parkplatz. Tel.43.357. Geschw. Menzl. Werben Sie um die 70,0 0 0 schweizer. 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Das Lied drang tief hinein in Sillas Herz, es kam ihr vor, als weinte die Amsel, als sie von ihrem Kinde sang. Eines Abends wurde Silla durch ein leises Flügelschlagen aus ihrem ersten Schlummer aufgeweckt. Auf dem Fensterbrette stand mit weit ausgebreiteten Flügeln die Amsel und sang: « Silla, mein Kind, komm geschwind! Der Mondschein gaukelt, mein Nestlein schaukelt, die Sterne scheinen, und ich muss weinen. Komm geschwind, mein Kind, mein Kind!» So hatte die Amsel noch nie gesungen. Geschluchzt hatte sie und gefleht, gekost und geherzt. Jetzt wusste Silla, dass sie das verlorene Kind der Amsel war. Nicht lange danach erzählte man dort zu Lande, ein Ungeheuer, halb Mensch, halb Kobold, drohe in die Gegend einzubrechen. Das Ungeheuer, namens Turdo, habe die Kraft, mit einigen Zauberworten die Saaten und Früchte der Bauern zu vernichten. Schon ganze Länderstriche habe es zerstört und Menschen und Tiere dem Hungertode preisgegeben. Man lebte Tag und Nacht in Angst vor dem Unhold und betete zu Gott, er möge seinen starken Arm über die Gegend ausbreiten, damit sie von diesem Uebel verschont bleibe. Aber eines Abends, bei Sonnenuntergang, zog ein Mann durch die Gassen und verkündete mit lauter Stimme: « Turdo, mein hoher Herr und Gebieter, zieht morgen in dieses Land ein, um es durch seinen Zauberspruch in eine dürre Steppe zu verwandeln. Hört es und zittert vor seinem Grimm! » Nachdem der Mann seine Verkündigung beendet hatte, setzte er sich auf einen Stein und verlangte, dass man ihm Wein zu trinken gebe. Da stieg der Bürgermeister selbst in seinen Keller hinab und mit eigener Hand reichte er dem Mann eine Flasche feurigen roten Weines dar. Dieser Diener steht sicher in hoher Gunst bei seinem Herrn, überlegte er, vielleicht können wir ihn mit Trunk und Freundlichkeit dazu bewegen, Turdo von seinem Vorhaben abzubringen. Zitternd umstanden die Bauern den furchtbaren Boten. Der Mann goss sich ruhig Glas um Glas von dem Wein ein. « Es ist ein feiner Tropfen, » nahm er endlich das Wort, «und er war euch nicht zu schade für mich, darum will ich euch ein Geschichtlein aus dem Leben meines Herrn zum besten geben. » Und Turdos Diener erzählte: « Mein Herr hasst alles, was da wächst und blüht und Früchte trägt. Er hasst die Sonne, weil sie die Saat zum Reifen bringt und die Knospen aus den Zweigen treibt. • Aber mein Herr liebt den Tanz und das Flötenspiel, den Gesang und den Klang der Geigen. Eines Tages zog er, von vier Dienern begleitet, die Brust voll Zorn und Ingrimm, in ein Ländchen ein, um es durch seinen Zauberspruch zu verderben. Schon wollte er das grausame Wort der Vernichtung aussprechen, als ein Zigeunermädchen vor ihn hintrat, sich lächelnd verneigte und, von den Klängen einer Hirtenflöte begleitet, zu tanzen anfing. Da auf einmal erhellte sich Turdos finsteres Gesicht. Entzückt hing sein Auge an dem schönen Bilde. Als der Tanz zu Ende und der letzte Flötenton verklungen war, erhob Turdo die Hand zum Zeichen der Begnadigung. Er sprach die Worte des Unheils nicht aus. Der Tanz des Zigeunermädchens hatte den Zorn in seiner Brust ausgelöscht. 250 OOO 1OO OOO 50 OOO 25 OOO Torabend Nicht durch Dunkles, nicht durch Lichtes Bin ich heut mehr zu ermessen, Auch das Bittre des Verzichtes Ist verwunden und vergessen. Wenn ich heut mein Blut durchsuche, Prüf ich meines Daseins Dehnung — Nein, es braucht im grossen Buche Keiner eigenen Erwähnung. Lässt mich Trübung des Gesichtes Raum und Zeit auch falsch bemessen — Welttief ist des Augenlichtes Strahl und ewigkeitbesessen. i. II. Einmal leg ich ab mein Arbeitskleid, Einmal setzt mein Leben Punkt und-Pause — Ueber kurzem, Freund, bin ich so weit: Bin nach langem Wändern doch zu Hause... Dann mit einem langen Atemzug Füll ich meine stark verstaubten Lungen; Nicht zu neuem oder letztem Flug, Nicht zum Lied — ich habe ausgesungen. So zum grossen Feiertag bereit, Winterluft in mir, kalte, besonnte, Geh ich langsam und im besten Kleid Hinter ungemessne Horizonte. Hermann Hiltbrunner. Da brach im Volke ein grosser Jubel aus. Die Zigeunerin wurde mit Dank und Blumen überschüttet. Das Geschichtlein ist zu Ende, morgen sehen wir uns wieder. » Der Mann ging. Seine Zuhörer aber sprachen zueinander: «Unsere Töchter können tanzen wie die Elfen zur Nachtzeit und unsere Söhne verstehen sich auf das Flötenspiel und das Geigenspiel. Von ihnen muss uns Rettung kommen. » Am folgenden Morgen kam Turdo, das Ungeheuer, an. Vier buntgekleidete Diener folgten ihm. Turdo selbst trug als Gewand ein Bärenfell. Seine Hände und seine Füsse waren mit dichten, borstigen Haaren bedeckt. Seine Augen sprühten Ingrimm und Vernichtungswut. Turdo Hess sich auf einem Thronstuhl aus Ebenholz nieder, den die Diener für ihn aufgestellt hatten. «Er ist mehr Kobold als Mensch,» flüsterte man sich zu, und die Herzen erstarrten in Furcht. Da traten, von einem jungen Geigenspieler begleitet, zwei weissgekleidete Mädchen hervor. Es waren die Töchter des Bürgermeisters. Eine liebliche Weise erklang. Die Mädchen begannen zu tanzen, fein und leichtbeschwingt. Aber Turdo schien keine Freude daran zu haben. « Wie die Ziegen in den Gemüsegärten tanzen sie, » murrte er. Jetzt erschien ein Jüngling, der seines Flötenspiels wegen weitum berühmt war. Er spielte lieblicher als je zuvor. Aber Turdos Gesicht verfinsterte sich 'noch mehr. « Piepst da ein Sperling? » schrie er ergrimmt. Seine Lippen öffneten sich zu dem Vernichtungsspruch. Da trat scheu und schlecht gekleidet Silla, das Kind der Amsel, in den Kreis. « Was hat das Kind der alten Lumpengret hier zu suchen? » sagten die Anwesenden zueinander. Silla aber fing zu singen an. Sie sang von fernen Sonnenländern und von blauen Meeren, Kleiner Einsatz - grosse Chancen I 25,044 Bartreffer, total Fr. 1,250,000 Lose ä Fr. 10.—. 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